Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Zeitgeistwende: Den Sozialismus in seinem Lauf ...

von Robert Grözinger

... hält nur seine vollständige Entlarvung auf

„Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.“ Mit diesem Spruch schleuderte Erich Honecker im Herbst 1989 dem politischen Gezeitenwechsel, der dabei war, ihn und seine Genossen hinwegzufegen, seine ganze Verachtung entgegen. Doch man würde die kreativen Fähigkeiten des damaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden überschätzen, ordnete man ihm die Urheberschaft dieses etwas holprigen Reims zu. Der Vers stammt nämlich aus der Gründerzeit der Sozialdemokratischen Partei und brachte die damalige Siegeszuversicht und den Optimismus der Arbeiterbewegung zum Ausdruck. Der Glaube, der Sozialismus sei eine „Naturnotwendigkeit“ und daher gar nicht aufzuhalten, war damals weit verbreitet.

Obwohl der Spruch jetzt wegen seiner Verwendung durch Honecker nur noch karnevalistischen Wert hat, ist der ihm zugrunde liegende Glaube heute immer noch sehr verbreitet – und das nicht nur unter den Anhängern der dem Namen nach sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien. Nur die Bezeichnung des teleologischen Ziels hat sich geändert. Statt Sozialismus heißt es nun „soziale Gerechtigkeit“, hilfsweise auch mal „ökologisches Gleichgewicht“. Keiner kann genau definieren, was mit diesen Begriffen gemeint ist. Aber das stört die Gläubigen nicht. Ein solcher Glaube wäre kein Problem, wenn es sich bei dieser Religion um einen jenseitigen Glauben handeln würde. Das Problem ist der unter dem Banner dieser Begriffe versteckte Versuch, das Himmelreich im Diesseits zu errichten.

Der Brutal- und Betonsozialismus ist gescheitert, wie es Ludwig von Mises bereits 1920 voraussagte. Als alternative gesellschaftsordnende Leitidee hat sich aber nicht etwa sein Gegenteil, die freie Marktwirtschaft in einer Gesellschaft freier Individuen, etabliert, sondern sein Bruder, der schleichende Sozialismus, wie es Roland Baader in seinem Buch „Kreide für den Wolf“ bereits 1991 voraussagte. Die Gläubigen haben ihren Glauben nicht aufgegeben, sondern lediglich die Taktik zur Erreichung ihres messianischen Ziels geändert. Überzeugte Sozialisten sind lernende Systeme – im Gegensatz zu Ochs und Esel, insofern ist der anfänglich zitierte Spruch zutreffend. Sie haben gelernt, dass sie vorsichtiger, langsamer, leiser und umfassender voranschreiten müssen, um zu verhindern, dass ihnen die Leute nochmals entkommen. Die Schlaueren unter ihnen haben das übrigens schon 1961 begriffen, angesichts des Baus der Berliner Mauer, und nicht erst 1989 bei ihrem Abriss.

Als lernende Systeme haben überzeugte Sozialisten außerdem begriffen, dass sie die Verantwortung für die von ihnen verursachten moralischen und materiellen Verwüstungen leugnen und mittels Propaganda in Schulen und Medien auf andere abwälzen müssen. Was wie eine Verschwörungstheorie klingt, wird dann plausibel, wenn man die religiöse Dimension beachtet. Wer den schleichenden Sozialismus fördert, wird ihn zu seinen Lebzeiten möglicherweise nicht verwirklicht sehen. Doch er arbeitet für das große Ziel – und das gibt ihm innere Befriedigung, gibt seinem Leben einen Sinn, der über seinen Tod hinausreicht. Dieses Ziel mag noch weit in der Zukunft liegen. Aber es ist ein Ziel, wofür es sich für den Gläubigen zu leben, zu sterben, zu lügen, zu betrügen – auch sich selbst –, zu stehlen, zu zerstören und, wenn es darauf ankommt, auch zu töten lohnt. Hilfsweise reicht es ihm auch, wenn er einfach zulässt, dass sich diese moralischen Verfehlungen in der Gesellschaft ausbreiten, denn ihre Zunahme ebnet seiner Sache den Weg. Machtgeile, skrupellose Menschen finden sich in jedem Glaubenssystem, doch je sozialistischer, diesseitsorientierter ihr Umfeld ist, desto ungehemmter können sie sich austoben.

Hin und wieder gibt es ob dieser Entwicklungen empörte Reaktionen, gespeist von Überresten einer vagen Ahnung einer jenseitigen, transzendenten Fundierung von Moral, Anstand und der Einzigartigkeit des Individuums; aber auch darauf hat sich das lernende System bereits eingestellt. Die aktuelle Zeitgeistwende weg vom Sozialismus und hin zu mehr liberaler Selbstverantwortung und konservativer Traditionspflege, die ef-Herausgeber André Lichtschlag beobachtet, und die im übrigen nicht nur in Deutschland zu spüren ist, wird den Glauben an den Sozialismus nicht brechen. Sie wird die Gefahr, die von ihm ausgeht, nicht bannen. Dazu ist sie viel zu oberflächlich – sie ist lediglich eine ungerichtete Reaktion auf die aktuellen Übertreibungen des schleichenden Sozialismus. Ihr fehlt Klarheit, ein positiver Impetus sowie eine feste Grundlage.

Auch die Zeitgeistwende der unmittelbaren Nachkriegszeit in Deutschland war oberflächlich, getragen von einem Putsch Ludwig Erhards, dem der Erfolg recht gab. Aber nach zwanzig Jahren war der Ofen wieder aus; die verbeamteten Lehrer und die öffentlich-rechtlichen Medien hatten gründliche Arbeit geleistet. Eine ähnlich drastische Wende fand 1979 in Großbritannien statt, wofür die Engländer zwanzig Jahre später mit New Labour bestraft wurden, die mit einer Politik der expandierenden, schuldenfinanzierten staatlichen Wohlfahrt, der Untergrabung jahrhundertealter Institutionen, der Ersetzung der letzten echten Bildungsinhalte mit Indoktrination, der Bürokratisierung, der diskriminierungslosen Einwanderung, der flächendeckenden Überwachung und, last but not least, der inquisitorischten politischen Korrektheit Europas dafür sorgten, dass ein neuerlicher Thatcherismus für mindestens eine Generation im wahrsten Sinne des Wortes undenkbar geworden ist, egal, wer im Parlament die Mehrheit hat.

Überzeugte Sozialisten sind getriebene, durchtriebene, gerissene und skrupellose Menschen. Sie lassen sich durch eine Eintagsfliegen-Zeitgeistwende von ein oder zwei Jahrzehnten nicht von ihrem Jahrtausendprojekt abbringen. Weil es sich um ein Glaubenssystem handelt, wird dem Sozialismus weder der Elan noch das menschliche Kanonenfutter ausgehen – wenn ihm nicht auch auf der religiösen Ebene Widerstand entgegengebracht wird. Solange der Machbarkeitswahn eines diesseitigen Paradieses in den Köpfen der Menschen herumgeistert, wird der Trend zum Totalitarismus ungebrochen bleiben.

Literatur:

Ludwig von Mises: Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen (1920)

Ludwig von Mises: Die Gemeinwirtschaft (1932 [1922])

Roland Baader: Kreide für den Wolf (1991)

Internet:

André F. Lichtschlag: Zeitgeistwechsel kurz vor dem Zusammenbruch

03. November 2009

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Kommentare

Tobias , am 03. November 2009 um 11:54 ( Link )

Sehr gelungener Artikel, der Ross und Reiter benennt.

Ludwig Erhards Wirtschaftspolitik als "Putsch" zu bezeichnen finde ich (aufgrund meiner Unwissenheit) gewagt, welche Hintergründe haben Sie dazu bewogen?

Herzlichen Dank.

Stefan Miller, am 03. November 2009 um 12:03 ( Link )

es ist nicht mehr der Machbarkeitswahn eines Paradieses. Der Sozialismus II verspricht keine Vision mehr. Es wird nicht mehr eine bessere Welt angestrebt. Die Bäuche sind voll und für Unterhaltung wird auch gesorgt. Wenn dann der Mensch vor der Alternative "Friss oder Stirbt" gestellt wird, dann wird kaum jemand sich erheben. Der schleichende Sozialismus breitet sich wie der Schweinegrippevirus aus, der die normale Grippe zu verdrängen scheint.
Es gibt tatsächlich keinen Ausweg mehr. Die ganze Welt ist damit angesteckt. Es gibt keinen "Westen" mehr zu dem der "Osten" aufschauen könnte. Womit sollte man vergleichen? Die zivilisierte Welt wird von Sozialstaaten angeführt.

