16. Juli 2010

Aktuelle Nachricht – Gleichstellung Schwesig fordert Frauenquote in Unternehmen

Bei Nichteinhaltung droht der zwangsweise Rechtsformwechsel

(ef-DF) Im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt"  fordert die stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD Manuela Schwesig die Einführung einer Frauenquote. Frauen seien zwar heute so gut ausgebildet wie nie, seien sogar besser ausgebildet als Männer. Aber die meisten von ihnen kämen nicht in Führungspositionen in der Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung oder der Politik. Sie fordere deshalb die Einführung einer Quote in Vorständen und Aufsichtsräten. In Norwegen gebe es mit der 40 Prozent-Frauenquote in Aufsichtsräten gute Erfahrungen, Frauen seien besser für die Position geeignet, hätten Familie und seien überdies jünger als die Männer, die zuvor dort vertreten waren. Zu der Frage, ob vor diesem Hintergrund die Frauenquote nicht zu einer Diskriminierung älterer Menschen führe, äußert sie sich nicht. Wie in Norwegen solle es jedenfalls härtere Sanktionen als Geldstrafen geben. Diese wirkten nicht und deshalb solle das Unternehmen nicht in der Rechtsform der Aktiengesellschaft fortgeführt werden können.

Unbeantwortet bleibt die Frage, warum die Frauenquote nicht zuerst in sämtlichen Gremien der SPD, denen der übrigen Parteien, den Staatsorganen oder der öffentlichen Verwaltung getestet wird. Auch die Führungsschicht der Bundeswehr lässt sich gut mit einer Quotenregelung denken. Gleiches gilt für Zugführer in der staatseigenen Bundesbahn, die als Aktiengesellschaft verfasst ist und in der der Bund als Alleineigner des Unternehmens ohne weiteres eine Quote beschließen könnte. Auch die vielen kommunalen Wirtschaftsbetriebe, die meist als GmbH mit Aufsichtsrat organisiert sind, könnten als Testfeld herhalten, bevor man sich an die leidlich freie Wirtschaft wagt.

Quelle


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Redaktion eigentümlich frei

Über Redaktion eigentümlich frei

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige