Ronald Gläser

Jg. 1973, Amerikanist, freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg.

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Europäischer Superstaat: Griff nach der Weltmacht 2.0

von Ronald Gläser

Gestern gehörte uns Deutschland und morgen…

In der Zeitschrift „American Conservative“ fand ich neulich einen Aufsatz, in dem Theodor Dalrymple eine Begegnung an einer Hotelbar schildert: „Von wo kommen Sie?“, fragt der Amerikaner den Unbekannten beim Bier. „Ich bin Europäer“, antwortet der Mann. „Ja, aber von wo kommen Sie?“, fragte er abermals. Wieder antwortete der merkwürdige Unbekannte: „Ich bin Europäer.“ Für Dalrymple war klar: Nur ein Deutscher kann so eine Antwort geben. Denn den meisten Deutschen erscheint es heute wie ein Neuanlauf zur Welteroberung, wenn sie wahrheitsgemäß antworteten: „Ich bin Deutscher.“

Nach 1945 sind die Deutschen nach Europa geflohen, um von ihrer „Schuld“ (genauer gesagt: von ihrem Minderwertigkeitskomplex ob der zwei verlorenen Weltkriege) loszukommen. Und es ist nicht nur diese Haltung. Es schlägt sich auch in der Politik nieder. Die Deutschen versuchen in Europa die Musterknaben zu sein, die auf Einfluss freiwillig verzichten, indem sie sich mit weniger Abgeordneten zufrieden geben als ihnen zustehen, obwohl sie mehr bezahlen als alle anderen. Die Deutschen akzeptieren, dass ihre Sprache nicht mit Französisch und Englisch gleichberechtigt ist – wenn’s um die Rechnung geht, dann sind sie aber immer gerne gesehen.

Zu dieser Haltung gehört, dass deutsche Politiker die Integration stets weiter voranbringen wollen. Es besteht der Eindruck, als könne es manchen Volksvertretern gar nicht schnell genug gehen mit der Selbstaufgabe. In diesen Zusammenhang gehört der gestrige Gastbeitrag von Jürgen Rüttgers in der „Süddeutschen Zeitung“. Der NRW-Ministerpräsident übte darin schwere Kritik am Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts und forderte die „Vereinigten Staaten von Europa“. Er sagte außerdem: „Wir müssen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts als Aufruf verstehen, Europa auf Dauer eine neue Form übernationaler Staatlichkeit zu geben.“ Mit anderen Worten: Der deutsche Staat soll abgeschafft werden. Wer das bestreitet, der soll ein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit benennen, in dem dauerhaft ein Staat im Staate existieren konnte. Es gibt keines. Wenn Europa ein Einheitsstaat wird, dann verlieren die Mitgliedsländer ihre Souveränität. Deutschland wäre dann so souverän wie Pennsylvania. Das ist die nackte Wahrheit.

Es ist legitim, das zu fordern. Und es ist ehrlich, wenn Rüttgers das ausspricht, was die allermeisten führenden deutschen Politiker sowieso durch die Hintertür einzuführen versuchen. Trotzdem sprechen die Argumente dagegen. Rüttgers behauptet, wenn wir die Integration aufgäben, dann würden wir „im globalen Wettbewerb der multipolaren Welt zurückfallen.“ Soll das heißen, kleine Länder wie die Schweiz, Taiwan oder Singapur sind wegen ihrer zahlen- und flächenmäßigen Größe in der Welt chancenlos? Wohl kaum.

Was wollen Europapolitiker wie Rüttgers wirklich? Der CDU-Ministerpräsident will eine neue Großmacht schaffen, weil er den alten Traum von Kaiser Wilhelm noch immer nicht ausgeträumt hat. „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“ oder Rüttgers’ aktuelle Forderung nach „Europa als Weltordnungsmacht“ sind Ausdruck des alten Machtanspruchs mit neuen Mitteln. Schon die Überschrift „Mehr Macht für Europa“ sagt alles...

Der selbsternannte Arbeiterführer nennt dann auch ein wichtiges Ziel, um das es ginge, nämlich die internationale Regulierung der Finanzmärkte. Nicht die Freiheit des Einzelnen oder das Wohlergehen des Individuums. Das Wort „Freiheit“ taucht überhaupt nur einmal auf. Von Rechten der Bürger ist nie die Rede. Dafür aber von neuen Vorschriften zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte: „Deutschland muss hier auch in Zukunft eine Führungsrolle ausüben können.“

Oskar Lafontaine war genau daran vor zehn Jahren gescheitert. Jetzt haben die „bürgerlichen“ Politiker das Thema und vor allem das richtige Mittel zur Umsetzung entdeckt. Kein Wunder, wenn die Linkspartei keinen Zulauf mehr hat.

16. Juli 2009

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Kommentare

freebatjko , am 16. Juli 2009 um 11:58 ( Link )

Man fragt sich allerdings, was das Motiv dieser europhilen politische Elite sei.

Ein Politiker sieht seine Position entweder als Mittel und Leitersprosse zur eigenen Karriere, zum eigenen Fortkommen - oder (naiv-idealerweise) als Auftrag, seinem Land zu dienen.

Im ersten Fall kann nichts anderes der Grund fuer dieses Europa-cheerleading sein, als die Hoffnung zukuenftlich vielleicht noch eine groessere Rolle in eineer groesseren Regierung zu spielen.
Der zweite Fall bricht zwar schon unter seiner relativen Unwahrscheinlichkeit zusammen, aber nimmt man es trotzdem einmal an, so kann man nur vollkommene Inkompetenz feststellen: Der Widerspruch zwischen "meinem Land dienen" und "mein Land aufloesen und den nationalen demokratischen Prozess durch eine europaeische Diktatur ersetzen" sollte einem schon in den Augen wehtun.

Es scheint daher nur der erste Fall wahrscheinlich - aus psychologischer, politischer und jeder anderen Sicht.

pegasus , am 16. Juli 2009 um 12:00 ( Link )

Rüttgers dummes Gerede ist der Weg zur EUDSSR.

Zum Glück hat das BVG noch einen Riegel vorgeschoben.

