07. April 2014

Jan David Sutthoff Distanzierung vom Denunzianten

Deutscher Gossen-Journalismus 2014

Dossierbild

Jan David Sutthoff ist „Reporter, Autor, Redakteur und Journalist“. So beschreibt sich der Reporter, Autor, Redakteur und Journalist auf seiner eigenen Homepage, die Webauftritt, Netzpräsenz und Internetseite obendrein ist. Auch ein Foto hat der junge Mann dort droben aufgesetzt, das feminine Gesicht kontrastarm weichgezeichnet, so dass die riesige schwarze Rundbrille noch ein wenig mehr ins weiß-hellgraue Exterieur fällt, mit der unser Reporter, Autor, Redakteur und Journalist – und bis heute ganz sicher, länger aber nun nicht mehr, Manufactum-Kunde – die Welt und Sie, ja Sie, Sie, Sie, betrachtet.

Jan David Sutthoff besuchte schön die Axel-Springer-Akademie.

Zuvor war er Herausgeber einer „Studierendenzeitschrift“ namens „Ottfried“, die, das wollen wir auch hier nicht vergessen zu erwähnen, „die beste“ ihres Genres gewesen ist. Danach ist er in der Redaktion der „Huffington Post“ gelandet, jener Internetpostille, die sich ihrer vielen Gratisautoren wegen gerne mal selbst rühmt als die beste ihres Genres diesseits der Redaktion. Dort dichtet der Liebhaber des nachdrücklich Vierfachen in Serie Beiträge wie „4 Gründe, warum die AfD nun noch unwählbarer ist“.

Konstantin Wecker hat sich dieser Tage über Akif Pirinçci geäußert. Jetzt war Ottfried, der Studierende, dran. Und so schrieb er nicht nur einen Artikel, das können andere auch, sondern zugleich einen ultimativen Brief an das Unternehmen Manufactum und überdies an dessen Muttergesellschaft, die Otto Group. Die sind zwar weder verwandt noch verschwägert oder sonstwie verbandelt mit Akif Pirinçci, aber „jdw“, wie er sich nennt, wenn unterstes Statement verlangt wird, hatte so richtig tief gegraben und also herausgefunden, dass Pirinçcis Verlag einem Mann namens Thomas Hoof gehört, der vor vielen Jahren Manufactum gegründet und dann an die Otto Group verkauft hatte. Und deshalb, weil wir ja auch in Deutschland leben und zudem Manuscriptum sich anhört wie Manufactum, dachte sich Jan Ottfried, dass sich die Otto Group jetzt also doch mal von Akif Pirinçci „distanzieren“ könnte. Distanzieren ist immer gut.

Dumm nur, dass uns Sutthoff nicht der erste ist, der vom Otto-Versand eine Distanz verlangt von etwas, zu dem das Unternehmen nie irgendeine Nähe hatte. Jan David voraus ging im August 2013 Hilal Sezgin, auch so eine junge deutsche Reporterin, Autorin, Redakteurin und Journalistin. Ihrem Chef hatte Thomas Hoof stellvertretend für alle Beteiligten und nicht Beteiligten in einem ähnlich gelagerten Fall geantwortet: „Die ständige Skandalisierung der Abweichung werden Sie ohne weiteren Schaden nicht durchhalten können.“

Und dann hatte Thomas Hoof ein wenig seherisch auch Jan David Sutthoff beschrieben, wie der „im selbstgestrickten Engelskleid aus Weltoffenheit und Toleranz“ sich wandet, doch eigentlich nur ein notorischer kleiner Denunziant mit „Dauerargwohn“ und „Jagdlust auf Abweichler“ ist. Einer, der seinen Charakter zum Beruf gemacht hat.

Internet

Homepage, Webauftritt, Netzpräsenz und Internetseite von Jan David Sutthoff

Ein schönes Foto von „jds“ bei der Arbeit

Noch ein schönes, älteres Foto, wie immer bei der Arbeit

Distanzierungsartikel von Jan David Sutthoff, irgendwie auch bezüglich Akif Pirinçci

Offener Brief von Thomas Hoof an den Feuilleton-Chef der „Süddeutschen Zeitung“, darf sich jetzt auch der Reporter, Autor, Redakteur und Journalist ans Revers pappen


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