05. August 2010

Aktuelle Nachricht – Förderung 100 Millionen für Damendaten

Bundesregierung sponsert jetzt Frauenheadhunting

(ef-LFP) Nachdem bereits die Bundesländer seit Dekaden regelmäßig 10 Millionen Euro pro Jahr in reinrassige Hengste und Samendatenbanken pumpen, möchte nunmehr auch das Bundesarbeitsministerium nicht hinten anstehen und investiert genderkonform bis 2013 rund 100 Millionen Euro in die Förderung arbeitswilliger „Stuten“ und „Damendatenbanken“.

Der Plan geht zurück auf die Ambitionen der Frau von der Leyen in das Familienministerium nachgefolgten Kristina Schröder. Die Ministerin möchte mehr Frauen auf Aufsichtsrats- und Managementposten in deutschen Unternehmen hieven, bis 2015 hält sie eigenen Angaben zu Folge einen Anteil von 20 Prozent für realistisch. Dass sie hierzu unumwunden zum Mittel der politischen Erpressung zu greifen bereit ist, daraus machte der CDU-Youngster bereits jüngst keinen Hehl: „Das Beste an einer ‚angedrohten‘ Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert wirkt.“ Nach diesem Lobgesang auf das Instrument der gesetzlichen Drohkulisse wollen es eine Reihe CDU-Damen nicht mehr bei dem Damoklesschwert bewenden lassen, eine Zwangsquote von bis zu 40 Prozent fordert aktuell Bayerns christlich-soziale Justizministerin Beate Merk. Einstweilen greift die Ministerin jedoch auf wesentlich subtilere Mittel zur Erreichung ihres Zieles zurück, nämlich indem sie das 100-Millionen-Euro Budget ihrer Kabinettskollegin anzapft. Mit mehreren hunderttausend Euro kann so beispielsweise ein Projekt des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen e. V. (VDU) unterstützt werden. Der Verband, der unter dem Motto „Unternehmerinnen aus Leidenschaft!“ firmiert, möchte qualifizierte Kandidatinnen für Aufsichtsrat und Top-Management sichtbarer machen, benötigt hierzu allerdings die ausdrückliche Hilfe der Politik. Von August an sollen mindestens 150 Profile potenzieller Aufsichtsrätinnen gesammelt und einer „Datenbank für Top-Frauen“ zugeführt werden. Carlotta Köster-Brons, Geschäftsführerin des VDU, verkündet stolz: „Dann wird es niemand mehr geben, der sagen kann, es gäbe keine qualifizierten Frauen in Deutschland.“ Um auf Nummer sicher zu gehen, bietet der VDU alle Personaldienstleistungen rund um die hochsubventionierte Datenbank potenziellen Interessenten aus Unternehmen unentgeltlich an. Eine Wettbewerbsverzerrung im Vergleich zu den kostenpflichtigen Angeboten professioneller Personalvermittler vermag Frau Köster-Brons nicht zu erkennen: „Wir sind ja ein Wirtschaftsverband und keine Headhunter.“

Indes wittern bereits die nächsten kontextspezifischen Interessensverbände Morgenluft und blasen, wie beispielsweise die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte e. V. (FidAR), zum Angriff auf den anscheinend noch prall gefüllten Köhler-Leyen-Fleischtopf. So fahnden die Rent-Seekerinnen der FidAR ebenfalls fieberhaft „nach Partnern für Akademien und Frauen-Datenbanken“.

Weitere Informationen:

Wirtschaftswoche Online vom 28.07.2010: Führungskräfte – Wirtschaft sucht nach starken Frauen

Informationen auf ef-online:


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