André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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Der Fall Sarrazin: Die bürgerlichen Medien wachen auf

von André F. Lichtschlag

In letzter Minute beginnt der Kampf um die Meinungsfreiheit

Die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft, seit Monaten berüchtigt dafür, die von linkssozialistischen SA-Horden jede Nacht in der Hauptstadt betriebenen Brandschatzungen nicht in den Griff zu bekommen, zeigte ihre Handlungsfähigkeit an unvermuteter Stelle. Man prüfe, ob die Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin „noch von der Meinungsfreiheit gedeckt“ oder bereits „als Volksverhetzung strafbar“ seien, ließen Polizei und Justiz unter dem rot-roten Senat verlauten. Man hat in der Hauptstadt andere Prioritäten als in bayerischen Landen diesseits der Soko Alois Mannichl.

Was übrigens Thilo Sarrazin im betreffenden Interview treffend so erklärt: „Ostberlin war das Zentrum der DDR. In Berlin lebten Hunderttausende, die dem Regime zugetan waren und für es arbeiteten, wie man heute noch an den Wahlergebnissen bestimmter Stadtviertel ablesen kann. Eine politisierte Bürokratie, Militärs, Parteiangehörige, Verwaltungsleiter, leitende Kader. Westberlin war von dynamischer Wirtschaft weitgehend entleert, die Schicht der Spitzenmanager war verschwunden, die Topentwickler der Unternehmen waren weg, es gab vor allem verlängerte Werkbänke, die von üppigen Subventionen lebten. Die Berliner Subventionswirtschaft hat es geschafft, für all das, was staatlichen Subventionen zugänglich war – wie die Freie Universität, Theater –, möglichst viele Mittel ranzuholen. Doch es ist ein Unterschied, ob man sich am Markt durchkämpft oder in einem geschützten Bereich angesiedelt ist, wo man komfortabel von staatlichen Mitteln lebt. Die leistungsorientierten Berliner gingen weg. Es kamen die Achtundsechziger und alle, die Berlin eher als Lebensplattform suchten. Menschen, die gerne beruflich aktiv waren, wurden ersetzt. Dieser Austausch führte zu einer gewissen Stagnation.“ Es ist dieses eben auch im geographischen und historischen Sinne rotrote Berlin, dessen Polizei und Justiz nun Thilo Sarrazins unbotmäßige Meinung verbieten möchte. Ein Skandal.

Die deutsche Presse, so stellten wir unlängst fest, schweigt derob. Die Meinungsfreiheit stirbt – und keiner merkt es, vermuteten wir. Und in der Tat versagen die linksliberalen Medien von „Spiegel“ bis „Stern“, von „Süddeutscher Zeitung“ bis „Frankfurter Rundschau“, von „Zeit“ bis „Freitag“ in diesen Tagen vor ihrem eigenen hehren bürgerrechtlichen Anspruch. Konnte man anderes erwarten?

Die beiden bürgerlichen Leitmedien aber, „Frankfurter Allgemeine“ und „Welt“, von denen sich in Sachen Möllemann, Hohmann und Herman allenfalls zaghaft die aus Hessen kommende Tageszeitung  aus der Deckung wagte, während das Springer-Blatt noch stets mit der linken Meute hetzte, scheinen plötzlich beide aufgewacht. „Focus“ und „Cicero“ dürfen gerne nachziehen. Immerhin ist dann klar, wo Redefreiheit noch verteidigt wird und wer auf der anderen Seite den Weg in die Gesinnungsdiktatur publizistisch vorantreibt.

Der für viele überraschende Ausgang der Bundestagswahl könnte insofern einen Epochenwechsel markieren. Freunde und Feinde werden wieder kenntlich. Auch die neue bürgerliche Koalition ist gegenüber der vereinten rotrotgrünen Linksopposition nicht nur zum Erfolg, sondern eben plötzlich auch zu Mut und Klarheit verdammt.

Robin Alexander in der „Welt“ und Volker Zastrow in der „FAZ“ haben sich mit ihren deutlichen, überraschenden Worten im vielleicht letzten Moment um die Meinungsfreiheit verdient gemacht wie einst Helmut Schmidt und Helmut Kohl gegen alle Widerstände um die Nachrüstung und damit um die Sicherheit des Westens.

Alexander schreibt: „Wer sich die Mühe macht, das Interview von Thilo Sarrazin komplett zu lesen, wird feststellen, dass er weder pöbelt noch populistisch daherredet. Doch darum geht es jetzt auch gar nicht mehr. Denn nun wird die Meinungsfreiheit scheibchenweise verhandelt.“ Alexander schließt: „Wenn Menschen, die Verantwortung tragen, nicht mehr öffentlich nachdenken und irren dürfen, wird das öffentliche Gespräch öde und dumm.“

Noch deutlicher spricht es Volker Zastrow in der „FAZ“ aus, der implizit auf die vielen Präzedenzfälle und damit auf die lange Geschichte der scheibchenweise geschleiften Meinungsfreiheit hinweist: „Der Nächste bitte. Diesmal ist es Thilo Sarrazin“. Was der sagte sei „natürlich provozierend; kein Wunder“. Aber: „Kann man Missstände benennen, die Wahrheit sagen, ohne zu verletzen?“ Zastrow wird unmissverständlich: „Unserer Gesellschaft scheint inzwischen etwas vorzuschweben wie ein moderierter Diskurs, in dem jeder Inhalt sich der Etikette zu beugen hat. Wobei Etikette längst in Wahrheit nicht wirklich meint, wie etwas gesagt wird, sondern was. Das erkennt man daran, dass denen, die dagegen verstoßen, sofort mit dem Berufsverbot gedroht wird, dem Strafrecht gar, dass ihnen nicht widersprochen wird, sondern dass sie nicht mehr sprechen sollen. Es soll Redefreiheit nur im Rahmen dessen geben, was man hören möchte. Der Zusammenhang zwischen Redefreiheit, Meinungsfreiheit und Demokratie: den meisten scheint er gar nicht mehr bekannt. Aber auch der zwischen offenem Wort, offenem Denken, Einsicht oder gar Umkehr.“

Wie konnte das alles geschehen? Zastrow sagt auch dies: „Jahre nach der großen Kulturrevolution der sechziger Jahre ist an die Stelle der geschleiften Autoritäten ein anonymer, konturenloser Schleim getreten, die verallgemeinerte Autorität, aus dem je nach Bedarf wie Formwandler Gestalten springen und Verdikte verkünden, gegen die keine Berufung eingelegt werden kann. So wird aber auch die Gedankenfreiheit untergraben, das unabhängige Urteil entmutigt.“

