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![]() Jg. 1973, Amerikanist, freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Nach drei Währungsreformen: Die Wahrheit über die Inflationvon Ronald Gläser Geiz und Armut der Euro-Gläubiger Der Verleger Gerd Zimmermann hat es am eigenen Leib erlebt. Der Kölner Unternehmer ist ein Euro-Opfer. „Der Euro hat mir das Geschäft verhagelt“, ist er sich ganz sicher. Zimmermann hat für die Kunden seines Hauses bis 2002 in unregelmäßigen Abständen Kongresse veranstaltet. An solchen Zusammenkünften nahmen manchmal mehrere Hundert Personen teil. Die Kosten für eine Teilnahme an einem einwöchigen Kongress lagen in den 90er Jahren im vierstelligen D-Mark-Bereich. Nach der Euro-Einführung stieg der Preis – wenn überhaupt – nur geringfügig. Und dennoch ging die Zahl der Teilnehmer drastisch zurück. „Vom einen Moment auf den anderen kaum noch dreißig Anmeldungen“, klagt Zimmermann, der seitdem keinen Kongress mehr durchführen konnte. Die potentiellen Teilnehmer verfügten plötzlich nicht mehr über dieselben Mittel wie vorher und sparten sich die Teilnahme an solchen Veranstaltungen, die als nicht lebensnotwendig angesehen werden. Drei Währungsreformen haben die Deutschen in den letzten zwei Jahrzehnten hinter sich gebracht: Am 1 Juli 1990 wurde die Währungsunion DDR vollzogen, die D-Mark galt jetzt auch in der DDR. 1999 wurde der Euro als Buchgeld eingeführt, ab 1. Januar 2002 ersetzte er die D-Mark. Und auch der 9. Mai 2010 war so etwas wie eine weitere Währungsreform: Der „stabile“ Euro wurde durch einen kalten Putsch zu einer Weichwährung umgewandelt, die uns hohe Inflationsraten und wenig Verlässlichkeit bringen wird. Nur drei Prozent Inflation pro Jahr – und nach 25 Jahren ist ein bestimmter Geldbetrag nur noch die Hälfte wert. Deswegen macht sich jeder, der etwas zurückgelegt hat oder zurücklegen will, Sorgen über hohe Preissteigerungsraten. Bei anhaltend hoher Inflation legen die Menschen deswegen nichts mehr zurück oder suchen nach Alternativen wie Gold. Auch Kapitalflucht ist eine logische Folge. Das bedeutet in jedem Fall, dass weniger im Inland investiert wird. Deswegen bemühen sich die Politiker, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Sie lügen sie an, was die wahre Inflation betrifft. Nie wurde das so deutlich wie bei der Euro-Einführung. Die deutschen Politiker haben sich damals über den Tisch ziehen lassen. Der Umtauschkurs D-Mark zu Euro (1,95583:1) war unfair. Wir alle hatten plötzlich „weniger Geld in der Tasche“. Jeder weiß, dass es so war – egal, wie viele regierungsamtliche Statistiken das Gegenteil behaupten. Die offizielle Preissteigerungsrate lag trotzdem 2002 bei nur lachhaften 1,5 Prozent. Der Euro ist ein Teuro. Was ist dran an dieser Annahme? Ist das nicht nur populistisches Stammtisch-Gequatsche? Lässt es sich beweisen, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten stärker gestiegen sind als offiziell zugegeben? Das ist nicht wenig. Der Preisanstieg geht in erster Linie auf die starke Inflation nach der Währungsunion von 1990 zurück. Allein 1992 lag die Inflation bei 5,1 Prozent. Seit der Euro-Einführung jedoch angeblich fast immer unter zwei Prozent. Wie glaubwürdig sind diese Zahlen? Ein Blick in