TrebMelsa Fördermitglied , am 16. Juli 2009 um 13:30 ( Link )

Andreas Tögels Besprechung des Buches „Hamiltons Curse“ von Thomas J. DiLorenzo zeigt am Beispiel der USA wohin sich ein Bund von souveränen Staaten durch Machtpolitiker entwickelt: zu einem zentralistischen, unkontrollierten und gefährlichen Moloch.
H.-H. Hoppe hatte im „ef021“ gesagt: „Die lange politische Anarchie Europas – im Vergleich etwa zum Zentralismus Chinas – ist ein wesentlicher Grund für den Aufstieg Europas und der westlich-christlichen Zivilisation. Aber Staaten sind inhärent aggressiv und expansiv. Die Geschichte ist voll von Beispielen für … das Streben nach Weltherrschaft.“
So träumen denn auch die deutschen Politiker von mehr Macht und Einfluss. Ein Herr Müntefering würde gerne wieder Soldaten nach Luxemburg schicken, ein Herr Steinbrück möchte gerne den „Kavallerieführer“ machen und eine schneidige Attacke gegen die Schweiz reiten. Und Herr Rüttgers möchte über eine europäische „Räterepublik“ gerne in der Führungskaste einer Großmacht, einer Weltmacht mitspielen.
Zweimal schon ist der deutsche Griff zur Weltmacht misslungen, aber durch Europa soll der Traum doch noch Wirklichkeit werden.
Schon die Wende von 1989 hat einige Kriegsziele des Bismarckreiches realisiert, nämlich im Osten die Zurückdrängung Moskaus. Weshalb also die anderen Ziele nicht auch anpeilen?
Wilhelm Röpke glaubte 1945 „Großpreußen in Verwesung“, leider sieht es so aus, als würde „Großpreußen“ mittels der Tarnkappe der „Europäischen Räterepublik“ Wiederauferstehung feiern können.
M. E. hat auch das Urteil zum Vertrag von Lissabon die Dinge kaum verbessert. Der Vertrag von Amsterdam ist nun seit ca. 10 Jahren in Kraft und damit Europarecht. Und dieser Vertrag hat doch schon weitreichende Eingriffsmöglichkeiten für den „Europäischen Rat“ und die „Europäische Kommission“ in die souveränen Einzelstaaten verbrieft. Roland Baader nannte in diesem Zusammenhang einen Bamberger Jura-Professor, der den Amsterdam-Vertrag mit den Worten kommentierte: „Deutschland wird wieder totalitär“.
Die Zukunft wird zeigen, wer obsiegt: das deutsche Verfassungsgericht oder der totalitäre Amsterdam-Vertrag. Dabei sollt man auch nicht vergessen, dass Prof. Dr. Bernd Rüthers schon 1968 mit seiner Habilitationsschrift „Die unbegrenzte Auslegung des Privatrechts in der NS-Zeit“ gezeigt hatte, wie biegsam und formal korrekt das „Recht“ entleert werden kann, auch in späteren Publikationen zeigte er, wie die Juristen die Rechtsbegriffe entleeren können (z. B. in „Wir denken die Rechtsbegriffe um“).
Von daher zweifele ich, ob das Urteil zu Lissabon auf mittlere bis längere Sicht die Gefahr aushebelt, dass sich Europa zu einem totalitären Machtklotz auswächst. Viel eher befürchte ich, dass die von der großen Macht träumenden Politiker die „unbegrenzte Auslegung“ praktizieren werden und die Bürger weiterhin auf den Weg zur Knechtschaft treiben werden.

Tanja Krienen , am 16. Juli 2009 um 13:33 ( Link )

"Der CDU-Ministerpräsident will eine neue Großmacht schaffen, weil er den alten Traum von Kaiser Wilhelm noch immer nicht ausgeträumt hat."

Hätte erwartet, dass der alte Kaiser hier nicht so knoppich knapp reduziert wird. Zu Wilhelm Zwo - http://www.campodecriptana.de/blog/2009/07/07/1279.html

vonclausewitz , am 16. Juli 2009 um 14:25 ( Link )

Im globalen Wettbewerb fallen eben jene Entitäten zurück welche sich den Gesetzen des Wettbewerbs durch Kartellisierung zu entziehen trachten. Und diese Rückfall wird sich um so schneller vollziehen, je mehr Macht und Forum von Gestalen wie Barroso, Pöttering und Rüttgers usurpiert wird.

Betrachtet man die Reden der Komissions- und Regierungschefs vor dem EP, so fühlt man sich an Sitzungen des Obersten Sovjets erinnert, diesmal in Farbe.

bernardo , am 16. Juli 2009 um 16:28 ( Link )

Abstruser Artikel.

Den zweiten deutschen Griff zur Weltmacht gibt es so wenig wie den ersten. Es sind doch Engländer und Franzosen, die den EU-Superstaat nach ihren Regeln wollen, um die eigene Weltmachtrolle mit Hilfe deutscher Markt- und Geldmacht zu behaupten, ohne deutschen Einfluß dabei zuzulassen natürlich.

Darum geht es in der "EU".

Oceans911 , am 16. Juli 2009 um 17:04 ( Link )

"Die Deutschen versuchen in Europa die Musterknaben zu sein, die auf Einfluss freiwillig verzichten..., obwohl sie mehr bezahlen als alle anderen."

Das ist eine gern verbreitete Fehlinformation. Auch wenn es richtig ist, dass Deutschland aufgrund seiner Bevölkerungszahl die größte Summe in den EU-Haushalt zahlt, liegt es bei der Pro-Kopf-Belastung nur auf Platz 6. Pro-Kopf entfielen 2007 auf jeden Deutschen etwa 114 €, das ist der sechste Platz in der EU. Davor liegen die Niederlande (272 €), Luxemburg (245€), Belgien (235€), Dänemark (151€) und Schweden (141€).

DerBerliner , am 16. Juli 2009 um 17:53 ( Link )

"Den zweiten deutschen Griff zur Weltmacht gibt es so wenig wie den ersten. Es sind doch Engländer und Franzosen, die den EU-Superstaat nach ihren Regeln wollen, um die eigene Weltmachtrolle mit Hilfe deutscher Markt- und Geldmacht zu behaupten, ohne deutschen Einfluß dabei zuzulassen natürlich."

Richtig!

Der heutige Selbzerstörungs-Trieb der Deutschen (ethnisch gesehen, daher A und CH natürlich eingeschlossen) ist das Ergebnis des Morgenthau-Plans II erst zur Manipulation, dann zur Entvolkung des deutschen Volkes, Teil des Kriegs gegen das deutsche Volk seit >150 Jahren.

Warum?

Ich fürchte, da muß es nur Wenigen bekannte Hintergründe geben, denn logisch zu erklären ist das angesichts der relativ gro0en Friedfertigkeit der Deutschen, verglichen mit ihren Nachbarn und Geschichtslügen außen vor, sicher nicht.