Robert Grözinger, am 03. November 2009 um 12:16 ( Link )

@Tobias:

Das hier (PDF) könnte weiterhelfen.

TrebMelsa Fördermitglied, am 03. November 2009 um 13:10 ( Link )

@ Robert Grözinger

Lieber Herr Grözinger, ein sehr guter Artikel!
Beim Glauben an den Sozialismus kommt noch etwas hinzu, was mir persönlich unverständlich ist. In meinem direkten Umfeld kenne ich z. B. einen Bekannten, der die Krankheiten und Idiotien unseres bundesdeutschen Systems klar erkennt und beim Namen nennt. Jedoch, als ich ihm einige der Freiheitsfunken von Roland Baader zeigte (z. B., dass Sozialismus immer die Theorie und Praxis des Massenmordes sei), da kam als Antwort: „ Wenn da Kommunismus stände … aber Sozialismus, nein.“ Da war nichts zu machen, den „hehren Sozialismus“ ließ er sich nicht anfechten, um dann irgendwann zu sagen, dass privates Unternehmertum selbstredend der staatlichen Bürokratie überlegen ist. Für mich ist so etwas in sich gespaltenes und widersprüchliches nicht nachzuvollziehen.

stereotyp Fördermitglied, am 03. November 2009 um 13:29 ( Link )

Um es auf den Punkt zu bringen:

der Kampf "Rechts" vs. "Links" bewirkt, dass sich die Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung zugunsten des Sozialismus/Kommunismus wenden, und die Regierungsform zu einer totalitären Macht avanciert.

Die Frage ist, wie das in der EU zum Ausdruck kommen wird. Meine These:
Die Idee (wie kürzlich von der Welt veröffentlicht), die 16 Bundesländer auf 6 zu reduzieren, könnte darauf hindeuten, die Nationen der EU zu zentralen 'Bundesländern' der EU zu machen. Wobei die Machapparat der EU in Relation zur nationalen Regierung immer größer wird.

Schöne neue Welt(ordnung) :/

MfG

Tobias , am 03. November 2009 um 13:34 ( Link )

@ Robert Grözinger

Danke für den Link. Nun erinnere ich mich wieder an Ihren Artikel.
Offensichtlich hatte ich die mutige "Abschaffung der Preisbindung" durch Erhard verdrängt. Hinsichtlich dieser Tatsache ist der Begriff "Putsch" durchaus angemessen.
Herzlichen Dank für die Erkenntnisgewinne.

ISBN3451322005, am 03. November 2009 um 14:11 ( Link )

@ Robert Grözinger

Ihr Beitrag besticht durch seine flexible Universalität. Ich kann in dem Artikel „Sozialisten“ durch „Liberale“ - „Sozialismus“ durch „Liberalismus“ und „liberale Selbstverantwortung“ durch „soziale Selbstverantwortung“ ersetzen ohne das sich an der inhaltlichen Aussage groß was ändert.

Als alternative gesellschaftsordnende Leitidee hat sich aber nicht etwa sein Gegenteil, die freie Marktwirtschaft in einer Gesellschaft freier Individuen, etabliert

Da der freie Markt, als gesellschaftsordnende Leitidee, nach 250 Jahren immer noch nicht aus den Puschen kommt, scheint mit dieser dollen Idee irgendwas nicht ganz in Ordnung zu sein. Oder kann mir einer mal einen Zeithorizont nennen, wann sich die Tür zu Alices Wunderland endlich auf tut?

Für die Praktiker dazu noch ein sachdienlicher Hinweis. Die gesellschaftsordnende Leitidee des freien Marktes kann sich erst entfalten, wenn alle gesellschaftlichen Subjekte, die sich dem Absolutheitsanspruch des freien Marktes widersetzen von selbigem eliminiert worden sind.

Um diese notwendige Markträumung sollte sich mal schleunigst einer kümmern. Während dieser knackigen gesellschaftsordnenden liberalen Marktbereinigung drücke ich bezüglich Ihrer vagen Ahnung einer jenseitigen, transzendenten Fundierung von Moral, Anstand und der Einzigartigkeit des Individuums, im Gegensatz zu Kardinal Joachim Meisner aus der "Nachbardiskussion", auch gerne mal beide Augen zu und verbleibe in gespannter Erwartung.

P.S. noch nie war es so einfach wie heute, im Kreise irgendwelcher Geistesakrobaten, verbale Knallkörper zu zünden. Ist dann der Rauch verzogen sieht man sich mit hilflos schreckhaften Kommentaren wie „Blödsinn“ oder „lies mal dies und jenes“ konfrontiert.

Stefan Miller, am 03. November 2009 um 14:37 ( Link )

@ISBN
wenn Sie ein Wort durch ein anderes ersetzen, verändern Sie immer die Bedeutung, es sei denn sie verwenden Wörter mit der gleichen Bedeutung (Synonyme).

In diesem Forum wird der freie Markt als eine Idee verstanden, die zwar stets von der Politik bedroht und eingeschränkt wird, zu der es jedoch, besonders in Krisenzeiten, keine Alternative gibt.

Den freien Markt gab es auch schon seit der Mensch angefangen hat zu tauschen und nicht erst seit 250 Jahren. Da kam erst der politische Staat als Umverteiler ins Spiel. Den Unterschied zwischen dem (ex definitione freiwilligen) Tausch und einer Umverteilung muß ich wohl nicht nochmal erläutern.

P.S.
Sie bezeichnen also jemanden als Geistesakrobaten, wenn Sie seinen Argumenten nicht folgen können und dann zünden Sie verbale Knallkörper?

ISBN3451322005, am 03. November 2009 um 15:22 ( Link )

Ach mensch Miller...

Den freien Markt gab es auch schon seit der Mensch angefangen hat zu tauschen und nicht erst seit 250 Jahren.

Kann ich auch...: Sozialismus gibt es seitdem der Homo-Dingsda um's Feuer rum sitzt..., umverteilt wurde da auch wie wild, war vermutlich sogar eine absolut überlebenswichtige Notwendigkeit.

In diesem Forum wird der freie Markt als eine Idee verstanden

bin verwirrt..., was nu? Ist der freie Markt nur eine Idee oder ein Faktum a priori?

Argumenten nicht folgen

welche Argumenten? Ich sehe nur irgendwelche Thesen

Stefan Miller, am 03. November 2009 um 15:49 ( Link )

ISBN,
Umverteilung gibt es in etwa genauso lange wie es den freien Markt gibt.
Der freie Markt ist eine Idee, die in der Geschichte der Menschheit schon immer solche angelockt hat, die die Spielregeln verletzten, also betrogen haben. Der Staat gehört dazu.

Den Sozialismus gibt es etwa seit Marx.
Verwechseln Sie nicht den Sozialismus als politische Idee mit der Fähigkeit zu einer sozialen Handlung. Genau genommen ist der Tausch ein Prototyp einer jeden sozialen Handlung. Der Mensch kann nur sozial sein, in dem er tauscht (Waren, Dienstleistungen oder Informationen).

Wenn Sie keine Argumente erkennen können, dann könnten Sie jede These doch leicht widerlegen.
Sie bräuchten dann nur eigene Argumente zu nennen und die müßten wir akzeptieren oder widerlegen.

Minarchist, am 03. November 2009 um 16:10 ( Link )

@ ISBN

"Da der freie Markt, als gesellschaftsordnende Leitidee, nach 250 Jahren immer noch nicht aus den Puschen kommt, scheint mit dieser dollen Idee irgendwas nicht ganz in Ordnung zu sein. Oder kann mir einer mal einen Zeithorizont nennen, wann sich die Tür zu Alices Wunderland endlich auf tut?"

Das Problem ist, daß Sie nicht begreifen, daß der freie Markt NICHT das Ziel verfolgt bzw. verfolgen soll, Ergebnisgleichheit herzustellen. Sie und Ihresgleichen scheinen dies aber irrtümlich anzunehmen und sitzen dann monoton "der freie Markt funktioniert nicht" blökend da. Das Problem liegt allerdings bei Ihnen und nicht dem freien Markt, denn Sie legen die Forderungen der sozialistischen Gleichheitsideologie als Erfolgsmaßstab an. Darum ging und geht es aber beim freien Markt nie.

