16. Dezember 2013

Bitcoins Echte Alternative oder „Kontrollierte Opposition“ aus der Puppenkiste der Wall Street, CIA und NSA?

Es bleibt spannend...

Die EZB möchte die Cyber-Währung „Bitcoins“ stärker beäugen und schließt dabei auch schärfere Maßnahmen gegen das System nicht aus. Im „Wall Street Journal“ hieß es dazu: „Die Europäische Zentralbank (EZB) will ein schärferes Vorgehen gegen Bitcoins nicht ausschließen. Der für Marktoperationen und Marktinfrastruktur zuständige EZB-Direktor Benoît Cœuré sagte im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten, die EZB betrachte Bitcoins derzeit nicht als Währung – das könne sich allerdings ändern. ‚Wir sehen Bitcoins nicht primär als Währung‘, sagte Cœuré wörtlich. Vielmehr betrachte man sie als eine Art Rohstoffinvestition. Allerdings müsse man Bitcoins angesichts des Innovationstempos und des Tempos, mit dem sich diese Märkte entwickeln, genau beobachten. ‚Wir könnten unsere Meinung ändern, und wir stehen im Meinungsaustausch mit anderen Zentralbanken‘, fügte er hinzu.“ Natürlich wirft man ein Auge darauf. Marktorientierte Alternativen zum Holopapier-Zwangskonfetti, die sich auch noch entwickeln? Innovationen gar? Also bitte. Selbstverständlich muss man sich da „austauschen“. Man kann davon ausgehen, daß die Fed 2.0 (EZB) dabei sicher auch hochinteressante Telefonate mit der City of London sowie New York führte. Garantiert. Jetzt juckt es mich enorm, die NSA nach den Gesprächsmitschnitten zu fragen.

Gleich der nächste Absatz im Artikel des „WSJ“ entblättert dann auch das Kernmotiv und dürfte Kennern unseres Geldsystems eine deftige Zwerchfellähmung bescheren – noch mehr Realsatire geht wirklich nicht: „Regierungen und Zentralbanken stehen Bitcoins mit Skepsis gegenüber. Wenn sich Bitcoins auf breiter Basis durchsetzen, würde der Einfluss von Staaten und Notenbanken auf die Geldwertstabilität erheblich geschwächt.“ Solches Neusprech schreit wieder nach Dekodierung, daher sogleich die Übersetzung, bitte sehr: „Welt-Kopfstand befürchtet Rückfall auf Füße.“ Vor allem: Welche Regierungen und Zentral- beziehungsweise Notenbanken sind gemeint? Die japanischen? Amerikanischen? Französischen? Italienischen? Spanischen? Ich meine, wenn ein geldpolitischer Zentralwurm wie der im „Big Apple“, der seit seiner Einnistung circa 97 Prozent des Apfels aufzehrte, sich für eine ergiebigere Ernte doch als ungeeignet erweist, wie kann man da noch von „Stabilisierung“ des Apfelbaums sprechen? Oder stellen Sie sich vor, ein Mediziner würde Ihnen erklären, ihr Knochenkrebs hätte nachhaltig positive Effekte auf ihre gesamte Skelettstruktur. Staaten und Zentralbanken. Arsène Lupin und Professor Moriarty. Der Gollum und sein Meister, Sauron, kümmern sich liebevoll um die strukturelle Integrität ihres Ringes. Mein Schatzzzzzzzzz ...

So einfach könnte die Erklärung sein. Vergessen wir jetzt aber mal obige Ausführungen und fragen uns, ob eventuell doch mehr dahintersteckt.

Denn vor einigen Tagen versetzten Meldungen einiger Nachrichtenmagazine und Blogs in den alternativen Medien die Bitcoin-Gemeinde in Aufruhr, denen zufolge bereits im  Mai 1999 eine der berüchtigtsten Wall-Street-Banken, deren Namen nur zu erwähnen nicht nur bei Wirtschaftshistorikern Unwohlsein auslöst und deren Werdegang eng gekoppelt ist an zahlreiche dubiose bis kriminelle Praktiken und fatale historische Ereignisse durch das gesamte 20. Jahrhundert, ein Patent angemeldet haben soll für eine „computerbasierte Währung, die anonymen Zahlungsverkehr ermöglicht.“ Die Architektur dieses Systems soll verblüffende Ähnlichkeiten mit den heutigen Bitcoins haben.

Als wäre das noch nicht genug, behauptete im Juni 2013 ein Blogger namens Anthony Migchels, es sei ein bereits 1996 verfasstes Dokument ausgerechnet der im Volk äußerst beliebten GSA, „Global Stasi Agency“ (Tarnbegriff: „National“, NSA) aufgetaucht, in dem für die nahe Zukunft das Erscheinen  einer „Cyber-Kryptowährung“ vorhergesagt wurde. Auch die im GSA-Dokument vorgestellte Struktur, so behauptete Migchels, weise schier unheimliche Ähnlichkeiten mit dem heutigen Bitcoin-System auf. Für diese Informationen scheint es aber noch keine sattelfeste Bestätigung zu geben.

Eines ist jedoch sicher und bereits hieb- und stichfest nachgewiesen: Bitcoin-Entwickler präsentierten schon 2011 ihre Ideen im Hauptquartier der CIA in Langley, Virginia. Es gibt Verbindungen zu einer Firma namens „In-Q-Tel“, einer „Strohfirma“ der CIA zur finanziellen Förderung neuer Technologien, die angeblich auch Google und Facebook in ihrer Gründungsphase massiv bezuschusst beziehungsweise unterstützt haben sollen.

Sind Bitcoins also nun eine echte Alternative oder möglicherweise nur eine Form „kontrollierter Opposition“, die von den Finanzeliten und ihren Geheimdiensten selbst auf den Weg gebracht wurde und gesteuert wird? Anthony Wile, dem Betreiber der mittlerweile leider eingestellten Website The Daily Bell gelang es, die Hintergründe der Occupy-Wall-Street-Bewegung etwas näher zu durchleuchten – Wile behauptete, niemand geringerer als George Soros habe sich dahinter verborgen. Verhält es sich mit der digitalen Währung ähnlich?

Ohne zu viel herumspekulieren zu wollen: Welchen Zwecken könnte es denn dienen, eine solche (vermeintliche?) Alternative gleich selbst einzuführen? Geht es dem eben erwähnten Prinzip der „kontrollierten Opposition“ zufolge eventuell nur darum, erstens vor dem Auftauchen echter Alternativen, die dem herrschenden Geldsystem gefährlich werden könnten, eine Scheinalternative anzubieten, die man die ganze Zeit über gut im Griff hat und beobachten kann, oder zweitens vielleicht darum, eine solche aufzubauen, um sie zu einem geschickt gewählten Zeitpunkt deftig crashen zu lassen, woraufhin man der getäuschten Öffentlichkeit erklärt: „Und die Moral der inszenierten Geschicht‘: Alternativen zu Ponzi lohnen sich nicht“? Denn Bitcoins gelten gerade in libertären Kreisen als „Silberstreif“ am Horizont, als Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das gesteuerte Geldsystem der NWO-„Globalkybernetiker“. Ein Scheitern ließe sich also gut verkaufen als „Nachweis“ der „unrealistischen“ Forderungen des Libertariats nach marktorientierten Geldsystemen.

Es bleibt spannend...


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