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![]() Jg. 1973, Amerikanist, freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Europäischer Superstaat: Griff nach der Weltmacht 2.0von Ronald Gläser Gestern gehörte uns Deutschland und morgen… In der Zeitschrift „American Conservative“ fand ich neulich einen Aufsatz, in dem Theodor Dalrymple eine Begegnung an einer Hotelbar schildert: „Von wo kommen Sie?“, fragt der Amerikaner den Unbekannten beim Bier. „Ich bin Europäer“, antwortet der Mann. „Ja, aber von wo kommen Sie?“, fragte er abermals. Wieder antwortete der merkwürdige Unbekannte: „Ich bin Europäer.“ Für Dalrymple war klar: Nur ein Deutscher kann so eine Antwort geben. Denn den meisten Deutschen erscheint es heute wie ein Neuanlauf zur Welteroberung, wenn sie wahrheitsgemäß antworteten: „Ich bin Deutscher.“ Nach 1945 sind die Deutschen nach Europa geflohen, um von ihrer „Schuld“ (genauer gesagt: von ihrem Minderwertigkeitskomplex ob der zwei verlorenen Weltkriege) loszukommen. Und es ist nicht nur diese Haltung. Es schlägt sich auch in der Politik nieder. Die Deutschen versuchen in Europa die Musterknaben zu sein, die auf Einfluss freiwillig verzichten, indem sie sich mit weniger Abgeordneten zufrieden geben als ihnen zustehen, obwohl sie mehr bezahlen als alle anderen. Die Deutschen akzeptieren, dass ihre Sprache nicht mit Französisch und Englisch gleichberechtigt ist – wenn’s um die Rechnung geht, dann sind sie aber immer gerne gesehen. Zu dieser Haltung gehört, dass deutsche Politiker die Integration stets weiter voranbringen wollen. Es besteht der Eindruck, als könne es manchen Volksvertretern gar nicht schnell genug gehen mit der Selbstaufgabe. In diesen Zusammenhang gehört der gestrige Gastbeitrag von Jürgen Rüttgers in der „Süddeutschen Zeitung“. Der NRW-Ministerpräsident übte darin schwere Kritik am Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts und forderte die „Vereinigten Staaten von Europa“. Er sagte außerdem: „Wir müssen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts als Aufruf verstehen, Europa auf Dauer eine neue Form übernationaler Staatlichkeit zu geben.“ Mit anderen Worten: Der deutsche Staat soll abgeschafft werden. Wer das bestreitet, der soll ein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit benennen, in dem dauerhaft ein Staat im Staate existieren konnte. Es gibt keines. Wenn Europa ein Einheitsstaat wird, dann verlieren die Mitgliedsländer ihre Souveränität. Deutschland wäre dann so souverän wie Pennsylvania. Das ist die nackte Wahrheit. Es ist legitim, das zu fordern. Und es ist ehrlich, wenn Rüttgers das ausspricht, was die allermeisten führenden deutschen Politiker sowieso durch die Hintertür einzuführen versuchen. Trotzdem sprechen die Argumente dagegen. Rüttgers behauptet, wenn wir die Integration aufgäben, dann würden wir „im globalen Wettbewerb der multipolaren Welt zurückfallen.“ Soll das heißen, kleine Länder wie die Schweiz, Taiwan oder Singapur sind wegen ihrer zahlen- und flächenmäßigen Größe in der Welt chancenlos? Wohl kaum. Was wollen Europapolitiker wie Rüttgers wirklich? Der CDU-Ministerpräsident will eine neue Großmacht schaffen, weil er den alten Traum von Kaiser Wilhelm noch immer nicht ausgeträumt hat. „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“ oder Rüttgers’ aktuelle Forderung nach „Europa als Weltordnungsmacht“ sind Ausdruck des alten Machtanspruchs mit neuen Mitteln. Schon die Überschrift „Mehr Macht für Europa“ sagt alles... Der selbsternannte Arbeiterführer nennt dann auch ein wichtiges Ziel, um das es ginge, nämlich die internationale Regulierung der Finanzmärkte. Nicht die Freiheit des Einzelnen oder das Wohlergehen des Individuums. Das Wort „Freiheit“ taucht überhaupt nur einmal auf. Von Rechten der Bürger ist nie die Rede. Dafür aber von neuen Vorschriften zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte: „Deutschland muss hier auch in Zukunft eine Führungsrolle ausüben können.