Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Finanzsystem: Verrichten Banken „Gottes Werk“?

von Robert Grözinger

Das moderne Bankwesen ist pervertiert

Nach einem Rabbinerwort werden wir durch unseren Arbeitseinsatz „Partner Gottes in der Arbeit an der Schöpfung“. Vielleicht hatte Lloyd Blankfein diesen Spruch im Sinn, als er der „Sunday Times“ kürzlich sagte, die Banken verrichteten Gottes Werk. Der Goldman Sachs-Chef hatte mit dieser Aussage heftige Reaktionen ausgelöst.

Der Ärger über Blankfein ist, symptomatisch für unsere Zeit, eher diffus. „Dass das automatisch alles rechtfertigen soll, was Banken machen, halte ich für mehr als fragwürdig“, sagt der Sprecher des Hamburger Erzbistums, Manfred Nielen, laut „Spiegel-Online“, ohne diesen Eindruck zu konkretisieren. Ehrlicher ist da Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz: „Das Argument können wir nicht teilen - und wir verstehen es auch nicht.“

Leider trägt der zugrundeliegende „Sunday Times“-Artikel nicht gerade zur Erhellung der Sache auf. Der Times-Autor John Arlidge wirft den Banken zwar allgemein vor, „zuviel Geld verliehen“ zu haben. Doch was genau „zuviel“ ist, sagt er nicht. Blankfein antwortet Arlidge, indem er ihm die, wie er es nennt, „Aufgabe des modernen Bankwesens“ erklärt: „Wir sind sehr wichtig. Wir helfen Unternehmen, zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu beschaffen. Damit wiederum wird es möglich, dass Leute Jobs haben, die mehr Wachstum und mehr Wohlstand generieren. Es ist ein positiver Kreislauf.“

Das ist eine ausgezeichnete, knappe und prägnante Werbung für die Existenzberechtigung der Banken. Was daran jedoch „modern“ sein soll, im Gegensatz zur Aufgabe von Banken in früheren Jahrhunderten, erschließt sich dem Leser nicht. Weder ist erkennbar, ob Arlidge diesbezüglich nachgefragt hat, noch, ob Blankfein sie dazu Ausführungen machte. Ansonsten aber berichtet der Artikel sehr detailreich und informativ über das soziale Innenleben der großen amerikanischen Bank.

Das Problem, das der „Times“-Artikel leichtfertig übergeht, ist dies: Das „moderne“ Bankwesen gerät leicht in Versuchung, „zuviel“ Geld zu verleihen, weil es den Banken erlaubt, mehr zu verleihen, als ihnen überhaupt zur Verfügung steht. Es geht um das sogenannte Teilreserve-Bankwesen, das, wie Professor Guido Hülsmann beschreibt, aus der Pervertierung des Geldlagerhauswesens, des Kreditwesens und als Reaktion auf Plünderungsversuche seitens der Staatsmacht entstand. Die Einführung des Papierbanknoten, ihre völlige Entkopplung von Realwerten sowie die Errichtung von Zentralbanken als territoriales Monopol der Geldherstellung erleichterte die Aufrechterhaltung dieses Systems.

Dieses ungedeckte „Geld aus dem Nichts“ der Zentralbanken, das Produktionsmittel des „modernen“ Bankwesens, ist nicht echtes Kapital, sondern vermittelt eine Illusion von Wohlstand. Wohlstandsillusion führt zu Fehlinvestitionen, diese wiederum zu den sogenannten Konjunkturblasen, die über kurz oder lang zwangsläufig platzen müssen, weil hinter den anfänglich reichlich fließenden Krediten keine realen Werte stehen.

Im Grunde ist diese Vorgehensweise eine Lüge, ein Betrug. Dessen ungeachtet fordern die Banken für ihr „Nichts“ Zinsen. Zinsen sind an sich nichts unmoralisches, das sagen selbst die Kirchen inzwischen. Als einzige Ausnahme behält sich die katholische Kirche vor, Konsumkredite in Einzelfällen als Wucher zu verdammen, wenn sie meint, dass das Gebot der Nächstenliebe gebrochen wird. Aber Zinsen für nichts sind nicht nur ein ökonomisches, sondern auch ein moralisches Problem.

Wenn es dann aber mal zu Zahlungsausfällen von den Kunden kommt, dann glaubt jede Bank zu wissen, dass irgendwer, der Staat oder die Zentralbank, sie aus dem Loch ziehen wird. Deswegen, und aus keinem anderen Grund, verleihen Banken „zu viel“. Erstens weil sie dürfen und zweitens weil sie, komme was wolle, gerettet werden – das sogenannte „Moral Hazard“-Problem. Sie glauben das nicht aus Leichtsinn, sondern weil sie genau wissen, dass sich der Staat ein Scheitern einer großen Bank kaum leisten kann. Die sämtlichst nur mit Teilreserven abgesicherten Banken sind über Kredite derart abhängig voneinander, dass das Scheitern einer Bank über „kaskadierende Kreditausfälle“ innerhalb von Tagen oder Stunden durchaus einen kompletten Zusammenbruch des gesamten Weltfinanzsystems zur Folge haben kann. Angeblich stand die Welt im Oktober vergangen Jahres kurz davor.

