Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Climategate - Klimagate: Klima-Propagandist fordert CRU-Chef Phil Jones zum Rücktritt auf

von Robert Grözinger

Echte Zerknirschtheit oder Äußerung eines Wendehalses?

George Monbiot, Umwelt-Aktivist und als Kolumnist des britischen „Guardian“ einer der lautstarksten Sprachrohre für möglichst rigorose staatliche Eingriffe in Wirtschafts- und Privatleben sowie unermüdlicher Kämpfer für den Schutz des angeblich bedrohten Klimas, zeigt sich angesichts des aktuellen E-mail-Skandals überraschend reumütig, ja sogar zerknirscht. Was er in der heutigen Ausgabe des „Guardian“ dazu schreibt, hat sicherlich eine Menge Augenbrauen in die Höhe schießen lassen.

Er hält sich nicht lange damit auf, dass die Texte illegal akquiriert wurden und die bekannten Zitate aus dem Kontext gerissen sein könnten, denn: „Es gibt einige Aussagen, die keine Umdeutungsversuche benötigen, um schlecht auszusehen.“ Es scheinen hier Beweise vorzuliegen, dass es Versuche gegeben hat, „die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Daten zu verhindern und sogar Material zu zerstören, das Gegenstand eines Antrags unter dem Informationsfreiheitsgesetz war“. Schlimmer noch, so Monbiot weiter, „einige Emails lassen Anstrengungen erkennen, die Veröffentlichung von Arbeiten von Klimaskeptikern zu verhindern, oder sie aus dem Bericht des IPCC herauszuhalten.“ Und jetzt der Hammer: Monbiot schreibt, dass Phil Jones, der Chef der Forschungseinheit CRU, aus der die erwähnten Emails stammen, „jetzt zurücktreten sollte“.

Zwar versucht Monbiot, seinen Hammerschlag etwas zu dämpfen, indem er versucht, mittels Satire darzustellen, dass es für die Klimalobby noch schlimmer hätte kommen können: Es hätte ja tatsächlich eine Verschwörung entdeckt werden können. Doch das ist nur ein menschlich verständliches, allzu durchsichtiges Ablenkungsmanöver.

In der Kommentarspalte dagegen geht es nicht weniger spannend zu. Nach Aufforderung eines Kommentators schiebt der Journalist eine ausdrückliche Entschuldigung nach: „Ich war zu treuherzig gegenüber einigen, die mir jene Beweise lieferten, die ich vertreten habe. Ich wäre ein besserer Journalist gewesen, wenn ich ihre Behauptungen genauer untersucht hätte.“ Einem anderen Kommentator gegenüber präzisiert er, dass Phil Jones „unwissenschaftlich“ gehandelt habe.

Sind wir hier Zeuge eines echten Geisteswandels oder nur der Äußerungen eines „Wendehalses“? Die Zeit wird es zeigen. Manche trauen Monbiots Zerknirschtheit nicht ganz. Beispielsweise Kommentator smenj: „Ich bin verwirrt. Als Skeptiker schien mir dieses Verhalten in der Klimalobby weit verbreitet und vorgeschrieben zu sein, da deren Einnahmen davon abhängen, zu zeigen, dass es wirklich ein Problem gibt. Ich kann nicht verstehen, weshalb Sie das nicht bemerkt haben (vielleicht ist am Argument was dran, dass Klimaerwärmung weit mehr eine Religion ist als eine Naturwissenschaft).“

Es kann nicht weiter geleugnet werden, dass die Veröffentlichung der CRU-Emails ein gigantischer Volltreffer im Lager derjenigen war, die eine Verarmung, ja Verelendung der Menschheit in Kauf nehmen wollen, um ein zweifelhaftes Ziel mit zweifelhaften Mitteln zu erreichen. Zu denen auch einige gehören, deren eigentliches Ziel die Verelendung der Menschheit ist. Monbiots vorsichtiges Abrücken passt in das Bild eines zusammenbrechenden Systems. Die Zeitschiene wird sicherlich eine andere sein als 1989-91 dennoch umweht die kommende Konferenz in Kopenhagen schon jetzt ein wenig die Aura der 40. Geburtstagsfeier der DDR.

Internet:

George Monbiot: "Global waming rigged? Here's the email I'd need to see"

24. November 2009

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