ISBN3451322005, am 03. November 2009 um 17:03 ( Link )

@Minarchist

Das Problem ist, daß Sie nicht begreifen, daß der freie Markt NICHT das Ziel verfolgt bzw. verfolgen soll, Ergebnisgleichheit herzustellen.

aus welcher meiner Aussagen schließen Sie, dass ich davon ausgehe, dass der freie Markt das Ziel verfolgt Ergebnisgleichheit her zu stellen? Wobei ich mit dem Ziel, das der freie Markt angeblich verfolgt in der Tat ein Problem habe. Kann es sein, dass der freie Markt an sich aus gesellschaftlicher Sicht gar kein sinnhaltiges Ziel verfolgt? Ich wüsste nicht wie „er“ das tun sollte.

Welches Ziel verfolgt der freie Markt aus Ihrer Sicht? Würde mich nicht wunder wenn Sie mir auf diese Frage mit irgendeinem kollektivistischen Streben nach Freiheit und individueller Bedürfnisbefriedigung oder so was kommen.

Das Problem liegt allerdings bei Ihnen und nicht dem freien Markt, denn Sie legen die Forderungen der sozialistischen Gleichheitsideologie als Erfolgsmaßstab an. Darum ging und geht es aber beim freien Markt nie.

Und aus welcher meiner Aussagen schließen Sie, dass ich die Forderung der sozialen Gleichheitsideologie als Erfolgsmaßstab anlege? Gleichheitsideologie ist doch in Form von Gleichgewicht vor allem eine Sache der Marktfreunde.

"der freie Markt funktioniert nicht" blökend

Ich brauch gar nicht zu blöken, ich brauche nur zu Fragen wo, wann und wie Ihr freier Markt auf den Plan treten soll um mir Ihr und Ihresgleichen ratloses langes Gesicht vor zu stellen.

Überzeugen Sie mich einfach indem Sie Ihre Bringschuld erfüllen und ich schweige für immer.

Oceans911, am 03. November 2009 um 17:20 ( Link )

Was ist denn eigentlich der Sozialismus? Wodurch ist er gekennzeichnet? Kann es sein, dass weder seine Anhänger noch seine Gegner in der Lage sind, klar zu definieren, was Sozialismus genau ist, und wann er in vollendeter Form vorliegt? Und wie unterscheidet sich Sozialismus vom Kommunismus?

Weitere Fragen: gibt es eine freie Marktwirtschaft mit sozialistischen Elementen? Oder schließt sich das begrifflich aus? Falls ja, wie sollte man die gegenwärtige Wirtschaftsordnung der BRD, die sich ja - wie man hier lernen kann - auf dem Weg in den Sozialismus befindet, nennen? Und ab welchem Stadium wäre der Übergang zum Sozialismus, den die einen anstreben, die anderen mit allen Mitteln verhindern wollen, erreicht?

Dr. Spiele, am 03. November 2009 um 17:35 ( Link )

Wieso geht man hier eigentlich noch auf diesen Troll ISBNblablabla ein? Der hat doch nun schon x-mal bekundet, daß er nichts dazulernen will, keinerlei Argumentation liefern will, und ist dabei auch noch sehr stolz auf sein dämliches Gesülze.

em , am 03. November 2009 um 17:41 ( Link )

Die "Argumente" führt er doch im Namen: Die sogenannte "Benedikt-"Bibel.

Übrigens ein interessanter Versuch, mit einem alten Produkt auf einem freien Markt nochmal ein wenig Gewinn zu machen.

Minarchist, am 03. November 2009 um 18:02 ( Link )

@ Dr. Spiele
Ich wollte ISBN gerade antworten, aber nach Ihrem überaus berechtigten Frage lasse ich es tatsächlich lieber. Der Fairness halber erkläre ich hiermit jedoch ihm gegenüber, daß ich seine Replik zur Kenntnis genommen habe.

Auch in Befolgung dieser Erkenntnis: "Arguing on the Internet is like running in the Special Olympics - even if you win, you're still retarded".

Molot, am 03. November 2009 um 19:26 ( Link )

ich brauche nur zu Fragen wo, wann und wie Ihr freier Markt auf den Plan treten soll

Sie verstehen da was "miss".
Der Markt muß nicht auf den "Plan treten" und es gibt ihn auch nicht erst "seit der Mensch angefangen hat zu tauschen (Miller)"
Der Markt ist ein Naturgesetz, geauso wie die Gravitation. Er ist immer vorhanden, ob Ihnen das passt oder nicht. Und genausowenig wie Sie mit einem Kran die Gravitation beseitigen, werden sie mit Sozialismus den Markt beseitigen.
B.Ullmann

bernd_lessing, am 03. November 2009 um 19:37 ( Link )

@Minarchist:

Ich schließe mich Ihnen an und ignoriere den Kasper mit der ISBN-Nummer einfach. Seine """Argumente""" sind einfach nicht satisfaktionsfähig.

Minarchist, am 03. November 2009 um 19:43 ( Link )

@ Molot

Ihr Wort in Gottes Ohr. Sozialisten sind aber leider unverbesserliche Ignoranten. Die ökonomischen Gesetze kann man nicht folgenlos ignorieren oder einfach für ungültig erklären, dennoch tun und fordern Sozialisten dies - ungestraft und mit Applaus des ahnungslosen, verhetzten Pöbels bedacht. Solange sowohl die Masse als auch die herrschenden "Eliten" sich strikt weigern, sich auch nur einfachstes ökonomisches Grundwissen anzueignen und zu befolgen, wird die Welt nie zur Ruhe kommen und die Geißel Sozialismus in all ihren Erscheinungsformen die Menschheit weiterhin ohne Unterlaß peinigen.

Molot, am 03. November 2009 um 20:50 ( Link )

@Minarchist
Sowohl "die Masse" als auch die "herrschenden Eliten" besitzen mehr als nur ,ökonomisches Grundwissen,.
Jeder Penner weiß, daß es am Kiosk kein Bier mehr gibt, wenn die Brieftasche leer ist.
Und auch unsere herrschenden Eliten wissen genau, daß sie sich in einem freien Markt mit ihren jeweiligen Fähigkeiten nicht annähernd den Standard leisten könnten, welchen sie gewohnt sind. Am Wissen liegt es nicht.
Oder glauben Sie ernsthaft, daß Gysi und co. den Kummunismus für erstrebenswert halten?
Glauben Sie, daß Ahmadinedschad es für möglich hält, nach seinem Ableben von 72 Jungfrauen einen geblasen zu bekommen?
Weder Gysi noch Ahmadinedschad wären dort, wo sie heute sind, wenn sie so unwissend wären, wie sie sich geben.
Nein, das Problem welches wir haben ist sicher nicht ökonomisches Unwissen unserer Feinde.
B.Ullmann

Andreas Tögel, am 03. November 2009 um 21:46 ( Link )

Hervorragender Beitrag, Chapeau!
Buchempfehlung zur leider unbestreitbaren Lernfähigkeit der Roten: http://www.amazon.com/Strange-Death-Marxism-European-Millennium/dp/0826215971
Paul Gottfried at his best!
Servus aus Wien,
A. Tögel

vonclausewitz, am 03. November 2009 um 22:14 ( Link )

Wie sagte das Merkelchen jüngst vor dem US-Kongress:

"Ohne eine weltweite Bindung durch Transparenz und Kontrolle kommt es nicht zu einem Gewinn an Freiheit, sondern vielmehr zu einem Missbrauch an Freiheit und damit zu Instabilität."

- Dr. A. Merkel, 2009

Transparenz und Kontrolle waren ja schon immer Schwert und Schild der sog. "Demokratie", nun auch ausserhalb der Landesgrenzen. Ich könnt heulen.

