Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Scheingeld: Zurück zur Goldwährung!

von Andreas Tögel

Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende

Am 20. Juli 2011 wurde erstmals die Preishürde von 1.600 US-Dollar pro Feinunze Gold überschritten. Auch der in Euro ausgewiesene Preis des gelben Metalls steht auf einem Rekordhoch. Nie zuvor war mehr Geld in die Hand zu nehmen, um ein Kilo des seit Urzeiten begehrten Elements zu erwerben. Die Fachleute der „Erstebank“ prognostizieren ein mittelfristiges, als „konservativ“ bezeichnetes Kursziel von 2.300,- Dollar pro Feinunze. Auch der Silberkurs befindet sich, nach einer kurzen Schwächephase, erneut im Aufwind.

Es wäre ein Irrtum, diese Entwicklung als die Folge nicht erklärbarer Aktivitäten auf den Märkten abzutun. Vielmehr handelt es sich dabei um die logische Konsequenz durchaus rationaler Überlegungen zahlreicher um die Stabilität und künftige Kaufkraft ihrer Währung besorgter Bürger. Auch dem nur am Rande an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessierten Zeitgenossen dämmert, dass eine über Jahre betriebene Politik des „leichten Geldes“ (die ebenso hemmungs- wie deckungslose Produktion von Geld und Kredit aus dem Nichts) nicht ohne Auswirkungen auf dessen Kaufkraft bleiben kann. Aus Angst vor einem explosionsartigen, generellen Preisauftrieb (einer Hyperinflation) reagieren sie mit einer Flucht in sichere Werte.

Heutzutage gilt als ausgemachte Sache, dass nur der Staat (oder eine allmächtige Bürokratie wie jene der EUdSSR) über Art und Wert unseres Geldes zu befinden hat. Die Tyrannei des Status Quo verstellt indessen den Blick auf die Tatsache, dass Geld als Tauschmittel keineswegs als Folge hoheitlichen, staatlichen Handelns entstanden ist. Geld hat nämlich schon zu Zeiten kursiert, als noch niemand wusste, was ein Staat ist. Geld ist, nach F. A. Hayek, „spontan“ entstanden – als Ergebnis einer Übereinkunft der Marktakteure – und zwar an den verschiedensten, voneinander unabhängigen Orten dieser Welt und in den unterschiedlichsten Formen. Einzige entscheidende Bedingung: Nur ein allseits nachgefragtes, begehrtes und damit verkehrsfähiges Gut hatte die Chance, Geldfunktion zu erlangen (von Eisennägeln über Hühner bis zu Biberfellen). Es kann nicht oft genug betont werden: Geld war zu keiner Zeit und an keinem Ort je die willkürliche Kreation eines Herrschers, sondern stets ein vom Markt hervorgebrachtes Phänomen – nicht das Resultat zentraler Planung, sondern Ergebnis menschlichen Handelns.

Aber auch die Geschichte staatlich produzierten Geldes weist eine durch die Jahrhunderte beobachtbare Gemeinsamkeit auf: Den fortgesetzten Betrug der Geldproduzenten an den Geldhaltern. War etwa zur Zeit des römischen Kaiserreiches die Verschlechterung der Münzqualität das Mittel der Wahl, um die Geldhalter zu übervorteilen (der Silberanteil des Denarius wurde im Laufe der Zeit um bis zu 97 Prozent reduziert, wobei das Einsammeln, Schmelzen und Neuprägen eine aufwendige Prozedur war), so stehen den nicht minder verschlagenen Machthabern von heute erheblich effizientere – und damit für die Geldhalter und Geldsparer noch weit gefährlichere Mittel zur Verfügung, um die von ihnen geschaffenen Werte in den Staatssäckel zu transferieren: Notenpresse und Kreditexpansion.

