19. Juni 2010

Aktuelle Nachricht – Spanien Regierung droht Wirtschaftspresse

Droht in den europäischen Krisenstaaten die Einführung der Zensur?

(ef-LFP) Spätestens seit der faktischen Insolvenz Griechenlands versucht Spanien mit allen Mitteln, seine Bonität zu verteidigen um somit Zinsniveau und Zahlungsfähigkeit aufrecht erhalten zu können. Pleitegerüchte werden durch den spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero regelmäßig in das Reich der Fabeln verwiesen. Angesichts dieser beschwichtigenden Erklärungsversuche muss es erstaunen, dass von Seiten höchster Regierungsvertreter derzeit gezielt zensurähnliche Maßnahmen gegenüber der heimischen Wirtschaftspresse ausgeübt werden. So versuchte diese Woche der Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der spanischen Zentralregierung, Felix Monteira, die Auslieferung der Tageszeitung „El Economista“ mit allen Mitteln zu verhindern. Der Grund: Das auflagenstarke Wirtschafts- und Finanzmagazin plante die Titelseite vom 16. Juni 2010 mit der Überschrift „EU und der IWF entwerfen für Spanien einen Liquiditätsplan über 250 Milliarden Euro“ zu versehen. Felix Monteira hatte noch am Abend der Drucklegung persönlich den Herausgeber Amandor Ayora angerufen und ihn aufgefordert, die Produktion einzustellen und die Ausgabe einzustampfen. Als Begründung führte Monteira nicht etwa einen mangelnden oder spekulativen Wahrheitsgehalt der Titelzeile an, sondern die Befürchtung die Nachricht „würde Spanien zerstören“. Ayora antwortete ihm sinngemäß, diese Aufgabe hätte bereits die Regierung übernommen. Allen Interventionen zum Trotz war die Ausgabe des „El Economista“ am Morgen des folgenden Tages wie gewohnt an allen Verkaufsstellen erhältlich.

Quelle:

Libertad Digital S. A. – Interview und Nachricht vom 16.06.2010


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