21. Februar 2014

Homosexualität Fragebogen der Bildungsgewerkschaft im DGB

Seltsame Erfahrungen mit Erwachsenen und Kindern in der DDR und heute

In den vier Jahren, in denen ich der DDR-Ausreiserszene angehörte, begegnete ich überproportional vielen Homosexuellen, die die Zone verlassen wollten, weil sie sich vom DDR-Regime eingeschränkt fühlten. Über den Bekanntenkreis einer lesbischen Freundin hatte ich Einblick in deren DDR-Lebenswelten.  

Ein begabter, schwuler Travestiekünstler erhielt zuverlässig Engagements von der DDR-Künstleragentur. Ein schwules Männerpaar lebte unbehelligt in einer gemeinsamen Wohnung, wie auch meine Freundin mit ihrer Freundin. Die Freunde der Gleichheit hatten ihre Treffpunkte und stadtbekannte Bars, das Café Heider in Potsdam war Szenetreff für Ausreiser und Homosexuelle gleichermaßen, die Stasi hatte ihren Observationspunkt gleich in der Wohnung darüber.

In der ganzen Zeit habe ich nicht erlebt, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung vom Regime in einer Weise angegriffen wurden, wie es bei Oppositionellen üblich war. Die Obrigkeit beschränkte sich darauf hinzuwirken, das Liebesleben im Bereich des Privaten zu halten und exhibitionistische Exzesse des Geschlechtlichen, wie in Westdeutschland üblich (Loveparade, Christopher Street Day), nicht zuzulassen. Das sittliche Empfinden war keinen Zumutungen ausgesetzt, weder durch Pornographie, noch durch Prostitution oder der öffentlichen Werbung von Minderheiten für ihre sexuellen Vorlieben. Ich erinnere mich nicht, dass viele das vermisst hätten, wobei auch niemand sagen kann, in der DDR sei es prüde zugegangen. Wer sich noch an den sich jährlich über mehrere Tage hinziehenden Jazz-Fasching im Potsdamer Kulturhaus am Alten Markt erinnert, weiß, dass es so etwas auf diesem erotischen Niveau zwischen Männern und Frauen nicht mehr gibt.

Was begehrten die Schwulen und Lesben in der DDR darüber hinaus? Im Privaten konnten sie ihren Neigungen uneingeschränkt nachgehen. In Gesprächen wurde jedoch immer wieder deutlich, dass man im Gelobten Land – dem „Westen“ – das Paradies erwartete, das einem Gleichgeschlechtspartner in Hülle und Fülle zutreiben würde.

Das erste Erschrecken überfiel mich als junger Vater, als mich ein perverser Kinderfreund empört darüber „aufklärte“, dass in der DDR Pädophile „nur wegen ihrer sexuellen Neigung“ unterdrückt würden, und es Zeit sei, sich dagegen zu wehren. Seelische Desorientierung und das Begehren kleiner Jungs gingen schon früher Hand in Hand (aktuell: Edathy-Affäre). Es geht allem Anschein nach nicht ausschließlich darum, intime Neigungen unter Erwachsenen unbehelligt auszuleben, darum ging es schon in der DDR nicht.

Es geht offensichtlich darum, die „diskriminierende Ungleichheit“ bei der Verfügbarkeit potentieller Partner für die Triebabfuhr abzuschaffen. Hierzu müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, bevor sich der Mann oder die Frau im Kinde regt, also vor der Pubertät. Wenn Sie also Kinder im Kindergarten oder im schulpflichtigen Alter haben, ist es künftig höchstwahrscheinlich, dass Ihre Lieben im Sexualkundeunterricht psychologisch entkernt werden: Die Anleitung zu homosexuellen Handlungen, unterstützt von einer Elektroschocktherapie, wird im „heterosexuellen Fragebogen“ einer Gehirnwäschebroschüre (Link unten) der Lehrergewerkschaft GEW-Baden-Württemberg angeregt.
Unter dem GEW-Slogan „Wir bilden die Zukunft“ bietet „diese Broschüre Lehrerinnen und Lehrern konkrete Unterrichtsvorschläge zum Thema lesbische und schwule Lebensweisen“. (Seite 7)

