21. Februar 2014

Hintergrund des Eklats zwischen Bernd Lucke und Michel Friedman eigentümlich frei war’s, nicht Beatrix von Storch!

Michel Friedman zitiert falsch und völlig aus dem Zusammenhang gerissen

„Nach nur elf Minuten verließ AfD-Chef Bernd Lucke wutentbrannt das Fernsehstudio, weil Moderator Michel Friedman ihn nicht ausreden ließ“, melden soeben Focus-Online und einige andere Medien.

Lucke war wütend, weil Friedman ihm mehrfach immer wieder dasselbe Zitat vorlegte. Der beschreit es so: „Ich hielt ihm einen Satz der AfD-Kandidatin für die Europawahl, Beatrix von Storch, vor: ‚Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.‘ Meine Frage an Herrn Lucke lautete: ‚Stehen Sie hinter diesem Satz?‘ Das kann man mit Ja oder Nein beantworten, aber das wollte Herr Lucke nicht. Da habe ich nachgesetzt, das ist nichts Überraschendes bei mir“, so Friedman.

Andere Medien berichten, dass Friedmans „Nachsetzen“ in Form der mehrfach gestellten Suggestivfrage erfolgte: „Wenn das nicht Rassismus ist, was ist dann Rassismus?"

Wie perfide Friedman hier vorgeht, erkennt, wer der Herkunft des Zitats nachgeht und dem Sinnzusammenhang nachspürt, in dem dieses erfolgte.

Tatsächlich hat nämlich die AfD-Europakandidatin Beatrix von Storch den von Friedman für rassistisch erklärten Satz nie gesagt. Er ist nur im von ihr betriebenen Online-Magazin „Freie Welt“ erschienen – und auch das nur als „Nachdruck“. Zuerst veröffentlichte eigentümlich frei den Beitrag im Mai 2013, Ausgabe 132, unter der Überschrift „Nach den Ermächtigungsgesetzen: Den Sozialismus überwinden“.

Autor des Artikels ist Roland Woldag. Und der angeblich so rassistische Beitrag setzt sich tatsächlich in weiten Teilen mit dem historischen Nationalsozialismus auseinander. Dem von Michel Friedman skandalisierten Satz „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen“ folgen unmittelbar darauf diese Worte: „Das Ergebnis ist das gleiche wie bei den Nazis: Ein gleichgeschalteter Bevölkerungsbrei, den nichts mehr verbindet als die Abhängigkeit vom vormundschaftlich-diktatorischen Regime. Aus Nationalsozialisten sind Supranationalsozialisten geworden, mit einem Maoisten namens Barroso als Führer in Brüssel.“


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