23. Juni 2010

Aktuelle Nachricht – Nordkorea Marktwirtschaft soll neue Hungersnot abwenden

Pjöngjang hebt Restriktionen auf, vermutlich auf Druck Chinas

(ef-RG) Wie die „Washington Post“ am vergangenen Freitag berichtet, hat die Regierung Nordkoreas die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich Lebensmittel an den bislang allenfalls widerwillig geduldeten privaten Märkten zu erwerben. Im vergangenen November hatte das von der Außenwelt abgeschottete kommunistische Land in einer Währungsreform persönliche Ersparnisse seiner Bürger vernichtet und damit dem privaten Lebensmittelverteilungssystem einen heftigen Schlag versetzt. „Mit dem jüngsten Politikwechsel wird dagegen anerkannt, dass die Währungsreform ein Fehlschlag war und dass nur kapitalistischer Handel eine weitverbreitete Hungersnot verhindern kann“, kommentiert Chico Harlan von der „Washington Post“ den Vorgang.

Laut Berichten von Informanten und Flüchtlingen ist die Versorgungslage im ostasiatischen Land „schlimm“ und erinnere an die verheerende Hungersnot vor 15 Jahren, als zwischen 3 und 5 Prozent der Bevölkerung, vielleicht 1 Million Menschen, verhungerten. Seit der Währungsreform sei der Lebensstandard „drastisch gesunken“, schreibt die humanitäre Organisation „Good Friends“ in einem Mitteilungsblatt. „Die Regierung kann die Verteilung nicht aufrechterhalten und muss deshalb den Markt wieder zulassen.“ Seit dem 26. Mai, so berichten Beobachter, besteht die Regierung nicht mehr auf Ladenschlusszeiten, dass nur Frauen über 40 einkaufen dürfen. Außerdem wurde das Verbot des Handels mit bestimmten Gütern aufgehoben.

Analysten vermuten, so die „Washington Post“, dass die jüngste Reaktion von Kim Yong Ils Regierung auf einen Versuch hindeutet, die Lieferung notwendiger Hilfsgüter aus China sicherzustellen. Die Volksrepublik sei weiterhin Nordkoreas „wichtigster Wohltäter“.

Quelle:

N. Korea lifts restrictions on private markets as last resort in food crisis („Washington Post“)


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