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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
„Spiegel“ und Co. gegen die katholische Bastion: Die ScheinheiligenKinder als Opfer und der Kampf zwischen neuem und altem Glauben Jedem Tierchen sein Pläsierchen: Wer es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, wird Journalist. Wer ein wenig kriminell veranlagt ist, geht zum Finanzamt. Sadisten sollen überdurchschnittlich häufig als Zahnarzt tätig sein. Masochisten wollen bei Bohlen Popstar werden. Bildungsferne lernen zuweilen Profifußball. Schwule schneiden als Friseur besonders gut ab. Notorisch Faule gehen in den öffentlichen Dienst. Und wer gar nichts wird, wird Wirt. Wer aber mindestens sieben dieser acht Eigenschaften gleichzeitig erfüllt, der wird Politiker. Jede Neigung kennt Berufe, in denen sie überdurchschnittlich häufig anzutreffen ist, weil sie dort auch womöglich am besten ausgelebt werden kann. Und Kinderschänder? Werden Sportlehrer oder Priester! Die Nähe und die besondere Respektsposition gegenüber Kindern muss auf notorische Kinderschänder furchtbar anziehend wirken. Wen wundert es also? Der „Spiegel“ vermutet nun in dieser Woche unter dem Titelthema „Die Scheinheiligen – die katholische Kirche und der Sex“, dass es in Wahrheit umgekehrt sei: Haare schneiden macht homosexuell, Fußball spielen dumm und Priester sein pädophil. Die These kam nicht überraschend. Seit Rudolf Augsteins Zeiten und spätestens mit dem Abgang von Franz-Josef Strauß bekämpft das Hamburger Nachrichtenblatt regelmäßig den einen großen Feind in der Institution der katholischen Kirche – alle Jahre wieder wird uns etwa eine antiklerikale „Weihnachtstitelgeschichte“ auf den Gabentisch gelegt. Die These ist auch diesmal simpel: Der Zölibat katholischer Priester sei der „Fehler im System“ und lasse Geistliche zwangsläufig zu Ungeheuern werden. Man hätte diese These leicht überprüfen können, indem man eine ansonsten weitgehend ähnliche Gruppe zum Vergleich heranzieht. Wenn der „Spiegel“ ansatzweise recht hätte, müssten nämlich nicht-zölibatär lebende protestantische Priester signifikant weniger häufig als Kinderschänder überführt werden. Alleine, nichts darüber ist im „Spiegel“ zu finden. Wohl aber auf der katholischen Nachrichtenseite kath.net, dort weist der Theologe Johannes Maria Schwarz auf eine nationale Studie hin, die im amerikanischen „Christian Science Monitor“ veröffentlicht wurde und nach der die protestantischen Kirchen Amerikas zu einem höheren Anteil von Pädophilie betroffen seien als die katholische Kirche. Zudem liege unter den beschuldigten Personen der Anteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirchen über jenen der hauptamtlichen Mitarbeiter und Pastoren. Auch der „Spiegel“ bezieht in seinen Verdachtsfällen gleich alle kirchennahen Angestellten mit ein, die aber nicht dem Zölibat unterliegen und deshalb gerade nicht die eigene These stützen. Auch Erzbischof Silvano Tomasi, ständiger Beobachter des Vatikans bei den Vereinten Nationen in Genf, weist darauf hin, dass die meisten Missbrauchs-Fälle in den USA in protestantischen Konfessionen zu verzeichnen seien. Die entsprechenden Skandale in jüdischen Gemeinden der USA lägen im Zahlenvergleich ebenfalls über den Missbrauchsvorfällen innerhalb der katholischen Kirche. Auch nach Ansicht des deutschen Kriminalpsychiaters Hans-Ludwig Kröber zeigen die vom „Spiegel“ veröffentlichten Zahlen, „dass sexueller Missbrauch bei Mitarbeitern der katholischen Kirche sehr viel seltener vorkommt als bei anderen erwachsenen Männern“. Dem Domradio sagte Kröber, die vom „Spiegel“ ermittelten Zahlen legten „nahe, dass die Geisteshaltung, in der Priester lebten, sie weitgehend davor schützt, Täter zu werden“. Denn nichtzölibatär lebende Männer werden, so Kröber, mit einer 36 mal höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als katholische Priester. Seit 1995 habe es in Deutschland 210.000 polizeilich erfasste Fälle von Kindesmissbrauch gegeben. Die vom „Spiegel“ in einer Umfrage ermittelte Zahl von 94 Verdächtigen innerhalb der katholischen Kirche sei „verschwindend gering“. Kröber arbeitet als Professor für forensische Psychiatrie an der Berliner Charite und ist Mitherausgeber des Standardwerks „Handbuch der Forensischen Psychiatrie“. Die amerikanische Zeitung „Newsday“ berichtete im Jahr 2002, dass 0,2 Prozent aller Sporttrainer in den USA nicht nur eines Sexualdeliktes beschuldigt, sondern bereits in dieser Hinsicht verurteilt worden seien. Der Aufschrei über die Trainer aber bleibt bis heute aus. Wohlgemerkt, jeder einzelne Missbrauch, ob vom Pfarrer oder Sportlehrer, ist einer zuviel. Doch die offenbar völlig an den Haaren herbeigezogene Zölibatsthese des „Spiegel“ kommt nicht von ungefähr. Dass da Männer freiwillig auf Sex verzichten um des Himmelreichs willen, ist für einen „Spiegel“-Journalisten unserer Tage schlichtweg eine Provokation. Und er ist damit nicht alleine. Bereitwillig steht mal wieder mehr als die halbe deutsche Presse stramm, wenn es gegen die katholische Kirche geht. Das war nach der „Williamson-Affäre“ so, und es ist nun nicht anders. Der Zölibat, so drückte es ein Blogger aus, „erfüllt alle jene, die ihre Sexualerziehung aus ‚Bravo’ und Co. bezogen haben, mit tiefem Unbehagen.