Axel B.C. Krauss

Axel B.C. Krauss, Jahrgang 1968, ist freier Journalist und lebt in Berlin.

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Amoklauf und Waffenkauf: Einfache Fragen eines besorgten Bürgers

von Axel B.C. Krauss

Bitte um Aufklärung!

17. Dezember 2012

Dies ist kein verzweifelter Versuch, Bluttaten wie diejenige in Newtown, Connecticut zu rationalisieren, um sie leichter bewältigen zu können. Ich stelle lediglich ein paar einfache Fragen in der Hoffnung, von gewieften Psychologen, Soziologen und Kriminologen darauf eventuell einige wenigstens ansatzweise nachvollziehbare Antworten zu erhalten. Ich hoffe, sie wirken nicht allzu pietätlos.

Erstens: Warum entwickelten Amokläufer in den USA in den letzten paar Jahren eine aus meiner Sicht erstaunliche Vorliebe für Schulen? Was haben Klassenzimmer, Flure und Pausenhöfe öffentlicher Bildungseinrichtungen bloß an sich, dass sie vermehrt zum Ziel solcher Todesschützen werden?

Zweitens: Wieso legen Amokläufer neuerdings so gerne schusssichere Westen an und setzen Gesichtsmasken auf? Falls ich mich irre und es unter im Affekt handelnden Mördern schon immer Usus gewesen sein sollte, einem bestimmten Dresscode zu folgen, mögen mich auf diesem Gebiet kundige Historiker bitte korrigieren.

Drittens: Warum – um beim aktuellen Fall Adam Lanzas zu bleiben – wurde in US-Medien so viel Wert auf die Erwähnung gelegt, die Mutter des Täters habe an einen ökonomischen Kollaps geglaubt und sich mit Essensvorräten eingedeckt? Welche Schlüsse soll ich daraus ziehen? Dass Menschen, die sich auf etwaige Notfallsituationen vorbereiten, psychisch labil oder irgendwie „verdächtig“ sind? Oder gar nur Amokläufer in die Welt setzen? Ergo eine Bedrohung für die Zivilgesellschaft sind?

Viertens: Warum wurde außerdem (wieder einmal) stark betont, die Tatwaffen seien legal erworben worden? Könnte – zugegebenermaßen eine sehr kühne Vermutung – eventuell ein Zusammenhang bestehen zu Bestrebungen, die Bürger durch eine drastische Verschärfung der Waffengesetze möglichst vollständig zu entwaffnen, damit der in den USA momentan entstehende Polizeistaat leichteres Spiel hat?

Fünftens: Hat man auf höchster politischer Ebene womöglich Angst, im Falle eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs könnten die Bürger sich gegen zunehmend repressive Maßnahmen des Staates wie zum Beispiel fortschreitende Einschränkungen ihrer Rechte, Enteignungen (wie sie im NDAA vorgesehen sind) und so weiter auch mit Waffengewalt wehren? Woraus ich die letzte Frage ableiten möchte:

Sechstens: Wenn die Mutter Adam Lanzas an ein wirtschaftliches Debakel glaubte und sich deshalb mit Essensvorräten eindeckte und Waffen erwarb, damit also, so die Suggestion, ja wohl nicht mehr alle an der Klatsche hatte, was habe ich dann von einem Staat zu halten, der seit geraumer Zeit genau dasselbe macht und sich durch den Kauf von Hohlspitzgeschossen, Essensrationen und Medikamenten massiv auf mögliche Ausschreitungen vorzubereiten scheint – nur in viel größerem Maßstab? Sollte der Rechtsgewährleister Staat etwa nicht mehr alle an der Klatsche haben? Stehen staatliche Amokläufe zu befürchten?

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