eine alte Tageszeitung gibt Auskunft. Vergleichen wir die alten D-Mark-Preise bei Edeka, der größten deutschen Einzelhandelskette, aus dem Mai 1990 mit den Preisen vom Mai 2010. Sofern das möglich ist. Einige Marken sind natürlich inzwischen aus dem Supermarktsortiment verschwunden oder gar nicht mehr existent. Das Ergebnis einer Stichproben bestätigt Zweifler: Die Preise aller vergleichbaren Produkte im Edeka-Sortiment sind viel stärker gestiegen als die offizielle Inflationsrate. Sie lagen 2010 im Schnitt 76 Prozent über denen von 1990. Von 18 untersuchten Produkten hatten 11 einen höheren Anstieg als die 51 Prozent (offizielle) Inflation, sieben lagen darunter. Die Ausreißer nach oben waren Dosen-Pfirsiche (plus 194 Prozent) und Kohlrabi (plus 162 Prozent). Eine Tafel Sarotti-Schokolade, Wiener Würstchen und deutscher Gouda kosten in Euro genau so viel wie damals in D-Mark (entspricht einem Plus von 96 Prozent). Die niedrigste Preissteigerungsrate wiesen Golden Toast (plus sieben Prozent), Toffifee (plus 19 Prozent) und Schwartau Dessertsoße (plus 30 Prozent) aus. Nun setzen sich Lebenshaltungskosten nicht nur aus Lebensmitteln von Edeka zusammen. Die Kosten für Nahrungsmittel bilden jedoch den wichtigsten Posten. Sie fließen mit etwa zehn Prozent in die Inflationsstatistik mit ein. Wir müssen außerdem bedenken, dass obendrein die Lebensmittelpreise angeblich in Deutschland besonders unter Druck stehen und zuweilen sogar sinken. Das sagen Statistiker, Darüber klagt der Handel bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Wie wir gesehen haben, sinken die Lebensmittelpreise aber nicht, jedenfalls nicht die bei Edeka, wo halb Deutschland einkauft. Dazu kommen gestiegene Preise für Treibstoff, Handwerksleistungen oder Kinokarten. Natürlich gibt es auch Produkte wie Hightech-Geräte (CD-Player, Spielkonsolen, Digitalkameras), die viel günstiger geworden sind. Es fällt schwer zu glauben, dass das die Preissteigerungen in Zaum gehalten haben könnte. Es wäre an der Zeit für ein wissenschaftliches Gutachten über die wahre Inflationsraten seit 1990 und seit der Euro-Einführung. Die hier verwendete Datenbasis ist natürlich dünn. Trotzdem spricht einiges dafür, dass eine eingehende Untersuchung der echten Inflationsraten die Hypothese der höheren Inflationsrate stützen würde. Auch das Einkaufsverhalten und das Stimmungsklima in Deutschland haben sich 2002/03, genau zur Euro-Einführung, massiv gewandelt. Plötzlich gab es wie aus dem Nichts diese Geiz-ist-geil-Welle, die erst jetzt langsam wieder abklingt. Das hat damit zu tun, dass sich die Verbraucher plötzlich weniger für ihr Geld kaufen konnten als vorher. Wenn die Preissteigerungsraten so weiterlaufen wie bisher, dann kosten 100 Gramm Wiener Würstchen 2030 zwei Euro und eine Tafel Schokolade ebenfalls. Denkbar ist auch ein Preis von zehn Euro, wenn jetzt eintritt, was Währungsexperten befürchten: eine Hyperinflation, weil Geld einfach gedruckt wird. Das Nachsehen haben in erster Linie Sparer und Rentner – langfristig aber die gesamte Volkswirtschaft. 