21. Januar 2014

LSBTTI-Propaganda Der Bürgerkrieg gegen die Familien

Spätestens bei den Kindern hört der Spaß auf

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Seitdem die Französische Revolution den Dritten Stand als dringend zu emanzipierende (bzw. im Falle eigener Unwilligkeit auch zu massakrierende) Großgruppe entdeckte, hat die Linke die Welt bekanntlich mit immer neuen Emanzipationskollektiven beschenkt, beglückt, bezirzt gar, neuerdings mit den Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexuellen, den sogenannten LSBTTI-Menschen, und kein Ende ist ab- bzw. einzusehen, denn noch harren erwartungsfroh all die Queeren, Sodomiten, Sadomasochisten, Verwandtenpenetrierer, Selbstlecker, Amelotatisten (Amputiertenliebhaber), die Kopro-, Nekro-, Gerontophilen und gemäßigten Päderasten ihrer engagierten Mitwirkung am gesellschaftlichen Gleichstellungswerk. Wozu vordringlich sämtliche sexuellen Holzwege zu Fahrspuren der Hauptstraße erklärt und Menschen, die nicht wissen, ob sie Onkel oder Tante sind, nicht länger als geistig oder seelisch gestört abqualifiziert, sondern als Pioniere der Emanzipation hofiert und von den sozialistischen Medienschaffenden wohlwollend porträtiert werden müssen. „In der paradiesischen Zukunft fortschrittlicher Träume schwingt die Erdkugel im Rhythmus allgemeiner Kopulation“, notierte Don Nicolás.

Man könnte jetzt mit Fontane fragen: Was soll der Unsinn? Aber der unterleibszentrierte Spaß hört auf, wo Kinder ins Spiel kommen. In Baden-Württemberg will das regierende rotgrüne Ressentiment tatsächlich die sogepredigte „sexuelle Vielfalt“ als neue Norm (nicht Normalität) gegen die bislang waltende, diskriminierende Heteronormativität und Familientraditionalität bis in die Unterstufenlehrpläne hinein durchsetzen, auf dass die Kleinen lernen, wer wen im Dienste von Aufklärung, Chancengleichheit und Selbstverwirklichung an welchen Stellen lecken muss, wogegen sich jetzt der Widerstand wackerer Württemberger mehr als nur regt, weil es ja ihre durchweg minderjährigen und überwiegend im präsexuellen Alter stehenden Kinder sind, die in diese Gegenwelt gedanklich hinabsteigen und dort die Freakshows und Darkrooms durchwandern sollen, ohne wenigstens nach Beatrice zu suchen, und ihr Einfühlungsvermögen in die Praktiken von LSBTTI-Menschen am Ende gar noch benotet wird.

Die ursprünglichen Gründe für solche Kampagnen können Nostalgiker u.a. in Wilhelm Reichs Opus akzidentium „Die sexuelle Revolution“ nachlesen. Bekanntlich verwechselt die Linke gern Freiheit und Gleichheit, und nichts macht die Menschen gleicher als die Sexualität (Reich glaubte noch: freier, aber das ist erstens ohnehin Quatsch und zweitens seinen Nachfolgern völlig egal geworden, die Gleichheit genügt ihnen vollauf). Wenig nimmt den Menschen außerdem in einem solchen Maße die Würde wie das öffentliche Zurschaustellen ihrer Sexualität – der Christopher Street Day erteilt alljährlich eine Lektion darin –, aber die Würde gehört ja ebenfalls zu den Hindernissen des Fortschritts. Dass solche staatlichen Eingriffe ins Allerprivateste wie in Baden-Württemberg immer zugleich Angriffe auf die Familien sind, ist ohnehin klar, und allein deswegen kann der Protest dagegen gar nicht entschieden genug ausfallen. Die LSBTTI-Propaganda ist nichts weniger als Minderheitenschutz; es handelt sich im Gegenteil um eine der inzwischen zahlreichen quasi molekularen Bürgerkriegserklärungen an die Mehrheit (und zwar unter Indienstnahme einer Minderheit, die selber gar nicht erst gefragt und nur von ein paar linken Aktivisten „vertreten“ wird), was diese Mehrheit endlich begreifen sollte, statt sich in falsch verstandener Toleranz an die Pranger der Intoleranten zerren zu lassen. Deren Taktik ist ja stets dieselbe, ob nun bei den geforderten Homsexuellen-Selbstbloßstellungen im Fußball oder der Durchsexung diverser Unterrichtsfächer im Ländle: Die Mehrheit wird mit Zumutungen behelligt, ein paar Trolle reagieren über, ihre Äußerungen werden in den Medien wie Skalpe präsentiert und mit geheuchelter Erschütterung beplärrt, denn sie sollen beweisen, dass die Homo-, Trans-, Xeno-, Gyno- und weiß der Geier welche weitere Phobie aus der sogebellten Mitte der Gesellschaft kommen, auf dass munter weiter die aus der geschmähten Gesellschaftsmitte sprudelnden Steuergelder in die Taschen derer fließen mögen, die sie beschimpfen, bekämpfen, ihnen ihre devianten sexuellen Gepflogenheiten präsentieren, und das alles im Namen der Toleranz. Das Perpetuum mobile existiert also doch!

