André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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Die ganz große Volksverdummung beim inszenierten „Aufstand der Anständigen“: „Die meisten Straftaten gehen noch immer auf das Konto der extremen Rechten“

von André F. Lichtschlag

Und vor allem: „Tramfahrer legte umstrittene Zeitung aus!“

Die Medienschaffenden der Republik zeichneten täglich ein hübsches Bild. Das Klima war gut im Arbeiter- und Bauernstaat. Die Bürger an sich edel. Als das System längst vor der Pleite stand, war man noch reichlich solidarisch nach innen und außen. Den Brüdern in Angola oder Kuba wurde oft fleißig geholfen, den Genossen im Land unentwegt. Die Medienschaffenden applaudierten rhythmisch. Die Mauer diente einem guten Zweck und bot Schutz vor dem Faschismus. Selbst im Fernsehkrimi war die Welt zwischen Gut und Böse noch in Ordnung: Der Mörder war immer der Agent aus dem Westen. Nazis und „Rechtsextreme“ gab es im antifaschistischen Staat so wenig wie den bröckelnden Putz hinter der Fassade. Dafür lauerte überall und stets der Westen und sein Agent. Seid wachsam!

Heute ist die Welt komplizierter für hiesige Journalisten. Das Klima ist bedroht und der Mensch an sich mit Vorsicht zu genießen. Der Sozialstaat ist zwar bankrott, aber man ist weiter sozial gerecht nach innen und außen. Den Brüdern in Griechenland oder bei den großen Banken wird fleißig zugeschoben, den sozial Schwachen unentwegt. ARD, ZDF, „Spiegel“, „Bild“ und all die anderen rechtfertigen die großen Anstrengungen. Steuern und Abgaben von real bereits über 70 Prozent dienen einem guten Zweck und bieten Schutz vor der sozialen Kälte. Im Tatort bleibt die Welt zwischen Gut und Böse intakt: Der Mörder ist immer der Kapitalist. „Linksextreme“ gibt es im „Kampf gegen rechts“ und im täglichen Aufstand der Anständigen so wenig wie die bröckelnde Pracht in Schulen und Schwimmbädern. Dafür lauert überall und stets die „rechte Gefahr“. Bleibt wachsam!

Mitunter wird für Medienschaffende im Dienste der Republik die Arbeit schwer, etwa immer dann, wenn korrekt über den „politischen Extremismus“ im Lande berichtet werden muss. Schließlich kennt jeder Journalist, der sich unvoreingenommen ein klein wenig mit dem Thema beschäftigt, den so eindeutigen wie sorgsam verschwiegenen Befund: „Rechtsextremisten“ malen häufig verbotene Zeichen, Buchstaben oder Zahlen auf Wände oder Papier und werden dafür strafrechtlich belangt. Hin und wieder suchen sie auch handfesten Streit, vorwiegend im Osten des Landes und meist mit „Linksextremisten“ oder Ausländern. Auf Demonstrationen verhalten sie sich äußerst gesittet, marschieren in Reih und Glied und grölen ein wenig dummes Zeug, sofern sie dürfen – übertönt meist von den sie stets und immerdar begleiteten Geistesverwandten von „Linksaußen“. Diese tragen neben Zeichen, Buchstaben oder Zahlen, die in ihrem Fall aber ausnahmslos erlaubt sind, mit Vorliebe Feuerzeuge bei sich. Der gesundheitsbewusste „Linke“ von heute nutzt sie weniger für die einst obligatorische Selbstgedrehte mit oder ohne Beilage, sondern modisch zum Anzünden fremder Autos oder Geschäfte. Daneben macht er gerne Jagd auf Polizisten, zuweilen schwer bewaffnet, die Zahlen der schwer verletzten Opfer steigen jedes Jahr schneller an.

