Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Pistolen, Revolver, Flinten, Büchsen: Einführung in den sicheren Umgang mit Handfeuerwaffen

von Andreas Tögel

Unter Berücksichtigung der Gesetzeslage in Österreich

01. November 2009

1. Begriffsdefinition

Feuerwaffen sind solche Waffen, mit welchen harte Geschosse vermittels der beim Abbrand eines Zündpulvers entstehenden Gase durch einen Lauf getrieben werden.

In der Folge geht es lediglich um für zivile Zwecke (etwa das sportliche Schießen, die Jagd oder die Selbstverteidigung) verwendete „Handfeuerwaffen“. Aus modernen Modellen dieser Art werden heute üblicherweise mit raucharmem Nitropulver geladene Patronen verschossen, deren Hülsen im Falle von Pistolen, Revolvern und Büchsen aus Metall, bei Flinten aus Kunststoff oder Karton bestehen.

1. 1. Kurzwaffen („Faustfeuerwaffen“)

Sind Waffen mit kurzen Läufen, die mit einer oder beiden Händen gehalten werden, meist ohne dabei aufgelegt oder abgestützt zu werden. Auf die einschlägige Gesetzgebung (und auf die durch diese normierten Kategorien von Waffentypen) wird am Ende der Abhandlung eingegangen.

1.1.1. Pistolen

Können grundsätzlich ein- oder mehrschüssig ausgeführt sein. Moderne, mehrschüssige Typen („Selbstladepistolen“) verfügen in der Regel über ein abnehmbares Magazin, welches vom Griffstück der Waffe aufgenommen wird und konstruktions- und kaliberabhängig meist zwischen 7 und 20 Patronen fassen kann.

Der Ladevorgang erfolgt vor dem ersten Schuss händisch, indem mittels Zurückziehen und nach vorne gleiten lassen des Verschlussstückes bei angestecktem Magazin eine Patrone aus demselben in den Lauf eingeführt wird. Das Abfeuern der Waffe bewirkt (durch Nutzung des beim Schuss entstehenden Rückstoßes oder eines Teils der entstehenden Pulvergase) das automatische Nachladen, wobei die abgeschossenen Patronenhülsen durch ein seitlich im beweglichen Teil der Waffe angebrachtes Fenster ausgeworfen werden. Mit jeder neuerlichen Betätigung des Abzuges wird ein weiterer Schuss abgegeben, bis das Magazin vollständig entleert ist. Bei den meisten modernen Pistolen wird der Verschluss der Waffe nach dem letzten Schuss in offener Stellung blockiert, was einerseits anzeigt, dass das Magazin leer ist und andererseits den Nachladevorgang erleichtert.

1.1.2. Revolver

Sind mehrschüssige Faustfeuerwaffen, deren Patronenvorrat von einer hinter dem Lauf angeordneten Trommel mit zumeist sechs Kammern aufgenommen wird. Dieses trommelförmige Patronenlager kann bei modernen Revolvern zum Laden bzw. zum Entfernen der abgeschossenen Patronenhülsen, in Laufrichtung gesehen in der Regel nach links aus dem Rahmen ausgeschwenkt werden.

Mit jeder Betätigung des Abzuges, oder durch das Spannen des Hahnes, wird die Trommel um ein Sechstel (60 Grad) weitergedreht, sodass jeweils eine neue Patrone hinter dem Lauf zu liegen kommt. Bei älteren Modellen (oder Nachbauten, etwa dem durch den Wildwestfilm berühmt gewordenen „Colt Peacemaker“) ist die Schussabgabe erst nach vorherigem Spannen des Hahnes möglich („Single Action“). Moderne Typen („Double Action“) erlauben das Abfeuern durch bloße Betätigung des Abzugs. Die leer geschossenen Patronenhülsen verbleiben in jedem Fall in der Trommel und werden – anders als bei der Sebstladepistole – händisch ausgeworfen.

1.2. Langwaffen (Gewehre)

Sind ein- oder mehrläufig ausgeführte, ein- oder mehrschüssige Handfeuerwaffen mit oder ohne Magazin, die zum freien oder aufgelegten Schießen auf größere Distanzen mittels eines Kolbens an der Schulter abgestützt werden.

