04. Dezember 2009

Climategate Al Gore kommt nicht nach Kopenhagen

Seine Hilfstruppen wollen heute eine Gegenveranstaltung in Berlin "blockieren"

Al Gore hat seine Teilnahme an der kommenden Klimakonferenz in Kopenhagen abgesagt. Wie examiner.com berichtet, hätte der Superstar der Klimaverängstigten am 16. Dezember unter dem Titel „Klima-Schlussfolgerung“ vor 3000 Zuschauern reden sollen. Die Rede war im August angekündigt worden, die Eintrittskarten waren vergeben.

Für den Nobelpreisträger ist es in letzter Zeit ohnehin ungemütlich geworden. Sein Film „An inconvenient truth“ enthält neun sachliche Fehler, hat ein britisches Gericht festgestellt. Die Regierung dort hatte geplant, den preisgekrönten Streifen in allen Schulen zu zeigen. Durch das Gerichtsurteil verkümmerte dieser Propagandafeldzug zu einer Ardennenoffensive. Auch auf dem computergenerierten Bild der Erde auf dem Deckel seines neuen Buches „Our Choice“ befinden sich mehrere Fehler, unter anderem die physikalische Unmöglichkeit eines Wirbelsturms am Äquator. Bei Autogrammstunden in Buchläden wird Gore verbal teilweise heftigst angegriffen – siehe verlinktes Video unten. Darin wird auch gezeigt, wie ein Exemplar seines neuen Buches licht- und wärmespendend in CO2 umgewandelt wird. Zwar weckt eine Bücherverbrennung ungute Erinnerungen. Der Kontext verdeutlicht jedoch, dass ohnmächtiger Zorn hier die Triebfeder ist.

Auch auf der anderen Seite wird der Ton immer aggressiver. „Spiegel Online“ schreibt über „notorische Leugner des menschengemachten Klimawandels“. Vermutlich gehören die in die gleiche Schublade oder Zelle wie die „Holocaustleugner“. Einer der prominentesten Klimaforscher, James Hansen, wünscht sich, dass ein politischer Führer aufsteht, der im Klimawandel endlich den Todfeind sieht, den er selbst zu sehen meint. Als Beispiele gleichen Kalibers denkt er dabei öffentlich an Abraham Lincoln und Winston Churchill, was sehr gut zum Selbstverständnis der selbsternannten Weltenretter passt. Die Opfer des nicht zur Aufhebung der Sklaverei begonnenen US-Bürgerkrieges, der Hungerblockade von August 1914 bis zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages 1919 sowie des Bombenterrors im Zweiten Weltkrieg mahnen uns, was der Menschheit droht, sollten Hansen und Genossen einmal ihren Führer finden.

In Berlin üben die Fußtruppen schon mal. So meldet die Libertäre Plattform auf ihrer Webseite: „Bei der am Freitag erneut stattfindenden Klimakonferenz in Berlin, bei der im Unterschied zu anderen Klimakonferenzen Wissenschaftler zu Wort kommen, die die These vom menschgemachten Klimawandel als nicht belegbar oder widerlegt ansehen, rufen Greenpeace und weitere Organisationen dazu auf, die Veranstaltung zu ‚blockieren‘“. Später wurde dem Plattformsartikel zufolge die Aussage etwas abgewandelt in: "Wir wollen möglichst zahlreich sein, damit die Friedrichstraße gesperrt wird und niemand unsere Stimmen überhört".

So sieht es aus, wenn sich die Politik in die Wissenschaft einmischt. Oder wenn sich Wissenschaft vom Staat bezahlen lässt. Wie sonst überall auch, wo der Staat in die friedlichen Interaktionen der Menschen eingreift: Nicht der Markt entscheidet mehr über die Verteilung der Ressourcen, sondern Macht. Nicht die beste Marktleistung gewinnt, sondern der lauteste Marktschreier mit den stärksten Lautsprechern und dem größten Personenschutz. Nicht derjenige mit der besten Problemlösung jeweils für jedes Individuum in seiner speziellen Lebenssituation, sondern derjenige mit der größten Propagandamaschine.

Internet:

Examiner.com: Climategate emails force Al Gore to cancel talk at Copenhagen

Entsprechende AP-Meldung

Al Gore confronted on Climategate in Chicago (YouTube)

Libertäre Plattform: Wir Klimaretter und Diktatoren


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