Verrichten also „moderne“ Banken wirklich „Gottes Werk“? Wohl kaum. Ihre Praxis, „Nichts“ als etwas wertvolles zu deklarieren, erinnert an die Versuchung Christi, als Jesus vom Teufel aufgefordert wurde, aus Steinen Brot zu machen. Die Antwort, die er erhielt, lautete: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.“ Und was sind diese Worte, in Bezug auf das „moderne“ Bankwesen? Da wären zunächst die Gebote, nicht zu lügen und nicht zu stehlen. Beides aber geschieht, wenn man versucht, mit „Nichts“ Geld zu verdienen. Wer Teilreserve-Bankgeld, also Wohlstandsillusion, von „modernen“ Banken leiht, und selbst keine Gelddruckmaschine zur Verfügung hat, muss die Zinsen dafür mit dem Einkommen aus realer Arbeit oder aus dem realen Bestand begleichen. So wird zwar aus Stein Brot, aber nur für die Banken.

Außerdem befindet sich im Neuen Testament eine Entsprechung für das moderne Bankwesen. Es sind die von Jesus aus dem Tempel vertriebenen Händler. Die Tempelhändler nutzten ein von den Priestern gegebenes Privileg aus, indem sie auf begrenztem Raum Opfergaben zu überhöhten Preisen verkauften. Auf einem freien Markt ohne Zugangsbeschränkungen hätten sie ihre Wucherpreise niemals aufrecht erhalten können. Es ist ein Fehler, die damaligen Tempelhändler mit den heutigen Kaufhäusern oder einer „Konsumkultur“ gleichzusetzen. Ihre wahre moderne Entsprechung sind die Zentralbanken, während die heutige Entsprechung der Tempelpriester im Kontext dieses Bibelabschnitts die weltlichen Regierungen sind. Zentralbanken nutzen das von ihren Regierungen verliehene Privileg aus, eigentlich wertloses Papier als Geld zu deklarieren und es zu hohen Nennwerten zu „verkaufen“, nämlich über Banken oder den Staat als Kredit in die Wirtschaft zu pumpen und dafür eigenmächtig gesetzte Zinsen zu verlangen. In einem freien Geldmarkt dagegen würde Zentralbanken das gleiche Schicksal ereilen wie weiland den Tempelhändlern. Sie würden, wenn auch nur im übertragenen Sinne, aus dem Markt regelrecht hinausgeprügelt – und zwar zugunsten von Händlern, die ehrliches Warengeld, zum Beispiel Gold- oder Silberzertifikate, gegen Zinsen anbieten, die nicht von irgendeiner Behörde willkürlich festgesetzt werden, sondern durch den freien Handel am Geldmarkt.

Die Gleichsetzung von damaligen Priestern und heutigen Regierungen ist auch aus einem anderen Grund sehr angebracht: Der Glaube an den erlösenden Gott ist weitgehend einem Glauben an den erlösenden Staat gewichen. Die Reaktion auf die aktuelle Finanzkrise ist nur ein Beispiel von vielen dieser neuen Form von Religion.

Verrichten Banken Gottes Werk? Nur, wenn sie auch Gottes Gebote beachten. Kein Mensch ist ohne Sünde. Aber wenn die Sünde zur Institution erhoben wird, kann von einer Verrichtung des Werks Gottes nicht mehr ernsthaft die Rede sein. 

 

Literatur:

Guido Hülsmann: Die Ethik der Geldproduktion

Internet:

Sunday Times: „I’m doing ‘God’s work’: Meet Mr. Goldman Sachs” (8.11.2009)

Spiegel Online: „‚Gottes Werk‘ der Banken erstaunt die Kirche“ (9.11.2009)

12. November 2009

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Kommentare

Adolescent, am 12. November 2009 um 23:15 ( Link )

Vielen Dank für diesen Artikel!!!
Ich hab die Aussage von Blankfein schon vor einigen Tagen gehört und mich darüber aufgeregt, dass der nur deswegen so lachen kann, weil die USA die kleinen Banken pleite gehen lässt und die "to big to fail"-Banken jetzt das ganze Geschäft übernehmen.
Außerdem bekommen die das Geld zum Spekulieren praktisch gratis von der FED- was das ganze noch viel schlimmer macht.

Aber fast nirgends, außer im EF-Magazin liest man so treffend formulierte Statements dazu.
Ich bin immer wieder froh, dass es EF gibt :)

Hanna Thiele, am 12. November 2009 um 23:43 ( Link )

I wo, es wird nicht „Nichts“ als „etwas Wertvolles deklariert“, es wird Gottes Schöpfung verschachert.

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutsche-Bank-Gruppe, hat es heute im Rheinischen Merkur offenbart: „Der Emissionshandel wird die Einführung „SIMULIERTER EIGENTUMSRECHTE“ an einer intakten Umwelt.

Das Abendmahl mit „Christi Leib und Blut“ kann nun erweitert werden mit der Verspeisung von Gottes Schöpfung, natürlich nur für die, die zahlen – auf die anderen wartet die Treibhaushölle, der 10. Kreis der Hölle , Dante kannte ihn noch nicht.

EEkat, am 12. November 2009 um 23:53 ( Link )

Wenn man sämtlichen Nebel mal wegschiebt, das hat er gesagt:

Wir helfen Unternehmen, zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu beschaffen. Damit wiederum wird es möglich, dass Leute Jobs haben, die mehr Wachstum und mehr Wohlstand generieren. Es ist ein positiver Kreislauf.

Was daran genau soll nicht Gottes Wille sein?

EEkat

Malte Tobias, am 13. November 2009 um 0:22 ( Link )

@ EEkat.
Das Problem ist, dass Banken eben kein Kapital erschaffen, sondern es die Sparer sind, die das tun. Wenn man diese mystische Bezeichnung schon wählen möchte, dann verrichten die Sparer - und nicht die Banken - "Gottes Werk". Alles was eine Bank in einem freien MArkt tun kann, ist das von Sparer bereitsgestellte Kapital den Produzenten/Investoren zur Verfügung zu stellen.

