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Gutes Geld, schlechtes Geld: Der Papiergeldschwindelvon Andreas Tögel Oder: Die Geschichte von der Schuldenorgie Täglich kann sich der interessierte Zeitgenosse an Meldungen von beidseits des Atlantiks erreichten Rekordverschuldungen „erfreuen“. Zwar ist die bürgerliche Kultur des Sparens in unserer vollends proletarisierten Welt längst diskreditiert und das Schuldenmachen durch Private – und sei es, nur um einen Kurzurlaub zu „finanzieren“ - ungeheuer chic geworden; dennoch sind es primär die Regierungen, die in ihrem ständigen Bemühen, dem auf ihre Rolle als unmündige Untertanen konditionierten Stimmvieh Brot und Spiele zu bieten, zum Mittel des exzessiven „Deficit Spending“ greifen und damit nachwachsenden Generationen eine gewaltige Hypothek aufbürden. Staatsverschuldung ist, da sie nicht unmittelbar zu Kaufkraftverlusten führt und den von den regierenden Eliten angerichteten Schaden geringer erscheinen lässt als er tatsächlich ist, aus deren Sicht ein demnach wesentlich zweckmäßigeres Instrument zur Finanzierung ihrer frivolen Politik, als neue oder höhere Steuern. Es kommt, wie langsam aber sicher selbst manchen Redakteuren in den staatsverliebten, Mainstreammedien zu dämmern beginnt, ein weiterer Faktor hinzu. Es handelt sich um die seit Beginn der Finanzkrise vor allem in den USA betriebene, ungezügelte Geldschöpfung. Es geht mittlerweile nicht mehr „nur“ um Milliarden an frisch produziertem Papier- und Buchgeld, sondern bereits um Billionen davon. Vorgeblich sei das erforderlich – ganze Horden von beamteten Nationalökonomen werden nicht müde, die Notwendigkeit dieser Strategie zu betonen – um die durch das ruchlose Profitstreben einiger weniger „Heuschrecken“ (wer oder was auch immer man sich darunter vorzustellen hat) in Schieflage geratene Banken zu „retten“. Nur der beherzten Intervention Leviathans und seiner Finanzbürokratie sei es zu danken, dass Millionen wackerer BürgerInnen heute noch ein Dach über dem Kopf und einen Arbeitsplatz haben. Gerade noch einmal Glück gehabt! Doch leider liegt so ziemlich alles, was mit Steuergeldern finanzierte „Experten“ von sich geben, ungefähr so nahe an der Wahrheit wie die gute alte Erde beim Alpha-Centauri – gleich, ob es sich nun ums Waldsterben, das Ozonloch, den Klimawandel, die Schweinegrippe oder eben um die Finanzkrise handelt. Es kommt einfach darauf an, – und zu diesem Behufe wird im Monatstakt eine neue Sau durchs Dorf getrieben – dem Bürger einzubläuen, dass er ohne das segensreiche Wirken seiner großen Vorsitzenden (und deren Beraterklüngel!) rettungslos verloren wäre. Um auf die Finanzkrise zurückzukommen: Die private Schuldenmacherei in den USA wurde von Staats wegen massiv gefördert und eigens zu diesem Behufe sogar zwei spezielle Organisationen, Fannie Mae und Freddie Mac, ins Leben gerufen. Dass eine Kreditpolitik, welche die Vergabe von Darlehen an Menschen ohne Vermögen erlaubt – also an solche, die keinerlei Sicherheiten bieten können –, ja die nicht einmal über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, früher oder später zu Fehlentwicklungen führen musste, sollte nicht überraschen. Die massenhaft eintretende Zahlungsunfähigkeit vieler Debitoren führte am Ende zur tatsächlichen oder zur zumindest drohenden Insolvenz dutzender Banken – allen voran die beiden oben genannten Immobilienfinanzierungsinstitute. Die „Rettung“ dieser maroden Buden mittels Steuergeldern auf dem Wege der Verstaatlichung nun als Folge der entfesselten Gier plutokratischer „Spekulanten“ dazustellen heißt, die Wahrheit glatt auf den Kopf zu stellen. Es wurden eben nicht, wie vielfach behauptet, dem kleinen Mann abgenommene Steuergelder an die Banken verteilt, sondern es ist der Lastesel jeder Volkswirtschaft – der Mittelstand – der für die Sanierung jener Institute herangezogen wird, welche zuvor die Unterschicht – der politischen Kaste allerliebstes Kind – großzügig mit (in absehbarer Weise nicht rückzahlbarer) Liquidität versorgt hat! Die seither betriebene, hemmungslos inflationistische Geldpolitik wird Probleme aufwerfen, gegen die sich die zurückliegenden vergleichsweise harmlos ausnehmen. Denn dass eine massive Zunahme der verfügbaren Zahlungsmittel – bei mehr oder weniger gleichbleibendem Warenangebot – nicht folgenlos bleiben kann, ist klar. Derzeit ist es hauptsächlich dem Unstand zu danken, dass schon wieder gewaltige „Spekulationsblasen“ (diesmal bei Finanzderivaten und Rohstoffen) entstehen, die riesige Geldsummen binden und somit vom für den kleinen Mann relevanten Markt der Dinge des täglichen Bedarfs fernhalten. Hauptsächlich deshalb (und weil ein guter Teil des frisch geschöpften Geldes – noch – in den Tresoren und Büchern der Geschäftsbanken ruht) rollt bislang noch keine generelle Teuerungswelle über uns hinweg. Im Wesen des heute verwendeten – im Gegensatz zum Warengeld von einst stehenden – „Schuldgeldes“ liegt eine große Gefahr. Wer in jener Zeit, als es noch echtes Geld, also Gold, oder zumindest durch Gold und Silber gedecktes Papiergeld gab, bezahlte oder tauschte man damit einen real existierenden Wert gegen das gewünschte Gut ein (diese Epoche wurde durch Präsident Nixon 1971 endgültig beendet, als er die Konvertierbarkeit des Dollars in Gold für beendet erklärte. Seither schwimmt die Welt auf einem Meer von deckungslosem Fiat-Money). Wer also heute „Geld“ ausgibt, der gibt lediglich ein Stück Phantasie, das bloße Versprechen eines künftig zu schaffenden Wertes hin. Das ist ein entscheidender Unterschied, der sich – ob die Menschen sich mit diesen Überlegungen bewusst auseinandersetzen oder nicht – auf ihr wirtschaftliches Verhalten, auf ihre Zeitpräferenz, auswirkt. Und da wir bereits seit Jahrzehnten in einer Welt des Fiat-Money leben, denkt auch so gut wie niemand mehr darüber nach – es ist eben einfach „normal“. Was Milton Friedman als „Tyrannei des Status Quo“ bezeichnet hat, kommt in dieser Frage voll zum Tragen. Dennoch scheint sich wachsendes Unbehagen auszubreiten, was die Kaufkraft des staatlich oktroyierten Schwundgeldes angeht. Die Entwicklung des Goldkurses, der seit Monaten nur eine Richtung kennt: steil nach oben, ist ein (negativer) Spiegel des Vertrauens in die staatlich monopolisierte Währung. Damit scheint es offenbar täglich schlechter