13. März 2013

Daniel S. Ärzte geben jede Hoffnung auf

Opfer des Schläger-Mobs wollte nur schlichten

Am vergangenen Sonntag wurde der Lackierer Daniel S. von sechs türkischstämmigen jungen Männern in Kirchweyhe bei Bremen zu Tode geprügelt. Eine Reanimation gelang den Ersthelfern zwar am Tatort. Daniel S. lag anschließend viele Stunden im Koma. Heute jedoch werden die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet.

Freunde Daniels berichteten gegenüber Lokaljournalisten den Tathergang: „Bekannte hatten einen Bus gemietet, der uns gegen vier Uhr von der Disco ,Fun Factory‘ in Wildeshausen zur Diskothek ,Maddox‘ nach Kirchweyhe fuhr. Jeder zahlte zehn Euro. Weil der Bus nicht voll war, nahmen wir fünf Türken mit.“ Unterwegs kam es dann zu einem Streit mit den Mitfahrern. „Die fünf waren betrunken, pöbelten uns an. Einige Freunde gingen dazwischen. Daniel wollte schlichten. Es entstand ein riesiges Geschubse und Gebrüll. Dann bekam ich mit, wie die Türken mit ihren Handys Verstärkung riefen. Sie bestellten weitere Freunde zum Bahnhof, um uns in Empfang zu nehmen.“ 200 Meter vor der Disco „Maddox“ hielt der Bus am Bahnhof. „Dort wartete schon eine Horde Türken auf uns. Daniel wollte sie beruhigen. Als die Tür auf ging, ging er als erster raus. Sie fielen sofort über ihn her, traten immer wieder auf seinen Kopf ein.“ Staatsanwalt Lutz Gäbel beschreibt den Tathergang folgendermaßen: „Der Haupttäter Cihan A. hat Daniel S. heftig in den Oberkörper getreten. Danach ist dieser gegen einen Linienbus geschleudert und mit dem Kopf auf dem Straßenpflaster aufgeschlagen. Dann soll er noch weiter auf das bereits regungslos am Boden liegende Opfer eingetreten haben.“

Für den Haupttäter Cihan A.  beantragte die Staatsanwaltschaft gestern Haftbefehl. Coskun A., Shadid A. und drei Komplizen sind wieder auf freiem Fuß. Daniels Zwillingsbruder Christian gab Einblick in die heutige Situation: „Mama sitzt auf der Intensivstation an seinem Bett, bleibt bis zu seinem Tod bei ihm. Die Ärzte sagen, die Täter haben sein Gehirn völlig zerstört. Dabei wollte Daniel doch nur einen Streit schlichten.“


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