Die Banken verhalten sich heute genau umgekehrt. Sie benötigen immer weniger echtes Kapital, also ersparnis, weil sie schlicht zentralbanknoten verleiehen, die aus dem nichts geschaffen sind. Ein Teufelskreis (kein "positiver Kreislauf") der Inflation, der unseren Wohlstand unterhölt

Hanna Thiele, am 13. November 2009 um 0:24 ( Link )

@ EEkat

.... dass dieses Kapital den kleinen Leuten als Steuerzahler und Verbraucher abgepresst wird, das kann nicht Gottes Wille sein.

EEkat, am 13. November 2009 um 0:50 ( Link )

und dies alles unter einem Beitrag, der von einem Diplom-Ökonom stammt?

Kapital, das von kleinen Leuten abgepreßt wird?

Die, so lese ich einen Beitrag darüber, eigentlich Gottes Werk verrichten würden?

Und wo bitte, Malte Tobias, wurde vorgetragen, Banken würden Kapital erschaffen?

EEkat

Hans Kolpak, am 13. November 2009 um 1:59 ( Link )

Man lese die Worte von Gerhard Breunig am 8. November 2009: Gibt es eine Obergrenze für Staatsschulden ??

vonclausewitz, am 13. November 2009 um 2:47 ( Link )

Fern liegt mir ein Pauschalurteil über "Die Banken", doch:

Das Sündenregister von Goldman Sachs ist lang. In jüngster Zeit etwa die Leerverkäufe der Ramschhypotheken nach deren Entsorgung bei europäischen "Investoren", dem FlashTrading Skandal, die Nutzung der Bailout-Mittel als Spekulationskasse an den Forex Märkten, etc...

Zudem lässt die enge personelle Verzahnung von GS Personal mit Funktionen der Banken- und Börsenaufsicht, der Zentralbank und dem US-Schatzministerium weniger einen genialen Unternehmergeist im Sinne Ayn Rans vermuten, denn eine gewaltige korrupte Zecke am Wirtschaftskörper.

Ebenso fern liegt mir ein Urteil über die Intentionen Gottes im Zeitalter des Fraktionalbankings. Die Gewissheit, das Werk Gottes zu verrichten, hatten jedoch schon die Wechsler des Tempel von Jerusalem, die Casa de Contraction, die Medici und die East India Company.

EEkat, am 13. November 2009 um 3:09 ( Link )

Das Statement lautete:

Wir helfen Unternehmen, zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu beschaffen. Damit wiederum wird es möglich, dass Leute Jobs haben, die mehr Wachstum und mehr Wohlstand generieren. Es ist ein positiver Kreislauf.

Die Frage: was soll daran dem göttlichen Willen nicht entsprechen? Nicht: mir liegt fern, die Intention Gottes... und dann die Templer und so weiter. Auch geht es nicht um Verzahnungen zwischen dem und jenem.

Hier hat ein Banker ein statement abgesetzt, und die Welt macht sich über diesen nun her in der sowohl gewohnten, wie auch ziemlich gewöhnlichen Weise, wobei es völlig egal zu sein scheint, was der Mann tatsächlich gesagt hat.

Werden hier Artikel lanciert nach dem Motto: gib auch unserem Affen Futter?

Wodurch glaubt man sich dann bei ef noch zu unterscheiden von den übrigen Sprechblasenbläsern dieser Welt?

Ihr müßt Euch da schon entscheiden. Nicht alles, was sich der Formulierung nicht von vornherein entzieht ist es wirklich wert, dann auch formuliert zu werden.

EEkat

Webbaer, am 13. November 2009 um 6:15 ( Link )

Aber Zinsen für nichts sind nicht nur ein ökonomisches, sondern auch ein moralisches Problem.

So, nicht weiter gelesen, wo bin ich denn hier?

Würde die Kreditvergabe zu Konditionen erfolgen, die Kreditnehmern unattraktiv sind, dann folgt kein Kreditgeschäft.

So einfach ist das. Normalerweise scheitern Linke oder ganz Rechte an diesem Konzept (dem des Mehrwertes [1]).

Schon ein wenig enttäuschend, was es von Hr.Grözinger hier gelegentlich mal zu lesen gibt...

[1] Mehrwert wird mit dem "Nichts" verwechselt, LOL.

MFG, WB

PS: Ah, werter EEkat, Sie auch hier?, mal schauen was Sie dazu schreiben, ..., Moment, ..., gleich wieder da, ..., aha.
OK, angenehm, beste Grüße, WB

Webbaer, am 13. November 2009 um 6:18 ( Link )

Nachtrag:
Alle Sozialisten scheitern an diesem Konzept.

Hanna Thiele, am 13. November 2009 um 8:15 ( Link )

@ EEkat

Das Statement lautete:
"Wir helfen Unternehmen, zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu beschaffen. Damit wiederum wird es möglich, dass Leute Jobs haben, die mehr Wachstum und mehr Wohlstand generieren. Es ist ein positiver Kreislauf."

Dem setze ich nochmal die Deutsche-Bank-Gruppe entgegen, DWS active Ausgabe 1/2009 zum Beginn des Handels mit Emissionsrechten:
„Wer viel Qualm, muß viel zahlen. Umsonst ist nicht mehr!

Mit „Qualm“ meinen diese Leute CO2!