Nicht nur die linksliberalen Medien, vor allem auch einige vermeintlich bürgerliche Politiker und Funktionäre haben den Zeitenwechsel noch nicht verinnerlicht. Bundesbankpräsident Axel Weber etwa hat weit mehr Grund zurückzutreten als sein Mitstreiter Sarrazin, dem er in den Rücken fiel und den er mundtot machen wollte. Auch der niedersächsische Arbeitsminister Philipp Rösler von der FDP darf über Zastrows Bewertung seiner Arbeitsleistung einmal nachdenken: „Maß und Mitte, sagt Philipp Rösler, lasse Sarrazin vermissen, und allein durch seine Äußerungen (die Rösler im Zusammenhang mutmaßlich nicht einmal gelesen hat) habe der Exsenator ‚alle Integrationsbemühungen der letzten fünf Jahre’ kaputtgemacht. Wirklich nur alle? Nicht vielleicht doch ein paar mehr? Und wirklich nur der letzten fünf Jahre, nicht eher fünftausend?“

„Politikfähigkeit“, bemerkt Zastrow, „durchströmt die hohltemperierte Gesellschaft wie lauwarmes Wasser, angefangen mit den Politikern selbst, sind alle politikfähig im Übermaß; wer aus der Reihe denkt, löst umgehend Alarm aus und wird ruhiggestellt. Der Konformitäts-, Leistungs-, Anpassungsdruck in unserer aller äußeren Autorität entkleideten Gesellschaft scheint nicht schwächer, sondern stärker geworden zu sein.“

Volker Zastrow schließt zielsicher so: „Viel von dem, was Sarrazin gesagt hat, stimmt. Er hat es hart gesagt, grob, holzschnittartig, mitunter grausam, aber vieles davon stimmt. Man kann es auch rundweg für falsch halten; schließlich hat jeder das Recht, zu glauben, dass Berlin im Grunde keine oder nur sehr überschaubare Probleme mit seiner türkischen und arabischen Bevölkerung hat, oder falls sie doch größer sein sollten als vermutet, kann man ja auch am Starnberger See wohnen statt in Neukölln. Aber in Wahrheit werden die Zonen des Unsagbaren immer weiter ausgedehnt, wird die Redefreiheit von der Redeform abhängig gemacht, die Meinungsfreiheit konfektioniert. Ach ja, die Bundesbank. Furchtbar. Wehe. Fehlt nur noch ein Merkelwort.“

Manchmal kommt es auch ganz anders. Plötzlich bleibt das Merkelwort aus, vielleicht sogar Sarrazin in Lohn und Brot bei der Bundesbank. Ein Epochenwechsel? Die Nachrüstung für die Meinungsfreiheit könnte erfolgreich sein. Und plötzlich fällt die Mauer.

Internet

Sarrazins Reise an die Klippen der Meinungsfreiheit von Robin Alexander

Kopftuchmädchen von Volker Zastrow

05. Oktober 2009

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Kommentare

Frank Martin , am 05. Oktober 2009 um 10:49 ( Link )

Recht aktuell auch ein langer Artikel von Bettina Röhl in der WELT-Debatte.

http://debatte.welt.de/weblogs/238/sex+macht+und+politik
+mainstream+report+von+bettina+roehl/159354/thilo+sarrazin
+und+die+heuchelgesellschaft?req=RSS

LePenseur , am 05. Oktober 2009 um 10:52 ( Link )

Die bürgerlichen Medien wachen auf

Sorry, welche "bürgerlichen Medien" meinen Sie eigentlich, Herr Lichtschlag? Was ist an denen denn noch "bürgerlich" zu nennen, außer vielleicht einer gewissen elitären Attitüde? Und was Sie als "Aufwachen" empfinden, kommt mir eher als die müde Abwehrgeste eines bereits hoffnungslos ins Hintertreffen Geratenen vor. Too late, too little.

Die DDR 2.0 wird sich durch edle Ermahnungen à la "Wenn Menschen, die Verantwortung tragen, nicht mehr öffentlich nachdenken und irren dürfen, wird das öffentliche Gespräch öde und dumm" nicht aufhalten lassen. Da hätte ein Brandartikel hergehört, in welchem nicht bloß "Menschen, die Verantwortung tragen" zugebilligt wird, daß sie " irren dürfen", sondern da hätten FAZ & Co. auf den Putz hauen müssen und sagen: "Genau das, was Sarrazin sagte, ist leider tatsächlich weitgehend so der Fall. Über bedeutungslose Nuancen der Bewertung kann man vielleicht streiten — aber das aufgezeigte Problem ist tatsächlich vorhanden, und zwar genau so, wie es Sarrazin aufzeigte!"

Aber dazu sind sich die p.t. Redakteure von FAZ & Co. zu "foin" — oder sie haben einfach die Hosen schon gestrichen voll, daß auch gegen sie Erhebungen der Staatsanwaltschaft ... beides sind nicht die Reaktionen, die die PC-Diktatur der Linken ernstlich kratzen könnten!

Sorry: Ihren Optimismus hinsichtlich des "Aufwachens" kann ich nicht teilen!

EEkat , am 05. Oktober 2009 um 11:42 ( Link )

Bürgerlichen Medien wachen auf?

Welt-online hatte am Wochenende einen Bericht zu Sarrazin, der dort auch ausgiebig kommentiert wurde. Dazu fand sich dort eine Leserumfrage, deren Stand am Sonntag Abend, bei bis dahin etwa 5000 Beteiligten so aussah, wonach 90 % den Standpunkt von Sarrazin nachvollziehen konnten, und ihn etwa 1o % für einen Hetzer hielten.

In der Nacht wurde der Kommentarbereich dann geschlossen.

Das alles war, inklusive der Leserbefragung auch noch am Montag morgen so nachzulesen. Bis etwa 9 Uhr.

Dann scheint sich die Journalistenriege aus dem Bett erhoben zu haben.

Plötzlich war Stand der Leserumfrage, daß sich nun 36000 Leser daran beteiligt gewesen sein sollen, davon 60 % den Sarrazin als Hetzer empfinden, und nur etwas über 30 % würden ihm Recht geben.

Das war an Pädagogik wohl noch nicht ausreichend, denn das wurde dann nochmals nachgebessert, auf plötzlich 40 000 an der Leserumfrage Beteiligte, und entsprechende Anzahl Sarrazin-Hetzer-Erkenner.

So wird bei uns Stimmung erzeugt.

