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Karlsruher Skandal-Urteil : Auf dem Weg in eine staatliche Erziehungsdiktatur?

von Redaktion eigentümlich frei

Eine Pressemeldung des Christoferuswerks

Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21.7.2009 ist ein massiver Schlag gegen das natürliche Elternrecht, gegen das verfassungsrechtlich verankerte Grundrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder und gegen das vierte Gebot Gottes: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Auch der Staat hat Vaterschaft, Mutterschaft, Ehe und Familie zu respektieren und darf nicht etwa zu Lasten des Elternrechts willkürlich bevormunden und damit fundamentale Grundrechte beschneiden.

Als wäre es nicht schon problematisch genug, dass die Karlsruher Richter christlichen Eltern verbieten, ihren Kindern den staatlichen Sexualkundeunterricht zu ersparen, so ist die Begründung des BVG-Beschlusses noch skandalöser: Die Richter berufen sich auf einen angeblichen „Erziehungsauftrag des Staates“, den es überhaupt nicht gibt, der überdies im Grundgesetz nirgends erwähnt ist, auch nicht in Art. 7, Abs. 1, auf den sich das Karlsruher Urteil beruft. Dort heißt es lediglich: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“

Aus einem gewissen staatlichen „Wächteramt“ lässt sich jedoch kein staatlicher Erziehungsauftrag ableiten, schon gar nicht ein solcher, der dem elterlichen Grundrecht auf Erziehung vorgeordnet wäre.

In Richtung staatlicher Einflussnahme zu Ungunsten der Eltern geht auch die Aussage der Richter, der Staat dürfe „auch unabhängig von den Eltern eigene Erziehungsziele verfolgen.“ Wie lässt sich diese erstaunlich anmaßende Position mit dem unantastbaren Elternrecht vereinbaren? Soll hier einer unangemessenen staatlichen Kontrolle über die Familie Vorschub geleistet werden?

Der letzte Satz des Karlsruher Beschlusses „Diese Entscheidung ist unanfechtbar“, mag juristisch zutreffen, moralisch und politisch ist diese Entscheidung allerdings hochgradig anfechtbar.

Es sei daran erinnert, dass es in GG Art. 6, Abs. 1 heißt: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ – und nicht etwa unter der besonderen staatlichen Kontrolle. Der staatliche Schutz soll das Elternrecht auf Erziehung gewährleisten und nicht unterlaufen oder gar aushöhlen.

Nach katholischer Auffassung ist der Erziehungsauftrag der Eltern ein gottgegebenes Naturrecht. Zugleich leitet es sich aus dem vierten Gebot Gottes ab: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ So stellt auch der „Katechismus der Katholischen Kirche“ fest: „Das Grundrecht und die Grundpflicht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen, sind unveräußerlich.“ (KKK 2221).

Das „Elternrecht“ auf Erziehung wird nicht erst vom Staat „verliehen“ oder huldvoll „gewährt“, es ist vielmehr ein unantastbares Naturrecht und zugleich ein Abwehr-Recht gegenüber staatlicher Willkür und totalitären Anmaßungen.

Katholische und evangelische sowie klassisch-liberale und wertekonservative Standpunkte stimmen darin überein, dass der Staat nicht totalitär sein darf – das gilt auch und gerade für den demokratischen Staat, wenn er Rechtsstaat bleiben und nicht zur ideologischen „Demokratur“ entarten will.

Der aktuelle Beschluss der Karlsruher Richter ist umso besorgniserregender, als er auch bisherigen Grundsatzurteilen des Bundesverfassungsgerichts klar widerspricht. So formulierte das Bundesverfassungsgericht (BVG) in seinem Beschluss vom 10. August 2006 (AZ: 1 BvR 2529/05) folgende Leitsätze zum Elternrecht: „Dieses Grundrecht garantiert den Eltern das Recht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder. Die Erziehung des Kindes ist damit primär in die Verantwortung der Eltern gelegt, wobei dieses "natürliche Recht" den Eltern nicht vom Staate verliehen worden ist, sondern von diesem als vorgegebenes Recht anerkannt wird. Die Eltern können grundsätzlich frei von staatlichen Einflüssen und Eingriffen nach eigenen Vorstellungen darüber entscheiden, wie sie die Pflege und Erziehung ihrer Kinder gestalten und damit ihrer Elternverantwortung gerecht werden wollen. Diese primäre Entscheidungszuständigkeit der Eltern beruht auf der Erwägung, dass die Interessen des Kindes am besten von den Eltern wahrgenommen werden.“

In ähnlich eindeutiger Weise äußerte sich das Grundsatzurteil des BVG vom 16.1.2003 (AZ: 2 BvR 716/01): „Art. 6, Abs. 2 Satz 1 GG garantiert den Eltern das Recht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder. Sie können grundsätzlich frei von staatlichem Einfluss nach eigenen Vorstellungen darüber entscheiden, wie sie ihrer Elternverantwortung gerecht werden wollen. Ziel, Inhalt und Methoden der elterlichen Erziehung liegen im Verantwortungsbereich der Eltern. Konkrete Erziehungsziele sind ihnen von Verfassung wegen nicht vorgegeben.“

Für den Fall schwieriger Grenzsituationen erklärten die Karlsruher Richter damals: „Nicht jedes Versagen und nicht jede Nachlässigkeit berechtigen den Staat, die Erziehungsbefugnis der Eltern einzuschränken oder gar auszuschalten; es gehört auch nicht zum Wächteramt, gegen den Willen der Eltern für eine bestmögliche Entwicklung des Kindes zu sorgen. Der Staat muss vielmehr stets den Vorrang der elterlichen Erziehung achten.“

Interessanterweise erinnerten die Richter zugleich geschichtskritisch daran, dass es „ab 1933“ (!) dazu gekommen sei, „ein Erziehungsrecht auch des Staates zu betonen“.

Sind die unseligen Maßnahmen jener braunen Diktatur, das Elternrecht zugunsten eines totalitären Staates auszuhöhlen, bereits in Vergessenheit geraten? Gehören nun die Kinder bald wieder dem Staat? Gerät die Familie zunehmend unter Fremdeinfluss und staatliche Kontrolle?

Überdies stellt sich die Frage, warum in Deutschland seit langem doppeltes Recht gilt, denn einerseits dürfen christliche Eltern ihre Kinder nicht von der Sexualkunde abmelden, andererseits werden moslemische Schüler auf Wunsch sogar vom Sport- und Schwimmunterricht sowie von Schulausflügen befreit. Wo bleibt hier die Gleichheit vor dem Gesetz? Doppeltes Recht ist eindeutig Unrecht!

Gez. Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks e.V.

Das Christoferuswerk ist eine als gemeinnützig anerkannte Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen, die 1971 von Günter Stiff (Münster) gegründet wurde und sich für christliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit einsetzt.

08. August 2009

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Kommentare

Reiner Vogels Fördermitglied , am 08. August 2009 um 15:35 ( Link )

Der Kritik des Christoferuswerks an dem unsäglichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts stimme ich uneingeschränkt zu. Das BVerfG ebnet den Weg hin zu einer totalitären Erziehungsdiktatur durch den Staat.

Etwas Tröstliches allerdings gibt es: Nach den Erfahrungen christlicher Elternhäuser in der DDR darf man darauf setzen, dass am Ende ein funktionierendes Elternhaus immer stärker sein wird als der totalitäre Erziehungsanspruch des Staates. Kein Staat, keine Staatsschulindoktrination kommt dagegen an. Meine persönliche Überzeugung ist, dass Gott das so eingerichtet hat. Er hat den Eltern nicht nur das Elternrecht verliehen, sondern er hat sie auch mit der natürlichen Macht und Autorität ausgestattet, dass sie das Elternrecht auch durchsetzen können, zur Not gegen den Staat und gegen die Gesellschaft. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Eltern zusammenhalten und klare Wertvorstellungen und Überzeugungen haben.

Ernst-Gottlieb von Emhofen , am 08. August 2009 um 16:03 ( Link )

Ihr Gottvertrauen in Ehren, Herr Vogels, doch möchte ich Sie auf das Schicksal vieler Eltern im maoistischen China aufmerksam machen, deren gehirngewaschene Kinder allen Ernstes ihre Eltern wegen regierungskritischer Aussagen denunziert haben, um dann stolz eine Medaille entgegennehmen zu können.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 08. August 2009 um 16:14 ( Link )

Sehr geehrter Herr von Emhofen,

zu China kann ich nicht viel sagen, da ich mich dort nicht auskenne. Ich stütze mich nicht nur auf mein Gottvertrauen, sondern auch auf die historische Erfahrung, dass bisher - seit den Zeiten von Platons Politeia - noch alle Versuche des Staates, die Kindererziehung zu sozialisieren und die Eltern zu entmachten, gescheitert sind.

Wenn Eltern ihre natürliche, gottgegebene Autorität wahrnehmen, wenn sie also auch einmal bestimmen und nicht immer nur fragen: "Was möchtest du denn?", und also den Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen nicht nivellieren, wenn sie außerdem nicht nur reden, sondern glaubwürdige Vorbilder sind und wenn sie vor allem ihre Kinder vorbehaltlos lieben, dann kommt kein noch so totalitärer Staat dagegen an.

Horst E. Böttcher , am 08. August 2009 um 17:57 ( Link )

Wir müssen hier unterscheiden zwischen elterlicher Erziehung und schulischer Wissensvermittlung. Sexualkundeunterricht vermittelt ein für das Kind wichtiges Wissen. Dies darf im Interesse der Zukunft des Kindes nicht von ideologischen Vorstellungen der Eltern behindert werden. Das Grundrecht auf Erziehung wird hier nicht verletzt und das 4. Gebot ist ein religiöses Instrument, jedoch nicht ein Teil des
deutschen Rechts, also in diesem Zusammenhagn irrelevant. Ich begrüsse dieses Urteil, da es der Wissensveermittlung über lebenswichtige Fakten den Vorrang vor Partikularinteressen der Eltern gibt und damit letzten Endes der Entwicklung der Kinder dient.

Kurt_G , am 08. August 2009 um 18:18 ( Link )

es wird Zeit ....

Reiner Vogels Fördermitglied , am 08. August 2009 um 18:55 ( Link )

@ Horst E.Böttcher

Menschliche Sexualität ist anders als bei Tieren nie nur ein biologischer Vorgang, über den man eine reine Wissensvermittlung betreiben könnte. Es geht dabei immer um Gefühle, Moral, Leidenschaft und dergleichen. Deshalb wäre der etwaige Anspruch der Schule, sie betreibe eine - doch wohl objektive - Wissensvermittlung, eine klare Verfälschung der Tatsachen. Wer so handelt, erweckt den Eindruck, Wert- und Moralvorstellungen seien in dieser Sache eine reine Privatsache, um nicht das böse Wort von den "Partikularinteressen" aufzugreifen, und führt die Schüler in die Irre.

Das BVerfG hat sich ja auch gar nicht auf die Ausrede der reinen Wissensvermittlung gestützt, sondern es hat für den Staat einen eigenständigen und notfalls gegen die Eltern durchzusetzenen Erziehungsauftrag proklamiert. Das ist totalitäres Denken in Reinkultur.

EEkat , am 08. August 2009 um 20:07 ( Link )

Man kann nur davor warnen, sich mit ungeschulten Laienverstand an die Interpretation eines Verfassungsgerichts-Urteils heranzuwagen.

Art 7 GG, den ich mal zu lesen empfehle, und auf der anderen Seite das 4 Gebot, das hat nun überhaupt nichts miteinander zu tun. Schonalleine die Tatsache, daß die BRD ein laizistischer Staat ist scheint hier bei ef völlig unbekannt zu sein.
Es sollte sich aber langsam herumsprechen.

Man mag zwar nach Belieben aufzählen, wie eben alles andere dann auch, aber in Verbindung steht dies deswegen sicher nicht.

Der Staat hat einen Erziehungsauftrag, der
auch gegen die Eltern, gegen wen sonst, durchgesetzt wird. Das war niemals anders. Ausdruck dieses Erziehungsauftrages ist die allgemeine Schulpflicht.

Jedes Kind, das ist Ausfluß dieses Erziehungsauftrages, hat sich bis zu einem bestimmten Lebensalter der Schulpflicht zu unterziehen, die Eltern haften dafür.

Ich wüßte wirklich nicht, was daran neu sein sollte.

Ich empfehle, was den Religionsunterricht angeht, den Art 7 GG nachzugoogeln. Auch diese Verregelung ist im Grudngesetz, welches man neuerdings Verfassung nennt, eindeutig festgelegt. Ich bezweifele aber, daß hier erkannt werden wird, was dort eigentlich steht.

Wer nicht versteht, was dort geschrieben steht, der sollte sich halt erkundigen. So ist es eigentlich Brauch. Schlecht ist es, wenn jemand sich dies erspart und stattdessen glaubt einfach die Realitätsabbildung nach seinen Vorstellungen selber in die Hand nehmen zu können, und dabei munter drauflosfabuliert. Und offenbar damit hier ( leider nicht nur hier, das ist ein allgemeines Phänomen) auch noch Zuspruch erfährt.

EEkat

Reiner Vogels Fördermitglied , am 08. August 2009 um 21:01 ( Link )

@EEkat

So einfach ist es nicht. Der Bildungsauftrag des Staates hat Grenzen. Er hat gewiss keinen Auftrag in Sachen sexueller Moralerziehung. Genau das maßt er sich aber im schulischen Sexualkundeunterricht an, und zwar schon dadurch, dass er den Eindruck erweckt, es gebe in diesem Themenbereich so etwas wie eine wertfreie Wissensvermittlung.

Horst E. Böttcher , am 08. August 2009 um 21:21 ( Link )

@Reiner Vogels

Ob man es nun Wissensvermittlung oder Erziehungs-auftrag nennt, ist nicht so relevant. Kinder werden in ihrem Leben mit Fragen der Sexualität, auch mit Moral und Gefühlen, konfrontiert. Es ist daher absolut wichtig, dass die Schule dazu Wissen vermittelt.
"Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir", war ein Satz aus meinem Lateinunterricht! Den Auftrag muss die Schule auch, oder gerade, in Bezug auf Sexualität erfüllen. Christliche Moralvorstellungen sind in der Tat Partikularinteressen und es steht den Eltern durchaus frei, hier, komplimentär zum Schul-unterricht ihre Werte zu vermitteln.

Shuca , am 08. August 2009 um 22:18 ( Link )

Also wenn der deutsche Staat nicht in die Sexualität seiner Bürger massiv ideologisch eingegriffen hätte,dann hätten wir heute bestimmt die meisten Altenheime dieser Welt.Das war nun wirklich Satire.Aber so sind wir wirklich ein gesundes Volk von freien und mündigen Bürger.Und jedes Kind weiß das der Kondom sein Schutzengel ist.Viel Spaß noch für die Zukunft,denn selbst über die Ehebetten wacht der Staatsanwalt.

EEkat , am 08. August 2009 um 22:30 ( Link )

@Reiner Vogels

Natürlich gibt es einen wertfreien Sexualkunde-Unterricht. Es handelt sich hier um ein Teilgebiet der Biologie, und das ist schließlich eine Naturwissenschaft.

Ich weiß nicht, was Sie sich unter Sexualkundeunterricht vorstellen. Da lernen Sie was zu Eileitern, Hormonen, Befruchtung. Wollen Sie die Wissensvermittlung darüber wirklich den Sektierern der diversen Glaubensrichtungen überlassen? Ich finde es schon wichtig, daß ein moderner Mensch auch über diesen Teil des Lebens eine möglichst umfassende Vermittlung von Wissen erhält.

Dieses Wissen gehört zur gesellschaftlichen Grundausstattung.

Ich wüßte keinen vernünftigen Grund, warum dieses Wissen nicht vermittelt werden sollte.

EEkat

Shuca , am 08. August 2009 um 22:30 ( Link )

Ich frage mich schon lange,wie die vielen Generationen von deutschen Menschen ohne die sexuellen Schlauheiten der aufgeklärten Bundesrepublik überhaupt überleben konnten.Und dann noch ein Verfassungsgericht ohne Verfassung.Langsam wird es wirklich albern.
Per Mariam ad Christum.

Shuca , am 08. August 2009 um 22:49 ( Link )

Ich kann es mir persönlich beim besten Willen nicht vorstellen das die Bundesrepublik mit ihrer aufgeklärten,freizügigen und trotzdem überwachten Feischeslust(Sexualität) 2000 Jahre schaffen tut.Das ist unmöglich.
Per Mariam ad Christum.

Shuca , am 08. August 2009 um 23:06 ( Link )

Das ist die Taktik der Kojoten.Erst die Menschen sexuell aufzuladen und dann Massengentest durchführen um die regelmäßigen Vergewaltigungen und Morde an Kindern aufzuklären.Und jeder macht sich sofort verdächtigt der versucht seine Freiheit zu verteidigen.Und die Liberalen verstehen es nicht.

Shuca , am 08. August 2009 um 23:58 ( Link )

EEkat
Es geht nicht um Biologie.Es geht um die Schamlosigkeit des deutschen Volkes.Das Benehmen deutscher Urlauber(zb.in Mallorca)übertrifft die FFK-Kultur der DDR um ein vielfaches.Und deswegen sind wir auch so beliebt in diesen Ländern.Es gibt keine Sexualkunde,sonst nur eine Aufheizung der sexuellen Triebe.Und wer das als Freiheit versteht,versteht das als Freiheit vor dem dreifaltigen Gott.
Per Mariam ad Christum.

Horst E. Böttcher , am 09. August 2009 um 1:07 ( Link )

@Shuca

"Es gibt keine Sexualkunde,sonst nur eine Aufheizung der sexuellen Triebe.Und wer das als Freiheit versteht,versteht das als Freiheit vor dem dreifaltigen Gott."

Sexuelle Triebe hat es auch in dunkelsten bürgerlich-konservativen Zeiten gegeben. Es ist richtig, dass die Kinder über alle diese Dinge rechtzeitig aufgeklärt werden. Der "dreifaltige Gott" ist in der Verfassung nicht vorgesehen und daher hier irrelevant. Seine Verehrung gehört zu den Partikularinteressen und sollten daher keine weitere Beachtung finden.

mrback , am 09. August 2009 um 1:32 ( Link )

@Shuca

Ich weis nicht was besser ist. Hilf mir weiter ...
Wenn Vergewaltätigungsopfer zur Polizei gehen und nach dem Täter gefahndet wird.
Oder ob das arme verwirrte Ding iwann mal ein Kind bekommt und die Familie aus der Mutter einfach mal schnell die "Schwester" macht, weil sie sich nicht blosstellen wollen oder son schmarrn.

Bei aller Liebe zur Freiheit. Wissensvermittlung steht ganz klar über ideologischer Verblendung.

"Es gibt keine Sexualkunde,sonst nur eine Aufheizung der sexuellen Triebe."

Ich empfand den Sexualkundeunterricht in etwa so antörnend wie Integralrechnung ...

"Es geht um die Schamlosigkeit des deutschen Volkes."

Nicht ganz. Es geht um die schamlose Beziehung zu seinem Körper. An dem is nix wofür man sich schämen muss, wenn Gott was gegen mein Penis hät, hätte er ihn mir wohl nicht gegeben -.-

Schöne Grüße

Shuca , am 09. August 2009 um 9:33 ( Link )

@mrback
Gott hat ihnen auch eine Zunge zum Sprechen gegeben.Trotzdem kann man mit ihr anderen schweren Schaden zufügen.So ähnlich könnte es mit dem Penis auch sein.

Marc , am 09. August 2009 um 9:40 ( Link )

@EEKlat:
Es handelt sich nicht ganz einfach um ein Teilgebiet der Biologie, weil die offizielle Doktrin ja gerade darauf pocht, dass wir es hier nicht mit Natur- sondern mit Gesellschaftswissenschaft zu tun haben.
Das Fundament des Gender Mainstreaming z.B., ist ja der Gedanke, dass es nicht natürliches u n d soziales Geschlecht gebe, sondern dass ausschließlich -ausschließlich- das soziale Geschlecht relevant sei und es außerdem erstrebenswert sei, die als sozial verstandenen Differenzen zu "dekonstruieren" - indem man Buben in Prinzessinenuniform steckt, oder ihnen abspricht, einen Penis zu haben. Nur mal als Beispiel - ist jetzt egal.

Aber es ist völlig naiv zu glauben, im BRD-Unterricht würde man sich damit begnügen, biologische Vorgänge zu beschreiben. Der Sexualkundeunterricht der BRD ist vielmehr einer der wichtigsten Teile der Propaganda innerhalb dieser "Unterrichtsvollzugsanstalten."

EEkat , am 09. August 2009 um 10:17 ( Link )

@Marc, das ist ein berechtigter Einwand.

Natürlich lassen sich alle Naturwissenschaften in Ihrer Aussage v erfälschen, gar mißbrauchen, und selbst Naturwissenschaftler reiochen dazu die Hand, wenn sie dabei übergeordneten, volkslenkenden Interessen folgen wollen. Beispiel: Klimaschutz.

Diese Genderisierung, wenn diese denn Bestandteil des Sexualkundeunterrichts sein sollte, ist natürlich gefährlich, weil damit nicht mehr Sachinformation - also Wissen - den Kindern vermittelt wird, sondern Indoktrinationen, um die Gesellschaft zu verändern.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Antwort darauf sein könnte, den Sexualkundeunterricht besser ganz zu streichen, den dort vermittelten, rein naturwissenschaftlichen Stoff gleich ganz unter den Tisch fallen zu lassen, oder Kinder dann besser jenen Eltern zu überlassen, die ganz bestimmt nichts mit der Vermittlung naturwissenschaftlicher Zusammenhänge am Hut haben.

Wissen muß eben auf fruchtbaren Boden fallen, und da kann man bei den Rohdiamanten, die heutzutage eingeschult werden, durchaus in Zweifel geraten. Die kommen zumindest zu einem großen Teil schon verschliffen in die Grundschule.

Wie gesagt, ich halte Ihren Einwand für berechtigt. Vor allem, wenn ich sehe, was widerstandslos an Klimathesen in dieses Volk reingepumpt wird. Da sind dann Kinder erst recht völlig ausgeliefert. Immerhin wissen sie dann theoretisch, wie verhütet wird.

Das gibt dann jenen einen Vorteil, die davon nichts wissen wollen, und so wird Deutschland in 2 bis 3 Generationen das Land an die Muslime verloren haben, die mit Genderisierung nichts anfangen können.

Ich freunde mich langsam mit dem Gedanken an, hier die Scharia einzuführen. Das hat auch was für sich.

EEkat

Shuca , am 09. August 2009 um 10:23 ( Link )

Ich glaube Gender Mainstreaming arbeitet mit kleinen Schritten.Wenn es ihnen gelingt den Mann wegen der Treffergenauigkeit zu überzeugen, wie eine Frau zu pinkeln, haben sie einen großen Durchbruch erzielt.Das ist jetzt keine Satire.Diese Diskussion läuft schon in der eigenen Familie.Ich fühle mich schon als Außenseiter,weil ich micht strikt weigere.

Marc , am 09. August 2009 um 13:16 ( Link )

@EEkat:
Ich glaube auch nicht, dass man die Sexualkunde gleich vom Lehrplan streichen sollte. "Abusus non tollit usum", der Mißbrauch einer Sache macht nicht die Sache als solche schlecht. Und naja: aus meiner persönlichen Sicht handelt es sich bei einem Gutteil der schulischen Lehrinhalte um dem Mißbrauch an sich guter Sachen. Ich wäre auch der letzte, der z.B. gegen die Tatsache polemisiert, dass soviel Deutschunterricht erteilt wird. Aber wenn es in die Richtung geht, dass man nurmehr versucht, "Hölderlin unter Berücksichtigung der Genderfrage" zu analysieren, wenn betont werden muss, dass es sich bei der vaginalen Penetration um einen aggressiv-patriarchalischen Akt handle, man sein Geschlecht frei wählen könne und im Hintergrund der Gedanke steht, "nicht einen anderen Jungen, sondern gar keinen Jungen" zu erreichen, dann ... naja.

Insofern verwundert es vielleicht nicht, dass ich gläubige Muslime auch e h e r als Verbündete denn als Gegner betrachte. Mit dieser PI-Fraktion, die sich im Grunde nur darüber ärgert, dass man diese tollen Errungenschaften der BRD nicht auch offensiver den Muslimen verkündet, kann ich jedenfalls nichts anfangen. Da sind mir diesen eigentümlich freien Hardcoreliberalen doch wirklich noch sympathischer, wobei auch jedem klar seien sollte, dass die von Lichtschlag und Co. ja angestrebte Allianz zwischen Libertären und Christen auf Dauer nie tragfähig seien kann.
Ich glaube, dass das ef-Team hier einer verlockenden Illusion erlegen ist.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 09. August 2009 um 14:51 ( Link )

Ich habe nichts gegen einen biologischen Aufklärungsunterricht im Rahmen des Biologieunterrichts, wenn er in einer Altersstufe erfolgt, in der die Heranwachsenden dafür offen und bereit sind. Dies halte ich sogar für angebracht.

Alles aber gegen den indoktrinierenden Sexualkundeunterricht, der tatsächlich geschieht. Da geht es nicht nur um die absurde Ideologie des Gender-Mainstreaming, sondern auch um die wertfreie Darstellung der unterschiedlichsten Sexualpraktiken als beliebige Möglichkeiten. Wenn z.B. die absurde, weil den Grundsätzen der Evolutionslehre total widersprechende "Lehre" von der anlagebedingten menschlichen Homosexualität im Unterricht gelehrt wird, ist das verwerflich widerlich.

Shuca , am 09. August 2009 um 20:18 ( Link )

Wenn die Eunuchen der neuen Weltordnung Deutschland als ihr Ziel gesetzt haben.Dann müssen sie die deutsche Bevölkerung so sexualisieren das trotzdem keine Kinder entstehen.Bumst bis ihr kaputt geht und die Knochen eurer Eltern werden in Polen kostengünstigt verbrannt werden.Der Liberalismus wird vom Satanismus überollt werden.Wehe denen, die dieses Spiel nicht begreifen.
Per Marium ad Christum.

Shuca , am 09. August 2009 um 20:30 ( Link )

Ein Volk das sich schämt für ihre gefallenen Väter und Söhne,ist nichts mehr wert.
Niemals wird Jesus Christus Deutschland verurteilen und seine Mutter wird dieses Volk retten.
Per Mariam ad Christum.

Shuca , am 09. August 2009 um 21:41 ( Link )

Die chasarischen Konvertiten glauben doch selber nicht das sie gewinnen können.Aber einen Weltkrieg nach dem anderen lösen sie aus.Und dieses große deutsche Volk soll ihren eigenen Untergang bezahlen.So läuft das nicht.
Heilige Mutter.Ich bete jeden Tag für das Volk meines Großvaters.Er hat das EKII erhalten.Und mein Vater hat sich mit 16 Jahren ein Eimer voll kochender Fleischbrühe in die die Stiefel geschüttet um nicht zu sterben wie sein Bruder vor Oreal.Und diese verblödete BRD beglückt uns mit ihren sexuellen Mist.
Per Mariam ad Christum.

ISBN3451322005 , am 10. August 2009 um 0:46 ( Link )

In China kipp ein Sack reis um…

Hier kann ich nur das wirkungslose Buch von Michael Winterhoff „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ empfehlen.

Hilflose Eltern, ohne Orientierung und ohne Kompass, vermögen Ihren Kindern natürlich keine Orientierung zu geben. Der Autor rüttelt hier ungemerkt an der freiheitlichen Entwicklung des Kindes, das sich ganz im Sinne des aufgeklärten Individuums, nach Gutdünken und total ungeordnet entfaltet. Das Chaos ist vorprogrammiert ...

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 1:40 ( Link )

Es ist immer wieder erbauend, sich die Kommentare Horst E. Böttchers vorzunehmen. Diese enthalten eine derart konzentrierte Bosheit, daß ich mich immer noch wundere, daß dieser Böttcher eine echte Person sein soll.

--- Dies darf im Interesse der Zukunft des Kindes nicht von ideologischen Vorstellungen der Eltern behindert werden.

Natürlich geht der Staat ganz unideologisch vor. Darum maßt er sich ja auch eine Erziehungsfunktion an.

--- Das Grundrecht auf Erziehung wird hier nicht verletzt

Diese Behauptung wird hier einfach dahingerotzt, ohne begründet zu werden, was auch schlechterdings unmöglich wäre.

--- und das 4. Gebot ist ein religiöses Instrument, jedoch nicht ein Teil des deutschen Rechts, also in diesem Zusammenhagn irrelevant.

Fragt sich nur, warum das "deutsche Recht" in irgendeinem Sinne relevant sein sollte.

--- Ich begrüsse dieses Urteil, da es der Wissensveermittlung über lebenswichtige Fakten den Vorrang vor Partikularinteressen der Eltern gibt und damit letzten Endes der Entwicklung der Kinder dient.

Wenn man Kinder gezielt zu Perversen entwickeln möchte, dann ist das staatliche Schulsystem schon eine gute Idee.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 1:50 ( Link )

@ EEkat

Sie sind ja ein richtiger Brüller.

Da ist zunächst einmal Ihr juristischer Unfug zu bedenken. Mag ja alles stimmen, ich denke durchaus, daß das Gericht im Rahmen des in Deutschland gültigen Grundgesetzes geurteilt hat. Aber warum ich mich um dieses Grundgesetz auch nur in irgendeinem Sinne scheren sollte, das ist doch der Knackpunkt. Ich tue es jedenfalls nicht.

--- Ich weiß nicht, was Sie sich unter Sexualkundeunterricht vorstellen. Da lernen Sie was zu Eileitern, Hormonen, Befruchtung. Wollen Sie die Wissensvermittlung darüber wirklich den Sektierern der diversen Glaubensrichtungen überlassen

Ja, wieso denn nicht? Wenn es nur um naturwissenschaftliche Fakten geht, können ja auch die Sektierer nicht so viel falsch machen. Oder geht es etwa doch um mehr?

Ich jedenfalls halte es für eine schlechte Idee, alle Kinder zwangsweise den Anhängern der BRD-Religion vorzuwerfen. Diese Sekte soll nämlich ziemlich totalitär sein. Andauernd redet sie von gesellschaftlichen Notwendigkeiten und demokratischer Legitimation und rechtfertigt damit das schlimmste Unrecht. Gehirnwäsche soll an der Tagesordnung sein.

Aber Moment mal! Gehören Sie etwas selbst dazu? Denn Sie schreiben:

--- Dieses Wissen gehört zur gesellschaftlichen Grundausstattung.

Das ist der typische Jargon dieser asozialen Sekte.

Marc , am 10. August 2009 um 2:11 ( Link )

Herr Reaktionär, wenn ich ihre Beiträge lese, muss ich an eine Passage denken, die sich in einem ZEIT-Artikel über Martion Mosebach findet:

"Martin Mosebach ist kein Autor, der seinen Zorn herausbrüllt. Sein Ton ist sanft, noch im Sarkasmus gezähmt und im Hohn elegant. Es ist, als wüsste er, dass er für den Verlust an Zivilisiertheit, den er beklagt, einen Ton braucht, der diese verlorene Zivilisiertheit selber enthält. Wenn er polterte, dann hätte seine Literatur selbst Anteil an der modernen Barbarei, die er beklagt."

Meiner Meinung nach ist jedenfalls widersinnig, sich selbst als reaktionär zu bezeichnen, und gleichzeitig auf so einen aggressiv-beleidigenden Unterton zurückzugreifen.
Allerdings kenne ich das Problem und diesen Widerstreit in mir selber allerdings auch.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 2:16 ( Link )

@ Marc

--- Meiner Meinung nach ist jedenfalls widersinnig, sich selbst als reaktionär zu bezeichnen, und gleichzeitig auf so einen aggressiv-beleidigenden Unterton zurückzugreifen.

Worin sehen Sie denn da genau den Widerspruch?

EEkat , am 10. August 2009 um 10:45 ( Link )

@ Reaktionaer

Aber warum ich mich um dieses Grundgesetz auch nur in irgendeinem Sinne scheren sollte, das ist doch der Knackpunkt. Ich tue es jedenfalls nicht.

Ich glaube, das bleibt Ihr Problem. Und es ist - ausweislich Ihres Beitrages >10. August 2009 um 1:50< offensichtlich nicht das einzige.

Mir kommt Ihr Beitrag so vor wie die Umsetzung von: "Ich pöbel, also bin ich".

Keine Basis, um sich auszutauschen.

EEkat

Tobias , am 10. August 2009 um 11:26 ( Link )

Das Niveau dieser Diskussion ist erschreckend niedrig.
(Was an der Schul- und Elternbildung gleichermaßen liegen könnte!)

Der eine bezieht sich auf den "dreifaltigen Gott" als alleinige Rechtsinstanz, der andere auf das Grundgesetz.
Diejenigen, die die Moral bemühen, ziehen aus ihrer persönlichen viel zu oft einen Absolutheitsanspruch.

Hoffentlich teilen meine Kinder nicht die Schulbank mit zu vielen Kindern dieser göttlichen Rechthaber, Möchtegern-Besserwissen und radikalen Demokraten...
Es ist zum auswandern!

Zur Sache: Natürlich haben Eltern ein Naturrecht auf die Erziehung ihrer Kinder, dennoch lebt der Mensch für gewöhnlich in einer Gesellschaft mit anderen. Daher kann es für Kinder auch nicht ganz verkehrt sein, wenn gesellschaftliche Themen (u. a. Sexualität) diskutiert und hinterfragt werden (sollte bestimmt auch zu Hause stattfinden!) um zu mündigen, reflektierenden, humanistischen und von mir aus religiösen Bürgern werden zu können. Dazu sind m. E. Schule, Sportvereine, Jugendgruppen, Bolzplätze, Malgruppen, Kirchentage (zur praktischen Sexualaufklärung ;-) usw - und natürlich die Erziehung und Bildung des Elternhauses wichtig.

Eine Gewichtung dieser gesellschaftlichen Einflüsse und deren Auswahl obliegt den Eltern, die, wenn sie klug handeln, dem Willen des Kindes so viel Gewicht beimessen wie sie es für verantwortbar halten.

So war es jedenfalls bei mir, und so ergeht es auch meinen Kindern!
Das Urteil des BVG hat auch mich gestört, auch ich sehe einen Widerspruch zu vorherigen Urteilen und die Gefahr des Totalitären. Schade, dass das demokratische Spektrum keine Wahlmöglichkeit für denjenigen bietet, der individuelle Freiheit, persönliche Verantwortung und Humanismus will. Die Verfassungsrichter sind eben leider nicht unabhängig und unparteiisch, dass ist ja die Krux mit der sog. Gewaltenteilung: Richter und Staatsanwälte sind weisungsbefugt und werden vom gleicher Instanz besoldet. Die Auswahl der Verfassungsrichter ist der 2. Witz dieser Demokratie.
Da wundern mich die Entscheidungen nicht...

EEkat , am 10. August 2009 um 12:45 ( Link )

Tobias, Sie werden leider auch nicht ihren vorab von Ihnen eingestellten, eigenen Maßstäben gerecht.

Und seid wann wären Richter weisungsgebunden?
Es heißt nicht: weisungsbefugt. Siehe Bildung.

EEkat

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 13:00 ( Link )

@ EEkat

Ist schon in Ordnung, Sie scheinen Demokrat zu sein, und da muß man in Ermangelung von Argumenten schon mal lügen und imaginäre
Pöbeleien erfinden.

Es heißt nämlich nicht "Ich pöbel, also bin ich", sondern bei den Demokraten eher: "Ich lüge und heuchele, darum bin ich Demnokrat".

Warum mich nun das Grundgesetz interessieren sollte, das haben Sie immer noch nicht offenbart. Wird wohl auch nix mehr kommen.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 13:07 ( Link )

@ Tobias

--- Diejenigen, die die Moral bemühen, ziehen aus ihrer persönlichen viel zu oft einen Absolutheitsanspruch.

Also wirklich! Den Absolutheitsanspruch erhebt ja wohl eher der Staat, der sich ein allgemeines Erziehungsrecht anmaßt. Die religiösen Leute hier im Forum setzen sicher ihre Moral absolut, aber doch nur, weil sie ihre EIGENEN Kinder erziehen wollen und nicht, wie der Staat, auch zwangsweise die anderer Leute.

Tobias , am 10. August 2009 um 14:20 ( Link )

@ EEkat: Da haben Sie natürlich recht, danke für die Richtigstellung. Zum Glück kann man sich ja weiterbilden. Könnten Sie mir, falls es Ihnen nicht zuviel Mühe macht, den Unterscheid erklären?

Tobias , am 10. August 2009 um 14:20 ( Link )

@ Reaktionaer: Natürlich erhebt der Staat zu Unrecht einen Absolutheitsanspruch. Das lehne ich sowohl beim Staat als auch bei Individuen ab.
Ich teile Ihre Auffassung voll und ganz; Erziehungszwang ist vollkommen inakzeptabel und totalitär. Was ich mit der Moral sagte, bezog sich auf die allgemeine Kritik am Sexualkundeunterricht. Meines Erachtens sollte niemand Zwangsaufgeklärt werden müssen, aber Sexualaufklärung als generell moralisch minderwertig zu erachten, wie ich es aus einem vorherigen Beitrag (nicht von Ihnen) verstanden hatte, teile ich nicht.

Und ich dachte, jemand haut mir das postulierte Naturrecht um die Ohren, stattdessen legen Sie mir in den Mund, ich würde den Schulzwang verteidigen. Nichts lag mir ferner als das.

Wie sieht denn Ihr persönliches Bildungskonzept aus? Wie sollen Ihre Kinder lernen und sich in der Gesellschaft zurechtfinden? Ich würde da noch gerne dazulernen!
Ich will meinen Kindern, aus gutem Grund (s.o.) nicht zumuten, nur von mir zu lernen, da es in einigen Fächern bessere Lehrer gibt.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 14:35 ( Link )

@ Tobias

---Ich teile Ihre Auffassung voll und ganz; Erziehungszwang ist vollkommen inakzeptabel und totalitär.

Prima, das ist ein erfreulicher Konsens.

--- Wie sieht denn Ihr persönliches Bildungskonzept aus? Wie sollen Ihre Kinder lernen und sich in der Gesellschaft zurechtfinden? Ich würde da noch gerne dazulernen!

Sie sollen außerhalb eines staatlichen Zwangssystems in freier Form ideale Förderung ihrer Talente und Anlagen erfahren. Gegen externe Lehrer habe ich nichts, nur will ich sie selber auswählen können.

Leider kann ich Ihnen kein fertiges Konzept vorstellen. Aber googeln Sie doch mal nach Heimschule, da finden Sie einige Verbände und Interessengemeinschaften, die Ihnen sicherlich umfassendere Auskünfte erteilen können.

Nur eines ist von zentraler Wichtigkeit: Daß eine Zwangsbeschulung durch zwielichtige und moralisch minderwertige Gestalten (linke BRD-Lehrer) unterbleibt. Da könnte man seine Kinder ja gleich irgendwelchen Kinderschändern vorwerfen.

Zur Sexualaufklärung: Natürlich klären auch religiöse Eltern ihre Kinder auf. Es zeigt ja schon die Verblendung der Zwangsschulbefürworter, daß diese das offenbar allen Ernstes bezweifeln. Die Kritik am Sexualkundeunterricht bezieht sich wohl eher auf die weltanschaulichen Inhalte, die dort eben auch vermittelt werden.

Tobias , am 10. August 2009 um 15:09 ( Link )

@ Reaktionaer:

Ich war in den vergangenen Jahren Anhänger von Heimschul-Konzepten. Mittlerweile bin ich ein bisschen davon abgerückt. Die Realität holt mich langsam ein. Zum Glück bleiben mir noch ein paar Jahre Zeit, bis wir entscheiden müssen. Sollte sich der Zwang weiter verstärken, dann ziehen wir in ein freieres Land, soviel ist sicher.
Darf ich mir erlauben, darauf hinzuweisen, dass mich der "Beißreflex" in Ihrer vorherigen Stellungnahme ein wenig stört (nicht, dass ich nicht auch unsachgemäß ausgeteilt hätte).
Aber: Schreibt "man" ein wenig konsensorientiert oder realitätsbezogen, kommt als erstes der Vorwurf, mein sei in irgendeiner Weise "Sozialdemokrat".
(Dabei steige ich in den Wettbewerb, wer hier der Liberalste ist, gerne ein! Das erinnert wirklich an die Linken, bei denen "jeder" gleich ein Rechter oder Nazi ist.)
Ich werde versuchen, argumentativ besser zu werden und nicht gleich "Rechthaber" und "Besserwisser," zu schimpfen, und hoffe, Sie und andere tun das auch.
Es könnte der Sache dienlich sein und Zeit für lange Postings sparen.
Beste Grüße

Horst E. Böttcher , am 10. August 2009 um 15:18 ( Link )

@Tobias

Ich gebe Ihnen Recht, dass die Diskussion auf sehr niedrigem Niveau läuft. Das liegt aber in erster Linie daran, dass dies eigentlich kein Thema ist.

Schon in der Vergangenheit haben Gerichte festgestellt, dass Kinder am Sexualunterricht teilzunehmen haben, weil hier der Bildungsauftrag des Staates höher zu bewerten ist als das Erziehungsrecht der Eltern. Das BVerG hat dies jetzt nur bestätigt. Ich habe einen früheren Fall im "Lexikon der kuriosen Rechtsfälle" gefunden, und da ist das ganze Thema auch einzuordnen.

Glauben denn christliche Eltern allen Ernstes, sie könnten ihr Kind von sexuellen Wissen fernhalten? Selbst in den prüdesten 50'er Jahren wurde (Halb-)wissen über Sex bereits unter Schülern ausgetauscht. Ist es nicht besser, das Thema wird von kompetenter Seite ebenfalls behandelt?

ef hat einfach im Zuge des Eintretens für christliche radikale Splittergruppen (z.B. Pius-Bruderschaft) diese Pressemeldung des Christoforus-Werkes zur Diskussion gestellt. Man sollte mit Abgeklärtheit über das Thema hinweggehen.

EEkat , am 10. August 2009 um 15:52 ( Link )

Tobias , am 10. August 2009 um 14:20 ( Link )
@ EEkat: Da haben Sie natürlich recht, danke für die Richtigstellung. Zum Glück kann man sich ja weiterbilden. Könnten Sie mir, falls es Ihnen nicht zuviel Mühe macht, den Unterscheid erklären?

Gerne. Der Unterschied zwischen einem Staatsanwalt und einem Richter? Der besteht darin, daß der Staatsanwalt anklagt, der Richter hingegen richtet.

War es das, was Sie lesen wollten? Sicherlich nicht. Ich soll über Ihr Stöckchen springen, weil Sie scheinbar nicht in der Lage wären, einen Unterschied zwischen weisungsbefugt, und weisungsgebunden auszumachen ?

Auch gerne.

Es ist die Hirarchie, die den Unterschied macht. Und dies ginge aus der Begriffszerlegung bereits hervor.
Jemand, der an Weisungen gebunden ist, der muß den ihm erteilten Weisungen nachkommen:

er ist an Weisungen gebunden. Weisungsgebunden. Er ist Empfänger von Weisungen.

Jemand, der hingegen weisungsbefugt wäre, das ist dann wohl jemand, der selber Weisungen erteilen kann. Das wäre weisungsbefugt.

Ein Staatsanwalt der BRD ist weisungsgebunden. Ein Richter der BRD ist, entgegen Ihres Statements, hingegen nicht weisungsgebunden.

Weisungsbefugnis jedoch haben alle beide. Gegenüber Untergebenen beispielsweise. Oder ihrem Hund, falls der weiß, daß sein Herrchen weisungsbefugt ist. Oder wer sonst immer unter Staatsanwälten oder Richtern dienen mag, oder sich deren Weisungen unterwerfen muß.

Das dürfte wahrscheinlich sein, worauf Sie nun abstellen wollten, weil Sie schrieben: Richter und Staatsanwälte wären weisungsbefugt.

Damit retten Sie Ihr statement.

Freilich für eine ziemlich sinnfreie Betrachtung.

Sie schrieben:

Hoffentlich teilen meine Kinder nicht die Schulbank mit zu vielen Kindern dieser göttlichen Rechthaber, Möchtegern-Besserwissen und radikalen Demokraten...
Es ist zum auswandern!

Nun meine Frage an Sie: wohin sollte es denn gehen?

EEkat

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 16:17 ( Link )

@ Tobias

--- Ich war in den vergangenen Jahren Anhänger von Heimschul-Konzepten. Mittlerweile bin ich ein bisschen davon abgerückt. Die Realität holt mich langsam ein.

Was spricht denn aus Ihrer Sicht gegen Heimschule? Und warum denken Sie, Ihre Skepsis sei besonders realitätsnah?

--- Darf ich mir erlauben, darauf hinzuweisen, dass mich der "Beißreflex" in Ihrer vorherigen Stellungnahme ein wenig stört

Aber sicher dürfen Sie das. Vor allem dürfen Sie es aber auch präzisieren, denn mir ist nicht bewußt, was konkret Sie meinen.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 16:22 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

Es ist immer wieder interessant, wie die Demokraten und Staatszwangsfans die offensichtlichsten Lügen wiederholen.

--- Glauben denn christliche Eltern allen Ernstes, sie könnten ihr Kind von sexuellen Wissen fernhalten? Selbst in den prüdesten 50'er Jahren wurde (Halb-)wissen über Sex bereits unter Schülern ausgetauscht. Ist es nicht besser, das Thema wird von kompetenter Seite ebenfalls behandelt?

Abgesehen von der maßlosen Unterstellung, arbeitsscheue Lehrer seien "kompetent", bleibt nur anzumerken, daß ich mich dazu bereits geäußert habe:

Natürlich klären auch religiöse Eltern ihre Kinder auf. Es zeigt ja schon die Verblendung der Zwangsschulbefürworter, daß diese das offenbar allen Ernstes bezweifeln. Die Kritik am Sexualkundeunterricht bezieht sich wohl eher auf die weltanschaulichen Inhalte, die dort eben auch vermittelt werden.

Wir können die Sache aber auch umkehren: Wie viele streng religiöse Leute kennen Sie, Herr Böttcher? Ich meine persönlich, nicht aus der Hetzpresse.

Von wievielen dieser Leute wissen Sie konkret, daß sie ihre Kinder von sexuellem Wissen völlig fernhalten möchten? Na?

Tobias , am 10. August 2009 um 17:12 ( Link )

@ EEkat: Danke, dass Sie trotz meiner unpräzisen Frage geantwortet haben. Ich bin über die "Dienstaufsicht des Ministeriums" gestolpert, dies hat mich zu der falschen oder sinnfreien Aussage fehlgeleitet.
Aus Interesse: Kennen Sie (oder plural-Sie) Fälle, in denen die Dienstaufsicht in Rechtsfälle eingegriffen hat, Urteile auflöste o.ä.?
Das würde mich interessieren, bitte verstehen Sie das nicht als Stöckchen, Sie scheinen hier belesener zu sein und ich bin einfach an der Frage der Gewaltenteilung interessiert.

Auswanderungsland: Aus familiären Gründen Spanien, wo nur eine Bildungspflicht besteht. Ferner gibt es in einer/der Deutschen Schule in Madrid eine funktionierende Einflußmöglichkeit der Eltern. Aus beruflichen Gründen kommt ferner Dubai in Frage.

@ Reaktionär:
Heimschule: Ich sehe bei der Heimschule (in meiner Realität) die Gefahr, dass zu einseitig meine/unsere Konzepte, Thesen und bevorzugten Lerninhalte vermittelt werden. Ein paar Stunden in einer guten Schule wird die Neugier der Kinder hoffentlich nicht zu sehr mindern. Den Rest müssen dann wir Eltern, unsere Bibliothek, Mutter Natur und das Internet richten. Mit Realität meine ich, dass ich vor der Ehe radikaler war und nun kompromißbereiter bin. Das soll nicht heißen, dass Heimschule allgemein realitätsfern sei.
Mit dem Beißreflex meinte ich, dass ich Ihre Erwiderung (Absolutheitsanspruch des Staates) m. E. nicht provoziert hatte; ich hatte an keiner Stelle ein Recht des Staates erwähnt. Wie sie bereits geschrieben hatten, bestand zwischen unseren Meinungen schon gleich eine große Schnittmenge.

Horst E. Böttcher , am 10. August 2009 um 17:25 ( Link )

@Reaktionär

"Die Kritik am Sexualkundeunterricht bezieht sich wohl eher auf die weltanschaulichen Inhalte, die dort eben auch vermittelt werden."

Gerade diese Dinge müssen den Kindern - wertneutral -vermittelt werden, damit Sie später in der Gesellschaft Berscheid wissen.

"Wir können die Sache aber auch umkehren: Wie viele streng religiöse Leute kennen Sie, Herr Böttcher? Ich meine persönlich, nicht aus der Hetzpresse.

"Von wievielen dieser Leute wissen Sie konkret, daß sie ihre Kinder von sexuellem Wissen völlig fernhalten möchten? Na?"

Ich kenne (zum Glück!) keine strengreligiösen Leute und niemanden, der seine Kinder vom sexuellen Wissen völlig fernhalten will. Aber es ist offensichtlich, dass es eine Gruppe gibt, denen die wertneutrale Wissensvermittlung, auch über Homosexualität, nicht
gefällt. Hier hat der Staat im Interesse der Kinder und der Gesellschaft eine Aufklärungspflicht.
Unsere Gesellschaft sollte zwar religiöse Überzeugungen respektieren, wir sollten uns aber nicht davon abhängig machen. Gerade Libertäre sollten den Ultra-Religiösen eindeutig klar machen, wo die Grenzen für deren Wünsche liegen. Sonst kommen vielleicht atheistische Eltern noch auf die Idee zu verlangen, dass aus allen Texten im Schulunterricht die Begriffe Gott, Glaube, Kirche zu streichen sind.

Oceans911 , am 10. August 2009 um 17:38 ( Link )

Dem Autor ist zu widersprechen, wenn er Art. 7 Abs. 1 GG so versteht, dass dieser dem Staat nur ein "Wächteramt" in Bezug auf das Schulwesen einräumt. Aus Artikel 7 ergibt sich sehr wohl ein dem Staat im Rahmen seiner Schulhoheit erteilter Erziehungs- und Bildungsauftrag. Das Grundsgesetz verpflichtet den Staat, durch Vorhalten öffentlicher Schulen ein funktionsfähiges Schulsystem zu gewährleisten. Das staatliche Schulwesen umfasst nicht nur die organisatorische Gliederung der Schule, sondern auch die inhaltliche Festlegung der Ausbildungsgänge und der Unterrichtsziele. Das gesamte Schulwesen liegt gemäß Art. 7 GG im Einflussbereich des Staates. Schulaufsicht ist folglich mehr als das reine verwaltungstechnische Kontrollinstrument der Rechts-, Fach- und Dienstaufsicht.

Es sei die Frage an den Autor erlaubt, wie staatliches Schulwesen ohne staatlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag aussehen sollte.

Da die Verfassung dem Staat den Auftrag zur Einrichtung eines ordnungsgemäßen Schulwesens vorschreibt, muss der Staat auch - um diesem Auftrag nachkommen zu können - die schulischen Inhalte festlegen dürfen, solange diese Festlegung demokratisch legitimiert ist (und an dem Punkt ist Kritik durchaus angebracht).

Die vom Verfassungsgericht aus der Schulaufsicht abgeleitete "absolute" Schulpflicht ergibt sich indes aus dem Grundgesetz nicht zwingend. Ich halte es insoweit auch für legitim, dass der Staat den Sexualunterricht anbietet, jedoch sollte es Eltern grundsätzlich frei stehen, ob sie ihre Kinder in eine staatliche Schule schicken oder nicht.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 17:39 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

---Gerade diese Dinge müssen den Kindern - wertneutral -vermittelt werden, damit Sie später in der Gesellschaft Berscheid wissen.

Wie soll man bitteschön weltanschauliche Fragen wertneutral vermitteln? Das geht überhaupt nicht.

---Ich kenne (zum Glück!) keine strengreligiösen Leute und niemanden, der seine Kinder vom sexuellen Wissen völlig fernhalten will.

Danke für Ihre ehrliche Antwort. Wieso eigentlich "zum Glück"? Wäre es so schlimm, solche Leute zu kennen? Wenn ja, warum?

--- Aber es ist offensichtlich, dass es eine Gruppe gibt, denen die wertneutrale Wissensvermittlung, auch über Homosexualität, nicht gefällt.

Abgesehen davon, daß es diese "wertneutrale Wissensvermittlung" nicht gibt, ja nicht geben kann, so frage ich mich vor allem, wer denn zu dieser Gruppe gehört? Und warum ist ihre Existenz so offensichtlich, wenn Sie - der Sie doch bestimmt ein wenig in der Welt herumgekommen sind - KEINEN EINZIGEN Vertreter dieser gefährlichen Gruppe kennen?

--- Hier hat der Staat im Interesse der Kinder und der Gesellschaft eine Aufklärungspflicht.

Daß mit der Gesellschaft hatten wir ja schon, ich kenne sie nicht und eine Definition fehlt mir immer noch. Woher der Staat aber die moralische Legitimation beziehen soll, sich in die natürlich gewachsene Beziehung zwischen Eltern und Kindern einzumischen, das bleibt nach wie vor Ihr Geheimnis. Auch diesbezüglich haben Sie auf mehrere Nachfragen meinerseits nicht reagiert.

--- Unsere Gesellschaft sollte zwar religiöse Überzeugungen respektieren, wir sollten uns aber nicht davon abhängig machen.

Verlangt ja auch keiner von Ihnen. Aber Sie wollen die religiösen Menschen von Ihrer eigenen (d.h. Horst Böttchers) Religion abhängig machen, einer seltsamen Mysterienreligion, in der eine ominöse "Gesellschaft" die Hauptrolle spielt, die nicht definiert werden kann und die die Gläubigen schon zu persönlichen Anwürfen bringt, wenn man nur mal nach ihrer Definition fragt. Auch die "wertneutrale Wissensvermittelung in weltanschaulichen Fragen" - offenbar so etwas ähnliches wie der Nikolaus - spielt in dieser Religion eine große Rolle.

Also, niemand zwingt Ihnen seine Religion auf. Sie kennen ja nicht mal einen einzigen streng religiösen Menschen. Warum wollen Sie aber Millionen Menschen Ihre Religion aufzwingen?

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 17:42 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

--- Sonst kommen vielleicht atheistische Eltern noch auf die Idee zu verlangen, dass aus allen Texten im Schulunterricht die Begriffe Gott, Glaube, Kirche zu streichen sind.

Oh nein, wie schrecklich! Selbstverständlich kommt jemand, der seine Kinder religiös erziehen möchte, nicht umhin, auch einem Atheisten einzuräumen, seine eigenen Kinder im Sinne seiner Weltanschauung zu erziehen.

EEkat , am 10. August 2009 um 18:53 ( Link )

Tobias,

Aus Interesse: Kennen Sie (oder plural-Sie) Fälle, in denen die Dienstaufsicht in Rechtsfälle eingegriffen hat, Urteile auflöste o.ä.?

Ja klar kenne ich solche Fälle. Auch wenn diese nicht in den Aushang zur Veröffentlichung gehängt werden, so wirkt ein Ministerium auf den Oberstaatsanwalt ein, stellt eine Art Gleichklang mit diesem her, (dafür durfte dieser ja Oberstaatsanwalt werden, das ist alles kein Geheimnis) der dann seinen Staatsanwälten vorgibt, wie er die Rechtslage ausgelegt wissen will, oder - unfein - gleich das ganze Verfahren an sich zieht. Dergleichen hangelt sich zwar entlang der bestehenden Gesetzeslage, also ein direkter Rechtsbruch ist damit nicht verbunden, aber der Einfluß ist keineswegs unerheblich.

Wenn beispielsweise in Köln 3 Jugendliche eine Polizeistreife in einen Hinterhalt locken, denen die Waffe entwenden und drohen, diese zu erschießen, dann ist das ein durchaus sehr ernst zu nehmendes Delikt. Welches die zuständige Staatsanwaltschaft auch zunächst entlang des gültigen Strafgesetzbuches angeklagt hatte.

Daß die Staatsanwaltschaft anschließend ihre Anklage änderte und mehr oder weniger auf einen Bubenstreich erkannte - das kann man natürlich auch so sehen - so ist dies mit Sicherheit der politischen Einflußnahme im Rahmen einer Weisung geschuldet.

Polizisten entwaffnen, diese dann bedrohen unter Waffengewalt, das ist normalerweise ein sehr schwerwiegendes Delikt in diesem Lande. Da müssen Sie schon rechtgläubiger Immigrant sein und in Köln ansässig, um auf diese Weise davonzukommen.

Eine Glatze wird dafür bei einem sehr viel geringere Tatverlauf schon mal im Hubschrauber von Berlin nach Karlsruhe geflogen, weil ein Immigrant sich von diesem körperlich verletzt fühlte. Was sich dann natürlich als Ente herausstellte. Auch solche Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft ist ein direktes Ergebnis von Weisungsgebundenheit.

Langen diese Beispiele? Es gäbe unzählige, auch in anderen Rechtsbereichen.

Zurück zur Frage. Ein bereits ergangenes Urteil jedoch kann (bisher) nicht durch Intervention aufgelöst werden. Das geht nur über ein Urteil einer höheren Instanz.

Aber wir stehen auch hier gerade vor einem grandiosen Umbruch. "Juristische Berater" der Bundesregierung wollen das Urteil des Verfassungsgerichtes nicht hinnehmen zum Lissabon-Vertrag, und weniger oder eigentlich mehr das Verfassungsgericht sowie dessen Urteil kassieren. Die haben wohl mittlerweile gecheckt, was das verf.G Ihnen da ins Urteil reingeschrieben hat. Das nun angedachte Verfahren liefe auf einen verfassungsbruch hinaus. Ein Ermächtigungsgesetz, welches die Borniertheit, Gleichgültigkeit und Unbildung der Bürger dieses Landes instrumentalisiert.

Wir lassen also gerade unsere geliebte Bananenrepublik weit hinter uns und werden zu einem klassischen Unrechtsstaat.

Eine Staatskrise. Die wir auszusitzen wohl trachten in der Art, wie wir bereits die Wirtschaftskrise auszusitzen versuchen.

Keines von beiden wird gelingen. Dieses Land wird an die Wand gefahren.

EEkat

Reiner Vogels Fördermitglied , am 10. August 2009 um 18:57 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

Aber es ist offensichtlich, dass es eine Gruppe gibt, denen die wertneutrale Wissensvermittlung, auch über Homosexualität, nicht
gefällt.

Sehr geehrter Herr Böttcher,

mich fasziniert Ihr offensichtlich unerschütterlicher Glaube (Es ist ein Glaube!) an die wertneutrale Wissensvermittlung. So etwas mag es bei rein naturwissenschaftlichen Fakten geben - etwa bei der Information über die Ruhemasse eines Elektrons - bei allen für die Gestaltung von Gesellschaft und also auch von Erziehung wichtigen Themen gibt es das nicht.

Dass dieser Glaube hochgefährlich ist, hat Karl Popper in seinem Werk "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" überzeugend dargelegt. Er hat nämlich gezeigt, dass der Glaube an objektive Wahrheiten, der letztlich in dem Glauben an wertfreie Wissensvermittlung enthalten ist, die weltanschauliche Basis für alles totalitäre Denken von Platon bis Hitler war. Gerade Sie als Libertärer sollten daher vorsichtig sein.

Es gibt also auch eine objektiven Wahrheiten und weltanschaulichen Informationen über menschliche Homosexualität. Wenn der Staat das dennoch behauptet und zur Grundlage seiner schulischen Sexualerziehung macht, wechselt er die Rolle: Aus dem Staat wird eine Religionsgemeinschaft, und das ist das Ende von geistiger Freiheit und der Beginn des Totalitarismus.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 10. August 2009 um 19:00 ( Link )

Nachtrag: Sorry, es muss im letzten Absatz natürlich "keine" heißen.

Horst E. Böttcher , am 10. August 2009 um 19:56 ( Link )

@Reiner Vogels

Es ist immer eine Frage, wie man wertneutrale Wissensvermittlung definiert. Sicher gibt es in diesen Punkten keine völlig sterile Information. Wenn aber ohne besondere Wertung über alles was mit Sexualität in Verbindung steht, Partnerschaften, Ehe, Prostitution, Homosexualität, etc. informiert wird, ist das in Ordnung. Maasstab in einem sekularen Staat im 21. Jahrhundert sollte die praktische Seite sein, wie sich Sexualität in verschiedenen Formen präsentiert und nicht Forderungen religiöser Fanatiker!

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 20:54 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

---Maasstab in einem sekularen Staat im 21. Jahrhundert sollte die praktische Seite sein, wie sich Sexualität in verschiedenen Formen präsentiert und nicht Forderungen religiöser Fanatiker!

Hier handelt es sich um die beliebte Taktik der unpassenden Gegenüberstellung. Jeder, der die weltanschaulichen Aspekte staatlicher Sexualaufklärung kritisiert, wird gleich zum Fanatiker erklärt, mithin also zu jemandem, der der kritischen Auseinandersetzung nicht fähig ist. Er wird damit als Mensch abgewertet und für vornherein diskussionsunwürdig erklärt - ebenso, wie Sie es auch ausdrücklich mir gegenüber taten, als ich es wagte, Sie um eine Definition von "Gesellschaft" zu bitten.

So kann man sich mißliebiger Kritik natürlich auch entledigen.

Begleitet wird solche Dämonisierung des Andersdenkenden meist von unglaublicher Unkenntnis in der Materie, um die es geht. Herr Böttcher räumt ja freimütig ein, daß er "zum Glück" keinen einzigen streng religiösen Menschen kenne. Trotzdem weiß er, daß von diesen eine große Gefahr ausgeht. Woher er das wohl weiß? Wahrscheinlich aus den Massenmedien, die ja bekanntlich immer die reine Wahrheit berichten, stets sachlich und "wertneutral" - genau wie der staatliche Sexualkundeunterricht. :-)

Westfale , am 10. August 2009 um 21:56 ( Link )

@ EEkat

Zurück zur Frage. Ein bereits ergangenes Urteil jedoch kann (bisher) nicht durch Intervention aufgelöst werden. Das geht nur über ein Urteil einer höheren Instanz.

Grundsätzlich zutreffend (und richtig), aber faktisch gibt es die lustige Ausnahme des Nichtanwendungserlasses der Finanzverwaltung bei unliebsamen Finanzgerichts-Urteilen.

Sorry für OT.

Horst E. Böttcher , am 10. August 2009 um 23:18 ( Link )

@Reaktionär

"Er wird damit als Mensch abgewertet und für vornherein diskussionsunwürdig erklärt - ebenso, wie Sie es auch ausdrücklich mir gegenüber taten, als ich es wagte, Sie um eine Definition von "Gesellschaft" zu bitten."

Hier muss es etwas relativieren. Ich respektiere auch extreme Ansichten, nur stelle ich mich ihnen in den Weg, wenn es um die Durchsetzung geht.

Ich erkläre niemanden wegen radikaler Ansichten als "diskussionsunwürdig", nur wenn jemand im Zusammenhang mit allgemein bekannten Begriffen wie "Gesellschaft" alberne Bemerkungen macht.

Christliche Eltern müssen im "Markt der Weltanschauungen" eben mit sekulären Gedanken konkurrieren, wie sie der Staat, völlig zu Recht, in der Schule vertritt. Gerade weil die Gefahr besteht, dass extrem-christliche Eltern den Kindern z.B. ein verzerrtes Bild der Homosuxualität vermitteln, dass die Kinder später in der Gesellschaft zu einer feindlichen Haltung gegenüber diesen Menschen verleitet, ist es die Pflicht des Staates hier
ein neutrales Bild zu vermitteln. Christliche Eltern sind berechtigt, ihren Kindern ihr eigenes Weltbild zu vermitteln, sie haben aber kein Recht, die Haltung ihrer Kinder für die Zukunft festzulegen. Religionsmündigkeit beginnt in Deutschland mit dem 14. Lebensjahr, danach können Kinder sich vollständig vom Christentum lossagen.

Für mich ist die ganze Diskussion furchtbar rückwärts gewandt und gehört unter die Rubrik "Kuriose Rechtsfälle". Ich hoffe, mit dem Urteil des BVerfG ist das Thema endlich erledigt.

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 23:23 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

Sie haben es immer noch nicht geschafft, "Gesellschaft" zu definieren. Sie können das auch nicht, wetten?

Eine moralische Rechtfertigung des staatlichen Schulzwanges haben Sie ebenfalls noch nicht offeriert. Wetten, daß auch da nix mehr kommt?

Viscount , am 10. August 2009 um 23:38 ( Link )

Was muß eigentlich in diesem Land noch passieren, damit das Elektorat endlich einsieht, daß nach der Trennung von Staat und Kirche nun auch endlich mal die Trennung von Staat und Erziehung sowie - das dauert wohl noch eine Weile - die Trennung von Staat und Ökonomie am Platze wäre?

Daß sich die beiden christlichen Großsekten nun ausgerechnet am Sexualkundeunterricht stören, war zu erwarten, das ist mir persönlich auch solange und soweit egal, solange gemeinsame Ziele verfolgt werden können.

Dabei ist der Sexualkundeunterricht die reine Banalität gegen das staatsautoritäre Ökonomiebild, das in deutschen Schulen landauf, landab vermittelt wird - es gab dazu mal einen hochinteressanten Artikel in der FAZ, der die Schulbücher in Deutschland, Frankreich, England, USA und Skandinavien verglich (und der durchaus luzide erklärlich machte, weshalb so viele Menschen, bei denen man eigentlich intakten Verstand vermuten würde, immer noch der Meinung sind, Vater Staat müsse das ökonomische Ruder zu unsere aller Gunsten in die Hand nehmen):

Wie unsere Schulen Wirtschaft lehren (FAZ vom 20.01.2008)

Reaktionaer , am 10. August 2009 um 23:43 ( Link )

@ Viscount

--- Was muß eigentlich in diesem Land noch passieren, damit das Elektorat endlich einsieht, daß nach der Trennung von Staat und Kirche nun auch endlich mal die Trennung von Staat und Erziehung sowie - das dauert wohl noch eine Weile - die Trennung von Staat und Ökonomie am Platze wäre?

Darauf können Sie lange warten. Die meisten Wähler stehen doch auf einen starken Staat. Lesen Sie nur mal, was der Böttcher so schreibt.

Solche Leute wie er sind doch das beste Argument gegen die Demokratie.

---Daß sich die beiden christlichen Großsekten nun ausgerechnet am Sexualkundeunterricht stören, war zu erwarten

Ein profunder Religionsexperte? Nicht die "Großsekten", sondern kleinere religiöse Gruppen nehmen es eher ernst und stören sich daher daran.

---Dabei ist der Sexualkundeunterricht die reine Banalität gegen das staatsautoritäre Ökonomiebild, das in deutschen Schulen landauf, landab vermittelt wird

Da haben Sie allerdings auch wieder recht.

Konservativer , am 11. August 2009 um 0:09 ( Link )

Meines Erachtens erleben wir hier den äußersten Pendelausschlag eines Ideologiekrieges. Bis in die 50er Jahre hinein (man möge mich Nachgeborenen korrigieren) war eine Prüderie tonangebend, die in ihrer Spitze vorschlug, die Passagen zur Sexualität in theol. Ethikbüchern strikt auf Latein zu verfassen, damit sich kein fürwitziger Jüngling daran aufgeile. (Ein kurios- naives Ansinnen in meinen Augen.)

Dann kam die linke Kulturrevolution der 68er und mit ihr das Vorhaben, durch permanente Sexualisierung der Heranwachsenden die bürgerliche Familie, die Kirche, den Kapitalismus, "den Mief von 1000 Jahren" und weitere Scheußlichkeiten auszulöschen. Zu diesem Behuf (und nur dazu!) wurde auch der Sexualkundeunterricht ersonnen.

Wer bei selbigem also an einen Naturkundeunterricht mit spezieller Thematik denkt, der übertrifft an Naivität noch die eingangs erwähnten kirchlichen Ethiker. Hier ist knallharte Ideolgiearbeit am Werk. (siehe auch: http://www.gabriele-kuby.de/buecher/verstaatlichung-der-erziehung/ )

Um den ganzen Popanz zu entlarven, gehe man doch bloß mal der Frage nach, was 40 Jahre "Aufklärung" an den Schulen gebracht haben: Sind seitdem die Fallzahlen von Geschlechtskrankheiten, Teenieschwangerschaften usw. zurück gegangen, d.h. greift die "Wissensvermittlung"?

EEkat , am 11. August 2009 um 0:34 ( Link )

@Westfale,

am 10. August 2009 um 21:56 ( Link )
@ EEkat

"Zurück zur Frage. Ein bereits ergangenes Urteil jedoch kann (bisher) nicht durch Intervention aufgelöst werden. Das geht nur über ein Urteil einer höheren Instanz."

Grundsätzlich zutreffend (und richtig), aber faktisch gibt es die lustige Ausnahme des Nichtanwendungserlasses der Finanzverwaltung bei unliebsamen Finanzgerichts-Urteilen.
Sorry für OT.

Garnicht sorry. Sie haben ganz einfach recht.

In der Finanzgerichtsbarkeit gibt es die Möglichkeit, sich über ergangene Urteile hinwegzustzen. Und tatsächlich wird davon auch Gebrauch gemacht. Ich glaube, so etwa 120 Urteile werden im Moment einfach nicht umgesetzt. Kassiert.

EEkat

Reaktionaer , am 11. August 2009 um 0:45 ( Link )

@ Konservativer

Sie haben natürlich völlig recht. Aber diese Zersetzung ist bewußt gewollt und findet, wie Sie hier im Forum feststellen können, immer noch genug Anhänger.

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 3:56 ( Link )

Allem vorangestellt: Es ist vollkommen irre (und kein euphemistischer Begriff taugt hier), den hehren Begriff einer Pflicht zu bemühen, wenn es um Theaterstücke und Karnevalsfeiern geht.

Ohne ein liberales Grundrechtsverständnis kommt man hier nicht weiter. Und daß es natürlich keine "Schulpflicht" gibt, hatte ich bereits dargelegt, auch hier auf ef-online. Bisher unwidersprochen.
Betrachtet man Art. 7 (1) GG im Lichte eines Grundrechtes, also eines grundsätzlichen Rechtes des Bürgers im Rahmen oder gar zur Abwehr des Staates, dann geht es hier um die Aufsicht des Staates über Schule (Schule ist aber nicht die einzige Möglichkeit zu lernen - und kaum eine zur Bildung - das wußte man früher und das weiß man heute wieder). Schicken Eltern ihr Kind oder gar ihre Kinder in eine Schule, so haben sie das Recht, daß der Staat die Aufsicht leistet, die sie hier nicht mehr leisten können. So kann Art. 7 GG als Grundrecht betrachtet werden.
In der Tradition staatlicher Schulverwaltung, die jedoch gar keine hehre Tradition ist (vielmehr Okkupation) und lediglich modern- und schon gar keine lange Tradition hat - im Gegensatz zum Hausunterricht (gerade in deutschen Landen), neigen die (staatlich korrumpierten) Interpretatoren dieses GG-Artikels dazu, aus Absatz 2 reziprok zu schließen, daß, da Eltern nur den Religionsunterricht verweigern können sollen, alles andere "Pflicht" sein solle. Daß mit der Sonderregelung des Religionsunterricht, dem intimen Seelenverhältnis eines Menschen zu Gott Rechnung getragen wird, kommt keinem mehr in den Sinn.
Jedenfalls ist es ein Unding, wenn sich eine unpersönliche Entität wie "Staat" einfallen läßt, Erzieher zu sein. Auch gilt hier, was ich dazu bereits andernorts geschrieben habe: Die Bürger bilden den Staat, nicht umgekehrt. Jedenfalls in einer Republik. Ein staatlicher Erziehungsauftrag läßt sich allenfalls nur konstruieren und schon deshalb behauptet ihn das Bundesverfassungsgericht auch nur und hat ihn niemals begründet. Ideologisch ist ein "staatlicher Erziehungsauftrag" auch nichts anderes als Faschismus, menschlich eine Anmaßung und ökonomisch fatal suboptimal.

Noch kann der Staat, das heißt seine Lakaien (mehr ist da nicht), sich seine eigenen Untertanen nicht selber klonen (Lebensborn läßt grüßen). Deshalb trachtet er den Heranwachsenden, die Kinder anderer Väter und Mütter sind, nach dem Leben. Zumindest danach, dieses zu bestimmen. Es ist doch zynisch bis pervers, daß ich als Vater zwar via Partei und Parlament mitbestimmen kann, was, wann, wie und wo alle anderen Kinder lernen, nicht aber dasselbe für meine eigenen Kinder. Hier wird selbst das sozialstaatliche Prinzip der Subsidiarität gründlich verletzt. Aber wozu auch Prinzipien, wozu Recht und Ordnung, wenn ich als irgendwie gemessene Mehrheit meine Meinung auch mit Gewalt durchsetzen kann. Der Siegeszug des Bolschewismus erreicht Deutschland bis in die Privatsphäre. Hitler, der angeblich den Bolschewismus wehren wollte, unterschrieb 1938 das Gesetz zum Schulzwang, das sich das Demokratenpack der Nachkriegs-Möchtegern-Republik heute auf die Fahne schreibt. Geschichte bleibt spannend - und leidhaft, für die, die das Papier sind, über das der Griffel der Nomenklatura kratzt.

Es wird Zeit, sich zu wehren. Es ist Zeit für eine wehrhafte militante Schulbefreiungsfront.
Irgendwann stellt sich die Gewaltfrage auch in der Verteidigungsstellung. Die staatlichen Angreifer haben längst zur Gewalt gegriffen. Sie mißbrauchen die Staatsgewalt (de Jouvenel) erbarmungslos für ihre Zwecke - und, totalitär wie sie sind: sie machen keine Ausnahmen. Nicht einmal bei Theaterbesuch und Karnevalsfeier.

Reiner Vogels Fördermitglied , am 11. August 2009 um 9:01 ( Link )

@Konservativer

Sie haben recht. Es handelt sich um eine bewusste Zersetzungs- und Zerstörungsarbeit. Ich füge noch eine zeitgeschichtliche Interpretation hinzu:

Nach dem 1. Weltkrieg waren die Sozialisten zutiefst enttäuscht, dass die russische Revolution nicht auf Deutschland übergegriffen hatte. Die Wissenschaftler, die später die sog. "Frankfurter Schule" begründeten, kamen in ihren Analysen zu dem Schluss, dass ein entscheidender Hemmschuh der Revolution die intakten Familienstrukturen gewesen waren. Aus diesem Grunde plädierten sie für eine Auflösung der Familie und propagierten als Transmissionsriemen zur Erreichung dieses Zieles die schrankenlose Sexualisierung des Lebens. Ziel war letztlich der isolierte, weil nicht in einer Familienstruktur gebundende Mensch, der dann ein willenloses Manpulationsopfer gesamtgesellschaftlicher Ideologien (Sozialismus) sein würde.

Nach Jahrzehnten kommt diese Strategie heute allmählich zum Ziel.

FritzLiberal , am 11. August 2009 um 9:24 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Christliche Eltern müssen im "Markt der Weltanschauungen" eben mit sekulären Gedanken konkurrieren, wie sie der Staat, völlig zu Recht, in der Schule vertritt.

Prinzipiell halte ich mich im Streit zwischen christlichen und demokratischen Fundamentalisten eher raus. In diesem Ihrem "Argument" aber zeigt sich eine wirklich krasse Unlogik. Wo, bitte sehr, gibt es denn einen "Markt", gar einen von Weltanschauungen, wenn der Gewaltmonopolist Staat dort als Hauptakteur auftaucht und die anderern Marktteilnehmer durch Gewaltmaßnahmen vertreibt? Originelle Ansicht. Genauso könnte man argumentieren, in der seinerzeitigen "DDR" hätte es im Bereich der Automobilindustrie einen Markt gegeben. Mit dem gleichen Ergebnis übrigens. Die demokratische Weltanschauung ist in einem ähnlichen Zustand wie ein 30 Jahre alter Trabant. Aber wegen gewaltsamer Unterdrückung jeglichen Mitbewerbes halt auch de facto die einzige.

Christliche Eltern sind berechtigt, ihren Kindern ihr eigenes Weltbild zu vermitteln, sie haben aber kein Recht, die Haltung ihrer Kinder für die Zukunft festzulegen.

Aber der Staat darf das selbstverständlich!?

EEkat , am 11. August 2009 um 9:43 ( Link )

Stefan Sedlaczek, am 11. August 2009 um 3:56

zwei Ausschnitte aus Ihrem Beitrag:

1.
Und daß es natürlich keine "Schulpflicht" gibt, hatte ich bereits dargelegt, auch hier auf ef-online.

2.
Hitler, der angeblich den Bolschewismus wehren wollte, unterschrieb 1938 das Gesetz zum Schulzwang, das sich das Demokratenpack der Nachkriegs-Möchtegern-Republik heute auf die Fahne schreibt.

Zunächst mal: große Teile der Sozialgesetzgebung lassen sich auf Hitler zurückführen. Ihr Beklagen, das sozialstaatliche Prinzip der Subsidiarität (sei) gründlich verletzt. ist nur zu berechtigt, aber irgendwie auch verwunderlich. Hitler, und Subsidarität. Naja.

Was den Schulzwang angeht, - ich hoffe, Sie erkennen den Widerspruch in IHren beiden Statements - so wird niemand gezwungen, eine ganz bestimmte Schule zu besuchen. Das ist ebenfalls in Art 7 geregelt. Freilich ist dort auch geregelt, warum man nicht in D eine Koranschule aufmachen kann, um dort völlig nach eigenem Gusto lehren zu können. Unter Schulzwang verstehen sie also besser nicht, daß ein Kind eine ganz bestimmte, staatlichen Schule zu besuchen hat, Schulzwang meint, daß es unterrichtet werden muß, und daß diese Unterrichtung bestimmten Kriterien zu genügen hat, daß also Minimalforderungen erfüllt werden müssen.

Eine dieser Minimalforderungen umfaßt offenbar die Abhaltung eines Sexualkundeunterrichts.

Rabulistik hilft nicht weiter, besonders dann nicht, wenn einem - Ihnen - langsam deutlich wird, daß dieses Land sich womöglich gewalttätigen Zeiten gegenübersehen wird.

Vielleicht muß man das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan mit völlig anderen Augen sehen. Die Bundeswehr wird dort herangeführt an eine gewaltsame Auseinandersetzung mit der Bevölkerung. Damit wäre dann letzten Endes die eigene Bevölkerung, also wir gemeint. Die "Verteidigung von Demokratie am Hindukusch" erhielte dann zwar endlich eine treffende, aber auch besonders zynische Konotation.

Wir selber wären es, gegen den Demokratie gewaltsam verteidigt werden soll.

Dann würde auch endlich Sinn machen, warum die Bundeswehr im Innern einsetzbar gemacht werden soll.

Auch dies, wie so vieles, eine Attacke auf unser Grundgesetz.

Was der Bundesrepublik fehlt ist eine Bewegung, die den Widerstand formuliert, und fokussiert.

Dies wohl der Grund, warum nach und nach auch das Internet in das Fadenkreuz der Dressurelite gerät.

Leider sind wir bisher nicht in der Lage, aus dem Internet einen Nutzen zur Etablierung einer wirksam werdenden Gegenmacht zu ziehen, die diese Fokussierung organisiert.

Unsere Parteien waren dazu jedenfalls allesamt nicht in der Lage.

Ich schweifte mal wieder ab.

EEkat

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 10:25 ( Link )

@EEkat:
Ja, sie schweifen zwar ab - und das ist auch durchaus angebracht - aber landen am Ende wieder bei einer Hoffnung auf Führung und Partei. Hier aber liegt das Übel. Die notwendige Gegenmacht ist nämlich durchaus da, nur ist sie - wie das Internet -, nicht "organisiert" und es gibt da auch gar nichts zu etablieren, außer vielleicht eine Sichtweise und Minimalkonsens, wie man ihn unter www.selbsteigentum.de finden mag. Auch scheint mir die Zahl der Waldgänger zuzunehmen und die der Parteigänger abzunehmen. Das sind alles Hoffnungsschimmer. Nur wird die entwaffnete Bevölkerung ihr Widerstandsrecht selbst aus Art. 20 (4) GG ja gar nicht mehr wahrnehmen können. Ein Freund meines Großvaters sagte mir einmal: Wir sind mit den Nazis fertig geworden, wir werden auch mit den Sozis fertig werden. Na ja.

Zurück zum Schulzwang: Bevor man den Vorwurf der Rabulistik bemüht, kläre man die Begriffe. Schulzwang ist eben genau die physische Zuführung eines Schülers durch die Polizei in die Schule. Sie finden das unter www.schulzwang.info
Hitler und Rust führten den Schulzwang 1938 per Gesetz ein, die deutschen Länder übernahmen diese in ihre Schulgesetze. Und üben diesen übrigens rabiater aus als es selbst bis 1945 der Fall war.
Und dazu führt der Schulzwang heute: Freilerner, die ohne Schule lernen, werden dabei in die örtliche Grundschule gezwungen, bzw. wenn sie älter sind in die Regelschule - und das ist die wohnsitzabhängige Hauptschule.

Was die Schulwahl angeht, so ist dies allein schon deshalb nur eine halbe Wahl, weil ich Lernen ohne Schule, nicht einmal ortsunabhängig (die deutschen Fernschulen dürfen nur im Ausland tätig werden!), gar nicht wählen darf. Hinzu kommt, daß spätestens seit den 70/80er Jahren auch die Privatschulen und insbesondere die konfessionellen Schulen zwar dann doch nicht verboten wurden, aber doch so gegängelt und durch zwingend staatliche Ausbildung und staatliches Zeugnis faktisch fast schon gleichgeschaltet sind.
Und die "Aufsicht" regelt praktisch alles. Selbst eine Schulvakanz von wenigen Stunden für eine Beerdigung darf der Klassenlehrer, der es ja nun am besten entscheiden (und ausgleichen) kann, nicht selbst entscheiden, sondern braucht dazu eine Genehmigung des Schulamtes. Der Rektor der hiesigen Grundschule zum Beispiel hat 3 Jahre um einen Beamer betteln müssen.

