30. April 2010

Aktuelle Nachricht – 1. Mai 2010 Berlin’s Burning!

Antifa erklärt den Krieg – Grüne, Linke, SPD und Gewerkschaften marschieren mit

(ef-LFP) Ganz Berlin bereitet sich auf ein heißes wie stürmisches Wochenende vor und das nicht allein aufgrund der prognostizierten Witterungsbedingungen. Am Samstag ist mal wieder 1. Mai, schon fast ein traditioneller Kampftag in der Bundeshauptstadt. Und auch diesmal rüsten diverse antifaschistische Gruppierungen mit schon beinahe unverhohlener Vorfreude zum Gefecht. Und das ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen.

Die Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) etwa danken jenen Initiatoren, deren soziale Proteste ein „leiser Hauch von ‚Terror‘“ begleitete, der sich bisher überwiegend in brennenden Autos entlud. Etwas erstaunt jedoch nimmt man die öffentliche Reaktion auf diese spezielle Form der Protestnote in Form diverser Verhaftungen zur Kenntnis, weswegen am diesjährigen Maiauftakt ausdrückliche „Solidarität mit den Betroffenen und politische Gegenaufklärung gefragt“ ist. Derweil posierten die morgen gegebenenfalls „Betroffenen“ ganz paramilitärisch fotogen in der vorgestrigen „Bild“. Die Kommentierung der Boulevardzeitung aus dem Springer-Verlag fiel dabei noch nicht einmal wie sonst üblich übertrieben aus: „Ein vermummter Mob, bewaffnet mit Eisenstangen, Schlagstöcken und Baseballschlägern. Die Linksradikalen verstecken sich hinter Sturmhauben, Schals und Sonnenbrillen, strecken ihre Waffen drohend in die Luft. Ihr Ziel: Randale und Verletzte am 1. Mai in Berlin! DAS IST DIE ROTE CHAOTEN-ARMEE!“

Hierbei, so scheint es, naht diesmal Hilfe von gänzlich unerwarteter Stelle. Pünktlich vor den zu erwartenden schweren Krawallen beabsichtigt Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch allen Ernstes die Einführung von Namensschildern für seine Polizeikräfte. In diesem Fall gilt die Fürsorge des Dienstherrn möglichen Opfern polizeilicher Gewalt, denn die Kennzeichnung der Beamten soll ausdrücklich dazu dienen, sie bei den durchaus zu erwartenden Übergriffen zu identifizieren. Der Verdacht des Chefs der Polizeigewerkschaft Konrad Freiberg, der eine „Kennzeichnungspflicht“ seiner Kollegen radikal ablehnt, ist daher durchaus nicht unbegründet: „Da unterstelle ich das politische Ziel, Polizisten zu verunsichern.“ Politisch gibt sich Dieter Glietsch nur konsequent. Denn was bei der braun lackierten Bruderfraktion als Anstiftung zu mannigfaltigen Straftaten umgehend verfolgt und sanktioniert würde, erfährt schließlich durch den rot-roten Senat unterstützungswürdige Solidarität.

So wird sich wohl am kommenden Samstag mit ALB & Co. ein illustrer Kreis politischer und gesellschaftlicher Organisationen unter dem Motto „Am 1. Mai bleibt Berlin nazifrei! Antifa-Blockaden jetzt in Prenzlauer Berg!“ solidarisieren. Hier nur ein Auszug der prominentesten Unterstützer: Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen, Parteivorstand DIE LINKE, Attac Deutschland, DIE LINKE Berlin, Jusos Berlin, ver.di Berlin, ver.di Jugend, Grüne Jugend Berlin, DKP Berlin, DGB-Jugend, IG Metall Jugend Berlin-Brandenburg-Sachsen, Grüne Jugend Bundesvorstand, Transnet Berlin, Transnet Jugend Berlin, DIE LINKE. Berlin, 1. FC Union Berlin e. V., Landesverband von Bündnis 90/ Die Grünen Berlin, Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin, Attac Berlin, Piratenpartei Deutschland Berlin nach Basisvotum. Sie alle reichen jenen die Hand, die, einmal das antifaschistische Feigenblatt beiseite geschoben, ausdrücklich erklären: „[L]assen wir Investorenträume platzen, holen wir uns die Stadt zurück! An jedem Tag – und erst recht am Tag des Aufbegehrens, dem 1. Mai! In diesem Sinne: Für eine klassenlose Gesellschaft - Für den Kommunismus!“

 

Quellen:


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