TrebMelsa Fördermitglied, am 04. November 2009 um 7:58 ( Link )

@ Molot & Minarchist

Lieber Molot, hier haben Sie glaube ich richtig angemerkt, mangelndes ökonomisches Wissen haben viele der Typen, die zur Elite des sozialistischen Feldes zählen, wohl nicht. Nur, als echte verräterische Intellektuelle (Julien Benda: Der Verrat der Intellektuellen) täuscht diese Gruppe das breite Publikum bewusst, erweckt den Anschein, dass eine ‚bessere Gesellschaft’ unter ihrer Führung konstruiert werden kann.
Die Kommunisten versprachen den Menschen bessere materielle Wohlfahrt und scheiterten – wie von L. v. Mises korrekt prognostiziert – kläglich, also wird jetzt eine bessere Gesellschaft anders angefasst. Nun agieren die Nachfolger des Kommunismus mit dem Wieselwort „soziale Gerechtigkeit“, worunter jede Person, von welcher ich bisher eine Erklärung haben wollte, zu keinerlei Definition fähig war, sondern nur Neid-Beispiele brachte. Trotzdem wirkt dieser Wortfeiler geradezu magnetisch, nur Neid wird geweckt und von dieser Sorte Sozialisten instrumentalisiert – dabei wird dies von jener Sorte durchaus rational und mit Blick auf den eigenen langfristigen – genau wie dies Herr Grözinger schildert – ausgerichtet.
Hingegen sind die ökologistischen Sozialisten darauf bedacht einen Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie zu verkünden. Die Menschen sollen, damit es der Umwelt besser geht, auf materielle Wohlfahrt verzichten. Und leider wird diese Botschaft, dies zeigen mit viele Meinungsäußerungen im persönlichen Umfeld, angenommen.
Dabei sind Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze! Einzig diese Ökologisten aus den kollektivistischen Gruppierungen wollen uns weismachen, dass Ökologie und Ökonomie Gegensätze sind. Denn m. E. ergänzen sich Ökonomie und Ökologie, denn das gemeinsame Ziel ist letztendlich der rationelle und damit sparsame Umgang mit sämtlichen vorhandenen Ressourcen – das alt-griechische Wort für Haushalt (oikos = das Haus) ist nicht zufällig die gemeinsame Wurzel von Ökonomie (+ nomia = Gesetz) und Ökologie (+ logos = Lehre).
Das Ziel aller dieser sozialistischen Gruppen ist es eben an die Macht zu gelangen, sozusagen schleichend – Samtpfotensozialismus (Roland Baader). Einmal etabliert und das nächste sozialistische Großexperiment wird beginnen, mit welcher Anzahl an Leichen? Wieder mehr als 150 Millionen, oder fiel das 1. sozialistische Großexperiment zu mickrig aus?

Goldelse, am 04. November 2009 um 8:02 ( Link )

@vonclausewitz

Ja, die neuen Sozialisten weltweit scheuen sich nicht, die Begriffe Kontrolle und Freiheit in einem Atemzug zu nennen.

Die Masse ist für freie Marktwirtschaft, nur haben wir weltweit die falschen Leute in den Regierungen. Ein Anfang zur Besinnung wäre die Einstellung sämtlicher Entwicklungshilfen und Subventionen.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 8:31 ( Link )

@Molot
Der Markt ist kein Naturgesetzt sondern eine spontane Ordnung. Von Naturgesetzen erwarten wir, daß sie überall, auch außerhalb der Erde gelten.
Der Mensch hat vielleicht eine Million Jahre in Horden (kleine Gruppen) gelebt wo jede eine bestimmte Rolle zu erfüllen hatte. Irgendwann, vermutlich aus Neugier hat der erste Mensch es gewagt, ein Gut an der Reviergrenze zu hinterlassen und dafür ein anderes Gut aus dem Nachbarrevier bekommen. Das war der Beginn vom Markt. Wie das genau passierte wissen wir nicht. Damit beschäftigen sich Soziologen.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 8:33 ( Link )

@Oceans911
wenn Sie wissen wollen was Sozialismus ist lesen Sie Marx und Engels. Hier nur kurz die Entstehungsgeschichte (keine Definition): durch vollständige Verstaatlichung der Produktionsmittel soll realisiert werden, daß jeder Mensch nach seinen Möglichkeiten zum Gesamtwohl beitragen wird und daß jeder Mensch dafür nach seinen Bedürfnissen entlohnt wird. Dazu war es aber notwendig die alten Gesellschaftlichen Strukturen (Monarchie, Bürgertum, etc.) aufzulösen, sprich den neuen Menschen zu erschaffen. Wie das gehen soll wurde unterschiedlich versucht zu realisieren, aber stets mit Gewalt und Zwang. Die Russen hatten eigene Rezepte ausprobiert, zuerst durch Lenin, dann durch Stalin, die Chinesen haben eine eigene Version des Sozialismus entwickelt.
Im Kern leigt aber stets die vollständige Verstaatlichung der Produktionsmittel und die Erschaffung des neuen kollektiven Menschen als Ziel.

ISBN3451322005, am 04. November 2009 um 9:04 ( Link )

@Dr. Spiele

Wieso geht man hier eigentlich noch auf diesen Troll ISBNblablabla ein? Der hat doch nun schon x-mal bekundet, daß er nichts dazulernen will, keinerlei Argumentation liefern will, und ist dabei auch noch sehr stolz auf sein dämliches Gesülze.

Ja, Troll find ich gut. Troll ich man immer da wo sie sich die ganzen Pfeifen nicht hintrauen, die sich mit Ihren Positionen und Ihresgleichen lieber zwischen Baum und Borke verkriechen.

Wieso will ich nichts dazu lernen? Ich will sehr wohl was lernen, geht hier nur scheinbar nicht. Nehmen Sie sich einfach mal meiner Fragen an, die ich hier eins ums andere mal gestellt habe.

Aber nein…., weil hier keiner in der Lage ist, mal zwei drei belastbare Sätze zu formulieren muss man alles selber machen und so habe ich im Urlaub z.B. Hans Hermann Hoppe und Karl Polanyi lesen müssen. Da kann man dann viele Erkenntnisse raus ziehen und den gelegten Spuren folgen. Neben den Erkenntnissen ergeben sich ebenso viele weitrer Hinterfragungen die ergründet werden wollen und so gibt es eigentlich keinen Grund sich auf vermeintlichem Wissen aus zu ruhen, wie es hier im Stuhlkreis einiger Warmduscher an der Tagesordnung ist, die sinnlos einhellig ihren Weltschmerz vortragen.

ISBN3451322005, am 04. November 2009 um 9:07 ( Link )

@Molot

Der Markt muß nicht auf den "Plan treten" und es gibt ihn auch nicht erst "seit der Mensch angefangen hat zu tauschen (Miller)" Der Markt ist ein Naturgesetz, geauso wie die Gravitation. Er ist immer vorhanden, ob Ihnen das passt oder nicht. Und genausowenig wie Sie mit einem Kran die Gravitation beseitigen, werden sie mit Sozialismus den Markt beseitigen.

Ich lasse mich auf Ihr bildhaftes Gerede ein und auf den „Markt als Naturgesetz“ und knipse Sie trotzdem mit einem Satz aus.

Ist der Markt ein Naturgesetzt wie die Gravitation, so wissen wir auch um das Naturgesetz, dass das Gravitationsfeld von großen Massen verzerrt bzw. "verbogen" wird.

Bei diesem erweiterten Bild stampft der liberale Naturliebhaber dann aber plötzlich wie ein Kleinkind mit dem Fuß auf und will von vermeintlichen Naturgesetzen nichts mehr wissen.

ISBN3451322005, am 04. November 2009 um 9:12 ( Link )

@Oceans911

Weitere Fragen: gibt es eine freie Marktwirtschaft mit sozialistischen Elementen? Oder schließt sich das begrifflich aus?

Ohne jetzt die hier Versammelten mit meinem Trollkrempel aus ihren liberalen Fieberträumen zu reißen. Aber wenn ich den von mir oben angesprochenen Karl Polanyi recht verstanden habe, so ist der Sozialismus ein tragisches und historisch logisch konsequentes Abfallprodukt der Marktwirtschaft, so wie auch die „Klassendenke“ ein Abfallprodukt der Marktwirtschaft ist. Gewichtige Interessen streben dazu, das Gravitationsfeld zu verzerren…, Naturgesetz…

Mir eröffnet sich der furchtbare Verdacht, dass der Liberale unversehens vor der eigenen Haustür landet, wenn er sich an die Wurzeln des Sozialismus vorgräbt. Wobei diese Gefahr mangels redlichen Aushubarbeiten bei den meisten Mitdiskutanten eigentlich nur von rein theoretischer Natur ist.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 9:13 ( Link )

don't feed the trolls!!!

ISBN3451322005, am 04. November 2009 um 9:17 ( Link )

@TrebMelsa

Denn m. E. ergänzen sich Ökonomie und Ökologie, denn das gemeinsame Ziel ist letztendlich der rationelle und damit sparsame Umgang mit sämtlichen vorhandenen Ressourcen

Welcher rationale ökonomische Grundsatz sollte mich in drei Teufelsname daran hindern, sämtliche ökologischen Ressourcen innerhalb meines Daseins zu verpulfern? Auch für die letzten knappen Ressourcen wird es potente Käufer geben die, wie für Van Gogh Bilder, den Preis für die Markträumung zahlen.