Ich fragte mich, von welchem Erwachen der bürgerlichen Presse hier die Rede sein könnte.

Die betrügen ihre Leser. Genauso empfinde ich dies. Dressureliten.

Leute, macht Euch doch nichts vor. Wir werden der fiesesten Art von Manipulation ausgesetzt, weitaus verachtenswerter, als dies in der DDR der Fall war. Weil die Menschen hier weitestgehend arglos sind. Weil hier frech der Anspruch vorgetragen wird, man habe es mit Information zu tun.

Da sollte man wohl mittlerweile etwas mehr Realitätssinn aus sich herausquetschen können, auch wenn dies wehtut.

E.Ekat

Stefan Miller , am 05. Oktober 2009 um 12:23 ( Link )

PC-Gott braucht ein neues Opfer. Kommt alle Tage wieder.
Gibt es denn wirklich keine interessanteren Themen derzeit?

Da wird ein bekannter Kinderschänder geschnappt, der 30 Jahre von allen hochgelobt wurde.
Was sollte man von all den halten, die ihn heute unbestrafft gehen lassen wollen?

Jemand, der eine Schlägerei angefangen und verloren hat wird mit einem Orden belohnt.
Ist sich der Präsident der Deutschen der Würde seines Amtes bewußt?

weitere Vorschläge?

Lion Edler , am 05. Oktober 2009 um 19:12 ( Link )

Lieber Herr Lichtschlag, nehmen Sie es mir nicht übel und interpretieren Sie es vor allem nicht als "Gejammer", aber für eine der wenigen Schwächen ihrer Analysen halte ich ihren schier unglaublichen Optimismus. In jeden halb-nonkonformen FAZ-Artikel wird sofort eine "Epochenwende" hinein-interpretiert. Volker Zastrow von der FAZ ist ein intelligenter Rechter, der sich schon des Öfteren mal politisch inkorrekt äußert. Sehr interessante Anmerkungen zu Volker Zastrow finden sich in den hoch lesenswerten Büchern des verurteilten (allerdings trotzdem mir sympathischen) "Hochstaplers" Gert Postel (Postel über sich selbst: "Ein Hochstapler unter Hochstaplern"). Zastrow ist Postels Lieblings-Journalist. Hier zum Beispiel auch ein ganz guter Zastrow-Kommentar aus dem Mai:
http://www.faz.net/s/
Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/
Doc~E319BE3E8D42E47168FFEC62B1049E47B~ATpl
~Ecommon~Scontent.html

Zitat:

"Aber gerade das ist seit dem Mord an Ohnesorg unentwegt in Abrede gestellt worden. Er war der Auftakt zum Terrorismus in der Bundesrepublik und zugleich zur Durchsetzung des Antifaschismus, einer ursprünglich kommunistischen Lehre, die vierzig Jahre danach unfassbarerweise Gemeingut geworden ist. Wer heute sagt, auch im Dritten Reich habe Omas Apfelkuchen gut geschmeckt, aber auch, wie verzwickt und verdruckst das Leben in einer Diktatur für fast alle Menschen ist, für die Mehrheit der Verirrten und Verängstigten, der schwebt schon in Gefahr, sich konkludenter Holocaust-Leugnung schuldig zu machen, Verbrecher im Geiste zu werden."

Die FAZ ist aber, genau wie die "Welt", zu 80-90% der Artikel ein unerträgliches schleimscheißerisches Intellektuellen-Sülzblatt. Ab und zu wirft man den konservativen und liberalen Leser-Clientels ein Stück Brot hin, damit die Auflage nicht völlig in den Keller rast. Man kennt das ähnlich von den Parteien: Kurz vor Wahlen entdeckt Herr Koch plötzlich kriminelle Ausländer und Herr Stoiber kurz vor der Bundestagswahl das Thema Zuwanderung. NIEMALS - NIE, werde ich der FAZ und ihren Handlangern und Zuträgern über den Weg trauen. Der "Welt" ebenso wenig. Wäre Sarrazin nicht in der SPD, sondern in der CDU, hätten Schirrmacher und Schmid 100%ig den Daumen nach unten gezeigt, dann hätte Sarrazin den Hohmann gemacht. Es gilt, solche Medien mit alternativen Plattformen im Rahmen von privatem Bürger-Engagement, wie ef, zu stark wie möglich anzugreifen und zu entmachten.

Nun noch eine Anmerkung zu obigem Artikel:

Zitat Lichtschlag:
"Die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft, seit Monaten berüchtigt dafür, die von linkssozialistischen SA-Horden jede Nacht in der Hauptstadt betriebenen Brandschatzungen nicht in den Griff zu bekommen"

Nicht in den Griff bekommen? Meinen Sie, dass da überhaupt Interesse daran besteht, in dieser SED/MfS-verfilzten Stadt, die auch noch von einem rot-blutroten Senat regiert wird?

EEkat , am 05. Oktober 2009 um 20:51 ( Link )

Lion Edler,

sie sprechen mir aus dem Herzen.

---Die FAZ ist aber, genau wie die "Welt", zu 80-90% der Artikel ein unerträgliches schleimscheißerisches Intellektuellen-Sülzblatt.

Aber auch ich habe unendlich lange benötigt, dies zu begreifen.

Constanze , am 05. Oktober 2009 um 23:29 ( Link )

Bereits des öfteren wurde der in verschiedenen Lichtschlag'schen Artikeln geäußerte Optimismus hinsichtlich eines Meinungs- und Sinneswandels in Sachen politischer Korrektheit kritisiert oder gar zurückgewiesen - so auch wieder anlässlich des vorstehenden, treffenden Kommentars.

Ich kann mich darüber nur wundern. Die aktuellen, kürzlich veröffentlichten Zugriffsstatistiken von ef-online sind beispielsweise m.E. ein klarer Beleg (und wohl auch eine der Ursachen) dafür, dass der Herausgeber durchaus Grund hat, Optimismus zu verbreiten. Eine desinteressierte Öffentlichkeit bleibt nicht auf einer Seite wie ef-magazin hängen. Das bedeutet keineswegs, dass von nun an alles gut wird, aber ein Anfang ist scheinbar gemacht. Selbst unsere Bundeskanzlerin ist offenbar mehr als unsicher, wie sie auf die aktuelle Debatte um Herrn Sarrazin (wohlgemerkt um ihn, nicht um seine Thesen) reagieren soll. Zu Zeiten eines Herrn Hohmann konnte sie sich noch der Zustimmung der dumpfen Masse zur öffentlichen Hinrichtung des Ketzers sicher sein, aber nun...?!

