27. Februar 2011

Aktuelle Nachricht – Somalia-Piraterie Versicherer bietet privaten Geleitschutz an

Staatsversagen auf hoher See

(ef-RG) Eine Gruppe britischer Versicherer und Schiffahrtsunternehmer plant neue Wege in der Bekämpfung somalischer Piraten. Seit Jahren machen Freibeuter aus Somalia die Gewässer beim Horn von Afrika unsicher. Frachter und Öltanker sind in ihre Hände geraten und wurden erst gegen Lösegeldsummen in Millionenhöhe wieder freigelassen.

Mit dem von der Jardine Lloyd Tompson in London gegründeten Nonprofit-Unternehmen „Convoy Escort Program“, oder CEP, sollen „Handelsschiffe auf effizientere Weise versichert und geschützt werden“, heißt es in einer Meldung der Zeitschrift „Miller-McCune“. Denn: „Die gegenwärtige Methode – der Kauf teuerer Lösegeldversicherungen und die Hoffnung, dass irgendein Marineschiff rettend einschreitet, wenn Piraten angreifen – hat das Piraterierisiko nicht gesenkt.“  

Über das CEP können Schiffsinhaber für mehrere Tage eine Kriegsgebietsversicherung kaufen und außerdem für einen „quasimilitärischen Geleitschutz“ bezahlen. Diese Eskorte würde bewaffneten Schutz leisten. Dabei würden „die Kosten und Mühen der Aufnahme bewaffneter Gruppen auf jedem Frachtschiff“ vermieden. „Die Idee ist, dass Schiffseigentümer nicht mehr als bisher bezahlen und vielleicht sehr viel weniger“, sagte Sean Woollerson von der JLT.

Laut Woollerson gibt es kein exaktes historisches Vorbild für diese „private Marine“. Deshalb habe die Zusammenstellung dieses Konzepts „so lange“ gedauert, nämlich zwei Jahre. „Auf dem Festland kooperieren privater Sicherheitsschutz und Militär ständig, nicht jedoch auf hoher See. Und das Seerecht ist komplexer als das Recht auf dem Festland.“ Das trifft im Hinblick auf das moderne Seerecht zu, kommentiert „Miller-McCune“-Autor Michael Scott Moore. In der britischen Geschichte jedoch sei eine private Marine als Antipiraterie-Maßnahme nichts Unbekanntes. Jahrhundertelang habe die British East India Company eine private Marine geführt.

Quelle: Britannia’s (Insurers) Rule the Waves


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Redaktion eigentümlich frei

Über Redaktion eigentümlich frei

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige