18. Juni 2013

ef 134 Editorial

Rote Gendertanten und grüne Sexonkel

Die Gesinnungsgenossen in den Schreibstuben und Sendeanstalten haben ganze Arbeit geleistet: Wer heute „Kindesmissbrauch“ hört, denkt an katholische Geistliche. Diese Fassade bekommt nun Risse. Dahinter sieht man schemenhaft die Bärte der 68er, einen nicht mehr stets grinsenden Daniel Cohn-Bendit, offen Pädophile auf Grünen-Parteitagen und Heerscharen von auf Schüler und Kleinkinder losgelassene Sexualpädagogen mit Sexköfferchen in der Hand hervorlugen. Anders als bei der katholischen Kirche gehört bei Linken und Grünen die Frühsexualisierung der Kleinsten nämlich zum Programm. Anders als bei den schwersten kirchlichen Sünden haben wir es hier mit Überzeugungstätern zu tun. Oder mit den Worten des langjährigen Grünen-Spitzenpolitikers, Ex-Spontis und Pariser Alt-68ers Cohn-Bendit: „Die Sexualität eines Kindes ist etwas Phantastisches. Wenn ein kleines fünfjähriges Mädchen beginnt, Sie auszuziehen: Es ist großartig, weil es ein Spiel ist. Ein wahnsinnig erotisches Spiel.“

Es ist, als hätten wir der kleinen Biene im Garten mit Insektenspray nachgestellt, weil sie auch mal stechen könnte, während ein Schwarm von Killerhornissen sich im Haus eingerichtet hat. Der Kindersex war bereits bei Marx und Engels angelegt, der Weg führte über „freie Assoziation“ und „freie Liebe“ zur Zerstörung von Privateigentum, Familie, Tradition, Religion und allem anderen, das Menschen Halt gibt vor dem Exzess gegen andere und sich selbst: „Macht kaputt, was Euch kaputt macht!“

Viele Medien haben nun eine letzte Haltelinie vor der überfälligen Aufklärung über das Erbe der 68er gefunden: die Historisierung des Problems. So haben auch die Grünen ein Forschungsprojekt eingesetzt, das sich ein wenig mit Vergangenheit herumschlagen soll, während die von ihren Bildungspolitikern bestallten Gendertanten und Sexonkels auf Kleine und Kleinste losgelassen werden – unter dem Schutz staatlicher Bildungseinrichtungen und der Schulpflicht. Um den Kern der Sache zu benennen: Kaum eine liebende Mutter und kaum ein liebender Vater würde diesseits eines solchen Zwangsmonopols auf dem freien Bildungsmarkt sein Kind solchen besessenen Ideologen anvertrauen, geschweige denn noch dafür zahlen.

Für Daniel Cohn-Bendit, heute 68 Jahre alt, gilt die persönliche Unschuldsvermutung, die Dany le Rouge und seinesgleichen bei ihren Eltern niemals gelten ließen. Ausgerechnet die zu spät geborenen heroischen Hitler-Bewältiger wollen sich nun herausreden mit einem „Damals war das eben so, wir waren ja nur Kinder unserer Zeit.“ Die verdächtig häufig selbst keine Kinder haben, wie überhaupt fast alle führenden Vertreter der politischen Klasse. Ist Ihnen aufgefallen, dass jeder in der Parteispitze der Alternative für Deutschland drei, vier oder fünf Kinder und eine intakte Familie hat? Welch ein Unterschied zu Angela Merkel, Guido Westerwelle und Joachim Gauck, von Piraten, Linken und Grünen ganz zu schweigen. Auch das gehört zur Hinterlassenschaft der 68er.

Noch einmal schönen diese ihre Bilanz. Doch sie ahnen, dass die endgültige Abrechnung ansteht. Und die betrifft nicht nur ihr seltsames Verhältnis zu Kindern. In einem „Spiegel“-Interview über seine umstrittenen Äußerungen und die Reaktionen darauf wurde Cohn-Bendit vorgehalten: „Sie waren in Ihrer großen Zeit auch nicht gerade zimperlich.“ Worauf er antwortete: „Das stimmt. Die Härte, die wir an den Tag gelegt haben, kommt jetzt spiegelbildlich zurück. Deswegen sage ich mir auch: nicht jammern. Irgendwann werde ich sterben, und dann wird an meinem Grab stehen: Er war ein toller Typ, aber auf Seite 143 des ‚Großen Basar’ hat er etwas ganz Schlimmes geschrieben. Da ich kein Grab haben, sondern an die Luft verfüttert werde, macht das auch nichts.“ Die Antwort ist aus einem zweiten Grund sehr interessant: Ohne danach gefragt zu werden spricht der alternde Revoluzzer plötzlich vom Tod, der für ihn endgültig ins Nichts führt, weil nichts ihm heilig war. Eine sehr traurige Bilanz.

Und Ansporn, es besser zu machen, wenn wir mit den Aufräumarbeiten beginnen, nachdem wir die von den 68ern hinterlassenen Versäumnisse, Schulden und Schäden gebührend ausgeleuchtet haben. Also: Abtreten, alter Mann! Der Freiheit eine Stimme.

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 24. Juni erscheinenden Juli-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 134


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