Auf dem Weg zum ungedeckten Papiergeld bedurfte es zunächst allerdings der Verdammung des Warengeldes (des Goldes, das den kursierenden Papiernoten als Deckung unterlegt war) als „archaisches“ oder „barbarisches“ Relikt.

Die „Goldfessel“ würde – so die durch nichts jemals bewiesene These der Fiat-Money-Apologeten – die Bemühungen der Regierungen um „Vollbeschäftigung“ (ein vom Gewerkschaftsfreund Maynard Keynes in die Welt gesetzter, klassenkampftauglicher Terminus) zuschanden machen. Nur die Möglichkeit zur willkürlichen Schöpfung von Geld und Kredit aus dem Nichts – mittels Investitionsstimulation – würde den demokratischen und folglich unzweifelhaft benevolenten Leviathan in die Lage versetzen, dauerhaftes Wachstum und damit Vollbeschäftigung zu schaffen. Der Wahrheitsgehalt dieser bis heute von den Sozialisten in allen Parteien dieser Welt getrommelten Botschaft ermisst sich am Besten, wenn man sich, um ein aktuelles Beispiel zu bemühen, die Lage in den USA seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 zu Gemüte führt: Die Arbeitslosigkeit dortselbst verharrt, trotz einer niemals zuvor erlebten Ausweitung der Geldmenge durch die die Zentralbank, bei rund 10 Prozent – einem seit den 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht gesehenen Rekordwert. Gleichzeitig konnte der Verfall der Immobilienpreise bis heute nicht gestoppt werden. Der vom Geldverdünner der Nation, FED-Kapo Ben Bernanke, daraus prompt gezogene Schluss: Es muss noch mehr Geld ins System gepumpt werden. Der smarte Mann, ein Experte für die Große Depression der 1930er Jahre, muss es ja wissen…

Faktum ist, und das wird jedem einleuchten, der über ein Minimum an Hausverstand verfügt (was die politische Klasse leider beinahe vollständig ausschließt): Wohlstand entsteht nicht durch das Bedrucken von Papier! Ein hoher Beschäftigungsgrad und steigende Kaufkraft setzen lediglich eines voraus: Investitionen in produktive Betriebe. Investitionen aber sind ohne vorangehende Kapitalakkumulation nicht möglich. Und Kapitalakkumulation (Sparen) ist nur in einem Umfeld sinnvoll, in dem Sparer auf die dauerhafte Werthaltigkeit ihres Geldes vertrauen können. Andernfalls landen Ersparnisse in „toten Investments“ (in nicht produktiv nutzbaren Immobilien oder Edelmetallen) oder werden verkonsumiert und sind damit endgültig perdu.

Wer die Bedeutung der Kapitalakkumulation für die Wohlstandsproduktion anzweifelt, wie das erstaunlicherweise immer wieder geschieht (selbst Karl Marx hat diesen Fehler nicht begangen!), muss erklären, auf welche Weise fortschrittliche und die Massenkaufkraft steigernde Technologien entwickelt werden sollten, wenn nicht auf Basis von Ersparnissen. Der Grund, weshalb Europa und die USA im 19. Jahrhundert einen so beeindruckenden Wohlstandsvorsprung vor dem Rest der Welt erreichen konnten, bestand maßgeblich im durch stabile Währungen (in Europa galt damals der Goldstandard) bedingten, günstigen Spar- und Investitionsklima.

F. A. Hayek forderte bereits 1976, also drei Jahre nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems, eine „Denationalisierung“ des Geldes. Geld sollte wieder das Ergebnis von Marktprozessen, nicht aber hoheitlichen Diktates sein. Denn inflationslüsternen Regierungen und deren willfährigen Agenten in den Zentralbanken die Verantwortung für die Geldproduktion zu überlassen, führt, wie wir eben erleben dürfen, geradewegs ins Desaster.

Eine mögliche Alternative zum staatlichen Schwundgeld existiert bereits seit Jahrtausenden: Echtes Geld – nämlich Gold.

22. Juli 2011

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