“ Der Journalist Alexander Kissler drückt es so aus: „Der Zölibat ist im 21. Jahrhundert das am deutlichsten sichtbare Zeichen, dem die Welt widerspricht; schließlich bezweifelt er deren gesamte Logik.“ Er fügt hinzu: „Der zölibatär lebende Priester kränkt, allein weil er ist, die Gegenwart fundamental. Sie vergilt es ihm mit Generalverdacht, Sippenhaft, Schuldsvermutung.“ Das Unbehagen am enthaltsamen Widerspruch gegen die Moderne entlädt sich dann schnell in Ausgrenzung und Hass. 2005, in jenen Wochen vor und nach der Wahl Benedikts XVI. zum Papst, vermutete der „Spiegel“ betroffen, die Deutschen hätten „den Glauben an die Gottlosigkeit verloren“. Diese Euphorien seien heute aufgebraucht, meint Paul Badde in der „Welt“: „Jetzt melden sich die Gottlosen wieder zurück, verbissener als je zuvor und so aggressiv, als gelte es, verlorenes Terrain zurückzuerobern.“ Ziel der Angriffe ist mit der katholischen Kirche der größte anzunehmende und vielleicht letzte ernstzunehmende Fels in der Zeitgeistbrandung. Den Kritikern gilt sie als letzte konservative Bastion und in ihrem alten Glauben als der natürliche Gegner der neuen Zivilreligion vom genderneutralen, multikulturalen und klima- wie sozialgerechten Einheitsmenschen. Die konservativsten Teile ihrer Organisation stehen entsprechend unter besonderem Beschuss. Die traditionalistischen Piusbrüder – wie auch unter den Protestanten die Evangelikalen – sollen, so fordern es Grüne und Sozialdemokraten immer eindringlicher, endlich vom Verfassungsschutz überwacht werden. Das ist in Deutschland die Vorstufe vom Verbotsverfahren. Insofern geht es den konservativen Klerikern nicht anders als allen anderen konservativen Wachen gegen den Traum vom neuen Menschen. Von der Politik werden sie verfolgt oder sollten es zumindest sein, von den Medien gehetzt – und ganz unten sorgen marodierende Truppen unbehelligt für handfeste Einschüchterung. Evangelikale Kongresse wie im letzten Mai in Marburg müssen mit riesigem Polizeiaufgebot vor militanten Sozialisten und Homosexuellenaktivisten geschützt werden. Bei einem christlichen Schweigemarsch wie dem „Marsch für das Leben“ im September in Berlin werden feierliche Grußworte von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), Bischof Wolfgang Huber (damals Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland), dem Berliner Erzbischof Georg Sterzinsky sowie dem JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder in Abwesenheit verlesen, während das still demonstrierende Fußvolk von 400 bewaffneten Polizisten vor hasserfüllten und Mordparolen grölenden Linksautonomen und propagandaschwulen SA-Widergängern geschützt werden muss. Zu dieser hausgemachten und immer alltäglicheren Christenverfolgung mitten in Deutschland schweigen „Spiegel“ und Co. Und auch dazu, dass dem fortschrittlichen Weltbild gemäß eigentlich die falschen Katholiken nun der kollektiven Schande bezichtigt werden, stehen doch ausgerechnet die Jesuiten unter Verdacht. Die sind aber so etwas wie die Piusbrüder mit umgekehrten Vorzeichen, die Kässmänner der katholischen Kirche. Sie waren es, so weiß Alexander Kissler zu berichten, „die den lockenden Seim des Marxismus und der Befreiungstheologie in sich aufsogen und den Arbeiterpriester salonfähig machten; Jesuiten stemmten sich gegen die Pillen-Enzyklika Pauls VI. und gegen den Pflichtzölibat, und Jesuiten wurden auch von Johannes Paul II. mehrfach zur Kirchenordnung gerufen. Für jede liturgische oder theologische Extravaganz findet sich noch heute zuverlässig ein Jesuit, der sie gutheißt.“ Und täglich grüßt der Jesuitenschüler Heiner Geißler. Kissler schließt daraus: „Reformeifer und der Hang zur Selbstsäkularisierung schützen nicht vor Abgründen. Die moralische Lauterkeit in der Kirche wächst keineswegs automatisch, wenn die Kirche sich weltlicher gibt. Man kann sich moralistisch über Tradition und Konvention erheben und dennoch nicht die bessere Moral gepachtet haben“, womit dann allerdings das gesamte moderne Glaubenskartenhaus der von den Medien vorgebeteten Zivilreligiosität zusammenkippt. Im Zentrum der Kritik steht am Ende einmal mehr Papst Benedikt, der „Zölibatsverfechter“. Der „Spiegel“ behauptet: „In Joseph Ratzingers papierener Welt aus Studium und Gebet hat das Thema Missbrauch durch Priester keinen Ort.