bestellt zu sein. Eine nach dem britischen Kaufmann Thomas Gresham benannte Regel besagt, dass schlechtes Geld gutes Geld verdrängt. Es handelt sich dabei um eine Regel, die nur in einem System zwangsbewehrter Zahlkraftgesetze gilt. Denn wer frei darüber entscheiden kann, welches Zahlungsmittel er akzeptiert, wird sich nicht darauf einlassen, wertlose Papierfetzen an Geldes Statt entgegenzunehmen. In dem Moment allerdings, an dem große Teile der Bürger erkennen, dass aus dem Nichts geschaffenes staatliches Papiergeld einen Wert von Null aufweist (wie es einst Voltaire formuliert hat), wird der großangelegte Schuldgeldschwindel sein Ende finden. Spekulationen darüber, wie man sich dieses Szenario vorzustellen hat, möge jedermann für sich selbst anstellen… 15. November 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareCharlotte Stumm, am 15. November 2009 um 18:00 ( Link ) Alles wunderbar aufgedröselt wie es zu dieser Geldpolitik kam. Kurt_G Ich muß EEkat mal wieder loben - a) für seine Pointen und b) für seinen Humor. Alles richtig was er schreibt. Aber dann schreibt EEKat: Das ist der Grund, warum wir Steuerzahler für die Hypo Real Estate bluten müssen. Die Anlagen unserer Kommunen sind sonst allesamt platt. Keine Sau in der BRD greift dies auf, skandalisiert dies, wie es sich gehörte. und weiter: Klar, die Medien haben alle Hände voll zu tun, die Schweineimpfung voranzubringen. Nur unterbrochen vom Staatsbegräbnis für den Torwart Enke. Den Hinweis zum Staats TV, den sehe ich ein wenig anders.Tja - EEkat, wenn sies dann nur täten. Mit einer Reihe von Anzeigen gegen das Pharmaunternehmen Baxter, die Weltgesundheitsorganisation WHO und die UNO hat die investigative Journalistin Jane Bürgermeister weltweit auf die Gefahren im Zusammenhang mit der geplanten Massenimpfung gegen die Schweinegrippe hingewiesen. Mit bedrückendem Insiderwissen zeichnet sie das Bild eines gewaltigen Verbrechens gegen die Menschheit, das offenbar nur ein Ziel verfolgt: Den Genozid breiter Teile der Bevölkerung. Mittlerweile hat ihre unermüdliche Aufklärungsarbeit Jane Bürgermeister den Job gekostet. Trotzdem macht sie weiter. Ihre eigene Website theflucase.com gilt mittlerweile als eine zentrale Sammelstelle im Internet, auf der sämtliche Informationen zur Impfung gegen die Schweinegrippe zusammenlaufen. Im Gespräch mit Thomas Kirschner erläutert die renommierte Wissenschaftsjournalistin im exklusiven secret.TV-Interview aber auch, dass es noch einen weiteren schrecklichen Verdacht gibt. Über einen möglichen Genozid hinaus könnte es noch einen viel bedrückenderen Grund für die konstatierter Aktion der Staatengemeinschaft geben, möglichst viele Menschen mit den extrem problematischen Impfstoffen zu kontaminieren. Teil I http://www.youtube.com/watch?v=5_R5EHn9lOY Teil II http://www.youtube.com/watch?v=NdVSytKCC78 Bitte nicht wieder mit dem Begriff "Verschwörung" hausieren .. TrebMelsa @ Charlotte Stumm §§§§ Frau Stumm, Sie haben noch eine Gruppe vergessen, die demokratisch-legitimierten Führer der politischen Klepokratie. Friedrich Dominicus, am 16. November 2009 um 9:45 ( Link ) Oh, schön das es doch noch Gleichgesinnte gibt. Seit mehr als einem Jahr schreibe ich dagegen an. Es ist unfaßbar wie Gutsprech wirkt, jedem nahezulegen, lesen Sie mal die Ansprachen bzgl. Kinderpornographie. Die Betroffenheitssprüche wegen eines gewissen Freitods, und dann die Aktionen in Afghanistan wo mit vollem "Bewußtsein" Menchen hingeschickt werden die getötet werden. All das paßt irgendwi ins Bild... GraueEminenz, am 16. November 2009 um 10:42 ( Link ) "in Schieflage geratene Banken zu 'retten'" - wie man aus Gerichtsakten weiss, sind es oft auch Politiker, die Prostituierte frequentieren. Und um vor dem eigenen Gewissen besser bestehen zu koennen, versuchen sich manche damit zu troesten, eine anlaesslich ihrer Tete-a-Tetes davon "retten" zu wollen. Wenn es auf Banken uebergreift, eine Form der Objektliebe, Heilmethoden leider noch nicht bekannt, aber das Phaenomen selbst sicherlich Anzeichen schwerer Unzurechnungsfaehigkeit. Stefan Miller, am 16. November 2009 um 11:18 ( Link ) wie immer öfter in diesem Forum wird hier wiedermal alles mögliche in einen Topf geworfen, durcheinandergebracht, mißverstanden und verklärt. EEkat, am 16. November 2009 um 15:10 ( Link ) @Graue Eminenz, an mich gerichtet schreiben Sie: Sie dagegen sehen den SubPrime-Suendenfall erst in der u.a. Obama-getriebenen (er war der Politiker, der die hoechsten Wahlkampfunterstuetzungen von diesen "Banken" bekam!) Ich hatte jedoch geschrieben: ...diese [Fannie Mae u. Freddy Mac] wurden durch Regierungsanweisung unter C l i n t o n gezwungen, zuküntig auch an sozial Schwache ihre Hypotheken auszugeben, andernfalls man Ihnen im Rahmen der affirmative action legislation auf die Pelle rücken würde. (Dies sind Verstöße gegen das Diskriminisierungs-Gesetz) Die Sache geht nicht auf Obama zurück. Und auch nicht auf seinen Vorgänger, Bush. Wenn Sie wollen, suche ich Ihnen den Namen des Staatssekreträrs der Clinton-Adminsitration raus, der diese Anweisung im Auftrage seiner Administration produzierte. Der Sozialist Clinton hat uns das eingebrockt. Diese Anweisung hatte dann reichlich Zeit, sich entfalten zu können und die Immobilien-Blase entstehen zu lassen. Welche platzte, als die dann Zinsen angehoben wurden. Wären die nicht angehoben worden, dann würde heute die ganze Welt wohl noch auf diesen Subprime-Produkten sitzen, und sich reich fühlen. haha. Obama hatte dafür also lediglich die politische Verantwortung übernommen, indem er in Brüssel den EU-Regierungschefs erklärte, die Ursachen der Finanzkrise lägen tatsächlich in den USA. Richtig ist dann wieder, wie Sie weiter schreiben: .... Verpflichtung, auch Mitgliedern von Minderheiten Hypotheken ausreichen zu muessen, die von ihrer Bonitaet her dafuer nie infrage gekommen waeren Nur eben verdanken wir dies der Clinton- Administration. EEkat GraueEminenz, am 16. November 2009 um 15:57 ( Link ) Lieber EEkat, EEkat, am 16. November 2009 um 18:08 ( Link ) @Graue Eminenz, keine Gegenrede von mir, ich wollte lediglich dem klarstellen, daß nicht Obama am Beginn der Finanzkrise stand, weil dieser besonders hohe Wahlkampfzuwendungen durch Fanny Mae und Fredy Mac erhalten habe. Clinton, die affirmative action legislation, deren