Wer die roten Faden der Vernichtung der Deutschen nicht sieht, ist blind oder verblendet!

Vielleicht findet sich die Erklärung in Matthäus 21:43, aber ich hoffe, das ist falsch!

TrebMelsa Fördermitglied , am 16. Juli 2009 um 18:57 ( Link )

@ DerBerliner

Dazu hätte ich Fragen!

Also gab es kein Gefasel - auch von einflussreichen Stellen – von dem „Platz an der Sonne“, der dem Deutschen Reich zustehe, während der Ära Wilhelm II.?
Dieser Platz an der Sonne war der wohl nur gegen die schon bestehenden Kolonialmächte zu erreichen – oder?
Neben diesen, zur damaligen Zeit sehr wohl normalen Träumereien (die gab es nicht nur in Deutschland), meine ich aber, dass das Trommeln und Säbelrasseln - z. B. solcher Vereine wie „Der Alldeutsche Verband“ – sehr wohl für kriegerische, aggressive und bedrohliche Gemütslagen beim ‚Deutschen Michel’ sorgten.
Aus dem Volk der „Dichter und Denker“ war m. E. um 1900 schon ein etwas aggressiv plärrender Zeitgenosse geworden, davon zeugen auch Erinnerungen von manchem nicht amüsierten deutschen Zeitzeugen. Norbert Elias meinte dazu, dass es eben Pech gewesen sei, dass gerade die beiden militaristischen Länder unter den deutschen Staaten – Preußen und Österreich – im 19. Jahrhundert das Kommando bei den deutschen Angelegenheiten hatten und nicht der kulturelle Südwesten.
Zutreffend ist, dass Deutschland in seiner Gesamtgeschichte nicht das kriegführende Land an und für sich gewesen ist. Großbritannien wird hier wohl den 1.Platz belegen, gefolgt von Frankreich.
Nichtsdestotrotz hatte das Reich mehr oder weniger das so genannte Europäische Gleichgewicht, was seit 1815 bestand, durch die Reichsgründung aus der Balance gebracht und agierte in der Nach-Bismarck-Zeit international auch nicht unbedingt mit erfolgreicher Diplomatie.
Eine alleinige Schuld am Ausbruch des 1. Weltkrieges gebe ich dem Reich natürlich nicht. Den großen Krieg haben alle europäischen Mächte herbeigeführt. Z. B. soll in einer englischen Wochenzeitschrift lange vor der Flottenpolitik eines Tirpitz in jeder Ausgabe Cato zitiert worden sein, nur statt Karthago hätte dort gestanden: Im Übrigen bin ich der Ansicht, Deutschland muss zerstört werden.
Also Trommler und Säbelrassler hat es europaweit gegeben.
Jedoch glaube ich schon, dass, wenn man dem glauben darf was an Quellen veröffentlicht wird, man sagen darf, dass die deutsche Führung nach Kriegsausbruch (der Kaiser hatte nichts mehr zu sagen) Kriegsziele ins Auge fasste, die den Satz vom Griff nach der Weltmacht schon wahrscheinlich erscheinen lassen.

Oder interpretiere ich falsch?

DerBerliner , am 17. Juli 2009 um 2:52 ( Link )

Was Sie zitieren, das sind alles nur Äußerlichkeiten. Meine Befürchtung bezieht sich auf eine viel tiefere, rein spiriuelle Ebene.

"Hauptschuld" geschweige denn Alleinschuld haben die Deutschen weder an WK I noch an II. Beide waren vorher von anderen beschlossen, um die Kraft der Deutschen zu vernichten, wofür es tiefere Gründe geben muß, denn die Deutschen waren/sind wesentlich friedliebender als ihre Nachbarn, von Bruderzwisten abgesehen. Alte Pläne, auch der Slawen (u.a. Pan-Slawisten Kongreß Prag 1848, Deutsche zurück auf Linie Lübeck/Triest), Kohle zum Erz (Saarland, Elsaß-Lothringen), "Deutschen-freies" Ostdeutschland (das echte, nicht der heute falsch benutze Begriff) und Böhmen/Tschechei etc.

Irgendwann werden wir die Wahrheit über polnische Überfälle, KZ für Deutsche und Flak-Schüsse auf Lufthansa vor 8/39, Sender Gleiwitz und die behaupteten Kriegs-Verhinderungen des Rothschild-Enkels Schicklgruber (?) erfahren, denke ich.

Geschichte war immer eine einzige Lüge, von Siegern geschrieben, je jünger desto heftiger gelogen.

DerBerliner , am 17. Juli 2009 um 3:11 ( Link )

Übrigens: schon 1870 war allein von Frankreich provoziert und ausgelöst worden, wie auch der eine 30-jährige Krieg 1914-45. 1871 hat D. in Versailles F. kein Diktat aufgezwungen, sondern es höchst ritterlich behandelt.

Schon während des ersten Teils des 30-jährigen Weltkrieges erklärten die Briten, daß wohl ein weiterer Gang nötig wäre, um D. zu unterwerfen.

Auch vergessen die meisten Anti-Deutschen, daß dessen Feinde nur per Völkermord und Diebstahl zu "Großmächten" wurden, Deutschland es nur aus eigener Leistung wieder werden wollte (nach dem 1. Reich). GB hat 15 Millionen Inder Mitte des 19 Jhrd. verhungern lassen, um Reis billiger zu erhalten und und und.

Aber ich sehe Zionisten, die vordergründig dahinter stecken, und Franzosen, Briten und USA als deren Werkzeuge nur als Mittel einer spirituellen Macht/Ursache.

Gamma , am 17. Juli 2009 um 3:37 ( Link )

@freebatjko

In der Politik spielt Opportunismus sicherlich eine tragende Rolle. Aber glauben sie wirklich dass andere Gründe dagegen völlig in den Hintergrund treten?

Im übrigen haben sie die wohl erhabenste Form der Motivation politischer Handlungen vergessen: Nicht sich selbst oder einem abstrakten "Land" zu dienen, sondern den Menschen.

@DerBerliner

Sie schreiben vom "Selbstzerstörungs-Trieb der Deutschen". Mir wäre allerdings nicht bekannt dass unter den Deutschen eine überhöhte Suizid-Neigung vorliegt. Tatsächlich wollen Sie wohl auf etwas anderes hinaus, nämlich dass das abstrakte und relativ willkürllich abgegrenzte Konstrukt des Volkes stark an Bedeutung verliert.

Dazu muss ich aber fragen: Sollten wir überhaupt Trauer tragen ob des Umstandes dass wir uns von Grenzen und Kategorisierungen befreien, die uns im Sinne individueller Freiheit doch nur einschränken?

