André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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Zeitgeist-Wende, Teil 9: Der Sozialstaat als totalitäres Regime und die von ihm missbrauchten Kinder

von André F. Lichtschlag

Ein Orkan aus Frankfurt

„Der Sozialstaat gleicht immer mehr einem totalitären Regime, das die Familien zerschlägt“, so lautet der wohl meistzitierte Satz des vergangenen Wochenendes aus dem bereits vieldiskutierten „FAZ“-Artikel „Alleinerziehende – die Hätschelkinder der Nation“ von Rainer Hank und Georg Meck. Die Bemerkung stammt vom Kieler Sozialphilosophen Wolfgang Kersting. Peter Sloterdijk hat Nachwuchs bekommen.

Und es ist nicht die einzige Prise plötzlicher Wahrheit, die uns da entgegenweht. Vielmehr entfachen Hank und Meck in der altehrwürdigen „Frankfurter Allgemeinen“ einen Orkan, der mal eben eines der bundesdeutschen Großtabus hinwegfegt: Die Gruppe der Alleinerziehenden wachse stetig, schuld seien die perversen Anreize des Wohlfahrtsstaates, der Sonderprämien für Alleinerziehende zahle – eine „Einladung zum Missbrauch“ selbst für die, die dauer- oder wechselhaft heimlich einen „Partner“ haben.

„Die staatliche Unterstützung nimmt den Charakter einer Trennungsprämie an“, zitiert die „FAZ“ den Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Mit vier Kindern seien schnell „auch 2000 Euro drin“. Und das, so Hank und Meck, „läppert sich im Lebensverlauf. Für eine nie erwerbstätige Mutter mit einem Kind – eine nicht untypische Hartz-IV-Biographie“ – müsse „der Steuerzahler bis zu ihrem 50. Lebensjahr 445.000 Euro bezahlen“. Eine vergleichbar qualifizierte, ebenfalls alleinerziehende, aber erwerbstätige Mutter zahle im selben Zeitraum rund 215.000 Euro an Steuern. Das bedeute: „Um die erwerbslose Alleinerziehende zu alimentieren, braucht es zwei Arbeiterinnen gleichen Typs.“

Die „FAZ“ beruft sich auf das Ergebnis einer noch unveröffentlichten Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Auch deren Ergebnis: „Eine alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerin wäre nicht nur dumm, sich offiziell wieder einen Partner zuzulegen. Es wäre auch unklug, wenn sie einen regulären Job annähme.“

Sonderzahlungen gibt es immer obenauf: „Allein für Babyausstattung, Hilfen für Klassenfahrten oder für Kommunion respektive Konfirmation stieg der Aufwand zwischen 2005 und 2007 von 42 auf 62 Millionen Euro. Was die staatliche Förderung der Alleinerziehenden aber insgesamt den Steuerzahler kostet, hat bislang noch niemand errechnet“, so die „FAZ“. Dabei ist das nur der kleinere, ökonomische und die Erwachsenen betreffende Teil der Bilanz. Schlimmer wiegt, und diese Fragen seien eigentümlich frei hinzugefügt: Wieviele Kinder aus intakten, liebevollen Familien sind nie geboren worden, weil diese als Melkkühe der Nation doppelt und dreifach ausgebeutet werden und sich selbst als Doppelverdiener spätestens beim zweiten Kind kaum mehr die Klassenfahrt leisten können, die der anderen Seite des perfiden Spiels auch gerne noch beim vierten jungen Empfangsberechtigten oben drauf geschenkt werden? Und wie geht es den Kindern derer, die nach der Umverteilung zugunsten kaputter Lebensläufe nun statt dessen Nachwuchs in die Welt setzen, den sie selbst nicht hätten finanzieren können, und den sie zuweilen nicht aus Liebe gebären, sondern aus mehr oder weniger nüchterner Berechnung? Wieviele Ehen wurden aufgrund der perversen sozialstaatlichen Anreize geschieden oder nie geschlossen – und wie viele Kinder haben dadurch ohne festen Vater gelitten? Wer hat je die Seelen der Kleinsten gezählt, die dieser Sozialstaat zerstört hat? Wie oft endete das politische Menschenexperiment der systematischen Umverteilung von den Produktiven und Soliden hin zu den Asozialen und Leichtsinnigen in unmenschlichen Katastrophen, in Wut, Lieblosigkeit, Krankheit, Vernachlässigung, Verzweiflung oder Selbstmord? Wer hat diese Menschenopfer auf dem sozialstaatlichen Altar der Blüms und Dresslers, der Schröders und Merkels, der Engelen-Kefers und Bsirskes, die uns alle doch wie Mielke schon nur lieben, je gezählt? Und wann kommt die Zeit, da politisch-bürokratische Schwerverbrecher, die längst nicht mehr nur Diebstahl und Hehlerei betreiben, als das bezeichnet werden, was sie tatsächlich auch sind?

Zu hart? Mag sein. Übertrieben? Vermutlich. Doch war nicht schon beim flächendeckenden Einweisen der Kleinsten in Kinderverwahranstalten mittels neuer Krippenpolitik nach alter DDR-Rezeptur meist nur von den finanziellen Kosten die Rede? Dabei ist auch diese von so vielen bereits gewollte staatliche Lufthoheit über den Kinderbetten nicht zuletzt eine Folge der Sozialpolitik, trauen doch deren Macher selbst ihrer eigenen Klientel nicht mehr zu, die durch Gesellschaftsklempnerei geborenen eigenen Kleinen auch zu umsorgen. Oder denken wir an den typisch deutschen und in seiner umbarmherzigsten Form bis hin zur Gefängnishaft für sich wehrende Eltern weltweit einmaligen Schulzwang: Wieviele gemobbte Kinder in der Schulanstalt, aus der es kein Entrinnen gibt, haben anschließend sich oder anderen viel Leid angetan? Wer hat hier die nachhaltig Verletzten oder gar Toten gezählt?

Oder könnte die Politik gar der falsche Adressat sein? Ist nicht überhaupt in einer sterbenden Gesellschaft wie der unseren die heimliche, doch beinahe sadistische Feindschaft gegenüber Kindern die typische Zeiterscheinung? In gesunden, aufstrebenden Gesellschaften gibt es für die Erwachsenen immer das eine große Ziel: „Mein Kind soll es einmal besser haben!“ Seit 1968 aber verwirklichen und verzehren sich hierzulande Eltern selbst. Sie vererben dem lästigen Nachwuchs keinen kleinen Wohlstand mehr, sondern große Schulden. Die verletzten Seelen ihrer Schlüssel- und Scheidungskinder – „Du musst jetzt an Dich denken, nicht an Dein Kind“ – sind ebenfalls noch ungezählt.

Immerhin, eine Bresche hat die „FAZ“ mit der Aufstellung der ökonomischen Bilanz geschlagen. Vielleicht mehr, beruft sie sich doch am Ende wieder auf den Philosophen Kersting. „Klar“ sei für den nämlich: „Der Staat macht das nicht aus moralischen Motiven der Gerechtigkeit, sondern aus eiskaltem politischen Kalkül. Er macht sich seine Bürger zu abhängigen Untertanen und erwartet dafür Dankbarkeit in Form von Wählerstimmen.“ Soviel „Klar“ war selten zuvor.

Der ganz neue Zeitgeist, der da immer spürbarer in seinen Vorböhen heranweht, wird durchaus auch von denen gespürt, die ihn fürchten dürfen. Stellvertretend sei der linke Blogger „Antiferengi“ zitiert. Der ordnet die „FAZ“-Offenbarung gleich gewichtig ein: „Philosophen scheinen bei uns im Lande mittlerweile generell eine Sonderstellung als bezahlte Sprachrohre für neoliberale Propaganda zu erlangen.“ Soweit ist es natürlich noch nicht, aber der Blog-Sozi ist durchaus beeindruckt: „Ehrlich gesagt wollte ich gar nicht glauben, was ich da gelesen habe.“ Es sei „die komplette Übernahme einer gegnerischen Argumentation“, der moralische Zeigefinger deute schließlich jetzt auf die linke Hand zurück. Aus der Sicht „Antiferengis“ liest sich das so: „Ersetzen wir die Worte ‚Sozial-, Wohlfahrtsstaat’ mal durch ‚neoliberaler Politideologie’, ‚sozialer Wandel’ durch ‚geistig ökonomisierten Wandel’ und ‚finanzielle Anreize’ durch ‚finanziellen Entzug’. Bei dem Mann kann man eigentlich generell ‚Sozial’ durch ‚Kapital’ ersetzen.“ Und schon, so muss er wohl meinen, werden die wirklichen Asozialen als solche auch erkenn- und benennbar.

Hoffen wir’s.

