21. Februar 2014

Dokumentation des vollständigen Artikels von Roland Woldag Woraus Michel Friedman wirklich zitierte

„Das Ergebnis ist das gleiche wie bei den Nazis“

Nach den Ermächtigungsgesetzen:

Den Sozialismus überwinden

von Roland Woldag

1933

Welche Assoziationen löst diese Jahreszahl aus? Zuerst jene über die Folgen des „Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich“, also des „Ermächtigungsgesetzes“, das mit einer Zweidrittelmehrheit wie für eine Verfassungsänderung vom Parlament beschlossen wurde. Und das der nationalsozialistischen Regierung außergewöhnliche Vollmachten übertrug. Das Parlament hatte die verheerenden Folgen der Aufweichung des bürgerlichen Rechts falsch beurteilt. Otto Braun, von 1921 bis 1932 mit nur einer kurzen Unterbrechung sozialdemokratischer Ministerpräsident des Freistaates Preußen, antwortete später auf die Frage, was zu Hitler geführt habe, stets nur einsilbig: „Versailles und Moskau“.

In der Tat, kürzer lässt es sich nicht auf den Punkt bringen. Heute macht man es sich zu leicht, die national-narzisstische Form des Sozialismus selbstgerecht aus der Perspektive der geschichtlichen Erfahrung zu verurteilen. Die Menschen der Jahre nach der demokratischen Wahl der Nationalsozialisten und der Ernennung Adolf Hitlers durch den auch durch die Sozialdemokraten gestützten Reichspräsidenten Hindenburg konnten das in den ersten Jahren nach 1933 noch nicht übersehen.

Denn dem über die gesamte Weimarer Epoche andauernden Bürgerkrieg zwischen Rot- und Braunsozialisten setzte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ein Ende. Es wurde erst einmal friedlicher im Lande. Das Elend der im Zuge dessen Ausgegrenzten hielten die opportunistischen Massen für die unvermeidbaren Späne, die vorübergehend beim Erhobeln einer neuen Ordnung herunterfallen würden. Administrative Maßnahmen der Nationalsozialisten leiteten eine in Europa singuläre, kreditfinanzierte Sonderkonjunktur ein, die Aufkündigung des Versailler Diktats sorgte für die Wiederherstellung der nationalen Selbstachtung, die Gesellschaft wurde nationalsozialistisch umerzogen und mit roten Fahnen geschmückt.

Die Stimmung der zahlreich zum NS-Hauptstrom übergelaufenen proletarischen Massen war lange Zeit euphorisch, die Erfolge Hitlers beeindruckten die Welt und fanden zahlreiche Bewunderer auch bei den späteren Kriegsgegnern. Nur integre und gebildete Charaktere waren fähig abzusehen, welche Folgen diese Politik haben könnte. Die schleichende Aushöhlung des bürgerlichen Rechts bemerkten zuerst jene, die sich in der Rolle der Parias wiederfanden und die Rechtsgelehrten, die diese zu verteidigen hatten, wovon Sebastian Haffner in seinem Tagebuch „Geschichte eines Deutschen“ ein beeindruckendes Zeugnis ablegt, indem er seine Gewissensqualen als Rechtsassessor und die Resignation seines Vaters beschreibt. Wache Menschen gerieten über die gesamten 30er Jahre hinweg in eine immer quälender werdende Minderheitenposition, wenn sie sich gegen den selbstherrlichen Zeitgeist stellten. Hier bietet auch Joachim Fest in seinem letzten Buch „Ich nicht!“ mit der Darstellung der Isolierung seines Vaters durch die Macht der Schweigespirale eine Beschreibung, die vielen Nicht-Sozialisten heute wieder sehr vertraut ist: Je zentralistischer die Bürokratie, je durchgreifender und einschüchternder die Macht über die ihr ausgesetzten Menschen, je aggressiver und räuberischer die Umverteilung, je willkürlicher das Recht, desto sozialistischer, also linker der Staat.

