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Ein vergessener Aspekt: Der Mörder war Maurervon Thomas Fink Über einen eigentümlichen Konservatismus Dass beim „Spiegel“ oder in der sonstigen MSM-Berichterstattung die Mitgliedschaft des norwegischen Massenmörders Anders Breivik in der norwegischen Freimaurerloge kein Thema ist, kann ich verstehen. Aber dass dies auch bei den Anti-Jihad-Blogs der Fall ist, das ist schon merkwürdig. Sein Status als Maurer wird bisher nur auf den Blogs traditioneller Katholiken und bei den Freimaurern selbst thematisiert. Ist diese Kuriosität nicht wenigstens eine kleine Betrachtung wert? Wäre sie nicht auch eine hervorragende Entlastungsstrategie für die nun unter Beschuss stehende Anti-Jihad-Szene? À la: „Der Typ war nicht nur bei uns zugange, sondern auch geschätztes Mitglied der ‚humanistischen Brüder’. Warum stellt man die dann nicht auch unter Generalverdacht?“ Warum fährt niemand diese Argumentation? Meine Vermutung diesbezüglich zum Schluss. Erst einmal zu Breivik: Auf einem seiner inszenierten Fotos posiert er als Freimaurer mit Schurz. Aus seinem Manifest ist weiterhin folgendes ersichtlich: Er sollte vor kurzer Zeit in den kombinierten vierten und fünften Grad der norwegischen Loge initiiert werden, was er ablehnen musste, da er schon in den Abschluss-Vorbereitungen für sein Schlachtfest steckte. Das heißt, er war Maurer dritten Grades. Nach seiner Darstellung war die Loge „leider“ unpolitisch, aber von einem christlichen und sozial konservativen Milieu geprägt, in dem er sich wohlgefühlt hat. Wie vielleicht bekannt, sind in der Maurerei die Grade 1 bis 3 äußere Grade. Wäre Breivik in den vierten und fünften Grad initiiert worden, hätte er möglicherweise bemerkt, dass die Freimaurerei doch nicht so unpolitisch ist, wie er dachte. Und dass die Wurzeln des kulturellen Marxismus und des Multikulturismus tief reichen und sich nähren aus dem progressistischen Ideenschatz der Aufklärung, welche ohne die Maurerei nicht denkbar wäre. Und welche sich übrigens auch ein „konservatives“ Mäntelchen umhängen kann. Ich glaube nicht, dass Breivik das wissen wollte. Weil: Ideen kann man nicht erschießen. Und seine dämonische Bösartigkeit brauchte Zielkoordinaten aus Fleisch und Blut. Sich selbst als einen christlichen, „aber nicht sehr religiösen Menschen“ zu sehen und die Loge für eine christliche Vereinigung zu halten; das ist nur möglich in Ländern, die vom Protestantismus seit Jahrhunderten für die Gottlosigkeit vorbereitet worden sind und in denen „christlich“ ein völlig diffuser Begriff geworden ist. Dies leitet über zu meiner Vermutung, weshalb in der Anti-Jihad-Szene so vorsichtig mit dem Thema Freimaurerei umgegangen wird: Diese Szene ist überwiegend verankert in kulturell protestantisch/puritanisch geprägten Ländern, in denen Maurer einem „kulturell konservativem“ Milieu angehören können. Der inhärent abspalterische, progressistische, antichristliche und atheistische Charakter des Protestantismus/Puritanismus/Gnostizismus und der Maurerei ist dieser Szene nicht bewusst, weil sie sonst die „konservativen“ Gründungsmythen ihrer eigenen Kultur in Frage stellen müsste. Diese Art von „Konservatismus“ trägt den Keim der modernen Attacke schon in sich und ist im besten Falle hilflos oder einfach nur zynisch. 25. Juli 2011 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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