Christian Dorn

Jg. 1970, Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie in Berlin, freier Journalist.

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Microsofts Internet-Suchdienst politisch korrekt programmiert: Bing-A-Ding – der Klick nach links

von Christian Dorn

Hardcore-Einstellungen beim PC-Modus

Während China weiterhin bestrebt ist, in Rechnern künftig eine allgemeinverbindliche Filtersoftware zu installieren, die es erlaubt, von vornherein bestimmte Seiten zu sperren, scheint Microsoft mit seinem Internet-Suchdienst schon einen Schritt weiter. Wie bereits bei den Vorgängerdiensten „MSN“ und „Live Search“ ist es auch beim neuen Dienst „Bing“, der als Alternative zum unangefochtenen Marktführer „Google“ gedacht ist, unmöglich, die Startseite der Wochenzeitung „Junge Freiheit (JF)“ aufzurufen – weder auf der ersten Anzeigenseite, noch auf einer der folgenden. Stattdessen erscheinen als Suchtreffer vor allem Seiten aus dem Antifa-Spektrum, beispielsweise der Unrast-Verlag oder der „Klick nach rechts“. Dass hierfür „PC“-Aktivisten in Deutschland verantwortlich sein dürften, zeigt der Blick von außen: Denn in den USA oder in Österreich beispielsweise kann die Homepage der „JF“ problemlos über die neue Bing-Site aufgerufen werden.

Gegenüber der „JF“ begründete Thomas Baumgärtner, Pressesprecher von Microsoft Deutschland, die Blockade der „JF“-Startseite mit technischen Details. Man sei zwar „dran“, das Problem zu lösen, wisse aber nicht, wann es soweit sein werde. Schließlich würden die angefragten Internetseiten über „Third-Party-Provider“ auf Begriffe durchsucht, die – farblich abgestuft – als „rot“, „gelb“ oder „grün“ klassifiziert seien. Internetseiten mit „problematischen“ Begriffen würden demzufolge in der Ergebnisliste zurückgestuft. Letzteres aber liegt im betreffenden Fall gar nicht vor. Mit anderen Worten: Party is over, ominöse „Third-Party-Provider“ gerieren sich gewissermaßen als unsichtbares „Drittes Reich“. Die so erfolgten Rückstufungen oder gar Ausschlüsse sind demnach nichts anderes als ein Instrument der politischen Zensur und damit Eingriff in ein Grundrecht (Artikel 5, Grundgesetz).

Für den Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg ist das freilich kein Thema. In einem Interview der „Berliner Zeitung“ vom 4. Juli 2009 erklärt er, die Suchmaschine „Bing“ sei „kein Angriff auf ein einzelnes Unternehmen, sondern Teil einer langfristigen Strategie“. Geradezu zynisch wirkt angesichts dessen sein Kommentar zum Marktzuwachs von „Bing“, in dem er „das Bessere“ zum „Feind des Guten“ erklärt und „Qualitätsinhalte“ beschwört, die zum „Treiber“ des Internets würden. Zudem gehe die „Kostenlos-Kultur“ des Internets „dem Ende entgegen“, um von einem „Premiumbereich“ abgelöst zu werden, „für den die Kunden bereit sind zu zahlen, weil sie bestimmte Leistungen haben wollen.“

Bliebe also nur noch eine Frage: Wieviel darf die Abwendung der Zensur 2.0 kosten? Antworten hierzu erteilt vielleicht der Microsoft-Pressesprecher Thomas Baumgärtner.

07. Juli 2009

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Kommentare

karen meiser, am 07. Juli 2009 um 10:58 ( Link )

Diese Filterschaltungen sind üblich, auch im E-Mail-Verkehr: Alle E-Mail-Nachrichten, die bestimmte Begriffe beinhalten, können theoretisch auf dem Tisch eines Überprüfers landen.

Zurzeit werden die Verkehrsdaten in der Regel noch per Anfrage ermittelt, das heißt, der Provider liefert auf Anordnung von Ermittlern die Daten. Bei einer Anzapfung der Datenleitung wird der Provider jedoch nicht benötigt, weder Internet-Provider noch Firmen oder einzelne Nutzer bemerken, daß ihr Datenverkehr analysiert wird. An den Verbindungen wird der gesamte Datenverkehr kopiert und weitergeleitet. Mittels einer Daten-Mülltrennungsanlage können uninteressante Verkehrsdaten gelöscht, die übrigen sortiert und automatisch verteilt werden.

Dazu ist der Einsatz von Inhaltsfiltern sinnvoll. Diese Filter kommen derzeit auch in Firmennetzwerken und bei Internetprovidern zum Einsatz. Ein detailliert einstellbarer Inhaltsfilter blockt oder filtert Webseiten und/oder E-Mails hinsichtlich einzelner Worte, typischer Phrasen, Bilder oder Links. Dabei werden Listen (Datenbanken) benutzt.
Quelle

Vorsichtige Menschen umgehen diese Filter, indem sie in vermutete Schlüsselworte Rechtschreibfehler einbauen bzw. andere, ähnliche Begriffe verwenden.

Kristof , am 07. Juli 2009 um 14:25 ( Link )

Die Zensur spaltet die Menschen in Wissende und Unwissende. Wer bereit ist Kosten oder anderweitige Ressourcen in die Erlangung von Wissen zu investieren, der wird davon profitieren.

Jochen, am 07. Juli 2009 um 17:15 ( Link )

Tja, dann bleibt Google halt meine voreingestellte Suchmaschine. Hatte mir eigentlich vorgenommen, zukünftig mit Bing zu arbeiten, einfach um nach Jahren mit Google mal etwas neues zu probieren. Aber mit solch vorauseilender Zensur wird das nichts. Dann bleibe ich eben beim Bewährten.

List0r, am 07. Juli 2009 um 18:49 ( Link )

Ich kann die Suchmaschine "Ixquick" nur empfehlen!
Ixquick nennt sich selbst die datenschutzfreundlichste Suchmaschine der Welt, weil sie Suchbegriffe, Zeitpunkt des Besuchs, Links die man angewählt hat, die IP-Adresse und die User ID Cookies nicht speichert, wie es bei anderen Suchmaschinen der Fall ist.

http://www.ixquick.com/deu/

Konservativer, am 08. Juli 2009 um 0:19 ( Link )

Was will uns nun aber der Umstand sagen, dass man über die erwähnte Suchmaschine "bing.de" zwar nicht zur "Jungen Freiheit", wohl aber problemlos zur "National-Zeitung" (Frey München, DVU) und zur "Deutschen Stimme" (NPD) kommt?

Die braunen Sozialisten werden eher geduldet, sind wohl als Buhmänner gar erwünscht. Nur die unabhängige, kritische, bürgerliche Gegenstimme ist mediale persona non grata.

DerBerliner, am 08. Juli 2009 um 10:13 ( Link )

@Konservativer
Ist doch logisch und einfach:

Nationalisten sind Braun-Faschisten, entstammen derselben geistigen Quelle wie die Rot-Faschisten (InterNationalisten), die heute wieder / immer noch das Sagen haben. Dividere et impera!

Siehe Horst Mahler: InterNazi und Nazi sind fast ident. Nationale und internationale Sozialisten sind vor allem Sozialisten.

Sozialismus / Kollektivismus basieren auf Haß - sind satanisch!

Patriotismus ist eine natürliche Form von Liebe und damit göttlich.


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