DerBerliner , am 17. Juli 2009 um 5:55 ( Link )

@Gamma
Pardon, aber Ihre Aussagen enthalten m.E. mehrfachen Blödsinn:

1) Freiheit steht in keiner Weise gegen das Identitäts-Gefühl eines Volkes. Beides hat miteinander NullKommaJosef zu tun.

2) Die EUDSSR, auf die wir zusteuern, ist die größte Gefahr der Freiheit, das Wiederaufleben der InterNazis.

3) "Volk" ist keinbeswegs ein "abstraktes und relativ willkürllich abgegrenztes Konstrukt", sondern eine Gemeinsamkeit stiftende Identität, die primär auf gleicher oder sehr ähnlicher Kultur, Sprache, Tradition, Geschichte etc basiert und weniger auf "Rasse" (also Blut) außer bei den Juden.

Holländer sind Deutschen nun mal näher als Portugiesen.

Allerdings wurde/wird dieser Begriff Volk häufig mißbraucht, vor allem von nationalen aber auch von internationalen Sozialisten, so heute z.B. wenn von einem "österreichischen Volk" gesprochen wird (in Abgenzung zu "den Deutschen"). Purer Quatsch! Politische Manipulation per Dividere et impera.

Ein Staat hat nie ein Volk.

Ein Volk hat aber oft mehr als einen Staat, besonders das deutsche Volk, das immer in mehreren Staaten und vermischt mit anderen Völkern (ähnlich den Juden) lebte - und das war gut so - und ich denke, darauf basiert ein Teil der enormen Kraft beider (Juden wie Deutsche).

4) Und was ich mit "Selbstzerstörungs-Trieb der Deutschen" meinte ist doch klar: Der allierten Geschichtsfälschung obrigkeitstreu (größter Fehler der Deutschen) noch eins drauf setzen: Dresden etc runterlügen und bis heute kein Denkmal, alle anderen Opfer hochlügen und nur von denen reden, aber den Völkermord an Deutschen z.B. auf den Rheinwiesenlagern verschweigen.

Gerade wieder Merkel in L'Aquila: Kein Wort über die Allierten Verbrechen im nahen Montecassino etc., verschweigen der Tatsache, daß damals nach Kriegsrecht Exekutionen für Partisanen-Angriffe (Onna) legal waren (ich finde sie nicht gerecht, aber gerecht und legal ist überweigend zweierlei).

5) Unter anderen Völkern verliert "Volk" keineswegs an Bedeutung, teils im Gegenteil, in den Visegrad-Staaten und Ex-Jugoslawien entstanden stärkere Identitäten als früher: Slowaken/Tschechen oder Slowenen/Serben/Kroaten. Die USA versuchen es krampfhaft künstlich zu erzeugen.

TrebMelsa Fördermitglied , am 17. Juli 2009 um 8:18 ( Link )

@ DerBerliner

Ich sehe nicht, dass ich behauptet haben sollte, dass die Aggressionen, welche zum Krieg von 1870/71 geführt haben, von Deutschland/Preußen ausgegangen sind.
Hier bin ich vielmehr der Meinung, dass Napoleon III. ‚va banque’ gespielt hatte, von den innenpolitischen Probleme sollte durch einen erfolgreichen Krieg abgelenkt werden. Er hatte ‚banco’ gesetzt und alles verloren.
Ansonsten kann ich der Mystik Ihrer Ausführungen nicht allzu viel abgewinnen. Mystische oder spirituelle Erklärungen zur Historie?
Da halte ich mich doch lieber an ‚Leopold von Ranke’, der immer wissen wollte wie es gewesen ist und diese Erkenntnis aus den Quellen (also den Archiven) zu ermitteln suchte – also greifbare Fakten bevorzugte und von mystischen Träumen nicht hielt.
‚Pan-Slawisten’ waren genauso vulgär und gefährlich wie die Alldeutschen. Dabei gab es unter den ‚Alldeutschen’ leider noch die gefährlichen Schwärmereien für das so genannte ‚Faustische’, welches wesentlich sein sollte für die ‚deutsche Seele – die deutsche Mentalität’.
Auch die von mir erwähnte englische Zeitschrift (Quelle hierfür ist die Wochenzeitung 'Die Zeit', welche über den Fall in den 1990er Jahren berichtet hatte) gehört zu den vulgären Gruppen, die es damals in ganz Europa gab. Begründung der Macher des Magazins für das abgewandelte Cato-Zitat war aus britischer Sicht sogar einleuchtend: Großbritannien habe immer im Kampf gegen die stärkste Kontinentalmacht gestanden, zuerst gegen Spanien, dann gegen Frankreich und nun, da Deutschland durch 1870/71 die stärkste Macht auf dem Kontinent sei, wäre der natürliche Gegner eben das Deutsche Reich.
Dabei trauere ich, als katholischer Rheinländer, dem Untergang „Großpreußens“, denn nichts anderes war das Bismarck-Reich, nicht unbedingt nach, auch wenn mir auch eine Abnabelung des Rheinlandes auf eine andere Art und Weise lieber gewesen wäre.

Die mystische und spirituelle Interpretation der Geschichte überlasse ich gerne Ihnen, damit kann ich nichts anfangen.
Außerdem hat dies bei mir einen faden Beigeschmack, mystische Verschwörungs- und Geschichtstheorien, die sich z. B. aus den gefälschten Protokollen der Weisen von Zion ableiteten, haben m. E. viel Unheil über die Welt gebracht.

DerBerliner , am 17. Juli 2009 um 9:03 ( Link )

"Mystisch" hatte ich nicht benutzt. Spirituell ist etwas anderes, was Sie als Katholik ja eigentlch wissen sollten.

Oder wollen Sie abstreiten, daß asurisch-satanische Kräfte diesen Planeten derzeit behrrschen? Und dafür brauchen sie willige Helfer, die sie überall finden, unter bestimmten Völkern aber besonders viel und gern.

Viele Deutsche dazu zu verleiten, war schon wieriger, dafür brauchte es lange und phatasievolle Anstrengungen, die sich über Krieg und Zins (u.a. 1929 die simultan gekündigten Kredite) aber immer wieder erreichen lassen.

Wenn ein Land, wie Deutschland, sich aus der Zins-Sklaverei auskopplen will, dann muß(te) das verhindert werden.

Und es ist völlig egal, ob und von wem "die Protokolle" genial gefälscht wurden, sie werden exakt und genial umgesetzt. Nur das ist entscheidend. Und dabei waren und sind die Deutschen die wichtigsten Ziele.

