27. September 2013

Energiewende Earth Hour unerwartet

Was kostet ein Stromausfall?

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der nahezu ungebremste Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energieträger im Kontext eines technisch und ökonomisch völlig überforderten Stromnetzes zum Risiko für die Versorgungssicherheit in Deutschland und zunehmend auch bei unseren europäischen Nachbarn wird. Doch was bedeutet der Zusammenbruch des Stromnetzes und das Aussetzen der Stromversorgung für ein Industrieland wie Deutschland, indem kein Lebensbereich mehr ohne Elektrizitätsversorgung direkt oder indirekt auskommt? Beschränkt sich ein Stromausfall auf die Kerzenscheinromantik der von den Umweltschützern propagierten Earth Hour oder wird es richtig teuer, wenn plötzlich und unerwartet die Lichter ausgehen, Motoren stehen bleiben und empfindliche Elektronik ihren Geist aushaucht?

Die Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Simon Piaszeck, Lars Wenzel und André Wolf vom HWWI haben sich in einer Studie daran gewagt die Kosten eines Stromausfalls anhand empirischer Daten zu schätzen. Ihre Ergebnisse sind ganz sicher nicht in Kerzen aufzuwiegen. Knapp 15 Millionen Euro kostet eine Stunde ohne Strom in Berlin im Durchschnitt und sogar 22 Millionen Euro, wenn es die Berliner um die Mittagszeit treffen würde. Münchener Bürger würde eine Stunde Finsternis durchschnittlich mit gut zehn Millionen Euro belasten, was immerhin rund zehn Euro pro Kopf bedeuten würde.

Kein Pappenstiel also, den uns die Energiewende beschert hat. Dank ihr ist aus dem Ausrufezeichen hinter dem Begriff Energieversorgungssicherheit noch zu Beginn des letzten Jahrzehnts innerhalb weniger Jahre ein dickes Fragezeichen geworden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Liberalen Instituts.

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