Es nutzt also nichts, sich die Welt schönzuphantasieren und anderen Rabulistik vorzuwerfen. Aber die völlige Verdrehung ist ja besonderes Kennzeichen unserer Zeit - und ich bin mir natürlich auch sicher, daß Sie es gar nicht böse gemeint haben. Aber schauen Sie selbst: So leicht liegt man daneben, was niemanden daran hindert mit anderen Politik (nach Oppenheimer das Mittel der Gewalt - anstatt das friedliche des Vertrages) zu machen. Der Wahn regiert, alle anderen sind dazu viel zu vorsichtig.

Horst E. Böttcher , am 11. August 2009 um 10:33 ( Link )

@Fritz Liberal

"Wo, bitte sehr, gibt es denn einen "Markt", gar einen von Weltanschauungen, wenn der Gewaltmonopolist Staat dort als Hauptakteur auftaucht und die anderern Marktteilnehmer durch Gewaltmaßnahmen vertreibt?"

Sie haben meinen Hinweis auf den "Markt der Welt-aschauungen" falsch verstanden. Ich meinte nicht verschiedene Schulen, sondern unterschiedliche Einflüsse, mit denen ein Kind konfrontiert wird. Da sind einmal die Lehren des Elternhauses, dann die Schule, weiter Medien, Kontakte mit Freunden. Alle mögen mit unterschiedlichen Lehren auf das Kind einwirken. "Gewaltmonopolist" ist die Staatsschule da keineswegs, nach meiner eigenen Erfahrung würde ich sagen, nicht einmal "Marktführer"! Wie stark die einzelnen "Marktkräfte" die Entwicklung des Kindes beeinflussen, hängt von deren Stärke und Überzeugungs-kraft ab.

"Christliche Eltern sind berechtigt, ihren Kindern ihr eigenes Weltbild zu vermitteln, sie haben aber kein Recht, die Haltung ihrer Kinder für die Zukunft festzulegen."

Der Staat legt keinesfalls die Haltung der Kinder für die Zukunft fest. Er ist, wie aufgeführt, ein "Marktteilnehmer". Ich glaube kein sehr entscheidender, denn die Generation, die in den 50'er Jahren in bürgerlich-prüder Form erzogen wurde, initiierte dann die 68'er Revolution. Die jahrzehntelange kommunistische Erziehung in der DDR hat auch nicht zu den vom Staat gewünschten Ergebnissen geführt. In einer freien Gesellschaft wie im heutigen Deutschland, sind eben viele Einflüsse vorhanden mit unterschiedlicher Wirkung.

Konservativer , am 11. August 2009 um 11:06 ( Link )

In einer freien Gesellschaft wie im heutigen Deutschland

Wo bitte schön findet sich dieses freie Deutschland auf der Landkarte? Kann man dahin auswandern?

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 11:21 ( Link )

@ Horst E. Böttcher:
Der Wahn, der Wahn! Hier ist der "Staat" eben nicht Marktteilnehmer. Auf einem Markt wird frei agiert. Die Typen vom Staat zwingen aber, sie nötigen und zwingen mit Gewalt die Heranwachsenden, ihre Propaganda anzuhören - und prüfen sogar daraufzielend ab und haben ein Monopol für die Berufslaufbahnsqualifikationen geschaffen!
Wäre der Staat ein Marktteilnehmer, dann könnten doch diese Baptisten hingehen oder nicht. Darum geht es ja gerade: Sie MÜSSEN hingehen, werden mit Bußgeldern bedroht und belangt, dies ja zu tun.
Man muß schon die Vorstellung eines Marktes als (Zwangs-)Veranstaltung des Staates haben, um hier in die Irre geleitet zu werden. Aber selbst das haut ja nicht hin: Die staatliche Lehre ist höchst einseitig, der dort verkündete "Pluralismus" eine Beleidigung dieses Wortes. Und im übrigen gleicht das Verhalten der Staatler hier folgendem Vorgang:

Ein Mensch wünscht ein Brötchen zu kaufen. Er sucht den Bäcker auf, bei dem er in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat. Vor dem Bäckerladen greift ihn die Staatspolizei auf und zwingt ihn dazu, sich gefälligst zunächst die Brötchen der Staatsbäckerei anzusehen, diese zu probieren und auch vor allem seinen Kindern vorzusetzen. Diese könnten ja sonst nicht frei entscheiden, welche besser seien. Im übrigen müßten Kinder vormittags (und demnächst ganztags) die staatlichen Brötchen essen. Die Brötchen, die die Eltern für gut halten, könnten diese ja in ihrer Freizeit reichen.

Markt ist durch Freiheit gekennzeichnet. Man trifft sich oder nicht, man tauscht (und wertet damit beiderseitig auf - das nur am Rande) oder nicht. Das ist Markt, alles andere ist Befehl. Das hat Roland Baader wunderbar formuliert.

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 11:26 ( Link )

@Konservativer:

Wir haben ja keine freie Gesellschaft sondern eine freiheitlich-demokratische Grundordnung. Dabei ist freiheitlich so frei wie grünlich grün ist - oder wie es Herr Schüßlburner einmal darlegte: Vergleichen wir es mit dem Begriff einer schönlichen Frau.

EEkat , am 11. August 2009 um 11:43 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

Sie können sicher sein, daß ich es garnicht böse gemeint habe, zumal ich es vor allem anders gemeint hatte. Und eigentlich auch so beschrieben habe.

Immerhin: Daß es bei uns keinen Schulzwang gäbe, darin scheinen wir uns nun einig zu sein, insoweit stimme ich Ihren Ausführungen zu. Sie schildern anschaulich, wie Schulzwang verstanden und durchgesetzt wird. Also scheint dieser zu existieren. Sie schildern die gesetzlichen Grundlagen sowie den Ursprung dieser gesetzlichen Grundlage. Das können wir also abhaken.

Ob eine Interpretation des Urteils unseres Verfassungsgerichtes - hier zum Religionsunterricht - wirklich wiedergibt, was in dem Urteil tatsächlich drinsteht, das will ich mal dahingestellt sein lassen.

Schließlich hat diese Republik Wochen benötigt, um überhaupt zu raffen, was das Lissabon-Urteil tatsächlich besagt. Ich will das mal skizzieren: Es ist entweder das Ende der EU, oder aber das Ende unserer Verfassung, was wiederum nur durch einen Verfassungsbruch in Gang gesetzt werden könnte. Dies ist niemandem bisher bewußt geworden. Soviel zum Verständnis von Verfassungsgerichtsurteilen. Bananenrepublik. Und es wird auch noch dauern. Was man sicherlich zu nutzen versucht, sich an dieser Erkenntnis vorbeizumogeln. Ich kann dies bei Bedarf gerne näher ausführen. Zurück zu Ihrem Beitrag.

Nein. Ich lande am Ende nicht bei der Hoffnung auf eine Partei. Das können Sie meinem Statement :

"Unsere Parteien waren dazu jedenfalls allesamt nicht in der Lage"

wirklich nicht entnehmen.

Sie schreiben weiter:

Die notwendige Gegenmacht ist nämlich durchaus da, nur ist sie - wie das Internet -, nicht "organisiert" und es gibt da auch gar nichts zu etablieren, ...

Sie ist also Ihrer Meinung nach vorhanden, diese Gegenmacht. Na gut, dann führen Sie diese nicht organisierte, und nicht etablierte Gegenmacht mal in die bevorstehenden Auseinandersetzungen, nachdem diese Gegenmacht schon bisher nichts auszurichten vermochte.

Da scheint mir eine prinzipielle Schwäche zu bestehen, die das Wirksamwerden von Gegenmacht verhindert.

Die Analyse dazu:

Jeder glaubt, den Stein der Weisen zu besitzen. Das Resultat unseres archaischen Inventars, über mehr Selbstvertrauen verfügen zu müssen, als objektiv angebracht wäre.

Dies macht uns zwar einerseits überhaupt erst als Individuum aktionsfähig, aber es hindert uns gleichzeitig daran, erkennen zu können, daß der einzelne auf Selbstüberschätzungen beruht, und damit als Gruppe nichts bewirken wird, weil sich damit notwendig jeder gegen den anderen stellt.

Wenn Ihnen dies vielleicht vertraut vorkommt, vielleicht von den Nazis? so liegt dies darin, daß in der deren gewaltsamer Bündelung, also die Überwindeung des Individuums und seiner notwendigen Selbstüberschätzung das Geheimnis derer Erfolge lag.

Zu einem Preis, den zu zahlen ich nicht bereit bin.

Genau dies machen sich diejenigen, die sich bei uns Demokraten nennen, nun zunutze. Und sie machen dies mittlerweile ganz offen, völlig ungeschminkt, indem sie uns zu Gefangenen der Abwehr der Nazitechnik machen.

Bin ich noch verständlich?

Der Impuls gegen den Nationalsozialismus wird von unseren vermeintlichen Demokraten gegen die Demokratie instrumentalisiert.

Wenn wir dies nicht überwinden, indem wir die Notwendigkeit akzeptieren sich in irgendeiner Weise zu organisieren, dann haben wir alle verloren.

Das wird uns und Ihnen dämmern, schneller als uns und Ihnen lieb ist.

EEkat

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 12:18 ( Link )

Daß Schulzwang in deutschen Landen existiert, ist ja offensichtlich. Bestritten habe ich und bestreite es fürderhin, daß es eine SchulPFLICHT gibt. Was eine Pflicht ist, damit beschäftigt sich die Deontologie. Hier hatte ich mich mit dieser vermeintlichen Schulpflicht auseinandergesetzt:
Eine Schulpflicht gibt es nicht
Zur Unterscheidung von Schulpflicht hoffentlich auch gut geeignet:
www.schulpflicht-schulzwang.de

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 13:12 ( Link )

Die obenstehenden Links hier richtig formatiert:

Eine Schulpflicht gibt es nicht

www.schulpflicht-schulzwang.de

Horst E. Böttcher , am 11. August 2009 um 13:37 ( Link )

@Konservativer

"Wo bitte schön findet sich dieses freie Deutschland auf der Landkarte? Kann man dahin auswandern?"

Sie befinden sich dort. Wenn Sie hier nicht genug Freiheit geniessen, aber auswanderungswillig sind, suchen Sie sich ein freieres Land in der Welt.

Wenn Sie in der Regierungsmacht eine Bedrohung Ihrer Freiheit sehen, empfehle ich Somalia. Dort hat die Regierung praktisch keine Macht!

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 13:57 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

"Wer sich nicht rührt, spürt seine Ketten nicht.", Alfredo Rossi

Nein, die Leuteschinder müssen gehen, nicht die Bedrängten - oder sie lassen das Leuteschinden zukünftig bleiben.

Bei über 800.000 Vorschriften von einem freien Land zu reden ist Realitätsverweigerung. Da braucht es nicht einmal den Hinweis auf die unzähligen und grundlegenden staatlichen Monopole (Bildung, Geld, Gerichtsbarkeit, Vorsorge und Fürsorge usw. usf.) Deutschland ist kein freies Land. Die Menschen waren noch nie so unfrei und willkürlich gegängelt wie seit der Moderne.
Zwar hat die Freiheit von den Zwängen der Natur durch Technik und Wissenschaft enorm zugenommen, aber diese Entwicklung haben wir kontinuierlich seit der päpstlichen Revolution im Mittelalter. Sie ist nicht das Verdienst der Politik, sondern einer veränderten Sicht auf ein mögliches Heilswirken auch des sündhaften Menschen (Mehr dazu: Berman: Recht und Revolution)

Horst E. Böttcher , am 11. August 2009 um 14:10 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

"Hier ist der "Staat" eben nicht Marktteilnehmer. Auf einem Markt wird frei agiert."

Ich habe hier nur von dem Teilmarkt der sexuellen Aufklärung gesprochen. Da ist die Schule, genau wie Eltern, Medien, Freunde, ein Marktteilnehmer.

"Die Typen vom Staat zwingen aber, sie nötigen und zwingen mit Gewalt die Heranwachsenden, ihre Propaganda anzuhören "

Wenn der Staat Sexualkunde unterrichtet ist das Gewalt, wenn Eltern ihren Kindern ihre christlichen Ideale aufdrängen, dann ist das Freiheit?

Es sollte einmal überdacht werden, wieweit Eltern das Recht haben, ihre Kinder in ihrem eigenen Sinne zu indoktinieren.

Wenn Personen im späteren Leben durch extreme Ansichten und Handlungen auffällig wurden, egal ob Religion, Politik oder gesellschaftliche Fragen, dann ist die Ursache eher im Elternhaus als in der Schule zu suchen.

Horst E. Böttcher , am 11. August 2009 um 14:16 ( Link )

@Reaktionär

"Eine moralische Rechtfertigung des staatlichen Schulzwanges haben Sie ebenfalls noch nicht offeriert. Wetten, daß auch da nix mehr kommt?"

Eine gute Ausbildung ist im Interesse des Einzlnen und der Gesellschaft. Eine wertneutrale, sekulare Schul-bildung kann flächendeckend am besten vom Staat geboten werden. Daher ist der Staat zu einer solchen Leistung verpflichtet und die Schüler in ihrem eigenen Interesse zum Schulbesuch.

Die Möglichkeit Privatschulen zu gründen besteht, da sich diese aber auf dem flachen Lande niemals wirtschaftlich tragen würden, ist der Staat gefordert, das Schulwesen zu organisieren.

freiheitistunteilbar , am 11. August 2009 um 14:16 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

@Konservativer
"Wo bitte schön findet sich dieses freie Deutschland auf der Landkarte? Kann man dahin auswandern?"
Sie befinden sich dort. Wenn Sie hier nicht genug Freiheit geniessen, aber auswanderungswillig sind, suchen Sie sich ein freieres Land in der Welt.
Wenn Sie in der Regierungsmacht eine Bedrohung Ihrer Freiheit sehen, empfehle ich Somalia. Dort hat die Regierung praktisch keine Macht!

Das wäre vergleichbar mit der Situation, in der Sie Ihren Nachbarn berauben und bei Widerspruch entgegnen würden , er sei ja nicht weggezogen, somit habe er dem Raub zugestimmt.

Horst E. Böttcher , am 11. August 2009 um 15:30 ( Link )

@freiheitistunteilbar

Der Fragesteller hat selbst seine Auswanderungs-absicht angezeigt. Ich habe nur einen konstriktiven Rat gegeben.

Gamma , am 11. August 2009 um 16:07 ( Link )

Markt ist durch Freiheit gekennzeichnet. Man trifft sich oder nicht, man tauscht (und wertet damit beiderseitig auf - das nur am Rande) oder nicht. Das ist Markt, alles andere ist Befehl. Das hat Roland Baader wunderbar formuliert.

Schön und gut, nur sollen wirklich Kinder entscheiden wo und wie sie lernen? Auch die "Freiheit" der Eltern, darüber zu entscheiden was ihre Kinder lernen, ist aus der Sicht des betroffenen Individuums, nämlich des Kindes, keine Freiheit.

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 16:40 ( Link )

@Gamma:

Kinder sind ja einfach nicht frei. Ihnen fehlt ja schon die notwendige antizipatorische Befähigung. Sie müssen eben erst heranwachsen und zur reifen Persönlichkeit werden. Dies leisten bestmöglich die eigenen Eltern, jedenfalls Personen, zu denen das Kind Vertrauen haben kann und eine Bindung hat. Wer auch sonst ist berufen, von Natur und Recht, als die Eltern, ihre Kinder zu führen und zu leiten. Die Eltern haben das Kind bekommen. Es gibt unzählige biologische, physiologische, psychische, seeliche und auch soziale Gründe dafür, daß Kinder am besten bei den Eltern aufwachsen. Kollektiverziehung ist massiv gescheitert. Im ehemaligen Ostblock wundern sich die Wissenschaftler, daß jetzt im Westen auf die politischen Ideologien hereingefallen wird. Aber fern jeden Utilitarismus: Woher soll denn das Recht kommen, die Eltern zu bevormunden, was die Erziehung ihrer Kinder angeht? Wer hat denn mehr Interesse am Wohl der eigenen Kinder, an die auch die Eltern gebunden sind, als diese? Sie würden diese ja sonst gar nicht bekommen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es mag natürlich vorkommen, daß Kindern durch ihren Eltern geschadet wird, die Polizeistatistik nennt eine Zahl von 7 Promille (www.menschenverschmutzung.de). Bei staatlicher Betreuung ist die Schadensquote erheblich höher! Und das Erzieher (alternativ hierzu www.unerzogen.de) so erziehen, wie sie sind, ist in jedem Fall unvermeidlich, das gilt für Eltern, Schule und Jugendamt gleichermaßen. Die elterliche Disposition ist aber dem Kinde aus allen oben genannten Gründen näher. Warum werden wohl Kinder Eltern geboren und wachsen nicht auf Bäumen?

Stefan Sedlaczek , am 11. August 2009 um 16:51 ( Link )

@ Horst E. Böttcher:

So lapidar ihre Begründung daher kommt, so wenig reflektiert dürfte diese sein. Sind Sie doch bitte so gut und begründen Sie zumindest eine Etage tiefer die von Ihnen so selbstverständlich zugrundegelegten Annahmen, die Ihre Begründung tragen können sollen. Versprochen, daß ich dann auch ausführlich darauf eingehe. Ich bin jedenfalls erschrocken über die Bereitschaft aufgrund welch' dünner und geradezu unzureichender Annahmen sich Menschen gerechtfertigt sehen, Gewalt gegen andere anzuwenden. Auch das wohl eine Folge der Mehrheitlerei, bei der zur Zählung allein die bloße Meinung reicht, die weder Begründung braucht noch Verantwortung mit sich bringt. Siehe dazu mein Beitrag Antizipation statt Partizipation.

Konservativer , am 11. August 2009 um 18:31 ( Link )

"Wo bitte schön findet sich dieses freie Deutschland auf der Landkarte? Kann man dahin auswandern?" Sie befinden sich dort. Wenn Sie hier nicht genug Freiheit geniessen, aber auswanderungswillig sind, suchen Sie sich ein freieres Land in der Welt. Wenn Sie in der Regierungsmacht eine Bedrohung Ihrer Freiheit sehen, empfehle ich Somalia. Dort hat die Regierung praktisch keine Macht!

Vielen Dank für Ihre freundlichen Reisehinweise! Leider haben Sie ein Detail übersehen, das für mich einer conditio sine qua non nahe kommt: Ziel meiner Träume ist ein freies DEUTSCHLAND!

Ich weiß nicht, ob sie mit solchem Gedöhns wie Patriotismus etwas anfangen können. Aber für mich zählen Land und Volk nun mal mehr als seine sozialistischen Regierungen.

Reaktionaer , am 11. August 2009 um 20:23 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

--- Wenn der Staat Sexualkunde unterrichtet ist das Gewalt, wenn Eltern ihren Kindern ihre christlichen Ideale aufdrängen, dann ist das Freiheit?

Abgesehen von der recht wertenden Vokabel "aufdrängen" haben Sie es damit relativ gut getroffen, ja.

--- Es sollte einmal überdacht werden, wieweit Eltern das Recht haben, ihre Kinder in ihrem eigenen Sinne zu indoktinieren.

Jedenfalls eher als der Staat.

--- Wenn Personen im späteren Leben durch extreme Ansichten und Handlungen auffällig wurden, egal ob Religion, Politik oder gesellschaftliche Fragen, dann ist die Ursache eher im Elternhaus als in der Schule zu suchen.

Ihr Ziel sind eben Menschen, die im Strom schwimmen, ohne aufzufallen, charakterlose Massenmenschen und austauschbare Nummern im System. Sie sind halt ein linker Freiheitsfeind. Hauptsache, man fällt nicht auf, nicht wahr?

Auch sonst ist Ihre Behauptung falsch. Die meisten jugendlichen Amokläufer reagierten damit auf das Unrecht, das sie im staatlichen System der Schule erlebten (z.B. Mobbing, gegen das keiner was getan hat.)

Reaktionaer , am 11. August 2009 um 20:32 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

Ah, Sie versuchen sich doch an einer Begründung. Diese ist erwartungsgemäß erschreckend dünn.

--- Eine gute Ausbildung ist im Interesse des Einzlnen und der Gesellschaft.

Im Interesse des Einzelnen schon. Dann soll sich auch jeder selbst drum kümmern. Im Interesse der Gesellschaft? Ich weiß immer noch keine Definition derselben. Ich selbst habe kein Interesse daran, daß der Straßenpöbel auf meine Kosten ausgebildet wird. Also gehöre ich scheinbar nicht zur Gesellschaft. Beruhigend immerhin.

--- Eine wertneutrale, sekulare Schul-bildung kann flächendeckend am besten vom Staat geboten werden.

Bildung kann niemals wertneutral sein. Auch fehlt die Begründung, warum der Staat es am Besten können soll. Sie "belegen" Ihre Behauptung also nur durch eine andere unbelegte Behauptung.

--- Daher ist der Staat zu einer solchen Leistung verpflichtet

Dieser Schluß ergibt nun gar keinen Sinn. Warum sollte das eine aus dem anderen folgen? Und wer verpflichtet den Staat?

--- und die Schüler in ihrem eigenen Interesse zum Schulbesuch.

Ebenfalls eine vage Behauptung. Also, in meinem Interesse war der Schulbesuch früher nicht.

--- Die Möglichkeit Privatschulen zu gründen besteht, da sich diese aber auf dem flachen Lande niemals wirtschaftlich tragen würden, ist der Staat gefordert, das Schulwesen zu organisieren.

Und wieder einfach eine Behauptung. Ich fordere den Staat jedenfalls nicht.

Reaktionaer , am 11. August 2009 um 20:33 ( Link )

@ Konservativer

---Ziel meiner Träume ist ein freies DEUTSCHLAND!

Wie genau soll dieses freie Deutschland denn aussehen?

Horst E. Böttcher , am 11. August 2009 um 20:40 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

Ich weiss nicht, ob wir auf gleicher Ebene sprechen können. Sie bezeichnen Schulzwang als "Gewalt", für mich ist es eine rein pragmatische Anforderung im Interesse aller.

Ich halte eine umfassende schulische Sexual-Aufklärung (auch über Themen wie Homosexualität, Prostitution, etc) für die Entwicklung der Kinder für essentiell. Sie wollen dies nur auf freiwilliger Basis zulassen. Deutschland ist ein sekularer Staat, es ist daher die Pflicht des Staates auch Sexualität auf sekularer Weise und nicht im christlichen Sinne in der Schule zu behandeln

Sie schreiben weiter:

"Zwar hat die Freiheit von den Zwängen der Natur durch Technik und Wissenschaft enorm zugenommen, aber diese Entwicklung haben wir kontinuierlich seit der päpstlichen Revolution im Mittelalter. Sie ist nicht das Verdienst der Politik, sondern einer veränderten Sicht auf ein mögliches Heilswirken auch des sündhaften Menschen"

Damit kann ich nichts anfangen. Von einer päpstlichen Revolution habe ich noch nie gehört und "Heilswirken auch des sündhaften Menschen" ist Theologie, und wie ich schon schrieb, Deutschland ist sekular.

Konservativer , am 11. August 2009 um 21:53 ( Link )

Wie genau soll dieses freie Deutschland denn aussehen?

Ach, das Himmelreich auf Erden wird es gewiss nicht geben. Aber etwas weniger Sozialismus und etwas weniger Staat wäre schon möglich. Hatten wir auch schon in der Geschichte. Etwa nach den Kriegen 1870/71 und eine Weile nach '45. Andernfalls wären wir nicht bis zur Stunde die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt (oder hat uns China schon überholt, naja auch egal).

Um auf das Thema zurück zu kommen: Es gab auch Zeiten, da hatte das deutsche Bildungssystem Weltruhm. Bezeichnenderweise waren das die Zeiten vor der Einführung des staatlichen Schulzwangs.

Reaktionaer , am 11. August 2009 um 23:05 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

--- Sie bezeichnen Schulzwang als "Gewalt", für mich ist es eine rein pragmatische Anforderung im Interesse aller.

Wenn man jemanden, der sich dem Schulzwang entgegenstellt, die Kinder wegnimnmt und ihn gar in den Knast steckt, dann ist das doch wohl Gewalt. Aber ich weiß, Sie finden das ganz toll.

EEkat , am 12. August 2009 um 0:49 ( Link )

Zwar ist mir klar, was alles dazu veranlaßt, sich dem Staat kritisch gegenüberzutellen. Da gibt es viele Beweggründe.

Nicht klar ist mir der Grund, das Hohelied der Eltern hier anzustimmen. Korrekterweise müßte man schon längst von Elter sprechen, denn die meisten Kinder kommen nicht mehr aus intakten Beziehungen, ganz selten können sie dabei noch auf ihre wirklichen Erzeuger zurückgreifen. Die Singelehe ist wohl die Regel.

Ein großer Prozentsatz der Einklässler trtt sein Schulleben an mit dementsprechend glanzlosen Augen.

Zerstört von der Gewohnheit, KLeinkinder vor Fernsehgeräten zu parken, sie dort abstumpfen zu lassen, schon weil ein Kleinkind keilerlei Schlüssel hat, das Geschehen vor ihm auf der Glotze zu dechiffrieren. Es kann die Bedeutung der Worte, der Geräusche, der bewegungen nicht zuordnen, sein ihm angeborener FDrang, seine Umwelt begreifen zu müssen scheitert jämmerlich. Das Gehirn schaltet daraufhin nach einiger Zeit ab all das, was es nicht hat entziffern können.

So werden Nüsse taub gemacht, mit denen wir es dann in Schulen zu tun haben, lange bevor diese Schule überhaupt einen Zugriff auf diese Kinder erhält, da ist der Käse bereits gegessen.

Mit 3 Jahren sind die Grundverschaltungen des Gehirns angelegt und manifest, das Betriebssystem aufgespielt, und das Gehirn schaltet, als größrter Energieverbraucher des Körpers, aus reinen Nützlichkeitsgründen all jene Areale ab, die bis dahin nicht angesprochen wurden.

Mit was für Eltern haben wir es denn in der Regel tatsächlich zu tun, für die hier pauschal so große Worte geschwungen werden.

Die paar Eltern, die sich wirklich ihren Kindern widmen, die covern das, was im Schulstoff danebenliegen könnte, mit Leichtigkeit.

Um jemanden von Staats wegen durch die Schule indoktrinieren zu können, durch Sexualkundeunterricht beispielsweise, da muß erst einmal etwas vorhanden sein, was sich zur Indoktrination anbietet, und auch noch lohnt.

All jene, die zu indoktrionieren sich lohnen würden, sind wohl eher aus den Häusern von Eltern, die ihre Kinder so ausgestattet haben, daß diese kein dankbares Ziel für solche Anwandlungen wären.

Ich lache darüber, daß meine inzwischen erwachsenene Kinder in der Schule, egal durch welchen Stoff, in ihrer eigenen Entscheidungshoheit durch solchen Mist wie genderisierung hätten beeinflußt werden können. Das ist einfach abwegig. Ich lache auch deswegen, weil die Genderisierung so ein großer Schmarrn ist, daß ich mich ernsthaft frage, wer sich für solch einen Blödsinn vor die Kinder stellen mag. Aber ich streite nicht ab, daß dies geschehen könnte. Für gesunde Kinder sehe ich darin jedoch keinerlei Gefahr, sondern eher Quelle für Belustigung.

