28. April 2010

Gunnar Heinsohn prophezeit die Staatspleite Bald ist auch Deutschland an der Reihe

Dequalifizierungsspirale, Euro-Zusammenbruch und andere verdrängte Perspektiven

(ef-AFL) In einem Gstkommentar für den Berliner „Tagesspiegel“ unter dem Titel „Heute Athen, morgen Berlin“ schreibt der Bremer Zivilisationsforscher Gunnar Heinsohn heute: „Die Probleme Griechenlands könnten bald auch auf Deutschland zukommen. Denn die deutsche Bevölkerung wird immer älter, kleiner, unqualifizierter und schuldenreicher.“

Egal wir groß das europäische Hilfspaket geschnürt werde, so Heinsohn, bankrott blieben die Griechen so oder so: „Und auch in Zukunft rechnet niemand auf Innovationen aus Griechenland. Es gibt schlichtweg keine Kameras, Computer oder Autos aus Griechenland, die wir umgehend kaufen würden, wenn nur ihre Preise endlich fielen.“

Die griechische Bevölkerung schrumpfe, dazu geselle „sich beim Pisa-Mathetest ein eisern verteidigter europäischer Schlussrang“.

Und die Situation in Deutschland? Heinsohn erklärt: „Unter 40 Millionen Erwerbstätigen hat der EU-Riese 25 Millionen voll versicherte Nettosteuerzahler. Auf die fallen offizielle 1.800 Milliarden Euro Staatsschulden an. Pro Nase sind das 72.000 Euro oder zwei unversteuerte Jahresgehälter. Hinzu kommen unausgewiesene Verpflichtungen, zum Beispiel für Renten- und Pensionsverpflichtungen.“ Auf „jeden unserer Nettoleister“ fielen alles in allem bereits „240.000 Euro Schulden oder sieben unversteuerte Jahresgehälter an.“ Und dieses Deutschland, der „Einäugige unter Blinden“, so Heinsohn, gelte „als bester Schuldner der Menschheit“.

Auch Deutschland wird seine Schulden nicht begleichen können. Denn: Bis 2060 soll Deutschland von jetzt 80 auf 65 Millionen Einwohner schrumpfen, wenn 100.000 Hochqualifizierte jährlich kommen und 170.000 Hochqualifizierte nicht mehr auswandern. Für diesen noch optimistischen Fall wird das Durchschnittsalter von jetzt 44 auf nur 54 Jahre ansteigen. 100 Versorger zwischen 25 und 65 Jahren werden nur 180 Versorgten gegenüberstehen.“ Eine etwas pessimistischere Sicht mag Heinsohn gar nicht erst errechnen.

„Nach Optik, Telekommunikation und Computern verabschiedet sich momentan das Bio-Engineering. Und wenn man die chinesischen Nobelkarossen auf der Auto-Show in Peking anschaut, will man die Unantastbarkeit deutscher Autos auch nicht mehr beschwören.“

Deutschland hat also auch fertig. Und „überraschen kann das nicht, weil Deutschland sich als erstes OECD-Land in der Dequalifizierungsspirale befindet.“

Niemand, so Heinsohn, bringe „deshalb überzeugende Gründe dafür vor, dass die Deutschen auch nur ihren eigenen Verpflichtungen nachkommen werden. Von einer dreißigjährigen Bundesanleihe über drei Milliarden Euro wurde Deutschland in der vergangenen Woche nur noch 2,75 Milliarden los. Auch das kriegen die Ratingagenturen bald heraus.“ Heinsohn schließt: „Wer spätestens dann nicht gegen den Euro wettet, ist selbst schuld.“

Internet

Heute Athen, morgen Berlin


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