übriggebliebene Anforderungen bei der Antragstellung Sie ja schildern, stand nach meiner Auffassung zu Beginn dieser Blase. Aber Sie haben Recht, daß Fannie Mae und dann Freddy Mac bereits vorher skeptisch kommentiert wurden. Wer allerdings alles in Obama gesetzt, ihn im Wahlkampf unterstützt hatte, das wäre eine weitere Geschichte wert. Da stoßen wir dann auf einmal auf Milliardäre, die sich als Sozialisten verstehen. Was es in den USA nicht alles gibt. Eine merkwürdige Allianz, die sich da hinter Ba Mao formierte. Der jetzt den Müll seiner Gönnerkreise wegzuräumen hat. Also: eigentlich kein Mißverständnis zwischen uns, nur eine Präzisierung durch mich, und nun etwas mehr background durch Sie. EEkat em , am 16. November 2009 um 18:58 ( Link ) Irgendwie kann ich jetzt nicht wirklich einen gravierenden Unterschied erkennen zwischen der Kreditfinanzierung "Bedürftiger" in den USA und Deutschland. Hier führen die Aufwände direkt zu neuen Staatsschulden, dort halt indirekt und ein wenig verzögert. Thoringi , am 16. November 2009 um 23:16 ( Link ) @Graue Eminenz & Eekat, das geht nicht erst seit Clinton so. Seit ich mich erinnern kann, reicht die Kfw Darlehen in Deutschland aus, die genau diesem Ziel dienen. Finanzierung sonst nicht sinnvoller Investitionen. Hinzu kommen die bei den Kommunen angesiedelten Förderinstrumente für den Wohnungsbau. Sie hießen mal I. und II. Förderweg. Was da schön gerechnet wurde, daß steht den Amis ín nichts nach. Und wir können wetten, daß es ähnliche Konstrukte in allen Wohlfahrststaaten gibt. @ Andreas Tögel Ich würde nicht so vordergründig auf den physischen Charakter unseres Geldes abstellen. Papier ist eher eine Metapher. Ob Gold oder Papier, es kommt auf die Möglichkeit an, es willkürlich zu mehren. Nicht umsonst haben die Fürsten die Alchemisten festgesetzt und gezwungen, nach der Formel für Gold, den Stein des Weisen zu suchen. Böttcher fand das Porzellan. Wenn wir uns darauf einigen würden, daß zum Tag X eine bestimmte Menge Geldes geschöpft würde und danach gäbe es nur noch einen Banknotenersatz für verschlissenes Geld, dann sollte die Werthaltigkeit womöglich genauso hoch sein, wie beim Geld mit Golddeckung. An sich sogar noch stabiler, denn das System wäre nicht von neuen Bergbauverfahren oder künftiger Exploration neuer Lager abhängig. Allein die Möglichkeit der wahllos hohen Geldschöpfung ist das Problem. Also ist der Charakter unseres papiernen Geldes wohl eher politisch. Ich bin mir bewußt, daß ich Ihnen damit nichts neues erzähle. Aber vielen zufällig und eben nicht libertär denkenden Lesern dieser Seiten dürfte es nicht klar sein. Vielleicht ist es hilfreich, nach und nach ein kleines Lexikon libertärer Definitionen auf ef-magazin.de aufzubauen? Gute Nacht allseits. GraueEminenz, am 16. November 2009 um 23:34 ( Link ) @Thoringi umverteiler, am 17. November 2009 um 1:46 ( Link ) Thema Hypo Real Estate: als vom "Enteignungsminister" Steinbrück getroffener HRE-Kleinstaktionär mit 1,30 Euro Zwangsabfindung pro Aktie erlaube ich mir, das von EEkat aufgegriffene Thema noch zu vertiefen. Historisch gesehen ist die HRE die Bad Bank, in die Bayerische Vereinsbank und die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank anlässlich ihrer damaligen Fusion ihre gemeinsamen Problem-Immobilien-Kredite ausgelagert und an der Börse noch durch Ausgabe neuer Aktien versilbert haben. Wie richtig erwähnt, sind an die Spitze der Bad Bank HRE allerhöchstens Manager der 3. Reihe gewechselt, da eine auf absehbare Zeit nur Problemkredite verwaltende Bank auch nur wenig Karrierechancen und Boni-Verdienstmöglichkeiten bietet. Der biedere Herr Funke hat aber mit dem Selbstverkauf-Angebot der zwischenzeitlich nach Dublin umgezogenen einstigen Deutschen Pfandbriefanstalt, nach dem Umzug schlicht DEPFA plc, die Möglichkeit ergriffen, ein großes, potentiell gewinnbringenderes Rad zu drehen. DEPFA-Spezialität war nach dem Umzug ins "deregulierte" Irland nicht mehr nur die langfristige Infrastruktur- und Staatsfinanzierung (wie zuvor zu Frankfurter Zeiten), sondern auch die Finanzierung von besicherten amerikanischen Immobilienkrediten in Zweckgesellschaften (Conduits) außerhalb der Bilanz (d.h. ohne Hinterlegung haftenden Eigenkapitals). Das war ja auch in Deutschland inzwischen dank Lobbying durch Steinbrücks alerten Staatssekretär Asmussen vollkommen legal. Schäuble hat diese verdienstvollen und kenntnisreichen Staatssekretär-Persönlichkeiten von seinem Vorgänger ja dankenswerter Weise übernommen, um einen "Systembruch" zu vermeiden. Crux des DEPFA-Modells: langfristige Ausleihungen wurden kurzfristig auf dem Interbankenmarkt über ein- bis dreimonatige Gelder finanziert. Hier hohe langfristige Zinseinnahmen, dort niedrige kurzfristige Zinsen auf dem Interbankenmarkt (gestützt durch die Niedrigzinspolitik des Fiat-Money-Reservebankensystems weltweit), Ergebnis: ein dauerhaft hoher positiver Zinsspread für die Bank. Die langfristigen Ausleihungen betreffen zunehmend nicht nur Staaten und Gebietskörperschaften als Schuldner, sondern AAA geratete verbriefte Hypothekenforderungen. Diese werfen sogar noch höhere Renditen ab bei AAA-Ratings als Staatsanleihen (Fannie Mae, Freddie Mac und KfW als "Garantiegeber" sei Dank). Dann kommt der Lehman-Crash, der Interbankenmarkt ist von einem Tag auf den anderen tot, keine Bank vertraut mehr der Konkurrenz auch nur über Nacht eigene Anlagen an, stattdessen wird das Geld bei den Zentralbanken gehortet. Die HRE, die sich nur kurzfristig auf dem Interbankenmatkt das Geld geliehen hat, das sie selbst langfristig ausleiht, bekommt keine Liquidität mehr, ist damit wegen des Laufzeiten-Mismatch eigentlich sofort tot. Der Laufzeiten-Mismatch ist für jeden Banker eine "Todsünde", die die Wirtschaftsprüfer regelmässig angemahnt haben, die für Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanz aber offensichtlich irrelevant war. Ergebnis sind die mehr als 100 Milliarden Euro Staatssicherheiten, die die langfristigen Ausleihungen der HRE dauerhaft durch den Steuerzahler "abstützen" sollen. Warum durfte die HRE nicht pleite gehen, warum war sie systemrelevant bzw. "too big to fail" ? Antwort: Einlagen der deutschen Kommunen und Gebietskörperschaften bei der HRE, die teilweise oder ganz wertlos geworden wären. Ausleihungen der HRE an Kommunen