Internet

Rainer Hank und Georg Meck: Alleinerziehende, die Hätschelkinder der Nation

„Antiferengi“: Perfide Verdrehungen

Serie

1. ef 97: Der Fall Sarrazin markiert eine Zeitenwende

2. Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag und die Reaktion der Medien: Zaghafter Beginn einer Zeitgeistwende

3. Beginnender Wandel des Zeitgeists durch Rückkehr des Stolzes: Weitere Belege für den Start in den Epochenwechsel

4. Zeitgeistwechsel kurz vor dem Zusammenbruch: Sarrazin und Sloterdijk als Stauffenbergs und Scholls unserer Tage?

5. Belege für den Zeitgeist-Wechsel jetzt auch in der linken Presse: Die Dämme brechen, das Pendel beginnt den Rückschlag

6. Zeitgeist-Wende, Teil 6: Die schwarz-gelben Küken kommen

7. Zeitgeist-Wende, Teil 7: Martin Mosebach und der Anarchismus der Barmherzigkeit

8. Zeitgeist-Wende, Teil 8: Auch Springer-Verlagschef Mathias Döpfner spricht jetzt Klartext

26. Januar 2010

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Kommentare

Goldelse, am 26. Januar 2010 um 12:00 ( Link )

"Wieviele gemobbte Kinder in der Schulanstalt, aus der es kein Entrinnen gibt, haben anschließend sich oder anderen viel Leid angetan? Wer hat hier die nachhaltig Verletzten oder gar Toten gezählt?"

Die nervlich kaputten Kinder zählt ebenfalls keiner.
In Schleswig Holstein und anderen Bundesländern werden die Schulexperimente auf die Spitze getrieben, bis Klasse 3 werden keine Zensuren vergeben, in Hamburg bis Klasse 6. Wenn sie aber schließlich erteilt werden, haben die Kinder einen fürchterlichen Prüfungsstress zu erleiden. Auch das sogenannte jahrgangsübergreifende Lernen ist sozialistischer Quark, bei dem nichts herauskommen kann.

Es ist das Markenzeichen von Sozialisten, alles Bewährte abzuschaffen und neu zu ersetzen, nur: Sie können es einfach nicht!

Stefan Miller, am 26. Januar 2010 um 12:33 ( Link )

Der Bund setzte sich ein mittelfristiges Ziel, bis 2010 die Soziallastquote deutlich unter die Hälfte (der Steuereinnahmen) zu senken. Das sagt schon alles über die verteilung der Mittel.

Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht vielleicht von Vorteil sein könnte, daß sich das Kind der Doppelverdiener eine Schulfahrt nicht leisten kann. Da wird nämlich stets nur Geld und Zeit verschwendet. Von Lebensgefahr durch gepanschten Alkohol ganz zu schweigen.

@Goldelse
im Sozialismus waren die Schulen nicht mal schlecht. Spätaussiedler-Kinder aus Polen und Russland, die in den 80-ern in die BRD kamen, waren ihren gleichaltrigen westdeutschen Schülern in allen Grundfächern deutlich überlegen und konnten so trotz mangelnder Sprachkenntnisse weitgehend problemlos anschliessen. Das hat sich erst später gewandelt, als der Osten die westlichen Lernmethoden übernehmen mußte.
Heute bemühen sich die neuen EU-Länder die alten EU-Länder in Erfüllung der Vorgaben der Weltregierung an das Schulsystem sogar zu übertreffen. Dort haben Lehrer jetzt auch nichts mehr zu sagen.

familienwehr.de , am 26. Januar 2010 um 14:18 ( Link )

Zu hart?
Übertrieben?

Nein.
Gerade erst Wind in den dichten Nebel der neosozialistischen Verblendung geblasen.
Wenn der sich lichtet, wird der Anblick der Leichen auf dem Felde des Zeitgeistes für Ernüchterung sorgen.
In Deutschland gibt es keine Reformen.
Nur Systemwechsel und neue Staaten.

JohnGalt, am 26. Januar 2010 um 14:59 ( Link )


„Der Sozialstaat gleicht immer mehr einem totalitären Regime, das die Familien zerschlägt“

Gleicht?
Wie man aus den Schriften der "Frankfurter Schule", nach deren Maximen sich ja unsere Politiker richten, unschwer entnehmen zu entnehmen ist, ist die Zerschlagung der bürgerlichen Familie eines der Hauptziele der sozial-sozialistischen Politik!

Reiner Vogels Fördermitglied, am 26. Januar 2010 um 16:10 ( Link )

JohnGalt hat wohl recht. Ich den Studien über die autoritäre Persönlichkeit haben Horkheimer und Adorno schon während der Nazizeit im amerikanischen Exil die Familie als zentralen Feind ausgemacht.

Nun waren das Sozialisten, und Sozialisten sind immer schon gegen die Familie gewesen, weil Eigentum nur dann auf Dauer eine gesellschaftliche Größe sein kann, wenn es Familien gibt, in denen es generationenübergreifend erhalten und gepflegt wird.

Alleine jedoch hätten die Sozialisten in der westlichen Welt in ihrem Kampf gegen die Familie seit den 70er Jahren keinen so durchschlagenden Erfolg haben können, wie sie ihn tatsächlich gehabt haben.

Erst die Bundesgenossenschaft der Sozialisten mit den liberalen Zersetzern der christlichen Sexualmoral hat den Sieg gebracht. Liberale waren und sind wohl auch heute noch zu dumm, um zu begreifen, dass sie mit ihrer Förderung von Homosexualität als etwas angeblich Normalem, mit der moralischen Billigung von außerehelichem Sex und dem Sturmlauf gegen die monogame, auf Lebenszeit geschlossene Ehe (zuletzt greifbar in der Erklärung unserer famosen Familienministerin, sie wolle kein Familienmodell bevorzugen) letztlich nicht nur die Familie zerstören, sondern gleichzeitig damit auch die gesellschaftlichen Voraussetzungen des Eigentums.

Da es aber auf Dauer keine Freiheit ohne Eigentum gibt, zerstören die Liberalen mit ihrer (vermeinlich modernen, aufgeklärten, den "spießigen" Moralvorstellungen der Kirche überlegenen) Parole: "Es geht den Staat nichts an, was zwei Erwachsene einvernehmlich miteinander tun", die Freiheit selbst. Ohne dass Menschen gefühlsmäßig und dann auch eigentumsmäßig in Familienverbünden verankert sind, wird es keine Freiheit des einzelnen gegen den totalitären Zugriff des Staates geben.

Für die Sozialisten sind die die christliche Moral zersetzenden Liberalen wie einst die religiösen Sozialisten in der Schweiz zur Zeit Lenins nicht mehr als "nützliche Idioten."

umverteiler, am 26. Januar 2010 um 18:51 ( Link )

Der Sozialstaatsgedanke impliziert, dass jeder seine Freiheiten und vermeintlichen Rechte auf Kosten der jeweils Anderen zu verwirklichen sucht.

Darunter fällt natürlich auch das "Recht auf Reproduktion" bzw. genauer das Recht auf Versorgung des eigenen Nachwuchses durch die Solidargemeinschaft.

Und genau deswegen werden die meisten Kinder auch in bildungsschwache Schichten "hineingeboren", denn dort bedeutet das Zeugen von Kindern bei ohnehin für den Arbeitsmarkt nicht ausreichend vorhandener Qualifikation keinen Einkommensausfall, sondern Einkommenszugewinn qua staatlicher Umverteilung, gewissermaßen "Gebären als Business Plan".

Das Modell "Alleinerziehernde(r) mit Kindern" erweist sich hier finanziell als besonders lukrativ. Von der im europäischen Vergleich in Deutschland am schnellsten wachsenden Gruppe der 1,4 Millionen Alleinerziehenden mit Kindern haben 75% keine Fachhochschul-/Hochschulreife, 95% sind Frauen, die meisten leben offiziell in keiner Bedarfsgemeinschaft. Ein Großteil nennt den Namen des Kindsvaters nicht (was rechtlich ungeahndet ist), somit gibt es nur Unterhaltsansprüche gegen den Staat bzw. Steuerzahler als Ersatzvater, nicht aber gegen den leiblichen Vater.

Ferner "schützen" Kinder bis zum 7. Lebensjahr Alleinerziehende wirksam gegen jeden Versuch, sie zur Arbeitsaufnahme zu "bewegen". Bis zu diesem Alter der Kinder ist die Aufnahme einer Tätigkeit in der Regel nicht zumutbar (selbst bei vorhandener "Ganztag-Kinderversorgung"). Diese Frist läßt sich mit jedem "neuen" Kind natürlich beliebig verlängern, solange die biologische Uhr mitspielt.

Fazit:
Vor der Etablierung des Umverteilungsstaats mußte man sich "Kinder leisten können", ansonsten waren sie einer wirklichen Armut ausgeliefert, wobei das Thema "Verhütung" noch gar nicht bekannt war. Sprich, bei verantwortungsbewußten Eltern stand immer das eigene Portemonnaie vor der Erfüllung des Kinderwunsches.

Heute können sich verantwortungsbewußte Eltern in der arbeitenden Mittelschicht Kinder aber auch nicht mehr leisten, weil anderer Leute Kinder mittels Steuern und Sozialabgaben querfinanziert werden müssen, und zwar in jenen sozialen Schichten, in denen Eltern Kinder primär als Einkommensquelle für eigenes Transfereinkommen als Ersatz für fehlendes Lohneinkommen mißbrauchen.

kfa, am 26. Januar 2010 um 19:02 ( Link )

...dass sie mit ihrer Förderung von Homosexualität als etwas angeblich Normalem, mit der moralischen Billigung von außerehelichem Sex und...

Also das geht mir jetzt aber wieder mal zu weit. Behalten Sie Ihre Moral für sich. Wann, mit wem oder wie vielen ich bumse geht keinen was an außer den/die unmittelbar Beteiligten. Sie können eine Meinung dazu haben, aber sollten Sie und Ihre Kirchenfreunde jemals wieder die Macht erhalten Ihre spießigen Moralvorstellungen in vollstreckbares Gesetz zu gießen, rechnen Sie mit bewaffnetem Widerstand. Diese verrückte Anmaßung der einzig richtigen Moral haben Sie mit den Moslems und dem ganzen religiösen Rest gemeinsam. Sie wollen mit wehenden Fahnen zurück ins moralische Mittelalter. Nein danke!

Wahrscheinlich handle ich mir damit eine Verwarnung ein für die verwendete Sprache, aber das mußte raus.

Wieder sachlich dazu: Jemand möge belegen wieso die Befreiung der Sexualität am Zerfall der Familien Schuld haben soll. Die Familien waren früher genauso zerrüttet wie heute, es gab nur weniger Möglichkeiten aus dem Korsett auszubrechen. Sie waren einfach gezwungen zu bleiben und oft ein Leben lang unglücklich. Ich kenne dafür mehrere Beispiele aus der eigenen Familie, mit Berichten von erlebter Realität meiner Eltern und Großeltern, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Von wegen moralische, heile Welt!

Herr Lichtschlag hat vollkommen recht, der Sozialstaat und das von ihm geförderte Anspruchsdenken ist der treibende Faktor der fortschreitenden Zerstörung. Er verhindert effektiv, daß Menschen, die aus welchen Gründen auch immer von ihrer biologischen Familie entfremdet sind, sich eine neue aufbauen oder suchen.

Uwe Böttjer, am 26. Januar 2010 um 19:48 ( Link )

@kfa
warum gleich so aufgeregt? Warum drohen Sie mit Waffengewalt, wo hier lediglich ein Meinungsaustausch stattfindet? Und wer für die Familie, ihren Zusammenhalt, ihre emotionale Stabilität und gesellschaftliche Bedeutung plädiert, kommt nun einmal nicht um die Erkenntnis herum, dass unsere Politik seit Jahrzehnten auf der Klaviatur zu Ihrer Beschädigung spielt. Diese breite Skala der politischen Möglichkeiten wird hier von Lichtschlag sachkundig aufgezählt. Bravo!!
Niemand will Ihnen Ihre Moralvorstellungen nehmen. Machen Sie doch, was Sie wollen, aber immer in eigener Verantwortung.

kfa, am 26. Januar 2010 um 20:03 ( Link )

@Uwe Böttjer, Sie haben mich nicht genau gelesen. Ich halte Moralisten für eine Bedrohung, die selbst Gewaltpotential (auch oder vor allem "legales" bei entsprechenden Mehrheiten) innehat, was in der Geschichte ja genügend Beweise hat. Daher rührt meine heftige Reaktion. Ansonsten tue ich auch nichts anderes als meine Meinung zu sagen, keine Sorge. :)

Lesezeichen, am 26. Januar 2010 um 20:21 ( Link )

Ja, was soll man dazu sagen?

Ich kann das nur bestätigen, denn ich habe es selbst erlebt, dass unsere Kinder (wir sind verheiratet) in den Neunzigern keinen Kindergartenplatz bekamen, weil Alleinerziehende bevorzugt wurden. Es galten aber auch diejenigen als Alleinerziehend, die mit den Vätern ihrer Kinder ohne Trauschein zusammenlebten.

Ich hatte auch alleinerziehende Mütter im Bekanntenkreis in den Schulen. Mehrfach konnte ich mit meinen Kindern nur allein zu Schulveranstaltungen gehen - auch am Wochenende - weil der Familienvater beruflich unterwegs war. Nicht selten habe ich dann die "alleinerziehenden" Mitmütter dann Arm in Arm mit Freund auf der Veranstaltung getroffen. Gern haben sie mir dann anschließend bei Kaffee und Kuchen von den Schwierigkeiten ihres Alltags erzählt, den sie "allein" - meist mit einem Kind - bewältigen müssen.

Es gibt eben zwei Seiten der Medaille und von daher gesehen trifft der Artikel voll ins Schwarze.

Ich kann auch nicht so wirklich Mitleid empfinden, wenn ich Alleinerziehende treffe, für die das Motto galt: Kind ja - den Mann dazu nein. Das gibt es so oft und warum sollte ich diese bedauern? Ist nicht jeder irgendwo auch seines Glückes Schmied? Wo steckt da die Verantwortung auch dem Kind gegenüber, das m.E. ein volles Recht auf seinen Vater hat? Mal von dem Recht des Vaters auf sein Kind ganz zu schweigen.

Dieses Mantra von der armen Alleinerziehenden wird auch durch noch so häufiges Wiederholen nicht wahrer, obschon ich durchaus zugestehe, dass es auch Problemfälle gibt, z.b. wenn die Väter sich gar nicht kümmern, keinen Unterhalt zahlen etc. Aber das gibt es umgekehrt ja auch. Es gibt auch Mütter, die den Unterhalt verweigern.

Satanas, am 26. Januar 2010 um 20:41 ( Link )

@kfa

Warum dennn gleich schiessen? Probieren Sie's doch erst mal mit zivilem Ungehorsam.. wenn's soweit ist.

Satanas, am 26. Januar 2010 um 20:47 ( Link )

@Reiner Volgels

(zuletzt greifbar in der Erklärung unserer famosen Familienministerin, sie wolle kein Familienmodell bevorzugen)

Was natürlich gelogen ist. Sobald man ein Modell über Umverteilung unterstützt, bevorzugt man es. Selbstverständlich werden die Familien auch weiterhin zur Kasse gebeten.

Was nun allerdings die Moral anbelangt, so ergeben sich viele Moralvorstellungen ganz natürlich. Wer etwa will, daß sein Partner bei ihm bleibt, sollte eben auch (glaubhaft) treu sein. Auch Homosexualität kann ohne staatliche Förderung niemals Mainstream werden - man sollte so etwas weder fördern noch verfolgen, sondern solche Leute einfach sich selbst überlassen.

Stefan Sedlaczek Sedlaczek, am 26. Januar 2010 um 21:45 ( Link )

Danke, André, für die deutlichen Worte. Die Ausführungen sind leider alles andere als übertrieben. So sind, um jetzt wirklich nur ein Beispiel zu nennen, die meisten "Personenschäden" der Deutschen Bahn, Schüler. Ihre Persönlichkeit mordet die Klasse (Borgius), den bleibenden Rest sie selbst.

Natürlich haben es Alleinerziehende schwer, wir kennen gleich zwei alleinerziehende Väter mit zwei Kindern, von denen einer immerhin noch Unterstützung seitens der Oma hat. Um die alleinerziehenden Väter wird natürlich seitens der Staatler kein so ein Hype gemacht. Aber auch der ändert ja nichts daran, daß auch viele alleinerziehende Mütter sich das nicht freiwillig ausgesucht haben, sondern dies als "kleineres Übel" wählten oder gar einfach eben alleine dastanden. Hier gibt es alles mögliche. Daß es aber soviel überhaupt gibt, ist kaum mit dem hie und da sicher notwendigem Ausbrechen aus familiären Strukturen erklärbar, die ja selbstverständlich auch pathogen sein können. Hauptgrund dürfte der atomistische Zeitgeist sein, ich schrieb es schon als FAZ-Leserkommentar: Es kann nicht ausbleiben daß ein atomistisches System, wie die real-existierende Demokratie, derartige Folgen zeigt. In der modernen Demokratie, die ja umfassend herrscht, gib es konstitutionell zwei Wesen: der einzelne, der Wahlberechtigte, die individuelle "Stimme" also - und auf der anderen Seite das Abstraktum Staat. Alles dazwischen löst sich konsequent auf, wird vielmehr aufgelöst.
Was der antiken Polis einst der Herd war, um den sich die Familie gründete, ist der heutigen Politik der Kühlschrank, dessen Existenz angeblich eine Familie definieren können soll. Mehr ist allerdings nicht ähnlich. Alles zwischen den Dipolen Individuum und Staat wird verschwinden, Ehe und Sippe sind schon dahin, Alleinerziehende und Kind sollen als nächstes getrennt werden. Es ist atomistisch konsequent, erst die Sippen zu trennen (das hat noch die Kirche im Mittelalter mittels der propagierten Liebesheirat befördert), dann die Ehen zu trennen, dann die Familien (siehe Änderung des § 1666 BGB) und selbstverständlich letztendlich auch die Alleinerziehenden von ihren Kindern, die getrennt in Krippe und Arbeitsplatz dem Staate dienen sollen (Steuern und Sozialabgaben, staatliche Bildung). Ausfluß ist dies der "Garantie" des Staates für den angeblichen Kindesschutz, den er via Kasernierungsprämie zu realisieren trachtet, selbstredend in seinem Umfeld, in staatseigenen und "staatlich anerkannten" Kleinkinderkasernen, die auf die Großkinderkasernen Massenschule vorbereiten sollen, diese dann - unter steter Verkündigung des etatistischen Glaubensbekenntnisses - auf die staatlichen Prüfungen im Rahmen des staatlichen "Berufs"-Qualifikationsmonopols - und selbstverständlich auch auf ein Leben als glaubenstreuer Staatsbürger, der sich ein anderes Leben nicht einmal mehr vorstellen können darf. Dafür ist er jetzt, im Rahmen der Vorgaben der Nomenklatura, "wahlberechtigt". Naturlich nicht für die einzelnen Vollzüge seines Lebens, die mit über 800.000 Vorschriften ebenfalls dem gottgleichen Sachverstand staatlicher Bürokratie überlassen sind, sondern er darf Parteien und Programme wählen, Paketangebote, die übrigens in der Privatwirtschaft als Knebelverträge verboten sind. Ich breche das hier ab, da es mir in der Hauptsache um den Gedanken geht, daß der Demokratismus eben konsequent alle anderen Rechtsverhältnisse verdrängt als die zwischen dem (um seine Persönlichkeit beraubten, staatlich zwangsgebildetem) Individuum und dem Staat. Hier kommt der zum Staat säkularisierte Kirchengedanke mit der protestantischen Unmittelbarkeit der persönlichen Gottesbeziehung zusammen. Das Ganze ist also schon anderweitig gedacht (1. Kirche als überpersönliche abstrakte Entität, 2. direkte Beziehung Mensch-Gott ohne die Vermittlerrolle der Kirche, gemeint ist die katholische, durch den modernen Protestantismus) und nunmehr eben säkularisiert übertragen. Zudem ist das Individuum als (anonyme! - nicht persönliche und verantwortliche!) Stimme auch theoretisch konstituierend für den "Staat": Nicht Familien, nicht Sippen, nicht Eheleute, nicht Geschwister, nicht Kirchen, Firmen und Vereine, nein, Einzelne (!) sind wahlberechtigt. Das ist weder zwingend, noch war das - zum Beispiel in den antiken Demokratien - immer so.