“ Oskar Lafontaine war genau daran vor zehn Jahren gescheitert. Jetzt haben die „bürgerlichen“ Politiker das Thema und vor allem das richtige Mittel zur Umsetzung entdeckt. Kein Wunder, wenn die Linkspartei keinen Zulauf mehr hat. 16. Juli 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentarepegasus, am 16. Juli 2009 um 12:00 ( Link ) Rüttgers dummes Gerede ist der Weg zur EUDSSR. Zum Glück hat das BVG noch einen Riegel vorgeschoben. TrebMelsa Andreas Tögels Besprechung des Buches „Hamiltons Curse“ von Thomas J. DiLorenzo zeigt am Beispiel der USA wohin sich ein Bund von souveränen Staaten durch Machtpolitiker entwickelt: zu einem zentralistischen, unkontrollierten und gefährlichen Moloch. Tanja Krienen, am 16. Juli 2009 um 13:33 ( Link ) "Der CDU-Ministerpräsident will eine neue Großmacht schaffen, weil er den alten Traum von Kaiser Wilhelm noch immer nicht ausgeträumt hat." Hätte erwartet, dass der alte Kaiser hier nicht so knoppich knapp reduziert wird. Zu Wilhelm Zwo - http://www.campodecriptana.de/blog/2009/07/07/1279.html vonclausewitz, am 16. Juli 2009 um 14:25 ( Link ) Im globalen Wettbewerb fallen eben jene Entitäten zurück welche sich den Gesetzen des Wettbewerbs durch Kartellisierung zu entziehen trachten. Und diese Rückfall wird sich um so schneller vollziehen, je mehr Macht und Forum von Gestalen wie Barroso, Pöttering und Rüttgers usurpiert wird. Betrachtet man die Reden der Komissions- und Regierungschefs vor dem EP, so fühlt man sich an Sitzungen des Obersten Sovjets erinnert, diesmal in Farbe. bernardo, am 16. Juli 2009 um 16:28 ( Link ) Abstruser Artikel. Den zweiten deutschen Griff zur Weltmacht gibt es so wenig wie den ersten. Es sind doch Engländer und Franzosen, die den EU-Superstaat nach ihren Regeln wollen, um die eigene Weltmachtrolle mit Hilfe deutscher Markt- und Geldmacht zu behaupten, ohne deutschen Einfluß dabei zuzulassen natürlich. Darum geht es in der "EU". Oceans911, am 16. Juli 2009 um 17:04 ( Link ) "Die Deutschen versuchen in Europa die Musterknaben zu sein, die auf Einfluss freiwillig verzichten..., obwohl sie mehr bezahlen als alle anderen." Das ist eine gern verbreitete Fehlinformation. Auch wenn es richtig ist, dass Deutschland aufgrund seiner Bevölkerungszahl die größte Summe in den EU-Haushalt zahlt, liegt es bei der Pro-Kopf-Belastung nur auf Platz 6. Pro-Kopf entfielen 2007 auf jeden Deutschen etwa 114 €, das ist der sechste Platz in der EU. Davor liegen die Niederlande (272 €), Luxemburg (245€), Belgien (235€), Dänemark (151€) und Schweden (141€). TrebMelsa @ DerBerliner Dazu hätte ich Fragen! Also gab es kein Gefasel - auch von einflussreichen Stellen – von dem „Platz an der Sonne“, der dem Deutschen Reich zustehe, während der Ära Wilhelm II.? Oder interpretiere ich falsch? Gamma, am 17. Juli 2009 um 3:37 ( Link ) @freebatjko In der Politik spielt Opportunismus sicherlich eine tragende Rolle. Aber glauben sie wirklich dass andere Gründe dagegen völlig in den Hintergrund treten? Im übrigen haben sie die wohl erhabenste Form der Motivation politischer Handlungen vergessen: Nicht sich selbst oder einem abstrakten "Land" zu dienen, sondern den Menschen. @DerBerliner Sie schreiben vom "Selbstzerstörungs-Trieb der Deutschen". Mir wäre allerdings nicht bekannt dass unter den Deutschen eine überhöhte Suizid-Neigung vorliegt. Tatsächlich wollen Sie wohl auf etwas anderes hinaus, nämlich dass das abstrakte und relativ willkürllich abgegrenzte Konstrukt des Volkes stark an Bedeutung verliert. Dazu muss ich aber fragen: Sollten wir überhaupt Trauer tragen ob des Umstandes dass wir uns von Grenzen und