und Gebietskörperschaften, die im Zuge einer Insolvenz fällig gestellt worden wären. Alle öffentlichen Schuldner hätten sich über Nacht um Anschlußfinanzierungen bei anderen Kreditgebern kümmern müssen mit wahrscheinlichen Zinsaufschlägen und möglichen Fälligstellungen bei fehlender Anschlußfinanzierung. Fakt ist: kein privater Investor hat der HRE Geld geliehen, weil diese eben KEINE Endkundenbank ist. Es gab und gibt kein Insolvenzrisiko für den Sparer bei einer Pleite der HRE, es hätte eben nur kommunale und staatliche Geschäftspartner der HRE getroffen sowie andere Geschäftsbanken wie die Deutsche Bank, die demzufolge ein hohes Eigeninteresse an einer staatlichen Rettung der HRE hatte. Dieser Umstand wurde und wird der Öffentlichkeit aber bewußt verschwiegen, wenn das Gespenst des "Bank Run" im Zusammenhang mit der HRE an die Wand gemalt wurde. Warum Totalenteignung der ehemaligen Eigentümer, der privaten Aktionäre ? Eine schon erreichte 90% Mehrheit des Bundes dank nur vom Bund gezeichneter Kapitalerhöhungen genügt vollkommen, um das "uneingeschränkte Sagen" bei der HRE zu haben und ausschließlich "beamtete Wissensträger" des Bundes und der Länder in den Bankenvorstand und Aufsichstrat zu berufen. Antwort: die Kleinaktionäre stellen unangenehme Fragen, könnten eine Sonderprüfung durchsetzen. Die Sonderprüfung wird nicht kommen, der Bund hat sich mit dem Squeeze-Out endgültig durchgesetzt, schmutzige Wäsche soll nicht an der Öffentlichkeit gewaschen werden. Die Frage der Verfassungsmäßigkeit der Zwangsenteignung stellt sich Politikern nicht, die die Grenzen der Verfassung bewußt austesten, um "politisch gestalten" zu können. Die Frage, warum das Thema "Staatshilfen für die HRE" just an dem Tag 29.09.2008 beschlossen wurde, an dem die Haftung der inzwischen italienischen Mutter Unicredito für ihre Ex-Tochter HRE nach 3 Jahren gerade ausgelaufen war, wird der Ex-Kassenwart Steinbrück auch nie beantworten müssen, wahrscheinlich war die zeitliche Koinzidenz göttliche Fügung. umverteiler, am 17. November 2009 um 2:04 ( Link ) Addendum: Die HRE als "Mutter" und reine Pfandbriefbank hätte nach dem Pfandbriefgestz strenggenommen auch nie "pleite" gehen können, da ja alle Ausleihungen durch Grundpfandrechte an Grund, Boden und Immobilien besichert sind. Offenbar war die Angst in Politik und Wirtschaft aber begründetermaßen sehr groß, dass die Nennwerte bzw. Buchwerte der verpfändeten Grundstücke und Immobilien (z.T. "Ostimmobilien") in der HRE-Bilanz sehr viel höher angesetzt sind als die erzielbaren Marktpreise. Also auch hier in Deutschland die Angst vor dem Platzen der Immobilien-Blase. Schlimmstenfalls wäre also der deutsche Pfandbriefmarkt zusammengebrochen, wenn anläßlich einer HRE-Insolvenz als Bad Bank, in die die Problemkredit-Immobilien der Mütter ausgelagert wurden, festgestellt worden wäre, dass die Bilanzwerte geschönt waren. Mit der Stützung durch den Steuerzahler und die Enteignung der Alt-Aktionäre hat aber niemand mehr Recht bzw. Anspruch auf Aufklärung. James Blond, am 17. November 2009 um 8:25 ( Link ) Herr Tögels doch wieder streng monokausal ausfallender Ansatz zur Erklärung der Finanzkrise (Schuld ist immer nur der Staat ... gähn) trägt m.E. nicht weit, auch wenn er einige richtige Punkte anspricht. Was ich allerdings für eine ziemlich unausgegorene Idee halte ist die Rückkehr zum Goldstandard, denn auf dem Stand der Entwicklung der kapitalistischen Produktivkräfte würde das den Goldpreis um ein vielfaches steigen lassen und eine dramatische Deflationswelle auslösen. Diese liberale Geldromantik würde eine solche Liquiditätsklemme auslösen, daß wir im produktiven Bereich eine verbrannte Erde hätten (sh. dazu z.B. http://www.geldcrash.de/artikel/art-waehrungsreform.htm). In diesem Sinn wird der Kapitalismus wohl weiter bewußtlos zwischen Deregulierung und Staatsintervention taumeln bis er von einer vernünftigeren Produktionsweise abgelöst wird. Es grüßt Sie alle sehr herzlich critical_theory EEkat, am 17. November 2009 um 9:24 ( Link ) Umverteiler, Danke für die Ausleuchtung der HRE-Zusammenhänge. Nicht nur die Deutsche Bank mußte ein hohes Eigeninteresse haben an der Rettung der HRE. Der mögliche (eigentlich: unmittelbar bevorstehende) Zusammenbruch des Pfandbriefmarktes wäre eine Super-Nummer geworden, nachdem nichts auf dieser Erde mehr dem Tage davor geglichen hätte. Die Frage ist: wieso hat man die HRE gewähren lassen. Wer hat sie gewähren lassen. Oder anders gefragt: wem war der Kollaps der Berliner Bank noch nicht ausreichend genug, um nun ungerührt im Nachhinein die globale Finanzkrise als ein US-Problem darzustellen. EEkat FritzLiberal, am 17. November 2009 um 11:19 ( Link ) @James Blond: Herr Tögels doch wieder streng monokausal ausfallender Ansatz zur Erklärung der Finanzkrise (Schuld ist immer nur der Staat ... gähn) trägt m.E. nicht weit, auch wenn er einige richtige Punkte anspricht. Langweilig ist wohl eher das ewige Beklagen der "Gier" der Banker, die angeblich an der Krise schuld seien. Kleine Neuigkeit für alle einschlägigen Klageweiber und -männer: die "Gier" ist eine menschliche Grundeigenschaft. Wer also ein schuldenbasiertes Währungssystem, das es "gierigen" Bankern erlaubt, eben diese System zu Fall zu bringen, schafft und es den Menschen auch noch mit Gewalt aufzwingt, handelt verantwortungslos. Und wer sonst als der Monopolist, der allein über das Geldwesen bestimmt und alle Alternativen mit Gewalt unterdrückt, sollte für die gegenwärtige Situation die Verantwortung tragen? Seiner Kritik einer inflationistischen Geldpolitik kann man natürlich den keynesianischen Investitionskreislauf entgegenhalten, nach dem "Zentralbankgeld-Investitionen" zu materieller Produktion führen, dadurch Einkommen herausbilden und somit einerseits ihren Gegenwert schaffen und andererseits den gesellschaftlichen Reichtum zu mehren. Also Gruben ausheben & wieder zuschütten lassen (wie von Keynes selbst empfohlen), um damit den gesellschaftlichen Reichtum zu mehren? Was muss man geraucht haben, um ein solches Wirtschaftsmodell zu empfehlen? Und ja, ich weiß, die meisten staatlichen "Investitionen" sind natürlich viel "wertvoller" als Gruben. Das Problem ist nur: es gibt nur eine objektive Entscheidungsgrundlage dafür, ob eine Investion wertvoll ist oder nicht: ob jemand