Klar ist nur, dass sie eine eigene Meinung (auch zu diesem Thema) nicht zu haben scheint. In ekelerregender Feigheit schweigt sie, weil sie nicht weiß, auf welche Seite sie sich medienwirksam schlagen soll. Kein Wunder - wissen doch offenbar selbst die Medien nicht, mit welcher Schlagzeile sie auf der "richtigen" Empörungswelle mitreiten sollen und so eiern vor allem die sogenannt bürgerlichen Blätter ziellos umher. Sichtbar besonders im bereits erwähnten Artikel des Robin Alexander: ein Musterbeispiel an Orientierungslosigkeit. Eigentlich habe Herr Sarrazin ja recht, aber die Form... und dass Intelligenz vererbbar sein soll, also dazu müsse man aber nun wirklich nein sagen... bla, bla. Tags zuvor garnierte DIE WELT noch das Gebrabbel eines türkischen Bankers (offenbar wollte man einen "Betroffenen" zu Wort kommen lassen) mit der reißerischen Schlagzeile, Allah möge in Richtung Sarrazin Hirn vom Himmel werfen.

Gleichwohl:
wer sich umhört, sei es im Freundeskreis, unter Kollegen oder bei Unbekannten, deren Gesprächsfetzen in der S-Bahn ans Ohr dringen - überall wird hinter nur noch gelegentlich vorgehaltener Hand die eigene Meinung geäußert, wird in Gaststätten, auf dem Heimweg oder sonstwo nicht mehr geflüstert und jede zweite Äußerung mit dem Hinweis beendet, dass man "das" ja heute nicht mehr sagen dürfe.
Mehr und mehr Menschen geben ihrer Meinung und ihrem Anliegen eine Stimme. Und sie werden immer jünger!

Konservativer , am 06. Oktober 2009 um 1:33 ( Link )

Plötzlich war Stand der Leserumfrage, daß sich nun 36000 Leser daran beteiligt gewesen sein sollen, davon 60 % den Sarrazin als Hetzer empfinden, und nur etwas über 30 % würden ihm Recht geben...

Genau das ist der Punkt, den ich mit meinem beschränkten Verstand nicht nachvollziehen kann. Was treibt die zu solchen Manipulationen? Warum führt ein privater Pressekonzern einen (Propaganda-) Krieg gegen seine Leser?

vonclausewitz , am 06. Oktober 2009 um 2:19 ( Link )

Ja glauben Sie denn das die Leser diese Kloake finanzieren, mit all den "Qualitätsjournalisten"?

Glücklicherweise geht es ganz ohne Leser auch nicht, wie viele (auch deutscher) Zeitungen nach Jahren der Hofberichterstattung schmerzlich erfahren müssen. Nun darf man das Gejammer über böse Blogger und andere Amateure ertragen.

EEkat , am 06. Oktober 2009 um 9:05 ( Link )

@Konservativer

Der Sachverhalt wird übrigens von PI-news.net teilweise dokumentiert, auch wenn die erst zu einem späteren Zeitpunkt ihre screenshots angefertigt hatten.

Ich hatte in der Nacht dort einen Beitrag eingestellt, nachdem der Moderator das Forum geschlossen hatte, aber dennoch meinen Beitrag offenbar noch hereinnahm, jedenfalls stand der bis zum Montag Morgen zur Verfügung. Bis dahin hatten etwas über 5000 abgestimmt.

Nicht im Traum kam mir selber die Idee, davon einen screenshot anzufertigen. Auch weil ich, so wie Sie, nicht damit rechnete, was dann geschah:

Daß die plötzlich ihre Zugriffs-Statistik frisierten, wie in bester DDR- Manier. Ich traute meinen Augen kaum, als plötzlich jene, die Sarrazin als einen Hetzer bezeichneten, aus dem Stand 36 000 Stimmen hatten, und damit eine vermeintlich deutliche Mehrheit. Später waren es auf einmal 40 000. Mein Beitrag war dann auch verschwunden.

Ja, warum machen die das, fragen Sie? Gute Frage.

Ich würde sowas als Meinungskampf bezeichnen, als Massenlenkung. Ausgeführt von schwachen Charakteren, die kein Berufsethos haben und Journalist geworden sind, nicht um mit diesem Beruf der Allgemeinheit durch Information zu dienen, sondern um diese Allgemeinheit lenken zu können. Aus dem Trieb heraus, eigene Bedeutung zu erhalten.

Kurz: miese Typen.

Man muß sich fragen, ob die dann nicht auch bereit sein würden, auch andere Statistiken zu fälschen, beispielsweise jene über Zugruffszahlen, also Mediendaten.

Jedenfalls haben die damit ein denkbar schlechtes Geschäftsmodell. Denn es bleibt die Frage, ob nur sie, oder ob durch sie nicht gleich die ganze Gesellschaft kollabieren muß. Es ist ihnen jedenfalls egal, ob eine Gesellschaft wie die BRD aufgrund freien Zugangs zu Informationen sich selber ein BIld machen kann - und muß - oder ob diese Gesellschaft kollabieren wird, weil sie aufgrund falscher Information geblendet wird. Blind ist.

Wer die Folögen solchen Tuns als Journalist nicht draufhat, der sollte sich eigentlich verpissen.

Aber gerade diese persönlichen Charakterschwächen sind es, die gerade zu diesem gegenteiligen Verhalten führen.

Da die nun alle aus vergleichbaren Persönlichkeits-Strukturen heraus handeln, so haben die alle auch vergleichbare Handlungs-Motive, eigentlich Zwänge. Dies ist meiner Meinung nach die Ursache, daß die alle auch in die gleiche Richtung wirken (müssen).

E.Ekat

Robert Grözinger , am 06. Oktober 2009 um 11:53 ( Link )

Bei Bavaria for Ron Paul wurde ein Screenshot der Umfrage beim Stand von 9637 Stimmen eingestellt. Ein Kommentator dort berichtet im wesentlichen das Gleiche wie EEkat:

Link

barthel_berand , am 06. Oktober 2009 um 12:43 ( Link )

Hier ein Beitrag von Ulrich Clauß aus der heutigen "Welt".

http://debatte.welt.de/kommentare/159542/sarrazins+ruhestoerung+im+migrantenhain

BB

Konservativer , am 06. Oktober 2009 um 13:05 ( Link )

Es ist ja nicht die erste wundersame Abstimmungswandlung die es - gerade auf Welt-online - gegeben hat. Was wohl der alte Springer dazu sagen würde, dass ausgerechnet in seinem Haus die Wahrheit zugunsten der links68er Propaganda verbogen wird?

