28. Juni 2013

Das neue Familienbild macht’s möglich EKD plant erstes evangelisches Bordell

„Fair-Trade-Siegel“ angestrebt

Hangover (depp); Nachdem das neue Familienbild der EKD (Evangelischen Kirche Deutschlands) „von allen gesellschaftlich relevanten Gruppen begrüßt wurde“, wie der EKD-Ratvorsitzende Nichtsolaut Schreier betonte, „wollen wir einen Schritt weitergehen Richtung Modernisierung“.

Bordellbesuch ethisch verantworten

Weg von der Stigmatisierung einer gesellschaftlich etablierten Verhaltensweise, so der Tenor aus der Spitze der EKD. Wenn der Kunde eines Bordells „auf Dauer“ bereit ist, „Verantwortung“ zu übernehmen, sollte er nicht weiter gesellschaftlich ausgegrenzt werden. „Nach unserem theologischen Verständnis“, verpflichtet sich der Kunde „für die Dauer“ von mindestens einer Stunde das Bordell zu besuchen, um einen zu flüchtigen Eindruck zu vermeiden, so die EKD. Die „hohe moralische Verantwortung des evangelischen Freiers“ kommt nach Meinung der EKD dadurch zum Ausdruck, dass er bei seinem Besuch maximal mit drei Frauen sexuellen Kontakt hat. „Die 3 ist eine heilige Zahl“, wie Präses Schreier betont.

Mindestlohn garantiert

Außerdem sollen die Sexdienstleisterinnen  – den Begriff „Hure“ lehne die EKD entschieden als „diskriminierend“ ab – deutlich über dem ortsüblichen Marktpreis bezahlt werden. „Wir streben einen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde an“, so ein Sprecher der EKD. Deswegen soll für das neue evangelische Bordell auch zügig das „Fair-Trade-Siegel“ beantragt werden. Ihr neues Bordell, das direkt neben dem Kirchenamt in Hangover geplant ist, sieht die EKD als Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Denn in ihrem Bordell sollen „nur einheimische Frauen“ zum Einsatz kommen, so Präses der Synode und Spitzenkandidatin der Partei „Die Grölen“ Karin Göring-Hermann.

Klimaneutral

Die EKD betonte, dass das erste evangelische Bordell Deutschlands (EEBD) ein Vorzeigeprojekt sein wird. Es wird das erste CO2-freie und klimaneutrale Bordell Deutschlands. „Damit übernehmen wir auch in dieser Branche eine Vorreiterrolle“, so die EKD weiter.

Öko-Kondome ein Geschenk Gottes

„Evangelischer Sex ist ökologischer Sex“, so die Beauftragte für das „Luder-Jubiläum 2017“ Marga Käsemann. In dem evangelischen Bordell würden selbstverständlich nur ökologische und zu 100 Prozent recyclefähige Kondome verwendet. „Öko-Kondome sind ein Geschenk Gottes“, so Frau Käsemann.

Kritik aus den eigenen Reihen

Kritik an dem Bordell wurde indes aus den eigenen Reihen laut. Ein Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinrand (EKiRR) zeigte sich enttäuscht, dass angesichts der Synodalbeschlüsse nicht sichergestellt sei, dass keine israelischen Kondome dort verwendet werden. „Wir wollen uns nicht an einem Unterdrückersystem beteiligen und auf diese Weise der israelischen Regierung Devisen zukommen lassen“. Die EKD-Spitze sagte mittlerweile eine Überprüfung der Kondombestellungen zu.

Sonntagsschutz gewährleisten und Homosexuelle nicht diskriminieren

Um den Sonntagsschutz der Arbeitnehmerinnen zu gewährleisten, wird das erste evangelische Bordell sonntags von 6.00 bis 22.00 Uhr geschlossen sein.  Am Ende der Pressekonferenz teilte Frau Göring-Hermann mit, dass es Überlegungen gebe, auch ein paar Zimmer für homosexuelle Prostituierte zu reservieren. Es dürfe nicht sein, dass „Homosexuelle in irgendeiner Form in kirchlichen Einrichtungen benachteiligt werden.“

Als erste prominente Politikerin signalisierte Gaudia Roth (Die Grölen) ihre Zustimmung zu diesem „emanzipatorischen Projekt.“ Wie zu hören war, fiebert die EKD-Spitze der Eröffnung des Bordells mit Freude entgegen. Um dieses zukunftsweisende Projekt theologisch zu begleiten, kündigte die EKD eine theologische Orientierungshilfe für Bordellbesucher für 2014 an.


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Thomas Wilhelm Kretzschmar

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