freiwillig dazu bereit ist, sein eigenes Geld dafür einzusetzen. Alles andere ist nur Gefasel von Politikern und deren Hofschranzen. Und somit sind staatliche "Investitionen" zu einem großen Teil Fehlinvestitionen und damit ein sinnloses Verbrennen von Kapital. Was ich allerdings für eine ziemlich unausgegorene Idee halte ist die Rückkehr zum Goldstandard, denn auf dem Stand der Entwicklung der kapitalistischen Produktivkräfte würde das den Goldpreis um ein vielfaches steigen lassen und eine dramatische Deflationswelle auslösen. Zu beiden der von Ihnen genannten angeblichen Problemen: und? ... bis er von einer vernünftigeren Produktionsweise abgelöst wird. Ich frage lieber nicht, was Sie sich darunter vorstellen. GraueEminenz, am 17. November 2009 um 12:35 ( Link ) Lieber James Blond, barthel_berand, am 17. November 2009 um 14:11 ( Link ) @ GraueEminenz (+ James Blond), ich habe mir in der Tat die Ausführungen von Flassbeck durchgelesen, da ich ein Freund der Widerlegung bin und mich daher lieber mit der Meinung Andersdenkender beschäftige als irgendwo Bestätigung meiner eigenen Meinung zu finden. Allerdings bestätigt mich Flassbeck in meiner Meinung; sprich: er denkt in der Tat anders - aber falsch. Ich bin - nicht nur - an der von Ihnen zitierten Stelle zusammengezuckt. Jeder hat so seine Glaubenssätze. Da machen wir uns mal nichts vor. Aber ich lasse Ihnen gerne den Vortritt bei der Auseinandersetzung mit Flassbecks Äußerungen - nicht allein aus Zeitgründen. Ggfs. ergänze ich dann ein wenig, falls es sinnvoll sein sollte. BB Andreas Tögel, am 17. November 2009 um 21:31 ( Link ) Verehrter Herr Blond, Gauweiler, ein "Vertreter der marktwirtschaftlichen Rechten"? - ich bitte Sie! Keynes´"Theorie"? Mein Gott! Ich empfehle dringend die Lektüre von Hazlitts ebenso minutiöser wie gnadenloser Hinrichtung der "General Theory" - da bleibt kein Auge tocken...;-): http://www.amazon.com/Failure-New-Economics-Henry-Hazlitt/dp/1933550112! Die "Deflation durch echtes Geld"-Trommel rührt ja nun wirklich jeder, der gerne im Trüben fischt - da sind gestandenen Marxisten beileibe nicht die einzigen. Dummerweise bleiben all diese Herrschaften jeglichen Beweis - oder, wenn schon der nicht zu führen ist - wenigstens plausible Begründungen für ihre krausen Gedanken schuldig. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, daß Branchen - wie etwa die Unterhaltungselektronik- oder die Computerindustrie - seit Jahrzehnten in einem deflationären Umfeld leben (müssen) und bislang dennoch nicht eingegangen sind. Wo in drei Teufels Namen läge das Problem, wenn auch Güter des täglichen Bedarfs (nominell) billiger anstatt teurer würden? Stellten wir dann augenblicklich den Konsum ein und warteten so lange auf noch billigeres Brot, bis wir alle verhungert wären? Ihrer Aufklärung freudig entgegenblickend verbleibe ich der Ihre, Gamma, am 17. November 2009 um 23:31 ( Link ) Es wurden eben nicht, wie vielfach behauptet, dem kleinen Mann abgenommene Steuergelder an die Banken verteilt, sondern es ist der Lastesel jeder Volkswirtschaft – der Mittelstand – der für die Sanierung jener Institute herangezogen wird, welche zuvor die Unterschicht – der politischen Kaste allerliebstes Kind – großzügig mit (in absehbarer Weise nicht rückzahlbarer) Liquidität versorgt hat! Dies kann man so betrachten. Jedoch sollte man nicht den Fehler machen, die "Unterschicht" dabei – im Großen und Ganzen – als Verursacher oder Profiteure dieser unsinnigen Kreditvergabe zu sehen. Denn die in Folge dieser Verfügbarkeit an "billigem Geld" aufgeblasenen Preise bei gleichzeitigem Druck auf die Löhne dürfte dafür sorgen dass die wahren Gewinner woanders sitzen, während die meisten "Unterschichtler" weniger real erhalten als sie sonst verdienen könnten. em , am 18. November 2009 um 0:45 ( Link ) Denn die in Folge dieser Verfügbarkeit an "billigem Geld" aufgeblasenen Preise bei gleichzeitigem Druck auf die Löhne dürfte dafür sorgen dass die wahren Gewinner woanders sitzen, während die meisten "Unterschichtler" weniger real erhalten als sie sonst verdienen könnten. Vielleicht kann mir mal jemand erklären, wie denn dieses "billige Geld" die Preise steigen und die Löhne sinken lässt? Werden damit die Super- und Mediamärkte leergekauft? Steigert es die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen? In der Realität sehen wir doch seit längerer Zeit eine gegenläufige Tendenz. Wovon übrigens besonders die vielbeweinten "Unterschichtler" profitieren. barthel_berand, am 18. November 2009 um 11:07 ( Link ) @ all Gerade zufällig drüber gestolpert: http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=12065 100 Jahre gesetzliches Zahlungsmittel. Da wurde doch glatt ein Jubiläum verschlafen. BB GraueEminenz, am 18. November 2009 um 11:11 ( Link ) Lieber em, GraueEminenz, am 18. November 2009 um 11:29 ( Link ) @em Andreas Tögel, am 18. November 2009 um 20:43 ( Link ) ...und den der "Deflation" fuer "Verbilligung" zu verwenden (auch Herr Toegel hat's oben mit seinem Computer-Beispiel getan)... Ups, ertappt. Sie haben recht - Denkfehler meinerseits. Dnke für den Hinweis! Gruß aus Wien, A. Tögel em , am 19. November 2009 um 1:15 ( Link ) Hallo GraueEminenz, entweder ist es wirklich sehr kompliziert - oder Sie wissen's auch nicht. Erstens können die ZB das Kreditangebot zwar verbilligen, aber keine Kreditnachfrage erzwingen. Meines Wissens stagniert die Neuaufnahme von Krediten mindestens im Euroraum seit geraumer Zeit bzw. ist sogar rückläufig. Ohne Ausweitung der Kreditsumme aber keine Ausweitung der Geldmenge und somit auch keine Steigerung der Nachfrage. Zweitens senken niedrigere Zinsen die Kapital- und damit die Produktionskosten. Was bei entsprechender Konkurrenzsituation zu sinkenden Preisen führt. Wie ja auch zu beobachten ist. Blieben drittens die Staatsschulden. Da finde ich die Grafik sowie die zugehörige Aussage in diesem Artikel recht aufschlußreich: Soweit meine völlig unmaßgebliche Sicht ... GraueEminenz, am 19. November 2009 um 13:24 ( Link ) Teil I: GraueEminenz, am 19. November 2009 um 13:24 ( Link ) Teil II: Gamma, am 19. November 2009 um 23:40 ( Link ) @ GraueEminenz Bei so manchem Autor würde das schon als ganzes Kapitel zählen. Respekt! @ em Die Reallöhne sinken schon seit einiger Zeit. (Kurzer Einwurf: Die Entwicklung des "Reallohns" ist zwar – das sollte man im Sinn behalten – ein subjektives Maß, da sich mit der Zeit ja auch das Güterangebot deutlich verändert, aber subjektive Eindrücke bestimmen nun einmal die Zufriedenheit des Menschen.) Gründe dafür sind z.B. in der fortschreitenden Automatisierung und dem Druck durch Outsourcing in billigere Länder zu finden, insbesondere im Bereich geringqualifizierter Arbeit. Das müssen gar nicht mal viele Stellen sein – so gibt es ja doch sehr viele einfache Arbeiten, die sich auch mittelfristig noch nicht automatisieren oder woanders hin verlagern lassen. Der Effekt ist schon bei einer kleinen Anzahl betroffener Stellen spürbar. Denn wo ein Arbeitsplatz wegfällt, bedeutet dies erhöhte Konkurrenz für andere Stellen, für welche der Entlassene qualifiziert wäre. So zeigen sich auch Mängel im Bereich Bildung, aber das ist ein anderes Thema. Hinzu kommt die generelle Tendenz der Arbeitnehmer, sich schlecht verkaufen zu können, also weniger Lohn zu verlangen als machbar wäre. Diese Fähigkeit wird anscheinend immer seltener vermittelt. Und wer im Verhandeln richtig gut ist, ist möglicherweise bereits selbständig. Jedoch wollen die Menschen auch von irgendwas leben. Und auch wenn das Verhandlungsgeschick wenig ausgeprägt sein sollte, würden Sie Probleme haben dem gemeinen deutschen Billigarbeiter zu erzählen dass er seine Lebensverhältnisse eher an Schwellenländern ausrichten müsse, weil seine Arbeit nicht mehr gefragt sei. Vorher würde es wohl zu massiven Streiks und Schlimmerem kommen. Verhandlungsgeschick kann eben auch durch Masse ausgeglichen werden. Billige Kredite wirken dabei auch wie eine Art Beruhigungspille für den Volkszorn: Der Lohn sinkt zwar, aber der Unterschichtler kann sich trotzdem noch einiges leisten (langfristig natürlich nicht, aber wer denkt schon langfristig...). Wer dafür aufkommt bleibt unbestimmt, auch den Arbeitgeber freut's da er die Löhne weiter drücken kann. GraueEminenz, am 08. Januar 2010 um 17:33 ( Link ) Zu James Blond "Das funktioniert jedoch nur, solange jemand bereit ist, sich genau um den Betrag der Zinsgewinne zu verschulden. Mit anderen Worten: Jeder Euro Zinsgewinn zieht automatisch einen Euro Schulden für jemand anderen nach sich." "Verschuldungszwang: Alles Geld, das irgendwie investiert oder angelegt ist, wird nur dann weiter zur Verfügung gestellt, wenn es eine für den Gläubiger einträgliche Rendite gibt." "Je schneller sich nun die Wirtschaft entwickelt, um so mehr ist der Markt gesättigt und die Rendite sinkt durch zurückgehende Kreditaufnahme." "Ein eigener Währungsraum hat nun die Aufgabe jedes dieser unterschiedlichen Gebiete wirtschaftlich mit einer eigenen, angepaßten Währungspolitik zu stabilisieren." "Der Ausgleichsfaktor oder Währungspuffer ist der freie Wechselkurs." Das ist halbwegs richtig – wir hatten aber bereits seit vor dem Zweiten Weltkrieg keine freien Wechselkurse mehr. Nur wenn sie wirklich frei sind und nicht durch Interventionen (ein kriegerischer Begriff) "gestuetzt" werden, kann das heilsame Wirkungen entfalten. "Bisher hat jede Abschaffung freier Wechselkurse zu einem Crash geführt." Na, das ist mal wirtschaftsliberal RICHTIG beobachtet … "Noch viel schlimmer jedoch als feste Wechselkurse ist die Etablierung einer Einheitswährung wie dem Euro." ABSOLUT – wer die D-Mark mit der Lira in einen Fresskorb packt und sagt, man koenne nur das Ganze jetzt kaufen, verhunzt die Waehrung. "Wächst eine Wirtschaft, ist damit automatisch eine größere Geldmenge notwendig, um dem gestiegenen Handelsvolumen gerecht zu werden." Das ist ein Fehlschluss, den ich hier beleuchtet habe: "Weil jedoch die Goldmenge auf der Welt stark begrenzt ist, ist in einem Goldstandard die Wirtschaftsentwicklung einseitig eingeschränkt. … Seit dem 19. Jhd. Gab es bei uns dreimal einen Goldstandard und jedesmal hat er zu Krisen und Kriegen geführt …" "Die Deutsche Bundesbank wies darauf hin, daß gerade die Phasen des Goldstandards im 19. Jahrhundert ständige Deflationen verursachten. So war beispielsweise das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts fast ganz deflationär, was mit dem Goldstandard und der fehlenden Geldanpassung an die gestiegene Bevölkerung und höhere Produktivität begründet wird." "Wenn alle Länder 'am Gold hängen', dann ist keine angepaßte Währungspolitik mehr möglich, weil die Wechselkurspuffer fehlen." "Goldgeld ist immer Zinsgeld" "Die Gefahr besteht, daß nach dem nächsten Crash wieder eine Goldwährung eingeführt wird, welche – wie die vorausgegangenen drei Goldstandarde auch – sehr schnell in Bedrängnis kommen wird." NEIN, die GEFAHR fuer den Goldstandard ist immer, dass man VON IHM ABWEICHT – d.h. mehr Scheinchen in Umlauf bringt, als man Gold im Keller hat. JEDESMAL war das derAnfang vom Ende des Goldstandards. "Vergessen wurde jedoch, daß dies alles über Schulden finanziert wurde." DAS IST UNSINN – abbezahlte Haeuschen stehen en masse herum, auch mein Auto gehoert nicht der Bank. Unbewiesene Behauptungen in die Welt setzen ist kein wissenschaftlicher Diskurs. "Von einer Deflation spricht man, wenn die Einkommen der breiten Masse sinken und daraufhin aufgrund der zurückgehenden Kaufkraft die Umsätze der Unternehmen zurückgehen." BLOEDSINN – Deflation ist Geldmengenkontraktion, Inflation deren Aufblaehung (lat. inflare). Wer die Begriffe anders verwendet, muss sich nicht wundern, dass er zu falschen Schluessen kommt. In der Physik ist Masse auch nicht gleich Gewicht, wiewohl da Zusammenhaenge bestehen. Abnehmende Preise sind nicht Deflation, steigende nicht Inflation. Wer glaubt, das Oel werde knapp und deshalb dafuer mehr bezahlt, hat keine Inflation initiiert usw. "Sinkende Löhne führen zu zurückgehenden Umsätzen bei den Unternehmen." Der Autor vergisst den Unterschied zwischen Nominal- und Realloehnen (generell: Preisen). So ist die Aussage FALSCH. "Erhöht bspw. der Staat die Mehrwertsteuer, dann müssen die Haushalte mehr Geld dafür ausgeben." Ja – aber er nimmt es ja ein und gibt es wieder aus – daraus laesst sich fuer die "Deflation" nix ableiten, es sei denn, man vergisst immer eine Seite einer Gleichung (natuerlich sind Steuern schlecht, aber darum ging es hier ja nicht). "Unsere Zinsentwicklung jedoch zeigt deutlich die heutigen deflationären Tendenzen" Quatsch – unsere ZENTRALBANK-Zinsen werden