Ich kann auch nur immer wieder sagen: Als gelernter DDR- Bürger hat man bei dem allen ein starkes deja vu- Erlebnis in Erinnerung an alte Zeiten. Genauer: An die Zeit kurz vor dem Untergang der Zone. Der Druck im Kessel steigt, und die Protagonisten des Systems versuchen immer hektischer die vielen Deckel draufzudrücken, aus denen es rauspfeift.

quer , am 06. Oktober 2009 um 14:37 ( Link )

Zustimmung mit Vielen hier! Die FAZ ist mitnichten aufgewacht; die "Welt" schon überhaupt nicht. Zwei müde Kommentare ohne rechten Biß gehen im Tagesgesülze über den friedlichen Islam und die angeblich dringend benötigte Zuwanderung aus der Türkei völlig unter. Zastrow sitzt in der falschen Redaktion. So ist es wohl richtiger. Warum muß man es sich antun, diese Qualitätspresse durch ein Abonnement zu unterstützen? Ich habe mich jedenfalls davon (von der FAZ) verabschiedet und kann 500 € p.a. sinnvoller ausgeben. Lesen wohl, aber nicht mehr für den getretenen Gleichschaltungsquark auch noch bezahlen!

Fahnenpate , am 06. Oktober 2009 um 16:30 ( Link )

Bitte keine Bücher/zeitungsverbrennung hier ....

Robert Grözinger , am 06. Oktober 2009 um 16:34 ( Link )

Nicht nötig. Die (Zeitungen) verbrennen sich gerade selber.

A. Lehmann , am 06. Oktober 2009 um 16:57 ( Link )

Hätte man dereinst den Schneid gehabt das ein oder andere Buch zu verbrennen oder einzustampfen, ach wieviele Millionen wären gerettet worden...

Ich kann mir nicht helfen, aber auf "everything goes" scheint mir sehr oft "nothing goes" zu kommen.

FritzLiberal , am 06. Oktober 2009 um 19:53 ( Link )

@ A.Lehmann: sehr richtig. Man könnte auch sagen: hätte es in Deutschland anno 1933 einen Pinochet gegeben, der den Sozialisten Hitler und seine Bande an die Wand gestellt hätte ...

Aber dann würde Hitler heute bei der linken Schickeria als leider, leider verhinderter Sozialreformer gelten.

DrBernhard , am 06. Oktober 2009 um 20:58 ( Link )

Sehr geehrter Herr Lichtschlag,
auch Ihnen gelingt es nicht, diesen unsäglichen Selektivliberlismus zu überwinden, der letztlich nur dem Feudalismus dient. Ich vermisse einfach Ihre Forderung, man hätte mit libertärer Konsequenz das Bankensystem an die Wand fahren lassen müssen. Oder sind die zur Bankenrettung verwendeten Steuermilliarden, die nun gnadenlos auf das Staatsdefizit durchschlagen, nicht so ein Subventionsteufelszeug? Sie dienten alleine dazu, die Renditeträume der Vermögenden weiterzuspinnen, während die Hartz-4-Realität der anderen, der armen Arbeitslosen in der Perspektive totaler Armut und Hungerlohnausbeuterei verdirbt. Die zwangsläufige Folge ist Aufstand und Polizeistaat, das wissen Sie ganz genau. Wären die sogenannten Vermögen auf ihren tatsächlichen Wert zugeführt worden, hätte es die Chance für einen echten Neuanfang gegeben, auch für die Armen.

Konservativer , am 06. Oktober 2009 um 22:30 ( Link )

@DrBernhard

Was haben Sie auf ef-magazin bislang gelesen? Bzw. überlesen?

http://www.ef-magazin.de/2008/10/10/739-sozialisten-in-nadelstreifen-greenspan-ist-lafontaines-vorbild

http://www.ef-magazin.de/2008/10/20/752-bailout-die-bankenkrise-ist-eine-staats--und-medienkrise

http://www.ef-magazin.de/2008/10/28/772-finanzkrise-die-retter-und-ihr-werk

Neutrino , am 06. Oktober 2009 um 22:39 ( Link )

@ LePenseur und Ekkat: Ich gebe ihnen völlig Recht!

Hier ein weiteres Beispiel dafür, dass im Medienuniversum eine Schwalbe noch längst keinen Sommer macht:

Nachdem Kerner die Eva Hermann in jener legendären Sendung denunziert und rausgeworfen hatte, erschien auf Welt online noch in der Nacht ein Brandartikel gegen Kerner. "Die Hinrichtung von Eva Hermann" hieß er in etwa, wenn ich mich richtig erinnere.

Draufhin wurde die Redaktion von tausenden Kommentaren überflutet. Nach eigenen Angaben der Welt hatte die Seite noch nie solche Kommentarmengen zu einem Artikel erhalten. Soweit ich das überlesen konnte, stimmten fast alle der Autorin in ihrer Pro Hermann Sicht zu.

Dann am nächsten Tag, als BILD und alle anderen Genossen zum Nachtreten auf Eva geblasen hatten, war der Artikel auf welt.de verschwunden und durch eine Kopie des Bild Artikels ersetzt worden.

Soviel zur Zeitenwende im Mainstream.

Übrigens schrieb Herr Lichtschlag damals schon leider viel zu optimistisch (am 9.10.07 vor der Kerner Sendung):
"Auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurde die Spirale offenbar überdreht, die Wut der Leserzuschriften zu groß. Die Mauer wurde geöffnet."

Das Medienuniversum wird sich noch lange um die eigene Achse drehen!

peteke , am 06. Oktober 2009 um 23:00 ( Link )

das wird nur bei wenigen angesprochenen eine änderung erzeugen. ich neige zu der einschätzung, dass es einen teilvolltreffer gab. die "gutmenschen"aufrege ist absurd, weil dieses bestehende (teil)problem unübersehbar ist. zu hoffen bleibt, das diese kritik verständlich übersetzt diese bestehenden kreise erreicht und nachdenken sowie veränderungsbereitschaft bewirkt.
so wie hier bislang geht es auch da auch zuhause nicht!
vielen dank für den vollständigen text, den nicht alle aufgesucht haben werden.

guido blinkert , am 06. Oktober 2009 um 23:05 ( Link )

Auszug aus www.iq-test-fur.de

Benutzerranglisten

Aktuelle Auswahl: Weltstatistik
1. g-oxyopia
* Erreichter IQ: 155.38
* Serbien
2. cnac_xpcnac_xp
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* Die Niederlande
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* Frankreich
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16. Мими1
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* Bulgarien
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18. pierre673
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* Frankreich
19. dagnjenko
* Erreichter IQ: 139.74
* Kroatien
20. ukiiana
* Erreichter IQ: 139.57
* Serbien

EmilS , am 06. Oktober 2009 um 23:26 ( Link )

@Judith Holofernes

Von der "Öffnung der Mauer" bis zum Durchbruch dieser zu schreiten, bedarf es noch einiger denkvermögensstärkender Schläge auf den Hinterkopf - in Gestalt sinkender Printauflagen. Das kommt noch; die Journaile kann schließlich nicht auf einen staatlich aufgelegten Stützungsfond zur Erhaltung staatpropagandistisch tätiger Zeitungen zurückgreifen. Der GEZ-finanzierte Staatsfunk - in welchem übrigens teilweise völlig abweichend "berichtet" wird - scheint sich ob seiner Kosten und im Hinblick auf seine volkspädagogische Wirkung doch kaum noch zu lohnen.

