Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Münchener S-Bahn-Mord: Das moralische Versagen eines verlogenen Staates

von Andreas Tögel

Zivilcourage tatsächlich gefragt?

Der Fall des von zwei langjährigen Klienten des Wohlfahrtstaats auf einem Münchner S-Bahnhof zu Tode geprügelten Geschäftsmannes ruft – wie immer in solchen Fällen – Legionen von hauptamtlichen Auskennern auf den Plan, die genau über Ursachen und Lehren dieses tragischen Geschehens bescheid wissen. Bemerkenswert ist in diesem Fall, dass die vom Todesopfer bewiesene „Zivilcourage“ von Journaille und Nomenklatura kollektiv gelobt und von „Experten“ besonders der Umstand hervorgehoben wird, er hätte „alles richtig gemacht“, Dass nun Stimmen laut werden, die eine Bestrafung der unbeteiligt zusehenden Anwesenden fordern, ist ebenfalls hochinteressant. Dies deshalb, weil „Experten“, insbesondere Politiker, Psychologen und Polizeioffiziere, im Falle gewaltsamer Bedrohungen regelmäßig und ausnahmslos dazu raten, sich nur ja nicht zu wehren, um größeren Schaden (vom Täter?) abzuwenden. Routinemäßig wird von diesen „Experten“ das Davonlaufen als Ultima ratio empfohlen. Weil Widerstand oder gar Gegenwehr gegenüber Verbrechern seit Jahr und Tag geradezu als grobe Fahrlässigkeit gebrandmarkt werden. Nur nicht wehren! Nur nicht am Ende selbst zu Waffe greifen (über die ja – dank der kriminalitätsfördernd restriktiven Waffengesetzgebung unserer Nanny-Staaten beinahe nur noch Gangster verfügen), da diese vom Angreifer „entwendet“ werden und gegen ihren Besitzer eingesetzt werden könnte – was für ein zynischer Witz!

Der gepriesene Wohlfahrtsstaat züchtet, was jedermann, dessen Hirn durch staatliche Zwangsbeschulung und gleichgeschaltete Medien noch nicht völlig vernebelt wurde, sonnenklar ist, offensichtlich müßiges – zuweilen gewalttätiges – Gesindel (dessen Zahl nach Einführung der in Ösiland für 2010 geplanten „Grundsicherung“ wohl explosionsartig zunehmen wird!, nimmt dem unbescholtenen Bürger jedes legale Mittel zur wirksamen Selbstverteidigung, bindet aber einem, der entgegen den Empfehlungen ausnahmsweise nicht einfach weggesehen hat und der deshalb sterben musste, Kränze. Diese grenzenlose Heuchelei und Doppelmoral sind ekelerregend!

Das Gewaltmonopol hat moralisch und faktisch total versagt. Big Brother nimmt es billigend in Kauf, dass unbescholtene Bürger zu wehrlosen Opfern gewalttätiger Verbrecher werden, indem er ersteren jedes Mittel zu einer effektiven Gegenwehr nimmt. Und um diesem Unrecht noch Hohn hinzuzufügen, wendet er in der Folge seine gesamte Aufmerksamkeit und Fürsorge den Tätern – nicht etwa den Opfern oder deren Hinterbliebenen – zu. Moderner, demokratischer „Rechtsstaat“ eben…

Wem mehr Sicherheit tatsächlich ein Anliegen ist, der sollte Arbeitshaus statt Grundsicherung und, besonders wichtig, ein liberales Waffenrecht fordern. Zwischen Bürgern und Gewaltverbechern muss zumindest Waffengleichheit herrschen! Wie sollte etwa ein unbewaffneter, älterer Mensch sich ernsthaft einer Bande kraftstrotzender Jünglinge erwehren können – auch wenn diese „nur“ über ihre Fäuste und Doc-Martens-Stiefel verfügen? Tragische Fälle wie der in München würden durch die bloße Steigerung des Risikos potentieller Angreifer deutlich weniger häufig eintreten. Alle verfügbaren empirischen Daten weisen in diese Richtung – insbesondere die Explosion der Gewaltkriminalität in Großbritannien nach dem Totalwaffenverbot im Anschluss an einen 1996 erfolgten Amoklauf im schottischen Dunblane.

„Müßiggang ist aller Laster Anfang“, weiß der Volksmund. „Wer nicht kämpft, der hat schon verloren“ sagt Bert Brecht. Beide haben recht. Daher muss man dem unbescholtenen Bürger auch erlauben, sich jener Mittel zu bedienen, die nötig sind, um erfolgreich zu kämpfen. So aber liegt ein beherzter Bürger tot auf dem Bahnsteig und darf sich posthum darüber freuen „alles richtig gemacht“ zu haben. Wäre er ausreichend „gerüstet“ gewesen, er könnte heute noch leben.

18. September 2009

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