1.2.1 Flinten

Sind ein- oder zweiläufig ausgeführte, zum Verschießen von Schrot konstruierte Gewehre mit glatten Läufen. Liegt – bei zweiläufigen Modellen – das Laufpaar nebeneinander, spricht man von einer Doppelflinte. Liegen die Läufe übereinander, von einer Bockflinte. Beim sportlichen Schießen (Tontaubenschießen) kommen ausschließlich letztere zum Einsatz. Laden und Entladen dieser Gewehre erfolgt durch Abknicken der Läufe und Einführen der Patronen in die Läufe. Moderne Flinten verfügen über einen „Ejektor“ – einen Mechanismus zum automatischen Auswerfen der leer geschossenen Patronenhülsen.

Neben diesen Typen gibt es mehrschüssige Varianten mit nur einem Lauf und einem darunter befindlichen Röhrenmagazin, das bis zu acht Patronen aufnehmen kann. Der Ladevorgang erfolgt hierbei – nach dem Einführen der Patronen in das Magazin – entweder automatisch (analog zum oben beschriebenen Funktionsprinzip der Selbstladepistole) oder händisch mittels eines am Vorderschaft der Waffe befindlichen, beweglichen Ladehebels.

Dann spricht man von einem „Vorderschaftrepetierer“ oder einer „Pump Gun“ (in Österreich ist der Verkauf und der Besitz solcher Waffen seit einigen Jahren verboten).

1.2.2 Büchsen

Büchsen sind ein- oder mehrläufig ausgeführte, ein- oder mehrschüssige Handfeuerwaffen mit gezogenen Läufen. Jagdlich verwendete, ein- und mehrläufige Modelle (diese können auch mit unterschiedlichen Kalibern versehen sein) werden meist – wie die Flinten – durch Abknicken der Läufe ge- und entladen. Mehrschüssige, einläufige Modelle verfügen über ein parallel unter dem Lauf angeordnetes Röhrenmagazin, oder ein unterhalb des Verschlusssystems befindliches – oft abnehmbares – Kasten- oder Trommelmagazin. Bei einigen Typen befindet sich ein Röhrenmagazin innerhalb des Gewehrkolbens.

Das Nachladen kann konstruktiv bedingt händisch erfolgen (man spricht dann von einem Repetiergewehr) oder automatisch (analog zum oben beschriebenen Prinzip der Selbstladepistole), wobei funktionsbedingt zwischen „Gasdruckladern“ und „Rückstoßladern“ unterschieden wird.

Die am weitesten verbreitete Form des Repetiergewehres verfügt über einen seitlich am Verschluss angebrachten Hebel („Kammerstengel“) der zum Ver- und Entriegeln des Verschlusses verdreht und anschließend (zum Laden) vor und (zum Entfernen der abgeschossenen Patronenhülse) zurück geschoben wird.

Einige Konstruktionen verfügen über einen „Geradezugverschluss“, bei dem das Verschlussstück – ohne Rotationsbewegung – nach vorne und hinten bewegt wird. Für alle gleichermaßen gilt: bei der Vorwärtsbewegung des Verschlussstücks wird jeweils eine Patrone aus dem hinter dem Lauf angebrachten Ladeschacht ins Patronenlager befördert. Bei der Rückwärtsbewegung wird die leere Patronenhülse aus dem Lauf gezogen und nach oben oder zur Seite ausgeworfen.

Einige Büchsenmodelle sind als Vorderschaftrepetierer mit unter dem Lauf liegendem Röhrenmagazin ausgeführt (siehe „Pumpgun“).

Ein durch das Genre des Western berühmt gewordenes Konstruktionsprinzip ist das des „Unterhebelrepetiergewehrs“. Mittels einer vom Kolben nach unten/vorne durchgeführten Schwenkbewegung des hinter dem Abzug befindlichen Ladehebels wird das Nachladen aus dem meist als unter dem Lauf angebrachte Röhre ausgeführten Magazin bewerkstelligt. Viele Waffen dieser Bauart sind zum Verschießen von Revolverpatronen ausgelegt (mit allen damit im Hinblick auf die Ballistik verbundenen Konsequenzen) und verfügen daher über eine relativ hohe Magazinkapazität.

2. Grundregeln für die sichere Handhabung von Feuerwaffen

Eine Waffe ist grundsätzlich ungefährlich. „Gefährlich“ wird sie allenfalls durch den Menschen, der sie in seinen Händen hält. Ein vorsichtiger, verantwortungsbewusster Umgang damit ist zwecks Vermeidung von Unfällen daher dringend geboten!

Jede Waffe ist prinzipiell als geladen zu betrachten, ehe man sich vom Gegenteil überzeugt hat. So lange das nicht der Fall ist, sollte der Lauf einer Waffe grundsätzlich zu Boden gerichtet sein und niemals auf Menschen zeigen. Als wichtigste Sicherheitsregel gilt: Finger weg vom Abzug!

Die sichere Beherrschung einer Waffe setzt die Vertrautheit mit deren technischen Spezifikationen, sowie das regelmäßige Üben der zum gefahrlosen Gebrauch erforderlichen Handgriffe an der Waffe (Prüfen der Sicherheit, Laden, Entladen, Zerlegen und Zusammenbauen sowie gründliches Reinigen) voraus. Dazu kommt der regelmäßige Einsatz der Waffe im scharfen Schuss auf dem Schießstand.

2.1. Überprüfung der Sicherheit, Entladen der Waffe

Nimmt man eine Waffe – gleich welcher Kategorie und Bauart – zur Hand, ist zunächst deren Ladezustand festzustellen. Das geschieht bei Pistolen und Gewehren mit abnehmbarem Magazin durch erstens das Entfernen des Magazins und zweitens durch Öffnen des Verschlusses, um eine allenfalls im Lauf der Waffe befindliche Patrone entfernen zu können, bzw. sich durch einen Blick ins Patronenlager davon zu überzeugen, dass diese nicht geladen ist.

Bei Waffen mit nicht abnehmbarem Magazin, also solchen Röhrenmagazin oder fest integriertem, nur von oben zugänglichem Ladeschacht hinter dem Lauf, ist zunächst der Verschluss zu öffnen und das Patronenlager im Lauf zu überprüfen. Anschließend sind die im Magazin befindlichen Patronen – abhängig vom Konstruktionsprinzip und den Herstellerangaben – zu entfernen.

Bei Revolvern ist die Trommel zu entriegeln und aus dem Rahmen auszuschwenken. Anschließend sind die allenfalls in der Trommel befindlichen Patronen mittels der dafür vorgesehenen Vorrichtung (Ausstoßer) oder durch das nach hinten Kippen der gesamten Waffe, auszuwerfen.

Bei Kipplaufwaffen ist zur Herstellung der Sicherheit der Lauf oder sind die Läufe abzuknicken. Bei mit Ejektor ausgerüsteten Waffen ist zu beachten, dass die eventuell in den Läufen befindlichen Patronen mit einiger Wucht ausgeworfen werden.

2.2. Zustand der Waffe auf dem Schießstand

Die Waffe ist grundsätzlich entladen und mit geöffnetem Verschluss (Revolver mit ausgeschwenkter Trommel) – Lauf in Richtung Ziel gerichtet – auf den dafür vorgesehenen Ablagen zu deponieren. Erst unmittelbar vor dem Gebrauch darf ein volles Magazin angesteckt, bzw. die Waffe geladen werden. Falls vorhanden, ist die Sicherung zu aktivieren, die erst unmittelbar vor der Schussabgabe zu lösen ist. Bei Revolvern ist der Hahn erst unmittelbar vor der Schussabgabe zu spannen.

Bis zu diesem Zeitpunkt gilt weiterhin der Grundsatz: Finger weg vom Abzug!

2.3. Verhalten unmittelbar vor, während und nach der Schussabgabe

Vor der Schussabgabe hat sich der Schütze davon zu überzeugen, dass der Stand zum Schießen freigegeben wurde und dass sich keine Personen mehr (etwa an einem benachbarten Stand) vor der Sperrlinie befinden. Nach der Abgabe der gewünschten Zahl von Schüssen ist erneut Sicherheit herzustellen. Niemals eine geladene Waffe auf dem Schießstand ablegen – auch nicht in gesicherten Zustand – und auch nicht, wenn keine weiteren Schützen anwesend sind.

