Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Nicht in Österreich: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

von Andreas Tögel

Doppelstandard im Polizeidienst

02. März 2011

Wissen Sie, was eine Chuzpe ist? Nun, das jiddische Wort steht für eine besonders unverschämte Art von Frechheit. Seinem Nachbarn einen Haufen vor die Tür zu setzen, anzuläuten und um Klopapier zu bitten – das zum Beispiel ist eine Chuzpe.

Abseits dieses alten Kalauers findet sich soeben ein anderes, anschauliches Beispiel in den trüben Niederungen der Innenpolitik Kakaniens. Es geht um die von den Kollektivisten in allen Parteien unhinterfragt und unwidersprochen getrommelte Behauptung, Frauen würden systematisch gegenüber männlichen Arbeitnehmern benachteiligt und müssten sich bei gleicher Leistung mit niedrigeren Löhnen zufriedengeben. Um diesem empörenden Missstand entgegenzutreten, schaltet die sozialistische Frauenministerin, Heinisch-Hosek, Hand in Hand mit der jugendlichen Nachwuchshoffnung der SPÖ, Sozialminister Hundstorfer, am 1. März 2011 in der mehr und mehr zum inoffiziellen Zentralorgan der heimischen Roten avancierenden „Kronen-Zeitung“, ein ganzseitiges Inserat, in welchem folgende Frage an die weibliche Leserschaft gerichtet wird:

„Liebe Frauen, sind Sie sicher, dass Sie bekommen, was Ihnen zusteht? Verdienen Sie für die gleiche Arbeit gleich viel wie Ihr männlicher Kollege?“

In weiterer Folge werden ArbeitnehmerInnen, die sich unangemessen, also zu niedrig entlohnt fühlen, dazu animiert, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Darauf, woher die beiden Apparatschiki die Kompetenz nehmen, festzusetzen, was wem wofür „zusteht“, ist hier ebenso wenig einzugehen wie auf die Fragwürdigkeit der Behauptung, dass es so etwas wie „gleiche Arbeit“ überhaupt geben könnte. Auch die freche Verschwendung Zehntausender Euro an Steuergeldern für Parteiwerbung in einer zunehmend SPÖ-nahen Tageszeitung ist hier nicht das Thema. Hier interessiert lediglich der amtliche Kampf gegen die angeblich ungleiche Bezahlung von Frauen bei gleicher Leistung.

Wenden wir uns nun der Lage im Bundesdienst zu und richten wir zu diesem Behufe unseren Blick auf die Rekrutierungsbemühungen der Polizei, die derzeit fieberhaft nach den Besten der Besten sucht, um ihre Reihen dichter zu schließen. Selbstverständlich setzt der Dienst im bewaffneten Apparat des Gewaltmonopolisten gewisse körperliche Fähigkeiten voraus. Nicht jeder Gesetzesverstoß kann – angetan mit schmucken Birkenstocksandalen – vom bequemen Schreibtisch aus von unsportlichen Schwachmatikern bekämpft werden. Gelegentlich macht es der Polizeialltag erforderlich, dass Sicherheitsbeamte zu physischer Gewaltanwendung schreiten. Es liegt auf der Hand, dass der Erfolg solcher Zwangsmaßnahmen in direkter Beziehung zur körperlichen Verfassung der einschreitenden Beamten stehen kann. Gewisse körperliche Mindestvoraussetzungen sind also unabdingbar.

Der Untertan darf staunend zur Kenntnis nehmen, dass es der Staat, aller „gleicher-Lohn-für-gleiche-Arbeit“-Propaganda zum Trotz, im eigenen Wirkungsbereich für angezeigt hält, deutlich unterschiedliche Aufnahmekriterien für die beiden Geschlechter festzulegen. So haben Männer etwa für die Bewältigung einer Laufstrecke von 3.000m maximal 13,42 Minuten Zeit, während man dem offensichtlich schwächeren Geschlecht dafür 18:30 Minuten einräumt. Männer müssen 21 Liegestütze schaffen, Frauen nur 12. Fazit: Männer müssen – je nach Übung – zwischen 18 und 75 Prozent höhere Leistungen abliefern als Frauen.

Nun ist schon klar, dass nicht allein körperliche Kriterien für den Erfolg polizeilicher Maßnahmen relevant sind, weshalb immerhin auch rudimentäre Kenntnisse im Lesen und Schreiben vorausgesetzt werden. Im rauhen, außendienstlichen Polizeialltag allerdings sind sie oft genug von entscheidender Bedeutung – insbesondere im Hinblick auf die wachsende Zahl zugewanderter Kulturbereicherer, die oft einen überraschenden Mangel an Respekt vor Frauen im Allgemeinen und westlichen Frauen im Besonderen an den Tag legen – sogar wenn diese Uniform tragen. Es ist – wie der Katalog von Aufnahmekriterien beweist und wie von „alten Hasen“ im Polizeidienst jederzeit bestätigt wird – eine Tatsache, dass Frauen im Polizeiaußendienst nicht dieselben Leistungen erbringen (können) wie Männer.

Den Regeln der Logik folgend ist eine Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Leistung gleichbedeutend mit der nach ungleichem Lohn für ungleiche Leistung. Im oben zitierten Dokument finden sich auch Angaben über die Besoldung in Falle einer Einstellung durch die Polizei. In diesem Abschnitt sucht man allerdings vergebens nach leistungsabhängigen Gehaltsabstufungen. Der geringeren Verwendungstauglichkeit weiblicher Polizeibediensteter im Außendienst wird nicht durch geringere Entlohnung Rechnung getragen. Keine Rede also vom „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“. Diese – soeben ministeriell für die Privatwirtschaft erhobene Forderung – wird vom Staat im eigenen Wirkungsbereich ungeniert ignoriert. Und das ist eine Chuzpe der Sonderklasse!


Information:

Die geforderten Standards für eine erfolgreiche Bewerbung zum Polizeidienst in Österreich

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