Kategorisierungen befreien, die uns im Sinne individueller Freiheit doch nur einschränken? TrebMelsa @ DerBerliner Ich sehe nicht, dass ich behauptet haben sollte, dass die Aggressionen, welche zum Krieg von 1870/71 geführt haben, von Deutschland/Preußen ausgegangen sind. Die mystische und spirituelle Interpretation der Geschichte überlasse ich gerne Ihnen, damit kann ich nichts anfangen. TrebMelsa @ DerBerliner Den Unterschied zwischen mystisch und spirituell kenne ich wohl. familienwehr.de , am 17. Juli 2009 um 11:51 ( Link ) Zum Artikel: ISBN3451322005, am 17. Juli 2009 um 12:00 ( Link ) H.-H. Hoppe hatte im „ef021“ gesagt: „Die lange politische Anarchie Europas….“ Welchen Zeitraum meint er damit genau? Prä Indogermanische Völkerwanderung? Über die Suchphrase „Die lange politische Anarchie Europas“ stolpert sogar Google und versucht sich gleich an einer Richtigstellung. TrebMelsa @ familienwehr Sehr gut!! Aber mit Ihrem Gedankengang bin ich sehr einverstanden! TrebMelsa @ ISBN3451322005 Ich gehe davon aus, dass der Beginn des Zeitraums im Hochmittelalter, also mit dem Scheitern der Hohenstaufen, anzusetzen ist. TrebMelsa @ ISBN3451322005 Manchmal sollte man nicht so schnell schreiben, es sollte natürlich Hubert Jedin heißen. familienwehr.de , am 17. Juli 2009 um 13:11 ( Link ) Verehrter TrebMelsa Gemäß Orwell gibt es drei Möglichkeiten der Überwindung einer Ordnung: Ich halte die Europäer für kultiviert genug, den letzten Weg zu wählen. Gefahr droht eher von außen und von den unkultivierten Kräften der Gesellschaft. Tanja Krienen, am 17. Juli 2009 um 13:38 ( Link ) Eine Sezession ist das Letzte, was wir brauchen, zumindest nicht in Form einer echten Stammesgesellschaft. Umgekehrt nämlich passt es: Die gesellschaftlichen Differenzierungen und die Durchsetzung von Partikularinteressen bisweilen groteskester Art, haben zu einer Parzellierung des gesellschaftlichen Gefüges geführt. Zurück zur Nation, ok, aber innerhalb dieser wäre eine Aufsplittung und Abtrennung verschiedenster Formen nicht zu befeuern. Es muss ja dennoch nicht - und das wäre genauso fatal - eine "Volksgemeinschaft" werden. familienwehr.de , am 17. Juli 2009 um 14:03 ( Link ) Keine A-A-Angst Tanja, Du wirst nicht mit einem Schild erschlagen werden, welches z.B. ein bajuvarischer Löwe ziert. Es geht um Mentalitäen und Kulturen in Europa, zu denen sich Menschen zugehörig fühlen und nicht um Abstammung. Es it mit dem Begriff "Europa der Vaterländer" gut beschrieben. bernardo, am 17. Juli 2009 um 14:03 ( Link ) "Eine Sezession ist das Letzte, was wir brauchen" Was "wir" vor allem brauchen, ist ein politisches Bewußtsein, das anhand der realen Fakten reale Möglichkeiten erkennt und umsetzen kann. Wenn ich mir diese Debatte hier ansehe, finde ich erneut nur den Hang zu deutscher Nabelschau und Mystizismus, der weder das eine noch das andere ermöglicht. @TrebMelsa "jedoch glaube ich schon, dass, wenn man dem glauben darf was an Quellen veröffentlicht wird, man sagen darf, dass die deutsche Führung nach Kriegsausbruch (der Kaiser hatte nichts mehr zu sagen) Kriegsziele ins Auge fasste, die den Satz vom Griff nach der Weltmacht schon wahrscheinlich erscheinen lassen." Zu plakativ. Man fasste Ziele ins Auge, die auf einen deutschen Hinterhof in Osteuropa (Baltikum, Ukraine usw.) zielten. Insgesamt sollte das natürlich einen Gewinn darstellen, aber von einem VOR dem Krieg geplanten Griff nach der Weltmacht kann nicht gesprochen werden, eher davon, daß Frankreich, Rußland und auch England eine Gelegenheit suchten, Deutschland als neu dazugekommene Macht wieder zu entsorgen. TrebMelsa @ bernardo bernardo, am 17. Juli 2009 um 22:16 ( Link ) @TrebMelsa Sicher war England vorne mit dabei, nicht nur wegen Zeitungsartikeln. (Auch darauf wird in Deustchland m.E. zu viel