Und umgekehrt: Je subsidiärer das Gemeinwesen, je höher die Verantwortung des Einzelnen für sich selbst und seinen Nächsten, je verlässlicher das Recht, je freiwilliger die Solidarität, je selbstloser die Barmherzigkeit der Gesellschaft, desto gerechter der Staat.

Die Selbstdefinition „National-Sozialist“ ist kein Etikettenschwindel. Das Links-rechts-Schema ist eine innerlinke Abgrenzungspolemik gegen die Konkurrenz der sozialistischen Brigaden. Da jedes Ding zwei Seiten hat, hat auch das sozialistische Lager eine linke und eine rechte. Nationalsozialisten im eigenen Milieu rechts einzuordnen, ist daher legitim. Diese Einteilung jedoch darüber hinaus auszudehnen und zu behaupten, rechts der nationalen Sozialisten könne oder dürfe es nur noch Verbrecher geben, illustriert deutlich die Beschränktheit und Intoleranz der Sozialisten in den sozialdemokratischen Blockparteien des deutschen Bundestages. Wenn es rechts und links nur Sozialisten gäbe, was wäre dann in der Mitte? Gemäßigte Sozialisten? Aber Sozialisten in jedem Falle?

Die infame Absicht dahinter ist offenkundig: Der „Kampf gegen rechts“ soll jeden kriminalisieren, der nicht linksideologisch angepasst ist – und zwar über das eigene sozialistische Lager hinaus. Hier sind sich die Demokraten im Reichstag einig, da sind sie Traditionalisten. Es kann jedoch keinen Zweifel geben, dass Nichtlinke wie Konservative, Religiöse wie Libertäre rechts der Sozialisten stehen, natürlich auch rechts der nationalen Sozialisten. Rechts der durch die Wächter der „Political Correctness“ ideologisch gleichgeschalteten Massen ist überhaupt erst Freiraum für Freiheitliche, dort beginnt die Welt des selbstverantwortlichen Menschen.

Links der Linken kommt tatsächlich nur noch die Wand, vor der schon Marxisten, Leninisten, Stalinisten, Hitleristen und Maoisten stehen und ihre Gegner beseitigen. Alle Linken gemeinsam haben sich für die systematischen Massenmorde und Pogrome des 20. Jahrhunderts zu rechtfertigen, denn diese Verbrechen entspringen der Hybris, die alle Sozialisten eint: das Streben nach der uneingeschränkten Macht im homogenen Volk- beziehungsweise Bevölkerungsstaat. Dieses Streben bedient sich des Brecheisens der umgekehrten Rassenpolitik: „Multikulti“ als Lügenwort für Massen-„Kultur“ hat die Aufgabe, durch gegenseitigen Anpassungsdruck die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen. Das Ergebnis ist das gleiche wie bei den Nazis: Ein gleichgeschalteter Bevölkerungsbrei, den nichts mehr verbindet als die Abhängigkeit vom vormundschaftlich-diktatorischen Regime. Aus Nationalsozialisten sind Supranationalsozialisten geworden, mit einem Maoisten namens Barroso als Führer in Brüssel.

An der europäischen Brutstätte des Jakobinismus werden heute wieder totalstaatliche Ziele durch demokratische Politiker gegen den Willen der Bevölkerung durchgedrückt. Damit befinden sich die Blockparteien des Parlamentarismus bereits wieder im Vorhof des universalen Menschheitsverbrechens. Parteiendemokratie war immer die Vorstufe des Sozialismus. Sozialismus ist in der Form der Demokratie stets ein Selbstläufer, der seinen Weg über die Erosion des Rechts geht.