Politisch gefährlich sind auch nach 100 Millionen Ermordeten durch den roten Sozialismus, betrachtet man die millionenschweren „Gegenprogramme“, eindeutig nur die braunen Sozialisten. Alleine das Bundesfamilienministerium und das Bundesinnenministerium geben für „Programme gegen rechts“ zusammen nur in diesem Jahr 30 Millionen Euro aus. Dazu kommen entsprechende Kampfaktionen in jedem der 16 Bundesländer sowie aus anderen Ministerien, etwa für „Bildung“, ganz zu schweigen von unzähligen kommunalen Initiativen. Die Mittel kommen ironischerweise direkt oder indirekt dann oft jenen „linksextremen“ Kräften zugute, zu deren „Bekämpfung“ Familienministerin Schröder (CDU) in diesem Jahr erstmals auch einen kleinen Etat über zwei Millionen Euro bereitstellt.

Auch die Verfassungsschutzämter werden seit Jahrzehnten gezielt „gegen rechts“ eingesetzt, weshalb in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zuweilen über karnevalistische Projekte wie NPD oder „freie Nationalisten“ gelästert wird, dass es sie nach Abzug aller verdeckten Staatsschützer gar nicht geben würde. Ein Schelm, wer dabei an Wolfgang Schnur, Gregor Gysi, Peter-Michael Diestel, Wolfgang Thierse oder Angela Merkel denkt.

Preisverdächtige Darbietungen ihrer Schauspielkunst müssen unsere Qualitätsmedien regelmäßig dann aufbieten, wenn ein Minister über politischen Extremismus berichtet. Gestern war es wieder soweit. Zwar müssen wir auf den jährlichen Bundesverfassungsschutzbericht noch etwas warten, doch nannte Thomas de Maizière (CDU) ein paar Zahlen vorab. Solche Tage bereiten unseren Medienschaffenden recht viel Arbeit, muss doch das in Zahlen gegossene Bild behutsam retouchiert werden.

Natürlich dürfen die Leser und Zuschauer keinesfalls erfahren, dass der größte Teil der gemessenen und gewogenen „rechten Kriminalität“ lediglich aus Meinungsäußerungen besteht – neben in Deutschland unerwünschten Symbolen, Codes, Wörtern und Ziffern geht es zuweilen auch um amtlich nicht erlaubte eigenwillige Geschichtsinterpretationen. Also wird diese unwichtige Hintergrundinformation an jedem dieser Berichtstage so geschickt verschwiegen wie die geheime Staatssache, dass dann, wenn mal wieder über „Gewaltausschreitungen bei rechten Demonstrationen“ berichtet wird, in Wirklichkeit fast ausnahmslos deren Gegner von „links“ für diese Exzesse verantwortlich sind. Jeder bundesdeutsche Polizist weiß das, die Öffentlichkeit darf es so nicht erfahren.

Wie einst der DDR-Bürger als Konsument von „Neuem Deutschland“ und „Aktueller Kamera“ müssen die Leser des „Spiegel“ und die Zuschauer der Tagesschau lernen, „zwischen den Zeilen lesen“. Gestern war die Aufgabe für unsere Medienschaffenden besonders knifflig, denn de Maizière hatte verkündet, dass „Linke“ nun – obwohl man bei ihnen im Zweifel gerne ein linkes Auge zudrückt und die fünf Finger ihrer Faust gerade sein lässt – doch eindeutig mehr Körperverletzungen verursachten. Hatte man in der Vergangenheit noch jede an sich selbst ausgeführte Hakenkreuzritzerei pubertierender Mädchen gekonnt zu einem „besonders besorgniserregenden rechten  Anschlag“ erhöht, so wartete nun eine neue Aufgabe. Jetzt mussten die journalistischen Vollstrecker den Hinweis auf den Unterschied zwischen „rechts“ und „links“ – hier verfolgte falsche Meinung, dort zunehmende echte Gewalttaten – vertuschen und verwischen. Schwierig! Doch die „Süddeutsche Zeitung“ fand folgenden eleganten Weg: „Die meisten Straftaten gehen noch immer auf das Konto der extremen Rechten – doch linke Gewalt holt in der Statistik auf.“ Das ist dann buchstabengetreu sowenig gelogen wie die „Gewaltausschreitung bei der rechten Demo“. Man muss nur die Worte „Taten, Straftaten und Gewalt“ so geschickt vermengen, dass der ungelernte Leser und Zuschauer diese für Synonyme hält.