Darum erst der Euro und jetzt die EUDSSR und die Aufgabe der Souveränität der Völker. Es ist alles prophezeiht, nicht nur in den Protokollen, anfangs durch Johannes, und jüngst durch viele kleinere Seher.

Und das Unheil kommt nicht aus "Theorien", sondern aus deren Umsetzung solch satanischer Ideen wie z.B. der Prokolle oder der Elaborate des Satanisten Karl Marx, welche zu Hitler, Stalin und Mao führten.

TrebMelsa Fördermitglied , am 17. Juli 2009 um 9:28 ( Link )

@ DerBerliner

Den Unterschied zwischen mystisch und spirituell kenne ich wohl.
Aber auf mich wirken Ihre Anmerkungen eher so, als ob diese mystische Grundlagen haben.
Sie sehen dies anders, dies ist in Ordnung.

familienwehr.de , am 17. Juli 2009 um 11:51 ( Link )

Zum Artikel:
Menschen suchen stets nach Ausgleich.
Selbst der extremste Exzess hat immer die Suche nach Balance als Motivation, dass der Exzess meist weit über das Ziel hinausschießt, liegt an der Irrationalität angstgeschürten Hasses.
Die scheinbar heraufziehende EUdSSR ist immer noch der sich verselbständigende Reflex auf den mörderischen Nationalmaterialismus.
Es gerät nun zum anderen Extrem:
Die zentralistischen Überstrukturen der EU beginnen, wider allen hier vorgetragenen Anscheins, durch das Überspannen des Umverteilungsbogens zu brechen. Wenn die auf Billionenschulden basierenden Versprechen der Sozialstaaten unbedienbar geworden sind, da die sozialdemokratische Dekadenz die Leistungfähigkeit der Gesellschaften zerstört hat, ist das Gegenteil des europäischen Zentralstaats die einzige Alternative: Die Rückgabe der personalen Verantwortung an die kleinen Kreise der Gemeinschaften, bei welchen sich noch identitätsbasierter Zusammenhalt vermitteln lässt : An den Stamm, die Gemeinde und die Familie. Europa steht vor der Emanzipation der alten Kulturen - aus reiner Not.
Das bedeutet Sezession.
Das erklärt die aggresive Geschäftigkeit derer, die glaubten, sich auf Ewig in den EU-Versorgungspfründen niederlassen zu können.
Ich denke eher, dass wir vor dem Kollaps dieser Strukturen stehen. Die Frage ist nur, zu welchen Mitteln die "Struktur" greifen wird, um die "alternativlose Ordnung" zu erhalten.
Wer darüber hinaus denken möchte, kann sich mit der mittelalterlichen Reichsidee beschäftigen - welche zu den national-konservativen Konzepten nach 1945 gehörte.

ISBN3451322005 , am 17. Juli 2009 um 12:00 ( Link )

H.-H. Hoppe hatte im „ef021“ gesagt: „Die lange politische Anarchie Europas….“

Welchen Zeitraum meint er damit genau? Prä Indogermanische Völkerwanderung?

Über die Suchphrase „Die lange politische Anarchie Europas“ stolpert sogar Google und versucht sich gleich an einer Richtigstellung.

http://www.google.de/search?hl=de&q=%E2%80%9EDie+lange+politische+Anarchie+Europas%22&meta=&aq=f&oq=

TrebMelsa Fördermitglied , am 17. Juli 2009 um 12:02 ( Link )

@ familienwehr

Sehr gut!!
Aber ich befürchte, dass die Sezession nicht so einfach sein wird.
Eher gehe ich davon aus, dass die 'politischen EU-Versorgten' ihre Pfründe auf Biegen und Brechen erhalten wollen.
Die 'politische Anarchie' Europas - von welcher H.-H. Hoppe gesprochen hatte - wird uns glaube ich nicht mühelos rückerstattet.

Aber mit Ihrem Gedankengang bin ich sehr einverstanden!

TrebMelsa Fördermitglied , am 17. Juli 2009 um 12:10 ( Link )

@ ISBN3451322005

Ich gehe davon aus, dass der Beginn des Zeitraums im Hochmittelalter, also mit dem Scheitern der Hohenstaufen, anzusetzen ist.
In der Benedikt-Bibel stehen doch sicher literarische Verweise, eventuell auf Hedin und andere Historiker. Vielleicht einmal nachschlagen was diese zur europäischen Staatenvielfalt anmerken.

TrebMelsa Fördermitglied , am 17. Juli 2009 um 12:49 ( Link )

@ ISBN3451322005

Manchmal sollte man nicht so schnell schreiben, es sollte natürlich Hubert Jedin heißen.

familienwehr.de , am 17. Juli 2009 um 13:11 ( Link )

Verehrter TrebMelsa
Nichts ist mühelos und das Glück ist das Geschenk der Mühe. Erfreuen Sie sich am Prozess - welcher weit spannender ist, als die gegenwärtige Friedhofsruhe, die großen Paradigmenwechseln zuverlässig vorausgeht. Es ist wie vor einem Rennen: Vor dem Start herrscht angespannte Stille.

Gemäß Orwell gibt es drei Möglichkeiten der Überwindung einer Ordnung:
1. Von außen.
2. Von innen.
3. Selbstaufgabe der Herrschenden.

Ich halte die Europäer für kultiviert genug, den letzten Weg zu wählen.

Gefahr droht eher von außen und von den unkultivierten Kräften der Gesellschaft.
Bei aller Abneigung gegen die Repräsentanten des gegenwärtigen Zustandes; sie sind gebildeter und kultivierter als der Bevölkerungsdurchschnitt und als Gutmenschen eher feige als aggressiv.
In ihrem feigen Opportunismus liegt der Schlüssel zu unserer Freiheit.

Tanja Krienen , am 17. Juli 2009 um 13:38 ( Link )

Eine Sezession ist das Letzte, was wir brauchen, zumindest nicht in Form einer echten Stammesgesellschaft. Umgekehrt nämlich passt es: Die gesellschaftlichen Differenzierungen und die Durchsetzung von Partikularinteressen bisweilen groteskester Art, haben zu einer Parzellierung des gesellschaftlichen Gefüges geführt. Zurück zur Nation, ok, aber innerhalb dieser wäre eine Aufsplittung und Abtrennung verschiedenster Formen nicht zu befeuern. Es muss ja dennoch nicht - und das wäre genauso fatal - eine "Volksgemeinschaft" werden.

familienwehr.de , am 17. Juli 2009 um 14:03 ( Link )

Keine A-A-Angst Tanja, Du wirst nicht mit einem Schild erschlagen werden, welches z.B. ein bajuvarischer Löwe ziert. Es geht um Mentalitäen und Kulturen in Europa, zu denen sich Menschen zugehörig fühlen und nicht um Abstammung. Es it mit dem Begriff "Europa der Vaterländer" gut beschrieben.

bernardo , am 17. Juli 2009 um 14:03 ( Link )

"Eine Sezession ist das Letzte, was wir brauchen"

Was "wir" vor allem brauchen, ist ein politisches Bewußtsein, das anhand der realen Fakten reale Möglichkeiten erkennt und umsetzen kann.