Vor der Übergabe der Waffe an einen anderen Schützen sollte diese grundsätzlich entladen werden. Die Übergabe erfolgt entweder derart, dass die entladene Waffe sicher abgelegt und vom nächsten Schützen selbstständig aufgenommen wird, oder indem sie – in ungeladenem Zustand – mit nach schräg unten gerichteten Lauf übergeben wird.

Eine detaillierte Beschreibung des Verhaltens bei der Behebung von technischen Problemen (wie etwa bei Zündversagern, Ladehemmungen oder blockiertem Verschluss) würde den für diese Ausführung vorgesehenen Raum sprengen. Die korrekte Manipulation sollte jedenfalls vom Fachmann erklärt und mit der Waffe praktisch geübt werden. Nur so viel: In jedem Fall ist grundsätzlich immer darauf zu achten, den Lauf auch in solchen Fällen niemals auf Personen (auch nicht auf die eigene) zu richten!

Eine auf jedem Schießstand geltende Sicherheitsregel lautet: vor dem Verlassen der Abschussstelle in Richtung des Ziels (etwa um neue Scheiben zu montieren oder Schusslöcher abzukleben), ist unbedingt die allgemeine Sicherheit – wie oben beschrieben – herzustellen („Zustand der Waffe auf dem Schießplatz“). Die Feuereinstellung auf allen benachbarten Ständen ist unbedingt abzuwarten und zu überprüfen. Ehe nicht sämtliche Waffen entladen abgelegt wurden, ist keinesfalls die unmittelbar vor den Schützen verlaufende Sperrlinie zu übertreten. Solange sich eine oder mehrere Personen vor dieser Linie aufhalten, darf an auf den Ständen liegenden Waffen keinesfalls manipuliert werden.

Eine auf vielen Schießplätzen aufliegende, auf vier Grundsätze verdichtete allgemeine Sicherheitsregel fordert:

Gedankendisziplin

Jede Waffe ist grundsätzlich und immer als GELADEN zu betrachten!

Mündungsdisziplin

Richte die Mündung einer Waffe niemals auf Lebewesen oder Dinge, die du nicht verletzen oder zerstören willst.

Abzugsdisziplin

Finger weg vom Abzug, bis die Waffe auf ein Ziel gerichtet ist und du bereit bist, zu schießen.

Verantwortung

Vor dem Schießen ist das Ziel eindeutig zu identifizieren. du bist für jeden abgegebenen Schuss und seine Folgen verantwortlich.

2.3.1. Zielauffassung mit offener Visierung

Die meisten Handfeuerwaffen sind, ungeachtet der vielfältigen Möglichkeiten, sie mit optischen Visiereinrichtungen (Zielfernrohre, Leuchtpunktvisiere, etc.) zu versehen, meist mit einer „offenen Visierung“, das heißt mit Kimme und Korn ausgestattet. Lediglich für den ausschließlichen Einsatz mittels Zielfernrohr ausgelegte Präzisionsbüchsen werden ohne mechanische Zieleinrichtung geliefert.

Beim Visieren wird das entsprechend eingestellte Korn auf eine Position unterhalb des zu treffenden Punktes angelegt, wobei Kimme und Korn eine Linie bilden („gestrichenes Korn“). Lässt man dabei das Schwarze der Scheibe exakt auf dem Korn aufsitzen, um einen Treffer auf Höhe des Scheibenzentrums zu placieren, so spricht man von einer „Spiegel aufsitzenden“ Einstellung. Die Höhenverstellbarkeit von Kimme oder Korn bietet die von einigen Schützen bevorzugte Möglichkeit, die Waffe derart einzustellen, dass sie „Fleck“ schießt, das heißt der Treffer exakt in Höhe des Korndachs liegt.