Sven Adam , am 07. Oktober 2009 um 1:54 ( Link )

Nun hat sich auch die BILD-Zeitung durchgerungen, auf bild.de den vollen Wortlaut des Sarrazin-Interviews abzudrucken .... anstelle der bisher aus dem Kontext gerissenen Wortfetzen mit rabulistischen Kommentaren. Gut so! Der sehr viel differenziertere Volltext sollte das ein oder andere unkritische Opfer des linken Schmähjournalismus aufwecken.

Tom_der_Bogenmacher , am 07. Oktober 2009 um 8:38 ( Link )

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hern Sarrazin, weil sie hofft mal einen Ermittlungserfolg zu haben, denn bei den Kriminaldelikten sieht es derart mau aus, dass Verbrecher gerne in Berlin ihren "Geschäften und Untaten" nachgehen.
Das die Presse sich auf die eine oder andere Seite bei dem Gesagten von H. Sarrazin schlägt, liegt letztendlich an den MAchern der Zeitungen und deren politische Zugehörigkeit. Der Mensch ist nun mal beeinflussbar, so oder so.

karen meiser , am 07. Oktober 2009 um 10:42 ( Link )

Die Analyse von Volker Zastrow ist wirklich hervorragend, die plump herausgerülpste Meinung des Thomas Schmid, Chefredakteur der WELT, wohl eher peinlich: "Er [Sarrazin] spricht eine offenkundige Wahrheit aus." Diese Type hat schon in den Fällen der Williamson-Entschuldigung und Merkels Ackermann-Affäre unsägliche Absolutionen erteilt.

Nein, die springen nur auf den fahrenden Zug von Volkes Meinung auf.

A. Lehmann , am 07. Oktober 2009 um 16:04 ( Link )

@ Fritz Liberal

"sehr richtig. Man könnte auch sagen: hätte es in Deutschland anno 1933 einen Pinochet gegeben, der den Sozialisten Hitler und seine Bande an die Wand gestellt hätte ..."

Eben. Die Linken haben kein Problem damit mißliebige Gegner zu verfolgen und ihre Werke zu verbieten, hatten sie noch nie. Konservative und Liberale verbieten sich das, und sind somit nur Steigbügelhalter für die Zeit danach, wenn nicht mehr nur "radikale" Literatur aus der nicht-linken Ecke verboten sein wird, sondern einfach alle. Ich halte dieses Phänomen für so "tief drin" im Bürgertum, das ist nicht auszutreiben. Die Linke ist, auf eine gewisse Art und Weise auch die Rechte (oder heute der Islam), durch ihre Radikalität den bürgerlichen Kräften haushoch überlegen. Und ich mag mich wiederholen wie ein Leierkasten, aber das beweist mir eben dass das Bürgertum nicht herrschen sollte. Die Letzten die in Deutschland eine totalitäre Gefahr besiegten waren die Freikorps und Wehrverbände der Weimarer Republik, und die waren nun gewiss vieles, aber bestimmt nicht bürgerlich und demokratisch. Und wenigstens ein Teil dieser Männer hätte man auch für einen Schlag gegen die NSDAP verwenden können. Der letzte Versuch wurde ja meines Wissens von Seiten der Gewerkschaften und der SPD abgeblockt.

"Aber dann würde Hitler heute bei der linken Schickeria als leider, leider verhinderter Sozialreformer gelten."

Dann wäre Hitler aber auch nur einer von vielen gewesen. Ob die Linken nun einen, drei oder sechs verhinderte Massenmörder preisen, das kann uns ja egal sein.

karen meiser , am 07. Oktober 2009 um 18:11 ( Link )

@guidoblinkert
Der IQ-Test ist interessant:
http://www.iq-test-fur.de/europaische-statistiken-iq/
...allerdings vertraue ich prinzipiell nur Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.

Wenn in Serbien hauptsächlich Internetseiten, die Hochqualifizierte ansprechen, auf diesen IQ-Test verweisen und in Albanien hingegen mehrheitlich Proll-Holiganseiten, dann erhalten Sie das entsprechende Ergebnis: Die Serber sind weitaus intelligenter als die Albaner.

DrBernhard , am 07. Oktober 2009 um 22:07 ( Link )

@Konservativer

Mit Verlaub! In all Ihren Beispielen ist der Autor nicht Herr Lichtschlag. Da ich nicht für mich in Anspruch nehme, alles zu lesen, können Sie mich aber gerne eines besseren belehren.
Ich bleibe dabei: Selektivliberalismus ist Feudalismus und wird uns noch viel Freude machen.

Pankratius , am 08. Oktober 2009 um 0:25 ( Link )

Herr Sarrazin hat zutreffend etliche Zahken und statistische Feststellungen geliefert.

Von seinen Gegnern ist nicht eine einzige widerlegt , sondern ausschliesslich Ehrabschneidung, Verleumdung und Meinungsjustiz geliefert worden. Der indisch-Stämmige Herr Edathy von der SPD meint gar, im deutschen Namen sprechen und zur antidemokratischen Hochform auflaufen zu können.

Molot , am 08. Oktober 2009 um 8:32 ( Link )

@FritzLiberal

hätte es in Deutschland anno 1933 einen Pinochet gegeben, der den Sozialisten Hitler und seine Bande an die Wand gestellt hätte ...

Dann würde der Oberteufel heute "Pinochet" heißen und nicht Hitler, aber sonst?
B.Ullmann

A. Lehmann , am 08. Oktober 2009 um 16:02 ( Link )

@ Karen Meiser

"Die Serber sind weitaus intelligenter als die Albaner."

Sind sie doch auch, oder nicht?

karen meiser , am 08. Oktober 2009 um 20:48 ( Link )

A. Lehmann:
Sind sie doch auch, oder nicht?

Offensichtlich nicht. Nachdem ich den - leider nur Kombinationsfähigkeiten abfragenden - IQ-Test zum Glück ohne größeren Zeitverlust durchgeklickt hatte, stand ich vor der Aufforderung, Geld zu überweisen, um das Ergebnis mitgeteilt zu bekommen ... Dabei hätte man mit einem Mindestmaß an Kombinationsfähigkeit dieses fiese Finale wohl vorab eruieren können.

Vielleicht geben in Serbien eher die Klugen Geld für diesen Quark aus, in Albanien eher die Dummen. Da vertraue man doch lieber den PISA-Erhebungen.

karen meiser , am 08. Oktober 2009 um 20:58 ( Link )

Entschuldigung, Herr Lehmann, ich habe im schummrigen Dämmerlicht eines klapprigen Notebooks das sie-s für ein Sie-S gehalten - meine Antwort ist somit obsolet.

Über die unsägliche Form der IQ-Tests könnte man sich lange auslassen, Fakt ist, daß diese eine abstrakte Kombinationsfähigkeit abfragen, die auf westeuropäischen Standard zugeschnitten ist. Untersuche man hingegen soziale Intelligenz, so käme man vielleicht zu ganz anderen Resultaten.

Anderes Beispiel: Amazonas-Indianer haben für Grüntöne 60 verschiedene Bezeichnungen ... u.a. Dinge, die uns ungewöhnlich und fremd erscheinen. Bei einem von ihnen entworfenen IQ-Test würden die Europäer völlig versagen.

Lion Edler , am 08. Oktober 2009 um 21:45 ( Link )

An Constanze:
Zitat:
"Ich kann mich darüber nur wundern. Die aktuellen, kürzlich veröffentlichten Zugriffsstatistiken von ef-online sind beispielsweise m.E. ein klarer Beleg (und wohl auch eine der Ursachen) dafür, dass der Herausgeber durchaus Grund hat, Optimismus zu verbreiten."

Nun, es freut mich in der Tat, dass eine kleine geistige Oberschicht solche Seiten wie diese vermehrt nutzt, aber bei aller Freude, mit Verlaub ist doch der Einfluss von EF auf die Bundes- und Weltpolitik ziemlich bescheiden. Man muss das mal vergleichen z.Bsp. mit den 50ern Jahren, auch damals gab es ja schon einen linken Mainstream, aber da erschienen noch ganz andere Artikel. Da galten Positionen wie die von Kurt Schumacher oder Helmut Schmidt als ganz gewöhnliche demokratisch-linksliberale Positionen, heute sind sie rechtsradikal. Bei Schmidt sagt man das nur nicht, weil er als Ex-Kanzler eine Institution ist, die man nicht ankratzen will.

Zitat:
"Selbst unsere Bundeskanzlerin ist offenbar mehr als unsicher, wie sie auf die aktuelle Debatte um Herrn Sarrazin (wohlgemerkt um ihn, nicht um seine Thesen) reagieren soll."

Wieso ist sie unsicher? Sie sagt einfach nichts dazu, so brennt nichts an vom Heiligen-Bild der großen Führerin Merkel.

Zitat:
"Zu Zeiten eines Herrn Hohmann konnte sie sich noch der Zustimmung der dumpfen Masse zur öffentlichen Hinrichtung des Ketzers sicher sein, aber nun...?!"

Auch das kann man meiner Meinung nach überhaupt nicht sagen. Es gab auch damals schon eine Umfrage dazu:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2003/t_cid-2900784_mid-2900944_typ-real_loc-int.html

,,Sowas muss man sagen dürfen."

gesamt-bevölkerung:

42 ja
47 nein, geht gar nicht, ist autobahn

cdu:

49 ja
44 nein, geht gar nicht, ist autobahn

ausschluss aus partei und fraktion:

52 ja
38 nein

cdu:

45 ja
48 nein

weitere ,,aussagen" aus dem ,,panorama"-,,beitrag":

,,Beliebter Vorwurf, den wir immer wieder in der CDU-Basis hören: Eigentlich seien ja die Medien schuld, denn die bauschten alles auf."

Nützt aber nichts. Denn nur weil die meisten Deutschen keine Lust mehr haben, sich für ihr Deutschsein zu schämen (was im Übrigen eine Selbstverständlichkeit ist, dass man es nicht tut - und somit nicht bürgerlich oder liberal oder konservativ, sondern selbstverständlich), heißt das noch lange nicht, dass deswegen der linke Zeitgeist aufbricht.

Und ihre Beobachtungen im Alltag, Freundeskreis, unter Kollegen oder in der S-Bahn, kann ich leider nicht teilen. Ich beobachte eher eine zunehmend aufgrund des Wohlstands schleimscheißerische und feige, gleichgeschaltete Jugend.

Zur FAZ & Co muss man auch anmerken, dass das ein ganz typisches Verhalten ist, dass man sich erst so spät äußert - wenn die Messe schon gelesen ist! Kennen wir schon so von den Fällen Herman, Hohmann & Co. Mittlerweile wird ja selbst beim SPIEGEL kaum noch jemand behaupten, dass die irren Verdächtigungen gegen Hohmann berechtigt waren - aber was nützt das heute noch?

EEkat , am 08. Oktober 2009 um 22:17 ( Link )

@Lion Edler:

----Mittlerweile wird ja selbst beim SPIEGEL kaum noch jemand behaupten, dass die irren Verdächtigungen gegen Hohmann berechtigt waren - aber was nützt das heute noch?

Vielleicht nicht der Spiegel, ich weiß es nicht. Worum ging es?

Der CDU-Politiker hatte in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit gesagt, vor allem jüdisch-stämmige Bolschewisten seien für die Verbrechen während der kommunistischen Revolution in Russland verantwortlich. "Juden waren in großer Anzahl sowohl in der Führungsebene als auch bei den Tscheka-Erschießungskommandos aktiv. Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als Tätervolk bezeichnen."

Ich finde es immer wieder interessant, wie bei jeder sich bietenden Gelegenheit, und sei sie noch so ungeeignet, Leute hervortreten und antisemitische Äußerungen zu relativieren versuchen. Da wirkt wohl etwas ganz tief im Innern, das keine Ruhe geben mag.

E.Ekat

A. Lehmann , am 09. Oktober 2009 um 13:08 ( Link )

Sehr verehrte Frau Meiser,

vergessen und verziehen ;-)

So wie die Ergebnisse der IQ-Tests mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind, so sollte man natürlich auch die "soziale Intelligenz" mit Skepsis behandeln. Es riecht ja schon so ein bißchen nach Sozialarbeitersprech. Beides in Maßen kann einerseits nicht falsch sein, andererseits konnte man wohl auch schon in Zeiten als dieses Wissen noch nicht vorhanden war, bereits gute Beurteilungen treffen.

In sehr vielen Bereichen hat uns doch die Wissenschaft lediglich andere Wege aufgezeigt um zu den gleichen Ergebnissen zu kommen, die uns bereits durch Erfahrung und Tradition bekannt waren.

Lion Edler , am 10. Oktober 2009 um 21:46 ( Link )

An EEkat:
Ihre niveaulose und diffamierende politisch korrekte Unterstellung spricht für sich selbst. Zwischen "Juden waren in großer Zahl (...) aktiv" und "vor allem jüdisch-stämmige Bolschewisten seien für die Verbrechen während der kommunistischen Revolution in Russland verantwortlich" besteht noch ein großer Unterschied. Einen Antisemitismus kann ich bei dem aufrechten Deutschen Herrn Hohmann nicht erkennen.

Kurt_G , am 13. Oktober 2009 um 9:09 ( Link )

Das hier bleibt nachzutragen:

Es wird Zeit die widerlichen Empörungsdemokraten eines besseren zu belehren. Weg mit dieser Empörungsdemokratie die Grüne, Alternaive und Sozialromantiker geschaffen haben.

“Kein Mega-Verbrecher - Wer Sarrazin mit Hitler vergleicht, hat nicht alle Tassen im Schrank”

Prof. Michael Wolfsohn

Hier

Lion Edler , am 13. Oktober 2009 um 23:13 ( Link )

An Kurt G.:
Schön und gut, aber das ist mal wieder so ein typischer Beitrag aus dem Millieu der "bürgerlichen Mitte", bei dem man sich zum politisch Inkorrekten stilisiert und dabei um den wirklich heißen Brei herumredet. Dass jemand, der Hitler mit Sarrazin vergleiche, ,,nicht mehr alle Tassen im Schrank" habe, geht am Thema vorbei. Denn Kramer setzte ihn ja auch nicht mit Hitler gleich, sondern sah Sarrazin in einer ,,geistigen Linie" mit ihm. Wenn Wolfsohn zum Punkt käme, müsste er das Thema analysieren, dass nicht-linke, rechte, politisch inkorrekte etc. Positionen allgemein häufig in die rechtsradikale Ecke gestellt werden. Und dass dahinter vor Allem eiskaltes Kalkül und System steckt. Dies wird mit dem Spruch mit den ,,Tassen im Schrank" verdeckt. Denn die interessante Frage wäre ja, ob Kramer möglicherweise zwar durchaus alle Tassen im Schrank hat und das von ihm Gesagte inhaltlich genauso lächerlich findet, und dass er aber trotzdem dies gesagt hat aus reinem Macht-Kalkül.

GoldmanSachs , am 15. Oktober 2009 um 16:20 ( Link )

Ihr heuchlerischer Kommentar ist durch und durch verlogen, Herr André F. Lichtschlag. Herr Dr. Sarrazin war viele Jahre lang Finanzsenator in Berlin und hatte alle Zeit dieser Welt, klare Worte zum Thema Integration der Türken und Araber in Berlin zu finden. Fehlanzeige! Einer von Dr. Sarrazins letzten Ausbrüchen als Senator war im Januar 2009, als er sich an der heiligen Kuh der Deutschen vergriff, dem deutschen Auto. Dr. Sarrazin prophezeite, dass das deutsche Auto künftig keine heilige Kuh mehr sein werde, sondern ein schlichtes Transportmittel, das maximal 15.000€ kosten dürfe. Recht hat der Mann, aber was war an Dr. Sarrazins Abgang produktiv, das sei BLÖD für die Autohersteller, BLÖD für die Angestellten der Autoherstelleres?

Dr. Sarrazin macht sich als Berliner Finanzsenator am deutschen Auto an sich zu schaffen und als Bundesbank-Vorstand an den Türken&Arabern in Neukölln, den verschlampten 68ern und den versifften Berlinern. Wo ist der Gag? Umgekehrt würden Dr. Sarrazins Ausdünstungen eventuell Sinn machen: Als Finanzsenator Berlins äußert er sich zu den Integrationsproblemen Berlins, und als Bundesbank-Vorstand, zuständig für Risikocontrolling, IT und Bargeld, hält er einfach nur die Klappe, schließlich wird er nicht dafür fürstlich bezahlt, die Klappe aufzureißen.

Sven Adam , am 15. Oktober 2009 um 16:56 ( Link )

Lieber GoldmanSachs, zunächst einmal ist es kaum Ihre Angelegenheit festzustellen, wer wann wo und zu welchem Thema "die Klappe aufreißt." Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit hat man sogar als Bundesbank-Vorstand. Man kann Herrn Sarrazin die Abgabe des Interviews über die Pressestelle der Bundesbank ankreiden - richtig. Das hätte er besser auf der privaten Schiene laufen lassen sollen. Das erfüllt aber nicht den Anspruch, den man an den Vorwurf der Heuchelei stellen muß. Schon gar nicht dann, wenn dieser Vorwurf an den Autor eines Artikels gerichtet ist, zu dem Sie nach dem Heuchel-Vorwurf keinen Deut Stellung nehmen.

Und wo steht geschrieben, daß man sich nur als Finanzsenator Berlins, der in dieser Funktion genauso wenig für die Integration der Muslime zuständig ist, zu Integrationsproblemen äußern darf?

Im Ergebnis werfen Sie ohne jegliche Herleitung einem anderen Menschen Heuchelei vor, "dünsten" selbst Ihre subjektive Unzufriedenheit mit der Vorgehensweise des Herrn Sarrazin aus und lassen dann noch erkennen, daß Sie auch dafür eigentlich keine sachlich fundierte Grundlage vorzuweisen haben.

Seien Sie doch einfach ehrlich und stellen fest, daß Ihnen das jüngste Sarrazin-Interview in irgendeiner Weise gegen den Strich geht. Vielleicht deshalb, weil Ihnen ein vergleichbares Rückgrat zum Aussprechen der Wahrheit fehlt?

Robert Grözinger , am 15. Oktober 2009 um 23:11 ( Link )

Der Spiegel stimmt plötzlich klammheimlich und unspektakulär Sarrazin zu:

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