03. Juni 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareKalwies, am 03. Juni 2010 um 2:48 ( Link ) Fragen wir doch einfach mal den Big Mac Index. Und der sagt uns für Deutschland: 1990 kostete ein Big Mac 4,30 DM = 2,20€ Eine Preissteigerung von ziemlich genau 50% in 20 Jahren. Macht 2,05% pro Jahr. In den USA: Macht eine Preissteigerung von 62,27% in 20 Jahren, das sind 2,4% pro Jahr. Kurt_G Dazu kommen gestiegene Preise für Treibstoff, Handwerksleistungen oder Kinokarten. Natürlich gibt es auch Produkte wie Hightech-Geräte (CD-Player, Spielkonsolen, Digitalkameras), die viel günstiger geworden sind die meisten Hightech Modelle und Angebote lassen sich nicht vergleichen weil es Plasmaferseher und andere Waren damals noch gar nicht gab. Damals? Ist erst knapp 10 Jahre her. Ich darf aber einen Freund zitieren der da sagt. Hätte ich nicht sofort am 2 Febr. 2002 die Kosten für die Gebrauchtwagen 1:1 gerechnet und angeboten wäre ich heute pleite. Wer früher öfter mal essen gegangen ist wird das heute weniger oft tun sofern er sich das noch erlauben möchte. Davon wissen Betroffene ein Lied zu singen. Tasse Kaffe heute 4 euro früher 2,50 DM das Kännchen 5 DM heute 7 EURO. Pizzabäcker Toni S, mein Exfreund aus Oberhausen, nahm noch in der gleichen Woche der Euro-Einführung für die Pizza Salami EURO 12,85 die vorher in DM 10.80 gekostet hatte. Das bestreite er auch nicht. Weil - so sagte er und da hat er recht - die klugen Finanzwissenschaftler genau gewusst hatten was passiert wenn Markt solche Eingriffe erfährt. Das wird Markt auf seine Weise erledigen. Wenn das Mehl teurer wird natürlich auch die Pizza vibriert. Die EUR-einführung war eine Geldentwertung und Geldmengenreduzierung. Klar und deutlich. Und seit der Typ von RTL, 2003 - na wie heisst er noch, Stern TV und son shit moderiert er, genau, Jauch, sagte - es sei eine gefühlte Inflation bzw. Teuerung bzw. das alles keine Geldentwertung, sondern nur eine Fata Morgana - wusste ich was Medienbetrug und Gleichschaltung, Informationsdiktatur und -Manipulation bedeuten. Desinformation und propagandistische Berieselung okupierter deutscher Resthirne. Das Ergebniss: Dumme Deutsche die mit Badetuch an der Aldikasse Schlannge stehen. Wozu das Badetuch? Damit sie schnellstens das Badetuch werfen oder hinlegen können und sich entfernen dürfen aber wenn sie dran sind rufen: "Halt - hier stand ich. Sie sind nach mir an der Reihe. Da liegt doch mein Badetuch. Damit hatte ich MEINEN ANSTEH Platz reserviert". Man sollte Nümmerchenziehen einführen - Bei Aldi wie bei Edeka. Dass sie mit dem Euro - DM PREISE bezahlen, Euro verdienen aber ihn als DM ausgeben ist den meisten noch nicht wirklich aufgefallen. Kurt_G ach ja - meine A Klasse kostete 2005 27.860 Euro. Also in etwa 55.720 DM. War und ist der Schrott nicht wert und viel, viel zu teuer. Nirgend gabs ihn aber billiger. Und alle anderen Hersteller zogen nach. Was bleibt da? Genau! Die Autos standen auf Halde. Niemand - oder die wenigsten kaufte die viel zu teuren Kutschen. Da kam die Bankenkrise gerade recht. Was machte die Merkel und Ihr sozialistischer Partner SPD Steineier UND CO? Richtig. Sie subventionierten das Autogeschäft besonders im Ausland. Auslandgeschäft ? Ja (.)