ISBN3451322005, am 04. November 2009 um 9:21 ( Link )

So…, habe vorerst fertig...

Für euer eigenes geistiges Wohlgefallen und meinen Seelenfrieden empfehle ich dringend dem Rat des Doktors zu folgen und mich allumfassend zu ignorieren!!

TrebMelsa Fördermitglied, am 04. November 2009 um 9:37 ( Link )

@ ISBN3451322005

Wenn Sie absolut irrational handeln möchten oder unverantwortlich, z. B. gegenüber der Zukunft Ihrer Tochter, die Sie schon ab und an in Kommentaren erwähnten, zu handeln gewillt sind – NICHTS. Aber dies hätte nichts mit dem zu tun, was ich als ‚rationales Handeln’ angedeutet und umschrieben habe.
Sie hacken zwar ständig auf den „Theorien des menschlichen Handelns“ herum und setzen der abstrusen Kunstfigur des „homo oeconomicus“ (eine Figur, die ich ablehne – wie Sie vielleicht noch aus meinen älteren Kommentaren wissen?) ein anderes Menschenbild entgegen – übrigens ein ähnliches Bild, wie dies z. B. auch Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow entwickelten –, aber anscheinend werfen Sie die eigenen Vorstellungen oder Einwände dann – wenn dies denn passt – über Bord! Ist dies System bei Ihnen - oder?

bernd_lessing, am 04. November 2009 um 9:38 ( Link )

@Stefan Miller:

"wenn Sie wissen wollen was Sozialismus ist lesen Sie Marx und Engels. (...) Im Kern leigt aber stets die vollständige Verstaatlichung der Produktionsmittel und die Erschaffung des neuen kollektiven Menschen als Ziel."

Damit haben Sie natürlich Recht. Problematisch wird es nur, wenn sich ein Gedankenmodell wie der Sozialismus weiterentwickelt: Meine These ist, dass die Sozialisten sehr früh gemerkt haben, dass eine offene Verstaatlichung nicht durchsetzbar oder zumindest kontraproduktiv ist.

Analog zu den plündernden Horden früherer Zeiten, die die eroberten Gebiete zunächst brandschatzten und plünderten, dann aber feststellten, dass es ja viel effektiver ist, die dortige Bevölkerung zu unterjochen und ihr Tribut abzuverlangen, haben auch die Kollektivisten des 20. Jahrhunderts erkannt, dass das dauerhafte Melken der Kuh viel mehr Spaß macht, aber erfordert, dass man diese (um im Bild zu bleiben) Grasen lässt.

Dass der so entstandene "Neosozialismus" (oder wie man das Monster nennen mag) strukturelle Gemeinsamkeiten mit dem Faschismus (Stichwort: Produktion bleibt in privater Hand, wird aber staatlich gesteuert) hat, ist kein Zufall.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 10:01 ( Link )

@TrebMelsa
don't feed the trolls!!!

@bernd_lessing
derjenige, der die Ausschließbarkeitskosten trägt besitzt die Produktionsmittel. Meine These ist, daß die anonymen Großkonzerne, die den relevanten Teil der Produktion kontrollieren, sowas wie Staatsfirmen sind.
Die Politik ist mit den Konzernen eng verzahnt, Gesetze werden für Konzerne gemacht (aber auf alle angewandt). Es ist also bereits fast alles verstaatlicht ohne daß es jemand merkt. Der Unterschied zu Früher liegt aber auch an den heutigen technischen Möglichkeiten und der Globalisierung der Produktion und des Sozialismus. Früher konnte ein Unwetter eine Ernte zerstören und eine Region in Hungersnot bringen, das geht heute nicht mehr. Ebenso können mit Hilfe von Massenproduktion fast alle Waren in praktisch beliebiger Menge und in kurzer Zeit hergestellt werden. So waren z.B. LCD-Bildschirme Anfang 2008 noch sehr knapp und teuer, Ende 2008 dann schon im Überfluß verfügbar und das ist eine sehr komplizierte Technologie.
Damit hat der Sozialismus heute eine völlig andere Plattform zur Verfügung und wird auch völlig anders vermarktet.

bernd_lessing, am 04. November 2009 um 10:36 ( Link )

@Stefan Miller:

"Meine These ist, daß die anonymen Großkonzerne, die den relevanten Teil der Produktion kontrollieren, sowas wie Staatsfirmen sind. Die Politik ist mit den Konzernen eng verzahnt, Gesetze werden für Konzerne gemacht (aber auf alle angewandt). Es ist also bereits fast alles verstaatlicht ohne daß es jemand merkt."

Das sehe ich sehr, sehr ähnlich. Eine zentrale Rolle spielen damit die (US-)Großbanken. Bezeichnend ist auch, wie die Kontrolle über diese Konzerne abläuft, sprich: Struktur von Aufsichtsräten, Stimmenpooling auf Hauptversammlungen durch Fonds etc.

Die "freie Marktwirtschaft" ist nur noch eine Illusion. Das, was im Rahmen der Globalisierung als "Neoliberalismus" deklariert wurde, ist alles andere als liberal - der Begriff "Neofeudalismus" würde da schon viel eher passen.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 11:15 ( Link )

den freien Markt wird es immer geben, zumindest solange noch bis der neue Mensch etabliert wird, was ich aber nicht glaube. Notgedrungen wird der freie Markt ins verbotene ausweichen, als Schwarzarbeit, Schmuggel, etc.
Das war auch der Grund dafür, daß der Sozialismus-1 ganze 70 Jahre überdauert hat. Ohne den freien Schwarzmarkt würde es viel schneller in einer Katastrophe enden.

An potentielle Widersprecher: der freie Markt wird natürlich stets vom Staat bekämpft werden, daher kann er nicht frei praktiziert werden.

dickbrettbohrer, am 04. November 2009 um 12:11 ( Link )

@Stefan Miller
"Den Sozialismus gibt es etwa seit Marx."

Der Sozialismus ist so alt wie die Menschheit. Sie meinen den sogenannten "wissenschaftlichen" Sozialismus bzw. Kommunismus, als dessen Vater Marx gilt.

dickbrettbohrer, am 04. November 2009 um 12:22 ( Link )

@TrebMelsa
zu Ihrer Verwunderung über das Gespaltensein der Menschen:

Schizophrenie ist in jedem Menschen verankert, und nur der Gebildete ist sich dessen bewußt und kann immer wieder dagegen angehen. Gefühl geht vor Gehirn. Gewohnheiten sind stärker als Einsichten. Anpassungsdrang und Furcht vor Isolierung tun ein übriges. Warten Sie’s ab: bald sitzen wir frierend im Sommer vor dem Wohnzimmerkamin, weil’s draußen schneit. Derweil rotzt der Fernseher was von Klimaerwärmung, und das frierende Volk nickt. In Österreich freut man sich derzeit rundfunk- und pressegestützt über den außerordentlich frühen Beginn der Wintersaison – schon soooo viele Skikarten verkauft! Meinen Sie, der Klimakirche gehen dadurch die Gläubigen verloren? Die kritisch über Kirche reden, sind die eifrigsten Kirchgänger überhaupt!

dickbrettbohrer, am 04. November 2009 um 12:32 ( Link )

Der freie Markt ist wie Unkraut, nicht auszurotten. Unkraut gedeiht überall, sprießt selbst nach exzessivem Giftspritzen und sprengt, wenn man es nicht übersieht, sogar Beton.
Insofern ist der freie Markt ein Naturgesetz. Er entwickelt sich - auch nicht falsch formuliert - als spontane Ordnung. Der freie Markt aber ist in seiner ursprünglichen Erscheinungsform nichts als freiwiliiger Tausch. Tausch bzw. Austausch von Energie gibt es in den kleinsten Bausteinen der Natur. Das ist das Modell, auf dem sich alles aufbaut.

TrebMelsa Fördermitglied, am 04. November 2009 um 12:40 ( Link )

@ dickbrettbohrer

Klar, dies sehen völlig richtig - kein Widerspruch.

Aber noch eine andere Anmerkung. Neulich habe ich gelesen, dass Sie EKL's Demokratie - eine Analyse noch bekommen und gelesen haben. Dies freut mich, dass Ihnen das Buch gefallen hat!