Entsprechend meldet diesen Sachverhalt auch die „Tagesschau“ ganz akkurat: „Wie bereits in den Vorjahren machte die politisch motivierte Kriminalität von Rechtsextremisten mit insgesamt 19.468 festgestellten Taten den größten Teil der Delikte aus. Stark angestiegen sind Straftaten, die dem linken Spektrum zugeordnet werden. Erstmals seien mehr Körperverletzungen aus politisch linker als aus politisch rechter Motivation begangen worden, sagte de Maizière.“ Zuerst also die Fakten, dann eine eigenartige Meinungsäußerung des Innenministers, die nicht recht mit dem gebotenen Bild harmonieren will, offenbar eine Art unpassendes Politikerkauderwelsch.

Die „Bild“ zeigt sich zwar entsetzt über den nun durch den Minister perestroikagleich erstmals offen benannten „linken Terror“, doch sie verschweigt lieber die von der Tageschau präsentierte, eigenartige Meinungsmeldung de Maizieres. Das liest sich in unserem Arbeiter- und Bauernblatt dann so: „Einen rasanten Anstieg der Gewalt gibt es bei linksextremistischen Straftaten: Diese sind um 39,4 Prozent auf 9.375 Delikte gestiegen. Die Gewalttaten (zum Beispiel Körperverletzung) der Linksextremen stiegen sogar um 53,4 Prozent auf 1.822. Allerdings: Die Zahl von rechtsradikal motivierten Taten ist weiterhin fast gut doppelt so häufig. Sie fiel allerdings im Jahr 2009 um 4,7 Prozent auf 19.468.“ Merke: Die Gewalttaten der einen Seite stiegen und übertreffen die der anderen Seite, was allerdings verschwiegen wird weil zu verwirrend, denn dort gab es – doppelt „allerdings“ – viel mehr „Taten“...

Das Ziel solcher Windmühlenkämpfe ist nicht das nur sehr vereinzelt diesseits des V-Manns anzutreffende Exemplar des gemeinen Neonazis. Getroffen werden soll im „Kampf gegen rechts“ der Konservative und Liberale, der das eingangs geschilderte Medienbild immer noch nicht so recht glauben mag. Konservativ oder liberal, das geht nun gar nicht mehr. Oder wie der Berliner „Tagesspiegel“ heute berichtet: „Tramfahrer legte umstrittene Zeitung aus“. In Potsdam nämlich steht „ein Straßenbahnfahrer des Potsdamer Verkehrsbetriebs (ViP) in der Kritik, für eine umstrittene Zeitschrift geworben zu haben. Wie ViP-Chef Martin Weis bestätigte, habe es bereits am vergangenen Donnerstag eine entsprechende telefonische Beschwerde gegeben. So soll ein Tramfahrer in der Linie 99 ein Exemplar der Wochenzeitung ‚Junge Freiheit’ offen sichtbar hinter dem Fahrersitz gesteckt haben.“ Das ist jedoch der Platz, der von den Kollegen deutschlandweit sonst für die „Bild“ reserviert ist. Eine konservativ-liberale Zeitung auf der Ablage, das ist Autobahn in der Straßenbahn. Der offenbar überqualifizierte, aber, wie der „Tagesspiegel“ weiter berichtet, „für sein Vergehen verantwortliche Fahrer ist inzwischen bekannt, ob es Konsequenzen gibt, ließ Weis offen: ‚Wir werden mit ihm sprechen’.“