(.) Verstecktes Versaills II. Und im Inland puhlte Madame Superblöd die Abwrakprämie aus dem Karton. Selbst die jetzt runtergesetzen, subventionierten Autos (weil 2500 Euro Steuergeldzuschuß) wurden von den BB viel, viel zu teuer bezahlt. Abgesehen davon war es eine Importsubvention weil die meisten Autos die sich dummdeutsch-Michel kaufte in Frankreich und Italien hergestellt waren. Soviel zu der Kommunistin Merkel und Ihr ZK. yuri, am 03. Juni 2010 um 3:29 ( Link ) Ich habe zwar keine Ahnung, was eine Tafel Sarotti-Schokolade kostet, aber nehmen wir mal an 1 Euro. Wenn die in 20 Jahren (2030-2010=20 y) 10 Euro kostet, dann ist das keine "Hyperinflation", sondern eine Inflation von 12% p.a. Yuri sagt: ueben! Pieter De Vos, am 03. Juni 2010 um 7:22 ( Link ) Wenn alles teurer wird, also auch das Einkommen der Menschen, spricht man von der "Neutralität des Geldes". Bei richtiger Antizipation wird der Realzinssatz um die Preisinflation erhöht und alle stellen sich gleich. Durch Preisinflation erhöht sich der Zentralbankgewinn, der dem Finanzamt überwiesen wird, wodurch an anderer Stelle weniger besteuert werden muss. MyChoice, am 03. Juni 2010 um 7:46 ( Link ) Fragen wir doch einfach mal den Big Mac Index Der wird aber nicht mehr gefragt...So weit ich weiß, misst der Economist die KKP mittlerweile den "I-Pod-Index", und wie im Artikel ja richtig steht, werden Elektroartikel im Gegensatz zum Fastfood nicht teurer. Ausserdem sollten die Lohnkostenentwicklung und Steuerlast etc. bei solchen Messungen immer berücksichtigt werden. Pieter De Vos, am 03. Juni 2010 um 8:20 ( Link ) Das Problem bei der Messung von Preisinflation liegt im Warenkorb. Wenn ich im 1. Jahr nur Kartoffeln esse und sich der Kartoffelpreis anschließend verdoppelt, dann werde ich im 2. Jahr auf Nudeln umsteigen, die beispielsweise nur noch halb so teuer sind. Welchen Warenkorb nimmt man dann? Wenn ich den Warenkorb vom 1. Jahr nehme, erhalte ich 100% Preisinflation. Nehme ich dagegen den Warenkorb vom 2. Jahr und überlege, was mich dieser im 1. Jahr gekostet hätte, erhalte ich eine Preisdeflation von 50%. Zwei nette Tools, um die persönliche Preisinflation zu "berechnen": http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/SVG/PreisKaleidoskop,templateId=renderSVG.psml http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/SVG/IndexrechnerSVG,templateId=renderSVG.psml Tanja Krienen, am 03. Juni 2010 um 9:06 ( Link ) 2/3 des Bargelds in Schweden sei illegal, behauptet das sozialistisch-kommunistische Kartell - hetman, am 03. Juni 2010 um 9:37 ( Link ) HEDONIC METHODS werden seit langem in den USA zur Inflationsberechnung benutzt. Wenn ein Fernseher 10% teurer geworden ist, dann muss er nicht unbedingt die Inflation nach oben treiben. Falls er nämlich mehr bietet, wie z.B. Videotext oder eine grössere Bilddiagonale, dann ist es ein besseres Produkt und der höhere Preis ist gerechtfertigt und keine Inflation vorhanden. Dies ist eine der vielen Möglichkeiten die Inflationsstatistik zu manipulieren. Ich wette, dass die EU ebenfalls solche Methoden anwendet. Im Übrigen ist Inflation die Ausweitung der Geldmenge, und steigende Preise bei Nahrungsmitteln können dann nur eine Folge der Inflation sein. Irgendwann hat man uns eingetrichtert, dass steigende Preise Inflation sind, aber dies ist falsch. Steigende Geldemenge=Inflation. Ich gebe noch die Änderung bei Packungsgrössen zu bedenken, so dass Toffifee vielleicht nicht ganz so preiswert geblieben ist. Klaus Wulf, am 03. Juni 2010 um 11:39 ( Link ) Die interessante Frage ist eigentlich die nach dem Verhältnis von Lohn- zu Preissteigerungen. Hier ist die Entwicklung reziprok. Ein wichtiger Gesichtspunkt sind die Steigerungen bei Staatsabgaben sprich Steuern und öffentlichen Gebühren. Hier ist eine überproportionale Steigerung zu beobachten. Ebenso bei Dienstleistungen die stark an Löhne und damit an Steuern und Sozialabgaben gekoppelt sind. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der Bürger schließt sich immer mehr und schneller. Es naht der Zeitpunkt wo private Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken. Diesen Prozess nennt man volkstümlich Verarmung. Otto, am 03. Juni 2010 um 12:05 ( Link ) Für die USA gibt's Shadow Stats: http://www.shadowstats.com/ Konservativer, am 03. Juni 2010 um 13:06 ( Link ) Danke @ Otto für den Link Ich hatte auch gleich den Gedanken, dass es schön wäre, eine alternative, unabhängige Statistik zu haben. Für uns wäre natürlich eine mit Bezug auf Deutschland interessant. Zugleich stelle ich mir vor, wie so ein unabhägiges Institut von der Politik angefeindet würde. Wäre ja noch schöner, wenn man den amtlichen Betrug bis auf die Nachkommastelle einfach irgendwo dokumentiert bekäme. MyChoice, am 03. Juni 2010 um 19:09 ( Link ) Das Problem bei der Messung von Preisinflation liegt im Warenkorb. D'Accord. Das ist auch der Grund, warum Deutschland Milch in die Welt exportiert. Deutsche Milch wird billig gehalten. Schlecht für die Milchwirtschaft (die meckert nicht grundlos), gut für den Inflationsindex. Neben den Hedonischen Preisberücksichtigung kommen ja auch noch Gewichtungsprobleme wie der Surrogatansatz. Sprich: Wird ein Produkt in kurzer Zeit viel teurer, gehen die Statistiker davon aus, dass die Bevölkerung ein Äquivalent konsumiert und das überteuerte Produkt fliegt aus dem Warenkorb. Der Index widerlegt sich quasi selber. Staatlich Lernbehinderter, am 03. Juni 2010 um 21:48 ( Link ) Die "gefühlte Inflation" ist die richtige. Um die 10 % Geldmengenausweitung pro Jahr seit der Euro Einführung ergibt genau das, was die Menschen - entgegen den staatlich korrumpierten Statistikern - nicht nur fühlen, sondern auch ausdrücken. Preissteigerung ist zudem ein völlig untaugliches Statistikinstrument. Denn Produkte werden durch Verbesserungen, sparsamere und intelligentere Herstellung meist billiger. Auch die Überstunden und Gehaltsverzichte des letzten Jahrzehntes haben Produkte preiswerter gemacht. Alle dies wurde aber von den Papiergeldinflationierern nicht nur komplett abgeschöpft, sondern eben auch noch die Preissteigerungen draufgesattelt. Die Menschen, Händler und Produzenten schaffen ja im Grunde nicht für Geld, sondern für Gegenwert. Sie wählen nur den Weg über Geld wegen dessen noch erhaltener Geldfunktion Universale Tauschbarkeit. Dabei werden sie dann offiziell betrogen. Widerstand ist nicht in Sicht: Das System ist perfekt. Wen will es da stören, daß es perfide ist? Und "Sparen" heißt heute ja Wegfall und Streichen, früher einmal stand dieses Wort für Kapitalaufbau. Michael Schlenger, am 03. Juni 2010 um 23:37 ( Link ) @Kurt G: Wo leben Sie eigentlich? Die Pizza soll vor der EUR-Einführung bereits über 10 DM gekostet haben? Und