KUENSTLICH erniedrigt, die Geldmenge gleichzeitig aufgeblaeht – wenn man mehr (ungedecktes) Geld unter die Leute bringen will, muss man ja dessen Preis SENKEN – das gilt FUER ALLE GUETER. GraueEminenz, am 08. Januar 2010 um 17:33 ( Link ) TEIL II: Tut mir ja leid, aber das ist Wort-Geblubber. Richtig ist, dass JEDE Produktion Spekulation ist – was sich tausenmal gut verkauft hat, kann beim 1.001sten Male obsolet oder durch einen besseren Konkurrenten verdraengt sein. GraueEminenz, am 08. Januar 2010 um 17:33 ( Link ) TEIL III: Das ist ebenfalls Unsinn. Dass die Asiaten sparen, ist der Grund fuer deren Fabriken-Ausbau (Spargeld geht in Produktionsgueter). Dass die Fed mit ihrer lockeren Geldpolitik "es nicht war" – was soll sie denn anderes von sich behaupten? Geradezu kindisch, wie in der Schule "Ich war's nicht". GraueEminenz, am 08. Januar 2010 um 17:33 ( Link ) TEIL IV: "Die Kreditvergabe hängt von der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers ab, nicht von der Höhe der Kreditzinsen." JA, so SOLLTE es sein – war es aber in den USA bei den Subprime-Mortgages ja nicht, darum heissen sie ja so. Dass hier viel Dummheit unerwegs war, ist unbestritten, aber diese Fakten einfach zu negieren, ist noch duemmer. "Nicht niedrige Zinsen, sondern mangelhafte und fehlende Prüfung der Kreditwürdigkeit sind eine wesentliche Ursache für die eingetretenen hohen Ausfallraten von Krediten." "Es ist Politikversagen." – Nun ja, wie man's nimmt – wenn die Politik niedrige Zinsen will, um die Belastungen ihrer eigenen Verschuldung niedrig zu halten, dann kann sie sich nicht wundern, dass andere davon auch betroffen sind. Wer als Alkoholiker auf die Idee kommt, das Trinkwasser mit Alkohol zu versetzen, damit er's billiger hat, muss die Zunahme der Alkoholkranken hinterher auch nicht bejammern. "Die Finanzwirtschaft muss marktwirtschaftlichen Regeln unterworfen werden, die sich in der Realwirtschaft bewährt haben." WIE WAHR – da baucht's nur eines: Abschaffung des "lender of the last resort" – der Papiergeld-Zentralbanken. Kein normales 500-Mann-Unternehmen kann sich erst verspekulieren, und dann zur Regierung kommen und den Verlust ersetzt verlangen – warum dann aber Banken oder General Motors? Dazu bedarf es keiner Regulierung, vielmehr einer LIBERALISIERUNG des Geldmarktes! GraueEminenz, am 08. Januar 2010 um 17:34 ( Link ) TEIL V: Noch so eine Rosstaeuscherei … "… war dieser Aufschwung eindeutig dem weltweiten Boom und dieser wiederum hauptsächlich der amerikanischen Konjunkturlokomotive zu verdanken und keineswegs einem Impuls aus dem Inland." "Keine Zentralbank der Welt, auch nicht die amerikanische, verteilt Geld mit Helikoptern oder kontrolliert das Geldangebot, wie das in altmodischen, vom Monetarismus beeinflussten Lehrbüchern unterstellt wird. Notenbanken setzen den kurzfristigen Zins fest, sonst nichts. Welche Kreditsumme bei diesem Zinsniveau entsteht, ist eine offene Frage." "Außerdem hat keine Zentralbank direkten Einfluss darauf, wer wie viel zu sparen versucht, welche Einlagensummen Banken und Fonds also zum Wiederausleihen von Seiten der Sparer zur Verfügung gestellt werden. Sie kann nur die Konditionen gestalten, zu denen diese Einlagen weiterverliehen werden dürfen." "Ein niedriger Zins erleichtert es Sachinvestoren lediglich, Gläubiger für die Finanzierung ihrer Investitionsprojekte zu finden und sie auf diese Weise realisierbar zu machen, weil die erwartete Rendite ihrer Projekte die Verzinsung von Einlagen auf den Geldmärkten rascher übersteigt. Ein niedriger Zins bedeutet jedoch weder automatisch Inflation noch automatisch Aufbau spekulativer Preisblasen samt fauler Kredite und schon gar nicht automatisch hohe Auslandsverschuldung." "Wenn der Vorwurf an die amerikanische Geldpolitik irgendeine Berechtigung hätte, müsste Japan nach zehn Jahren Niedrigstzinsen – immerhin verlangte die japanische Zentralbank von 2002 bis 2005 einen Zinssatz von fast Null Prozent und steht auch heute mit ihren gerade mal 0,3 Prozent nicht eben als geldpolitischer Hardliner da – ein im Ausland hochverschuldetes, von gewaltiger Spekulation und von Inflation gebeuteltes Land sein." WARTEN wir es AB – das japanische Geld fand seinen Weg ins Ausland ueber Carry Trades und deren Rueckabwicklung war ein weiterer Sargnagel dieser Krise. Japan hat aber nicht einesolche Konsumkultur wie die USA – man kann das Kamel zum Wasser fuehren, es aber nicht zwingen, zu saufen. "Wie lässt sich Lohndumping identifizieren? Nun, Lohndumping liegt immer dann vor, wenn die Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten eines Landes hinter der Zielinflationsrate der für dieses Land zuständigen Zentralbank zurückbleibt und dies nicht durch Aufwertung der eigenen Währung korrigiert wird." "Diese Art von pervertierter Spekulation (die Währung von Hoch-Inflationsländern wird auf- statt abgewertet) verhinderte die notwendige Aufwertung des Yen (und des Schweizer Franken) auf den Devisenmärkten" Weiter vorne beklagte er noch die "Deflation" in Japan. Mit so kurzem Gedaechtnis hat auch Keynes seine "General Theory" zuende gebracht. "Investitionen werden nicht durch Ersparnisse ermöglicht, sondern durch die Geldpolitik vorfinanziert und 'rechtfertigen' sich am Ende durch die Einkommenszunahme" Das ist Bloedsinn – die "Geld"politik KANN das Geld nur von (vorherigen) Sparern haben, ODER sie druckt ungedecktes Geld. Letzteres aber fuehrt nur zu einer Verwaesserung, nicht zu einer Wertsteigerung. "Mehr Sparen im Sinne einer höheren Sparquote der privaten Haushalte ist in dieser Sichtweise kontraproduktiv, weil es die Auslastung der vorhandenen Kapazitäten, die Gewinne der Unternehmen und damit die Investitionsneigung reduziert." IM GEGENTEIL – wer spart bietet dem Kreditmarkt mehr Geld an, dadurch sinken die Zinsen und die Investitionsneigung wird verstaerkt. Dadurch sinken im naechsten Durchlauf die Preise der Konsumgueter (geringere Zinsen = geringere Koste fuer auf Kredit gebaute Kredite, auf Kredit vorfinanzierte Rohstoffe etc.). Ist das schwer zu verstehen? "Müssten dort nicht die Zinsen erhöht und die Nachfrage eingeschränkt werden "In Deutschland ist es unumgänglich, dass die Finanzpolitik rasch ein massives, rein kreditfinanziertes Konjunkturprogramm in Form öffentlicher Investitionen auf den Weg bringt, das sektoral