Die Praxis solcher innerbetrieblichen „Gespräche“ wurde wie das Ampelmännchen im antifaschistischen Staffellauf der Republiken gerne übernommen. Und so werden „JF“ und Co. zur Bückware. Natürlich geht es nicht nur um unbotmäßige Zeitungen, und der eine Fahrer selbst soll auch vor allem als Abschreckung für Hundert potenzielle andere allzu offen erkennbare Leser dienen. Ziel sind zudem die entsprechenden parteipolitischen Alternativen. Die Pro-Bürgerbewegung weiß seit ihrem legendären Antiislamisierungskongress 2008 ein kölsches Liedchen davon zu singen. So wurden für einen Tag der Ausnahmezustand und echte oder vermeintlich „Rechte“ für vogelfrei erklärt. Der linke Mob durfte sie aufgestachelt von Medien und Politik, der Proletarierführer und Ministerpräsident staatsratsverdächtig vorneweg, um den Dom hetzen. Unvergessen die WDR-Kommentare oder der damalige „Spiegel“-Autor Lenz Jacobsen, der seine sadistischen Gelüste in kaum einer Zeile über diese Menschenjagd verbergen konnte (ef berichtete ausführlich). Unvergessen auch die wenigstens eine oppositionelle Stimme der „FAZ“, die sich an diesem Tag nicht nur an den Arbeiter- und Bauernstaat erinnert fühlte, sondern an das Medien- und Straßenbild des vorherigen deutschen Staffelstaats.

Täter werden zu Opfern. Und umgekehrt – Journalisten arbeiten hierzulande gründlich, nicht erst seit ihren Sternstunden unter Goebbels. Bei so viel Geschick wollen auch die Politiker unserer Zeit nicht kleckern. „Besorgt“ zeigt sich nämlich heute der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller. Er fordert, jetzt auch „die Förderprogramme gegen linke Gewalt massiv aufzustocken“. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Stefan Ruppert bestätigt für seine Fraktion, man wolle nun ebenfalls und zusätzlich „Linksextremismus bekämpfen“.

Was der EU-Tabakpolitik recht ist – Subventionen hier, „Bekämpfung“ dort, Abermillionen für die Verteilbürokraten in beiden Fällen obenauf – kann der Politik der „Extremismusbekämpfung“ nur billig sein, mal abgesehen vom Preis: Dank Union und FDP werden also in Bälde nicht nur „Rechtsextremisten bekämpft“ und dabei „Linksextremisten“ gefördert, sondern auch umgekehrt. Koste es, was es wolle.

Die Alternative dazu wäre zwar wesentlich günstiger, rechtsstaatlicher und auch sicherheitswirksamer für den Steuerzahler, aber zu „unpolitisch“, könnte man doch den Firlefanz der inszenierten Politkriminalität ganz einfach vergessen und die Irren nachhaltig wegsperren, die systematisch und gezielt Polizisten nach dem Leben trachten, aus welchen verrückten Gründen auch immer. Oder man könnte jene, die andererleuts Pkw „abfackeln“ oder Schaufensterscheiben einschmeißen, zur Begleichung des entstandenen Schadens zuzüglich einer angemessenen Wiedergutmachung den Opfern zeitweise als Sklaven zuführen. Dann hieße es Tüten kleben, streng bewacht natürlich. Unverhofft produktiv dürfte auch der an sich arbeitsscheueste Chaot nach 30 Jahren und ein paar Millionen Tüten das Auto plus Entschädigung abbezahlt haben. Ach ja, und unerwünschte Meinungen könnten anders als in Nordkorea und Kuba in Deutschland wie in jedem anderen zivilisierten Land der Welt auch wieder erlaubt werden. Sogar in der Straßenbahn. 

24. März 2010

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Kommentare

Stefan Miller, am 24. März 2010 um 12:39 ( Link )

wenn man davon abzieht, daß die NPD eine defakto Verfassungsschutzpartei ist, die offiziell zur Hälfte von regulären Steuergeldern finanziert wird und daß angebliche rechtsextreme Gewalttaten sich nicht der rechten Szene nachwiesen liessen, dann bleibt von der rechten Gefahr soviel Übrig wie von der Cheshire-Katze aus Alice im Wunderland: nämlich ein müdes Lächeln.

Die linke Gefahr war und bleibt präsent. Ich bin gespannt, was das für Folgen haben wird.

mike, am 24. März 2010 um 12:40 ( Link )

Nachdem die Medien anscheinend 100 % ig links dominiert sind - und die Politik ( und anscheinend in zunehmendem Maß auch die Rechtsprechung ) davon treiben läßt, wird das Spiel munter weitergehen ..

Constanze, am 24. März 2010 um 12:45 ( Link )

Doch die „Süddeutsche Zeitung“ fand folgenden eleganten Weg: „Die meisten Straftaten gehen noch immer auf das Konto der extremen Rechten – doch linke Gewalt holt in der Statistik auf.“ Das ist dann buchstabengetreu sowenig gelogen wie...

Doch, Herr Lichtschlag, genau das ist buchstabengetreu gelogen, denn aufholen kann nur jemand, der zurückliegt. Und das ist bei den Gewalttaten eben nicht der Fall.

Constanze, am 24. März 2010 um 12:46 ( Link )

..bei den linken Gewalttaten meine ich natürlich.

SchelmVomElm, am 24. März 2010 um 14:13 ( Link )

Fahrlässiger Weise, habe ich neulich die ef im Sozialraum liegen lassen. Puuh, gerade nochmal gut gegangen...

Klaus Wulf, am 24. März 2010 um 14:24 ( Link )

Geschätzter Herr Lichtschlag,

Qualitätsmedien, ich weiß, das ist ironisch gemeint. Aber es verharmlost den wahren Sachverhalt.

Oder würden Sie die vom Steuerzahler geretteten Banken Qualitätsbanken nennen? Sicher nicht.

Nach Merkelschem Neusprech heißen diese Systembanken.

Warum also nicht die PC-förmigen Medien Systemmedien nennen.

Klaus Wulf, am 24. März 2010 um 15:02 ( Link )

Wenn man die Zahlen aus dem Bericht nimmt dann sind 68% der Körperverletzungen von Linken und 32% von Rechten. Nur zur Vervollständigung.

Kreuzweis, am 24. März 2010 um 15:13 ( Link )

Michael Winkler prägte den Begriff der "qualitätsfreien Medien" für die selbsternannten "Qualitätsmedien".

Ich finde ihn treffend.

JohnGalt, am 24. März 2010 um 17:00 ( Link )

„Tramfahrer legte umstrittene Zeitung aus!“

Da muss man doch was machen und zwar nachhaltig!
Der hört bestimmt auch heimlich "Feindsender" und guckt "West-Fernsehen"!

Da "geht ja schon mal gar nicht"

Giovanni, am 24. März 2010 um 17:05 ( Link )

Die Straftaten der "Rechten" lassen sich beliebig vermehren: ich gehe täglich an einem Stromhäuschen vorbei, das schon mal mit dem Hakenkreuz beschmiert war. Mutmaßlich haben dies Antifanten getan, denn es gibt hier solche, aber keine Neonazis, die mit dieser Pinselei belastet werden!

CrisisMaven, am 24. März 2010 um 17:29 ( Link )

Giovanni: wer sich mit Polizeistatistik auskennt weiss ja auch, dass JEDEr Verstoss gegen einen Straf-Paragraphen einzeln gezaehlt wird. Somit ist eine RECHTE Schmiererei mit verfassungsfeindlichen Symbolen mindestens ZWEI Straftaten, denn es kommt neben dem Gesinnungsdelikt die Sachbeschaedigung hinzu. So laesst sich Vorsprung leichter halten!

Blaise Pascal, am 24. März 2010 um 18:16 ( Link )

Doch die „Süddeutsche Zeitung“ fand folgenden eleganten Weg: „Die meisten Straftaten gehen noch immer auf das Konto der extremen Rechten – doch linke Gewalt holt in der Statistik auf.“

Sehr "elegant", in der Tat.

Auch dass man hier im Land schon für die Junge Freiheit politisch verfolgt wird, ist sehr beunruhigend, um es mal milde zu sagen.

fwh, am 24. März 2010 um 18:26 ( Link )

Nach reichlich drei Jahrezehnten DDR-"Rechtsstaat" und einer kurzen Phase der Illusion fühle ich mich nicht nur durch die beschriebene Denunziation (Blockwarte und IMs lassen kollektiv grüßen) wieder zurück ins Arbeiter- und Bauern-Paradies versetzt. Zwar gibt es kaum noch Arbeiter und Bauern, aber Denunzianten, Mitläufer und Berufsanständige dafür in Hülle und Fülle.

Die verfälschenden Interpretationen der Straftaten-Statistik hätten auch im damaligen "Neuen Deutschland" oder der "Jungen Welt" stehen können (die es heute auch wieder gibt und deren Besitz gewiß keinen Anstoß im Blockwartland erregen würden). Man stelle sich vor, die rechte Gewaltkriminalität wäre in einem einzigen Jahr um über 50% gestiegen: Wir hätten längst den Ausnahmezustand ...
Grafik

Frank Martin, am 24. März 2010 um 20:26 ( Link )

Und nicht vergessen: Die absurde Definition des VS für Rechtsextremismus bezieht genuin linke Ideologien wie Nationalismus und Rassismus ein.

Molot, am 24. März 2010 um 20:38 ( Link )

@fwh

Nach reichlich drei Jahrezehnten DDR-"Rechtsstaat" und einer kurzen Phase der Illusion fühle ich mich nicht nur durch die beschriebene Denunziation (Blockwarte und IMs lassen kollektiv grüßen) wieder zurück ins Arbeiter- und Bauern-Paradies versetzt. Zwar gibt es kaum noch Arbeiter und Bauern, aber Denunzianten, Mitläufer und Berufsanständige dafür in Hülle und Fülle.

Sie sprechen mir aus der Seele!
B.Ullmann

Magnus Goeller, am 24. März 2010 um 21:27 ( Link )

Zum Thema "Qualitätsmedien" bzw. "qualitätsfreie Medien": Ich nenne sie seit geraumer Zeit "Schafsmedien".

Realist, am 24. März 2010 um 21:41 ( Link )

Ich hatte letzte Woche die Junge Freiheit auch liegen gelassen. Nicht in der Postdamer Tram, sondern in einem ICE. Das hat mich im Nachgang sehr betroffen und traurig gemacht. Auf diesem Wege möchte ich mich bei allen SozialarbeiterInnen, GrünInnen, LehrerInnen, MedienschaffendInnen und überhaupt allen GleichgeschaltetInnen entschuldigen.

Paoyue, am 24. März 2010 um 21:48 ( Link )

Ich lasse auch gerne das ef-magazin in Zügen liegen. Zeitschriften-crossing sozusagen.

Ehrlich gesagt mache ich mir Sorgen, sind wirklich alle Menschen so sehr an Freiheit interessiert? Zu viele geben doch gerne ihre Bürgerrechte gegen falsche Sicherheitsversprechen auf. Das ist vielmehr unser Problem, als irgendwelche Verschwörungstheorien.
Viele Menschen haben Angst vor der Eigenverantwortung und laufen den Verführungen der Staatsknete hinterher!

Wie kann man denen nur klarmachen, daß sie sich auch den Weg der Lemminge begeben haben?

Blaise Pascal, am 24. März 2010 um 22:03 ( Link )

"Wie kann man denen nur klarmachen, daß sie sich auch den Weg der Lemminge begeben haben?"

Der Weg der Lemminge wird auch "The Road to Serfdom" genannt. Friedrich von Hayek hat ein gleichnamiges Buch dazu geschrieben. Sehr lesenswert.

Paoyue, am 24. März 2010 um 22:41 ( Link )

Achja, den Hayek hab ich immer noch nicht gelesen. Aber soll man jetzt ein Zyniker sein, der es einfach so beobachtet, wie die anderen in den Abgrund laufen?
Und sind wir wirklich sicher, nicht mit hineingezogen zu werden?

Magnus Goeller, am 24. März 2010 um 23:37 ( Link )

In der Tat werden die Schafsmedien nur darüber in die Knie gezwungen werden, dass ihnen die Leser weglaufen.
Einfach nicht mehr kaufen!
Darüber, dass viele Leser sehr gut informiert sind und den Kanal voll haben, wissen bei denen nicht nur die Leserbriefredakteure (-teuere!) sehr wohl bescheid.
Wer aber für Krieg, Schweinegrippe und Klimaschwindel schreiben muss, auf Deibel komm raus, der muss das wohl bis zur Pleite tun.

