01. Oktober 2010

Aktuelle Nachricht – Nichts Neues in Italien Verbalangriffe auf Berlusconi

Der Korruptionsbekämpfer schlägt wieder zu

(ef-DF) Ein alter Erzfeind des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi hat erneut Streit mit diesem vom Zaun gebrochen. Antonio Di Pietri von der Partei Italien der Werte erklärte Berlusconi zum Vergewaltiger der Demokratie, der einer Regierung vorstehe, die einzig solche Gesetze hervorbringe, mit denen seine eigenen egoistischen Interessen bedient würden und der Flucht vor der Justiz dienten. Man werde das aber erkennen und mitnichten am Stockholm-Syndrom erkranken, stattdessen dafür kämpfen, dass eine Person wie Berlusconi das Land verlassen müsse.

Di Pietro gilt als harter Korruptionsbekämpfer seit er 1994 die Berlusconi-Di Pietro-Schlacht austrug, die zu einer Untersuchung von Berlusconis Firmen führte. Auch diesmal prangert er Berlsuconi für seine Geschäfte an. Berlusconi soll 64 Off Shore-Gesellchaften gegründet haben.

Politisch gesehen ist Di Pietro sicher nicht der Liberale, für den er im Ausland gehalten wird. Innenpolitisch vertritt er eine Politik, die Italien im Namen der Korruptionsbekämpfung in einen Polizeistaat führen könnte. Auch an Berlusconi läßt sich Gutes finden. Der schweizerische Financier Tito Tettamanti hat einmal geäußert, dass Kapitalexporteure Wohltäter sind, weil sie das Kapital bewahren und vor dem vernichtenden Zugriff des Staats beschützen, bis wieder der gesunde Menschenverstand Einzug hält. Etwas anderes mag gelten, wenn der Exporteur des Kapitals derjenige ist, der auch über den vernichtenden Zugriff auf selbiges entscheiden kann.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Redaktion eigentümlich frei

Über Redaktion eigentümlich frei

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige