Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Achtung: EU- und Euro-Zerfall!

von Walter K. Eichelburg

Die Nettozahler steigen in der Regel aus

Seit Beginn des Jahres beschäftigt uns bereits die Griechenland-Krise, so regelmäßig also, wie dort wöchentlich der Generalstreik gegen die ohnehin zaghaften Sparbemühungen der Regierung ausgerufen wird. Am 15. März haben sich wieder einmal die Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel zu diesem Thema getroffen. Außer einigen großartigen, aber leeren Sprechblasen des Euro-Zampano und „Chefs“ der Eurozone, Jean-Claude Juncker aus Luxemburg, ist nichts herausgekommen: Die EU-Regierungschefs werden sich mit dem Thema eines Griechenland-Bailouts „bei Bedarf“ beschäftigen.

In der Tat sieht es so aus, als würden Juncker und einige Bankbosse die Regierungen speziell Deutschlands und Frankreichs zu einem Bailout Griechenlands drängen wollen. Das ist aber zutiefst unpopulär. Frankreichs Politik scheint sich schon zurückzuziehen, besonders nach der total verlorenen Regionalwahl für Sarkozys Partei. In Deutschland scheint die Regierung in dieser Frage gespalten zu sein: Den Finanzminister Schäuble hat Juncker offenbar breitgeklopft. Aber Bundeskanzlerin Merkel fürchtet möglicherweise die Volkswut und um ihren Job. Daher soll sie, so hört man, Widerstand gegen einen Bailout leisten.

Deutschland soll die heilige Kuh schlachten

Am selben Tag kamen aus Frankreich, Spanien und anderen „Nettoimporteuren“ der Eurozonen Forderungen von Politikern an Deutschland, dieses sollte seine Exporte einschränken und wie sie selbst ineffizienter werden. Eine heilige deutsche Kuh wurde bereits am EU-Altar geopfert: die D-Mark. Jetzt soll die Letzte drankommen: der Export.

Die Reaktionen aus Deutschlands Politik und Industrie kamen postwendend: „nicht mit uns!“ In der Tat müssen diese Forderungen der puren Verzweiflung entspringen. Sowohl Frankreich als auch Spanien brauchen dringend Arbeitsplätze. Aber ohne die deutschen Exporte wäre der Euro ohnehin schon zu den Fischen ins Mittelmeer abgetaucht. Das will man nicht mehr sehen, die Innenpolitik ist Trumpf. Denn nur dort werden Politiker gewählt oder abgewählt, die Eliten-Solidarität zählt dort nicht.

Die Nettozahler steigen in der Regel aus

Alle solchen Währungsunionen und ähnliche Gebilde sind in Wirtschaftskrisen zerbrochen, nachdem bei den „Nettozahlern“ auf Druck der Bevölkerung die Politik ihren Kurs gewechselt hat. Auch bei EU und Euro wird es so sein. Wenn man weiß, dass es in Deutschland bereits eine Deutsche Mark II im Druck gibt und eine Einführung praktisch jederzeit erfolgen kann, sobald der Euro crasht, dann weiß man auch, was die Stunde geschlagen hat: den Ausstieg des größten Nettozahlers Deutschland. Dabei wird es nicht bleiben. Es fehlt allein noch der Anlass. Möglicherweise war die Forderung der EU-Partner nach „deutscher Ineffizienz“ bereits ein Auslöser zu deutschen Handlungen, wir werden es sehen. Wenn es passiert, kann Barroso sein Diktatur-Hauptquartier in Brüssel zusperren, niemand wird seine Dekrete dann noch ernst nehmen, die EU wird sich auch auflösen.

Nicht ohne Währungsreform

Wenn es EU und Euro zerlegt, dann wird es neue Währungen und Währungsreformen geben. Dabei und durch den dann vorangegangen Euro-Crash (Hyperinflation) wird ein Großteil der Vermögen verloren gehen. Wer dann sein Vermögen nicht außerhalb der Papierwelt, also etwa in Gold und Silber hat, wird massiv verlieren. Denn die heutigen Papier-Vermögen sind direkt oder indirekt auch Kredite an Griechenland, Spanien, Ungarn, Großbritannien oder die USA, die real nie mehr zurückgezahlt werden können. Rein fiktive Vermögen also.

Wann?

Über den genauen Zeitpunkt kann niemand zuverlässig etwas sagen. Aber die Lunten sind gelegt. Eine davon ist der Quasi-Staatsbankrott von Griechenland, eine weitere ist das zunehmende Spannungspotential in Euro und EU. Wir sollten die Politik und die Märkte genau beobachten. Und die Rettungsboote griffbereit haben.

20. März 2010

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