“ Klar, „dass Benedikt XVI. wie von selbst in das Fadenkreuz des Trommelfeuers geraten ist“, meint Paul Badde: „Er wehrt sich ja nicht. Er verteidigt sich nicht. Er wird nicht in Talkshows aufkreuzen.“ Aber, so Badde, „es gibt eben keinen, der dem Furor der gescheiterten linken Sozialingenieure von gestern aufreizender im Wege steht. Nicht wenige von ihnen sind inzwischen als Wortpolizisten oder Blockwarte einer neuen Zivilreligion zu Lohn und Brot gekommen, die (außer Gott) alles anbetet, was der Selbstermächtigung des Menschen über Leben und Tod und Schicksal dient. Unter ihnen wird der gute alte Agitprop nun gegen die letzte Bastion in Stellung gebracht, die diesem Projekt noch widersteht: Kirche und Papst.“ Es lohnt, Paul Baddes kluge Analyse in der „Welt“ ausführlicher zu zitieren: „Katholiken glauben nicht nur an einen einzigen Gott. Sie glauben zudem, als Konsequenz dieser Überzeugung, dass es Wahrheit gibt. Und zwar eine Wahrheit, also nicht zwei, drei, vier oder unzählige. Und was wahr ist, kann nicht gleichzeitig unwahr sein; auch dreiste Wiederholungen machen Lügen nicht wahr. Den Glauben an die Existenz einer Wahrheit teilen fromme Katholiken im Übrigen mit frommen Juden und frommen Muslimen.“ Ihr rigider Umgang mit der Wahrheit, so Badde, mache die katholische Kirche „ein wenig ungeschmeidig gegenüber all denen, die heute eine und morgen eine andere Meinung haben und vertreten, weil es ihrer Ansicht nach ja keine allgemeingültige Wahrheit gibt. Nur lauter spukende Zeitgeister. Da spuken sie eben mit. Gestern Kommunist, morgen Buddhist, übermorgen vielleicht einmal Mondanbeter.“ Heute aber sind wir erstmal alle „ökosozialfairgerecht“, wie Carlos A. Gebauer es genderneutral auf den Punkt brachte. Der Hass auf Benedikt, riecht Badde, „duftet wie der Hass, den schon die Nazis gegen Pius XII. hegten“. Damals waren die Jesuiten noch papsttreu und norddeutsche Nazis höhnten: „Juden und Jesuiten, die können uns nicht beschieten!“ Auch damals heizten Presse, Protestanten und Politik die Progromstimmung gerne mal mit an, die dann unter dem einstigen Zeitgeist auch Hunderte katholische Priester mit dem Leben bezahlen sollten. Wenn aber der „Spiegel“ immer wieder gerne auf die „vergessenen Opfer der Nazis“ hinweist, dann sind nie die Katholiken gemeint, die sich tatsächlich wie kaum eine andere Gruppe der Wahl der NSDAP und danach oft selbst den alltäglichen Naziritualen wie dem Hitlergruß verweigerten, was seinerzeit keineswegs so gratismutig war wie der heutige „Kampf“ aller Helden „gegen rechts“. Gemeint sind lieber Deserteure oder, und das besonders gerne: Homosexuelle. Dass diese damals zuweilen zu den Tätern zählten und nicht nur die Münchner NSDAP mitsamt ihrer auffälligen Reiterhosen- und Stiefelästhetik in der örtlichen Presse vor der Machtergreifung als schwule Truppe beschrieben wurde, fällt ebenso wenig ins Gewicht wie die heutigen Hassprediger, diesmal gleich unter der Regenbogenfahne, mit ihren lautstarken Gewaltphantasien am Rande stiller christlicher Glaubensdemonstrationen. Die meisten Missbrauchsopfer, von denen der „Spiegel“ berichtet, sind übrigens Jungen und nicht Mädchen. Der „Spiegel“ schließt daraus, dass sich jetzt endlich auch die katholische Kirche der doch offenbar dort weit verbreiteten Homosexualität öffnen müsse. Tatsächlich weisen das Bundeskriminalamt und der Deutsche Kinderschutzbund darauf hin, dass bei den Opfern von Kindesmissbrauch generell eindeutig Jungen mit 61,6 Prozent gegenüber 38,4 Prozent Mädchen dominierend seien. Sind also, wenn man die wenigen erfassten weiblichen Täter vernachlässigt und gleichzeitig bedenkt, dass nur eine kleine Minderheit aller Männer schwul ist, demzufolge Homosexuelle weit überdurchschnittlich häufig Kinderschänder im Vergleich mit Frauen zugeneigten Männern? Diese Frage interessiert den „Spiegel“ nicht. Dabei könnte hier die statistische Relevanz durchaus aussagekräftiger sein als im Fall von Sportlehrern oder Priestern. Damit auch dies klar gesagt wird: Dennoch sind nicht alle Homosexuellen potentielle Kinderschänder. Im Gegenteil, die allermeisten sind es nicht, und die stille schwule Mehrheit, selbst zuweilen konservativ, beteiligt sich auch heute wie damals nicht an Ausschreitungen. Dass aber der „Spiegel“ mal eben katholische Geistliche unter Generalverdacht stellt, und dies unter einem Cover, das in ähnlicher Form gegen eine andere Minderheit gerichtet mindestens Lichterketten für Toleranz, vermutlich aber eine Anklage wegen Volksverhetzung hervorgerufen hätte, ist aus Sicht des Blattes nur so konsequent wie tatsächlich scheinheilig. 