Daß der Kulminationspunkt des Zeitgeistes erreicht wird, ist eigentlich wahrscheinlich. Denn bevor sich eine Idee nicht verwirklicht hat, wird diese kaum abtreten. Dann aber wird es sehr schnell gehen und Neues wird erscheinen, nicht bloß Gewendetes. Allerdings, wie üblich in der Geschichte der Menschheit, unter Rückgriff auf noch als vordem Bewährtes.

kfa, am 26. Januar 2010 um 22:09 ( Link )

Was nun allerdings die Moral anbelangt, so ergeben sich viele Moralvorstellungen ganz natürlich.

Ganz natürlich? Was sich ganz natürlich bildet ist vor allem Diversität. Und dann Konflikte weil eine Gruppe der anderen ihre Moral aufzwingen will, üblicherweise unter dem Vorwand deren "Seelen retten" zu wollen.

Wer etwa will, daß sein Partner bei ihm bleibt, sollte eben auch (glaubhaft) treu sein.

Dieses Postulat entstammt der Tradition der Unfähigkeit, sich etwas anderes überhaupt vorstellen zu können. Ich empfehle die Begriffe "Polyamory" oder "Compersion" nachzuschlagen. Leider gibt es vernünftiges Material dazu bislang hauptsächlich in Englisch. Es gibt eine wachsende Anzahl von Swingern und Anhängern anderer alternativer Lebensentwürfen, die sehr langjährige und glückliche Partnerschaften bzw. Ehen führen, gerade weil sie darauf verzichten einen ausschließlichen wechselseitigen Besitzanspruch zu fixieren, und die Eifersucht als zerstörende Kraft aus ihrem Leben verbannt haben. Ich spreche von persönlichen Bekanntschaften, nicht von irgendetwas das ich im Netz aufgeschnappt habe.

Auch Homosexualität kann ohne staatliche Förderung niemals Mainstream werden - man sollte so etwas weder fördern noch verfolgen, sondern solche Leute einfach sich selbst überlassen.

Hierin stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Lediglich beim Thema Diskriminierungsverbote (was ich jetzt nicht unbedingt als Förderung ansehen würde), bin ich mir nicht ganz im Klaren. Auf der einen Seite kann man nicht Arbeitgebern vorschreiben wen sie einzustellen haben und wen nicht. Andererseits ist es nicht in Ordnung Menschen aufgrund einer Orientierung, die ihnen von der Natur mitgegeben wurde, so auszugrenzen daß ihr wirtschaftliches Überleben auf dem Spiel steht. Aber auch ich bin gegen die Homo-Ehe, weil ich nicht einsehe mit meinen Steuern deren Steuervorteil für Verheiratete mitzufinanzieren - und der war ursprünglich zur Förderung von Familien mit Kindern gedacht, auch noch aus einer Zeit als die "wilde Ehe" als tabu galt. Und bei dem Gedanken daran daß Homosexuelle etwa Kinder adoptieren könnten brennt mir fast wieder die Sicherung durch. Womit der Anschluß an die Argumentation des ursprünglichen Beitrags wiederhergestellt ist.

Juergen , am 27. Januar 2010 um 0:33 ( Link )

@kfa

warum sollten denn Homosexuelle keine kinder adoptieren können? Adoption ist wohl mit der am strengsten staatlich regulierte Vorgang überhaupt. D.h. der Staat entscheidet wer adoptieren darf und wer nicht. Ist das gerechtferigt?

Wenn sich nun ein Elternpaar oder auch -teil nicht in der Lage sieht ein Kind aufzuziehen, z.B. weil sie selbst noch Kinder sind, warum sollten sie denn dieses Kind nicht einem homosexuellen Paar anvertrauen, wenn sie der Meinung sind, dass dies die für das Kind beste Wahl ist?

Al_Bore, am 27. Januar 2010 um 1:00 ( Link )

@kfa

"Andererseits ist es nicht in Ordnung Menschen aufgrund einer Orientierung, die ihnen von der Natur mitgegeben wurde, so auszugrenzen daß ihr wirtschaftliches Überleben auf dem Spiel steht."

Warum sollte sich ein potentieller Arbeitgeber diesen von Ihnen weiter oben zu Recht (und in Widerspruch zum zitierten Satz) als privat deklarierten gewendeten Schuh anziehen? Anders gesagt: warum sollte ein aus freien Stücken als Arbeitgeber auftretender Mensch für die Privatvorlieben anderer Menschen unter Hintanstellen seiner eigenen Vorlieben zur Rechenschaft gezogen werden und sich einseitig dem Wunsch eines Arbeitssuchenden beugen? Warum sollte es den Arbeitgeber einerseits nicht interessieren, mit wem der Arbeitssuchende bumst (Ihr Wort), aber andererseits Verantwortung für dessen "Orientierung" (die die Abweichung von einer anderen, möglicherweise bevorzugten impliziert) übernehmen, nur weil diese dem Gegenüber (angeblich) von der Natur mitgegeben sei? Und sollte es nicht schon aus statistischen Erwägungen einfach ausreichend viele Homosexuelle unter den Arbeitgebern geben, die ihrerseits nach Herzenslust hetero-, auto- oder anderweitig sexuelle Arbeitssuchende diskriminieren können? Das einzig verwerfliche, was ich in der ganzen Fragestellung entdecken kann, ist das Verbot von Diskriminierung selbst, es ist nichts weniger als ein diametraler Gegensatz zur Freiheit.

dickbrettbohrer, am 27. Januar 2010 um 6:03 ( Link )

@Lesezeichen

Ein Thema, über das ich schon längere Zeit nachdenke: die Pervertierung des „Guten“ zuungunsten des Randständigen und Unnormalen. Die Ausnahme, das Normverletzende, es wird stilisiert und schlußendlich dem Natürlichen und in der Gesellschaft mehrheitlich Praktizierten als überlegen vorgestellt. Jede Kritik an dieser pathologischen Sichtweise wird mit gesellschaftlichen Sanktionen bestraft. Das Normale gerät in die Defensive.

Diesen Trend kann man in allen Lebensbereichen beobachten – Antidiskriminierung und affirmative action dürften sich aus diesem Wahn speisen.

Ich habe noch keine endgültige Antwort gefunden, sondern viele Antworten, variierend nach Tagesform. Ein Gedankenstrang: Ist diese Verkehrung der Werte eine mittelbare Folge der Demokratisierung und damit der Politisierung aller Lebensbereiche?
Quelle der Gesellschaftsvergiftung könnte die von der Politik profitierende, weil allein von der Umverteilung der Steuergelder lebende Kreatur sein: der arbeitsscheue, praktisch ungeschickte, aber rhetorisch äußerst begabte Personenkreis, welcher unermüdlich nach „Opfern“ der Gesellschaft Ausschau hält, die es demokratisch und gerecht zu „retten“ gilt. Ist die Rettungsaktion erst einmal angelaufen – selbstverständlich steuergeldergefördert, eingeleitet und durchgesetzt mit Hilfe neu eingerichteter Sozialunternehmen und Vereine, in der man als Sozialunternehmer prächtig verdient, dann beginnt die Phase, in der alles Bisherige von den Füßen auf den Kopf gestellt wird. Giftige Frucht der demokratischen Gleichstellungskrämpfe von was-auch-immer sind Neurotismen, die pathologische Verhöhnung des Normalen und die Beschädigung des gesunden Menschenverstandes. Die Mehrheit des Volkes wird auf dieses Weise kriminalisiert und traut sich kaum noch, ihre inneren Überzeugungen und Sichtweisen zu äußern. Bei den Betreibern des „Gerechtigkeitskrieges“ entsteht dann der durchaus falsche Eindruck, daß die Gesellschaft sich in seinem Sinne geändert habe. Doch ist Zwangsherrschaft – auch die geistige – noch nie in der Geschichte von dauerhaftem Erfolg gewesen.

Viscount, am 27. Januar 2010 um 8:50 ( Link )

Was ich immer noch nicht verstanden habe ist, weshalb offensichtlich immer wieder Homosexualität mit Zeugungsunfähigkeit oder Familienfeindlichkeit gleichgesetzt wird.

Mein Ur-Urgroßvater mütterlicherseits war auch schwul, das hat ihn aber weder davon abgehalten, zu heiraten, noch davon, acht Kinder in die Welt zu setzen — und das wohlgemerkt zu einer Zeit, als Homosexualität noch ein Straftatbestand war. Scheinbar hat das aber meinen Ahnen allerdings recht wenig interessiert, was er sich allerdings auch leisten konnte: Er war Fabrikbesitzer und eine Standesperson, also jemand, vor dem man Kotau machte.

Die Hälfte des englischen Hochadels war schwul. Trotzdem hat er sich bis heute ganz prächtig gehalten, wie ich finde.

Selbstverständlich ist die gesetzliche verordnete Antidiskriminierung völliger Schwachsinn. Wenn Arbeitgeber keine Schwulen einstellen wollen, dann stellen sie eben keine ein — genauso wie der erwähnte Vorfahre eben keine Sozialisten einstellte.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Januar 2010 um 8:54 ( Link )

Andererseits ist es nicht in Ordnung Menschen aufgrund einer Orientierung, die ihnen von der Natur mitgegeben wurde ...

Nach den Erfahrungen, die die Menschheit zur Zeit mit dem groß angelegten Betrug in der Klimawissenschaft macht, wo bis vor kurzem ja auch noch überall zu hören war, dass die Wissenschaft der menschengemachten Erderwärmung geklärt und unstittig sei, finde ich es faszinierend, dass es immer noch Zeitgenossen gibt, die ihr kritisches Denken so weit aufgegeben haben, dass sie das Wissenschaftsmärchen, dass Homosexualität von der Natur mitgegeben sei, unbesehen zum Nennwert nehmen.

Auch dieses Märchen ist wie der Klimabetrug eine interessengeleitete Ideologie. Es soll der Zerstörung der Familie dienen. Es befördert wie andere auf die Atomisierung der Gesellschaft abzielende Thesen den totalitären Zugriff des sozialistischen Staates auf die Menschen. Am Ende steht der Verlust der Freiheit. Dies nicht zu sehen, ist die Dummheit der Liberalen.

Viscount, am 27. Januar 2010 um 9:01 ( Link )

@Rainer Vogels

Es befördert wie andere auf die Atomisierung der Gesellschaft abzielende Thesen den totalitären Zugriff des sozialistischen Staates auf die Menschen.

Der totalitäre Zugriff auf den Menschen wird allerdings auch nicht dadurch aufgehoben, daß man die Homosexualität wieder strafbar macht. Dadurch ersetzt man eine totalitäre Zwangsordnung nur durch eine andere.

Homosexualität ist bei uns nicht mehr strafbar, damit ist die Sache erledigt. Alles, was darüber hinausgeht, ist von Übel.

Kurt_G Fördermitglied, am 27. Januar 2010 um 9:15 ( Link )

Aus einem Blogg habe ich folgendes abgekupfert:

[...]Ein Nachbar hatte uns angeschwärzt und nun bekam ich Post vom Amt ......

Was war passiert? Seit mein kleiner Laden durch die Behörde geschlossen wurde bin ich arbeitslos. Ich hatte zu viel und zu lange gearbeitet und das verstößt gegen deutsches Arbeitszeitgesetz. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich, dass mich die Behörde, genauer gesagt das Gewerbeaufsichtsamt der Stadt Mettmann, zweimal abgemahnt hatte und ich dafür insgesamt drei Bußgeldbescheide in Höhe von zweimal 480,- € und ein Jahr später noch einmal einen in Höhe von 700,-€ bekam. Angezeigt hatte mich auch hier ein "Kollege & Mitkonkurrent" aus gleicher Branche. Das Ende vom Lied: 4 zerstörte Arbeitsleben, eine Totalpleite und Schulden in Höhe von mittlerweile 250 000,- €. Eine Insolvenz konnte ich - weil ich ja nach dem Behördeneingriff nicht mehr selbständig war - nicht antreten. So bekommt der berühmte Satz: "Beamte ruinieren diesen Staat", eine völlig neue Bedeutung. - So weit erst mal.

Nun bin ich seit 8 Monaten auf Hartz IV angewiesen denn einen Job in meiner Branche zu bekommen ist hier so gut wie ausgeschlossen. Dafür haben die Kammer und der entfernt zuständige Verband gesorgt.

Nun zurück zum Beitragsanfang: In der Post die derjenige jetzt bekam stand:

Zitat: Nach § 60 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB III sind Sie verpflichtet, jede Änderung in den wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen unverzüglich und unaufgefordert einem Mitarbeiter des Sozialamtes mitzuteilen. Die Mitwirkungspflicht erstreckt sich auf alle Veränderungen und Änderungen auch in den Verhältnissen von Ehepartnern, Partnern in eheähnlicher (nichtehelicher) Gemeinschaft, Kindern und unterhaltspflichtiger Angehöriger. Unterlassungen diesbezüglich, auch unterlassene Änderungsmitteilungen eines Umzuges, Heirat und längeren Aufenthalt im Ausland und das dadurch schuldhaftes Nichterreichen Ihrer Person, ziehen unmittelbar strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Vorläufig Ende des Blogg.

Als ich das gelesen hatte fiel mir nichts mehr ein. Wer hier - an dieser Stellen - noch immer nicht begriffen hat, dass dieser sozialsozialistische, brachialfeudalistische Staat der Korrupten, samt seiner Helfershelfer, Soldaten, Angestellten und Kadertruppen, dieses Land und seine „Eigentümer“, physisch so psychisch foltert, malträtiert und ausblutet, gängelt, bevormundet, entzweit, zerschlägt und bespitzelt, entmündigt, kontrolliert und zwingt, hat m.E. weder den Knall noch den Schrei Millionen Menschen gehört und registriert.

Dieser Staat robbt nur noch auf der Hornhaut seines Bauchfleisches daher weil ihm alle beweglichen Glieder abgefressen oder mangels Hirnmasse nicht bewegbar und deshalb erstarrt sind. Alle Politpropaganda – insbesondere dieser Tage - vom angeblich gerechten Staat – vom Pflänzlein Wachstum, Helfen müssen in Afghanistan und Haiti – sind stinkende verschleimte fäkalverbale Injurien dieser verlogenen Brut.

Ich sah vor Jahren mal den Streifen "Senseless“ – seiner Sinne beraubt. http://www.moviepilot.de/movies/senseless-der-sinne-beraubt

Es mag sein, dass der Streifen mittlerweile auch Menschen hier in Deutschland animiert nach zu denken um zu erkennen, dass eine Menge deutscher Politiker für den Schaden den sie i.d. Land angerichtet haben zu büßen haben. Erst eben bekam Ronald Koch eine „Abmahnung“ – von Kriminalisten auch Drohung genannt – sollte er seine Forderung nach noch weniger Hartz wiederholen wolle man ihm einen Denkzettel verpassen. (Interpretation nach Heise, Frankfurter, Welt etc)

Ich resümiere: Der Aufstand hat offenbar schon lange begonnen. Und nicht nur erst jetzt. In Frankreich und Griechenland, Berlin und Hamburg war es schon xmal laut. Die Medien haben so gut wie sie konnten – man ist es gewohnt – die Lautstärke verschwiegen. Bald werden sie – so denke ich – dazu keine Chance mehr haben. Traurig aber wahr.

Viscount, am 27. Januar 2010 um 9:20 ( Link )

@Kurt_G

Gibt es zu diesem Blog auch einen Link? Nur, falls man gerne selbst Quellenstudium betreiben oder von dort zitieren möchte ...

Kurt_G Fördermitglied, am 27. Januar 2010 um 9:34 ( Link )

Viscount

Link wohin? Welchen Link? Den des Bloggers? Den zum Thema Roland Koch?

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Januar 2010 um 9:46 ( Link )

@Viscount
Homosexualität ist bei uns nicht mehr strafbar, damit ist die Sache erledigt. Alles, was darüber hinausgeht, ist von Übel.

Niemand, am allerwenigsten ich, fordert eine Strafbarkeit von Homosexualität. Was allerdings zu fordern ist, ist ein Ende der rechtlichen Gleichstellung von homosexuellen Beziehungen und Ehen. Nach dem Grundgesetz stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz des Staates. Das hat seinen guten Grund: Der Staat ist nicht an der Art des persönlichen Zusammenlebens von Menschen interessiert, sondern nur an den Folgen, die dieses Zusammenleben für die Gesellschaft hat. Bei Ehen sind die natürlichen Folgen Kinder. Daran hat der Staat ein legitimes Interesse, an irgendwelchen Formen von Zweisamkeit nicht.

Jochen Trebmann, am 27. Januar 2010 um 9:57 ( Link )

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

Familie aus Deutschland erhält politisches Asyl in den USA.