Wo bitte ist der Unterschied zu Wegelagerei und Freibeutertum?

Daß die Finanzwirtschaft eng mit den Pseudo-Wissenschaftlern verflochten ist, die dem „Qualm“ in falschen Zeugnisse die Schuld am drohenden Weltuntergang in die Schuhe schieben, das ist doch ausreichend bekannt.

Reiner Vogels Fördermitglied, am 13. November 2009 um 9:33 ( Link )

Das das moderne Bankwesen pervertiert ist, darin stimme ich dem Verfasser zu.

Was die Frage betrifft, ob Bankiers Gottes Werk verrichten, hier meine (lutherische) Antwort:

Jeder, der eine ehrliche Arbeit ausübt, tut Gottes Werk. Bis zur Reformationszeit galt ja nur der geistliche "Beruf" als Beruf - von "Berufung". Luther hat dem Klerus dieses Privileg entrissen und betont: Jeder, der arbeitet, dient Gott, die Magd, die die Stube ausfegt, ebenso wie der Pfarrer, der Staatsmann ebenso wie der Gerichtsbüttel und der Soldat.

Sie alle haben "Berufe", arbeiten also im Auftrag Gottes zur Versorgung ihrer Familien und der Allgemeinheit. Das gilt m.E. selbstverständlich auch für rechtschaffene Bankiers. Ich denke, davon gibt es auch heute noch eine ganze Menge.

barthel_berand, am 13. November 2009 um 9:43 ( Link )

@ EEkat

Was daran genau soll nicht Gottes Wille sein?

Sie erwecken den Eindruck, den Artikel nicht richtig gelesen zu haben. Der Autor erläutert eigentlich sehr genau, warum hier nicht Gottes Wille umgesetzt werden kann.

Beispiel:

Dieses ungedeckte „Geld aus dem Nichts“ der Zentralbanken, das Produktionsmittel des „modernen“ Bankwesens, ist nicht echtes Kapital, sondern vermittelt eine Illusion von Wohlstand. Wohlstandsillusion führt zu Fehlinvestitionen, diese wiederum zu den sogenannten Konjunkturblasen, die über kurz oder lang zwangsläufig platzen müssen, weil hinter den anfänglich reichlich fließenden Krediten keine realen Werte stehen.

Dies führt zu dem Teufelskreislauf, den Malte Tobias ebenso erkannt hat.

Jeder von uns denkt in ihm eigenen Kategorien und Bildern. Wenn Sie mit dem Bild vom Teufelskreislauf oder einer Abwärtsspirale Probleme haben, versuchen Sie es einmal mit einer Bilanz. Die Fed hat bekanntlich in den letzten beiden Jahren ihre Bilanzsumme mehr als verdoppelt. D.h. Aktiv und Passivseite haben gleichermaßen zugenommen, weil neues Geld heute eben nur als Schuld in die Welt kommt (Aktiv-Passiv-Mehrung). Blicken Sie nun einmal auf das Eigenkapital einer Bilanz, dessen Summe sich verdoppelt hat. Das Eigenkapital ist - absolut gesehen - konstant geblieben. Relativ betrachtet hat es sich jedoch bei verdoppelter Bilanzsumme halbiert. Die Relative Wohlstand ist gesunken, die relative Armut gestiegen. Das ist der skizzierte Teufelskreis.

Auch sehr schön zu beobachten in Japan. Während bei uns die Pro-Kopf-Verschuldung "erst" bei 20 TEUR liegt, ist sie in Japan, wo man in Sachen Geldzaubern ca. 20 Jahre Vorsprung hat, bereits bei rund 50 TEUR.

Geldschöpfung aus dem Nichts steigert die Armut. Das ist die Botschaft. Und das ist sicher nicht Gottes Wille.

BB

TrebMelsa Fördermitglied, am 13. November 2009 um 9:54 ( Link )

@ Malte Tobias

>>>>Alles was eine Bank in einem freien MArkt tun kann, ist das von Sparer bereitsgestellte Kapital den Produzenten/Investoren zur Verfügung zu stellen<<<<

Im Grundsatz bin ich mit der Ausführung einverstanden, aber mir erscheint die Erklärung zu kurz. Der Sparer hat Geld, welches er momentan nicht zum Konsum benötigt, der Bank zur Aufbewahrung übergeben. Geld ist für mich zunächst einmal Liquidität und kein Kapital. Aus diesem Geld, aus dieser Liquidität kann Kapital entstehen.