Wert gelegt. Es ist doch gar nicht so wichtig, was Käseblätter schreiben und ähnliche Sprüche gab es von untergeordneter Stelle in Deutschland auch) Aber auch der Zar hat Anfang der 1890er davon gesprochen, Deutschland erobern und aufteilen zu wollen und das schon ein Wichtiger gewesen. :) Gamma, am 18. Juli 2009 um 3:46 ( Link ) @ DerBerliner Zur EU habe ich mich gar nicht geäußert. Und das Holländer Deutschen näher sind als Portugiesen stimmt vielleicht im Durchschnitt, auf individueller Ebene kann dies aber schon ganz anders aussehen. Sofern Sie Volkszugehörigkeit als passiv-kategorisierend verstehen, in dem Sinne dass sie die Vergangenheit von Individuen analysieren und sie dann nach Ähnlichkeit gruppieren, hat der Volksbegriff in der Tat wenig mit Freiheit zu tun. Sobald sie aber aus dieser Kategorisierung Erwartungen ableiten (und ohne diese werden sie dem Volk schwerlich "Gemeinsamkeit stiftende" Fähigkeiten zuschreiben können), oder schlimmer noch: Verhaltensregeln, wird Volk zum Zwang. Und Zwang ist das Gegenteil von Freiheit. Freiheit bedeutet eben auch, sich nicht mit einem Volk identifizieren zu müssen. familienwehr.de , am 18. Juli 2009 um 10:01 ( Link ) Österreich war die dominierende Macht im Reich und in Europa, Preußen hatte ihm irgendwann etwas entgegenzusetzen. Der Deutsche Dualismus prägte Europa. "Deutschland" ist der deutsche Kulturraum, war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Mit der Vernichtung Österreichs in Versailles ist zuvorderst die aristokratische System-Alternative zu den USA bewusst zerstört worden, und da Geschichte von den Siegern umgeschrieben wird, haben das alle brav vergessen. Der_Klaus, am 18. Juli 2009 um 11:44 ( Link ) Rüttgers will auch mehr Moscheen. Er ist seiner Zeit eben weit voraus und dient sich bereits bei den Mächtigen von Morgen an, zumindest vermutet er das. Den Moslems und EU Herrschern. Der Mann ist ein Inländerfeindlicher Opportunist, ein typischer Merkel CDU Vertreter. http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/630412/Ruettgers-fuer-mehr-Moscheen-in-NRW.html Gamma, am 18. Juli 2009 um 12:22 ( Link ) @DerBerliner Freiheit ist nie absolut, nur maximal bis zu der anderer. Darum ist es keine Freiheit-Begrenzung, wenn Völker sich Regel (ungleich Gesetze) geben, die sich aus Tradion etc (siehe oben) des Volkes ergeben Aus dem Ersten, das richtig ist, folgt nicht das Zweite. Das Wort "darum" ist hier unangebracht. Und mit Religion gegen Religion zu argumentieren ist hoffentlich nicht ernst gemeint. TrebMelsa @ bernardo Der Artikel in der Zeit, es handelte sich dabei um die Besprechung einer umfangreichen Arbeit eines britischen Historikers, welcher Studien vorgelegt hatte zur britischen Politik zwischen ca. 1880 bis zum Kriegsausbruch 1914. Leider hatte ich mir das Buch, obwohl mit niedriger Präferenz auf die Wunschliste gesetzt, nie gekauft, so dass ich leider nur den Zeit-Artikel aus dem Gedächtnis widerspiegeln kann. Rüdiger Märzen, am 19. Juli 2009 um 14:33 ( Link ) @Der Berliner: Von sich selbst kann man viel behaupten, es wäre aber angebrachter die Nachbarn zu fragen, was sie von der "Friedfertigkeit" Deutschlands denken. Tatsache ist, dass trotz der schändlichen Vergangenheit der vergangenen deutschen Staaten Deutsche im Ausland immer beliebter werden. Vielleicht gehören irgendwann Dinge wie: der Vergangenheit an! Sie, jedenfalls Herr Berliner tragen mit Ihrem paranoidem Beitrag wirklich nichts gutes zu dieser Entwicklung bei! Rüdiger Märzen, am 19. Juli 2009 um 20:46 ( Link ) @Der Berliner: Aus meiner Erfahrung beginnt ein erfolgreiches Gespräch in Holland auf Holländisch, und ended auch so wie Sie es beschreiben. Wenn Sie aber gleich auf Englisch anfangen dann ernten Sie gleich Sympathien, da scheinen die weltoffenen Holländer