26. Oktober 2011

Jude Martin van Crefeld von der Uni Trier entfernt Disputation an der Hochschule nicht mehr zeitgemäß

Das Land der Dichter und Denker hat abgedankt

Der anerkannte israelische Militärhistoriker Martin van Crefeld sollte in diesem Semester als Gastprofessor an der Universität Trier eine Vortragsreihe abhalten. Nach der Antrittsvorlesung wurde der Vertrag aufgrund „beiderseitiger Vorbehalte“ aufgelöst.

Was war geschehen? Wieder einmal hatten linke Studentengruppen gegen einen Professor mobil gemacht, der „frauenfeindlich, militaristisch, antiisraelisch, vulgärwissenschaftlich und methodisch primitiv“ sei. Unterzeichnet hatten die Anklage die Juso-Hochschulgruppe (SPD), die Linke Liste Hochschulgruppe, Hochschulgruppe Die Linke/SDS, die Hochschulgruppe der GEW, die Hochschulgruppe des DGB und der AStA der Universität Trier.

Nichts Ungewöhnliches also, Denunziation as usual. Wie schrieb der Quoten-Konservative unter den linken „Spiegel“-Autoren, Jan Fleischhauer, aus eigener Erfahrung in seiner Kolumne diese Woche so treffend: „Es gibt einiges, was die Anhänger der linken Glaubenswelt für sich beanspruchen können, Gelassenheit gehört nicht dazu. Tatsächlich reagieren viele ausgesprochen ungehalten auf Widerspruch. Das mag damit zusammenhängen, dass sich auch die meisten Linken am liebsten unter ihresgleichen aufhalten, allen Beschwörungen des Multikultilarismus zum Trotz.“

Der „Spiegel“ hält trotz von Fleischhauer namhaft gemachter Drohbriefe und Pöbelattacken an seinem Autor fest. Anders die Leitung der altehrwürdigen Trierer Universität. Nicht einmal zum üblichen „beiderseitigen Einvernehmen“ von Calmund und Co. im Umgang mit Fußballtrainern bei der Vertragsauflösung wollte man sich herablassen. Das gütliche „Einvernehmen“ wurde zum giftigen „Vorbehalt“ gegenüber dem Andersdenkenden an einer deutschen Universität anno 2011.

Ein Leser aus Trier machte uns auf den Vorfall aufmerksam und schrieb: „Dass die Studierendenausschüsse eine weitgehend humorfreie, linksideologische Zone darstellen, war mir schon klar. Das war auch schon zu meiner Uni-Zeit so. Neu ist allerdings, mit welcher Gnadenlosigkeit die Political Correctness und das Diktat der Gutmenschen an den Universitäten die einst heiligen Ideale von freier Lehre, Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit zersetzt. Hier kann man schön sehen, welchen Konformitätsdruck die Massenuni entfaltet. Wenn politisch unkorrekte Meinungen nicht einmal mehr an Universitäten – wohlgemerkt in einer Antrittsrede eines Gastdozenten – vertreten werden können, sehe ich schwarz für den Wissenschaftsstandort Deutschland.“

Dem ist leider nichts hinzuzufügen.

Internet

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/trier/Kurz-Frauenfeindlich-Umstrittener-Gastprofessor-muss-gehen;art777,2948633

http://www.uni-trier.de/index.php?id=21689&tx_ttnews%5Btt_news%5D=12570&tx_ttnews%5BbackPid%5D=13691&cHash=8ab089121258786b476a00f07b8fcdcc


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