20. November 2013

Agenda Austria Ein wahrer Lichtblick

Eine Denkfabrik auf dem Boden der Österreichischen Schule

Selten erweist sich ein Licht am Ende des Tunnels als etwas Positives. Besonders in den Niederungen Kakaniens stellt sich ein vermeintlicher Lichtblick im Dunkel so gut wie immer als das Stirnlicht eines entgegenkommenden D-Zugs heraus. Umso erfreulicher, wenn es eine Ausnahme von der Regel zu vermelden gibt, wonach in der Alpenrepublik Neuerungen oder Veränderungen stets eine Verschlechterung gegenüber dem ohnehin bereits miserablen Status quo bedeuten (oder ist Ihnen ein Gegenbeispiel bekannt?).

Eine diese Regel bestätigende Ausnahme bildet die Gründung einer Denkfabrik namens „Agenda Austria“, die vom vormaligen Chef des Wirtschaftsressorts der Wiener Tageszeitung „Die Presse“, Franz Schellhorn, geführt wird. Ausschließlich mit privaten Geldern finanziert, versteht sie sich als – Zitat von der Homepage: „…der erste von Staat, Parteien, Kammern und Interessenverbänden unabhängige Thinktank Österreichs. Gegründet mit dem Ziel, dieses Land in gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.“ Und noch etwas deutlicher: „Die Agenda Austria arbeitet ergebnisoffen und orientiert sich an marktwirtschaftlichen Lösungen.“

Damit ist in zweierlei Hinsicht etwas für Österreich geradezu Unfassbares geschehen: Zum einen, eine von parteipolitischen Einflüssen völlig freie Ideenschmiede zu schaffen, und zum anderen, marktorientierte Lösungen für die täglich größer werdenden Probleme unserer Zeit anzubieten. In einem Land, in dem sogar die mit Zwangsabgaben finanzierte Vertretung der Wirtschaftstreibenden lupenrein sozialdemokratisch aufgestellt ist, in einem von erschreckender Obrigkeitshörigkeit geprägten, durch und durch politisierten Beamtenstaat, ist das keine Kleinigkeit.

Schon die ersten in schriftlicher Form vorliegenden Lebenszeichen der Agenda Austria bieten Anlass zu großen Erwartungen: Eine Publikation zur Frage der listig als Frühpensionierung oder Umschulung getarnten Arbeitslosigkeit im Lande und eine weitere mit dem Titel „Handbuch zur intellektuellen Selbstverteidigung“, in dem mit besonders hierzulande so überaus liebevoll gepflegten sozialistischen Mythen zu Fragen der Wirtschaft kurz, bündig und in einer auch dem in Wirtschaftsfragen unterernährten Zeitgenossen verständlichen Sprache aufgeräumt. Die Mitarbeiter der Denkfabrik stehen bei ihren Analysen fest auf dem Boden der „Österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre“ – beinahe ein Alleinstellungsmerkmal.

Auch von der Agenda Austria ausgerichtete oder unterstützte Veranstaltungen, wie etwa jene vom 14.11. zur Frage der Zukunft der eben auszuhandelnden „großen“ Koalition aus SPÖ und ÖVP (Nikolaus Kowall debattierte mit Franz Schellhorn), tragen dazu bei, der bislang jeden unabhängigen Gedanken abtötenden unkritischen Parteienbindung und der jede Entwicklung zum Positiven lähmenden allgegenwärtigen Sozialpartnerschaft einen Kontrapunkt entgegenzusetzen.

Nicht nur Leistungsträger und Nettosteuerzahler werden von der Arbeit der Agenda Austria profitieren, sondern am Ende alle, die zunehmend genug davon haben, sich mit Haut und Haaren dem allmächtigen Staat und dessen Symbionten auszuliefern. Denn, wie Altmeister Hayek einst feststellte: Freiheit steht nicht im Dienste irgendeiner Sache, sondern ist ein Wert an sich.

Link:

Agenda Austria


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