10. Februar 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareTrebMelsa @ André F. Lichtschlag Und täglich grüßt der Jesuitenschüler Heiner Geißler Richtig, dessen Lallen über Ordoliberalismus ist einfach unerträglich ignorant. Der „Spiegel“ behauptet: „In Joseph Ratzingers papierener Welt aus Studium und Gebet hat das Thema Missbrauch durch Priester keinen Ort.“ Klar, „dass Benedikt XVI. wie von selbst in das Fadenkreuz des Trommelfeuers geraten ist“, meint Paul Badde: „Er wehrt sich ja nicht. Er verteidigt sich nicht. Er wird nicht in Talkshows aufkreuzen.“ Aber, so Badde, „es gibt eben keinen, der dem Furor der gescheiterten linken Sozialingenieure von gestern aufreizender im Wege steht. Noch dazu, wo Benedikt XVI. ein messerscharfer Denker ist. Keiner der dieser Sozialingenieure würde in einer fair geführten Diskussion gegen Joseph Ratzinger auch nur den Hauch einer Chance haben. Herr Lichtschlag, beim Spiegel kann man mehrfach im Jahr vornehmlich nur Davila zitieren: Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Jesus Christus ausweicht. Edgar L. Gärtner, am 10. Februar 2010 um 18:24 ( Link ) Lieber André, Jörg Haerter, am 10. Februar 2010 um 18:32 ( Link ) "Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Jesus Christus ausweicht." Volle Zustimmung, allerdings fehlt der Hinweis auf den notwendigen Bibelbezug eines Christen, auch eines Katholiken, sonst bastelt sich jeder "Gläubige" seine Religion selbst. Die kennt keinen Viscount, am 10. Februar 2010 um 18:41 ( Link ) Sehr geehrter Herr Lichtschlag, da kann man ja froh sein, daß Sie am Ende der Philippika noch haarscharf die Kurve erwischen, die vom Holismus wegführt: Damit auch dies klar gesagt wird: Dennoch sind nicht alle Homosexuellen potentielle Kinderschänder. Im Gegenteil, die allermeisten sind es nicht, und die stille schwule Mehrheit, selbst zuweilen konservativ, beteiligt sich auch heute wie damals nicht an Ausschreitungen. Ich hätte es auch einigermaßen erstaunlich gefunden, wenn Sie den Generalverdacht beim SPIEGEL bemängeln (was hatten Sie denn erwartet von diesem Schundblatt?), dies aber auf Basis Ihres eigenen Generalverdachts begründen, nämlich den gegen die Schwulen. Die meisten Schwulen, die mir bekannt sind, sind so konservativ, daß es fast an Biedermeierlichkeit grenzt. Man sollte Schwule nicht pauschal mit Volker-Beck-Jünger gleichsetzen, denn dessen infantil-größenwahnsinniges Gequake geht früher oder später jedem vernünftig denkenden Menschen auf die Nerven. Ich würde es begrüßen, Herr Lichtschlag, wenn Sie wieder zu Ihrer brillianten Schärfe im Denken zurückfänden, die Sie früher einmal auszeichnete. Das hieße allerdings, den Kollektivismus im Denken in allen Richtungen abzustreifen, und der Kollektivismus beginnt auch dort, wo pauschal von "allen" Schwulen die Rede ist - die gibt es genausowenig wie "die" Christen oder "die" Liberalen" oder "die" Konservativen. Den Kollektivismus lassen wir am besten da liegen, wo er hingehört: Nämlich links. Hinweisen will ich nachrichtlich noch darauf, daß es in den 1990er-Jahren ausgerechnet die sog. "C"-Parteien waren, die sich gegen eine Verlängerung der Verjährungsfristen für Kindesmißhandlung gewehrt haben. fwh, am 10. Februar 2010 um 19:12 ( Link ) Nun, wer die Kampagnen im zur Zeitgeist-Dreckschleuder mutierten "Sturmgeschütz der Demokratie" tatsächlich noch ernstnimmt, dem kann wohl niemand mehr helfen. Dabei ist die Überschrift im betreffenden Heft durchaus korrekt: "Die Scheinheiligen" Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Mitglied der Spiegel-Redaktion ein Kind mißbraucht, ist im übrigen - nur zum Vergleich - 36-mal höher als die bei einer gleichgroßen Gruppe von zölibatär lebenden Priestern. Allein dieser Vergleich zeigt die Unhaltbarkeit der These, daß das Zölibat den Kindermißbrauch fördere. In der Realität geht es Müller-Blumencrons Dreigroschenjungen jedoch gar nicht um Kinder oder das Zölibat. Der Feind, der getroffen werden soll, ist die katholische Kirche, der Papst, die sich der zeitgeistseligen Zivilreligion verweigern. Ihnen soll der Garaus gemacht werden, denn wer an Gott glaubt, glaubt nicht an die moralische Überlegenheit der Prantls, Benz' und Müller-Blumencrons dieser Gesellschaft ... Tanja Krienen, am 10. Februar 2010 um 19:40 ( Link ) Guter Artikel! Wenn ein junger und ein älterer Schwuler sich im Rahmen der katholischen Kirche treffen, nennt man das Missbrauch. Sonst: “urbaner Lebensstil”. Paoyue, am 10. Februar 2010 um 20:12 ( Link ) Sehr guter Artikel. Der große Voltaire würde im Jahr 2010 wahrscheinlich eher die Katholische Kirche gegen die neue Infamie verteidigen: An diesem Spiegel-Artikel