André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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ef 127: Editorial

von André F. Lichtschlag

Nicht einmal mehr die Show ist gut!

16. Oktober 2012

Wir wollen mit dem Positiven und also drei Glückwünschen an fleißige Kollegen beginnen, die im vergangenen Monat Jubiläumshefte diesseits des medialen Mittelstroms auflegten: Das liberale Magazin „Schweizer Monat“ erschien wie die liberalkonservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ in der jeweils eintausendsten Ausgabe, und die nationalkonservative Zeitschrift „Sezession“ legte ihr 50. Heft vor. Wir gratulieren René Scheu, Dieter Stein, Götz Kubitschek und ihren Mitstreitern!

Nun zum Schwerpunkt dieses Heftes: Kein Tag vergeht, an dem die hiesigen Propagandisten nicht über „neue Ungereimtheiten“ bei der „Aufklärung“ des „rechten Terrors“ berichten, so als ob dieser spürbar wütet. Tatsächlich gab es keinen rechten Terror zu der Zeit, als die Taten begangen wurden, die ihm heute zur Last gelegt werden. Denn „die Zwickauer“ waren, so wird uns nun erzählt, die ersten Terroristen der Weltgeschichte, die auf ein politisches Bekenntnis zu Lebzeiten großzügig verzichtet haben. Das nach ihrem Tod ausgerechnet in linksextremen Kreisen plötzlich aufgetauchte „Bekennervideo“ zeigt zwar Paulchen Panther, aber keine Bekenner. Es hätte jeder drehen können. Heute gibt es wieder keinen rechten Terror, dafür aber die Dauerbotschaft über ihn, zufällig zu einer Zeit, in der die politische Klasse samt ihrer jahrzehntelangen Schuldenwirtschaft vor dem Offenbarungseid steht. Hätte es den verborgenen braunen Spuk nie im Nachhinein gegeben, man hätte ihn glatt erfinden müssen. Wie praktisch auch, dass zwei der drei Terroristen tot sind, bevor sie als solche in Erscheinung traten. Die Dritte, die ganz besonders unter Verdacht steht, mit dem Verfassungsschutz im Bunde zu sein, darf beharrlich schweigen wie Verena Becker. Und so ziemlich alle staatlichen Organisationen, die in den Tatjahren in Tatnähe operierten, haben wie zufällig ganz versehentlich eine nach der anderen ihre Akten vernichtet, von denen es natürlich auch dummerweise heutzutage keine einzige elektronische Kopie gibt. Kurz: Für wie dumm hält man uns eigentlich?

Schon die Räuberpistole von der angeblichen Liquidierung Osama bin Ladens in der Nacht zum 2. Mai 2011 – ohne jeglichen Beweis und mit anschließend recht nachhaltig betriebener vermeintlicher Versenkung der Leiche an geheimer Stelle im weiten Ozean – ließ uns bitten, von Mächten und Medien doch wenigstens etwas anspruchsvoller veräppelt zu werden. Es gilt hier dasselbe wie über die Qualität der heutigen Politiker im Vergleich zu den Vorgängergenerationen: Nicht einmal mehr die Show ist gut! Die Zwickauer Legende ist so gekonnt gedreht wie der berüchtigte Mohammed-Film.

Dabei ist auch der „rechte Terror“ nur ein Aufguss des „linken Terrors“ 30 bis 40 Jahre zuvor. Auch dieser wäre, das weiß heute schon die offizielle Geschichtsschreibung, ohne staatliche Schützenhilfe – damals vorwiegend aus dem Osten – so nie möglich gewesen. Am Ende standen Rasterfahndung und Staatsbekenntnis. Ein angeblich bis 2011 noch lebender bin Laden musste Kriege legitimieren wie zuvor Saddams nie gefundene Massenvernichtungswaffen. Und abgesehen von der Ablenkung vom Verkauf unseres Landes an Banken und Eurokratie dient die NSU-Story dazu, die Gleichschaltung im „Kampf gegen rechts“ weiter voranzutreiben. Der große Fernsehzweiteiler „Der Turm“ machte jüngst noch mal deutlich, dass Denunziation in der DDR als unwürdig angesehen und daher im Verborgenen und höchst verschämt betrieben wurde. Nun aber ist man stolz darauf, „Rechte“ (die Definition ist jederzeit ausbaufähig bis hin zum entschieden Liberalen) in Dateien zu registrieren, die womöglich sogar besser abgespeichert werden als jene zur NSU-Geschichte. Die Bevölkerung wird in Baden-Württemberg unverhohlen aufgerufen, Nachbarn mit „rechtem Gedankengut“ zu melden – die Anonymität des Denunzianten wird garantiert. Derweil diskutiert Nordrhein-Westfalen den Entzug des Waffenscheins bei unbotmäßiger Gesinnung. Morgen folgt der Führerschein. Und übermorgen, wenn das Bargeld abgeschafft ist, die Kreditkarte. Das Ende vom Lied heißt Nordkorea – und wir bieten Ihnen auch dazu in diesem Heft einen schauerlichen Einblick. Hoffentlich, liebe Leser, ist dieses Szenario allzu alarmistisch und übertrieben. Hoffentlich irre ich mich! Schaden aber kann es sicher nicht, abschließend lieber einmal mehr als zu wenig den Zeigefinger zu erheben: Kein Fußbreit den politischen Ausbeutern mit und ohne Schlapphut! Mehr Freiheit!

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 22. Oktober erscheinenden November-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 127

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