27. März 2012

Noch einmal Rentenversicherungspflicht Persönlicher Zusatz bei freundlicher Mithilfe des Onkels von der „Zeit“

Kontrolle, Zugriff und Produktsubvention für die mitgenommene Versicherungsbranche

Natürlich geht es bei der Rentenversicherungspflicht für Selbständige auch schlicht um Kontrolle. 400 Euro pro Nase jeden Monat zusätzlich im staatlichen Blick und jederzeitigem politischen Zugriffsbereich – das lohnt sich schon. Ich hatte das nur angedeutet: Gold als alternative Altersvorsorge gilt nicht. Anonym und sicher – vor Kontrolle und Beschlagnahme – gelagertes Edelmetall schon gar nicht. Der Ausnahmekolumnist Harald Martenstein hat diesen Teil der Geschichte bereits vor eineinhalb Jahren unnachahmlich schön so ausgedrückt: „Lebt in vollen Zügen. Feiert. Lasst es krachen. Ignoriert alle Vorsorge- und Anlage-Angebote!“ Jedenfalls die offiziellen. Inzwischen werden nämlich, so erklärte es ein Herr Kollege unserem Journalisten, bei der Auszahlung von Renten- oder Lebensversicherungen ein „Haufen Krankenkassenbeiträge von der Summe abgezogen“. Martenstein „fragte wieso, ich zahle doch jeden Monat für die Krankenkasse, von dem Rest, der übrig ist, spare ich was fürs Alter – wo ist da die Logik? Der Herr sagte, es sei nicht logisch, es hänge damit zusammen, dass der Staat Geld brauche. Bei seiner Suche nach Geld habe der Staat festgestellt, dass einige Menschen, auf Anraten des Staates, für ihr Alter etwas gespart hätten. Davon würde er sich jetzt ein Stück abschneiden.“ Martenstein sagte: „Als ich den Vertrag abgeschlossen habe, hat keiner was davon erzählt.“ Der Herr sagte: „Klar. Das haben die ja erst kürzlich eingeführt.“ Martenstein „sagte, man kann doch in einem laufenden Vertrag während der Laufzeit nicht die Spielregeln ändern, das ist sittenwidrig.“ Martenstein schließt: „Der Staat aber ist in seiner Geldnot so verzweifelt, dass er auf Sitten keine Rücksicht nehmen kann.“

Und Martenstein erklärt: „Wenn ich die Summe verjubelt oder versteckt hätte, statt vorzusorgen, wäre nichts abgezogen worden. Versteht ihr? Es ist Betrug. Hinter dem ganzen Vorsorge-Gerede steckt ein gigantischer Betrug. Sie wollen, dass wir unser Geld irgendwohin bringen, wo sie es unter Kontrolle haben, dort nehmen sie es uns dann ab. Riester, Rürup, Lebensversicherung, daran verdienen die Versicherungen und der Staat, für dich selbst, mein Freund, bleibt fast nichts übrig.“

Beinahe unglaublich, dass Martenstein dann ausgerechnet im Zentralorgan der deutschen Lehrerschaft und in der gezielten Ansprache der Jugend so abfährt: „Eine überdurchschnittliche Rente wird euch sowieso weggenommen, in 30 Jahren wird der Staat noch viel klammer sein als heute. Verlasst euch auf die staatliche Grundsicherung. Wenn ihr im Alter nichts habt, radikal nichts, seid endlich mal ihr auf der Gewinnerseite – der Staat gibt euch was! Kauft rechtzeitig alle Sachen, die ihr im Alter brauchen könnt und die haltbar sind, Kleidung, Möbel, Weinkeller, Cognac, Bücher, Musikanlage, das werden sie euch nicht wegnehmen, weil der Verwaltungsaufwand zu groß ist. Besorgt euch zum Obst- und Gemüseanbau einen Garten, und zwar über einen Strohmann, sonst wird das Obst von der Grundsicherung abgezogen. Spart heimlich Geld, tut es ins Kopfkissen. Dort kriegt ihr zwar keine Zinsen, aber es wird nicht versteuert, keinerlei Abzüge.“

Schließlich teilt Kolumnist Martenstein der „Zeit“-Lehrer- und Leserschaft noch folgendes mit: „Ich habe gelesen, dass allein im letzten Jahr 20 Prozent der Berufstätigen ihre Vorsorge reduziert oder gekündigt haben, es werden immer mehr. Es ist eine Massenbewegung.“

Hochgiftige Anlageprodukte, denen kaum einer mehr freiwillig vertraut, werden nun also den Selbständigen des Landes durch die von der Leyensche Ernährungssonde zwangseingeführt. Lecker!

Ich hatte auch mal eine Kapital-Lebensversicherung. Und diese bereits vor vielen Jahren und bei hohen Abzügen gekündigt. Ich war nicht der einzige, wie mir der Versicherungsvertreter bestätigt.. Ein gewichtiger Grund mehr also für die millionenfache Zwangsrentenversicherung, neben Kontrollwahn und Zugriffsgelüsten: Hier sollen Anlageformen künstlich am Leben gehalten werden, die am Markt längst gescheitert sind, die aber das schmalbrüstig gewordene Schuldenscheingeldschneeballsystem noch ein paar Monate länger zwangsbeatmen müssen. Zu viele Staatsanleihegeschädigte und Versicherungsnehmer waren weggelaufen in dem Wissen, dass diese Form der Altersvorsorge in Wirklichkeit nur den Politikern, Bürokraten, Bankern und Versicherungsvertretern im schnöden Hier und jetzt nützt. Frau von der Leyen holt die Schäflein mit der Pistole in der Hand nun alle wieder zurück.

Internet

Mehr vom großen Harald Martenstein

Die Martensteinsche Versicherungskolumne

Den Hinweis auf diese Martenstein-Kolumne erhielt ich auf der ebenfalls sehr empfehlenswerten Facebook-Seite „Das Libertariat“


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