2.4. Einschlägige Gesetzgebung

In Österreich ist der Waffenbesitz im Waffengesetz 1967 und dessen nachfolgenden Novellen geregelt. An dieser Stelle relevant sind die darin normierten Kategorien (Beschreibung und Abgrenzung der verschiedenen Waffentypen) sowie die Regelungen hinsichtlich der für den Besitz, die Verwahrung und das „Führen“ notwendigen Bestimmungen.

Das Mindestalter für den legalen Waffenbesitz beträgt 18 Jahre (Kategorien „C“ und „D“). Für Waffen der Kategorie „B“: 21 Jahre.

2.4.1. Waffenkategorien

2.4.1.1. Kategorie A

„Verbotene Waffen und Kriegsmaterial“ (z.B. Maschinenpistolen und -Gewehre, bestimmte halbautomatische Büchsen, Vorderschaftrepetierflinten, etc., „Schießkugelschreiber“, u.v.a.m.). Der Erwerb und der Besitz dieser Waffen ist generell verboten (mit Ausnahme jener Exemplare, für die auf Grund von Überleitungsbestimmungen eine Ausnahmebewilligung erteilt wurde).

2.4.1.2. Kategorie B

„Bewilligungspflichtige Waffen“. Hierher gehören sämtliche „Kurzwaffen“ (Pistolen und Revolver), automatische Flinten und Repetierflinten, sowie halbautomatische Büchsen (auch für Kleinkaliber ausgelegte Modelle!). Der Erwerb dieser Waffen setzt den Besitz eines entsprechenden waffenrechtlichen Dokuments („Waffenbesitzkarte“ oder „Waffenpass“) voraus. Die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte berechtigt lediglich zum Erwerb und zum Besitz von Waffen, nicht aber zum Führen. Der dafür notwendige Waffenpass wird von den Behörden de facto nicht (mehr) ausgestellt. Die Erlangung eines waffenrechtlichen Dokuments wurde in den zurückliegenden Jahren nach und nach erschwert. Die Inhaber von waffenrechtlichen Dokumenten müssen sich darüber hinaus auf regelmäßige Behördenkontakte einstellen. So wird etwa die „sichere Verwahrung“ von Waffen überprüft. Auch ist ein Nachweis über die Fähigkeit zum „sachgerechten Umgang“ mit Waffen zu erbringen.

Die Zahl der zu erwerbenden Waffen der Kategorie „B“ ist grundsätzlich auf zunächst zwei Stück begrenzt. Diese Zahl kann bei Vorliegen geeigneter Gründe (z.B. bei Ausübung des Schießsports) vergrößert werden.

2.4.1.3. Kategeorie C

„Meldepflichtige Waffen“ – in diese Kategorie fallen „Waffen mit gezogenem Lauf“, die nicht in die Kategorien A oder B fallen – also „Langwaffen“ (Büchsen und Repetierbüchsen). Die Meldung des Erwerbs erfolgt nicht bei der Behörde, sondern bei einem „befugten Gewerbsmann“ – z.B. bei einem Waffenhändler oder Büchsenmacher – und gilt im Falle eines Erwerbs von diesen als durchgeführt (Rechnung = Nachweis). Im Falle des Erwerbs aus Privathand ist die Meldung vom Erwerber bei einem befugten Gewerbsmann entgeltlich durchzuführen.

2.4.1.3. Kategeorie D

„Sonstige Schusswaffen“ das sind alle Waffen mit glatten Läufen, die nicht in die Kategorien A, B oder C fallen – also Flinten (Schrotgewehre) ohne Repetierfunktion.

2.4.2. Verwahrung

Eine sichere Verwahrung einer Waffe am Wohnort liegt vor, wenn der Zugriff durch Unbefugte (wie z.B. durch im Haushalt lebende Kinder!) zuverlässig ausgeschlossen werden kann. Diese Regel ist – obwohl auch von Gesetz vorgeschrieben – dennoch von höchster Wichtigkeit.

Die Verwahrung in einem versperrbaren (und tatsächlich versperrten!) Schrank, besser noch in einem dafür eigens ausgelegten Waffenschrank ist – wenn Kinder im selben Haushalt leben – absolut notwendig. Keinesfalls dürfen die entsprechenden Schlüssel jemals achtlos liegengelassen werden, wenn Unbefugte (Kinder) sich damit Zutritt zu der / den Waffe(n) verschaffen könnten!

