01. August 2009

Zugelassene Parteien zur Bundestagswahl Wer tritt wo an?

Nur sechs Parteien stehen überall auf den Stimmzetteln

Die Mainstream-Medien haben gestern über die Wahlzulassungen der Landeswahlleiter zur Bundestagswahl am 27. September berichtet. Wir konnten auf allen Kanälen erfahren, dass die „Pauli-Partei“ Freie Union „in vielen Bundesländern an der Wahlzulassung gescheitert“ sei. Potzblitz! Tatsächlich war diese Partei vielmehr in allen Ländern gescheitert. Dabei hatte niemanden diesseits der Redaktionsstuben die Freie Union wirklich interessiert, aber wir wissen nun auch wahlamtsbescheinigt, dass Gabriele Pauli tatsächlich die bayrische Version des irischen Aufschneiders Declan Ganley ist. Wer nun aber wo antritt und auf dem Stimmzettel zu finden sein wird – diese Information blieben die Medien meist schuldig.

ef-online hat die Einzelnachrichten der Landeswahlleiter zusammengetragen. Durchschnittlich werben in den Bundesländern 13 Wahlvorschläge um die entscheidenden Zweitstimmen. Nur jeweils neun Listen sind es in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern treten auch die meisten Parteien an – jeweils 19, gefolgt von Baden-Württemberg (17) und Berlin (16).

Bundesweit flächendeckend in allen 16 Ländern stehen nur sechs Parteien auf den Stimmzetteln. Es sind dies SPD, FDP, Grüne, Die Linke, die NPD und die altmaoistische MLPD. Fast überall, nämlich in 15 von 16 Ländern bewerben sich die CDU (außerhalb Bayerns) und die Piratenpartei (außerhalb Sachsens) um Wählerstimmen.

Es folgen mit einigem Abstand hinter diesen acht offenbar bestens organisierten Parteien die westlastige DVU in zwölf Ländern (bundesweit außer Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Thüringen) und die im Süden stärkeren Republikaner in elf Ländern (bundesweit außer Hamburg, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein).

In der Hälfte der Bundesländer tritt immerhin die ÖDP (BaWü, Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und Thüringen) an, gefolgt von Helga Zepp-LaRouches legendärer Sekte Bürgerrechtsbewegung Solidarität BüSo (in sieben Ländern: BaWü, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, NRW und Sachsen) und die im Westen starke Partei Mensch Umwelt Tierschutz (kurz: Tierschutzpartei) in sechs Ländern (BaWü, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, NRW).

Die Rentnerinnen- und Rentner-Partei stellt sich in fünf Ländern (Bayern, Bremen, Niedersachsen, NRW und Saarland) zur Wahl, die eher evangelikale Partei Bibeltreuer Christen PBC (BaWü, Bayern, Bremen, Rheinland-Pfalz) wie die Familienpartei (Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland) in vier Ländern und die Violetten (BaWü, Bayern, Berlin) sowie die Rentner Partei Deutschland (Hamburg, NRW, Schleswig-Holstein) jeweils in drei Bundesländern.

Das nationalistische Bündnis Ab jetzt (BaWü und NRW) sowie die trotzkistische Partei für Soziale Gleichheit PSG (Berlin und NRW) stehen in zwei Ländern zur Wahl und sieben Parteien jeweils nur in einem einzigen Bundesland, nämlich die CSU, die Bayernpartei und die Christliche Mitte in Bayern, die Allianz der Mitte in Baden-Württemberg, die DKP in Berlin, die Freien Wähler in Brandenburg und die Zentrumspartei in Nordrhein-Westfalen.


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