Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Friedensnobelpreis: Bürokraten helfen Bürokraten

von Andreas Tögel

Ideologischer Rettungsschirm für die EU

15. Oktober 2012

Darüber, dass gerade jene (Zeit-)Genossen, die ihr Leben nicht damit vergeuden, produktive Arbeit zu leisten, über einen beachtlichen Hang zum Humor verfügen, war an dieser Stelle erst kürzlich die Rede. Nun hat das norwegische Nobelpreiskomitee mit der Vergabe des Friedenspreises für das Jahr 2012 in dieser Hinsicht den Vogel abgeschossen.

Ausgerechnet in einer Zeit, da die Eurokratie es geschafft hat, die europäischen Völker in einer Weise gegeneinander aufzubringen, wie man es seit 1945 nicht mehr erlebt hat; in einer Zeit, da in einigen Randstaaten der Gemeinschaft Unruhen an der Tagesordnung sind; in einer Zeit, da noch weit ernsthaftere Gewalttätigkeiten dräuen, die der Politik der verkommenen Gemeinschaftsbürokratie geschuldet sind – da erhält die EU den Friedensnobelpreis. Wenn das kein Witz von Monty-Pythonscher Qualität ist…

Natürlich darf man vor lauter Kopfschütteln nicht vergessen, dass die Damen und Herren des Nobelpreiskomitees auch schon in der Vergangenheit viel Sinn für schrägen Humor bewiesen haben – etwa wenn sie Kriegstreiber wie Theodore Roosevelt, Rassisten wie Desmond Tutu oder Eli Wiesel, Kriegsverbrecher wie Lê Dúc Tho, Terroristen wie Menachem Begin und Jassir Arafat und absolute Nullnummern wie Jimmy Carter oder Barack Obama geehrt haben.

Aber einer bürokratischen Organisation, die sich, wie serienweise Aussagen ihrer führenden Vertreter belegen, derart ausschließlich über Bürgerferne, Vertragsbruch und Größenwahn definiert, zu ehren, das hat schon besondere Qualität. Im Augenblick höchster Bedrängnis den Preis zu erhalten – das bedeutet, wie es der deutsche Kommentator Burkhard Müller-Ullrich ausdrückt – die Verleihung eines „ideologischen Rettungsschirms“.

Die Begründung der Norwegischen Akademie für ihre Wahl hat es in sich: Die EU habe dem Kontinent „Frieden, Aussöhnung und Demokratie gebracht“! Klar, zu einer Zeit, als es noch die EWG gab, haben Deutsche und Franzosen pausenlos aufeinander geschossen. Natürlich gab es damals auch noch weit und breit keine Demokratie. Und selbstverständlich kann erst seit der Schaffung dieses europiden Völkerkerkers von Aussöhnung die Rede sein – der letzte Staatsbesuch Frau Merkels in Griechenland hat das eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Angesichts dieser Preisvergabe wäre es nun angebracht, den Wirtschaftsnobelpreis an Stephan Schulmeister zu verleihen.

Wahrheit und Freiheit liebende Bürger der Union haben im Augenblick nicht viel zu lachen. Da kommt der zu einem verfrühten Faschingsorden verkommene Friedensnobelpreis gerade recht, um wenigstens ein wenig Heiterkeit zu verbreiten…

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