danach mehr als das in EUR? Pasta, Olivenöl, Pfeffer, Jodsalz, Essig, Mehl, Butter, Gewürze, Milch, Wasser, Dosentomaten, Thunfisch, Zwiebeln, Knoblauch usw. sind seit 10 Jahren geradezu absurd günstig und ich kaufe aus Prinzip nicht bei Discountern ein, weil mir das Ambiente nicht passt und ich keine Asozialen beim Einkauf sehen möchte. Vermutlich machen Sie etwas falsch, meine Damen udn Herren, vielleicht ernähren Sie sich auch etwas unvorteilhaft (Fleisch, Fast-Food, Cola, Chips usw.). In Neapel und Umgebung kostet ein Caffé (ugs. Espresso) rund 80 Cent, ein Cappuccino rund 1,20 EUR. Wer hierzulande für einen "Bohnenkaffee" mehr als 2 EUR hinlegt, ist schlichtweg dumm oder hat zuviel Geld... Mein Fazit: Das Euro-System ist Scheiße, aber der Euro ein Teuro? Lächerlich, nur eine weitere Verschwörungstheorie von Dan-Brown-Lesern und anderen geistigen Tieffliegern :-) Oliver, am 04. Juni 2010 um 12:33 ( Link ) @Pieter De Vos Wenn alles teurer wird, also auch das Einkommen der Menschen, spricht man von der "Neutralität des Geldes". Da die Preisbildung eine träge Sache ist: ...haben die, die zuerst die höhere Geldmenge in ihre gierigen Finger bekommen einen (Informations-)Vorteil, da sie noch zu den eigentlich veralteten niedrigen Preisen einkaufen können... Das ist die eigentliche Enteignung, bei Neutralität des Geldes aber asymetrischer Verteilung.... Wenn die Zentralbank unbedingt die Geldmenge erweitern muß, wäre die gerechte Lösung, daß jeder Mensch einen Bruchteil ausgezahlt bekommt... gleichzeitig kann sie ja die Zinsen erhöhen... Kevin, am 04. Juni 2010 um 12:34 ( Link ) 1995 habe ich für 5 Mark, also umgerechnet 2,50 euro, zwei Beutel Tabak und eine Tasse Kaffee bekommen. Der Staat beutet uns aus durch Steuern, Inflation usw. WO BLEIBT DIE STEUERPROTEST - BEWEGUNG ??? barthel_berand, am 04. Juni 2010 um 17:26 ( Link ) @ all Was ein schuldenfinanzierter Wohlfahrtsstaat so alles anrichtet, sieht man besonders deutlich, wenn man sich die großen Linien anschaut. Vergleichen wir dazu ein paar Zahlen Deutschlands der Jahre 1979 und 2009 in nachfolgender Tabelle: Kriterium 1979 2009 Für eine einzige Generaton eine beeindruckende "Leistungsbilanz". Schaut man sich dazu noch die Einkommenbesteuerung an, wird es auch nicht besser: Wer heute so alles als Spitzenverdiener angesehen wird, ist schon erstaunlich. Während Ende der 1950´er Jahre der Spitzensteuersatz noch beim rund 21-fachen des Durchschnittseinkommens erhoben wurde, so gelten heute als Spitzenverdiener alle diejenigen, die knapp das 2-fache des Durchschnittseinkommens haben. Ich muss jetzt Rasenmähen. Einen Gärtner kann ich mir nicht leisten... BB Kurt_G Michael Schlenger Wo leben Sie eigentlich? Die Pizza soll vor der EUR-Einführung bereits über 10 DM gekostet haben? Und danach mehr als das in EUR? In der EUDSSR. Wo - Spielt doch keine Rolle. Ich schreibe doch nichts aus der Zukunft sondern gegenwärtig. Wer nicht gemerkt hat, dass EURO ca. 1:1 zur DM gewandelt wurde hat irgendwie was am Köpfchen. Selbst Hardcore Sozialisten merken das per Hartz IV Satz. Dort ZB: ist die 1:2 Umstellung geblieben. So wie auch bei den Polizisten und anderen Beamten. Fragen Sie doch mal einen Polizeibeamten nach seinem Verdienst? Wo früher 1800 DM netto