Wenn ich mir diese Debatte hier ansehe, finde ich erneut nur den Hang zu deutscher Nabelschau und Mystizismus, der weder das eine noch das andere ermöglicht.

@TrebMelsa "jedoch glaube ich schon, dass, wenn man dem glauben darf was an Quellen veröffentlicht wird, man sagen darf, dass die deutsche Führung nach Kriegsausbruch (der Kaiser hatte nichts mehr zu sagen) Kriegsziele ins Auge fasste, die den Satz vom Griff nach der Weltmacht schon wahrscheinlich erscheinen lassen."

Zu plakativ. Man fasste Ziele ins Auge, die auf einen deutschen Hinterhof in Osteuropa (Baltikum, Ukraine usw.) zielten. Insgesamt sollte das natürlich einen Gewinn darstellen, aber von einem VOR dem Krieg geplanten Griff nach der Weltmacht kann nicht gesprochen werden, eher davon, daß Frankreich, Rußland und auch England eine Gelegenheit suchten, Deutschland als neu dazugekommene Macht wieder zu entsorgen.

TrebMelsa Fördermitglied , am 17. Juli 2009 um 15:24 ( Link )

@ bernardo
Zu plaktaiv - mag sein. Ich wollte ja auch nicht die einzelnen Kriegsziele analysieren, sondern zusammenfassen, da erschien mir die Anlehnung an den Buchtitel angebracht.
Übrigens hatte ich nicht von Plänen VOR dem Krieg geschrieben, sondern von Plänen, die erst NACH Kriegsausbruch von der militärischen Führung ins Auge gefasst worden sind, also z. B. die von Ihnen angesprochene Ausdehnung des deutschen Einfussbereiches über Ost-Mitteleuropa. Also so etwas wie Friedrich Naumanns Traum von Mitteleuropa (1916) unter der Führung der Deutschen.
Dann möchte ich nicht sagen „auch England“. Gemäß einem Artikel in der ‚Zeit’ (in den 1990er Jahren), erschien lange vor der Flottenpolitik eines Tirpitz in einem auflagenstarken englischen Wochenmagazin regelmäßig das abgewandelte Cato-Zitat:
Im Übrigen bin ich der Ansicht, Deutschland muss zerstört werden.
Mit der Begründung, dass England immer gegen die stärkste Kontinentalmacht gestanden habe, zuerst gegen Spanien, gegen Frankreich und nun, da Deutschland durch 1870/71 die stärkste Macht auf dem Kontinent sei, wäre der natürliche Gegner eben das Deutsche Reich. Es war demnach schon lange Jahre versucht worden in der britischen Bevölkerung Stimmung gegen das Deutsche Reich zu machen.
M. E. stand Großbritannien im Versuch das Deutsche Reich als Großmacht auszuschalten hierin Frankreich und Russland nicht nach, sondern ging eher vorweg.

bernardo , am 17. Juli 2009 um 22:16 ( Link )

@TrebMelsa

Sicher war England vorne mit dabei, nicht nur wegen Zeitungsartikeln. (Auch darauf wird in Deustchland m.E. zu viel Wert gelegt. Es ist doch gar nicht so wichtig, was Käseblätter schreiben und ähnliche Sprüche gab es von untergeordneter Stelle in Deutschland auch)

Aber auch der Zar hat Anfang der 1890er davon gesprochen, Deutschland erobern und aufteilen zu wollen und das schon ein Wichtiger gewesen. :)

Gamma , am 18. Juli 2009 um 3:46 ( Link )

@ DerBerliner

Zur EU habe ich mich gar nicht geäußert. Und das Holländer Deutschen näher sind als Portugiesen stimmt vielleicht im Durchschnitt, auf individueller Ebene kann dies aber schon ganz anders aussehen.

Sofern Sie Volkszugehörigkeit als passiv-kategorisierend verstehen, in dem Sinne dass sie die Vergangenheit von Individuen analysieren und sie dann nach Ähnlichkeit gruppieren, hat der Volksbegriff in der Tat wenig mit Freiheit zu tun.

Sobald sie aber aus dieser Kategorisierung Erwartungen ableiten (und ohne diese werden sie dem Volk schwerlich "Gemeinsamkeit stiftende" Fähigkeiten zuschreiben können), oder schlimmer noch: Verhaltensregeln, wird Volk zum Zwang. Und Zwang ist das Gegenteil von Freiheit.

Freiheit bedeutet eben auch, sich nicht mit einem Volk identifizieren zu müssen.

DerBerliner , am 18. Juli 2009 um 8:15 ( Link )

@Gamma
Freiheit ist nie absolut, nur maximal bis zu der anderer. Darum ist es keine Freiheit-Begrenzung, wenn Völker sich Regel (ungleich Gesetze) geben, die sich aus Tradion etc (siehe oben) des Volkes ergeben - und es ist gut, wenn diese in Europa je nach Volk sehr unterschiedlich sind.

Deshalb stirbt die Freiheit am stärksten durch den EU-Zwang, daß 'alle Gurken gleich' zu sein haben.

Die zwingende Folge der EUDSSR wäre die Aufgabe der Unterschiede neben der Souveränität der Völker, und daraus resultierte bisher die enome Stärke Europas. Auch darum will USrael genau dies, damit der überlegene Konkurrent kastriert wird (dito: Türkei in EU, eine perverse Idee).

Wer Deutschland beherrscht, beherrscht Europa.

Das war im Prinzip schon immer so. "Deuschland" nicht als politischer, sondern ethnisch-kultureller Begriff und Einfluß-Zone.

USrael will ganz Europa völlig beherrschen, nicht nur durch ZdJ und Medien, auf dem Weg über Brüssel in die Welthauptstadt ZionJerusalem in OrwellHuxlistan.