Magnus Goeller, am 24. März 2010 um 23:52 ( Link )

Natürlich ist der Druck auf Redakteure, verlogen-konform zu schreiben, durch das Einbrechen des Printmarktes nur noch gestiegen, sie könnten ja selber morgen auf der Straße stehen.
Ein Teufelskreis sozusagen: Aber, sind sie es nicht, die stets Dissidenten in Ichweißnichtwo bejubeln, die statt mit Hartz IV mit Gefängnis zu rechnen haben?
Soll mir da das Mitleiden kommen, mit reihenweise Leuten, die Kriegslügen auch dann aufrechterhalten, wenn sie (siehe den ef-Artikel von Frau Girishkin zur erfundenen Stadt Mardschah) auf diese mehrfach hingewiesen wurden?

Goldelse, am 25. März 2010 um 8:57 ( Link )

@ Giovanni
uuups, auch bei mir in der Region kämpft das Wochenblatt ganz kriegerisch und mutig gegen "Rechts", obwohl mir Neonazis noch nie begegnet sind, aber am Glaskontainer prangt seit kurzem bei uns ein Hakenkreuz, ich denke da natürlich an die lieben Kleinen der Antifa, nun mache ich mich also schuldig, wenn ich mit dem Hund dran vorbeigehe, schon mehrmals, also jedesmal eine neue Autobahn in der Statistik.

Staatlich Lernbehinderter, am 25. März 2010 um 11:38 ( Link )

"..., sind wirklich alle Menschen so sehr an Freiheit interessiert?"

Nein sind sie nicht. Die Freiheit der Anderen ist eine Bedrohung, wird jedenfalls so erlebt. Nur wer sich zuverlässig unterjochen läßt und anpaßt, dessen Verhalten ist kalkulierbar. Das schafft Sicherheit für den ansonsten durch "Freiheit" und Ungewißheit gequälten Kleingeist. Je gegängelter und eingegleist die Anderen sind, umso besser.

nehring, am 25. März 2010 um 20:55 ( Link )

es bedarf aber schon der medialen aufregung, um die "anständigen" zum "aufstand" zu bringen...
für viele ist der mummenschanz ersichtlich...sie verweigern sich...(solange sie dürfen(?)...

grosse aufregung beim mdr-radio:
"rechtsextreme kaufen schloss trebitz! einwohner besorgt um zukünftiges schulungs-zentrum der rechten!"
wenn man genau zuhört (was schwerfällt!), kommt wirklich nur heisse luft. behauptungen, unterstellungen, nichts genaues weiss man nicht...
und dann:
bei der einwohner-versammlung 12 ! leute, aus halle, bernburg, leipzig, magdeburg (wohl aus einschlägigen "porjekten") und nur 1 (ein)
bewohner von trebitz!
kommentar:"die einwohner sehen es gelassen. erst mal abwarten..."

oh da lauert er, der extremismus der mitte...
wartet ab...

Konservativer, am 25. März 2010 um 22:05 ( Link )

Wenn man nicht mit ausgeprägten Gutmenschen sondern mit ganz normalen Leuten redet - die wissen alle, dass sie die Zahlen der rechten Straftaten vergessen können wegen der sog. Propagandadelikte, die es beim linken Pendant nicht gibt. Ich rede ausdrücklich nicht von ef- oder JF- Lesern sondern von durchschnittlichen Zeitgenossen. Der innere Abstand zu den Systemmedien ist weiter verbreitet als man denken möchte.

Neutrino, am 25. März 2010 um 23:08 ( Link )

Herr Lichtschlag, eine wichtige Information fehlt noch:

Als rechte Tat gilt in der Statistik bereits, wenn ein bloßer Verdacht auf eine rechte Tat vorliegt.
Das gilt erst seit einigen Monaten. Bisher (und bei linken Taten wohl immer noch) gilt eine Tat erst dann als "rechts" (bzw. "links") wenn sie aufgeklärt wurde.