doch zwischen Deutschen und anderen zu unterscheiden. Auch im Restaurant habe ich schon Antipathien und schlechteren Service erlebt wenn ich mich als Deutscher zu erkennen gegeben habe. Die Tschechen lieben die grölenden, überlaut sprechenden, und sich zuweilen arrogant aufführenden deutschen Touristen nicht gerade. Aber auch geschichtliche Themen nicht gerade der beste Gespächsstoff beim Piwo, gleiches in Polen. Das Katyn Massaker, werübt von den Sowjets an der polnischen Intelligenzia ist wirklich nicht mit dem jahrelangen Massenmorden und Ausbeuten (Zwangsarbeit) des polnischen Volkes durch das deutsche Volk zu vergleichen. Viele haben diese systematischen Erniedrigungen bis heute nicht vergessen, da aber Deutschland reich und Polen arm ist, läßt man schon mal Fünfe gerade sein. Durch den Mord an den polnischen Juden ist Polen ein großes kulturelles Potenzial abhanden gekommen. Das nur am Rande. Diese miese Stimmunf ändert sich aber schnell wenn man persönlicheren Kontakt mit Einheimischen hat, aber das gleiche habe ich schon bei Rassisten erlebt, die plötzlich einen Farbigen kennengelernt haben (z.B. beim Studium). Was Österreich betrifft, Brüderzwiste, das ist Humbug, damit kommen Sie hier nicht durch. Österreicher sind un wollen keine Deutsche sein. GEnausowenig wie Holländisch ein deutscher Dialekt ist. Gemeinsame "Stammeswurzeln", das ist zuwenig, der Mensch ist schon lange kein biologisch-gesteuertes Tier/Wesen mehr. Mentalitätsbildung durch den Lebenskontext, Identitätsausrichtung und andere kognitiven Einflüße und Merkmale zählen da mehr als Ihre, wie ich vermute, vielbeschworene "Volksgemeinsachft". Sie sind ein Träumer! Ihre Erfahrungen aus dem Business-Leben lasse ich keinesfalls gelten. Im Business wird viel durch die Blume gesprochen, kein Unternehmen kann es sich heute den immensen Image- un Umsatzverlust durch irgenwelche Vorurteile leisten. Es gehts ums Geld und häufig um den eigenen Arbeitsplatz. Im Business ist jeder kapitalstarke Partner gern gesehen. Die ökonomische Komponente spielt natürlich auch auf dem Heiratsmarkt eine Rolle. Ich finde im Allgemeinen ist man als Deutscher im Ausland gern gesehen, weil Made in Germany ein Qualitätsmerkmal ist und durch die Nachkriegs-Re-Education die heutigen (West-)Deutschen zumeist tolerante und weltoffene Weltbürger sind. Leider gilt das nicht im gleichen Ausmass bei Besuchen bei den direkten Nachbarn Deutschlands, die ich genannt habe (NL, F, PL, CZ, AT, CZ). Gerade bei den östlicheren Nachbarn schaut man sehr genau darauf was Deutschland auf der Politikbühne tut, man ist aus Erfahrung vorsichtig geworden. Normalerweise ruft Friedfertigkeit keine solchen Reaktionen hervor (lacht). Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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freebatjko, am 16. Juli 2009 um 11:58 ( Link )
Man fragt sich allerdings, was das Motiv dieser europhilen politische Elite sei.
Ein Politiker sieht seine Position entweder als Mittel und Leitersprosse zur eigenen Karriere, zum eigenen Fortkommen - oder (naiv-idealerweise) als Auftrag, seinem Land zu dienen.
Im ersten Fall kann nichts anderes der Grund fuer dieses Europa-cheerleading sein, als die Hoffnung zukuenftlich vielleicht noch eine groessere Rolle in eineer groesseren Regierung zu spielen.
Der zweite Fall bricht zwar schon unter seiner relativen Unwahrscheinlichkeit zusammen, aber nimmt man es trotzdem einmal an, so kann man nur vollkommene Inkompetenz feststellen: Der Widerspruch zwischen "meinem Land dienen" und "mein Land aufloesen und den nationalen demokratischen Prozess durch eine europaeische Diktatur ersetzen" sollte einem schon in den Augen wehtun.
Es scheint daher nur der erste Fall wahrscheinlich - aus psychologischer, politischer und jeder anderen Sicht.