Satanische Ideen des El Shaddai (aka Jahwe), versprochen seinen "auserwählten" Hiwis in Talmud und Thora! Dagegen hilft allein Jesus von Nazareth (siehe Johannes 8.44).

familienwehr.de , am 18. Juli 2009 um 10:01 ( Link )

Österreich war die dominierende Macht im Reich und in Europa, Preußen hatte ihm irgendwann etwas entgegenzusetzen. Der Deutsche Dualismus prägte Europa. "Deutschland" ist der deutsche Kulturraum, war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Mit der Vernichtung Österreichs in Versailles ist zuvorderst die aristokratische System-Alternative zu den USA bewusst zerstört worden, und da Geschichte von den Siegern umgeschrieben wird, haben das alle brav vergessen.
Sammelt alte Geschichtsbücher!
Die sind wie Gold und das Internet wie Papiergeld.

DerBerliner , am 18. Juli 2009 um 10:27 ( Link )

Österreich war die dominierende Macht im Reich und in Europa

Richtig! ... und eine hervorragende Plaupause für das, was Europa sein könnte.

Die Spuren Habsburgs sieht und spürt man noch heute, von Laibach über Zemun, via Preßburg über Kaschau nach Lemberg. Und auch richtig zu den Geschichtsbüchern.

Ein Berliner, der schon lange gern in Habsburger Kronländern lebt!

Der_Klaus , am 18. Juli 2009 um 11:44 ( Link )

Rüttgers will auch mehr Moscheen. Er ist seiner Zeit eben weit voraus und dient sich bereits bei den Mächtigen von Morgen an, zumindest vermutet er das. Den Moslems und EU Herrschern. Der Mann ist ein Inländerfeindlicher Opportunist, ein typischer Merkel CDU Vertreter.

http://www.rp-online.de/public/article/duisburg/630412/Ruettgers-fuer-mehr-Moscheen-in-NRW.html

Gamma , am 18. Juli 2009 um 12:22 ( Link )

@DerBerliner

Freiheit ist nie absolut, nur maximal bis zu der anderer. Darum ist es keine Freiheit-Begrenzung, wenn Völker sich Regel (ungleich Gesetze) geben, die sich aus Tradion etc (siehe oben) des Volkes ergeben

Aus dem Ersten, das richtig ist, folgt nicht das Zweite. Das Wort "darum" ist hier unangebracht.

Und mit Religion gegen Religion zu argumentieren ist hoffentlich nicht ernst gemeint.

TrebMelsa Fördermitglied , am 19. Juli 2009 um 10:09 ( Link )

@ bernardo

Der Artikel in der Zeit, es handelte sich dabei um die Besprechung einer umfangreichen Arbeit eines britischen Historikers, welcher Studien vorgelegt hatte zur britischen Politik zwischen ca. 1880 bis zum Kriegsausbruch 1914. Leider hatte ich mir das Buch, obwohl mit niedriger Präferenz auf die Wunschliste gesetzt, nie gekauft, so dass ich leider nur den Zeit-Artikel aus dem Gedächtnis widerspiegeln kann.
Im Gegensatz zu Ihrer Ansicht, war jener britischer Historiker im Ergebnis seiner Studien zu der Meinung gekommen, dass einflussreiche politischer Stellen oder Lobbyisten über die Medien damals – in den Jahrzehnten vor 1914 – ausgezeichnet die Stimmung gezielt gegen das Deutsche Reich beeinflusst haben, z. B. auch mit jenem – in der damaligen Zeit-Rezension explizit genannt – einflussreichen, auflagenstarken und vielgelesenen Wochenmagazin, dem Käseblatt wie Sie dies nennen.
Nun ich halte von den richtigen „Käseblättern“ auch nicht viel und habe keine hohe Meinung von jenen, aber ich sehe, dass diese echten „Käseblätter“, um bei Ihrem Jargon zu bleiben, keinen geringen Einfluss auf die Leser haben. Dies zeigen mir sehr oft Gespräche in Kneipen, Bistros oder Cafés, die dann den übrigen anwesenden Gästen – also nicht nur mir – zwangsläufig zu Gehör kommen.

Rüdiger Märzen , am 19. Juli 2009 um 14:33 ( Link )

@Der Berliner:
"Ich fürchte, da muß es nur Wenigen bekannte Hintergründe geben, denn logisch zu erklären ist das angesichts der relativ gro0en Friedfertigkeit der Deutschen, verglichen mit ihren Nachbarn und Geschichtslügen außen vor, sicher nicht."

Von sich selbst kann man viel behaupten, es wäre aber angebrachter die Nachbarn zu fragen, was sie von der "Friedfertigkeit" Deutschlands denken.

Tatsache ist, dass trotz der schändlichen Vergangenheit der vergangenen deutschen Staaten Deutsche im Ausland immer beliebter werden.

Vielleicht gehören irgendwann Dinge wie:
- Unterwegs in den Niederlanden lieber nicht auf Deutsch nach dem Weg fragen, obwohl die meisten Holländer Deutsch verstehen und sprechen.
- In der Schweiz werden die Kinder deutscher Einwanderer regelrecht auf die Gräuel des II. Weltkrieges angesprochen und diskriminiert ("Deutsche sind die Türken der Schweiz")
- In Polen und Tschechien sollte man sich gar nicht als Deutscher zu erkennen geben
- In Österreich erringt man als Piefke keine Sympathien. (Fußball-WM/EM: Österreicher pfeifen die Deutschen beim Spiel gegen Polen aus)
- In Frankreich wird man als Deutscher zumindest sehr distanziert behandelt.

der Vergangenheit an!

Sie, jedenfalls Herr Berliner tragen mit Ihrem paranoidem Beitrag wirklich nichts gutes zu dieser Entwicklung bei!

DerBerliner , am 19. Juli 2009 um 15:58 ( Link )

es wäre aber angebrachter die Nachbarn zu fragen, was sie von der "Friedfertigkeit" Deutschlands denken.

Diese Sicht ist dort wesentlich verbreiteter als Sie glauben!

Mit Verlaub, aber den o.a. Schwachsinn haben Sie an den Falschen gerichtet, denn ich habe in 8 Ländern Europas gelebt (u.a. sehr lange in F, UK, A, SK), in >15 Geschäfte gemacht und lebe seit >10 Jahren außerhalb der BRDDR überwiegend in Habsburger Kronländern.

Ich habe ein einziges Mal, und das war vor >35 Jahren ein Jude in Holland, Probleme gehabt, weil ich Deutscher bin. Sonst niemals und nirgends.

Sie haben - wie viele Deutsche - die Phobie angenommen, die Ihnen USrael über die Medien einredet. Die Realität ist eine ganz andere.