Ein Beispiel: An einer abgefackelten Dönerbude befindet sich ein Hakenkreuz.
Schwupps ist es als "rechte Tat" archiviert.
Stellt sich später heraus, dass der Budenbesitzer seine Bude selbst abgefackelt hat um die Versicherungssumme zu kassieren dann ist das für die Statistik ohne Belang.

Deshalb dürfte das reale Missverhältnis zwischen Neonazigewalt und Kommunistengewalt noch etwas eklatanter zu Lasten der Kommunisten ausfallen.

Ansonsten volle Zustimmung zu ihrem Artikel.

Allerdings halte ich die Kommunisten auf den Straßen für weniger gefährlich als die Kommunisten in den Parlamenten!

EEkat, am 26. März 2010 um 18:52 ( Link )

etwas OT:

heute haben die erst mal PI-news aus dem Verkehr gezogen. Dürfe mit der Protest-Veranstaltung von Pro-NRW vor Moscheen in Nordrhein-Westfalen zusammenhängen. Taz berichtet: mehr linke Gegendemonstranten als Pro NRW-ler.

Da wird PI wohl als zentrales Informationsmedium der Pro-Bewegung angegriffen.

Macht nichts. Mir hat man beispielsweise das unzensierte Schreiben bei PI unterbunden, jetzt sehen die selber, wie es ist, wenn man mundtot gemacht wird.

Interessant ist auch hier das Zusammenwirken der Sozialisten in Regierungen und Medien, und erneut frage ich mich, urch was das alles koordiniert wird.

Das einzige, was mich da noch freuen kann ist, daß wir damit alle auf die Fresse fliegen werden.

EEkat

Marco Kanne, am 28. März 2010 um 3:44 ( Link )

CrisisMaven,

wer sich mit Polizeistatistik auskennt weiss ja auch, dass JEDEr Verstoss gegen einen Straf-Paragraphen einzeln gezaehlt wird. Somit ist eine RECHTE Schmiererei mit verfassungsfeindlichen Symbolen mindestens ZWEI Straftaten, denn es kommt neben dem Gesinnungsdelikt die Sachbeschaedigung hinzu. So laesst sich Vorsprung leichter halten!

Naja, weil ich mich im Bereich politischer Extremismus, PMK usw. ein bisschen auskenne: Zumindest bei der politisch motivierten Kriminalität (PMK) verhält es sich so, dass jeweils nur das mit höchsten Strafe bewehrte Verbrechen/Straftat/Ordnungswidrigkeit gezählt wird. Das macht sich statistisch insbesondere für Linksextremisten bezahlt, da deren Begehungen des Delikts 'Landfriedensbruch' deutlich höher sind, als jene der Rechtsextremisten. Will heißen: Wenn beispielsweise ein wilder linker Mob nach einer Demo randalierend durch die Straßen zieht und dabei die Scheiben von Banken und Geschäften einschlägt, Austos und Müllcontainer in Brand setzt, Barrikaden baut etc., gilt dies als EIN Delikt im Sinne der PKS / PMK - als Landfriedensbruch. Sollte dabei ein Mensch verletzt werden, gilt dies ebenfalls als EIN Delikt - als Körperverletzung.

CrisisMaven, am 29. März 2010 um 1:25 ( Link )

Danke fuer die Richtigstellung - wusste ich noch nicht. Ist natuerlich (wohl beabsichtigter) Bloedsinn, zumal hier eine Taeter- und Tatmehrzahl anzunehmen ist und die Arbeit der Polizei, jeden einzelnen Ladenbesitzer abzulatschen, Auszuege aus dem Polizeitagebuch zu erstellen wegen der Versicherungen usw. ja auch nicht nur in EINER Amtshandlung besteht. So erzeugt man das gewuenschte falsche Sicherheitsgefuehl in der Bevoelkerung.

Staatlich Lernbehinderter, am 01. April 2010 um 17:49 ( Link )

@Kanne+Maven:

Meines Wissens wird für die Statistik schon einzeln gezählt, für die Strafverfolgung jedoch nur das "Schlimmste" herangezogen.


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