Soweit ist es also schon. Der bürokratenverseuchte deutsche Unrechtsstaat wird nun also auch in anderen Ländern so gesehen. Jetzt folgen die Konsequenzen. Künftig können Deutsche in den USA politisches Asyl beantragen. Im konkreten Fall wurde die Familie zur Schulpflicht verdonnert - höchstrichterlich. Ein Richter in den USA hat der geflohenen Familie daraufhin politisches Asyl in den USA gewährt.

Jochen Trebmann, am 27. Januar 2010 um 9:58 ( Link )

Hier nochmal der Link:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,674260,00.html

Kamernosse, am 27. Januar 2010 um 10:57 ( Link )

@Reiner Vogels

Bei Ehen sind die natürlichen Folgen Kinder.

Das mag früher so gewesen sein, aber heutzutage gibt es genug Ehen, die gewollt kinderlos bleiben (und womöglich nur deswegen geschlossen werden, um Steuervorteile zu haben).

Tanja Krienen, am 27. Januar 2010 um 11:22 ( Link )

Herr Vogels, zum ersten Male unterstreiche ich einen Beitrag von Ihnen ganz dick - und zwar positiv. Sie haben das gut erkannt: Homosexualität ist nach alledem, was wir wissen, nicht angeboren, sondern ein selbst gewählter Lebensweg/Lebenstil, auf Grund einer bestimmten Gemengelage. Man achte auf den Habitus des (völlig ohne Anlass und Inhalt) arroganten Schwulen und erkenne "das verwöhnte, trotzige Kind". Da kann die Schwulenfraktion, die sich aus naheliegenden Gründen überall einklinkt, behaupten, was sie will. Homosexualität, so wie sie sich heute darstellt, ist eine Ideologie. Deshalb können auch Kinder im Regelfall nicht in einer "schwulen Familie" angemessen erzogen werden, weil ihnen die Wahrheit über Geschlecht, Biologie, Genetik etc. unterschlagen wird. Ich halte es auch für eine der obligaten Mären, dass ein Schwuler acht Kinder gezeugt haben soll, wie hier jemand erzählt. Wenn, dann war der Mann maximal bisexuell. Vielleicht hat er auch nur ein Faible für homoerotische Phantasien entwickelt.

Die Homosexuellenbewegung, die keine Parteien, sondern nur Schwule kennt, adaptiert jede Nuance einer Abweichung, um sie für sich zu vereinahmen. Kein Schwuler würde in einer kritischen öffentlichen Debatte bestehen! Ich nehme jede Wette an! Ansonsten: Freud und Adler lesen -

"Der neurotische Mensch sagt immer: „Ich will, aber ich kann leider nicht.“ Wenn mir jemand sagt: Ich möchte doch so gern – zum Beispiel heiraten oder einen Besuch machen oder arbeiten!“, dann antworte ich: „ICH WÜRDE LIEBER SEHEN, WENN SIE NICHT MÖCHTEN, SONDERN ES EINFACH TUN.“ NEUROTISCHE MENSCHEN HABE KEINEN MUT. SIE LEBEN IN EINER ANDEREN WELT UND FÜHLEN SICH IM WIRKLICH LEBEN WIE IN EINEM FEINDLICHEN LAND. Welche Art von Leben wünschen sie sich eigentlich? Es ist ein Leben, in dem EIN ANDERER ALLES FÜR SIE TUT, INDEM SIE ALLES UMSONST BEKOMMEN. Sie sind nicht darauf vorbereitet, SELBST die Lösung ihrer Aufgabe in die Hand zu nehmen. Und hier zeigt sich wieder der LEBENSSTIL des Kindes, das sich SELBST VERWÖHNT....Es ist im Detail oft rührend zu beobachten, wie der Betreffende sich schrittweise SELBST HYPNOTISIERT, SICH SELBST MIT GEWALT den Gedanken AUFZWINGT, für die Norm nicht geschaffen zu sein. SEINE ARGUMENTE SIND VON SO GERINGEM GEWICHT, dass man an den „Dialekt“ der Homosexuellen gewöhnt sein muß, UM DABEI RUHIG ZU BLEIBEN."
http://www.campodecriptana.de/blog/2005/06/24/193.html

dickbrettbohrer, am 27. Januar 2010 um 11:37 ( Link )

Denkt auch jemand an die psychische Situation eines Kindes, das von einem Schwulenpaar erzogen wird? Ich möchte so ein Kind nicht sein! Erstens fehlt etwas - die Eltern stellen sich quasi wie eine Münze dar, deren zwei Seiten gefälscht sind. Kinder benötigen Vater UND Mutter, um gesund aufzuwachsen (Alleinerziehende können die Unvollkommenheit der Familie auch nicht perfekt ersetzen, was durch häufig auftretende Erziehungsschwierigkeiten Alleinerziehender empirisch gut belegt ist). Irgendwann während des Erwachsenwerdens wird sich das Kind "schwuler Eltern" seiner speziellen Situation bewußt werden, oder etwa nicht? Und man könnte sich vorstellen, daß sensible Kinder einen Schock erleiden, den sie möglicherweise nicht verdauen, und der nun ihr ganzes Leben (ver)formt.
Wer das Adoptionsrecht für schwule Paare fordert, agiert eigensüchtig mit Hilfe politischer Agitation, aus Kinderliebe keinesfalls!

dickbrettbohrer, am 27. Januar 2010 um 11:40 ( Link )

@Tanja Krienen

Genau das, Punkt.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 27. Januar 2010 um 12:23 ( Link )

Ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare wäre in meinen Augen nichts anderes als staatlich erlaubte Kindesmisshandlung.

Stefan Sedlaczek, am 27. Januar 2010 um 12:40 ( Link )

@Tanja Krienen
Erst einmal ein ganz herzliches Dankeschön, für die erneute Eröffnung einer Erkenntnis, die ich für mich aus von Ihnen Geschriebenem gewinnen konnte. Sehr wertvoll, wie schon vor Jahren, nochmals Danke.

@Homodebatte et. al.
Wenn man Homosexualität nicht auf der politischen Ebene behandelt sehen möchte (Privatsache, Strafrecht u.ä.) dann ist es vielleicht besser, auch keine politische Diskussion darüber zu führen. Religiös muß die Homosexualität weitgehendst als nicht gottgefällig konstatiert werden, aber - weiß Gott - ist das wohl bei weitem nicht die einzige Sünde, wenn man hier daneben langt, und nicht einmal eine eklatante - und selbst zur Kinderlosigkeit legen Bibel und Kirche vielfältiges Zeugnis ab. Rechtlich (also die Verhältnisse der Menschen untereinander betreffend) ist dem NAP Genüge zu tun, und fertig. Da hat niemand irgendetwas zu fordern.

@Jochen Trebmann:
Interessanter Spiegelartikel. habe dem Spiegel soeben geschrieben:

"
Sehr geehrte Damen und Herren,

Danke für die Berichterstattung. Als ungut empfinde ich jedoch den Ausdruck "angebliche" Verfolgung. Es erschließt sich mir nicht, ob diese Rücksichtslosigkeit Häme sein soll, oder lediglich eine etatistische Vorausverteidigung. Wenn Eltern wegen nichtschulischer Unterrichtung ins Gefängnis kommen (NRW), freilernende Schülerinnen mit Gewalt in die Schule oder die Psychiatrie verbracht werden (Bayern), Familien finanziell ruiniert werden (Sachsen), Privatinitiativen bürokratisch unter sechsstelligen Verlustsummen erdrückt werden (BW), usw. usf., dann kann man wirklich von Verfolgung sprechen. Der Terminus "angeblich" ist dann eine Verhöhnung der Opfer, die lediglich ihre natürlichen und im übrigen weltweit anerkannten Rechte in Anspruch nehmen. Daß diese in deutschen Landen gesetzmäßig aberkannt sind - und daß die Verfolgung von Freilernern in einer bloß "freiheitlichen", nicht aber freien Demokratie ebenso gesetzmäßig erfolgt, rechtfertigt diese keineswegs, sondern macht die Sache nur noch schlimmer.

