13. Mai 2010

Journalisten sind links Zweidrittelmehrheit für die neue Bundeskanzlerin Claudia Roth mit der SPD als Juniorpartner

Neue wissenschaftliche Nachweise

Was hätte Jürgen W. Möllemann wohl am letzten Sonntag, dem Tag der NRW-Wahl, gemacht? Wenn es „den Flyer“ nicht gegeben hätte, dann wäre er vielleicht Minister unter Rüttgers geworden – oder gar unter Merkel in Berlin. Möllemann wurde zweimal zum Rücktritt gedrängt. 1993 musste er wegen der falschen Verwendung eines ministeriellen Briefbogens gehen. 2002 wurde er von seiner eigenen Partei geschasst, weil er ihr aus seinem privaten Vermögen heimlich eine Spende gemacht und das Geld für ein Flugblatt verwendet hat. Für gar nichts also. Seine Anonymspende hat ihn buchstäblich den Kopf gekostet, sie wurde von den Medien zur Staatsaffäre aufgeblasen.

In den vergangenen Tagen nun haben wir die Kulmination des größten Betrugsfalls der deutschen Politik seit dem Bruch des Hitler-Stalin-Paktes erlebt. Obwohl im Maastricht-Vertrag steht, dass niemand für die Schulden der anderen Euro-Staaten aufzukommen hat, zahlen die Deutschen jetzt Milliarden für notorische Schuldenmachernationen. Griechenland war erst der Anfang. Kaum, dass das erste Paket beschlossen war, folgte das zweite, noch größere. Unsere gesamte politische Klasse von Linkspartei bis CSU steckt unter einer Decke, hat an diesem Megabetrug mitgewirkt.

Und muss irgendjemand deswegen gehen? Ist die Feier zum Geburtstag Helmut Kohls zum Strafgericht über den Euro-Erfinder umgewandelt und Angela Merkel zum Rücktritt gezwungen worden? Steht Gerhard Schröder, der die Griechen in den Euro geholt hat, vor Gericht? Nein. Das vorsätzliche Verplempern deutscher Steuermilliarden hat weniger Konsequenzen als ein Werbebrief für Einkaufschips auf dem Briefbogen eines Wirtschaftsministers.

Diese unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe haben mit der verzerrten Darstellung der Wirklichkeit durch die Medien zu tun. Journalisten sind überwiegend links. Sie stellen die Wirklichkeit so dar, wie sie sie sehen. Jetzt gibt es eine neue Studie, die frühere Untersuchungen dieses Tatbestandes erhärten: Frau Professor Dr. Magret Lünenborg von der Freien Universität Berlin hat im Auftrag des Deutschen Fachjournalistenverbandes die Einstellung von Politikjournalisten untersucht und unter anderem herausgefunden, wo sie sich politisch einordnen: 36,1 Prozent stehen keiner Partie nahe, sagen sie. Dann folgenden die Parteien: Grüne 26,9 Prozent, SPD 15,5 Prozent, CSU/CSU 9,0 Prozent, FDP 7,4 Prozent, Linke 4,2 Prozent, Sonstige 0,9 Prozent. Bei einer Wahl, bei der die Unparteiischen als Nichtwähler zu Hause blieben, gäbe das ein folgendes Ergebnis: Grüne 42 Prozent, SPD 24, CDU/CSU 14, FDP 12, Linke 7, Sonstige 1 – also eine Zweidrittelmehrheit für die neue Bundeskanzlerin Claudia Roth mit der SPD als Juniorpartner in einer rotgrünen Koalition.

Bemerkenswert ist auch, dass diese Kollegen aus den Redaktionsstuben von „Süddeutscher“, „Stern“ und Co. sich selbst für den deutschen Durchschnitt halten. Auf einer Skala von 1 (ganz links) über 4 (Mitte) bis 7 (ganz rechts) ordnet sich der Durchschnitt bei 3,3 ein, also leicht links. Die politische Einstellung des eigenen Mediums wird zudem mit 3,97 angeben. Also sieht der deutsche Durchschnittsjournalist sein Magazin als Durchschnitt an. Niemand kommt auf die Idee sich oder sein Blatt, sein Magazin, seine Rundfunkanstalt, seine Agentur selbst weit links zu vermuten. Und das, obwohl die gleichen Leute Claudia Roth zur Kanzlerin wählen würden.

Wer wissen will, wo diese „Experten“, die die öffentliche Meinung in Deutschland erheblich mitprägen, ausgebildet werden, der sollte mal eine Universität aufsuchen, Abteilung Politologie. Das haben nämlich die meisten Politikjournalisten (28 Prozent) studiert. (Irgendwo müssen ja auch die ganzen Politologieabsolventen unterkommen, wenn  es nicht für Abgeordnetenmandat oder einen Assistentenjob bei den Genossen gereicht hat, dann geht es eben zum WDR oder zum RBB.)

Der normale Politikjournalist hat auch vergleichsweise wenig Kontakt mit seinen Endabnehmern, den Lesern, Hörern oder Zuschauern. In der Arbeitsroutine stehen Tätigkeiten wie Recherchieren (104 Minuten täglich) Verfassen und Redigieren von Texten (103 Minuten) oder Auswahl von Texten (63 Minuten) weit vor Publikumkontakt (38 Minuten).

Interessant ist auch, wo sich die Journalisten vorrangig informieren: genau, bei den lieben Kollegen. 71 Prozent nutzen andere Medien als Informationsquelle, mit großem Abstand rangiert hier Spiegel online vorne. Informanten (43 Prozent) oder Hinweise von Lesern (14 Prozent), zwei typische alternative Quellen zu Spiegel online stehen abgeschlagen auf hinteren Plätzen. So drehen sich die linken Medien immer im Kreis um sich selbst. In solch einem Umfeld entstehen natürlich viel leichter Hetzkampagnen gegen missliebige Personen wie Eva Herman oder die immergleichen Berichte über die angeblich notwendige Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Fragt sich, warum Journalisten überwiegend links sind. Eine Antwort könnte lauten, dass Journalist zu sein nicht gerade das bürgerliche Ideal darstellt („Lern doch lieber was Anständiges, Junge“). Während normale Bürger zusehen, dass ihre Kinder Arzt oder Betriebswirt oder Jurist oder Chemiker werden, arbeiten die Typen, die morgens gerne ausschlafen und schon in der Schule immer zu spät gekommen sind, bei Zeitungen, weil die Arbeitszeiten dort ihrem Lebensstil entsprechen.


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