Goldelse, am 04. November 2009 um 12:52 ( Link )

@ Stefan Miller

"Die Politik ist mit den Konzernen eng verzahnt, Gesetze werden für Konzerne gemacht (aber auf alle angewandt). Es ist also bereits fast alles verstaatlicht ohne daß es jemand merkt."

Genauso sehe ich das auch. Das hat zur Folge, dass eine Vielfalt von Produkten nicht mehr hergestellt wird. Man sieht das an den eintönigen Schaufensterauslagen in den Großstädten der immer wiederkehrenden großen Ladenketten. Sozialismus schafft immer Mangel, Einfalt, daher kann er keine Zukunft haben.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 12:58 ( Link )

dickbrettbohrer
ich meinte den politischen Sozialismus. Sie verwechseln möglicherweise die Fähigkeit des Menschen zum sozialen Handeln, also zum Tauschen.
Dazu habe ich bereits früher etwas geschrieben.
Wir diskutieren hier über Sozialismus als eine politische Ideologie. Was das ist habe ich auch früher was geschrieben.

Schizophrenie ist eine Erfindung von Psychologen und Romanautoren, die damit viel Geld verdienen.
Sie ist nicht verankert, sie existiert nicht mal.
Gefühle entstehen im Gehirn.

TrebMelsa dagegen scheint voll schizo zu sein. Oder er versucht es zumindest.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 13:04 ( Link )

Goldelse
sehe ich etwas anders, wir haben es nicht mit Mangel oder Einfalt sondern mit Überfluß zu tun. Gäbe es interessante Produkte, dann würden sie auch hergestellt werden und zwar bald in solchen Mengen, daß sie schnell wieder uninteressant geworden wären.
Das ist genau das Problem der heutigen Wirtschaft. Menschen haben sich sattkonsumiert, zumindest die Menschen in den entwickelten Ländern. aber das ist ein anderes Thema.

TrebMelsa Fördermitglied, am 04. November 2009 um 13:04 ( Link )

@ Stefan Miller

Danke für die Blumen!

Aber, wenn Sie meine Bechreibung gelesen haben würden, dann hätten Sie wahrgenommen, dass ich über das Gespaltensein, den Widerspruch in der Meinungsäußerung eines Bekannten geschrieben hatte.
Ich hatte folgendes angemerkt:
>>>In meinem direkten Umfeld kenne ich z. B. einen Bekannten, der die Krankheiten und Idiotien unseres bundesdeutschen Systems klar erkennt und beim Namen nennt. Jedoch, als ich ihm einige der Freiheitsfunken von Roland Baader zeigte (z. B., dass Sozialismus immer die Theorie und Praxis des Massenmordes sei), da kam als Antwort: „ Wenn da Kommunismus stände … aber Sozialismus, nein.“ Da war nichts zu machen, den „hehren Sozialismus“ ließ er sich nicht anfechten, um dann irgendwann zu sagen, dass privates Unternehmertum selbstredend der staatlichen Bürokratie überlegen ist.<<<

Molot, am 04. November 2009 um 13:12 ( Link )

@ Stefan Miller

.....der erste Mensch es gewagt, ein Gut an der Reviergrenze zu hinterlassen und dafür ein anderes Gut aus dem Nachbarrevier bekommen. Das war der Beginn vom Markt.

Der Markt war da, Jahrmillionen bevor sich der erste Affe auf die Hinterbeine erhoben hat und er wird noch da sein, wenn vom Homo sapiens nur noch Fossilien übrig sind.
B.Ullmann

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 13:40 ( Link )

Molot,
dann definieren Sie vielleicht mal was Sie unter dem Markt verstehen, denn es ist offenbar was völlig anderes als was hier diskutiert wird.

Wir meinen hier den Markt als eine Möglichkeit mit fremden Menschen zu tauschen.

Tiere, die sie vielleicht meinen, verwenden keinen Markt sondern bestenfalls einfache tit for tat Strategien. Das ist noch kein Markt.

Stefan Miller, am 04. November 2009 um 13:48 ( Link )

TrebMelsa,
ein Widerspruch ist was anderes als eine gespaltene Persönlichkeit. Außer Ihr Bekannter würde sich nachts in einen grünen Muskelmann verwandeln. Aber das sind, wie gesagt, Romanideen, die es so in Wirklichkeit nicht gibt.
Die Unterscheidung zwischen Sozialismus und Kommunismus ist im Grunde genauso ein Trick wie die Unterscheidung zwischen Nationalsozialismus und Sozialismus. Deswegen wird auch nur von Nazis gesprochen und nicht von Nationalsozialisten.
Ihr Bekannter hat vielleicht einfach ein Wissensdefizit.

TrebMelsa Fördermitglied, am 04. November 2009 um 13:56 ( Link )

@ Stefan Miller

gut, nicht klar ausgedrückt, vielleicht hätte ich besser nur geschrieben >eine in sich widersprüchliche Meinung<, geht in Ordnung.
Ich unterscheide nicht zwischen Sozialismus und Kommunismus und Nationalsozialismus, sondern halte mich an die Analyse von Ludwig von Mises. Außerdem gibt es - falls mich mein Gedächtnis hier nicht trügt - diese künstliche Trennung: Kommunismus hier und Sozialismus dort und Sozialdemokratie da, erst seit 1917, vorher wurden die Ausdrücke synonym verwandt.

dickbrettbohrer, am 04. November 2009 um 14:00 ( Link )

TrebMelsa:

Mir ist dieses Demokratie-Bändchen wie eine Bibel. Ich habe es zum Nochmallesen in die Reihe gelegt.
Danke nochmal für den Hinweis!

Radiergummi, am 05. November 2009 um 0:16 ( Link )

@ISBN

Ich lasse mich auf Ihr bildhaftes Gerede ein und auf den „Markt als Naturgesetz“ und knipse Sie trotzdem mit einem Satz aus.

Ist der Markt ein Naturgesetzt wie die Gravitation, so wissen wir auch um das Naturgesetz, dass das Gravitationsfeld von großen Massen verzerrt bzw. "verbogen" wird.


Und die natürliche(n) Gesetzmäßigkeit(en), welche die Gesetze des Marktes krümmt (krümmen), ist (sind) welche?

Nebenbei: Wer behauptet denn, dass die vorhandenen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten und eventuell verzerrende Gesetze nicht Teil einer noch nicht erarbeiteten, übergeordneten Gesetzmäßigkeit sind bzw. die Bedingungen, unter denen eventuelle, gesetzmäßige Verzerrungen zustande kommen, nicht definierbar seien?

Molot, am 05. November 2009 um 8:40 ( Link )

@Stefan Miller

dann definieren Sie vielleicht mal was Sie unter dem Markt verstehen,

Unter Markt verstehe ich das Prinzip Angebot-Nachfrage und deren geenseitiges austarieren. Dieses Prinzip gilt überall und immmer, vollkommen unabhängig von menschlichem Handeln.
B.Ullmann

Stefan Miller, am 05. November 2009 um 9:22 ( Link )

wer, wenn nicht ein Mensch, soll denn ein Angebot machen und wer, wenn nicht ein Mensch, soll die Nachfrage realisieren?
Ich glaube, Sie verstehen nicht, was Sie da verzapfen.
Der Markt funktioniert nur unter Menschen und zwar nur wenn das Bewußtsein für Eigentum vorhanden ist. Erst dann wird jemand ein Angebot machen können auf das jemand anders ggf. eingehen kann.
Es ist ein menschliches Prinzip und das kann nicht ohne Menschen funktionieren.

Urs Bleiker, am 05. November 2009 um 9:52 ( Link )

Die nicht zu korrumpierenden Gesetze der Ökonomie werden es auch diesmal wieder richten. Dass gilt für die EUdSSR genauso wie es für die UdSSR und die DDR gegolten hat!

ISBN3451322005, am 05. November 2009 um 14:32 ( Link )

@TrebMelsa

Wie meinte Levi Strauss?… - "Den Menschen gibt es nicht"

Sie hacken zwar ständig auf den „Theorien des menschlichen Handelns“ herum und setzen der abstrusen Kunstfigur des „homo oeconomicus“ (eine Figur, die ich ablehne – wie Sie vielleicht noch aus meinen älteren Kommentaren wissen?) ein anderes Menschenbild entgegen – übrigens ein ähnliches Bild, wie dies z. B. auch Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow entwickelten –, aber anscheinend werfen Sie die eigenen Vorstellungen oder Einwände dann – wenn dies denn passt – über Bord! Ist dies System bei Ihnen - oder?