Mit freundlichen Grüßen
gez.
Ihr
Stefan Sedlaczek
Familienvater von Kindern, die gerne Freilernen würden - und deshalb die Auswanderung nach Österreich plant:
http://www.sedlaczek.at/lernen/
http://tv.orf.at/program/orf2/20100125/467334401/283977/"

@Kurt_G:
Derartiges kenn ich aus eigener Erfahrung. Es ist aber nicht alleine die Front der Staatler, die Vernichtung übt. Es kommt noch der Mob dazu, der einem - zum Beispiel wegen "falscher Meinung" - handfesten Schaden zufügt. Global denken und lokal handeln heißt bei solchen Leuten dann, daß sie selbst, wo sie es können, den "Bösen" bekämpfen, der eine andere Meinung hat. Auch dadurch habe ich schon fulminante Schäden erlitten. Ist allerdings schon Jahre her. Der letzte, ziemlich verheerende Schlag, war gleich eine Mischung aus beidem: "private" Verleumdung und polizeilicher Übergriff in klassischer demokratischer Mobmanier.
Hier habe ich übrigens wirklich Angst vor den modernen bürgerlichen Philistern. Den Haß, den Koch und Co. hier schüren, ist gemeingefährlich, ja volksverhetzend im eigentlichen Sinne. Wenn erst der "gemeine Mann" auszuteilen anfängt, wirds gefährlich. Im übrigen soll damit ja nur von den - auch in der Größenordnung - viel eklatanteren Fehlern oben im Machtgefüge abgelenkt werden und der Frust der Mitte ob deren Ohnmacht diesbezüglich, nach unten abgelenkt werden. Das ist schlau, aber widerlich - und eine erheblich größere Sünde und mit Sicherheit deutlich unangebrachter gegenüber Gott und den Menschen als es beispielsweise gelebte Homosexualität ist - die Veranlagung oder "Erkrankung" (wie auch immer) ist ja ohnehin nicht sündhaft. Der demokratistische Mob wird sich auch über die ergießen - und dies hat schon angefangen -, die vermeintlich keine Steuern und Sozialabgaben zahlen, da sie nicht "arbeiten gehen", nach den Homeschoolern sind also die Homeworker dran. Jede Abweichung vom bürgerlich-sozialsozialistischem "Ideal" wird dann, wie einst unter den Jakobinern, in irrem Wahn verfolgt werden - und zwar vom Mob der Straße ebenso wie vom bewaffneten Mob, den Handlangern der Nomenklatura. Die, mit über 50 % des BSP gut ausgestatteten Staatler können dann praktisch machen, was sie wollen. Im Großen und Ganzen geschieht dies ja schon jetzt, der Rechtsstaat liegt am Boden defacto, selbst auf dem Papier und in hehren Verlautbarungen ist der Niedergang schon zu erkennen. Was natürlich kein Wunder ist, stellt dieses liberaldemokratische Ideal doch im Grunde einen Widerspruch in sich dar.

@Goldelse
Jahrgangsübergreifendes Lernen ist gerade keine sozialistische Idee, vielmehr ist das Schichten nach Jahrgängen solcher Natur. Gemischtaltriges Lernen ist ja gerade natürlich, in Familie, Dorf und Stadt.
Auch die "Noten" (besser Zensuren!), deren entschiedener Verfechter ich einst war (und noch heute fordere ich eine qualifizierte Quantifizierung von Beurteilungen), können dem Sinn, der dahinter stecken könnte, nicht genügen. Die vorgegebene Objektivität ist ebenso gegeben, wie das Rechnen mit Ordinalzahlen (Notendurchschnitt etc.) überhaupt möglich ist. Sehr erhellend dazu: Schulleistungsmessung, Allgemeine Reihe Band 6, FSA e.V.

@dickbrettbohrer:
Zu Ihrer Überlegung von Norm und Rand. Hier scheint mir einiges zusammenzukommen:
Die "Norm" ist heute das Mittelmaß, definiert sich also über die - im Rahmen verbreiteten dialektischen Denkens (welches oft völlig unangemessen ist) - Außenwerte einer gaußschen Normalverteilung.
Durch die Betonung des Mittelmaßes, die als Maßhalten sowohl orientalischer und abendländischer Wertschätzung entspricht, wird die Mitte immer enger, das Leben und selbst das Denken wird gleichförmiger, alles strebt zur Mitte.
Auf der anderen Seite ist der Minderheitenschutz wichtig im demokratischen Ideologiegebäude, weshalb die Ränder, die ja (siehe gaußsche Normalverteilung, die ja selbst dialektisches Denken voraussetzt) zahlenmäßige (Zahlen = der Maßstab seit Galileo/Descartes) Minderheiten sind, besondere Beachtung erfahren.

Viscount, am 27. Januar 2010 um 12:47 ( Link )

@Rainer Vogels

Niemand, am allerwenigsten ich, fordert eine Strafbarkeit von Homosexualität.

Einverstanden. Wie gesagt: Alles, was darüber hinausgeht, ist aus meiner Sicht von Übel, da es ein staatlich gewährtes Privileg darstellt. Das gilt übrigens auch für die Ehe als solche. Ich bin nicht der Ansicht, daß der Staat die Aufgabe hat, Eheleute zu privilegieren, das fängt beim Ehegattensplitting an und hört beim sog. "Kindergeld" noch lange nicht auf. Wer dem Staat die Aufgabe zuerkennt, sich um die persönlichen Belange von Familien zu kümmern, der hat bereits die Sozialisierung der Familie apriori akzeptiert, ob er das nun will oder nicht. Und wer das tut, der darf sich anschließend nicht darüber beschweren, wenn der Staat die soeben sozialisierte Familienfunktion nach seinem Gutdünken (und diesem allein) handhabt.

Die Familie ist die älteste und engste soziale Organisation überhaupt. Sie ist schlichtweg zu wichtig, um sie den Händen des Staates zu überlassen oder sie von einem ausdrücklichen Placet des Gewaltmonopols abhängig zu machen. Die konsequente Ent-Staatlichung der Familien muß daher jedem angelegen sein, dem die Sache der Freiheit wichtig ist.

@Kurt_G
Mich würde der Link zu dem Blog interessieren, aus dem Sie zitiert haben. Danke vorab.

Stefan Sedlaczek, am 27. Januar 2010 um 12:50 ( Link )

Richtigstellung zur Schulleistungsmessung mittels Zensuren:
Die vorgegebene Objektivität ist ebensoWENIG gegeben, wie das Rechnen mit Ordinalzahlen (Notendurchschnitt etc.) überhaupt NICHT möglich ist.

Dr. Spiele, am 27. Januar 2010 um 13:04 ( Link )

Ist sich den Schwanz und das andere umständliche Gehänge abschneiden lassen zu wollen eigentlich naturgegeben? Und wenn ja, zahlt das die Krankenkasse? Ich fühle mich nämlich ziemlich weiblich irgendwie, will aber nicht passiv schwul werden, da ich Homosexualität eigentlich verabscheue, und meinen Kindern lieber eine gute Mutter sein will. Ich will dann allerdings auch Kopftuch tragen, und meine Kinder zur Koranschule schicken. Weil ich finde, Konsequenz muss schon sein in diesen dekadenten Zeiten. Aber auch sonst.
Oder muss ich das etwa selber bezahlen?
Wenn ja, kann ich mich dann als politisch-ökonomisch Verfolgte eventuell vom Iran unterstützen lassen?
Oder muss ich dazu auch den Holokaust leugnen, was ich wirklich nur sehr ungern täte?

Viscount, am 27. Januar 2010 um 13:07 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

Der demokratistische Mob wird sich auch über die ergießen (...)

Sie sprechen damit etwas an, was auch mir zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn wirft, denn "die" kann zunehmend jeder werden, je nach Ausgangslage.

Nach meinem Eindruck geht es in der zunehmend härter werdenden öffentlichen Debatte schlichtweg darum, den Mob von der Kette zu lassen — das hat in Deutschland ja eine sehr unrühmliche Tradition. In diesem Sinne haben Sie auch die Aussagen von Koch meines Erachtens richtig eingeordnet: Das Problematische an ihnen ist nicht ihre Aussage, sondern ihre Wirkung, die da sind die Bandphilister von der Stahlhelmfraktion nicht eben besser als deren Pendants von der Thälmannbund.

Aus der Sicht des Apparats ist es sehr praktisch, wenn man vorher das Terrain schon einmal in weisem Vorbedacht planiert hat. Wo erst einmal der politische Zugriff aus das Leben von Menschen gestattet ist und immer größere Kreise umfaßt, dort kann sukzessive jede Gruppe von dissenters an die Laterne gehängt werden. Es geht ja den Staatsfetischisten immerfort nur um's ominöse "Gemeinwohl", da darf man dann auch mal ein bißerl zwingen, wenn jemand nicht spuren will.

Kollektivismus im Denken heißt Barbarei in der Praxis. Wenn man's positiv deuten will: Wir gehen spannenden Zeiten entgegen.

Wer's pessimistischer mag: Wir erleben bereits die ersten Bagatellen zum Massaker.

Tanja Krienen, am 27. Januar 2010 um 14:38 ( Link )

@Dr. Spiele: "Ist sich den Schwanz und das andere umständliche Gehänge abschneiden lassen zu wollen eigentlich naturgegeben?...Ich fühle mich nämlich..."

Sie schildern ein interessantes Phänomen und sagen es ja selbst: Sie fühlen subjektiv etwas, das eigentlich nicht vorhanden ist. Wahrscheinlich sind Sie also ein schwer kranker Mensch und sollten sich in psychologische Behandlung begeben, um zu klären, ob es sich um eine temporäre, oder irreversible Störung handelt. Natürlich ist das nicht natürlich, denn wenn es natürlich wäre, hätten sie natürlicherweis´ nicht dies, sondern das. Es liegt also an der Psyche. Da es auch kein Wehwehchen ist, dergestalt "Immer wenn ich lustig bin, dann muss ich vor Freude schrecklich weinen", können Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Dr. Spiele, am 27. Januar 2010 um 15:27 ( Link )

Ja danke, gut, oder schlecht, aber Nonnenkloster oder Gestalpsychologe? Oder gleich Stefan Blankertz lesen?

Kurt_G Fördermitglied, am 27. Januar 2010 um 19:42 ( Link )

Viskount

http://www.xing.com/net/politik/innen-und-justizpolitik-46522/beamtenschaft-ruiniert-den-staat-11056334/p10

Offenbar wurden bislang schon mehr Selbständige durch Beamte gemobbt als ich jemals gedacht hätte. Irgendwie erinnert mich das alles an Bernd Späts Essay seinerzeit in dem er seine Erfahrungen mit Behörden schilderte. Weiß eigentlich jemand wie es dem mittlerweile geht? Ich hoffe er hat einen Neubeginn geschafft.