Ein einfaches Beispiel, einmal unter Ausschaltung des Bankensektors, um zu zeigen, was ich überhaupt damit meine.
Ich habe 10.000 € in der Tasche, welche ich nicht sofort oder in naher Zukunft dringend brauche. Dies 10.000 € kann ich sinnlos verpulvern oder ich kann diese z. B. einem Handwerksmeister, der dringend Innovationen umsetzen will, als Kredit zur Verfügung stellen. Weil ich diesen Handwerkmeister persönlich kenne und weiß, dass er integer ist und durch die Investition in die Innovation dem Kunden besser dienen wird, leihe ich ihm die 10.000 €. Ich verzichte also auf Konsum „JETZT“ und gebe dem Handwerksmeister die Möglichkeit bessere Leistungen mittels Kapitalbildung anbieten zu können. Erst durch die Investition wird aus dem Geld, aus der Liquidität bei dem Handwerkmeister Kapital gebildet. Schafft der Handwerksmeister dies, so wird die Investition über die Erträge, welche am Markt erzielt werden, amortisiert. Der Zins, den ich für das Darlehen verlange, spiegelt den Wert wieder, dem ich die Verschiebung des Konsums „JETZT“ in einen Konsum „SPÄTER“ zurechne. Ist also kein vorgegebener monetärer Satz, sondern der subjektive Wert meiner ganz persönlichen Zeitpräferenz.
Und dieser ganze Vorgang, da bin ich mit Ihnen einig, wird, wenn die Banken den Kreditvermittler spielen, durch das Teilreservebankesystem systematisch verzerrt und wirkt zum Nachteil der Marktteilnehmer - Banken und Staat profitieren davon, so wie Herr Grözinger dies auch herausstellt.
Außerdem meine ich, dass der Handwerkmeister als Unternehmer nicht antritt um irgendwelche Arbeitsplätze zu schaffen. Wie jeder Unternehmer will er irgendwelche Bedürfnisse von Kunden befriedigen, damit will er sein Einkommen verdienen, um selbst seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Falls ein Unternehmer dies – Bedürfnisse von Menschen befriedigen – gut kann und man ihn dies auch tun lässt, dann haben wir den schönen Nebeneffekt, dass auch wettbewerbsfähige Arbeitsplätze entstehen – nur dann!

Charlotte Stumm, am 13. November 2009 um 9:58 ( Link )

Nicht Gott regiert die Welt,
sondern Geld regiert die Welt!
Das Kapital regiert und nicht die Regierungen.
EEkat wollte uns Wirtschaft und Bankwesen erklären.
Dann soll er mir mal erklähren,
warum in den unteren Etagen der Bank so geringe Gehälter gezahlt werden oder entlassen werden?
Um dieses Geld nach in die oberen Etagen zu schaufeln für Millionen Bonis oder den Aktionären?
Das Verhältnis zueinander stimmte nicht mehr,davon sprach er nicht.
Das selbe passiert in der Wirtschaft.
Dieses Verhalten mußten so vile Menschen mit Billiglöhnen bezahlen von denen man keine Familie ernähren kann.
Sie haben die Sozialkassen schrumpfen lassen durch Billiglöhne.
Sie haben die Wirtschaft verzerrt und zu immer neuen perfiden Einfällen gezwungen.
Die Aussagen und Erklährungen all dieser Leute zeigt,dass sie nichts begriffen haben.
Sie verhöhnen alle die das Verhalten der Banker kritisieren.

Stefan Miller, am 13. November 2009 um 10:53 ( Link )

Zinsen für nix können die Banken verlangen weil sie ungedecktes Geld verwenden. Wäre die Währung gedeckt, dann wären Zinsen nur das was sie sind, nämlich Gebühren für Risiko wegen ungewisser Zukunft. Die Bank könnte dann lediglich eine Gebühr für die erbrachte Dienstleistung verlangen. Nur mit ungedeckter Währung kann man Zinsen verlangen für etwas was man gar nicht hat und das sind Zinsen für nix.
Hier den Namen Gottes auszurufen ist pure Blasphemie.

@Charlotte Stumm
das viele Geld, was in den oberen Etagen gezahlt wird, sollten Sie nicht so sehr beneiden. Die Manager und Vorstände bekommen zwar Millionen aber stets schön verpackt in Verpflichtungen, es nicht gleich auszugeben. Manche versuchen es trotzdem und enden dann im Knast. In Wirklichkeit wird dieses Geld immer nur Teilweise in der Wirtschaft verwendet. Dann ist es aber nicht mehr so unvorstellbar viel. Schauen Sie sich einfach, wie diese Leute leben. Sie haben auch nicht mehr Luxus als so'n Bohlen zum Beispiel und weit weniger Spaß damit.

EEkat, am 13. November 2009 um 10:55 ( Link )

@barthel_berand

---Sie erwecken den Eindruck, den Artikel nicht richtig gelesen zu haben. Der Autor erläutert eigentlich sehr genau, warum hier nicht Gottes Wille umgesetzt werden kann.

Soso. Ich habe den Artikel also nochmals gelesen (das behaupte ich jetzt einfach mal so) und gewinne den Eindruck, daß Sie eher mit ihrer weiteren Behauptung recht behalten könnten:

----Jeder von uns denkt in ihm eigenen Kategorien und Bildern.

Was Sie schreiben, oder beklagen, und was die anderen werten Mitschreiber hier aufzählen, das ist alles richtig. Mehr oder weniger.

Es hat jedoch nichts mit dem zugrundeliegenden Statement zu tun. Das lautete:

Wir [also Banken] helfen Unternehmen, zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu beschaffen. Damit wiederum wird es möglich, dass Leute Jobs haben, die mehr Wachstum und mehr Wohlstand generieren. Es ist ein positiver Kreislauf.

Das genau ist die Aufgabe von Banken. Genau darin liegt die segensreiche Dienstleistung von Banken in/an einer offenen Gesellschaft.

Ich nehme an, daß dies gottgefällig sein dürfte.

Was Sie schildern, oder beobachtet zu haben glauben, oder Sie oder andere meinen zu einzelnen Banken vortragen zu können, das bleibt ihnen unbenommen. Selbst wenn Sie die FED nicht mögen, deren Wirken für die Allgemeinheit bekanntlich so transparent ist wie ein Paß von Poldi, und Sie daher wirklich fest daran glauben beurteilen zu können, was Sie da alles aufzählen: das ist ihnen alles völlig unbenommen. Meinungsfreiheit.

An der prinzipiellen Richtigkeit, wonach Banken für eine Gesellschaft elementar wichtig sind, ändert sich deswegen zunächst noch nichts.