standen stehen heute ca. 1100 Euro auf dem Gehaltsnachweis. Würden Sie dafür Streife gehen? Wohl kaum! Jetzt sagen Sie denen mal dass es gar keine Teuerung gibt und wir die schlimmen VTr. Sorry – nehmen Sie öfter solche Pillen? Gestanden Hausfrauen kommen mit dem Einkommen nicht mehr klar und scheint mir logische Konsequenz wenn Lebensmittelpreise nicht nur 1:1 plakatiert wurden sondern zusätzlich auch noch - mit den 19% MwSt. aufgeschlagen - im Regal stehen. Abgesehen davon haben selbst die Behörden die Kosten für Perso, Führerscheinanträge, Anträge überhaupt, Kopien etc. 1:1 aufgewertet und keine Sau sagt etwas. Fällt Ihnen nicht auf Herr Schlenger? Hm - Merkbefreit oder Trotz? Widerspruch nur des Widersprechens wegen? Also Kind geblieben? Mein Fazit: Das Euro-System ist Scheiße, aber der Euro ein Teuro? Lächerlich, nur eine weitere Verschwörungstheorie von Dan-Brown-Lesern und anderen geistigen Tieffliegern :-) Unsinn (!) Wenn das Satire werden sollte ist sie - mit VErlaub - mißlungen bzw. war sie schlecht. Ps. Erzählen Sie mir keine *Dönekes* aus dem sündhaft teuren Italien. Ponder, am 06. Juni 2010 um 14:55 ( Link ) Hier ist eine Übersicht über die Preisentwicklung 1991-2008. Ganz aktuell sind die Daten nicht: Einerseits bezahlen wir alle schon seit einer längeren Zeit 19% USt, andererseits ist in der graphischen Auswertung die Steuerentwicklung nicht eingepreist. Insofern ist der Strom zwar Brutto teurer geworden, netto allerdings wesentlich weniger. Inzwischen zahlen wir insgesamt gut 48% Steuern auf jeden Cent verbrauchten Stromes, mithin verdoppeln die Steuern also die Stromkosten. Dies dem Euro anzulasten, halte ich freundlich gesagt für zu kurz gedacht. Man kann das eher als steuerindiziertes Marktversagen zusammenfassen. einen Computer, der im Jahr 1990 noch 1 000 Dollar kostete, [kann man] nach den Annahmen der Statistik heute für weniger als 50 Dollar kaufen Das stimmt sogar. Theoretisch kann man auch heute noch mit einem Modell von 1990 aus (ich surfe gelegentlich mit einem C64, Baujahr 1982, im Netz). Was man dabei nicht vergessen darf, ist, dass man für 50$ oder rund 40€ heute ein Modell aus dem Jahr 2004 erwerben kann - mit einer für Normalanwender völlig ausreichender Bestückung (CPU im unteren Preissegment, 1GB RAM, 100GB HDD). Vermutlich benutzen das Gros der Privatnutzer auch keine bessere Hardware. Ponder, am 06. Juni 2010 um 18:23 ( Link ) @U: Habe ich das? Nö. Habe ich auch nicht behauptet. Richtig ist: bei Müllabfuhr und Strom handelt es sich um staatliche bzw. staatsnahe Gebietsmonopole. Und ja, natürlich haben sich die Steuern auf Strom erhöht. Zu bezahlen vom privaten Abnehmer (sonst wär's ja witzlos) = Teuerung. Mir geht es hier erstmal um die Nuancen: Teuerung ist zwar prinzipiell korrekt, allerdings ergibt sich für die Partei, die die Teuerung hervorgerufen hat, die Möglichkeit, sich aus der Verantwortung zu stehlen, in dem sie in populistischer Weise die Verkäufer dafür verantwortlich macht, oder unterlässt, den waren Versursacher, nämlich sich selbst, zu benennen. Akzeptiert man einen Begriff wie Inflation für diesen Effekt, der ja schon floskelhaft für Teuerung gebraucht wird, hilft man den Obskuranten (hier ohne religiöse Konnotation), den tatsächlichen