Der Unterschied der Geschlechter wird bereits im Verhalten von Kleinkindern erkennbar, da können die noch nicht einmal laufen. Es gibt niemanden, der darüber erstaunter war, als meine Frau und ich.

Die meisten KInder werden von ihren Erzeugern - im Geiste wohl selber Kinder - im Stich gelassen worden, kaum daß sie auf der Welt sind.

Mittlerweile ist es fast so weit, daß man getrost auf die Schulpflicht verzichten könnte. Das Schmalspurwissen, das dort noch vermittelt werden kann reicht nicht einmal mehr aus, um einen Brief zu schreiben. Mir ist völlig unklar, wie man da auch noch von Bildungssystem sprechen will. Das geht eigentlich nur, wenn man nicht weiß, was Bildung eigentlich meint.

Da die BRD den weltweit mit Abstand größten Aufwand für unser Schulsystem treibt, und damit nur vergleichsweise miese Resultate erzielt frage ich mich, wann endlich jemand auf die Idee kommt, die Ursachen für das Scheitern dort zu verorten, wo der Schaden tatsächlich angerichtet wird.

Das geschieht in den allerersten Lebensjahren.

EEkat

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 2:40 ( Link )

@ EEkat

---Die paar Eltern, die sich wirklich ihren Kindern widmen, die covern das, was im Schulstoff danebenliegen könnte, mit Leichtigkeit.

Genau solche Eltern sind es ja, die ihre Kinder vor dem Schulzwang bewahren wollen und sie heimschulen. Und gerade solche Eltern werden dann kriminalisiert.

Gamma , am 12. August 2009 um 9:36 ( Link )

@ Stefan Sedlaczek

Dass Eltern in der Regel nur das Beste für ihre Kinder wollen, will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber man kann das Thema Freiheit der Kinder in dieser Diskussion nicht ausklammern. Gerade weil Kinder noch "unfrei" sind (zumindest teilweise; im Alter in dem Sexualkunde unterrichtet wird würde ich Kindern schon eine gewisse Selbständigkeit zusprechen), obliegt den Eltern eine spezielle Pflicht, ihre Kinder zu freien, denkenden, zum Umgang mit anderen Menschen befähigten Menschen zu erziehen.

Wer hier nur die Freiheit der Eltern betont, steht in meinen Augen vor einem unlösbaren Problem, denn wenn Eltern die Freiheit hätten, ihre Kinder zu unfreien Menschen zu erziehen, so müsste man davon ausgehen dass die Kinder kein Recht auf Selbsteigentum haben. Dann aber hat niemand dieses Recht, weil jeder Kind eines Anderen ist.

Die Eltern stehen also in der Pflicht. Wer setzt diese Pflicht der Eltern gegenüber den Kindern durch, wenn die Kinder, also die Gegenpartei, noch nicht zur Selbständigkeit befähigt sind? Ein Dilemma.

Horst E. Böttcher , am 12. August 2009 um 10:24 ( Link )

@Reaktionär

"Im Interesse des Einzelnen schon. Dann soll sich auch jeder selbst drum kümmern. Im Interesse der Gesellschaft? Ich weiß immer noch keine Definition derselben. Ich selbst habe kein Interesse daran, daß der Straßenpöbel auf meine Kosten ausgebildet wird. Also gehöre ich scheinbar nicht zur Gesellschaft. Beruhigend immerhin."

Wenn Sie nicht wissen, was Gesellschaft ist, schauen Sie in den Brockhaus oder Wikipedia, wir sind hier nicht in der Sonderschule, wo solche Begriffe erklärt werden müssen.

Wenn alle Behauptungen, die in diesem Forum aufgestellt werden, einschliesslich diverser Verschwörungs-Theorien eindeutig belegt werden müssten, dann würden die Seiten ziemlich leer werden. Nehmen Sie meine Ausführungen einfach als meine Ansichten hin, Sie können getrost eine andere Meinung haben.

EEkat , am 12. August 2009 um 10:53 ( Link )

Es gibt wohl fast unendlich viele Möglichkeiten, wie Eltern ihre Kinder schädigen können. Bereits beim Anspruch, diese Kinder nach eigenen Vorstellungen formen zu wollen, lauern Untiefen. Das geht auch meistens schief.

Wenn Eltern nicht covern können, was in der Gesellschaft auf ihre Kinder zukommen kann, ihnen also nicht das Kreuz stärken wollen, selber erkennen zu können, was mit dem normalen Verstand in Übereinstimmung gebracht werden kann, und diese Kinder deswegen dieser Welt glauben entziehen zu müssen, dann sind dies für mich keine besonders vorbildlichen Eltern.

Konsequenterweise handelt es sich dann oft um Eltern, die mit eigenem Sendungsbewußtsein auf Gebieten tätig werden, die nicht dem Bereich des Wissens zugehörig sind, sondern dem Bereich des Glaubens. Dem Bereich, was sie glauben. Ein weites Feld. Vor allem haben diese Eltern nicht zu der Erkenntnis gefunden, daß ihr Glaube eben auch kein Wissen darstellt. Obwohl sie dies anders behaupten.

Religionen haben einen bedeutenden Anteil an der Prägung eines Menschen, eines landes, einer gesellschaft. Deswegen gibt es eine staatliche Verpflichtung, einen Religionsunterricht anzubieten sowie die Verpflichtung für schulpflichtige Kinder, an einem solchen teilnehmen zu müssen, wobei sich die Eltern - ab einem bestimmten Lebensalter der Schüler selber - sich die Konfession aussuchen können, bei der sie am Religionsunterricht teilnehmen wollen.

Es bleibt dennoch eine Pflichtstunde, es ist keine Freistunde. Findet man keine geeignete Konfession, in der man dem Unterricht folgen möchte, so ist Anwesenheit in der Schule an anderer Stelle zu erbringen.

Das leuchtet ab einem bestimmten Geisteszuschnitt, also einer bestimmten Einsichtsfähigkeit ein.

Elterm, die sich an diese Gesetzesbestimmungen nicht halten wollen, die verstoßen damit gegen das Gesetz. Ganz klar. Die sind damit kriminell, wenn jemand unbedingt mit dieser Bezeichnung rumfuchteln möchte.

Selbstverständlich gilt dies Pflicht der Teilnahme für sämtliche Regelangebote, die einen Schulbetrieb ausmachen. Also auch für Sport beispielsweise, auch für Musliminnen. Und natürlich für Sexualkundeunterricht.

Es gibt so viele beknackte Eltern, oder Elternfragmente in diesem Lande, daß es im Interesse aller ist, unser Gemeinwesen mit der Verpflichtung auszustatten, wenigstens rudimentäre Wissens- und Bildungsinhalte anzubieten.

Sowohl Religionsunterricht, als auch Sexualkunde sind Bestandteil auch des Wissens, welches ein Mensch benötigt, um sich im Leben zurechtzufinden.

Auch wenn einigen Eltern dies nicht paßt. Die sich dazu gerne in die Rolle von vermeintlich Verfolgten begeben, lange bevor sie "kriminell" werden. Die Rolle des Verfolgten wird gerne, schnell und ausgiebig eingenommen.

Ich habe genügend Kenntnis der Zusammenhänge, daß ich denen diese Rolle der Verfolgten weniger abnehme, gelegentlich eher geneigt wäre, denen ihre Kinder zu entziehen. Was der Staat auch gelegentlich macht. Und wir entnehmen der Tagespresse, daß dies auch oft zu spät erfolgt.

Wer als Eltern nicht draufhat, seinen Kinder die Ausleuichtung der Umgebung zu ermöglichen, in denen sie schließlich leben werden, der fördert damit nicht die Entwicklung des Kindes nach dessen eigenen Fähigkeiten, sondern er versucht diese in sein eigenes Wertekonzept zu zwängen.

Nur weil man die Blutergüsse der Seele nicht sehen kann heißt dies nicht, daß nicht auch diese Mißhandlung zu schwersten Verletzungen führt.

Es gibt so viele bematschte Eltern-Darstellungen in diesem Lande, daß wir alle daran interessiert sein sollten, deren Leibesfrüchten nicht dann doch noch wenigstens rudimentäre Fähigkeiten auf deren Lebensweg mitgeben zu müssen.

Das dieses Spektrum von Eltern-Darstellung weit ist und damit auch solche umfaßt, die in der üblichen Selbstüberschätzung ihren eigenen Anspruch überdehnen, also ihre Mädchen glauben nicht in den Schul-Unterricht, oder Schwimmunterricht entsenden zu müssen, das ist mir schon klar.

Unter diese Sektierer fallen für mich diejenigen muslimischen oder christlichen Glaubenskämfer, die über ihre privaten Bibel- oder Koranstunden hinaus, gegen die ich keine Einwände haben, den Anspruch erheben, daß ihren Kindern andere Sichtweisen vorenthalten werden müssen.

Zum Teufel mit ihnen.

EEkat

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 11:05 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

---Wenn Sie nicht wissen, was Gesellschaft ist, schauen Sie in den Brockhaus oder Wikipedia, wir sind hier nicht in der Sonderschule, wo solche Begriffe erklärt werden müssen.

Wieso, waren Sie denn auf der Sonderschule? Denn Sie wissen ja selbst nicht, was Gesellschaft ist, sonst könnten sie sie ja unschwer definieren.

--- Wenn alle Behauptungen, die in diesem Forum aufgestellt werden, einschliesslich diverser Verschwörungs-Theorien eindeutig belegt werden müssten, dann würden die Seiten ziemlich leer werden.

Das wäre zu begrüßen. So mancher qualitativ minderwertige Beitrag würde dann fehlen. Ihre auf jeden Fall.

--- Nehmen Sie meine Ausführungen einfach als meine Ansichten hin, Sie können getrost eine andere Meinung haben.

Besten Dank! Damit sagen Sie ganz offen, daß Sie schlicht und einfach nicht in der Lage sind, Ihre Ansichten zu begründen. Selbige sind mithin irrational und beruhen auf verschwommenen Vorurteilen.

Einen besseren intellektuellen Offenbarungseid konnten Sie nicht leisten. :-)

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 11:08 ( Link )

@ Gamma

---Wer setzt diese Pflicht der Eltern gegenüber den Kindern durch, wenn die Kinder, also die Gegenpartei, noch nicht zur Selbständigkeit befähigt sind?

Niemand. Die Kinder können ja weglaufen, wenn es ihnen nicht gefällt. Jedenfalls nicht der Staat, denn der muß zwangsläufig totalitär werden, um diese "Pflicht" durchzusetzen. Schließlich muß er dann urteilen, welche Erziehung schädlich ist und welche nicht.

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 11:18 ( Link )

@ EEkat

---Bereits beim Anspruch, diese Kinder nach eigenen Vorstellungen formen zu wollen, lauern Untiefen.

Wenn der Staat das macht, ist es aber nicht so schlimm?

---Wenn Eltern nicht covern können, was in der Gesellschaft auf ihre Kinder zukommen kann, ihnen also nicht das Kreuz stärken wollen, selber erkennen zu können, was mit dem normalen Verstand in Übereinstimmung gebracht werden kann, und diese Kinder deswegen dieser Welt glauben entziehen zu müssen, dann sind dies für mich keine besonders vorbildlichen Eltern.

Ja, ja, die übliche Propaganda. Kinder sollen selbstständige Persönlichkeiten werden. Aber dafür brauchen sie erstmal einen geschützten Raum. Wie viele heimgeschulte Kinder kennen Sie eigentlich persönlich?

---Vor allem haben diese Eltern nicht zu der Erkenntnis gefunden, daß ihr Glaube eben auch kein Wissen darstellt. Obwohl sie dies anders behaupten.

So wie der Staat, der seine Ideologie als objektives Wissen verkaufen will.

---Elterm, die sich an diese Gesetzesbestimmungen nicht halten wollen, die verstoßen damit gegen das Gesetz. Ganz klar. Die sind damit kriminell, wenn jemand unbedingt mit dieser Bezeichnung rumfuchteln möchte.

Die eigentliche Frage ist doch, welche Legitimation ein solches Gesetz haben soll. Wie ist das Zwangsschulsystem moralisch zu legitimieren?

---Ich habe genügend Kenntnis der Zusammenhänge, daß ich denen diese Rolle der Verfolgten weniger abnehme, gelegentlich eher geneigt wäre, denen ihre Kinder zu entziehen. Was der Staat auch gelegentlich macht. Und wir entnehmen der Tagespresse, daß dies auch oft zu spät erfolgt.

Wenigstens offener Totalitarismus. Woher "kennen" Sie denn die Zusammenhänge? Auch aus der Tagespresse? Die schreibt bekanntlich immer die Wahrheit, nicht? Ebenfalls fehlt die Begründung, wie denn die von Ihnen gewünschte Kindesentziehung (die ja nichts anderes ist als eine staatlich organisierte Entführung und damit ein "legales" Schwerverbrechen) moralisch legitimiert sein soll?

---Nur weil man die Blutergüsse der Seele nicht sehen kann heißt dies nicht, daß nicht auch diese Mißhandlung zu schwersten Verletzungen führt.

Richtig. Das spricht ja gegen das staatliche Schulsystem, in dem seelische Mißhandlung an der Tagesordnung ist.

---Zum Teufel mit ihnen.

Ja! Immer drauf! Am Besten zermatschen wir diesen Ratten ihren feisten Untermenschenschädel! Nicht wahr?

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 11:41 ( Link )

P.S.

Ich denke mal, daß jedem Leser klar ist, daß der Satz mit den "Ratten" und dem "Untermenschenschädel" auf ironisch-zynische Weise die Aggressionen des EEkat gegen religiöse Menschen persiflieren soll und daher natürlich nicht als Meinungsäußerung meinerseits gewertet werden kann.

Manche aber sind zwar des Lesens, nicht aber des Verstehens des Gelesenen mächtig. Daher weise ich nochmal gesondert darauf hin.

Konservativer , am 12. August 2009 um 12:52 ( Link )

Klischees und Fakten

Klischee: Eine wertneutrale, sekulare Schul-bildung kann flächendeckend am besten vom Staat geboten werden. ... Die Möglichkeit Privatschulen zu gründen besteht, da sich diese aber auf dem flachen Lande niemals wirtschaftlich tragen würden, ist der Staat gefordert, das Schulwesen zu organisieren.

Fakt: Hier in Sachsen werden in kleineren Städten immer mehr staatliche Schulen dichtgemacht. Nicht selten entstehen gerade dort Privatschulen durch Elterninitiativen. So viel einmal mehr zum Thema "Der Staat kann's besser".

Klischee: Der Sexualkundeunterricht sei eine wichtige Wissensvermittlung.

Fakt: Zur Wissensvermittlung ist besagter Unterricht weder erdacht und eingeführt worden, noch erfüllt er diese Aufgabe als Nebenprodukt. (Oder warum gibt es z.B. so viele AIDS- Neuinfektionen hierzulande?)

Womit wir zu einem weiteren Klischee kommen: Eine wertneutrale, sekulare Schul-bildung

Fakt ist: Die gibt es nicht und kann es nicht geben. Weil wertneutral und säkular sich schon mal auschließen. Säkular heißt, statt der religiösen werden areligiöse Wertvorstellungen vermittelt.

Damit stehen aber die in der Schule vorgetragenen Werte, genauer: die dortige Propaganda den von den religiösen Eltern präferierten Werten entgegen. Womit wir zu der Frage kommen, wer das Recht hat, die Kinder zu "indoktrinieren". Das aber sind die Eltern und immer wieder die Eltern! Denn sie haben die Kinder gezeugt, die Familie ist eine natürliche Gemeinschaft, der Staat hingegen eine künstliche.

Wenn der Staat oder die Gesellschaft Kinder unter ihre Wertehoheit bekommen wollen, dann soll doch der Staat die Gesellschaft ehelichen oder meinetwegen auch einfach so mit ihr rumhuren und Kinder zeugen. Diese könnten dann ohne Widerrede nach Sozialismus-, Gender- und Homo- Gesichtspunkten erzogen werden.

EEkat , am 12. August 2009 um 13:51 ( Link )

ich denke, es ist Zeit, sich den Attacken solcher Leute wie Reaktionaer zu beugen, und diesem Forum zukünftig fernzubleiben.

Ich verwahre mich gegen dessen wirklich üble Art der Auseinandersetzung, die völlig inhaltslos daherkommt und absolut nichts mit Diskussionen zu tun hat, und daher generell eigentlich nicht hinnehbar ist. Daher bin ich diesem Herrn bisher aus dem Wege gegangen. Was diesen natürlich nicht ruhen läßt.

Daß ich mir noch Agressionen gegen Menschen, dazu noch religiöse Menschen unterstellen lasse, oder diese gar vortragen würde, das muß meinen Rückzug nach sich ziehen.

Ich bin nicht bereit, in jedes Jauchefass zu steigen.

Also: Glückwunsch, Reaktionaer.

EEkat

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 14:15 ( Link )

@ EEkat

---Daß ich mir noch Agressionen gegen Menschen, dazu noch religiöse Menschen unterstellen lasse, oder diese gar vortragen würde, das muß meinen Rückzug nach sich ziehen.

Sicher. Es ist ja kein Zeichen von Aggression, anderen Menschen die Kinder wegnehmen zu wollen. Es hat nichts aggressives an sich, pauschal Weltfremdheit und gar seelische Kindesmißhandlung zu unterstellen und heimschulende Eltern gar als Kriminelle zu bezeichnen.

Auch der Satz "Zum Teufel mit ihnen" (ein wörtliches Zitat von Ihnen) hat rein gar nichts mit Aggression zu tun. Na klar :-)

---Ich bin nicht bereit, in jedes Jauchefass zu steigen.

Ja, ja, die Wahrheit tut eben weh. Die meisten Menschen lügen sich die Realität lieber zurecht, als mal über den eigenen freiheitsfeindlichen Totalitarismus kritisch zu reflektieren.

---und diesem Forum zukünftig fernzubleiben.

Wenn die Argumente fehlen, ergreift mancher die Flucht. Naja, aber tun Sie es auch wirklich. Versprochen ist versprochen.

Gamma , am 12. August 2009 um 14:16 ( Link )

@ Reaktionaer

Niemand. Die Kinder können ja weglaufen, wenn es ihnen nicht gefällt. Jedenfalls nicht der Staat, denn der muß zwangsläufig totalitär werden, um diese "Pflicht" durchzusetzen. Schließlich muß er dann urteilen, welche Erziehung schädlich ist und welche nicht.

Wenn die Eltern nicht zu dieser Pflicht gezwungen werden können, haben die Kinder de facto kein Recht auf Freiheit und Selbsteigentum. Und Eltern werden wohl kaum ihre eigenen Erziehungsmethoden als schlecht bezeichnen, selbst wenn diese dem Kind keine Freiheit geben.

Es wäre ja schön wenn es eine Welt gäbe in der alles ganz ohne Zwang funktioniert, aber Kinder erziehen sich nun mal nicht selbst.

Horst E. Böttcher , am 12. August 2009 um 16:25 ( Link )

@Konservativer

"Klischee: Eine wertneutrale, sekulare Schul-bildung kann flächendeckend am besten vom Staat geboten werden. ... Die Möglichkeit Privatschulen zu gründen besteht, da sich diese aber auf dem flachen Lande niemals wirtschaftlich tragen würden, ist der Staat gefordert, das Schulwesen zu organisieren."

Deutschland ist ein säkularer Staat und dementsprechend muss auch die Schulbildung ausgrichtet sein.

"Womit wir zu einem weiteren Klischee kommen: Eine wertneutrale, sekulare Schul-bildung

Fakt ist: Die gibt es nicht und kann es nicht geben. Weil wertneutral und säkular sich schon mal auschließen. Säkular heißt, statt der religiösen werden areligiöse Wertvorstellungen vermittelt."

Es mag Konkurrenzsituationen zwischen säkularen und
religiösen Werten geben. In diesem Falle haben in einem säkularen Staat die ersteren Vorrang.

"Womit wir zu der Frage kommen, wer das Recht hat, die Kinder zu "indoktrinieren". Das aber sind die Eltern und immer wieder die Eltern! "

Die Eltern haben sicher das Vorrecht Kinder in einer bestimmten Richtung zu erziehen, zum strengen Christen, zum strammen Kommunisten oder Libertären.
Gerade deswegen ist aber der Staat gefordert, in den Schulen radikalen Ansichten durch Betonung säkularer, demokratischer Werte entgegenzuwirken.

"Fakt: Hier in Sachsen werden in kleineren Städten immer mehr staatliche Schulen dichtgemacht. Nicht selten entstehen gerade dort Privatschulen durch Elterninitiativen. So viel einmal mehr zum Thema "Der Staat kann's besser"."

Ich habe davon gehört, glaube aber nicht, dass hier ein langfristig tragender Trend entsteht. Wichtig ist, dass der Staat die Privatschulen hinsichtlich Unterrichtsqualität und demokratischer Werte überwacht. Wenn man daran denkt, wie schlecht schon die Überwachung von Altersheimen funktioniert, dann hat man grosse Bedenken, ob ein effizientes Kontroll-system für diese wesentlich komplexere Aufgabe aufgebaut werden kann.

"Zur Wissensvermittlung ist besagter Unterricht weder erdacht und eingeführt worden, noch erfüllt er diese Aufgabe als Nebenprodukt. (Oder warum gibt es z.B. so viele AIDS- Neuinfektionen hierzulande?)"

Meines Wissens liegen die AIDS-Neuinfektionen in Deutschland nicht extrem hoch, ausserdem gibt es hier ausser Sex auch andere Übetragungswege.

Sexualkundeunterricht umfasst nicht das rein biologische, die sehr wichtige Empfängnisverhütung, sondern auch gesellschaftliche Fragen. Wie Sie wissen, darf nach dem AGG niemand wegen seiner sexuellen Präferenzen diskriminiert werden. Es ist gut wenn diese Antidiskriminierung schon im Schulalter vorgegeben wird.

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 17:09 ( Link )

@ Gamma

--- Wenn die Eltern nicht zu dieser Pflicht gezwungen werden können, haben die Kinder de facto kein Recht auf Freiheit und Selbsteigentum.

Verstehe die Aussage ebensowenig wie den Zusammenhang. Wie gesagt: Die Kinder sollten ihren Aufenthaltsort stärker als jetzt selbst bestimmen können. Oft hat der saubere Staat schon Kinder in die Fänge ihrer Folterknechte zurückgebracht, z.B. Joseph Fritzls Tochter, die als Jugendliche schon mal weglief. Was daraus wurde, ist ja bekannt.

Zu welcher Pflicht wollen Sie denn die Eltern zwingen? Dazu, gute Eltern zu sein? Das dürfte kaum gehen. Das macht auch unser Staat nicht, sondern er nimmt die Kinder einfach nur "bei Bedarf" weg und steckt sie ins Heim oder in Pflegefamilien.

--- Und Eltern werden wohl kaum ihre eigenen Erziehungsmethoden als schlecht bezeichnen, selbst wenn diese dem Kind keine Freiheit geben.

Nun gut, aber was soll der Staat denn nun machen? Er kann es ja offenkundig nicht.

--- Es wäre ja schön wenn es eine Welt gäbe in der alles ganz ohne Zwang funktioniert, aber Kinder erziehen sich nun mal nicht selbst.

Ganz ohne Zwang gehts nicht. Die Frage ist nur, wer ihn ausübt.

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 17:15 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

Und wieder die Thesen ohne Beleg, Böttchers Lieblingsmetier.

---Deutschland ist ein säkularer Staat und dementsprechend muss auch die Schulbildung ausgrichtet sein.

Wieso muß sie?

---Es mag Konkurrenzsituationen zwischen säkularen und religiösen Werten geben. In diesem Falle haben in einem säkularen Staat die ersteren Vorrang.

Mit welchem Recht soll eine bestimmte Weltanschauung präferiert werden?

---Gerade deswegen ist aber der Staat gefordert, in den Schulen radikalen Ansichten durch Betonung säkularer, demokratischer Werte entgegenzuwirken.

Warum müssen die Kinder mit radikalen demokratischen Gedanken indoktriniert werden?

---Wichtig ist, dass der Staat die Privatschulen hinsichtlich Unterrichtsqualität und demokratischer Werte überwacht.

Wieso soll er das?

--- Wenn man daran denkt, wie schlecht schon die Überwachung von Altersheimen funktioniert, dann hat man grosse Bedenken, ob ein effizientes Kontroll-system für diese wesentlich komplexere Aufgabe aufgebaut werden kann.

Wären Altersheime staatlich, wären sie ein Paradies, was?

--- Sexualkundeunterricht umfasst nicht das rein biologische, die sehr wichtige Empfängnisverhütung, sondern auch gesellschaftliche Fragen.

Aha! Weiter oben wurde noch das Lügenlied vom streng wertneutralen Sexualkundeunterricht gesungen!

--- Wie Sie wissen, darf nach dem AGG niemand wegen seiner sexuellen Präferenzen diskriminiert werden.

Wieso sollte mich dieses Gesetz interessieren?

--- Es ist gut wenn diese Antidiskriminierung schon im Schulalter vorgegeben wird.

Aha, also sollen die Kinder bereits indoktriniert werden. Was ist eigentlich gegen Diskriminierung einzuwenden?

FritzLiberal , am 12. August 2009 um 17:57 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Sexualkundeunterricht umfasst nicht das rein biologische, die sehr wichtige Empfängnisverhütung, sondern auch gesellschaftliche Fragen. Wie Sie wissen, darf nach dem AGG niemand wegen seiner sexuellen Präferenzen diskriminiert werden. Es ist gut wenn diese Antidiskriminierung schon im Schulalter vorgegeben wird.

Danke, dass sie die Maske fallen gelassen haben. Somit wäre bewiesen, dass nach ihrer Ansicht das staatliche Schulwesen die primäre Aufgabe hat, die Kinder im Sinne der sozialistischen "Werteordnung" zu indoktrinieren. Von wegen "wertneutral".

Konservativer , am 12. August 2009 um 18:29 ( Link )

Off topic: Ich habe bislang das sprachliche und zivilisatorische Niveau hier - gerade auch in den Blogbeiträgen - geschätzt und würde es bedauern etwas anderes feststellen zu müssen.

Zum Thema:

Es mag Konkurrenzsituationen zwischen säkularen und religiösen Werten geben. In diesem Falle haben in einem säkularen Staat die ersteren Vorrang.

Weil der Staat die Macht hat. Aber sprechen dafür auch sachliche Gründe?

Wichtig ist, dass der Staat die Privatschulen hinsichtlich Unterrichtsqualität und demokratischer Werte überwacht. Wenn man daran denkt, wie schlecht schon die Überwachung von Altersheimen funktioniert, dann hat man grosse Bedenken, ob ein effizientes Kontroll-system für diese wesentlich komplexere Aufgabe aufgebaut werden kann.

Wie ich sehe, wollen Sie etwas Heiterkeit in den späten Nachmittag bringen. Der Staat muss überwachen? Sehr gut! Wie wäre es, wenn er an den Brennpunkten anfinge: nämlich an den staatlichen Schulen.

Die privaten hingegen stehen täglich unter 100facher Kontrolle. Wenn ihnen ihre Existenz lieb ist, dann werden sie den wachsamen Augen ihrer Kunden, den zahlenden Eltern, tunlichst ein wertvolles Produkt anbieten. Denn sie haben nicht die Möglichkeit, sich ihre Kundschaft durch massive Erpressung und Gewaltandrohung zu sichern. Das ist wieder Eigenart des Staates, die Eltern an der Eigenproduktion der Ware (homeschooling) zu hindern, notfalls mit Raub und Diebstahl ("ORDNUNGSgeld"), Freiheitsberaubung (Haft) bis hin zu Kidnapping und Menschenraub (euphemistisch "Kindesentzug" genannt).