Daher freue ich mich darauf, von Ihnen demnächst hier einen substantiellen Vortrag zu lesen, warum genau es nach Ihrer Meinung verzichtbar sein soll, Unternehmen Kapital zu verschaffen. Bzw, was Gott aus Ihrer Sicht dagegenhaben könnte.

Das wäre doch eigentlich der Punkt, barthel_berand.

Vielleicht laufen Sie hier aber auch mit einem Vorschlag auf, wer anstelle von Banken diese Aufgabe übernehmen sollte?

Daß Sie der Meinung sein wollen, wir benötigten keine Unternehmen, vielleicht weil wir auch keine Arbeitsplätze mehr benötigen, das schließe ich zunächst noch aus.

Es geht also darum, was genau Sie und Ihre Mitstreiter an diesem Konzept der Kapitalversorgung durch Banken für eine Gesellschaft falsch finden.

Es geht nicht darum, daß Banken damit Geld verdienen. Oder daß Ackermann damit Geld verdient. Daß sie sowas kritisieren könnten, das finde ich in unseren Zeiten schon fast normal. Das schenke ich Ihnen.

Ich habe keine Einwände, daß Sie auf den Schaumkronen von gegen Banken gerichtete Wellen des Populismus mitreiten möchten. Bleiben Sie jedoch, wenn Sie sich an mich richten, bitte konkret und orientieren Sie sich an der im zugrundeliegenden Artikel problematisierten Kern-Aussage, die bis zur Unkenntlichkeit zerschwafelt werden mußte, um bereits dort aus der Asche die erwünschten Gefühlsdünstungen gegen Banken emporsteigen lassen zu können.

EEkat

barthel_berand, am 13. November 2009 um 11:50 ( Link )

@ EEkat

Sie verstehen mich gründlich miß. Ich hoffe, nicht absichtlich.

An der prinzipiellen Richtigkeit, wonach Banken für eine Gesellschaft elementar wichtig sind, ändert sich deswegen zunächst noch nichts.

Wir sind uns prinzipiell einig. Was uns im Detail unterscheidet ist die Kenntnis der Funktionsweise des Bankensystems. Dieses SYSTEM blenden Sie konsequent aus und beharren auf dem Standpunkt, dass Banken an sich eine wichtige Funktion haben. Diesen Standpunkt teile ich ausdrücklich.

Was Herr Grözinger mit seinem Beitrag anprangert, ist jedoch genau dieses System (nicht die Bank an sich), in dem Geld per Teilreserve oder per Druckerpresse OHNE reale Ersparnisse vermehrt wird. Dies führt letztlich zu mehr Armut, wie ich Ihnen mit meinem Bilanzbeispiel nachgewiesen habe. (Dieses Beispiel war ein NACHWEIS, keine Meinung. Sie können diesen Nachweis gerne widerlegen. Sollten Sie das schaffen, höre - lese - ich Ihnen gerne weiter zu.)

Ergo: Blankenfein hat prinzipiell recht mit seiner Aussage, wenn man sie isoliert betrachtet. Sieht man sie im Zusammenhang mit dem gesamten Geldsystem (das er eigentlich kennen müsste), erscheint sie schon ein wenig pervers zu sein. Die "Aufregung" ist angebracht.

BB

EEkat, am 13. November 2009 um 13:51 ( Link )

Nein, ich verstehe Sie nicht absichtlich falsch.
Denn wir sind uns offenbar ja einig.

Nichts anderes hatte übrigens der Blankfein zum Ausdruck gebracht: Banken sind elementar wichtig. Sie versorgen die Unternehmen mit Kapital, und sorgen so für Arbeitsplätze und Wohlstand.

Sie wenden sich nicht gegen diese Erkenntnis, wogegen Sie sich wenden, das ist der Rahmen, der Banken darüber hinaus zugestanden wird. Durch Regierungen, durch Staaten.

Die grundsätzlich nicht regeln, damit ein Element der Gesellschaft seiner eigentlichen Funktion nachkommt.

Weil die Staaten, die Regierungen eigene Interessen verfolgen. Draufsatteln. Sie sind dabei selber durchaus Profiteuere der Gier gewesen, die sie nun populistisch anprangern.

Ziele, wie Erreichung von Gerechtigkeit. Durch Besteuerungen udn Umverteilung. Ein großes Ziel. Dazu war es durchaus recht, riesige Gewinne zu generieren.

Jeder Spekulant, der seine Millionen abgeholt hat, jeder gescholtene Konzern, der Riesengewinne machte, war immer auch ein gigantischer Steuerzahler.

Wir lesen hier nun, wie ungerecht es ist, daß kleine Angestellte rausfliegen, und die Großen dabei das Geld einsacken. Gerechtigkeit, das ist die Geisel der Orientierungslosen.

Unsere letzte Antwort: Limitierung der Vorstandsgehälter.

Mit solch einem Ansatz, und solch einem Verständnis der Funktionsweise von Gesellschaft wird jede Gesellschaft sich immer am Rande des Abgrundes bewegen.

Ist der Abstand mal etwas größer, dann läßt man zu, daß eine fusionierende Vereinsbank mit der Bayernhyp ihre gescheiterten DDR- Immobilienspekulationen ausgliedern in eine Konzerneigene Bad-Bank, der Hypo Real Estate.

Wieso läßt der Staat das zu? Was hat das alles noch mit Bank zu tun?

Für deren weiteres Wirken an der Spitze der Hypo Real Estate dann nur noch drittklassige Manager zur Verfügung stehen wollten.

