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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
ef 98: EditorialBildungskommunismus und Einheitsschule „Wir müssen mehr Geld in die Bildung stecken!“ Kaum eine politische Parole ist weniger umstritten, allenfalls vielleicht das Glaubensbekenntnis zur Demokratie selbst. Immer mehr Steuergelder in die staatlichen Bildungssysteme zu leiten, das ist nicht nur von FDP bis Linke, von Arbeitgeberverband bis IG Metall, von „FAZ“ bis „taz“ heute Grundkonsens, es wird auch zur unhinterfragbaren zivilreligiösen Kirchenfrage erklärt; die Lehranstalt als sakraler Raum der Massendemokratie. Doch ist irgendwo schon einmal ein marodes System dadurch besser geworden, dass man mehr Geld hineinsteckte? Das Rentensystem etwa? Der „Kampf gegen rechts“? Das Gesundheitswesen? Opel? Und was ist das überhaupt – „Bildung“? Bildet sich nicht jeder Mensch in erster Linie individuell selbst? Muss nicht eine Gesellschaft im kulturellen Zusammenbruch enden, in der man den persönlichen Aufwand, sich nach Interesse zu bilden, in einen kollektiven Rechtsanspruch mit gleichzeitigem Annahmezwang verwandelt? Immer mehr Geld in die Bildung – die Zwischenbilanz: Vor 100 Jahren sind in Deutschland nur ein Prozent eines Jahrgangs ans Gymnasium gegangen. Heute ist es fast jeder Zweite. Waren unsere Eltern, Groß- und Urgroßeltern nach wenigen Jahren Volksschule schlechter auf Leben und Beruf vorbereitet als heutige Taxifahrer nach Vollendung ihrer vollumfänglichen Bildungskarriere in Krippe, Kindergarten, Schule und Hochschule? Sprachen sie schlechter Deutsch und konnten schlechter rechnen als die Abiturienten an heutigen Staatsschulen? Oder waren die neun US-amerikanischen Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, James Madison, John Quincy Adams, William Henry Harrison, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt, Woodrow Wilson und Franklin D. Roosevelt, die allesamt nie in ihrem Leben irgend eine Schule besuchten, tatsächlich schlechter gebildet als Angela Merkel, Andrea Nahles oder Joschka Fischer? Unser Autor Rahim Taghizadegan geht solchen Fragen in dieser Ausgabe philosophisch auf den Grund und entlarvt den deutschen Bildungsvollstreckungswahn als Hirngespinst. Nebenbei: In Hamburg wollen CDU und Grüne das gegliederte deutsche Schulsystem beerdigen. Nicht etwa, um sich aus dem Milliardengrab der Staatsbeschulung zu verabschieden, sondern vielmehr, um den Bildungskommunismus durch Einführung der Einheitsschule Margot Honeckers in der Hansestadt erst wirklich zu vollenden. Die rechte oder besser linke Hand der Bildungssenatorin Goetsch und beauftragt mit der Umsetzung der schwarzgrünen Schulreform ist dort Hans-Peter de Lorent, ein langjähriges DKP-Mitglied. Währenddessen treibt im Bund die vermeintlich bürgerliche Koalition auch noch den scheinkostenlosen Zwangskindergarten für alle weiter voran. Kinderverwahranstalten von Geburt an, ohne Ausnahme, der alte sozialdemokratische Traum, und oft ganz persönliche Albtraum für die kleinen Insassen, wird nun Wirklichkeit. Trotz alledem: Ich wünsche Ihnen, verehrte Leser, besinnliche und gesegnete Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Machen Sie es gut bis Ende Januar! Und denken Sie immer daran: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien und Anstalten! Mehr netto! InformationDieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 98 01. Dezember 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareLion Edler, am 01. Dezember 2009 um 13:20 ( Link ) Ja, da darf man gespannt sein angesichts des für die Zukunft der Menschheit entscheidenden politischen Themas. Ich wußte auch gar nicht, daß 9 US-Präsidenten nie in einer Schule waren - sehr interessant... em , am 01. Dezember 2009 um 20:14 ( Link ) Kann mich hier nur anschließen: Viel erreicht, Herr Lichtschlag, seit unseren ersten Diskussionen im FDP-Forum ... ;-) ... Glückwunsch! Nicht vergessen sollte man übrigens, daß der Homo Sapiens sich in Europa nicht aufgrund einer steinzeitlichen Zwangsverschulung (haha) gegen den Neandertaler durchgesetzt hat, sondern wegen seiner effizienteren Kommunikation und Kooperation. villakunterbunt, am 03. Dezember 2009 um 16:30 ( Link ) Gegen die Schulreform in Hamburg wäre gar nichts zu sagen, wenn die Eltern eine Wahlfreiheit hätten. Wer seine Kinder in eine sechsjährige Grundschule schicken möchte - bitte sehr, warum nicht. Hätten wir in unserem Lande keinen Schulzwang, sondern Bildungsfreiheit, könnten die Eltern aus einem vielfältigen Angebot frei wählen. Sechsjährige Grundschule, vierjährige Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium, Sudbury-Schule, Fernschule, Familienschule, Homeschooling, Unschooling... alles wäre möglich. Vielfalt statt Einheitsschule! razorsurfer, am 27. Dezember 2009 um 21:44 ( Link ) Sehr geehrter Herr Lichtschlag, Sie beschrieben die Gesamtschule als Ergebnis/Idee der ehemaligen Ministerin für Bildung und Wissenschaft der DDR. Sie wissen aber schon, dass es in der DDR auch etwas neben der Gesamt-(Polytechnischen Ober)schule auch eine Erweiterte Oberschule (EOS) gab. Dies entsprach dem Gymnasium. Pro Klasse wurden nur Schüler mit wirklich außergewöhnlich guten Noten an eine EOS geschickt, um das Abitur abzulegen. Somit wurden die gescheiteren Schüler besonders gefördert worden. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Tobias , am 01. Dezember 2009 um 12:01 ( Link )
Auch Ihnen besinnliche Festtage, Herr Lichtschlag.
Ich kann es kaum erwarten, diese (offensichtlich) sehr interessante Ausgabe in den Händen zu halten.
Aus meiner Sicht können Sie auf das vergangene Jahr sehr stolz sein. Online und gedruckt haben Sie und Ihr Team sehr erfolgreich gearbeitet, mich erfreut, informiert und gebildet - und die Freiheit mit verteidigt.
Beste Grüße
Tobias