Nebenbei: Es ist bemerkenswert, wie präzise Aldous Huxley in seiner Dystopie „Brave New World“ das alles vorausgeahnt hat, nicht nur die totale Entkopplung von Sex und Fortpflanzung, das Ende von Liebe, Familie und fester Partnerschaft, die „pneumatischen“ Körperformen der Alpha-Frauen und das kollektive Roboterglück durch Sex, Soma und Arbeit, sondern eben auch die Frühsexualisierung der Kinderseele – am Beginn des dritten Kapitels lesen wir: „Naked in the warm June sunshine, six or seven hundred little boys and girls were running with shrill yells over the lawns, or playing ball games, or squatting silently in twos and threes among the flowering shrubs. (...) Two children, a little boy of about seven and a little girl who might have been a year older, were playing, very gravely and with all the focussed attention of scientists intent on a labour of discovery, a rudimentary sexual game.“ Und der Direktor, der gerade eine Studentengruppe durch sein Reich führt, kommentiert: „Charming, charming!“

Allerdings besitzen weder die rotgrünen Schulstoffergänzungen noch brachialrespektable Selbstoffenbarungen vom Schlage Hitzlspergers irgendeine Relevanz für die Zukunft dieses Landes; es handelt sich im Gegenteil um spätluxuriöse Sumpfblüten einer entnervten und unfruchtbaren, aber für die reizvollen Seiten der Dekadenz unbegabten Gesellschaft, deren egalitäre Aktivisten und emanzipatorische Lautsprecher vielleicht tatsächlich glauben, dem Fortschritt der Menschheit zu folgen (so wie es manche Sowjetkommunisten ja auch taten, bis ihnen die Rechnung präsentiert wurde), wobei sich hinter ihren schienenwölfischen Abräum- und Einebnungsbestrebungen zugleich auch, bewusst oder viertelbewusst, die Lust von Nachkommens- und Traditionslosen auf ein letztes wärmendes Freudenfeuer verbergen dürfte. Was nun diejenigen angeht, die tatsächlich meinen, sie beförderten mit ihren Obszönitäten den zivilisatorischen Progress, und die gar nicht verstehen, worüber ich hier schreibe: Das einzige, was mich an einer Minderheit interessiert, ist ihr mutmaßliches Verhalten im Bürgerkrieg. Sollte es eines Tages soweit kommen, würden unsere LSBTTI-Menschen übrigens bemerken, dass die Frontverläufe doch ganz andere sind, als sie dachten, und wie gering ihre Kampfkraft im tatsächlichen Konfliktfall, ohne das Gepampertwerden von Politik und Medien, ist. Ein französischer Bekannter, der selbst noch in Algerien dabei war und das heutige Frankreich für verloren hält, bemerkte, so unerträglich die allgemeine Erosion und der inzwischen das große Wort führende Menschentypus auch seien, möge die Verwesung sich lange hinziehen, denn ein Bürgerkrieg sei so unendlich viel schlimmer, dass wir uns nach den Zeiten des bloßen Niedergangs zurücksehnen würden. – Was nicht heißt, dass man den Abräumern und Beförderern des Verfalls nicht doch bei jeder Gelegenheit auf die klebrigen Finger hauen sollte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Acta diurna.


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