In Holland, wo ich sehr oft geschäftlich zu tun hatte/habe, spreche ich immer und grundsätzlich zuerst Deutsch, allerdings begonnen mit einem "Goedemorgen" und beendet mit einem "dank je wel". Wir sprechen immerhin fast die gleiche, wenn auch nicht die selbe Sprache.

In der Tschechei (wie dieses Land immer richtig hieß und noch heute heißt, Ihre Verwendung des Kunstwortes "Tschechien", das es vor 1992 niemals gab, zeigt, wie sehr Sie manipuliert sind) und auch in der Slowakei, wo ich mehrere Jahre gelebt habe und diverse Freundinnen hatte, hatte ich ebenfalls niemals Probleme.

Im Gegenteil: Man vertraut meinem Wort oft mehr als dem Einheimischer, gerade weil ich Deutscher bin. Das gilt mehr noch auf dem Balkan.

In der Slowakei ist Deutsch die erste Fremdsprache und Deutsche sind hochangesehen (die Deutschen mit A-Paß weniger, weil sie latent arrogant sind gegenüber SK).

Meine große Liebe ist Polin - und als es mit deren Freundinnen und Familie zu Diskussionen kam, habe ich mal ein paar Fakten genannt, die in deren Geschichtsbüchern unterdrückt wurden - und es war schnell Ruhe, denn die Massenmorde an und die KZ für Deutsche lange vor 09/39, die sind nicht mehr bestreitbar.

Intelligente Polen sind sich des Chauvinismus und übertriebenen Geltungsdrangs ihres eigenen Volkes durchaus bewußt, wenn auch manchmal erst ab 2 Promille.

Und so könnte ich noch eine ganze Reihe weiterer Erlebnissse berichten, die Ihre kranke Selbstsicht als falsch beweisen.

Daß Österreicher seit 40 Jahren hören, sie seien keine Deutschen (mehr), sondern was besseres ("erste Opfer", was für ein Witz!), das ist ebenso Teil der Umerziehung. Bruderzwiste waren unter den Deutschen Stämmen schon immer üblich - und wenn's weiter nix ist... ist es kein Problem!

Das mit der Schweiz ist richtig, gilt aber nur für die, die da leben wollen. Wollte ich nie, weil ich nirgends auf der Welt so sehr Ausländer wäre wie dort. Ist aus Schweizer Sicht verständlich und hat nichts mit Krieg oder so zu tun. Reine Abgrenzung - und das ist bei den kranken Verhältnissen in D. und EU auch sehr nötig.

Ich mag Schwaben und die Wiener Mentalität auch nicht... Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die masochistische Selbstsicht ablegen, ins Ausland gehen, freundlich und selbstbewust mit geradem Rückgrat auftreten - und Sie werden viele neue Einsichten lernen.

Rüdiger Märzen , am 19. Juli 2009 um 20:46 ( Link )

@Der Berliner:
Ihre Argumente kann ich durchaus nachvollziehen, sogleich sie mir nicht zu ganz Ende gedacht scheinen.

Aus meiner Erfahrung beginnt ein erfolgreiches Gespräch in Holland auf Holländisch, und ended auch so wie Sie es beschreiben. Wenn Sie aber gleich auf Englisch anfangen dann ernten Sie gleich Sympathien, da scheinen die weltoffenen Holländer doch zwischen Deutschen und anderen zu unterscheiden. Auch im Restaurant habe ich schon Antipathien und schlechteren Service erlebt wenn ich mich als Deutscher zu erkennen gegeben habe.

Die Tschechen lieben die grölenden, überlaut sprechenden, und sich zuweilen arrogant aufführenden deutschen Touristen nicht gerade. Aber auch geschichtliche Themen nicht gerade der beste Gespächsstoff beim Piwo, gleiches in Polen. Das Katyn Massaker, werübt von den Sowjets an der polnischen Intelligenzia ist wirklich nicht mit dem jahrelangen Massenmorden und Ausbeuten (Zwangsarbeit) des polnischen Volkes durch das deutsche Volk zu vergleichen. Viele haben diese systematischen Erniedrigungen bis heute nicht vergessen, da aber Deutschland reich und Polen arm ist, läßt man schon mal Fünfe gerade sein. Durch den Mord an den polnischen Juden ist Polen ein großes kulturelles Potenzial abhanden gekommen. Das nur am Rande.

Diese miese Stimmunf ändert sich aber schnell wenn man persönlicheren Kontakt mit Einheimischen hat, aber das gleiche habe ich schon bei Rassisten erlebt, die plötzlich einen Farbigen kennengelernt haben (z.B. beim Studium).

Was Österreich betrifft, Brüderzwiste, das ist Humbug, damit kommen Sie hier nicht durch. Österreicher sind un wollen keine Deutsche sein. GEnausowenig wie Holländisch ein deutscher Dialekt ist. Gemeinsame "Stammeswurzeln", das ist zuwenig, der Mensch ist schon lange kein biologisch-gesteuertes Tier/Wesen mehr. Mentalitätsbildung durch den Lebenskontext, Identitätsausrichtung und andere kognitiven Einflüße und Merkmale zählen da mehr als Ihre, wie ich vermute, vielbeschworene "Volksgemeinsachft". Sie sind ein Träumer!

Ihre Erfahrungen aus dem Business-Leben lasse ich keinesfalls gelten. Im Business wird viel durch die Blume gesprochen, kein Unternehmen kann es sich heute den immensen Image- un Umsatzverlust durch irgenwelche Vorurteile leisten. Es gehts ums Geld und häufig um den eigenen Arbeitsplatz. Im Business ist jeder kapitalstarke Partner gern gesehen. Die ökonomische Komponente spielt natürlich auch auf dem Heiratsmarkt eine Rolle.

Ich finde im Allgemeinen ist man als Deutscher im Ausland gern gesehen, weil Made in Germany ein Qualitätsmerkmal ist und durch die Nachkriegs-Re-Education die heutigen (West-)Deutschen zumeist tolerante und weltoffene Weltbürger sind. Leider gilt das nicht im gleichen Ausmass bei Besuchen bei den direkten Nachbarn Deutschlands, die ich genannt habe (NL, F, PL, CZ, AT, CZ).

Gerade bei den östlicheren Nachbarn schaut man sehr genau darauf was Deutschland auf der Politikbühne tut, man ist aus Erfahrung vorsichtig geworden. Normalerweise ruft Friedfertigkeit keine solchen Reaktionen hervor (lacht).


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