Die getrennte Verwahrung von Waffe(n) und Munition ist nicht vorgeschrieben (wie das in den Medien oft fälschlich behauptet wird)! Das bei sich Tragen einer geladenen Waffe in der Wohnung oder einer eingefriedeten Liegenschaft erfüllt nicht den Tatbestand des Führens und ist daher gesetzeskonform möglich.

Waffen im unbeaufsichtigten Fahrzeug zu deponieren ist problematisch und sollte unbedingt vermieden werden. Im Falle eines Diebstahls wird die Behörde möglicherweise die „Zuverlässigkeit“ des Waffenbesitzers in Zweifel ziehen und den Entzug der Waffenbesitzbewilligung vornehmen.

2.4.3. Verhalten bei Waffenüberprüfungen nach dem WaffGes

Die Ausstellung eines waffenrechtlichen Dokuments und der nachfolgende Erwerb von Waffen der Kategorie „B“ führen zu einer, von Bundesland zu Bundesland durchaus unterschiedlich gehandhabten Praxis der Überprüfung der sicheren Verwahrung der erworbenen Waffe(n) und der Fähigkeit des Besitzers zu einem sicheren Umgang damit. Die Überprüfung kann unangemeldet erfolgen (was auch der Intention des Gesetzgebers entspricht).

Ein kooperatives Verhalten gegenüber dem überprüfenden Amtsorgan ist nicht nur der Höflichkeit geschuldet, sondern auch aus praktischen Gründen geboten.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass – bei Abwesenheit des zu überprüfenden Waffenbesitzers – ausschließlich dazu befugte Personen ermächtigt werden, dem Beamten die Waffe(n) zu präsentieren (etwa der Ehepartner, der ebenfalls über ein waffenrechtliches Dokument verfügt). Im Zweifel ist es zweckmäßiger, den Beamten von der Abwesenheit des zu überprüfenden Waffenbesitzers in Kenntnis zu setzen und ihn aufzufordern, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen (was auch häufig vorkommt, falls der Besuch des Amtsorgans unangekündigt erfolgt. „Leere Kilometer“ sind deshalb die Regel, nicht die Ausnahme).

Keinesfalls sollte sich eine dazu nicht berechtigte Person vom Beamten dazu überreden lassen, die Waffen vorzuführen. Damit würde der Behörde ein triftiger Grund geliefert, die Zuverlässigkeit des Waffenbesitzers anzuzweifeln (unbefugter Zugriff zur der/den Waffe(n) ist möglich!) und die Aberkennung der Berechtigung zum Waffenbesitz vorzunehmen (soll schon vorgekommen sein).

Der Nachweis zum sachkundigen Umgang mit der/den Waffe(n) kann in der Regel mittels „Waffenführerscheins“ erbracht werden (wird nach entsprechender Schulung vom hierfür berechtigten Gewerbsmann ausgestellt).

Gegenwärtig dräut die Umsetzung der „Kallenbach-Richtlinie“ der EU in nationales Recht. Damit verbunden ist eine Neuordnung der Waffenkategorien und die vollständige Erfassung des „Altbestandes“ an Waffen der Kategorien C und D durch die Behörde (deren Meldung bisher lediglich beim „befugten Gewerbsmann“ erfolgte). Details über die Art und Weise der Umsetzung sind bislang nicht bekannt.

Zum Abschluss noch ein Hinweis: In Österreich existiert seit einigen Jahren eine „Interessengemeinschaft Liberales Waffenrecht Österreich“ (IWÖ), welche sich sehr erfolgreich um die Wahrung der Eigentumsrechte der rechtmäßigen Besitzer von Waffen in diesem Lande annimmt. Unter der Internetadresse www.iwoe.at sind die vierteljährlich (auch in gedruckter Form) erscheinenden Publikationen des Vereins zu finden. Im moderaten Mitgliedsbeitrag ist eine Rechtsschutzversicherung für den Fall von waffenrechtlichen Problemen enthalten.

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