Das Ergebnis könnten wir alle sehen, wenn wir denn sehen wollten.

Nur hat dies doch nichts mit der prinzipiellen Notwendigkeit von Banken für eine Gesellschaft zu tun. Genau darauf verwies Blankfein mit seiner Einschätzung, daß deren notwendige Funktion Gottes Willen entsprechen dürfte.

So, ich muß jetzt weg. Ihr habt jetzt frei.

EEkat

Webbaer, am 13. November 2009 um 17:04 ( Link )

Es ist ein Fehler, die damaligen Tempelhändler mit den heutigen Kaufhäusern oder einer „Konsumkultur“ gleichzusetzen. Ihre wahre moderne Entsprechung sind die Zentralbanken, während die heutige Entsprechung der Tempelpriester im Kontext dieses Bibelabschnitts die weltlichen Regierungen sind.

Weder haben die Tempelhändler mit Luft gehandelt, noch arbeiten die Zentralbanken mit "Nichts".

Intellektuell ist dieser Artikel sicherlich irgendwie, aber nicht sachbezogen.

Immerhin schon besser als die kürzlich erfolgte Übersetzung eines amer. Textes, der irgendwie, dem Cui Bono-Prinzip folgend den Anschlag des Hr.Hasan als Inside Job nahelegte.

Als Leser kann man sehr genügsam werden.

Constanze, am 13. November 2009 um 22:30 ( Link )

Ich kann nicht glauben, dass dieser anmaßenden und stupiden Behauptung ein ganzer Artikel auf ef-online gewidmet und dieser dann auch noch von zahllosen Kommentaren flankiert wird.
Wenn es nichts zu schreiben gibt, Herr Grözinger, dann schreibt man eben mal nichts.

P.S.: @Redaktion
Wenn man öfter als ein Mal im Monat auf dieser Seite landet merkt man, dass Ihre Zitatensammlung nicht allzu umfangreich ist. Da könnte man mal nachlegen...

EEkat, am 13. November 2009 um 23:02 ( Link )

Was würden Sie auf den zitierten Sermon [ich spare mir die Wiederholung dessen, um was es hier geht. Wir alle wissen dies] antworten? Diese Frage geht natürlich auch an den Rest der Leserschaft.

Eine interessante Frage. Es gibt Antworten.

Zunächst: mit Erklärungen gegenüber jemandem, der arm ist, da können sie nichts erreichen. Diskutieren ist da sinnlos. Mit "arm" meine ich: mangelnde Kaufkraft.

Daß diese Armut oft auch Gründe einer anderen Armut hat, das sei mal dahingestellt, weil Armut eben nicht nur von Geistesgaben abhängt.

Es hängt auch von der "Gelegenheit" ab.

Wenn man keine Gelegenheit hat, etwas zu verdienen, dann wird die Kaufkraft sich nicht einstellen können.

So leidet halb Afrika daran, daß es keine Kaufkraft hat, und daß wir alles unternehmen, daß dies auch so bleibt. Wir entziehen denen jede Möglichkeit, sich um sich selber kümmern zu können. Gerne dazu mehr.

So ähnlich ist das auch hier, nur entziehen wir hier den Menschen die Möglichkeiten, für sich selber aufkommen zu können dadurch, daß wir alles bis ins Kleinste durchregeln.

Das ist für viele ganz einfach nicht leistbar, alle Verordnungen zu kennen, geschweige denn zu erfüllen, um sich dadurch selber ein positives Feedback verschaffen zu können, also durch eigene Leistung zu Erfolgen zu kommen , für sich selber aufkommen zu können. Und die Freude daran kennenzulernen.

Der Staat macht genau das Gegenteil von Ermutigung: er signalisiert: ich komme für Dich auf. Und er verstellt sämtliche Verdienstmöglichkeiten. Mit Vorschriften.

Die logische Folge muß sein: es wird eine Erwartungshaltung bei den zu Erfolglosigkeit verdammten erzeugt, daß dieser Staat für mich aufzukommen habe. Spätestens nach der fünfzigsten
Klatsche kommt die Resignation.

Das war übrigens das, was ich an Sarrazin auszusetzen hatte. Hartz IV wird versoffen sagte er. Ja klar. Was denn sonst? Was sollten die denn anders machen, als sich bewußtlos zu saufen?

Prinzipbedingte Verdammnis zur Erfolglosigkeit,
dies ist Quell jeden Mißmutes, der in dieser Gesellschaft zunächst organisiert, und dann eben tatsächlich auch um sich gegriffen hat.

Die Versuche, dies durch noch mehr Bürokratie zu lösen, die Förderung einer Ein-Personen-Gesellschft durch Arbeitsagentur: das war typisch deutsch.

Bürokraten eben, die von Freiheit, von den Segnungen der Freiheit nicht nur nichts verstehen, sondern denen die diesen suspekt ist. Anarchie. Die regeln selbst die Freiheit noch zu Boden.

Unglücklicherweise haben wir da auch noch die Wiedervereinigung erlebt mit einer Bevölkerung, die sich anschließend nochmals geteilt hat. In jene, die endlich etwas reißen konnten, und die anderen, die sich aus ihrer ihnen anerzogenen Staatsversorgung nicht mehr lösen konnten.

Die dann resignierten, was man wirklich verstehen muß, wenn man sich plötzlich einer BRD gegenübersieht, und von dieser, und deren alerten Verkäufer-Drückertypen überfahren wurde.

Was also kann man machen?