Horst E. Böttcher , am 12. August 2009 um 21:39 ( Link )

@Reaktionär

Und wieder die Thesen ohne Beleg, Böttchers Lieblingsmetier.

---Deutschland ist ein säkularer Staat und dementsprechend muss auch die Schulbildung ausgrichtet sein.

Wieso muß sie?

WEIL DAS NUR LOGISCH IST! KÖNNEN SIE SICH EINE
SÄKULARE SCHULE IM VATIKAN VORSTELLEN?

---Es mag Konkurrenzsituationen zwischen säkularen und religiösen Werten geben. In diesem Falle haben in einem säkularen Staat die ersteren Vorrang.

Mit welchem Recht soll eine bestimmte Weltanschauung präferiert werden?

WENN EIN STAAT EINE SÄKULARE VERFASSUNG HAT, DANN
ERGIBT SICH DIE PRIORITÄT VON ALLEIN.

---Gerade deswegen ist aber der Staat gefordert, in den Schulen radikalen Ansichten durch Betonung säkularer, demokratischer Werte entgegenzuwirken.

Warum müssen die Kinder mit radikalen demokratischen Gedanken indoktriniert werden?

ICH HABE GESAGT, DIE SCHULE MUSS MIT DEMOKRATISCHEN
WERTEN ETWAIGEN RADIKALEN ANSICHTEN DER ELTERN ENTGEGENWIRKEN.

---Wichtig ist, dass der Staat die Privatschulen hinsichtlich Unterrichtsqualität und demokratischer Werte überwacht.

Wieso soll er das?

UM EINE EINHEITLICHE BILDUNGSQUALITÄT IM SÄKULAREN DEMOKRATISCHEN SINNE, WIE IM GRUNDGESETZ AUSGEDRÜCKT, SICHERZUSTELLEN.

--- Wenn man daran denkt, wie schlecht schon die Überwachung von Altersheimen funktioniert, dann hat man grosse Bedenken, ob ein effizientes Kontroll-system für diese wesentlich komplexere Aufgabe aufgebaut werden kann.

Wären Altersheime staatlich, wären sie ein Paradies, was?

PARADIES VIELEICHT NICHT, ABER BESSER!

--- Sexualkundeunterricht umfasst nicht das rein biologische, die sehr wichtige Empfängnisverhütung, sondern auch gesellschaftliche Fragen.

Aha! Weiter oben wurde noch das Lügenlied vom streng wertneutralen Sexualkundeunterricht gesungen!

DAS IST WERTNEUTRAL. CHRISTLICHE VORSTELLUNGEN WERDEN NACH GERICHTSURTEILEN EBENSO BERÜCKSICHTIGT WIE
SÄKULARE WERTE.

--- Wie Sie wissen, darf nach dem AGG niemand wegen seiner sexuellen Präferenzen diskriminiert werden.

Wieso sollte mich dieses Gesetz interessieren?

SIE VIEELLEICHT NICHT, ABER SCHÜLER SOLLTEN MIT DER
RECHTSLAGE AUFWACHSEN,

--- Es ist gut wenn diese Antidiskriminierung schon im Schulalter vorgegeben wird.

Aha, also sollen die Kinder bereits indoktriniert werden. Was ist eigentlich gegen Diskriminierung einzuwenden?

WEIL SIE KLASSEN ENTSTEHEN LÄSST UND DEM ZUSAMMENHALT
DER GESELLSCHAFT SCHADET.

FritzLiberal , am 12. August 2009 um 22:32 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Aha, also sollen die Kinder bereits indoktriniert werden. Was ist eigentlich gegen Diskriminierung einzuwenden?

WEIL SIE KLASSEN ENTSTEHEN LÄSST UND DEM ZUSAMMENHALT
DER GESELLSCHAFT SCHADET.

Wieder ein reines Werteurteil. Sorry, aber ich sehe im Staat keine übergeordnete Instanz, die sich um Ausgleich bemüht. Ich sehe hier die Gruppen der demokratischen Fundamentalisten und der christlichen Fundamentalisten, die in der Erziehung der Kinder jeweils ihre Vorstellungen durchdrücken wollen. Nur dass die Christen sich auf die Erziehung ihrer eigenen Kinder beschränken, während die Demokraten das mit Gewaltandrohung an sämtlichen Kindern durchziehen wollen.

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 22:43 ( Link )

@Horst E. Böttcher

Was soll die Großschreibung? Klemmte die Taste?

---WEIL DAS NUR LOGISCH IST! KÖNNEN SIE SICH EINE
SÄKULARE SCHULE IM VATIKAN VORSTELLEN?

Der Staat hat auf dem Gebiet der Bildung gar nichts zu sagen. Daher folgt aus einem säkularen Staat auch nicht, daß die Bildung säkular sein sollte. Sie sollte komplett privat organisiert werden.

---WENN EIN STAAT EINE SÄKULARE VERFASSUNG HAT, DANN ERGIBT SICH DIE PRIORITÄT VON ALLEIN.

Also ist ein wertloses Stück Papier Ihr einziges Argument?

---ICH HABE GESAGT, DIE SCHULE MUSS MIT DEMOKRATISCHEN WERTEN ETWAIGEN RADIKALEN ANSICHTEN DER ELTERN ENTGEGENWIRKEN.

Ja, aber "demokratische Werte" sind doch selber radikale und sogar gefährliche Ideen. Warum sollte ausgerechnet die Mehrheit recht haben? Das Axiom der Demokratie ist ein offensichtlicher Irrtum.

---UM EINE EINHEITLICHE BILDUNGSQUALITÄT IM SÄKULAREN DEMOKRATISCHEN SINNE, WIE IM GRUNDGESETZ AUSGEDRÜCKT, SICHERZUSTELLEN.

Einheitlich auf Niveau der Rüttli-Schule? Und was der Verweis auf das Stück Papier soll, weiß ich auch nicht.

---PARADIES VIELEICHT NICHT, ABER BESSER!

Ha, ha, der war gut. Wenn Altenheime staatlich organisiert wären, wären sie sicher nicht besser. Wahrscheinlich würde eher noch die "Euthanasie" wiedereingeführt. Der Staat muß ja ständig sparen. Beamte stehen nicht unter Leistungsdruck und müssen sich keine Mühe geben.

Ihr Staatsglaube hat doch etwas Kurioses an sich. Warum sollte der Staat es besser machen? Hm?

---DAS IST WERTNEUTRAL. CHRISTLICHE VORSTELLUNGEN WERDEN NACH GERICHTSURTEILEN EBENSO BERÜCKSICHTIGT WIE SÄKULARE WERTE.

Christliche Werte sollen im Sexualkundeunterricht berücksichtigt werden? Wie soll das gehen? Und welches obskurse Gerichtsurteil meinen Sie?

---SIE VIEELLEICHT NICHT, ABER SCHÜLER SOLLTEN MIT DER RECHTSLAGE AUFWACHSEN

Damit sie was zum Lachen haben vielleicht.

---WEIL SIE KLASSEN ENTSTEHEN LÄSST

Na und?

--- UND DEM ZUSAMMENHALT DER GESELLSCHAFT SCHADET.

Sie haben Gesellschaft immer noch nicht definiert. Ich kenne keine Gesellschaft und bin daher nicht an einem obskursen Zusammengehörigkeitsgefühl interessiert. Glauben Sie denn ernsthaft, daß ich mich auch nur in irgendeinem Sinne als mit Leuten wie Ihnen "zusammengehörig" empfinde oder darauf auch nur den allergeringsten Wert lege?

Reaktionaer , am 12. August 2009 um 22:46 ( Link )

@ FritzLiberal

---Ich sehe hier die Gruppen der demokratischen Fundamentalisten und der christlichen Fundamentalisten, die in der Erziehung der Kinder jeweils ihre Vorstellungen durchdrücken wollen. Nur dass die Christen sich auf die Erziehung ihrer eigenen Kinder beschränken, während die Demokraten das mit Gewaltandrohung an sämtlichen Kindern durchziehen wollen.

Das haben Sie soweit gut erkannt. Da dürfte es auch keine Frage sein, welche Gruppierung Unterstützung verdient.

Nur eines muß ich kritisieren: Ihren unreflektierten Gebrauch der Totschlagvokabel "Fundamentalist". Was ist denn ein Fundamentalist?

Im Übrigen sind längst nicht alle Heimschulenden Fundis, auch dies ist also ein Vorurteil.

FritzLiberal , am 13. August 2009 um 0:01 ( Link )

@Reaktionär: ich gebe gerne zu, ich habe den Begriff "Fundamentalist" hier provokativ verwendet, um Demokraten wie Böttcher einen Spiegel vorzuhalten. Benehmen sie sich in ihrem demokratischen Furor doch in der gleichen Art und Weise, die sie überzeugten Christen gerne vorwerfen: hundertprozentiges und kritikloses Festhalten an Dogmen und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, bis hin zur Gewaltanwendung.

Und nur um es klarzustellen: ich werfe Christen eine solche Haltung nicht vor. Ich denke eher, dass sie den Sektenjüngern der Demokraten als Vorbild dienen könnten. Eben bei der Unterlassung von Gewaltanwendung bei der Bekehrung von Andersdenkenden. Hier sind die Demokraten in ihrem Denken noch in ziemlich rückständigen Denkmustern gefangen - so nach dem Motto: "Und willst Du nicht mein Bruder (Steuerzahler) sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein!"

Horst E. Böttcher , am 13. August 2009 um 10:44 ( Link )

@Reaktionär

"Christliche Werte sollen im Sexualkundeunterricht berücksichtigt werden? Wie soll das gehen? Und welches obskurse Gerichtsurteil meinen Sie?"

Nachzulesen im Buch "Lexikon der Kuriosen Rechtsfälle"
Ullstein-Verlag zu einem Urteil Verwaltungsgericht Münster.

Ich bin ein überzeugter Demokrat und für mich ist das Grundgesetz mehr als ein wertloses Stück Papier. (Der Respekt vor Andersdenkenden verbietet mir, die Bibel so zu bezeichnen, wie Sie das Grundgesetz) Ich bin für eine absolut säkulare Ordnung, Religion ist Privatsache. Ich bin nicht überzeugt, dass alles privatisiert werden sollte, und glaube, dass manche Dinge der Daseinsvorsorge besser in staatlicher Regie bleiben. Ich stehe für eine offene, liberale, diskriminierungsfreie Gesellschaft. Das alles sind persönliche Überzeugungen, die niemand mit irgendwas belegen muss. Der christliche Glaube wird schliesslich auch nicht bewiesen.

"Ich kenne keine Gesellschaft und bin daher nicht an einem obskursen Zusammengehörigkeitsgefühl interessiert. Glauben Sie denn ernsthaft, daß ich mich auch nur in irgendeinem Sinne als mit Leuten wie Ihnen "zusammengehörig" empfinde oder darauf auch nur den allergeringsten Wert lege?"

Ich könnte sagen: ganz meinerseits, aber so einfach können wir uns nicht aus der Gesellschaft verabschieden.

Unsere Weltanschauungen sind jedoch Lichtjahre auseinander, da ist es besser, wir beenden die sinnlose Diskussion, dann haben Sie auch Zeit sich in Nachschlagewerken mit dem Begriff Gesellschaft vertraut zu machen.

ISBN3451322005 , am 13. August 2009 um 11:17 ( Link )

Hervorhebung durch meiner einer


Stefan Sedlaczek:

Wer hier nur die Freiheit der Eltern betont, steht in meinen Augen vor einem unlösbaren Problem, denn wenn Eltern die Freiheit hätten, ihre Kinder zu unfreien Menschen zu erziehen, so müsste man davon ausgehen dass die Kinder kein Recht auf Selbsteigentum haben. Dann aber hat niemand dieses Recht, weil jeder Kind eines Anderen ist.

Gamma:

Die Eltern stehen also in der Pflicht. Wer setzt diese Pflicht der Eltern gegenüber den Kindern durch, wenn die Kinder, also die Gegenpartei, noch nicht zur Selbständigkeit befähigt sind? Ein Dilemma.

Nach einigen wenigen Jahren amateuhafter „Denkarbeit“ weiß ich mir leider nicht mehr anders zu helfen.

Erst einmal kommt das Selbsteigentum dahin wo es hingehört, und zwar in die Mülltonne. Dann betrachten wir die Kinder als das was sie sind, und zwar als Geschenk Gottes, mit einer Seele, die der Herr zum gegebenen Zeitpunkt in einem einwandfreien Zustand zurückerwartet. Der Rest ergibt sich dann von selber.

Reaktionaer , am 13. August 2009 um 11:30 ( Link )

@Horst E. Böttcher

---Nachzulesen im Buch "Lexikon der Kuriosen Rechtsfälle" Ullstein-Verlag zu einem Urteil Verwaltungsgericht Münster.

Es war zu erwarten, daß Sie sich auf solche Trivialliteratur stützen.

---Ich bin ein überzeugter Demokrat und für mich ist das Grundgesetz mehr als ein wertloses Stück Papier.

Mein Beileid. Wie kann ein Mensch nur so tief sinken, daß er die Diktatur der Mehrheit und damit auch all das Unrecht und den Terror, der damit verbunden ist, rechtfertigt und gar verherrlicht?

---(Der Respekt vor Andersdenkenden verbietet mir, die Bibel so zu bezeichnen, wie Sie das Grundgesetz)

Sie wollen Andersdenkenden die Kinder wegnehmen und haben dann die Dreistigkeit, von Ihrem angeblichen Respekt zu sprechen?

--- Ich stehe für eine offene, liberale, diskriminierungsfreie Gesellschaft.

Sie stehen für staatlichen Zwang und sanften Totalitarismus.

---Das alles sind persönliche Überzeugungen, die niemand mit irgendwas belegen muss.

Selbstverständlich sollte jemand in der Lage sein, seine Überzeugungen argumentativ zu verteidigen und zu belegen. Daß Sie das nicht können spricht allerdings Bände.

---aber so einfach können wir uns nicht aus der Gesellschaft verabschieden.

Ja, aber aus welcher Gesellschaft denn?

--- dann haben Sie auch Zeit sich in Nachschlagewerken mit dem Begriff Gesellschaft vertraut zu machen.

Es geht mir doch darum, daß Sie sich dauernd auf die Gesellschaft berufen und keine Definition derselben liefern können. Es gibt auch keine solche Definition, der von Ihnen verwendete Begriff ist ein absoluter Nullbegriff, er ist bar jeden gescheiten Inhalts so zu füllen, wie man gerade Lust dazu hat.

FritzLiberal , am 13. August 2009 um 13:05 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Ich bin ein überzeugter Demokrat und für mich ist das Grundgesetz mehr als ein wertloses Stück Papier. (Der Respekt vor Andersdenkenden verbietet mir, die Bibel so zu bezeichnen, wie Sie das Grundgesetz) Ich bin für eine absolut säkulare Ordnung, Religion ist Privatsache. Ich bin nicht überzeugt, dass alles privatisiert werden sollte, und glaube, dass manche Dinge der Daseinsvorsorge besser in staatlicher Regie bleiben. Ich stehe für eine offene, liberale, diskriminierungsfreie Gesellschaft. Das alles sind persönliche Überzeugungen, die niemand mit irgendwas belegen muss. Der christliche Glaube wird schliesslich auch nicht bewiesen.

Ist alles schön und in Ordnung. Wenn sie es jetzt noch den Christen gleichtun würden und somit NICHT mehr dafür eintreten, ihre demokratische Überzeugung ihren Mitmenschen mit Gewalt aufzuzwingen ...

Eine Frage: warum tun sie und ihre Mitdemokraten es nicht christlichen Sekten wie etwa den Amish gleich, ziehen sich in eine Kommune zurück und spielen dort Demokratie, ohne Andersdenkende dazu zu zwingen, ihre Lebensweise zu übernehmen? Das wäre ein schönes Beispiel für praktische Toleranz, von der sie immer so schön schreiben.

Horst E. Böttcher , am 13. August 2009 um 13:38 ( Link )

@Fritz Liberal

"Eine Frage: warum tun sie und ihre Mitdemokraten es nicht christlichen Sekten wie etwa den Amish gleich, ziehen sich in eine Kommune zurück und spielen dort Demokratie, ohne Andersdenkende dazu zu zwingen, ihre Lebensweise zu übernehmen? Das wäre ein schönes Beispiel für praktische Toleranz, von der sie immer so schön schreiben."

Die Demokratie hat immer noch eine sehr hohe Anhängerschaft, christliche Fundamentalisten erheblich weniger. Wenn also jemand sich zurückziehen sollte,
dann wären das bestimmt nicht die Demokraten

Reaktionaer , am 13. August 2009 um 14:03 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

---Die Demokratie hat immer noch eine sehr hohe Anhängerschaft, christliche Fundamentalisten erheblich weniger. Wenn also jemand sich zurückziehen sollte, dann wären das bestimmt nicht die Demokraten

Ah, wieder das konfuse "Die Mehrheit hat recht" -Argument.

Nun, Hitler hatte auch mal viele Anhänger, während die Juden eher unbeliebt waren. Hatten deswegen die Nazis etwa recht?

(Sicher verstehen Sie, daß ich nun nicht die strengen Christen heute mit den Juden damals vergleichen will, sondern daß es mir darum geht, die Willkür und Unmoral Ihres Mehrheitsargumentes aufzuzeigen.)

Die Mehrheit hat oft genug katastrophal geirrt. Hitler ist längst nicht das einzige Beispiel.

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 14:19 ( Link )

Böttcher:

Religion ist Privatsache.

Religion ist nicht Privatsache, dies zeigen Geschichte und Gegenwart deutlich genug. Glauben ist natürlich immer privat - und ich wünsche der Staatsglaube bliebe es auch. Hier stellt sich aber die Frage, warum denn das eigene Sich-Bilden nicht privat bleiben darf und verstaatlicht werden "mußte"?

ISBN:
Sehr schön dargelegt, nur fürchte ich, daß diese Wahrheit, da theo-logisch, nicht jedermann zugänglich ist. Im übrigen reklamiere ich selbstverständlich ein Selbsteigentum gegenüber Anderen, Gesellschaft und Staat. Ich empfinde auch die Umstände, daß sich keiner selbst gemacht hat und die wahrscheinliche (deshalb glaube ich das) Geschöpflichkeit allen Seins insoweit nicht beschränkend, wenn diese auch praktische Konsequenzen hat. Selbsteigentum heißt ja nur, daß man keinem anderen (Menschen) gehört, und: Sich zu Gott zu bekennen und seinem Willen zu folgen hat jeder Mensch (von Gott!) die volle Freiheit. (www.selbsteigentum.de)

Reaktionär und Böttcher:
Es gibt tatsächlich (sogar einige) wenig nebulöse Definitionen von Gesellschaft, nehmen wir die Handelsgesellschaft oder irgendeine die die Gemeinschaft um ein zielgerichtetes Tätigwerden übersteigende Gesellschaft. Unterscheiden kann man die willentliche, die tendierte (Familie) und die übernatürliche (Kirche) Gesellschaft.
Hier liegt auch die Crux: Mit der Kirche trat erstmals eine abstrakte Gesellschaft in die Geschichte der Menschheit. Die Römer kannten zwar eine Personengesellschaft, die jedoch allenfalls mit heutigen Partnergesellschaften/GbRs verglichen werden kann. In der gregorianischen Revolution (ich verwies bereits auf das Buch von Berman) um 1100 erkannte man erstmals, daß Kirche sozusagen als Wirkende und - soweit es den Bereich des Erkennbaren angeht als Seiende - als eine Rechtsperson angesehen werden kann. Diese enorme Abstraktionsleistung wurde dann später säkularisiert (von wegen der säkulare "Staat" hat nichts mit Religion zu tun) und nun begreifen Menschen "Staat" als ebensolche abstrakte Rechtsperson und weisen ihm - obschon allenfalls den tendierten Gesellschaften zuzurechnen (was ein eigenes Thema ist, ich neige nicht dazu) - auch die göttlichen Eigenschaften der einzigen bisher gekannten abstrakten Rechtsperson zu. Psychologisch dürfte es sich dabei um eine Übertragung handeln. Es ist eben gerade die Säkularisation, die den Staat nicht Staat bleiben läßt. Da hilft auch keine Trennung von Staat und Kirche, wenn nicht zunächst einmal die unterschiedliche Begründetheit und das unterschiedliche Wesen verstanden werden. Im Gegensatz zur weltlichen Gewalt ist Staat geschichtlich eine recht neue Empfindung. Die durch mangelnde Unterscheidungsfähigkeit und durch Befangenheit in der eigenen Zeit häufig anzutreffende Bezeichnung vergangener Reiche, Imperien und Republiken als Staat geht da fehl. Auch die antike Demokratie hat fast nichts mit unserer modernen egalitär-sozialistischen Demokratie zu tun (da gibt es eine schöne Analyse aus Wien auf www.wertewirtschaft.org).

Ich habe einmal mehr weit ausgeholt, aber weiter oben schrieben Sie, Herr Böttcher, daß manche Dinge der Daseinsvorsorge staatlich bleiben sollen (wobei ich den Eindruck habe, sie meinen alle) und vergessen dabei, daß diese erst seit kurzem überhaupt erst verstaatlicht wurden: Bildung und Lernen war bis Ende des 19. Jahrhunderts keineswegs immer Schule - und in Großbritannien (hier liegt eine ausführliche Studie vor) wurden die Schulen verstaatlicht als bereits 95 % aller Kinder auf eine Privatschule gingen. Die hatten bis dahin kommunale, kirchliche, gewerkschaftliche, dörfliche, kommerzielle, genossenschaftliche, familiäre und ähnliche Betreiber. Hier wird klar, daß die totalitäre Ideologie des Demokraten, keine Ausnahmen zu dulden, Pate für die Verstaatlichung war. So auch heute, nicht einmal die paar % Freilerner und Homeschooler erträgt derjenige, der sich anmaßt nicht nur alles auch für andere besser zu wissen, sondern seine unbescheidene und unbegründete bloße Meinung auch noch mit Gewalt durchsetzt. Dabei macht er sich natürlich nicht die eigenen Hände schmutzig (da besteht ja die Gefahr einer persönlichen Zurechnung und Haftung), sondern unverantwortlich und haftungsfrei organisiert durch den Mißbrauch der Staatsgewalt. Diese Staatsgewalt (de Jouvenel beschreibt und belegt diesen Begriff ausgezeichnet in seinem Buch über dieselbe) gibt es wirklich - und sie zu zähmen suchten Liberale dem Staat eine Verfassung zu geben. Aber hier kommen wir wieder auf die Crux: Eine solche Verfassung - und seien die Ausführungen und Ziele noch so hehre - bleibt ein Stück Papier, es bleibt Welt, auch wenn man Staat - irgendwie (wohl halbbewußt nur, durch die irrtümliche Übertragung) für allmächtig hält. Es dürfte offensichtlich sein, daß selbst die USA heute aber nicht mehr das freie Land sind, als daß sie auf Papier gegründet wurden. Als ein Beispiel sei nur die IRS genannt. Und auch das bundesdeutsche Grundgesetz ist - keineswegs von unedlem Geist beseelt und geschrieben - heute nicht einmal den Wortlaut mehr wert. Es wird geändert und uminterpretiert, papiergesetzlich beschränkt, was dem Regierungspolitiker geradeso gefällt. Es löst sich halt - sobald wir nur ein wenig Sonderrechte zubilligen - eine Eigendynamik aus, die im Zeitablauf diese Sonderrechte immer weiter ausdehnen. Es scheint so zu sein, daß diese Dynamik kein Halten kennt, jedenfalls sind Verfassungen und Grundgesetze kein unüberrollbares Bollwerk. Wo dies endet werden wir wahrscheinlich noch erleben, denn ein Ende wird dies gewiß haben. Es ist fatal, zu glauben, eine Person darf etwas, weil auf seinem Briefpapier "Staat" steht, ja offensichtlich geht der moderne Demokrat (dessen Werkzeug der Staat ja ist) sogar so weit, Gewalt des Staates nicht einmal als solche zu benennen. Da ist die wissenschaftliche (politische) Theorie ehrlicher (Litt: Staatsgewalt und Sittlichkeit). Und es ist ja auch so, daß ein rechtsstaatliches Gewaltmonopol Vorteile in Bezug auf eine leichter zutreffende Antizipation hat. Übersehen werden aber allzu leicht die gewöhnlichen Nachteile von Monopolen ebenso wie die staatlicher Betätigung - gerade auch bei der Legitimierung eines Gewaltmonopols. (Welches übrigens angeblich in drei Teilgestalten daher kommt, was einer säkularisierten Dreifaltigkeit geschuldet sein dürfte.)

Das aktuelle Karlsruher Urteil ist bezeichnend für den miserablen Schutz und die eklatante Abweichung gerade in Schulen propagandierter Theorie und Praxis. Die Verfassungsrichter beurteilen - angeblich nach Maßgabe des Grundgesetzes (nicht etwas einer Verfassung) - ob bei einem Theaterbesuch und einer Karnevalsfeier eine Ausnahme von einer zuvor postulierten "Schulpflicht" gemacht werden kann. Diese Schulpflicht ergibt sich jedoch keineswegs aus dem Grundgesetz selbst - und selbstredend schon gar nicht aus einem Grundrechtskatalog. Die von Staats wegen bloß postulierte Schulpflicht ist Landesgesetz, welches nach abenteuerlichster Konstruktion eben dieses Bundesverfassungsgerichtes eine zulässige Beschränkung der übergeordneten bündischen Grundrechte von Kindern, Eltern und Berufstätigen darstellen soll. Dabei wird nicht nur Art. 7 GG nicht mehr als Grundrecht angesehen, sondern selbst als eine indirekte Einschränkung (wozu steht das dann im Grundrechtskatalog des GG?), sondern diese bereits willkürlich verdrehte Einschränkung im Rahmen einer Grundrechtskonkordanz gegen die eindeutig formulierten Grundrechte unzulässig abgewogen. Aber nicht nur das: letztere unterliegen auch noch dabei. Das hat nichts mit Recht und Justiz zu tun, dies ist Politik. Und es darf nicht verwundern, daß die bundesdeutsche Exekutive die Richter bezahlt (das ginge auch anders) und die politischen Parteien die Richter bestimmen. Von Gewaltenteilung bleibt da nur die Fassade und der propagandistische Sprachgebrauch vor allem in verstaatlichter Schule und Lehre, eine tatsächliche Gewaltenteilung ist dies nicht.
Darüberhinaus ist es doch geradezu absurd, daß ein Theaterbesuch und der Besuch einer Karnevalsfeier im Wahnsinne einer "Schulpflicht" überhaupt Gegenstand einer deontologischen Maßgabe auch nur angedacht werden. Wenn die verfassungsmäßigen Grundrechte nicht einmal Freiheit in Sachen derart läppischer Dinge ermöglichen, stellt sich schon die Frage, was diese wert sind. Hier wird der gar nicht übernatürliche, sondern unnatürliche Charakter der gängigen Staatsvorstellungen klar deutlich. Diese - wahrscheinlich unbewußt - eiternde Diskrepanz muß dann durch eine umso krassere totalitäre Strenge und Ausnahmslosigkeitkeit übertüncht werden.
Genauso ist es aber auch denkbar, daß die Nomenklatura ganz bewußt den Hammer schwenkt, damit den gefälligst Untertänigen allmählich klar wird und eine Gewöhnung eintritt, daß demnächst alle menschlichen Vollzüge nach Maßgabe der Politik erfolgen sollen. Dies ist wahrscheinlich das Ziel, das gewählte Mittel determiniert sich hier aus den weiter oben genannten Gründen.
Jedenfalls ist es schrecklich und es bleibt nur die Zuversicht, daß Mehrheitlerei dauerhaft gar nicht überlebensfähig ist, ja sie ist eben gerade nicht geeignet, Gesellschaft zu begründen.