„Der Fantasie der Lehrkräfte sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist es, die Thematik in das alltägliche Unterrichtsgeschehen zu integrieren und damit ein Stück neuer Normalität zu schaffen. Voraussetzung ist, dass sich die Lehrkraft mit ihrer eigenen sexuellen Orientierung und möglichen Homophobie auseinandergesetzt hat.“ (Seite 9)

„Viel Freude und viele Einblicke beim Lesen und beim Anwenden der Broschüre wünscht
Doro Moritz, Landesvorsitzende Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.“ (Seite 5)

Die „Vertiefung“ auf Seite 20 mit einem „heterosexuellen Fragebogen“ als „Unterrichtsbeispiel“ wollen wir nun ungekürzt zitieren: „Der heterosexuelle Fragebogen: 1. Woher glaubst du, kommt deine Heterosexualität? 2. Wann und warum hast du dich entschlossen, heterosexuell zu sein? 3. Ist es möglich, dass deine Heterosexualität nur eine Phase ist und dass du diese Phase überwinden wirst? 4. Ist es möglich, dass deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleichen Geschlechtes kommt? 5. Wissen deine Eltern, dass du heterosexuell bist? Wissen es Deine Freundinnen und Freunde? Wie haben sie reagiert? 6. Eine ungleich starke Mehrheit der Kinderbelästiger ist heterosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder heterosexuellen Lehrer/innen auszusetzen? 7. Was machen Männer und Frauen denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo sie doch anatomisch so unterschiedlich sind? 8. Obwohl die Gesellschaft die Ehe so stark unterstützt, steigen die Scheidungsraten immer mehr. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Heterosexuellen? 9. Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft einzugehen? 10. 10 In Anbetracht der Übervölkerung stellt sich folgende Frage: Wie könnte die Menschheit überleben, wenn alle heterosexuell wären? 11. Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschocktherapie zu machen? 12. Möchtest du, dass dein Kind heterosexuell ist, obwohl du die Probleme kennst, mit denen es konfrontiert würde?“ (Zitat Ende)

Ich habe diese Broschüre einem Freund vorgelegt, der selbst Rektor einer deutschen Hochschule ist und bisher überzeugter Verteidiger des Gender-Mainstreaming war. Er antwortete: Dieses Dokument sei „natürlich perfide, weil sie sich letztlich an Schülerinnen und Schüler richtet, die sich kaum wehren können. Vernünftige Lehrer und Lehrerinnen werden das so nicht verwenden. Ich glaube auch nicht, dass es in dieser Form auf Zustimmung der Ministerien trifft.“

Sicher? Was ist, wenn die Kinder zum Beispiel einer unvernünftigen Lehrerin in die Hände fallen, der die Broschüre gerade auf den Leib geschrieben ist? Ist das Papier nicht Bestandteil der „Bildungsplanreform 2015“ in Baden-Württemberg, der für alle Kinder ab der Grundschule die Erziehung zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ vorsieht? Diese soll „fächerübergreifend als erzieherisches Leitprinzip verankert werden“, wogegen „Ewiggestrige, Rechtpopulisten, Ultrakonservative, Reaktionäre und Homophobe“ nicht nur mit einer Online-Petition mittlerweile Sturm laufen.

Der Paragraph 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, wurde 1994 aufgehoben. Der Gesetzgeber hat es dafür heute so eingerichtet, dass Eltern, die ihre Kinder homosexuellen Handlungen in der Schule entziehen, mit Haft oder Sorgerechtsentzug bestraft werden. Hierfür gibt es bereits zahlreiche Beispiele. Die Welt ist auf den Kopf gestellt. Was heute über „Gender Mainstreaming als Querschnittsaufgabe der Gesellschaft“ in diese eingeprägt wird, setzt auf die Leidenschaft von Beziehungsgestörten, Psychopathen, Maßlosen und anderen Desorientierten. Es werden ihnen die gesetzlichen Brecheisen in die Hand gedrückt, um den Kreis künftiger Intimpartner mit Gewalt auszudehnen. Wer sich dem Werk der Verunsicherung und Zerstörung widersetzt, wird heute durch „Antidiskriminierungsgesetze“ kriminalisiert und in Schach gehalten. Es geht um Macht und satanische Befriedigung. Mephisto ist der Hölle entstiegen und wandelt diabolisch feixend mitten unter uns.

Internet

Die unglaubliche Broschüre der Bildungsgewerkschaft GEW


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