Richtig…., unabhängig von der eigenen Position bediene ich mich zweckgebunden, flexibel und bedarfsorientiert auf dem freien Markt der Welt- und Menschenbilder. Von A wie „Arbeitsloser Schnorrer“ bis Z wie „Zentralbanker“. Das ist nicht mein System sondern unser System, in dem es sich auch der Liberale gemütlich macht. Wenn er die Karte beim Diskussionsschaulauf nicht zu spielen versteht kann ich auch nichts dafür.

Wenn ich mich als lernfähig anbiedern will und den freien Markt als oberste gesellschaftskonstituierendes Element akzeptiere, bleibt mir gar nichts anderes übrig als mein Menschenbild über Bord zu werfen. Die meisten haben das schon längst hinter sich, oder hatten sowieso nie eins. Ich bin da leider Spätzünder.

Wenn Sie absolut irrational handeln möchten oder unverantwortlich, z. B. gegenüber der Zukunft Ihrer Tochter, die Sie schon ab und an in Kommentaren erwähnten, zu handeln gewillt sind – NICHTS. Aber dies hätte nichts mit dem zu tun, was ich als ‚rationales Handeln’ angedeutet und umschrieben habe.

Genau…, NICHTS.

Was auch immer rationales Handeln sein soll. Gestern erfuhr ich am Rande, dass nach Freud aus jeder Handlung eine rationale Motivation heraus gepopelt werden kann.

Als vollkommen irrational erscheint es mir, dass ich zwei Kinder in die Welt gesetzt habe. Die fressen mir die Haare vom Kopf und schwächen meine Position auf allen möglichen Märkten wie Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Das ich für die beiden Pappnasen mein Leben lassen würde kann in dem hier diskutierten Zusammenhang eigentlich kaum eine Rolle spielen, weil die Liebe und der freier Markt eigentlich nur auf der Reeperbahn in Sankt Pauli zusammen finden.

Selbstverständlich wird mir jetzt das liberale Dilemma vorgehalten, dass der Wohlfahrtsstaat meine Kinder von ihrer rationalen Rolle meiner Alterssicherung entbunden hat. Bleibt dies aber das einzige Argument, so kann ich daraus nur schließen, dass sich der aufgeklärte Liberale nicht mal mehr dem kantschen Grundsatz der Menschenwürde verpflichtet fühlt, nach dem ich meinen Nächsten nicht als Mittel zum eigenen Zweck gebrauchen darf.

Und wo die liberale Verantwortung hinzielt hat Herr Grözinger ja vorgetragen – auf das eigene Selbst. Diese liberale Selbstverantwortung soll dann mit irgendwelchen magischen Kräften auf unsere gesellschaftliche Gesundung einwirken? Na ja …, ich habe da zumindest meine Zweifel.

das gemeinsame Ziel ist letztendlich der rationelle und damit sparsame Umgang mit sämtlichen vorhandenen Ressourcen

Das sich aus Rationalität zwingend ein sparsamer Umgang mit Ressourcen ergibt ist für mich nicht nachvollziehbar.

Es kann ja wohl nicht bestritten werden, dass wir im sparsamen Umgang mit Ressourcen vor der industriellen Revolution und der Entfaltung des Marktgeschehens erheblich besser Positioniert waren. Natürlich gezwungener maßen, weil unsre Rationalität noch nicht weit genug vorgedrungen war, um wirtschaftlich rational die Meere mit Schleppnetzen zu durchpflügen.

Das Ziel aller dieser sozialistischen Gruppen ist es eben an die Macht zu gelangen
Na und? Dieses Ziel ist kein sozialistisches Alleinstellungsmerkmal. Es ist doch eine moderne Errungenschaft, jedem den Weg beim Wettlauf um die Macht offen zu halten oder etwa nicht?

Dabei sind alle Mittel erlaubt und ein Schiedsrichter wird von liberaler Seite nicht erwünscht. Es werden lieber Bauklötze gestaunt wenn man beim Rennen um die Macht von den Sozis neuerdings nur noch die Rücklichter sieht. Kommt dann der, nach österreichischer Schule geprägte Liberale mit seinen Lehrbüchern angetrottet, ist der Drop längst gelutscht.

EKL's Demokratie - eine Analyse

Den alten Haudegen habe ich mir nun gestern auch mal geordert…, der scheint ja auch zur strategisch taktischen Grundausrüstung zu gehören.

ISBN3451322005, am 05. November 2009 um 15:00 ( Link )

@Radiergummi

Und die natürliche(n) Gesetzmäßigkeit(en), welche die Gesetze des Marktes krümmt (krümmen), ist (sind) welche?

Da frag mal besser die Sozis.

Das mit der natürliche(n) Gesetzmäßigkeit(en), war hier ja nicht meine Idee. Ich will nur darauf hinweisen, dass derjenige der A sagt auch B sagen muss.

Den Menschen auf das Tauschparadigma zu reduzieren und darüber dann die Welt erklären ist einfach lächerlich. Statt sinnlose Dogmen wie „der freie Markt existierte bereits vor dem Urknall“, in den Raum zu stellen, orientiere ich mich lieber an dem, was ich über die Geschehnisse in Erfahrung bringen kann. Diese Orientierung ist natürlich mühevoll, lückenhaft und auch anfällig für Irrtümer aber zumindest redlicher, als auf irgendwelchen unhaltbaren Ideen rum zu reiten.

Die moderne Marktwirtschaft wurde anfangs durch Staatstreiben zwecks internationalen Handel aus der Schublade gezerrt, wo sie von mir aus schon immer war. Die Hanse, Ostindien-Kompanie, von den Fuggern bis Krupp, alle Unternehmenden Marktteilnehmer waren und sind fleißig im staatlich besicherten Windschatten unterwegs. Bereits Kolumbus rannte wie blöde von einem Herrscherhaus zum Nächsten um seine Unternehmung zu finanzieren. Die Medici vereinten Politik und Handelsmacht unter einem Dach. Imperialismus, Globalisierung, internationale Märkte…, alles Zöglinge des Staates.

Erst nachdem sich der internationale Warenaustausch mittels mannigfaltiger Zwangsmaßnahmen etablierte, konstituierten sich die modernen regionalen Märkte, die dann im Zuge der Industriellen Revolution auch den „kleinen Mann“ erfassten. Selbstredend standen auch diese regionalen Märkte von Anfang an unter dem Einfluss des machtpolitischen Ringens der Interessensgruppen.

Dabei ist das Phänomen der marktfreien Umverteilung wesentlich älter und universeller als der profit- und mehrwertorientierte Markttausch und so ist es nicht verwunderlich, dass staatlich verordnete Wohlfahrt und die sozialistische Ideenwelt, spätestens in dem Moment, als die entschiedenen Produktionsfaktoren Boden und Arbeit auf den Markt geworfen wurden, immer brav Hand in Hand mit dem Marktgeschehen voran gingen.

So…, bla bla bla…, und wenn ich falsch liege so bitte ich um sachgerechte Berichtigung – z.B. für den Fall, das sich irgendwo zufälligerweise Quellen auftun die außerhalb von theoretischen Abhandlungen von einem längerfristig freien Markt berichten.

Aus meiner bescheidenen Perspektive kann ich zumindest erstmal nur schließen, dass eine moderne arbeitsteilige Wirtschaft, die über die Familie oder die Rotte hinausgeht, ohne handfeste Machtausübung und Herrschaft nicht vorstellbar ist und die Sozis und „Marktstörer“ sich mit der intellektuellen Knallerbsenpistole, mit der hier einige rumfuchteln, nicht am Sack packen lassen.

Nebenbei: Wer behauptet denn, dass die vorhandenen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten und eventuell verzerrende Gesetze nicht Teil einer noch nicht erarbeiteten, übergeordneten Gesetzmäßigkeit sind bzw. die Bedingungen, unter denen eventuelle, gesetzmäßige Verzerrungen zustande kommen, nicht definierbar seien?

Keine Ahnung, ich nich...

Stefan Miller, am 05. November 2009 um 15:04 ( Link )

ich hab's doch gesagt: don't feed the trolls.!!!

vonclausewitz, am 05. November 2009 um 16:11 ( Link )

@ Urs Bleiker

Fraglos erst nachdem die Funktionärskaste im Verbotenen Palast Brüssel einen Schaden von schicksalhaften Dimensionen angerichtet hat und Millionen von Menschen ihrer wirtschaftlichen Zukunft beraubt hat.

