28. März 2010

Kampagne gegen Papst Benedikt Die Stunde der Verleumder

Über die Arbeitsweise von „New York Times“, „Spiegel“, „Welt“ und „Süddeutscher Zeitung“

Um keine Irrtümer aufkommen zu lassen: Kindesmissbrauch gehört zu den verabscheuungswürdigsten Verbrechen, denn die Betroffenen können sich nicht zur Wehr setzen und leiden oft ein Leben lang daran. Die katholische Kirche steht ebenso wie alle gesellschaftlichen Kräfte in der Pflicht, derartige Fälle, so sie in ihren Reihen auftreten, rückhaltlos aufzuklären und zu ahnden. Der Hirtenbrief Papst Benedikts an die irischen Katholiken lässt in dieser Frage auch keinerlei Zweifel offen.

Vergleicht man jedoch die mediale Berichterstattung über Missbrauchsfälle in den letzten Wochen und Monaten mit der statistischen Häufigkeit derartiger Verbrechen, die zu mehr als 99 Prozent eben nicht innerhalb katholischer Einrichtungen stattfinden, so kann man sich schwer dem Eindruck entziehen, dass es sich hier nicht etwa um „Aufklärung“ handelt, sondern um eine Kampagne, die das Ziel hat, die katholische Kirche als gesellschaftliche Kraft zu diskreditieren und letztlich endlich auszuschalten. Über mögliche Motive der Alt-68er und ihrer intellektbefreiten Zöglinge sowie die unappetitlichen Wurzeln dieser Art Propaganda hatte ich mich bereits geäußert, wobei ein Teil des Spektrums der Angriffe insbesondere gegen den Vatikan und Papst Benedikt XVI. selbst jedoch unberücksichtigt blieb.

Erhellend in diesem Zusammenhang ist der aktuelle „Skandal“, den die als renommiert geltende „New York Times“ dieser Tage „enthüllte“. Wie weit es mit der Unabhängigkeit der „NYT“ tatsächlich her ist, soll hier nicht thematisiert werden, wohl aber, was es mit den angeblich „belastenden“ Fakten gegen den Vatikan und den heutigen Papst auf sich hat. Dass die bundesdeutschen Systemmedien sofort wonnegrunzend auf den fahrenden Zug aufsprangen und den vier (!) vermutlich von der „NYT“ eigens nach Rom eingeflogenen Anti-Vatikan-Demonstranten mehr Aufmerksamkeit widmeten als den 70.000 italienischen Jugendlichen, die tags darauf zusammen mit dem Papst den Weltjugendtag feierten, versteht sich mittlerweile von selbst. Auch dass die intellektuell inzwischen auf Grundschul-Niveau herabgesunkene „Welt“ inzwischen zu Schlagzeilen wie „Ratzinger schützte Sexualtäter, nicht die Opfer“ greift, die meines Erachtens den Straftatbestand der Verleumdung, wenn nicht sogar den der Volksverhetzung erfüllen, erstaunt angesichts des Charakters dieses Springer-Blattes niemanden mehr (eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft in Berlin ist allerdings überfällig).

Wichtiger ist, was es mit den aktuellen Vorwürfen gegen den heutigen Papst sachlich auf sich hat. Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: Nichts. Gemäß „New York Times“ soll sich ein katholischer Priester namens Lawrence Murphy in den Jahren 1950 bis 1974 (andere Quellen sprechen von 1975) an bis zu zweihundert Schülern einer Schule für hörbehinderte Kinder im US-Bundesstaat Wisconsin vergangenen haben. Zu dieser Zeit war Joseph Ratzinger noch Kaplan in München und später Berater von Kardinal Frings. Wie er also die Opfer im fernen Wisconsin hätte „schützen“ sollen, bleibt das Geheimnis der „Welt“-Verleumder. Interessant in diesem Zusammenhang ist das Eingeständnis der „NYT“, dass sich die örtlichen Behörden trotz eingegangener Anzeigen nie gegen den Täter vorgegangen sind.