Die „modernen“ Zeitgeistverfechter sollten sich hüten, mit dem Finger auf Nazis zu zeigen. Denn dieser Finger spiegelt sich in der Geschichte und zeigt auf sie zurück. Sozialisten haben immer Grenzen niedergerissen, zuerst Ländergrenzen, dann Währungsgrenzen – mit ihnen kulturelle, religiöse und ethische. Und heute gehen sie in ihrem Gleichheitswahn so weit, jede Schamgrenze niederzureißen, etwa durch Gender Mainstreaming. Sozialisten hatten noch nie Hemmungen, das menschliche Selbstverständnis zu erschüttern und die Massen so lange an ihrer Eigenwahrnehmung zweifeln zu lassen, bis ihre Kultur unter dem Anpassungsdruck des Kollektivismus zusammengebrochen ist. Gemeinsam sind allen Spielarten des Sozialismus ein aggressiver Atheismus und ein Totenkult, den heute die zeitgeistkonformen Teile der Bevölkerung auf der Kleidung oder auf die Haut tätowiert zur Schau tragen – den Totenkopf. Um einer Kultur des Todes Platz zu machen, erfolgt der Angriff auf das Leben entweder direkt, mittels organisierter Gewalt, oder indirekt, durch die organisierte Demontage lebensbejahender Strukturen wie der Familie und der Religion.

Die heutige „Antifa“ ist nichts als eine Spiegelung des Gegners innerhalb des eigenen Wirkungskreises. Den dahinterstehenden Charakteren bietet das Regime die Möglichkeit der eigenen moralischen Aufwertung durch das risikolose Ausleben von Ressentiments gegen die vom demokratischen Staat definierten Parias. Irgendeine Gruppe ist im Sozialismus, auch in der noch sozialdemokratischen Version, immer der „Staatsfeind“. Dabei spielt es keine Rolle, ob die angegriffenen Personen je geltendes Recht gebrochen haben – die Zugehörigkeit zur falschen Seite genügt.

2012

Welches Erschrecken wird diese Jahreszahl zukünftig auslösen? Wieder Assoziationen an ein Ermächtigungsgesetz?

Schlimmer noch. Diesmal ging es auch ohne parlamentarische Zustimmung, nämlich durch glatten Rechtsbruch. Alle Weichen zu einer international-sozialistischen Diktatur sind im Schicksalsjahr 2012 gelegt worden. 2012 ermächtigten sich nicht gewählte Kommissare und Gouvernanten der EUdSSR zu uneingeschränkter Macht, stellten sich durch Immunität außerhalb des Rechts, brachen geschriebene Gesetze und das Selbstbestimmungsrecht der Völker, zerstörten die Nationalwährungen und betrieben eine unbegrenzte Geldmengenausweitung, trieben Gemeinwesen in Resignation und Verbitterung, und zwar ohne die Zweidrittelmehrheit, die ein Adolf Hitler mit seiner sozialistischen Arbeiterpartei noch nötig hatte. Der Zweck heiligt indes wieder die Mittel, das Volk wird ignoriert und kurz gehalten, und das Fiat-Money-Kartell finanziert abermals die Geschichte. Die Notenbanken der westlichen Sozialdemokratien narkotisieren heute die Völker mit der beliebig vermehrbaren Droge Papiergeld, die Geschäftsbanken betätigen sich als Gelddrogendealer und korrupte Politiker sichern damit ihre Macht und Versorgung. Alles zusammen zerrüttet die religiös, kulturell und demographisch ausgebluteten, westlichen Sozialdemokratien und zerstört das Subsidiaritätsprinzip, indem es den Menschen die Solidarität oder Nächstenliebe sozialstaatlich abkauft. Die in Brüsseler Gesetze gegossene Anmaßung von Wissen zerstört die Prognosekraft des Marktes und führt zu planwirtschaftlichen Fehlverteilungen, die dann wieder durch die Einschränkungen der bürgerlichen Freiheit korrigiert werden.

Macht konzentrieren, die Wirtschaft ideologisch zuschneiden, das Naturrecht verspotten, Grenzen einreißen, Identitäten zerstören, Tabus brechen, Religionen verhöhnen, Menschen vermassen: Das ist bis heute der Kern sozialistischer Allmachtsphantasien, die auch das deutsche Parlament wieder beherrschen.

Auf einem Plattenbau im Zentrum Dresdens prangte früher in großen Lettern das Statement: „Der Sozialismus siegt.“ Und die Dresdner sächselten weise: „Dr Sozialismus siecht.“ Es ist an der Zeit, ihn zu überwinden. Am Ende ist es eine Frage der Selbstachtung. Und des Überlebens.


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