TrebMelsa Fördermitglied, am 05. November 2009 um 22:49 ( Link )

@ ISBN3451322005

>>>>weil die Liebe und der freier Markt eigentlich nur auf der Reeperbahn in Sankt Pauli zusammen finden.<<<<

Sie meinten wohl Sex und freier Markt? Liebe ist für mich etwas anderes und dies möchte ich an dieser Stelle nicht näher erklären -liegt auch im Bereich "Jenseits von Angebot und Nachfrage", um ein Röpke-Wort zu gebrauchen.

>>>>Es kann ja wohl nicht bestritten werden, dass wir im sparsamen Umgang mit Ressourcen vor der industriellen Revolution und der Entfaltung des Marktgeschehens erheblich besser Positioniert waren<<<<

Ich bestreite diese Aussage und hätte gerne eine Begründung Ihrer Ansicht, was ist die Grundlage Ihrer Meinung? Ein Freund von Statistiken bin ich zwar nicht unbedingt, weil ich selbst in diesem Bereich schon über 20 Jahre tätig bin! Trotzdem, aufgrund einer historischen statistischen Reihe: im Jahre 1700 war der Lohn-Index des landwirtschaftlichen Tagelöhners 100% = 1700 ist Basisjahr; trotz etlicher Kriege und verheerender Krankheiten wuchs die Bevölkerung bis 1800 (wenn wir einmal der Einfachheit halber dieses Jahresdatum als Wende zur Industrialisierung ansetzen) so stark, dass der Lohn-Index auf 50% sank.
Aus Ihrer Bemerkung folgere ich, dass es für Sie also ein Vergnügen oder zumindest das Richtigere gewesen wäre, die Menschen auf diesem Niveau (oder noch darunter?) vegetieren zu lassen - zu wenig zum Leben und zuviel um zu Sterben! Überspitzt gesagt, stimmen Sie Marie Antoinette zu, die abgehoben arrogant gesagt haben soll, als man ihr mitteilte, dass das Volk kein Brot habe und hungere, "Dann sollen Sie doch Kuchen essen!". Kurz: Sie dokumentieren mit Ihrem obigen Ausspruch, dass Sie es besser finden würden, wenn unsere Vorfahren in der Landwirtschaft verhungert wären und vielleicht Sie und auch ich nicht existieren würden, weil ohne Industrialisierung unsere Vorfahren überhaupt keine Chance gehabt haben würden die Familien, aus denen wir stammen, zu gründen?

em , am 06. November 2009 um 1:16 ( Link )

Überspitzt gesagt, stimmen Sie Marie Antoinette zu, die abgehoben arrogant gesagt haben soll,...

Das angesprochene Zitat stammt übrigens von Rousseau und aus einer Zeit, als Marie Antoinette gerade einmal 10 Jahre alt war.

Ansonsten stimme ich Ihnen aber zu: Es ist einfach unerträglich, was dieser Herz-Jesu-Sozialist hier von sich gibt.

So…, bla bla bla…, und wenn ich falsch liege so bitte ich um sachgerechte Berichtigung ...

So interessant ist das Geschwurbel auch nicht.

TrebMelsa Fördermitglied, am 06. November 2009 um 7:14 ( Link )

@ em

Danke für die Richtigstellung der Herkunft des Zitats. Manchmal bin ich eben verlassen, wenn ich mich auf mein Gedächtnis verlasse, d. h. ohne Nachprüfung aus der Erinnerung heraus zitiere.

ISBN3451322005, am 06. November 2009 um 7:47 ( Link )

@em

Es ist einfach unerträglich

Schon klar, das ideologisch liberale Windei ist auch nicht belastbar und verträgt auch nix

@TrebMelsa

Ich bestreite diese Aussage und hätte gerne eine Begründung Ihrer Ansicht, was ist die Grundlage Ihrer Meinung? Ein Freund von Statistiken bin ich zwar nicht unbedingt, weil ich selbst in diesem Bereich schon über 20 Jahre tätig bin! Trotzdem, aufgrund einer historischen statistischen Reihe: im Jahre 1700 war der Lohn-Index des landwirtschaftlichen Tagelöhners 100% = 1700 ist Basisjahr; trotz etlicher Kriege und verheerender Krankheiten wuchs die Bevölkerung bis 1800 (wenn wir einmal der Einfachheit halber dieses Jahresdatum als Wende zur Industrialisierung ansetzen) so stark, dass der Lohn-Index auf 50% sank.

Ok, sorry, mein Blick scheint getrübt. Ressourcenverbrauch ist in den letzten 200 Jahren deutlich zurückgegangen.

Aus Ihrer Bemerkung folgere ich, dass es für Sie also ein Vergnügen oder zumindest das Richtigere gewesen wäre, die Menschen auf diesem Niveau (oder noch darunter?) vegetieren zu lassen - zu wenig zum Leben und zuviel um zu Sterben! Überspitzt gesagt, stimmen Sie Marie Antoinette zu, die abgehoben arrogant gesagt haben soll, als man ihr mitteilte, dass das Volk kein Brot habe und hungere, "Dann sollen Sie doch Kuchen essen!".

Das ich hier vor allem deskriptiv unterwegs bin und nichts will und auch keine Ansprüche erhebe, wird hier sowie nie begriffen. Wer ist wo wann genau verhungert? Wer vegetierte wann wo genau in der Gegend rum?

Kurz: Sie dokumentieren mit Ihrem obigen Ausspruch, dass Sie es besser finden würden, wenn unsere Vorfahren in der Landwirtschaft verhungert wären und vielleicht Sie und auch ich nicht existieren würden, weil ohne Industrialisierung unsere Vorfahren überhaupt keine Chance gehabt haben würden die Familien, aus denen wir stammen, zu gründen?

und was soll der Müll? Soll ich hier jetzt auch eine Statistik liefern die aufzeigt, dass auch vor der Industrialisierung mit erfolg Familien gegründet wurden?

Aber egal, ich habe sowieso jetzt keinen Bock mehr…. Zeitverschwendung.

TrebMelsa Fördermitglied, am 06. November 2009 um 8:35 ( Link )

@ ISBN3451322005

Nö, dies ist nicht nötig. Ihre Auswürfe sprechen für sich. Stinkenden Müll liefern Sie!

>>>>Aber egal, ich habe sowieso jetzt keinen Bock mehr….<<<<

Dann ein schönes Null-Bock-Wochenende!

Molot, am 06. November 2009 um 9:08 ( Link )

@Stefan Miller

Es ist ein menschliches Prinzip und das kann nicht ohne Menschen funktionieren.

Ja, sicher, genau wie das Wetter, auch ein menschliches Prinzip oder haben Sie schon mal einen Esel mit einem Regenschirm gesehen?
Oder wie die Schwerkraft, auch ein menschliches Prinzip, denn nur Menschen können Wasserkraftwerke bauen und nutzen. Oder das Klima auf der Erde, auch ein menschliches Prinzip.....
B.Ullmann

Stefan Miller, am 06. November 2009 um 13:24 ( Link )

da es wieder mal sonst keine interessanten Beiträge gibt, antworte ich hier noch mal auf Molot, was nicht heißen soll, daß Molot es unbedingt verdient, ihm zu antworten.
Also Molot (oder B. Ullmann?), das Wetter existiert auch ohne den Menschen, den Regenschirm hat aber der Mensch erfunden, genauso wie den Markt.
Es ist kein Naturgesetzt, denn z.B. australische Stämme kein Eigentum-Begriff entwickelt haben. Sie haben zwar geteilt aber nicht getauscht. Genausowenig haben sie auch kultiviert oder gezüchtet, denn das erfordert auch ein Verständnis vom Eigentum. In Afrika dagegen haben Stämme sehr wohl Eigentum begriffen und auch einfache Marktsysteme realisiert.
In Europa waren die Menschen besonders fleissig und haben den Markt perfektionisiert, was zu der Hochentwicklung unserer Kultur geführt hat.
Wäre der Markt ein Naturgesetzt, dann müßte es auch in Australien gelten. Und auch auf dem Mars und wo sonst noch Leben vermutet wird.
Der Auslöser für den Markt ist natürlich der Engpaß an Ressourcen aber auch den könnte man nicht als Naturgesetz betrachten, denn ohne Verbraucher gibt es auch keine Engpässe.

"haben Sie schon mal einen Esel mit einem Regenschirm gesehen?"
ja, der hieß Molot.


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