zeigt sich deutlich der himmelweite Unterschied zwischen berechtigter Religionskritik und Hetzkampagnen, die der Spiegel und die andere Presse ja gerne türkischen Religionskritikerinnen anhängen - ridicule. vonclausewitz, am 10. Februar 2010 um 20:36 ( Link ) Welches Stockwerk des Inferno ist eigentlich für Journalisten reserviert? moderne21, am 10. Februar 2010 um 20:39 ( Link ) @Tanja Krienen Ziehen sie von der Aufklärung mal den (nach heutigen Maßstäben) schwulen Anteil davon ab - bleibt vielleicht gar nicht so viel übrig, wie sie vermutlich meinen. Und zwar gerade wegen des Kampfes GEGEN die über lange Zeit erschreckend unbarmherzige und geistfeindliche katholische Kirche. klausb, am 10. Februar 2010 um 20:46 ( Link ) Sehr geehrter Herr Lichtschlag, Konservativer, am 10. Februar 2010 um 22:05 ( Link ) Auch damals heizten Presse, Protestanten und Politik die Progromstimmung gerne mal mit an Eine schöne Gleichsetzung derer, die als Nazis und Täter ausgemacht werden. Und das in einem Artikel wider die journalistische Polemik... Kurt_G Selbstredend hat die unterdrückte Sexualität Folgen. Da sie von Priestern nicht offen ausgelebt werden darf - sind sie danach doch keine Priester mehr - wird diese versteckt ausgelebt. Und natürlich ist auch bei Priestern pervertierte Sexual Phantasie vorhanden. Möglicherweise noch deutlicher als bei Nicht Priestern. Ist etwas verboten reitzt das Verbotene noch mehr. Erst recht schmutziger SEX. Und was kann schmutziger sein als sich bei willigen, höriggemachten, sexuell unmündigen und unwissenden Kindern. Es bietet sich geradezu an. Hier muß Andrè noch eine Menge lernen. Die Studie die Andrè heranzieht damit sie als belgbarer Beweis gegen eine, durch den Zölibat entstandene Verschärfung degenerierte Sexualität bei katholischen Pfaffen dienen soll, darf Andrè getrost in der Pfeife rauchen. Sie bestätigt eher als dass sie widerlegt. Katholische Pfaffen sind m.E. - schlimmer noch als Nicht-Pfaffen - potenzielle Kinderschänder. Glaub man ja Andrè - ich kenne keinen katholischen Pfarrer der nicht sexuell durch den Zölibat kastriert wurde. Schlimm wird es für jene, wenn sie merken, dass die Kastration nur im Hirn nicht aber am Gemächt stattfand. Ich kenne sehr viele katholische Pfaffen. Nicht einer von denen ist sexuell mündig und jeder von Ihnen scharf auf kleine Jungen. Lass mich dafür nicht den Beweis antreten müssen. Denn das könnte ich - will ich aber nicht. Kurt_G Nachsitzen! Ist etwas verboten reitzt das Verbotene umso mehr. Erst recht schmutziger SEX. Und nur schmutziger Sex ist GUTER Sex. Was aber kann schmutziger sein als sich an willig, bzw. höriggemachte, sexuell unmündige und unwissende - sich kaum wehren könnenende Kindern heranzumachen? Es bietet sich geradezu an. Olaf Janowski, am 10. Februar 2010 um 23:29 ( Link ) Schon Julius Streichers Stürmer echauffierte sich weiland notorisch über vom niederen Klerus missbrauchte Ministranten. Alles schon mal dagewesen. Und (ich wiederhole mich): Man verwechsele bitte nicht die Römisch Katholischen, Orthodoxen und Evangelischen de facto-Staatskirchen mit dem Christentum! Neutrino, am 10. Februar 2010 um 23:48 ( Link ) Wer sich mal richtig gruseln will und eintauchen möchte in die kranke Welt der Qualitätsjournalisten, der kann sich folgende Sendung ansehen: Arte Debatte über Journalismus Achtung, Ex Chefredakteur Michal Jürgs hetzt gegen alle Blogger und deren Leser was das Zeug hält. Ein entlarvendes Interview. Selten stellen Journalisten ihre fachliche Inkompetenz so zur Schau. Meistens weiß man nicht, ob man lachen oder doch eher weinen soll, wenn Jürgs den "investigativen Journalismus" lobt, der angeblich im deutschen Mainstream so stark ausgeprägt sein soll. Prädikat: Absolut sehenswert. Reiner Vogels Der Spiegel ist ein Hetzblatt, das ich noch nicht einmal im Wartezimmer eines Zahnarztes anfasse. Man sollte ihn einfach ignorieren. Eine andere Frage ist, ob die Zahlenangaben hinsichtlich Kindesmissbrauchs wirklich belastbar sind. Gerade in diesem Bereich muss mit einer hohen Dunkelziffer von Fällen gerechnet werden, die nicht zur Anzeige gebracht wird. Allerdings glaube ich als Evangelischer ebenfalls nicht daran, dass katholische Priester überproportional an solchen Vergehen beteiligt sind. Verbrecher gibt es in allen Berufsgruppen und allen Institutionen. Entscheidend ist immer, wie die Führung der Institution damit umgeht. Und da muss sich die katholische Kirche durchaus den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht immer unnachsichtig den Übeltaten nachgegangen ist. Ich bedauere das sehr, weil es der Christenheit insgesamt schadet. Gut, dass Papst Benedikt mit aller Kraft einen anderen Kurs steuert! Blaise