Dies ist aus meiner Sicht der eigentliche Skandal, den man allerdings ideologisch kaum instrumentalisieren kann, weshalb er hierzulande auch niemanden interessiert. Nun behauptet ein katholischer Ex-Bischof namens Rembert G. Weakland, der 2002 wegen einer Sex- und Finanzaffäre zurücktreten musste, er hätte sich 1996 (!), Jahrzehnte nach den Taten, zweimal an die vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger geleitete Glaubenskongregation des Vatikan gewandt und keine Antwort erhalten. Ob dies tatsächlich stimmt, bleibt im Dunklen, denn auf ein wenige Monate später  an Kardinal Gilberto Agustoni, den Leiter der Apostolischen Signatur, dem höchsten Gericht der römischen Kurie, gerichtetes Schreiben, reagierte der Vatikan umgehend. Joseph Ratzingers Stellvertreter Tarcisio Bertone bat Bischof Weakland, ein geheimes Verfahren gegen Murphy nach Kirchenrecht einzuleiten. Dies geschah auch, allerdings erhielt Kardinal Ratzinger angeblich im Jahr 1998, also kurz vor Murphys Tod, ein Schreiben des todkranken Priesters, in dem dieser darum bat, das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn aufzuhalten. Er habe Buße getan und sei in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Zitat „Süddeutsche Zeitung“: „Das überzeugte offenbar Kardinal Bertone. Er verweist auf den Paragraphen 1341 des kanonischen Rechts. Dort steht, dass ein Bischof nur dann juristisch gegen einen Geistlichen vorgehen soll, nachdem er sicher ist, dass alle anderen Optionen versagen.“ Und selbst wenn, ich betone: „wenn“, es Kardinal Ratzinger selbst gewesen wäre, der diese Entscheidung getroffen hätte, was wäre daran verwerflich, einem sterbenden Mann, der seine Schuld eingestanden und bereut hat, Barmherzigkeit angedeihen zu lassen?  Welche Genugtuung könnten die Opfer aus einer anderslautenden Entscheidung ziehen, die keinerlei weltliche Konsequenzen mehr hätte?

Das also ist der ganze „Skandal“. Behörden und kirchliche Würdenträger in den USA vertuschen einen Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch, und Schuld ist der Vatikan, der erst über zwanzig Jahr später davon erfuhr! Selbst die „SZ“ räumt ein: „Letztlich beweisen die Dokumente, die der ‚New York Times’ vorliegen, nicht eindeutig, dass Ratzinger als Leiter der Glaubenskongregation je von dem Fall Murphy gehört hat.“ Aber der heutige Papst muss ganz einfach Schuld sein, denn die Abneigung seiner Gegner diesseits und jenseits des Atlantiks benötigt ein Ventil. Erinnert sei, dass sich Papst Benedikt XVI. mit sehr deutlichen Worten gegen den Gaza-Krieg und für eine Zweit-Staaten-Lösung im Nahen Osten ausgesprochen hat, was möglicherweise das Engagement der „NYT“ und der beiden „Enthüllungs-Journalistinnen“ in dieser Angelegenheit erklärt. Und wie stets in solchen Fällen verfallen selbst die deutschen Bischöfe in eine Angststarre, anstatt sich wie Männer mit Herz und Rückgrat vor ihren Hirten zu stellen und auszurufen: Bis hierher und nicht weiter! 

Italienische Spitzenpolitiker wie Außenminister Frattini haben sich inzwischen eindeutig hinter Papst Benedikt XVI. gestellt und ihn gegen die „skandalösen Anwürfe“ verteidigt. Mit solcher Unterstützung darf der Papst in seinem Heimatland leider nicht rechnen. Immerhin gilt die Springerpresse, die in vorderster Front der Verleumder steht, auch als Sprachrohr von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und Außenminister Westerwelle ist ohnehin zu beschäftigt – als Schirmherr der Gay Games. Dieses Engagement passt allerdings in das Bild des „Danse Macabre“, mit dem sich dieses Gemeinwesen seiner christlichen Wurzeln, seiner Kultur und seiner Würde entledigt, um Platz zu machen für andere, für die Toleranz und Barmherzigkeit Zeichen der Schwäche sind...

Internet

„Welt“: Ratzinger schützte Sexualtäter, nicht die Opfer

Artikel in der „New York Times“

Ex-Bischof namens Rembert G. Weakland


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