so breit gestreut ist wie irgend möglich. Die Größenordnung sollte angesichts der zu erwartenden Rezession etwa drei Jahre lang bei ungefähr einem Prozent des Bruttoinlands produkts liegen, also bei jährlich etwa 25 Mrd. Euro." Aha, und warum drei Jahre und 25 Mrd.? Und nicht dreitausend Jahre und 250? Wir haben doch gerade gelernt "Investitionen werden nicht durch Ersparnisse ermöglicht, sondern durch die Geldpolitik vorfinanziert und 'rechtfertigen' sich am Ende durch die Einkommenszunahme". Das muss uns einer erklaeren, kann er aber nicht. "Das heißt, sie muss sofort und noch viel beherzter als bislang die Zinsen weiter senken, und zwar auf das derzeitige Niveau in den USA. Niedrige Zinsen stützen den verbliebenen Rest an privater Investitionsneigung und verbilligen die notwendige staatliche Neuverschuldung." "dass die globalisierte Wirtschaft ein globales Währungssystem braucht, das den mittel- bis langfristigen realwirtschaftlichen Gegebenheiten absoluten Vorrang einräumt gegenüber kurzfristigen finanzwirtschaftlichen Spekulations- und Arbitragemöglichkeiten." barthel_berand, am 09. Januar 2010 um 14:51 ( Link ) @GraueEmimenz erneut vielen Dank für die klaren Worte. Das von Ihnen zu recht kritisierte Buch von Hannich (Staatsbankrott) steht bei mir sogar im Regal. Ich hab es aber nur bis zur Seite 33 geschafft - und, der Vernunft gehorchend, direkt weggestellt. Aber auch nur, weil ich gegen Bücherverbrennung bin. Kleine Ergänzung zum subprime-Debakel. Das geht m.W. ursprünglich nicht auf Clinton sondern bereits auf Carter mit seinem community reinvestment act von 1977 zurück. BB Friedrich Dominicus, am 10. Januar 2010 um 7:48 ( Link ) @GraueEminenz: Fantastische Kommentare. Danke Friedrich Dominicus, am 10. Januar 2010 um 7:48 ( Link ) @GraueEminenz: Fantastische Kommentare. Danke GraueEminenz, am 21. Januar 2010 um 21:03 ( Link ) Fuer alle, die weiterhin Interesse an meinen "Kommentaren zur (Un)Zeit" haben, bin ich nun hier zu finden: Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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EEkat, am 15. November 2009 um 11:46 ( Link )
Das ist der Punkt:
Die private Schuldenmacherei in den USA wurde von Staats wegen massiv gefördert
Dies weniger:
und eigens zu diesem Behufe sogar zwei spezielle Organisationen, Fannie Mae und Freddie Mac, ins Leben gerufen.
Richtig ist: diese wurden durch Regierungsanweisung unter Clinton gezwungen, zuküntig auch an sozial Schwache ihre Hypotheken auszugeben, andernfalls man Ihnen im Rahmen der affirmative action legislation auf die Pelle rücken würde. (Dies sind Verstöße gegen das Diskriminisierungs-Gesetz)
Dass eine Kreditpolitik, welche die Vergabe von Darlehen an Menschen ohne Vermögen erlaubt – also an solche, die keinerlei Sicherheiten bieten können –, ja die nicht einmal über ein regelmäßiges Einkommen verfügen,
Ganz genau! Das war die Folge. Es war anschließend nicht einmal mehr notwendig, eine Sicherheit nachweisen zu müssen, wenn man eine Hypothek haben wollte. Selbst für einen Baumwollpflücker, selbt bei einem Sozialhilfeempfänger galt die geringe US-Sozial-Hilfe durch den Staat bereits als Einkommensnachweis, sodaß diese Banken auf jeglichen Nachweis verzichteten, und diesen durch eine schlichte Selbstauskunft der Antragsteller erstezten.
...früher oder später zu Fehlentwicklungen führen musste, sollte nicht überraschen
Klar mußte das krachen. Und zwar spätestens in dem Augenblick, wo die Zinsen in den USA wieder ansteigen würden, und alle diese Sozialschwachen ihre Verpflichtungen nicht mehr bedienen konnten.
Da kommt dann noch eine weitere Besonderheit der USA hinzu, bei denen Immobilien in solch einem Falle ohne weitere Konsequenzen für den Schuldner an die Banken zurückfallen.
Fatal für diese unter Staatszwang stehenden Banken.
Die sich dadurch wehrten, daß sie möglichst schnell diese "Risiken", also solche Hypotheken weiterzureichen versuchen.
Das ist doch völlig logisch.
Wie machten die das?
Indem diese Hypotheken zu großen Anlage-Paketen gebündelt, und deren Werthaltigkeit mit Derivaten abgesichert wurden.
Hahaha.
Es entstanden so die Subprime-Produkte.
Wie der Name schon sagt: "Sub-Prime".
Unterhalb von Erstklassig.
Sowas ähnliches wie "Minus-Wachstum".
Alle, die zukünftig sowas kauften waren also der Meinung, im Falle eines Verfalls der Substanz Ihrer Anlagen - der gebündelten Immobilien also - würden dann die damit einhergehenden Derivate einspringen, also Garantien von Banken. Für die Leser hier: eine Art Weiterentwicklungen von Put-Optionen, die im Wert steigen, wenn das zugrundeliegende Asset an Wert verliert.
Das Produkt war juristisch so gut gemacht, daß die Rating-Agenturen - die ja selber Satzungen haben, in denen genau festgelegt wird, wie die Qualitäten der verschiedenen Ratings erreicht werden - garkeine andere Wahl hatten!! als für diese Sub-Prime-Produkte ihre höchsten ratings!! zu vergeben.
So wurden diese Immobilien auf dem Weltmarkt als sichere Anlage gehandelt und abgesetzt.
Jeder drittklassige Banker beteiligte sich daran und drückte dies seinen Regierungen, Kommunen, Versicherungen etc aufs Auge. Ganze Staaten rangelten sich um solche Anlagen. Island. Norwegen.
Aber auch das besonders vollmunidge Deutschland.
Hier mal zu nennen: die Landesbanken. Die IKB. Die KfW. Die Hypo Real Estate, und die für den Handel mit solchen Produkten extra nach Irland!!! ausgegliederte, altehrwürdige Depfa!!! der deutschen Pfandbriefanstalt!!!!!!. Bei der viele kommunalen Anlagen der BRD lagen, und die nun alle auf Sand gebaut waren.
Und die Hypo Real Estate haftet als Eigentümer der Depfa für diese.
Das ist der Grund, warum wir Steuerzahler für die Hypo Real Estate bluten müssen. Die Anlagen unserer Kommunen sind sonst allesamt platt.
Keine Sau in der BRD greift dies auf, skandalisiert dies, wie es sich gehörte.
Klar, die Medien haben alle Hände voll zu tun, die Schweineimpfung voranzubringen. Nur unterbrochen vom Staatsbegräbnis für den Torwart Enke.
Dies waren alles Banken, wo nicht! hochbezahlte Spezialisten an der Spitze stehen. Sondern hochbezahlte Stümper, die alle vom Staat kamen.
Was lernen wir draus. Ich spare mir das Fragezeichen. Wo mangels Frage nichts hinterfragt werden kann, da kann man auch nichts lernen.
Verstaatlichen wir endlich die Banken.
"Zynismus off"
EEkat