Reaktionaer , am 13. August 2009 um 14:59 ( Link )

@ FritzLiberal

Danke nochmal für Ihre Erläuterung (Beitrag am 13. August 2009 um 0:01). Verstehe nun, was Sie gemeint haben und stimme selbstredend zu.

Besonders schlimm ist das von Ihnen beschriebene Verhalten übrigens beim linken Gesindel, das sogar in den biedersten Konservativen noch die eigenen Mordphantasien hineinprojeziert. (Das bezieht sich jetzt nicht auf Diskutanten in diesem Thread.)

Demokraten und besonders Linke sollten besser mal in den Spiegel schauen.

Reaktionaer , am 13. August 2009 um 15:00 ( Link )

@ Stefan Sedlaczek

Wunderbarer Beitrag, obwohl er leider wohl bei den Feinden der Freiheit auf taube Ohren stoßen wird.

FritzLiberal , am 13. August 2009 um 15:57 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Die Demokratie hat immer noch eine sehr hohe Anhängerschaft, christliche Fundamentalisten erheblich weniger. Wenn also jemand sich zurückziehen sollte, dann wären das bestimmt nicht die Demokraten.

Ich nehme an, dass die Christen genau das wollen. Sich zurückziehen, um ihr Leben nach ihren Vorstellungen in Ruhe zu leben. Ich gehe auch davon aus, dass sie ihre nichtchristlichen Nachbarn in Ruhe lassen und nicht deren Kinder entführen, um sie in christlichen Schulen nach ihren Vorstellungen zu indoktrinieren. Ganz im Gegensatz zu den Bütteln der Demokraten.

ISBN3451322005 , am 13. August 2009 um 17:09 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

nur fürchte ich, daß diese Wahrheit, da theologisch, nicht jedermann zugänglich ist. Im übrigen reklamiere ich selbstverständlich ein Selbsteigentum gegenüber Anderen, Gesellschaft und Staat.

Besonders weit wird der Begriff "Selbsteigentum" vermutlich nicht in die Menschheitsgeschichte zurückreichen?! Es sei Ihnen aber trotzdem vergönnt – was will man auch machen?

Aus dieser „nicht Zugänglichkeit des theologischen“ erwächst offensichtlich die Notwendigkeit ein Selbsteigentum zu definieren, um sich damit gegen die Machenschaften der lieben Mitmenschen zu schützen. So kann ich das Selbsteigentum aber nur als Krücke zur Notwehr verstehen, mit der jeder gegen jeden ziellos in der Gegend rumfuchtelt, seitdem wir den Obereigentümer zum Spaghettimonster degradiert und in die Wüste geschickt haben.

Horst E. Böttcher , am 13. August 2009 um 17:10 ( Link )

@Fritz Liberal

"Ich gehe auch davon aus, dass sie ihre nichtchristlichen Nachbarn in Ruhe lassen und nicht deren Kinder entführen, um sie in christlichen Schulen nach ihren Vorstellungen zu indoktrinieren. Ganz im Gegensatz zu den Bütteln der Demokraten."

Da wir nun aber in einer Gesellschaft leben, muss das Grundgesetz für alle gelten, Christen und Nicht-Christen. Auch christliche Kinder haben den Sexualkundeunterricht zu besuchen um mit der Lebens-wirklichkeit vertraut zu werden. Es steht den Eltern frei, gegen die in der Schule verbreiteten Gedanken, Ihre eigenen, christlichen Grundsätze den Kindern beizubringen. So sieht es wohl auch das Verfassungs-gericht. Wer sich in einer Demokratie nicht an die Gesetze hält, muss allerdings mit Sanktionen rechnen. Sonst hätten Gesetze keinen Wert!

Oceans911 , am 13. August 2009 um 17:22 ( Link )

"Und es darf nicht verwundern, daß die bundesdeutsche Exekutive die Richter bezahlt (das ginge auch anders)"

Das interessiert mich jetzt aber: wie ginge das denn anders? Es wird ja immer wieder - zurecht - die Einführung der Selbstverwaltung der Justiz auch in Deutschland gefordert. Aber selbst wenn diese Selbstverwaltung die Besoldungshoheit (Recht auf Festlegung der eigenen Besoldung) mit einschließen würde, müsste es auch eine eigene Budgethoheit (Recht, Einnahmen und Ausgaben festzulegen) der Justiz geben, wenn die Richterbesoldung nicht aus dem allgemeinen Staatssäckel finanziert werden soll. Wie aber kann die Justiz selbst die Höhe der für ihre Leistungen zu zahlenden Gebühren/Entgelte festsetzen und über die Verteilung ihrer Einnahmen entscheiden, ohne dabei ihre eigene Unabhängigkeit zu berühren? Vielleicht bin ich einfach zu dämlich. Bitte helfen Sie mir vom Schlauch...

Reaktionaer , am 13. August 2009 um 17:23 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

--- Da wir nun aber in einer Gesellschaft leben

Und wieder die undefinierbare Gesellschaft.

--- muss das Grundgesetz für alle gelten

Und wieder der Fetzen Papier.

--- Auch christliche Kinder haben den Sexualkundeunterricht zu besuchen um mit der Lebens-wirklichkeit vertraut zu werden.

Und wieder die implizite Lüge, religiöse Menschen würden ihren Kinden sexuelle Aufklärung vorenthalten wollen. Vorgetragen wohlgemerkt vom großen Religionsexperten, der nach eigener Aussage "zum Glück" keinen einzigen strengreligiösen Menschen kennt.

--- Wer sich in einer Demokratie nicht an die Gesetze hält, muss allerdings mit Sanktionen rechnen.

Wenigstens unverhohlener als sonst: Die Drohung mit Gewalt und Terror, gerichtet an jeden, der im demokratischen "Gesellschafts"-Zirkus nicht mitmachen will.

--- Sonst hätten Gesetze keinen Wert!

Sie dürfen sicher sein, daß die Gesetze dieses Staates so oder so keinen Wert haben. Papier ist geduldig.

FritzLiberal , am 13. August 2009 um 17:33 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Wer sich in einer Demokratie nicht an die Gesetze hält, muss allerdings mit Sanktionen rechnen. Sonst hätten Gesetze keinen Wert!

Und welche Grenzen sind diesen demokratischen Gesetzen gesetzt? Wäre es auch in Ordnung (sofern von einer demokratischen Mehrheit beschlossen) die christlichen Eltern ins KZ zu sperren, oder reicht es aus, ihre Kinder zwangsweise in die Staatsschule zu stecken?

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 19:47 ( Link )

Gesetze und Glauben

Gesetze an die man sich halten muß, sind Vorschriften. Und ich weiß beim besten Willen nicht, wieso ein Erwachsener einem anderen Erwachsenen Vorschriften machen dürfte. Echte Gesetze wirken von selber (siehe Naturgesetze).
Der Umstand, daß kodifizierte Regeln, die sich eine Gesellschaft gibt, Gesetze genannt werden, liegt wohl daran, daß man (zur Erleichterung der Antizipation, also aus im Grunde ökonomischen Gründen) darein die Erwartung knüpft, daß diese so regelmäßig wie die Gesetze der Natur zur Anwendung kommen sollen. Wie gesagt, die Regeln, die sich eine Gesellschaft gibt; den Begriff Gesellschaften, den ich zugrundelege, hatte ich weiter oben ja erläutert. Eine Gesellschaft von 80 Millionen Menschen anzunehmen ist aber eine irreale Fiktion - und eine willkürliche dazu. (Volk, Nation, umgrenzte Untertanen, Menschheit: wie soll hier abgegrenzt werden?) Deshalb phantasiert die Politik ja auch einen sogenannten allgemeinen Gesellschaftsvertrag, wobei dieser alle - einen solchen erst konstituierenden - vertraglichen Elemente vermissen läßt. Das ist also schlichtweg unlauter und kein argumentatives Fundament.

Das Fundament des Gläubigen, und hier gilt es gerade den strenggläubigen Evangelikalen einmal eine Bresche zu schlagen, ist dort in aller Regel eine umwälzende Gotteserfahrung (weshalb sich manche auch Neugeborene nennen). Hier wird der Glaube an Gott zum Wissen. Und was ist Wissen schon mehr als (man erlaube mir diesen subjektivistischen Einschlag) eben Erfahrung. Sogenannte "Objektivität" ist dann ja auch nicht mehr als eine kollektive, also gemeinhin gemachte Erfahrung. Nun mag man Gotteserfahrungen, da selber nicht erlebt, belächeln oder gar (pseudo- bis proto-)wissenschaftlich als bloß chemisch-psychische Irreführung ansehen. Aber auch dies kann man nicht wissen, bzw. weiß es eben bis heute nicht. Die Kirche ist mit Sicherheit die erste, die sich hier für fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse interessiert, zumal sie selbst solchen Erscheinungen mit gebotener Vorsicht und Überprüfung schon seit Anbeginn begegnet. Wissenschaftlich gesichert sind hingegen die psychologischen und soziologischen Erkenntnisse, die einer Vielzahl von Menschen, die durch ihre Intersubjektivität "Objektivität" begründen soll, eine Eigendynamik zuweist, wie zum Beispiel le Bon in seinem Buch "Psychologie der Massen". Man möge also "Wissen" für gar nicht so sehr erhaben über "Glauben" halten. Es tritt hinzu, daß gerade im letzten Jahrhundert dieses Wissen um die Eigendynamiken von Kollektiven und dessen Gebrauch für die Fehlleitung des modernen Massenmenschen geschichtlich singuläres Morden und Hinschlachten von "Anderen" und Andersdenkenden zur Folge hatte (Spanien, Rußland, Deutschland, China). Inzwischen achtet der Mob (die Zunahme von Mobbing, zuerst in Schulen, aber auch in Betrieben und Behörden, Nachbarschaften und auf der Straße, ist sicher kein Zufall) selbst darauf, daß Andere, mithin Unangepaßte, einem "demokratischen" Anpassungsdruck ausgeliefert sind. Gemeint ist hier natürlich das Phänomen des modernen egalitären Demokratiepathos. Bei diesen, politisch als faschistisch bis bolschewistisch einzuordnenenden, "Säuberungen" ging es immer wieder gegen den Glauben und auch physisch gegen Gläubige (Kommunismus, Hitler: die kath. Kirche kommt nach dem Kriege dran, Rockefeller und Co. fordern heute noch, daß Südamerika entkatholizisiert gehört, da ansonsten dort keine Schnitte zu bekommen sei). Das alles nimmt mich wirklich nicht für die Kritik an Religiösen ein. Und bevor man mir jetzt mit dem angeblich so finsteren Mittelalter kommt (ein von interessierten Protestanten und selbst vom diesbezüglich wahrlich unwissenden Kant befördertes Fehlurteil): Seinerzeit kannte die Kirche kein Strafrecht, legte allein freiwillige Bußen zur Rettung der Seele auf; der Papst selbst ermahnte die Fürsten in Frankreich, daß sie keine Steuern einheben dürfen (der kirchliche Zehnt wurde nicht mit Gewalt eingetrieben). Man vergleiche dazu den modernen Staat, der sich ein Strafrecht anmaßt, welches - wenn überhaupt - doch wohl allein den Opfern, gegebenenfalls deren Erben, Familien, Sippen oder ähnlich Verbundenen zukommen kann. Begründet wird das staatliche Strafrecht übrigens mit einer Verletzung der Rechtsordnung - und da der Staat (wer immer dies sein mag) sich die Rechtsetzung anmaßt, statt danach zu trachten, Recht zu finden, maßt er sich eben auch das Strafrecht für die Verletzung seiner Vorschriften an - und das (bitteschön) soll nichts mit Religion zu tun haben? Waren es doch die Griechen, nach deren Göttin Europa man das Abendland zu benennen sich angewöhnt hat, deren Götter straften, was das Zeug hielt. Die mosaischen 10 Gebote beinhalten dagegen bei nur einem einzigen Gebot eine Strafandrohung. Schon deshalb sind Juden, Christen und Mohammedaner gut beraten, jeglichen Staatsglauben zurückzufahren ( www.staatsglaube.de ). Und jeder andere natürlich auch.

Hoffentlich habe ich darlegen können, daß die irrationalen modernen Vorstellungen von "Gesellschaft" und "Staatlichkeit" eine ganze Menge mit Glauben zu tun haben, die diesbezüglichen Angriffe auf Andersgläubige also immer aufs eigene Tor zielen.

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 19:52 ( Link )


off topic:

Webmaster, wie bekommt man die Kursivschrift wieder raus, ein vorangestelltes "< / cite >" tat seine Wirkung nicht.

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 20:09 ( Link )

@Oceans911:

Ohne dies stante pede weiter ausführen zu können, hilft auch hier ein Blick ins Ausland. Es findet sich auch im Internet einiges an Kritik zur mangelnden Gewaltenteilung (in Deutschland), insbesondere auch Kritik, aus der die Alternativen erkennbar sind. (Ich selbst habe es schon zweimal erlebt, daß ein Richter von einem Polizeibeamten als Kollege angeredet wurde, aber dies nur am Rande.)
Das Gerichtswesen könnte natürlich privat organisiert sein, oder ständisch oder kommunal usw., da gibt es viele denkbare Möglichkeiten.

Bei der Gelegenheit möchte ich aber auch meiner Ahnung Ausdruck verleihen, daß ein nichtmonopolisiertes Gerichtswesen über kurz oder lang zu Alternativen führen würde. Ich bin einigermaßen überzeugt davon, daß Richterprinzip und Gerichtsbarkeit noch nicht das Ende der Geschichte sind. Schon jetzt erfreut sich Mediation zunehmender Beliebtheit - und es wird - so denke ich - noch anderes gefunden werden. Verstaatlichung konserviert ja zwangsläufig (neben den leidlichen Fehlallokationen), da ist also Raum für noch nicht vorstellbare Entwicklungen.

Horst E. Böttcher , am 13. August 2009 um 21:02 ( Link )

@Fritz Liberal

"Und welche Grenzen sind diesen demokratischen Gesetzen gesetzt? Wäre es auch in Ordnung (sofern von einer demokratischen Mehrheit beschlossen) die christlichen Eltern ins KZ zu sperren, oder reicht es aus, ihre Kinder zwangsweise in die Staatsschule zu stecken?"

Erstere Massnahme wäre unverhältnismässig, zweite durchaus praktikabel.

Sehen Sie die Sache bitte mal aus der Sicht der Säkularen Seite. Über die Schulpflicht herrscht allgemeiner Konsens, ebenso über die Notwendigkeit des Sexualkunde-Unterrichtes. Die Schulpflicht ist im Gesetzt festgelegt und Gesetze, die kein Sanktionen bei Verletzung nach sich ziehen, sind zahnlos.
Auch christliche Eltern müssen diese Gesetze beachten. Wenn Sie ihre Kinder nicht zum Unterricht schicken, verletzen sie das Gesetz und Sanktionen wie zwangsweiser Unterrichtsbesuch sind durchaus angebracht. Warum haben christliche Eltern nur solche Angst vor dem Sexualkunde-Unterricht der Staatsschulen? Sie sollten besser auf ihre eigene Stärke als Erzieher vertrauen, Kindern auch die christliche Sicht der Dinge vermitteln zu können.
Mehrere Sichtweisen sind immer von Vorteil.

Kommen Sie bitte nicht mit einem Vergleich zu Hitler, Stalin usw. Die Schulgesetze sind demokratisch entstanden.

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 22:02 ( Link )

Reaktionaer schrieb:

Wunderbarer Beitrag, obwohl er leider wohl bei den Feinden der Freiheit auf taube Ohren stoßen wird.

Danke für die Blumen. :-) Es gibt ja keinen Grund zu verzagen. Franco hat den antichristlichen Anarchismus bekämpft, Hitler den russischen Bolschewismus, diese beiden wiederum (wobei ich Franco verständigerweise Hitler vorziehe) wurden durch den amerikanischen Bolschewismus (vulgo moderne Demokratie) besiegt. Man gewichtet diese Dinge sicherlich richtig, wenn man darin eine jeweilige Minderung des Übels ansieht. Wenn jetzt noch die modernen Demokraten einsehen vermögen, daß der Status Quo nicht das Ende der Geschichte ist, dann wird auch der fast weltweite Siegeszug des Bolschewismus (Bolschewik = russ. Mehrheitler) ein Ende finden und durch besseres (möglicherweise durch eine Krisis) abgelöst werden können.

@Böttcher:

Waren Hitler und Stalin wirklich undemokratisch? Geht es im Sozialismus nicht ebenso um die Herrschaft von Volk/Mehrheit/"Sozialem" vor dem Einzelnen/Privaten?

Ich stimme sogar mit Ihnen überein, daß die Kenntnis mehrerer Sichtweisen von Vorteil ist. Wie aber in meinem weiter oben angeführtem Beispiel über den Einkauf von Backwaren, ist dies nicht immer notwendig, gegebenenfalls sogar absurd. Die Angst vor dem real-existierenden Sexualkundeunterricht ist angebracht, da dieser nicht einmal kindgerecht ist. Das kann man durchaus sehr sachlich von sich weisen, auch aus nicht dezidiert christlicher Sichtweise.
Im übrigen sollten sich die (Papier-)Gesetze ans Recht halten, zumal dann, wenn man sie mit Gewalt durchzusetzen trachtet. Und selbst das Grundgesetz erkennt als Recht an, daß den Eltern das Erziehungsrecht zukommt. Dies ist natürlich und mithin vorstaatlich und so auch von den Autoren des Grundgesetzes ausdrücklich anerkannt. Auch in andere Grundrechte des Grundrechtskataloges des Grundgesetzes greift das einfache Gesetz einer Schulbesuchspflicht ein: Betroffen sind die Art. 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12, 13 und selbst 14. Im übrigen dürften ausnahmslos alle Schulgesetze der Länder nichtig sein, da Sie das Zitiergebot (Art. 19 (1) Satz 2) nicht oder nicht ausreichend erfüllen.
Ein weiteres: Wie Sie selbst anerkennen, hat der Staat jedenfalls die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Für Sie ist da die Grenze bei der Einfügung von Heranwachsenden in schulische Konzentrationslager überschritten, bei mir (und anderen) schon bei jedweder schulischer Kasernierung. Darüberhinaus ist auch bei belastenden Akten der Staatsgewalt das mildeste Mittel zu wählen. So sind selbst die von Ihnen angeführten Ziele zu erreichen, ohne daß eine Zwangsbeschulung in ausgerechnet staatlichen Schulen erfolgt. Die Schulgebäudeanwesenheitspflicht ist tatsächlich keineswegs angemessen, sie ist fast schon eine Maximallösung, die rechtsstaatlichen Gesichtspunkten nicht standhält. Sie greift ja auch nicht nur massiv in die Lebensgestaltung der Kinder, sondern auch die Ihrer von Eltern, deren Verwandten, Bekannten und Beruf ein, wie man allein schon an den gezielt gegen Familien gerichteten Polizeikontrollen auf deutschen Flughäfen zu Anfang und Beginn der ministerial verordneten Ferienzeiten erkennen kann.Welch ein Unding, die Ferien von Familien diskriminierend zu maßregeln! Auch der Alltag einer Familie ist dem Duktus des abgenötigten Schulbesuchsplanes völlig unterworfen. Nicht zuletzt können die Kinder, besuchen sie den staatlich erzwungenen Unterricht, nicht frei lernen, was allemal besser ist - und das ist wissenschaftlich fundiert erwiesen, auch wenn vergleichende Forschung in Deutschland schlichtweg durch den gewaltsamen Status Quo verunmöglicht ist. Auch dies ein Nachteil der Intoleranz gegenüber nichtschulischem Lernen.
Tatsächlich ist noch wichtiger, als verschiedene Sichtweisen zu kennen, alternativ handeln zu können. Dies verunmöglicht der Schulzwang, der ja nur konsequenter Ausfluß der postulierten Schulpflicht ist - und tatsächlich auf Hitler zurückgeht, da kommen Sie nicht drumherum. (Freilich haben die Nachkriegs-Demokraten das neu beschlossen, was Hitler initiert hat; aber wenn ich daran denke wie stigmatisiert selbst die Autobahnen sind...)

Zu denken gibt doch sicherlich auch, daß alle anderen westlichen Demokratien eine Schul-, Bildungs- oder Unterrichtspflicht nicht als Schulgebäudeanwesenheitspflicht postulieren. Sind denn die anderen Demokraten allesamt dämlich? Also, auch ohne jegliche Kritik an der modernen Demokratie, ist der deutsche Sonderweg mehr als fragwürdig. Oder soll vielmehr am Ende doch die Welt am deutschen Wesene genesen? Fürwahr, deutsche Bildungsstandards und deutsche Wissenschaft (Deutsch war einst Wissenschaftssprache) waren einst weltweit Vorbild. Das war - und dies ist kein Zufall - vor der Zeit, als Deutschland das Bildungswesen komplett und ausnahmslos verstaatlichte und inzwischen auch die Privatschulen gängelt und hindert, wie nie zuvor. Es nutzt alles nichts: Trennen Sie sich davon, ihre Mitmenschen mit Gewalt beglücken zu wollen, das ist weder liberal noch offen, nicht einmal zweckmäßig. Und daran ändert eben auch nichts, wenn eine parlamentarische Mehrheit dies doch durch Abfassung eines Schulgesetzes versucht.
Wir brauchen Freiheit - insbesondere hier.

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 23:27 ( Link )

@Gamma:

Das Dilemma, welches Sie schildern, ist ja tatsächlich existent. Mir fällt ein, daß ich dazu - grundsätzlich - auch schon einmal etwas geschrieben habe:

Phänomenal: Jedem Sozial-Ismus seine Sozio-Logie

Auch dem geneigten Leser zur Lektüre empfohlen, den Damen ebenso (im Deutschen ist der Plural meist männlich).

Reaktionaer , am 14. August 2009 um 0:58 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

--- Erstere Massnahme wäre unverhältnismässig, zweite durchaus praktikabel.

Aha! Ob KZ oder nicht, ist also für Sie allein eine Frage der Verhältnismäßigkeit und Praktikabilität. Das ist besonders deswegen gut zu wissen, weil diese Einschätzung ja völlig willkürlich ist.

Andere Menschen würden es vielleicht sehr verhältnismäßig und praktikabel finden, mich ins KZ zu stecken. Kein Problem, solange die eine demokratische Mehrheit kriegen, oder?

--- Sehen Sie die Sache bitte mal aus der Sicht der Säkularen Seite. Über die Schulpflicht herrscht allgemeiner Konsens

Nö. Also ich bin dagegen, so gesehen ist der Konsens ja nicht allgemein.

--- Die Schulpflicht ist im Gesetzt festgelegt

Und wieder eine Argumentation mit einem Stück Papier.

--- Auch christliche Eltern müssen diese Gesetze beachten.

Wieso sollten Sie? Die Nürnberger Rassegesetze hätte ich auch nicht beachtet.

--- Wenn Sie ihre Kinder nicht zum Unterricht schicken, verletzen sie das Gesetz und Sanktionen wie zwangsweiser Unterrichtsbesuch sind durchaus angebracht.

Auch Sanktionen wie Einkerkerung und Kindesentziehung?

--- Warum haben christliche Eltern nur solche Angst vor dem Sexualkunde-Unterricht der Staatsschulen?

Also, ich habe da keine Angst vor. Es geht mehr ums Prinzip.

--- Sie sollten besser auf ihre eigene Stärke als Erzieher vertrauen

Zur Stärke der Erzieher gehört auch, seine Kinder vor Perversen, Asozialen und auch Demokraten fernhalten zu dürfen und im besten Interesse der Kinder auch zu müssen.

--- Mehrere Sichtweisen sind immer von Vorteil.
Kommen Sie bitte nicht mit einem Vergleich zu Hitler, Stalin usw. Die Schulgesetze sind demokratisch entstanden.

Hm, wären die Nürnberger Rassegesetze denn in Ordnung, wenn sie demokratisch entstanden wären?

Reaktionaer , am 14. August 2009 um 2:38 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

--- Kommen Sie bitte nicht mit einem Vergleich zu Hitler, Stalin usw. Die Schulgesetze sind demokratisch entstanden.

Stimmt noch nicht mal: Die heutige Schulpflicht hat Hitler eingeführt. Ein echtes böttcheres Eigentor also wieder mal :-)

Jörg Janssen , am 14. August 2009 um 8:07 ( Link )

"Ein steuerfinanziertes Zwangsschulsystem ist das vollkommene Modell eines totalitären Staates." (Isabel Paterson)

Hallo Herr Böttcher,

Stefan Sedlaczek schrieb:

Ich bin jedenfalls erschrocken über die Bereitschaft aufgrund welch' dünner und geradezu unzureichender Annahmen sich Menschen gerechtfertigt sehen, Gewalt gegen andere anzuwenden.

Sie entgegneten:

Ich weiss nicht, ob wir auf gleicher Ebene sprechen können. Sie bezeichnen Schulzwang als "Gewalt", für mich ist es eine rein pragmatische Anforderung im Interesse aller.

Lassen Sie uns nicht übersehen, dass die Politik jede ihrer Ideen letztlich durch die Androhung von Gewalt durchsetzt. Ohne diese Drohung müsste die Politik uns überzeugen. Obwohl die Meisten über diese Gewalt hinter jedem Edikt der Politik lieber hinwegsehen, ist sie alles andere als selbstverständlich: Legitim ist Gewalt lediglich gegen den Bruch unserer gegebenen Rechte. Sie ist es nicht, um die eigenen Ideen durchzusetzen; auch dann nicht, wenn diese Ideen den Vertretern einer Mehrheit einfielen.

So ist es auch beim Staatsschulzwang: Wie will die Politik den Vorrang ihres Erziehungsanspruches auch anders durchsetzen, als indem sie den Eltern droht, ihnen ihre Kinder zu nehmen -- und sollten die Eltern sich dagegen wehren, mit physischer Gewalt?

Auch wenn die Politik das Recht der Eltern auf die Kontrolle der Erziehung ihrer Kinder jeden Tag brach; bislang gab sie wenigstens Lippenbekenntnisse zu diesem Recht ab. Damit ist seit dem Urteil der -- von der Poltik ernannten, besoldeten und beörderten -- Karlsruher Richter jetzt Schluß. Letzte Woche noch hatten Eltern dem Namen nach das letze Wort über die Erziehung ihrer Kinder; heute ist dieses Recht verschwunden zugunsten der Macht der Bildungsbürokraten.

Ist das, lieber Herr Böttcher, Ihre Vorstellung vom Schutz unserer Rechte durch den Staat? Welches Ihrer Rechte -- Vertragsfreiheit, Notwehr, Privatsphäre, Meinungsfreiheit usw. -- müßte die Politik auf diese Weise in Nichts auflösen, im Namen "einer rein pragmatischen Anforderung im Interesse aller", damit auch Sie aufbegehrten?

FritzLiberal , am 14. August 2009 um 10:07 ( Link )

Erstere Massnahme wäre unverhältnismässig, zweite durchaus praktikabel.

Ich darf mich den Bedenken von Reaktionaer anschließen. Wäre erstere Maßnahme dann nicht mehr unverhältnismäßig, vielmehr völlig in Ordnung, falls sie auf demokratische Weise beschlossen wurde? Oder wer legt fest, welches Ausmaß von Gewaltanwendung "unverhältnismäßig" und welches "durchaus praktikabel" ist?