Verursacher zu verbergen. Man akzeptiert so die angebots- und nachfrageorientierte Inflationstheorie, ohne den meiner Meinung nach tatsächlich Schuldigen (den Ausgeber des Scheingeldes) zu benennen. Zusätzlich ist die Einschätzung abhängig von der ökonomischen Schule, der man anhängt: Geht man von einer nichtmonetären, also angebots- oder nachfrageindizierten, Inflationstheorie aus, stimmt diese Betrachtung und die Teuerung ist Inflation. Geht man von einer monetären Inflationstheorie aus, wie die österreichische Schule, dann ist Inflation die Ausweitung der bestehenden Geldmenge. Meiner Meinung nach fehlt hier die Rückkopplung von ausgeweiteter Geldmenge auf den Strompreis, denn die Steigerung ist größtenteils nicht durch Geldmengenausweitung, sondern nur durch zusätzliche Besteuerung entstanden. Das mag vielleicht wie Korinthenkackerei aussehen, aber ich halte es schon für wichtig, dass man sich den verblödenden Methoden der Scheingeld-Profiteure nicht anschließt. Bei den Müllgebühren ist es ein wahres Dickicht an (kostspieliger) Regulierung (z.B. "Mülltrennung") die... Gilt hier analog. Michael Schlenger, am 06. Juni 2010 um 23:02 ( Link ) Lieber Kurt G, leider sind Sie auf keines meiner Argumente eingegangen. Die Pizza-Preise nehme ich Ihnen einfach nicht ab - wie gesagt, ich kaufe in einem der teuersten Pflaster der Republik ein, Francoforte... Dort ist manches exorbitant teuer geworden, Gucci-Handtaschen etwa, dicke Maseratis auch, aber beim Asiaten oder Italiener ein simples Gericht vertilgen, das geht immer noch zu Preisen, die keine 1:1 Umstellung DM in Euro vermuten lassen. Wer sich kein frisches Gemüse mehr leisten kann, Öl, Essig, Pasta, Gewürze, Wein usw., der macht etwas falsch, behaupte ich. Und, Schätzchen, die Preise aus Italien kenne ich etwas besser, die sind nämlich taufrisch. Man muss sich allerdings die Mühe machen, die Landessprache zu erlernen und außerhalb von Touristenfallen einzukaufen. Dann zahlt man eben auch nur das, was die Italiener selbst hinblättern. Wer sich in Rom an der Piazza Navona einen Cappuccino bestellt, wird natürlich denselben Schock erleben wie ein Japaner in Heidelberg... Noch entscheidet der Konsument selbst, Kaufzwang gibt's ja zum Glück noch nicht. Wer die von Ihnen behaupteten Preise zahlt, findet die ja offenbar in Ordnung, Alternativen gibt's ja genug. Schon einmal Erdbeeren oder Tomaten selbst gezogen? Ist kinderleicht und spottbillig, das kann jeder, wem die Preise auf dem Markt unverschämt vorkommen. Übrigens kann auch ein jeder, der der 1DM=1Euro-These anhängt, selbst sogleich ein Restaurant oder Lebensmittelgeschäft aufmachen, wenn sich die Kohle wirklich so einfach verdienen lässt. Solche Margen müssten doch mehr Anbieter auf den Plan rufen, oder? Wer hat eigentlich Ihrer geschätzten Meinung nach kollektiv beschlossen aus einer Mark einen Euro im Preissystem zu machen? Das müsste ja eine handfeste Verschwörung sein, nicht wahr? 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Olaf Janowski, am 03. Juni 2010 um 0:25 ( Link )
Haben Sie mal den Jahresvorrat an Trockenfrüchten, Erbsen, Nudeln, Reis, Trockenbohnen, Öl für eine Notration für 3 Monate 2002 und letztes Jahr gekauft?
Preissteigerung glatt das doppelte. Exakt die selben Mengen.