Pascal, am 11. Februar 2010 um 11:19 ( Link ) Hervorragender Artikel! Der Spiegel, gleichgeschaltete Lizenzzeitung. Kurt_G @Vogels Etwa 60 000 000 Millionen gemordete Menschen haben der Christenheit mehr geschadet wenn JEDER kinderschändender Jesuit. Letzteres ist für sich genommen schon das Grauen. Loben Sie doch das Christentum nicht. Widerlichste Schönfärberei. § 166 STGB zeigt den kompletten Schwachsinn auf den sich diese verlorgene Ideologie, Religion noch leistet. Rein quantitativ gesehen ist die katholische Kirche im 20 Jahrundert mehr durch Verbrechen belastet als in einem früheren Jahrhunbdert ihrer Geschichte. Dass sie darüber hinaus aber auch seit wenigen Jahrzehnten durch eine Blutschuld gebranntmarkt wird, die an Scheußlichkeit hinter den schlimmsten Massakern des katholischen Mittelalters nicht zurücksteht, sie eher übertrifft, sei hier abschließend erhärtet - wobei es mir bezeichnend scheint, dass der grauenhafteste Skandal des Christentums im 20 Jahrhundert bis heute das unbekannteste Geschichtsfaktum in der christlichen welt geblieben ist. Dazu will ich nicht Forenzuballernd schreiben müssen weil es reicht die katholischen Blutorgien im sogenannten "unabhängigen Staat Kroatien" (der demnächst EU Mitglied wird) (Nezavisna Drzava Hrvatska NDH) unter Ante Paveliic zwischen 1941 und 1943 zu erwähnen. Wer es nicht weiß dem sei erzählt, damals fielen dem katholischen Kreuzug gegen die serbische Orthodoxe Kirche 299 orthodoxe Kirchen zum Opfer. Wie blurünstig Jesuiten und Benedektiner dabei vorgingen will ich hier nicht in die Breite trampeln. Nur eins sei mir gestattet. Das Christentum fusst auf einem der blutrünstigsten Religionen welche die Welt je erlebt hat. M.E. darf man mit guter Moral behaupten Gott ist ein Arschloch. Falls eine Klage im Raumsteht bitte ich Karl Heinz Deschner diesem Unsinn zu begegnen. Maverick, am 11. Februar 2010 um 11:52 ( Link ) Ein unterdrückter natürlicher Trieb sucht sich sein unnatürliches Ventil. df, am 11. Februar 2010 um 12:21 ( Link ) Selbstredend hat die unterdrückte Sexualität Folgen. Da sie von Priestern nicht offen ausgelebt werden darf - sind sie danach doch keine Priester mehr - wird diese versteckt ausgelebt.die unterdrückung natürlicher bedürfnisse führt immer zu sozialschädlichem verhalten, etwa der sexuellen ausbeutung anderer. wird bei den MenschInnen das bedürfnis zum kostenlosen schwimmen (in einer öff. subventionierten badeanstalt) unterdrückt, dann verursachen sie heimlich überschwemmungen durch herbeiführung eines klimawandels, wie man hier nachlesen kann. Peter Janowitz, am 11. Februar 2010 um 12:25 ( Link ) Exzellent beschrieben, Herr Lichtschlag. drchaos, am 11. Februar 2010 um 14:39 ( Link ) Der Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie ist komplizierter, als in dem Artikel dargestellt. Ich habe erst vor kurzem ein Interview gelesen, in dem ein Psychologe das recht gut herausgearbeitet hat (war glaub ich sogar auch beim Spiegel, leider finde ich den gerade nicht mehr): Das Problem ist nicht, dass eine angeblich durch das Zölibat erzwungene Triebunterdrückung Priester zu Übergriffen auf Kinder verführt. Dieser irrigen Ansicht liegt ein falsches Verständnis von Pädophilie zugrunde: Heutzutage ist es wissenschaftlich weitestgehend unumstritten, dass Pädophilie eine Veranlagung ist - und wer diese Veranlagung nicht hat, fühlt sich auch dann nicht zu Kindern hingezogen, wenn die reguläre Triebbefriedigung unterbunden wird, und erst recht natürlich nicht, wenn andere Möglichkeiten problemlos verfügbar sind. Genau das ist aber in westlichen Ländern der Fall: Auch ein katholischer Priester kann sich z.B. problemlos Pornografie verschaffen, ein Bordell besuchen oder -das kommt dem Vernehmen nach ja durchaus häufiger vor- ein Verhältnis mit der Haushälterin unterhalten. Jede einzelne dieser Möglichkeiten ist für den Nicht-Pädophilen zum einen viel attraktiver, zum anderen natürlich auch viel risikoloser, weswegen es kaum einen vernünftigen Grund gibt anzunehmen, irgendjemand würde sich wegen des Zölibats an Kindern vergreifen. Es gibt aber einen ganz anderen Zusammenhang zwischen Pädophilie und Zölibat, und der ist längst nicht so leicht von der Hand zu weisen: Anders als bei den meisten anderen Paraphilien ist dem Pädophilen ein einvernehmliches Ausleben seiner Neigungen nicht möglich. Selbst wenn man unterstellt dass solche Beziehungen prinzipiell überhaupt möglich wären (was -vorsichtig formuliert- äußerst umstritten ist), ist das Thema heutzutage gesellschaftlich dermaßen tabuisiert, dass daran im westlichen Kulturkreis absolut nicht zu denken ist. Der Pädophile muss also seinen Trieb unterdrücken (wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine Veranlagung, er kann es sich also nicht abgewöhnen oder so) - und genau da kommt das Zölibat ins Spiel: Die Kirche ist nämlich heutzutage so ziemlich der einzige Ort, an dem man zölibatär leben kann, ohne deswegen mit ständigen Nachfragen und generellem Unverständnis leben zu müssen. Dass das auf Pädophile, die wissen, dass sie ihren Trieb unterdrücken müssen, attraktiv wirkt, erstaunt nicht - ein günstigeres Umfeld können gerade diejenigen, die nicht zum Straftäter werden wollen, anderswo kaum finden. Unter diesem Aspekt macht der Vorschlag, das Zölibat abzuschaffen, um Kindesmißbrauch vorzubeugen, keinen Sinn, auch wenn es andere gute Gründe dafür geben mag. Letzten Endes müssen die Katholiken das aber unter sich ausmachen. Denn eine für Dritte(!) schädliche Wirkung des Zölibats lässt sich zur Zeit nicht erkennen, weswegen Außenstehende zwar gute oder weniger gute Ratschläge geben können (das fällt unter die Meinungsfreiheit), es aber keinen Grund gibt, irgendetwas zu fordern (fehlende Anspruchsgrundlage). Unabhängig davon wäre die katholische Kirche trotzdem gut beraten, das Thema offensiver anzugehen und Betroffenen gezielte Hilfen anzubieten, denn wie man sieht, gibt es eben doch zumindest den einen oder anderen, dem der Verzicht nicht gelingt. Nach dem Motto "es kann nicht sein, was nicht sein darf" alles unter den Teppich kehren zu wollen, ist dabei sicher nicht die beste Strategie. ajk, am 11. Februar 2010 um 14:43 ( Link ) Offensichtlich fehlt da einigen Personen die Stufe der Weiterentwicklung zum Erwachsenen. Nur weil etwas verboten ist, reizt es nicht automatisch dazu es zu übertreten. Das ist das Verhalten von Kindern die damit ihren Platz in der Welt finden. Diese Analogie auf erwachsene Männer zu übertragen ist absurd. Sie sollten lieber anfangen innerlich zu reifen und irgendwann merken Sie das Sex nicht das einzig wichtige ist. /ajk Noack, am 11. Februar 2010 um 15:10 ( Link ) @drchaos: Vielleicht meinen Sie ein Interview auf Welt-online von gestern: http://www.welt.de/vermischtes/article6335524/Der-Zoelibat-allein-befoerdert-keine-Uebergriffe.html Die dort geäußerten Ansichten finde ich ziemlich fragwürdig, zumal sich der Befragte selbst, offenkundig wahrheitswidrig, als Kenner der katholischen Praxis im Umgang mit sexuellen Übergriffen darstellt. Ich glaube, dass gewisse Berufe auch ganz gewisse Menschen anziehen. Im guten wie im schlechten Sinne. Die Berufe eines Lehrers, Therapeuten, Pfarrers usw. werden gern von Selbstdarstellern, manipulativen und neurotischen Charakteren ergriffen. Und das trifft sowohl auf Männer als auch auf Frauen zu. Aus den Verfehlungen dieser Menschen kann man den gesamten Berufsgruppen oder einem ihrer Wesensteile (wie dem Zölibat) jedoch natürlich keinen Vorwurf machen. Bei Lehrern und Therapeuten käme in diesem Land auch niemand auf so eine Idee. Aber katholische Pfarrer? Das passt Spiegel und Co. gut ins Konzept. Herr Lichtschlag hat hier m.E. vollkommen Recht. Wichtig ist, wie Verantwortliche bzw. Vorgesetzte mit solchen Vorkommnissen umgehen. Bei den psychotherapeutischen Berufen ist es zum Beispiel gang und gäbe, diese Fälle zu vertuschen, zu verharmlosen und Opfer als Täter darzustellen. drchaos, am 11. Februar 2010 um 15:39 ( Link ) @Noack: Ja, das wars - danke für den Hinweis. Ob sich Prof. Beier mit den Verhältnissen in der katholischen Kirche auskennt, kann ich nicht beurteilen, das ist für die Kernaussage des Interviews (die ich nach wie vor sehr schlüssig finde) aber auch nicht so direkt relevant. Aus den Verfehlungen dieser Menschen kann man den gesamten Berufsgruppen oder einem ihrer Wesensteile (wie dem Zölibat) jedoch natürlich keinen Vorwurf machen Selbstverständlich nicht; Vorwürfe kann man sowieso immer nur konkreten Tätern machen, das hat Herr Viscount ja schon recht gut begründet. Man kann aber sehr wohl Organisationen einen Vorwurf machen, die Strukturen schaffen, die Mißbrauch (nicht im sexuellen Sinn, sondern allgemein) begünstigen und Täter schützen. Wobei mir da als allererstes Beispiel nicht die Kirche einfiele, sondern die Staatsschule - dass es fehlbare Priester gibt, wird mittlerweile nicht einmal mehr von der Kirche selbst bestritten, aber haben Sie schon mal von einem fehlbaren Lehrer gehört, oder gar von systematischem Mobbing und Unterdrückung? Das ist an deutschen Schulen vielleicht nicht die Regel, aber durchaus nicht selten, nur sind dann halt immer "die anderen" schuld: Mitschüler, Eltern, die Gesellschaft oder wer auch immer. Und im Gegensatz zur Kirche, zu deren Besuch niemand gezwungen wird, hat man als Schüler kaum eine Möglichkeit, sich dem zu entziehen, selbst wenn die Eltern mitziehen (in den bedauerlichen Fällen, in