Sehen Sie die Sache bitte mal aus der Sicht der Säkularen Seite.

Tue ich doch. Kein Mensch wird gezwungen, seine Kinder in christliche Schulen zu schicken. Oder vielleicht doch, aber andersrum: bei mir in der VRÖ (Volksrepublik Österreich) schicken immer mehr atheistische Eltern ihre Kinder angesichts des katastrophalen öffentlichen Schulwesens in katholische
Privatschulen. Da geht aber einmal mehr der Zwang nicht von den pöhsen Christen aus, oder?

Über die Schulpflicht herrscht allgemeiner Konsens, ebenso über die Notwendigkeit des Sexualkunde-Unterrichtes. Die Schulpflicht ist im Gesetzt festgelegt und Gesetze, die kein Sanktionen bei Verletzung nach sich ziehen, sind zahnlos.
Auch christliche Eltern müssen diese Gesetze beachten. Wenn Sie ihre Kinder nicht zum Unterricht schicken, verletzen sie das Gesetz und Sanktionen wie zwangsweiser Unterrichtsbesuch sind durchaus angebracht.

Aha. Also Gesetze sind zu befolgen, weil sie existieren. Und wer sie nicht befolgt, gegen den ist Gewaltanwendung zulässig. Kein Spielraum für Hinterfragen, kein Grund, die Meinung von Minderheiten gegenüber der demokratischen Mehrheit ernst zu nehmen?

Horst E. Böttcher , am 14. August 2009 um 10:30 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

"Zu denken gibt doch sicherlich auch, daß alle anderen westlichen Demokratien eine Schul-, Bildungs- oder Unterrichtspflicht nicht als Schulgebäudeanwesenheitspflicht postulieren. Sind denn die anderen Demokraten allesamt dämlich? Also, auch ohne jegliche Kritik an der modernen Demokratie, ist der deutsche Sonderweg mehr als fragwürdig."

Sicherlich kann Deutschland gerade im Schulwesen, man denke an die PISA-Studien, von anderen Ländern lernen kann. Was die Schulgebäudepflicht anbetrifft, so kann ich hier jedoch keinen Grund erkennen. Eine Abschaffung würde zu mehr Schulabstinenz, z.B. aus Migrantefamilien, die mit Schulerziehung nicht so vertraut sind, führen.

Wie ich schon merhfach dezidiert klargestellt habe, halte ich die Pflicht zur Teilnahme am schulischen Sexualkundeunterricht für richtig. In das Recht der Eltern wird dabei nicht eingegriffen, da sie durchaus die Möglichkeit haben, ausserschulisch ihre Kinder mit ihren eigenen Wertvorstellungen vertraut zu machen. Es ist mir übrigens schleierhaft, dass Sexualkunde-unterricht im 21. Jahrhundert überhaupt ein Thema sein kann, mit dem sich das BVerfG befassen muss, aber damit sollte der Fall abgeschlossen sein.

@Reaktionär

"Zur Stärke der Erzieher gehört auch, seine Kinder vor Perversen, Asozialen und auch Demokraten fernhalten zu dürfen und im besten Interesse der Kinder auch zu müssen."

Wer Demokraten und Perverse gleichsetzt ist kein Gesprächspartner.

@Fritz Liberal

"Aha. Also Gesetze sind zu befolgen, weil sie existieren. Und wer sie nicht befolgt, gegen den ist Gewaltanwendung zulässig. Kein Spielraum für Hinterfragen, kein Grund, die Meinung von Minderheiten gegenüber der demokratischen Mehrheit ernst zu nehmen?"

Das ist die Lage. Hinterfragen ist nicht verboten.
Manchmal müssen aber gesamtgesellschaftliche Überlegungen den Vorrang vor Partikularinteressen haben.

Stefan Sedlaczek , am 14. August 2009 um 11:12 ( Link )

Herr Böttcher schrieb:

Was die Schulgebäudepflicht anbetrifft, so kann ich hier jedoch keinen Grund erkennen. Eine Abschaffung würde zu mehr Schulabstinenz, z.B. aus Migrantefamilien, die mit Schulerziehung nicht so vertraut sind, führen.

Abgesehen von den beinhalteten Vorurteilen (die nicht haltbar sind, siehe zum Beispiel die gut untersuchte Bildungsnachfrage von Schwarzen vor und nach deren "Antidiskriminierung" in den USA), bleibt doch die Frage, ob ALLE in Haftung für eine verfehlte Einwanderungspolitik genommen werden können (siehe u.a. dazu meinen Beitrag www.wo-lernst-du-denn.de ). Bei 7.000 bis 12.000 VerkehrsTOTEN auf öffentlichen (!) Straßen jedes Jahr, zwingen wir ja auch nicht alle in staatliche Fahrzeuge mit staatlichem Chauffeur.
Also selbst, wenn man Ihren Einwand als Tatsache akzeptiert, bleibt die getroffene Zwangsmaßnahme für alle unverhältnismäßig. In England verfährt man so: Dort kennt man die "education otherwise" und das war auch die Gesetzeslage der Weimarer Republik und ist sie noch in Österreich (Staatsgrundgesetz von 1867). Wenn Eltern die Bildung ihrer Kinder nicht anderweitig organisieren, darf den Kindern diese nicht vorenthalten bleiben und der Herr Staat übernimmt diese bzw. sorgt dafür, daß diese Eltern ihre Kinder einer Schule (denkbar: oder anderen Bildungsmöglichkeit) zuführen. So sind übrigens auch verantwortungsvolle Bürger verfahren, als es noch nicht den großen Alle-zu-Allem-Zwingherrn Staat gab: Sie redeten verantwortungslosen Eltern selbst zu oder bildeten diese bei Gelegenheit auf der Straße, erzählten Geschichten, die interessant genug und lehrhaft genug waren, daß ihnen die von den eigenen Eltern vernachläßigten Kinder gerne zuhörten. Es gibt eine andere Anreizkultur als die von Nötigung, Zwang und Gewalt. Sie würden wahrscheinlich baff erstaunt sein, daß ihre Haltung einem alles anderen als liberalem Naturalismus ("Recht des Stärkeren") entspringt. Eine Kritik dazu findet sich bei Litt (Staatsgewalt und Sittlichkeit), 1942 geschrieben und 1948 veröffentlicht. Litt stellt übrigens den "Staat" nicht in Frage, sie können das also ohne Gefahr für Ihren Etatismus lesen.

Horst E. Böttcher , am 14. August 2009 um 14:18 ( Link )

@Stefan Sedlaczek,

Ich bestreite nicht, dass es auch andere Wege der
Schulpflicht geben kann als in Deutschland, aber ich halte das deutsche System für sehr zweckmässig. Gravierende Einschkränkungen der Freiheit oder des Eleternrechts sind für mich nicht erkennbar. Gibt es Fälle, wo der schulische Pflicht-Sexualkunde-Unterricht zu Schäden bei den Kindern geführt hat?
Allenfalls, dass diese keine so strenggläubigen Christen geworden sind, aber das ist nicht relevant. Mit 14 Jahren ist man sowieso religionsmündig.

Was die Zahl der Verkehrstoten anbetrifft, so lag diese 2008 nicht bei 7000 bis 12000, sondern bei
4477. Wenn man schon Zahlen heranzieht, sollte man diese vorher prüfen.

Stefan Sedlaczek , am 14. August 2009 um 17:05 ( Link )

@Horst E. Böttcher:

Die mir vorliegenden Zahlen stammen aus den Vorjahren, wie ja auch die Schulgesetze auch schon etwas älter sind.
Wenn Sie hier keine gravierenden Einschränkungen der Freiheit (von Millionen) erkennen vermögen, so kann ich diesem Defizit wohl nicht mehr abhelfen. Ich bin mir aber sicher, daß, wenn Sie sich allein schon jahrelang an einem bestimmten Ort einzufinden hätten, dies als solche Einschränkung empfinden würden.

Horst E. Böttcher , am 14. August 2009 um 19:36 ( Link )

@Stefan Sedlaczek

" Ich bin mir aber sicher, daß, wenn Sie sich allein schon jahrelang an einem bestimmten Ort einzufinden hätten, dies als solche Einschränkung empfinden würden."

Ich war auch kein besonders glücklicher Schüler, das lag aber daran, dass der starre Lehrplan noch auf das prkatisch wenig wertvolle Bildungsideal des Bürgertums abgestellt und damit furchtbar langweilig war. Sexualkundeunterricht gab es noch nicht.

"Sich jahrelang an einem bestimmten Ort einfinden müssen" ist das Schicksal fast aller Berufstätigen. Dann ist nach Ihrer Logik die heutige Berufswelt
eine gravierende Einschränkung der Freiheit. Das ist zwar ein interessanter Punkt, aber es wäre für die Gesellschaft insgesamt nachteilig, wenn alle entsprechend Beschäftigten auf Hartz-IV umsatteln würden.

Reaktionaer , am 14. August 2009 um 19:43 ( Link )

@Horst E. Böttcher

---"Sich jahrelang an einem bestimmten Ort einfinden müssen" ist das Schicksal fast aller Berufstätigen. Dann ist nach Ihrer Logik die heutige Berufswelt eine gravierende Einschränkung der Freiheit.

Das darf nicht wahr sein. Sie kapieren es wirklich nicht, oder? Seinem Beruf geht man freiwillig nach, zum Schulbesuch wird man gezwungen. Das ist doch der Unterschied.

Horst E. Böttcher , am 14. August 2009 um 19:57 ( Link )

@Jörg Jansen

"Lassen Sie uns nicht übersehen, dass die Politik jede ihrer Ideen letztlich durch die Androhung von Gewalt durchsetzt."

Das geht nur über Gesetzgebung und das ist ein komplizierter Weg in einer Demokratie.

"So ist es auch beim Staatsschulzwang: Wie will die Politik den Vorrang ihres Erziehungsanspruches auch anders durchsetzen, als indem sie den Eltern droht, ihnen ihre Kinder zu nehmen -- und sollten die Eltern sich dagegen wehren, mit physischer Gewalt?"

Der Erziehungsanspruch hat eben seine Grenzen. Stellen Sie sich vor, Eltern erziehen ihre Kinder zu aggressiven Kommunisten oder Faschisten, lehren Sie, sich um Gesetze und Verfassung nicht zu kümmern und nach ihren eigenen (kommunistischen/faschistischen)
Überzeugungen zu handeln. Sollte der Staat da nicht eingreifen? Theorie? In diesem Forum haben Teilnehmer offen zugegeben, dass die Verfassung nichts wert, nur ein Stück Papier ist und Gesetze nicht unbedingt befolgt werden müssen. Gehen wir davon aus, dass sie ggfl. auch ihre Kinder so beeinflussen würden.
Es gibt eben Grenzen der Erziehungsgewalt und mit dem Urteil des BVerfG wird den Eltern noch nicht einmal das Recht genommen, ihre Kinder extrem christlich zu erziehen, nur sie müssen dulden, dass diese in ihrem eigenen Interesse auch mit anderen Ansichten und Wissen konfrontiert werden.

"Ist das, lieber Herr Böttcher, Ihre Vorstellung vom Schutz unserer Rechte durch den Staat? Welches Ihrer Rechte -- Vertragsfreiheit, Notwehr, Privatsphäre, Meinungsfreiheit usw. -- müßte die Politik auf diese Weise in Nichts auflösen, im Namen "einer rein pragmatischen Anforderung im Interesse aller", damit auch Sie aufbegehrten?"

Alle diese Rechte stossen an ihre Grenzen. Dafür ist ja gerade das Bundesverfassungsgericht da, um zu entscheiden, wo, in Abwägung individueller Rechte und den Interessen der Allgemeinheit, Grenzen zu ziehen sind. Bisher hat das BVerfG diese Aufgabe im grossen und ganzen gut gelöst. So wurden keine dieser Rechte "in Null aufgelöst"!. Mehr Freiheit würde ich mir in der Privatsphäre wünschen. Bei Vertragsfreiheit sollte gerade die Ehe reformiert werden und auch
Heterosexuellen die Eingetragene Partnerschaft geöffnet werden. Die Meinungsfreiheit wurde kaum tangiert, das BVerfG hat sogar die Behauptung "Soldaten sind Mörder" akzeptiert.
Von Seiten des Staates sehe ich keine wesnetliche Bedrohung der Freiheit, die Kirchen wären da eher zu beobachten, aber ihr Einfluss ist gegenwärtig nicht sehr gross. Trotzdem, Wachsamkeit ist geboten!

Reaktionaer , am 14. August 2009 um 20:26 ( Link )

@ Horst E. Böttcher

---In diesem Forum haben Teilnehmer offen zugegeben, dass die Verfassung nichts wert, nur ein Stück Papier ist und Gesetze nicht unbedingt befolgt werden müssen. Gehen wir davon aus, dass sie ggfl. auch ihre Kinder so beeinflussen würden.

Davon dürfen Sie ausgehen. Natürlich DÜRFEN unmoralische Gesetze nicht nur ignoriert werden, es ist sogar die ausdrückliche moralische Pflicht eines jeden anständigen Menschen, sie zu ignorieren.

Werner Laube , am 15. August 2009 um 11:41 ( Link )

@all,
kleine Anmerkung:
Warum glauben alle, dass Kondome AIDS verhindern können, wenn gleichzeitig in den Medien auf allen Kanälen in absurd ekelhaften Beispielen, in der Werbung und imn Filmen, das sich gegenseitige Auslecken und Auslutschen des Mundes, also das Küssen, beworben wird. Kann sich denn niemand vorstellen, dass, wenn z.B. der Kusspartner und man selbst Zahnfleischbluten hat, die Ansteckung mindestens genauso groß ist wie beim normalen Geschlechtsverkehr. Oder wird da geglaubt, dass der Speichel die AIDS- und andere Viren tötet?
Oder hat dies eventuell geschäftliche Hintergründe, nach dem Motto: am Kondom kann man Geld verdienen und das Küssen bringt der Pharmaindustrie dann noch mehr Geschäft? Was sonst bewegt die Medien in immer größerer Zahl und immer ordinärer solche Szenen zeigen zu müssen?

Stefan Sedlaczek , am 15. August 2009 um 14:18 ( Link )

Zu den hier genannten Zahlen der Verkehrstoten: tatsächlich haben diese in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Dies zeigt einmal mehr deutlich die Überlegenheit des Marktes über staatliche Planwirtschaft. denn in diesem Zeitraum haben sich die staatlich und kommunal betriebenen Straße eher verschlechtert und das staatliche Regelwerk zur Benutzung ist gleichgeblieben. Der begrüßenswerte Fortschritt (im besten Wortsinne) ist also der Kunst der privaten Automobilbauer zu verdanken, die nachfragegerecht immer bessere und sicherere Fahrzeuge entwickeln, bauen und anbieten.
Daran mag man leicht ersehen, welchen Gewinn es mit sich bringen würde, wenn das Bildungswesen auch junger Menschen zukünftig der Kontrolle des Marktes und seiner Teilnehmer überlassen wird.
Bildungs-Trabbi

Horst E. Böttcher , am 15. August 2009 um 23:54 ( Link )

@Stefan Sedlaczek,

Aus der Abnahme der Verkehrsunfallopfer auf die
Übrlegenheit des Marktes zu schliessen ist etwas sehr gewagt. Zunächst ist festzuhalten, dass sich die Sicherheit der kommunalen, regionalen und Bundes-strassen seit dem Höhepunkt der Verkehrstoten in den 70'er Jahren sehr verbessert hat und damit zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen hat.

Was nun die privatwirtschaftliche Automobilindustrie anbetrifft, so hat diese sicher viel zur Verkehrs-sicherheit beigetragen, im wesentlichen aber auf Druck staatlicher Vorgaben, wie z.B. Dreipunkt-Sicherheits-gurte als Standardausrüstung. Die meisten sicherheitsrelevanten Innovatione erfolgten auf Grund staatlicher Auflagen.

In die Literatur eingegangen ist der Fall eines Ford-Modells (ich glaube Pinto) das so konstruiert war, dass der Tank praktisch die "Knautschzone" bildete, mit dem Ergebnis tödlicher Unfälle nach Auffällen.
Ford entschied damals, nach Prüfung wieviele solcher Unfälle statistisch zu erwarten seien, dass es für das Unternehmen billiger wäre, entsprechende Unfallopfer zu entschädigen, als das Modell zu ändern. Die Sache kam aber vor Gericht und Form wurde zu einer Rekordsumme "Punitive Damages" (Strafschadensersatz) verurteilt. So viel über das Sicherheitsdenken der Kfz-Industrie.

Was nun Schulen anbetrifft, so lange private Anbieter ebenso sorgfältig von einer Aufsicht wie der Kfz-Bundes-Zulassung überwacht werden könnten, kann man darüber reden. Die Kfz-Behörden haben es aber nur mit einer Handvoll Anbieter zu tun, bei der Privat-schulüberwachung muss man mit einer polypolistischen
Marktstruktur rechnen. Wie die effizient überwacht werden soll, ist mir nicht klar. Besonders wenn man daran denkt, dass hier die Länder in der Verantwortung sind.

Also ich sehe da keine Vorteile, nur Nachteile in einer Privatisierung. Eine bessere Ausbildung kann ich wirklich nicht erkennen!

PS: Ich gehe jetzt auf Urlaub, was den Gegner unserer Verfassung nun den Gegenspieler nimmt.

Stefan Sedlaczek , am 17. August 2009 um 20:19 ( Link )

Sehr geehrter Herr Bötcher,

wünsche Ihnen einen angenehmen Urlaub!

Danach nehme ich den Disput gerne wieder auf.

Mit freundlichem Gruß
Stefan Sedlaczek

barthel_berand , am 18. August 2009 um 12:09 ( Link )

@ Stefan Sedlaczek

meine Gefühlslage ob Ihres Einsatzes in der Diskussion mit Herrn Böttcher schwankt zwischen anerkennender Hochachtung und mitleidsvollem Regristieren unfruchtbarer Bemühungen.

Ich hatte selbst vor kurzem eine - eigentlich von vornherein absehbar - unfruchtbare "Diskussion" mit jemandem, der bar jeglicher theoretischen Grundlage meinte, wilde Theorien zur Menschheitsbeglückung aufstellen zu müssen.

Dieser Typus ist leider weit verbreitet. Seine Maxime ist die Taxis - ohne zu wissen, was das ist. Sein Argument ist der gute Wille, Gutes zu tun - ohne zu wissen, dass der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist. Das kann ihm aber egal sein, da er die Mehrheit hinter sich weiß. Der guten Tat und Anerkennung der Mehrheit zu Liebe verlernt er das Denken. Der Lemming realisiert erst, dass er ein Lemming ist, wenn er bereits über die Klippe gestürzt ist.

Die Kunst in einer solchen Diskussion, die nicht auf Augenhöhe stattfinden kann, ist, ein Oberlehrer zu sein (besser: sein zu müssen), ohne als solcher zu wirken.

Zur Wappnung für diesen "Spaß" empfehle ich das Werk: "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne dabei den Verstand zu verlieren."

BB

dickbrettbohrer , am 19. August 2009 um 16:08 ( Link )

Zum Sexualunterricht an Schulen:
Man sollte nicht vergessen, daß es sich bei der Sexualität um eines der intimsten Bereiche des menschlichen Lebens handelt – ein Bereich, den wir wie kaum einen anderen schützen müssen, wenn wir intakt bleiben wollen. Als Erwachsene haben wir eine gewisse Festigkeit erreicht und können auch mit Offenheit besser umgehen, aber nur bis zu einer bestimmten, individuelle verschiedenen Grenze. Kinder in der sensiblen Entwicklungsphase aber sind da viel verletzlicher. Man muß eines bedenken: Hier wird vor aller Öffentlichkeit ausgebreitet und breitgetreten, was im Grunde ein großes Geheimnis ist. Man verstehe das nicht falsch: die körperliche Vereinigung und alle physiologischen Vorgänge von Zeugung und Geburt kann man bester Absicht sachlich darstellen wollen – es wird nicht gelingen. Nun sollte man meinen, keiner der Diskutanten habe die Zeit seines eigenen Erwachsens vergessen – es ist vor allem die natürliche Scham, die ab einer gewissen Entwicklungsstufe einsetzt, und sie hat ihren Sinn. Es setzt eine gewisse Reife voraus, über heikle Dinge wie die menschliche Sexualität offen sprechen zu können – und diese Reife setzt bei jedem Menschen zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt ein. Jeder Mensch ist anders, jedes Kind ist anders! Die Pädagogik früherer Generationen nahm auf solche Voraussetzungen Rücksicht. Die Regel lautete, daß man Kindern erst dann Zusammenhänge theoretisch erklären solle, wenn diese sich dafür offen zeigen – also explizit danach fragen. Heute wird zu einem Zeitpunkt, den Erwachsene bestimmen, gewaltsam ans Licht gezerrt, was Kinder unter Umständen weder sehen wollen noch verstehen können. Außerdem: die Trennung von körperlicher Liebe von geistiger Verantwortung für den anderen Menschen ist fatal – man kann dies durchaus vergleichen mit der Trennung des Geldwesens von der Wirtschaft. Die Isolierung des einen vom anderen hat eine Verrohung der Moral zur Folge. Ich glaube, es war auch Freud, der sagte, daß die Schamlosigkeit eines der Hauptkennzeichen der Verblödung sei. Wenn die Theorie vor der Praxis kommt, kann das (nicht nur in der Sexualität) großen Schaden anrichten.

In einer Schulklasse ist jedes Kind unterschiedlich weit in der Entwicklung. Manche können dem Sexualunterricht etwas Positives abgewinnen, andere quälen sich und werden buchstäblich krank. (Ich weiß das aus verschiedenen Gesprächen mit Eltern.) Für einige ist es zu früh, andere wissen schon alles. Wieder andere retten sich über die von ihnen empfundene Peinlichkeit mit Albereien, Bosheiten und Hohn hinweg. Sexualunterricht in einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe, deren Gruppendynamik der Lehrer kaum richtig einschätzen wird können: gibt es etwas Schlimmeres? Hier wird nun das Intimste, Schönste und Heiligste zwischen Menschen auf den Seziertisch gezerrt und vor aller Augen geschlachtet. Sexualunterricht an Schulen ist schon allein deshalb abzulehnen, weil sie die Würde des Menschen verletzt (anderweitig wird so viel von „Würde“ gesprochen!).

Aufklärungsunterricht gibt es heute überall, das ist nicht wie früher, wo man sich heimlich ein Arztbuch aus dem Regal stiehlt. Es ist daher nicht einzusehen, daß ausgerechnet an der Schule Wissen dieser Art vermittelt werden soll – Rechtfertigung wird zur Glaubensfrage.
Auch hat theoretisches Wissen noch nie in der Menschheit einen praktischen Nutzen für das Handeln gehabt. Wäre dies so, es gäbe keine Dicken, keine Raucher und keine Alkoholiker usw. Aufgeklärt sind sie alle, und alle wissen sie über ihr selbstschädigendes Verhalten, auch wenn sie es nicht gern zugeben. Gutes Verhalten lernt man nur durch Einübung in praktischen Lebenssituationen, sonst nirgendwo. Regeln, Rituale, ein natürliches Umfeld mit Aufgaben, die zu erledigen sind – das sind die Initialen der Moral, nicht das unerträgliche theoretische Gefasel zwischen acht und vierzehn Uhr nach dem Takt einer Schulglocke. Die künstlichen Räume, in denen Kinder theoretisch mit allen möglichen Wissensfragmenten konfrontiert werden, taugen nicht zur Ausbildung von Herz oder Hirn. Diese – Stefan Sedlaczek benannte es treffend – „schulischen Konzentrationslager“ überleben nur starke Naturen ohne sichtbare Blessuren, die unsichtbaren erfahren wir nicht. An Schulen und in altershomogenen Lerngruppen herrscht, seit das Leistungsprinzip zur Bildung von Hierarchien abgeschafft wurde, die Atmosphäre des Hühnerhofes: eine Hackordnung nach den Kriterien der Gewalt und Rücksichtslosigkeit. Mobbing ist die Frucht der horizontalen Massenkinderhaltung ohne die Möglichkeit, sich aus eigener Kraft (Leistung) und Anstrengung profilieren zu können.

Es gäbe viel dazu zu sagen. Moral kann man nicht lernen. Liebe auch nicht, oder Glück. Und schon gar nicht Achtung vor dem anderen. Das alles stellt sich ohne Wollen und Befehl ein, wenn Leben glückt. Es glückt, wenn der Mensch nach seinem besten Wissen und Gewissen handelt, indem er Naturgesetze beachtet und sich nicht klüger dünkt als diese.

Anna Wahlgren, die neunfache schwedische Mutter schrieb sinngemäß in ihrem unangepaßten KinderBuch: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Und ins selbe Horn stößt Gordon Neufeld in seinem Buch „Unsere Kinder brauchen uns“. Die Kollektiverziehung durch fremde Personen, Angestellte oder Beamte des Staates, ist schädlich und führt wohl im Laufe einiger Generationen zum Niedergang der Gesellschaft. Der Verfall des staatlichen Bildungswesens ist augenfälliger Beweis. Die Kasernierung der Kinder und der Zwangssexualunterricht sind im Grunde Ungeheuerlichkeiten. Offensichtlich geht das Bewußtsein des Eingesperrtseins und Genötigtwerdens bei vielen Betroffenen verloren – eine Portion Sadismus mag dabeisein unter dem Motto: Ich habe es auch aushalten müssen, mir hat es auch nicht geschadet, die anderen sollen es nicht besser haben ...
Unreife Geister halten den Staat für eine Art Übervater, sie personifizieren eine Idee und liefern ihre Kinder ohne Wimpernzucken fremden Personen aus. Wer für staatliche Gewaltmaßnahmen plädiert, offenbart eine verletzliche und infantile Seele. Freiheit muß man aushalten können, das gebe ich zu. Und ich begreife auch, daß dazu nur wenige fähig sind. Jedoch sollte eines klar sein: Zwang ist von Übel. Jene, die Freiheit nicht aushalten, mögen sich fremdem Willen unterwerfen. Diejenigen, die selbstbestimmt leben möchten, sollten nicht gewaltsam zu derselben Unfreiheit gezwungen werden. Ist das so schwer zu verstehen?

Shuca , am 20. August 2009 um 21:24 ( Link )

Ja,die meisten kritisieren diesen Staat.Aber wenn mann diesen wertneutralen Staat seine Wertlosigkeit vorwerfen tut,stehen ihre Bajonette gegen den Glauben.Die sexuelle Aufklärung von Kindern in der BRD hat nur ein Ziel die angeblich überholten Moralvorstellungen der Eltern durch ihre eigenen Kinder zu zerstören.Der Angriff gilt eindeutig Christus.Ich behaupte als ehemaliger DDR-Bürger das Honnecker und Mielke niemals in der Lage waren so einen Angriff zu führen.Ich behaupte das am Ende die Bundesrepublik alles übersteigen wird was wir uns vorstellen können.
Per Mariam ad Christum.

GraueEminenz , am 02. September 2009 um 23:02 ( Link )

"It takes a village to raise a child" stammt angeblich aus Afrika, "It takes a child to raze a village" gilt fuer die zwangsverpflichteten Kindersoldaten, die als erstes gezwungen werden, ihre eigene Familie auszuloeschen, damit sie aller Bindungen ledig und manipulierbar sind.
Wir werden es auch noch dahin bringen.


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