Man muß sich darüber klar werden, daß dieses Leben nur Spaß macht, wenn man es selber in die Hand nehmen kann.

Und daß alle diejenigen, die dem Versorgungsstaat das Wort reden, in Wirklichkeit nicht nur die großen Spielverderber, sondern die Lebensbetrüger sind, und dafür dann auch noch geliebt werden wollen, und tatsächlich gewählt werden. Es sind regelmäßig Leute, die es selber zu nichts gebracht haben.

Tatsächlich: ein Schweinesystem. In dem die
Schweine jetzt alle durchgeimpft werden sollen. Und wieder sieht man: ohne Gesetze geht da garnicht. Es wird die Impf-Pflicht kommen, um die Sozialisten von der Mühsal zu befreien, uns durch die Medien überreden zu müssen.

Also, was machen? Antreten gegen alles, was der Staat glaubt vorgeben zu müssen. Er macht abhängig, er macht Menschen zu deprimierten, unselbständigen Wesen, denen dann am Ende dann auch noch mit allgemeiner Mißachtung begegnet wird.

Leider wären diese ja nicht die Einzigen, die von einem Sozialstaat ihre Versorgung einfordern. Wir haben auch noch diejenigen, die ihre ganzen Klans hierhergeholt haben, ohne jemals daran denken zu wollen, ihre Versorgung in die eigenen Hände zu nehmen.

Deren Verachtung, die uns ja allenthalben bereits entgegenspringt, die haben wir uns redlich verdient.

Gerufen hatten wir nach denjenigen, die uns bereichern sollten. Ich erinnere da an die Greencard des Gerhard Schröder.

Die sind, wann immer es ihnen aufgrund von Begabungen ermöglicht wurde, in die USA weitergezogen. Es wird Gründe dafür geben, wer hierher kommen wollte, und wer nicht. Wir haben schon die Passenden erhalten.

Das sagt auch viel über die Gedankenwelt der Schröders. Wenigstens ist die SPD dabei vor die Hunde gegangen. Die CDU muß die nächste sein.

Ich würde also bei Zugereisten Sozialhilfeempfängern nicht auf Ermutigung und Abbau setzen wollen, sondern nur noch auf Abbau.

Wer hier die Kurve bekommen hat, der hat hier ohnehin nichts zu fürchten.

Also auch hier ist der Staat der Verursacher, der mit seinen Regelungen auf der einen Seite eine Besserung verhindert, und auf der anderen Seite eine Katastrophe herbeiführte.

Wir müssen eine Gesellschaft werden, die Freude an der persönlichen Leistung zuläßt. Und die persönliche Leistung fordert, und einfordert.

Wer das nicht leisten will, der sollte gehen, wohin immer er mag. Wir sind schließlich nicht die DDR.

Anschließend müssen wir uns, so bereinigt, um die Generationen kümmern, die von dann hier anwesenden, leistungsbereiten Eltern herangezogen werden kann. Denen man es erspart, den Zucker in den Arsch geblasen zu bekommen.

Nur wer wirklich hilfsbedürftig ist, der hat Anspruch auf Hilfe. Dann aber richtige Hilfe.

Wer nicht arbeitet, egal was, der soll auch nicht essen.

Wir müssen alles wegräumen, was dem entgegensteht.

Die nächste spannende Frage wäre dann: wie wegräumen?

Klar, da gibt es auch Antworten.

EEkat

EEkat, am 13. November 2009 um 23:08 ( Link )

mein vorangegangener Beitrag ist hier leider im falschen Thread gelandet. Entschuldigung.

EEkat

Webbaer, am 14. November 2009 um 0:42 ( Link )

Dr. EEkat ist natürlich im Grundsatz zuzustimmen, nebenbei der Rat des alten Webbären: strukturierter und geschlossener vortragen.
40 Absätze gehen nicht.
MFG, WB

PS: Was soll Grözinger über uns denken?

EEkat, am 14. November 2009 um 9:56 ( Link )

webbaer, das ist gut gesagt.

Wenn Sie wüßten, wie geschlossen und strukturiert ich - für meine Verhältnisse - hier bereits vortrage.

Allerdings leider im falschen Thread.

Nichts ist einfach.

Webbaer, am 14. November 2009 um 23:43 ( Link )

@EEkat:
Macht trotzdem Spass Sie zu lesen, MFG, WB

dickbrettbohrer, am 15. November 2009 um 19:48 ( Link )

Geldschöpfung aus dem Nichts steigert die Armut. Das ist die Botschaft. Und das ist sicher nicht Gottes Wille.
BB

Eine ergänzende Botschaft: Geldschöpfung aus dem Nichts fördert die Versklavung der Naiven, zu denen die Mehrzahl aller Unternehmer gehört. Aber es gibt auch andere. Ich komme gerade von einer Messe. Am Ausstellerabend saßen Mitglieder eines Ministeriums mit am Tisch. In aufreizender Selbstgefälligkeit und unbedarfter, lautstarker Überheblichkeit hoben sie sich von den eher stillen, weil schwer um ihre Existenz ringenden Unternehmern ab, welche die Mehrzahl der Anwesenden stellten. Als einer der Staatsbeamten die gut geölte Frage an einen Kleinunternehmer stellte, welcher Tätigkeit er denn nachgehe, meinte dieser zwischen einem Schluck Rotwein und einem Bissen Brot trocken: "Ich versuche, so wenig wie möglich zu arbeiten, um nicht zur Minderheit der Idioten zu gehören, die für die Steuern aufkommen müssen."


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