denen staatsgläubig verblendete Eltern dem Lehrer mehr trauen als dem eigenen Nachwuchs, natürlich erst recht nicht). Diesem Thema allerdings widmet sich der Spiegel dann nicht so gern, lieber diffamiert man Schulverweigerer als religiöse Fundamentalisten, ein wohlfeiles Ablenkungsmanöver, um sich nicht mit den wahren Hintergründen für Schulkritik und -verweigerung auseinandersetzen zu müssen. Noack, am 11. Februar 2010 um 16:04 ( Link ) @drchaos: Im Grunde wollte ich gar nichts anderes als Sie sagen :-) Viscount, am 11. Februar 2010 um 16:39 ( Link ) @Noack/drchaos/U An Ihrer These könnte durchaus etwas dran sein, jedenfalls handelt es sich wohl nicht um eine Solitärmeinung: »Tatsächlich geschehen 90 Prozent der Übergriffe im familiären Umfeld. Nach Zahlen aus den USA haben zwei Prozent der Geistlichen pädophile Neigungen. 'Der Prozentsatz liegt bei Lehrern oder anderen Berufgruppen, die im Kontakt mit Kindern sind, vermutlich höher', sagt ein Psychologe.« Onkeldago, am 13. Februar 2010 um 9:06 ( Link ) An hasserfüllten Ausfällen gegen die Katholische Kirche kann man den Grad der Nationalsozialisierung Deutschlands abmessen. Das war schon im Kaiserreich und in der Weimarer Republik so. Damals gab es keinen Spiegel, sondern die Weltbühne, den Simpel, den Ulk, die Brennessel und ähnliche antikatholische Schmutzblätter. loyalbushie, am 14. Februar 2010 um 19:50 ( Link ) Etwa 60 000 000 Millionen gemordete Menschen haben der Christenheit mehr geschadet wenn JEDER kinderschändender Jesuit. Wow... haben Sie die alle noch selber gekannt? :) Robert K., am 14. März 2010 um 15:50 ( Link ) Die im Artikel genannten Zahlen sind leider wertlos, weil, und das ist ja gerade ein Hauptkritikpunkt von S. Leutheusser-Schnarrenberger gewesen, die Missbrauchsfälle der RKK selten polizeilich erfasst werden.
In ERWIESENEN Fällen (..) wird GGF. das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht. Wie selten dies dann geschehen ist, läßt sich nur erahnen. Bei den allermeisten Fällen, die publik geworden sind, gab es umfangreiche Versuche ein öffentliches Bekanntwerden zu verhindern (das Wort "Vertuschung" vermeide ich absichtlich, um den Beteiligten keine böse Absicht zu unterstellen). Die Kirche bietet umfangreiche Möglichkeiten ein Bekanntwerden zu verhindern und sie hat in der Vergangenheit davon umfangreich Gebrauch gemacht. Den kinderschändenden Beamten einfach weiterversetzt, der Steuerzahler garantiert hier den Arbeitsplatz. Zum Abschluss noch eine wertlose Statistik (der ich persönlich auch keinen Wert beimesse, nur hüte ich mich davor, diese für eine Argumentation zu benutzen):
Q: http://www.sueddeutsche.de/bayern/426/417192/text/3/ truth, am 19. Juli 2010 um 23:30 ( Link ) Die häufig verbreitete Studie des BKA, derzufolge die meisten Opfer sexuellen Missbrauchs Jungen sind, (was, da tatsächlich die meisten Täter immer wieder Männer sind, als „Beweis“ für den Zusammenhang von Homosexualität und sexuellem Missbrauch von Kindern interpretiert wird) ist ein statistischer Ausreißer. Es gibt zahllose Studien, die immer wieder genau das Gegenteil ergaben: Mädchen werden weit häufiger Opfer von sexuellem Missbrauch. Wenn man die (ohnehin hohle) Verbindung zwischen sexueller Orientierung und Missbrauch unbedingt ziehen wollte müsste man also eher sagen: Heterosexualität ist die Ursache für Missbrauch…. http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6V7N-46425SP-8D&_user=10&_coverDate=05%2F31%2F1994&_rdoc=1&_fmt=high&_orig=se – das ist eine Zusammenfassung zahlloser Studie über „the international epidemiology of sexual child abuse“. Tenor: “die meisten Studien fanden heraus dass Frauen 1 ½ bis 3 mal so oft missbraucht wurden wie Männer”. Die Studie ist von 1993, also nicht mehr ganz frisch, hat aber eine sehr breite Datenbasis. http://www.dh.gov.uk/prod_consum_dh/groups/dh_digitalassets/@dh/@en/@ps/documents/digitalasset/dh_113830.pdf - Paper einer englischen Arbeitsgruppe, die von sehr hohen Missbrauchszahlen ausgeht: 16% aller Kinder hätten Missbrauchserfahrungen, 11% Jungen, 21% Mädchen. (S. 59) http://www.phac-aspc.gc.ca/cm-vee/csca-ecve/pdf/childabuse_final_e.pdf http://www.aihw.gov.au/publications/cws/35/10859.pdf - Missbrauchsstatistik Australien 2008/2009: in allen Distrikten durchgehend weit höhere sexuelle Missbrauchsraten für Mädchen (teilweise mehr als doppelt so hoch). Die Daten in Australien werden regelmäßig erhoben, die Trends sind über die Jahre eindeutig immer in eine Richtung. http://www.jimhopper.com/abstats/ gefunden, es gibt da sicher noch ein paar mehr. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Gerhard Bauer, am 10. Februar 2010 um 18:00 ( Link )
Guter Artikel, dem gibt es nichts hinzuzufügen.