Ich recherchiere gerade online und im Umfeld eines Freundes. Ich bin von den Geschichten die ich höre so geplättet weil immer mehr Details zu Tage gefördert werden und ich deshalb ziemlich ausgelaugt bin. Diese Geschichten haben aber mit dem des Bloggers nichts zu tun.

Ein Campingwagenvermieter zb., wurde, so ich jetzt erfahren habe, von der zuständigen Gemeinde mit unerträglichen Argumenten von seinem gepachtetem Gelände verdrängt was er offenkundig rechtlich angemietet hatte. Die Gemeinde, so würde hinter der Hand gemunkelt, wollte in jener Gegend keine "Zigeunerwagen" stehen haben und argumentierte, dass ein Campingplatz - mit Vermietung und Verkauf - das friedliche Bild der Landschaft verschandele und Kurgäste und Urlauber deshalb womöglich ein falsches Bild von jener Region bekommen könnten. Dort macht bekanntlich der Superreiche und finanzstarke Kunde gerne Urlaub. Für den herkömmlichen Gast will man keine Billigverurlaubung im Hottentottenstil. (noch nicht bestätigt soll aber im Badischen stattgefunden haben)

Da ich aus eigener Erfahrung weiß wie unfassbar "korrupt" es in dortigen Verwaltungen zugehen kann - scheint mir die Story absolut wahr.

Viscount, am 27. Januar 2010 um 20:17 ( Link )

@Kurt_G

Vielen Dank für den Link.

Meines Erachtens sollte man solche haarsträubenden Geschichten ohnehin weit umfänglicher auswalzen - macht ja die Gegenseite auch bis zum Erbrechen: Wenn irgendwo jemand in diesem Lande die schlimmen Worte "freier Markt" und "freie Unternehmer" in den Mund nimmt, dann bekommt man auch stets zu hören: Somalia! Sweat Shops! Und wenn dann auch noch Tierversuche aufgetischt werden, ist der Stab über die causa meist gebrochen, weil sich der ökologistisch angegrünte deutsche Michel unter Seelenpein für's Kommandowirtschaften entscheidet ...

Wie gesagt: Vielen Dank.

Thoringi , am 27. Januar 2010 um 20:17 ( Link )

Vermutlich wird die Zahl von 2 Arbeiterinnen nicht reichen, um eine Hartz-IV-allein-erziehende Mutter zu alimentieren. Denn 445 TEUR sind nur rund 80% der wirklichen Kosten. Es kommen noch die Verwaltungskosten oben drauf, die für den Steuerraub und die Bearbeitung der Ansprüche hinzugezählt werden müssen. Dann sind da noch die Kosten der Sozialarbeiter, die sich um die später auffällig werdenden Kinder kümmern und die aus unseren Steuergeldern über den Kommunalen HH ihre Kosten decken. Von den Sozialarbeitern in den großen Wohnungsunternehmen nicht zu reden. Die schmälern den Ertrag, weil sie den Kunden noch bei der Hand nehmen müssen, damit er nicht ganz verwahrlost. Kosten für Polizeieinsätze, Arzt und Wachschutz etc.

Was hier hinsichtlich der Homosexualität abgeht, das ist richtig Spitze. Die paar Homosexuellen, die sind in einer einfachen Reproduktionsquote von 2,1 Kindern je Frau locker mit inbegriffen und somit nicht der Rede wert. Und wenn die Damen und Herren der hier schreibenden und bei diesem Thema ein wenig angestrengt fanatisiert wirkenden christlichen Fraktion mal wieder über die abendländisch-christlichen Werte salbadern, dann seien sie daran erinnert, dass in diesem verbal sehr hochgehaltenen Erbe ein guter Teil griechische Komponenten enthalten sind. Und über die Vorlieben der Alten Griechen müssen wir in diesem Zusammenhang wohl nicht reden, oder? Das drängt jetzt jedem auf, richtig? Und das Homosexualität nicht gottgefällig ist, daß gilt wohl nur für die Monotheisten, wenn wir auf den abendländischen Kontext abstellen. Wenn wir dann feststellen, daß hier mal wieder von der christlichen Fraktion die Bibel selektiv ausgelegt wird (entgegen Gottes Wort, dass ein Christ die ganze Bibel zu genießen und zu leben hat, ansonsten wäre er kein Christ - diesen Punkt liebe ich. Ist fast so effektiv wie die Nazikeule), dann sollten wir uns auch um die weiteren schändlichen Teile dieses gottgegebenen Werkes wie Kindermord und Inzest usw. unterhalten. Und da der Gott der Christen der selbe ist wie der der Muselmanen, kann auch noch Kindesmißbrauch als gottgefällig hinzugerechnet werden.

Also, schön den Ball flach halten und überlegen, ob der Sozialstaat und alleinerziehende Mütter wirklich was mit Homosexualität zu tun hat. Die meisten Vertreter dieser Ausrichtung, welche ich kenne oder zu kennen meine, die sind hoch intelligent, fleißig und einkommensstark und zahlen den ganzen Mist mit.

Tanja Krienen, am 28. Januar 2010 um 7:38 ( Link )

Thoringi: Ach, die Alten Griechen. Die waren stets mit Frauen liiert und pflegten nebenbei ihre Homoerotik. Es war auch nur eine Phase, die man zudem überbewertet herausstellte (nicht zuletzt hat dafür die Homolobby mit ihren schwülstigen und partiell peinlichen Adaptionen gesorgt). Was blieb übrigens davon? Aber die Knaben und junge Männer erzog man trotzdem nicht zum Häkler und Herumhopser, sondern zum Körperbewussten und Kämpfer! Der politische Feminismus, im Verbund mit der Homofraktion, verfolgt eine ganz andere Agenda, sie stellt den schlimmsten Kulturrelativismus der ganzen westlichen Geschichte dar.

Kreuzweis, am 28. Januar 2010 um 9:17 ( Link )

@T. Krienen:
"Ach, die Alten Griechen. Die waren stets mit Frauen liiert und pflegten nebenbei ihre Homoerotik. ... Aber die Knaben und junge Männer erzog man trotzdem nicht zum Häkler und Herumhopser, sondern zum Körperbewussten und Kämpfer! ..."

Danke für diese Richtigstellung!
Auch wenn Homoerotik damals zum Lebensgefühl gehörte, so hatte die antike GARNIX mit der heutigen Verschwulung zu tun!
Es wurde nämlich damals eine exzessive Männlichkeit ("Machotum") - im Sinne vom Soldatentum - befördert. Für die heutige Schwulen-"Kultur" hätten die damaligen Homoeroten sicherlich nur Verachtung übrig!
Selbst nur homosexuelle Männer (die es seinerzeit auch gab) mußten meist die vorgeschriebene Rolle einhalten; notfalls bekamen sie eine Frau/Familie zugewiesen, die sie versorgen mußten (mutm. Sokrates z.B.).
Die Vereinnamung der antiken Griechen durch die heutigen Gender-Schwulen ist ein Ärgernis - und die Duldung dessen durch die Spiesserschaft ein noch größeres!

eo, am 28. Januar 2010 um 9:18 ( Link )

Der Wahnsinn kursiert grenzenlos.

Höchste Zeit, daß er endlich mit treffenden Worten
beim Namen genannt wird. Dabei haben es
die Gutmenschen eigentlich
doch nur gut gemeint.
In ihrem Engagement für
die sogenannten 'Sozialschwachen'.

Aber gut gemeint ist leider das pure Gegenteil
von gut gemacht. Tja, wer versucht,
die Natur und damit auch
die Biologie
zu korrigieren, wird
über kurz oder lang von der Natur
korrigiert werden.
Denn diese ist schon ein wenung
länger im Geschäft als diese idiologisch
fixierten Gesellschaftsingenieure
und das ganze Heer der
Sozialarbeiter.

Dazu noch ein Apho:

Das fundamentale Problem
dieser Zeit aber
ist im wesentlichen ein mentales.

In diesem gesellschaftspolitischen Sektor
würde eine Abwarackprämie tatsächlich
Sinn machen. Näheres dazu hier:

http://neue-spryche.blogspot.com/2010/01/abwrackpramie-ii.html

Eric Untermann, am 07. Februar 2010 um 12:01 ( Link )

Leider hat auch Lichtschlag die Unterhaltspflichtigen komplett unterschlagen. Er moniert genau wie die anderen, dass der "Sozialstaat" eine Trennungsprämie gebe und wie viel Geld er für Alleinerziehenden ausgibt. Wieso sagt keiner, dass genau dieser Staat ein Vielfaches dieser Beträge von Dritten verlangt, indem liebende Elternteile zu "Pflichtigen" gemacht werden? All das Geld, Sozialgeld, Babyausstattung, Lebensunterhalt, das bricht der Staat zunächst einmal mit aller Gewalt aus dem Elternteil heraus, der das Pech hat, die Kinder zu verlieren: Zu 90% Vätern. Wenn die staatliche Ausfallleistung schon so schlimm für Staat und Gesellschaft, um wieviel schlimmer sind dann erst die weit höheren erzwungenen Unterhaltslasten?


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