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![]() Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
30 Jahre Thatcherismus: Kein Sieg für die Freiheitvon Robert Grözinger Dennoch ein hoffnungsvolles Zeichen, dass es Grenzen gibt, die der Sozialismus nicht überschreiten kann Kaum ein demokratisch gewählter Politiker der Nachkriegszeit ist weltweit so umstritten wie die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, die heute genau vor 30 Jahren erstmals ins Amt gewählt wurde. Nur Ronald Reagan kann es in der Hinsicht mit ihr aufnehmen. Der jedoch konnte, im Gegensatz zur viktorianisch strengen Dame, mit seinem Charme und seiner gelegentlichen Tolpatschigkeit beim einen oder anderen Gegner immerhin auch mal ein Lächeln oder ein hämisches Lachen entlocken und war zudem der Präsident der westlichen Supermacht. Doch warum ergoss sich so viel Hass und Wut auf die Regierungschefin einer mäßigen Mittelmacht? Warum erheischt die inzwischen an Demenz erkrankte „Eiserne Lady“ noch immer so viel heimlichen Respekt, auch in anderen Ländern, auch und gerade von ihren politischen Gegnern? Ein Zurückdrängen des Staates und eine Liberalisierung der Wirtschaft können nicht die Gründe sein, denn das hat unter ihrer Führung nicht stattgefunden. Sean Gabb, Direktor der britischen „Libertarian Alliance“, listet ihr Sündenregister auf, hier eine Kurzfassung: Sie hat die Befugnisse der Polizei ausgeweitet und somit den Grundstein für den heutigen politisch korrekten Überwachungsstaat gelegt. Sie initiierte Geldwäschegesetze, die heute zur allgemeinen Überwachung aller finanziellen Handlungen ausgeweitet wurden. Sie hat die Geschworenengerichte geschwächt. Sie gab Exekutivorganen die Befugnis, ohne ordentliches Gerichtsverfahren Geldstrafen aufzuerlegen. Sie begann die ersten Schritte zur vollständigen Kriminalisierung des Schusswaffenbesitzes. Sie hat die Ausgaben der Regierung nicht gesenkt. Sie ließ zu, dass sich die Kommunalverwaltungen in ein System von Ruheposten für die Feinde der Freiheit verwandelten. Wenn sie sich diesem Trend und der politischen Korrektheit widersetzte, dann indem sie der Zentralregierung Überwachungs- und Kontrollzuständigkeiten zuführte, die für eine zukünftige, politisch korrekte Regierung sehr nützlich waren. Echtes freies Unternehmertum wurde mit Steuern und Regulierungen überhäuft, während „Big Business“ Lob und gesetzliche Gefälligkeiten bekam. Bei ihrer Privatisierungspolitik ging es weniger um die Einführung von Wettbewerb bei öffentlichen Dienstleistungen als um die Verwandlung öffentlicher Monopole in Konzernmonster, die vom Staat mit Subventionen und vorteilhaften Gesetzen verhätschelt wurden, und die im Gegenzug die politische Klasse finanziell großzügig unterstützen sollte. Sie dehnte die staatlichen Beaufsichtigungsbefugnisse und Kontrollen über die elterlicher Erziehung gewaltig aus, wie auch die Zahl und Zuständigkeiten der Sozialarbeiter. Sie machte den Umweltblödsinn politisch salonfähig. Sie war unter den führenden britischen Politikern die erste, die über Klimawandel und Ozonlöcher herumquatschte, zweifellos um die Kohlebergwerker zu ärgern. Sie war ein nützlicher Idiot für eine Ideologie, die am besten geeignet war, den Sozialismus als Ausrede für die Herrschaft der Freiheitsfeinde zu ersetzen. Selbst ihre Reform der Gewerkschaften hatte bösartige Auswirkungen. Wurden die Gewerkschaften zuvor von normalen Mitgliedern der Arbeiterklasse geführt, stellte Thatcher sicher, dass sie nun von Absolventen aus den Reihen der Freiheitsfeinde übernommen wurden. Margaret Thatcher war die Geburtshelferin New Labours. So weit Sean Gabb. Sein Lamento mag etwas übertrieben einseitig wirken angesichts unendlicher Streiks und einer in weiten Bereichen verstaatlichten, völlig verrotteten Wirtschaft anno 1979 und dem dynamischen Wirtschaftswachstum, der auf den Wahlsieg der Krämerstochter aus Grantham folgte, die sich immerhin von Friedrich von Hayek inspirieren ließ. Doch es ist sehr viel wahres dran. Der Publizist Simon Jenkins berichtete vor einigen Jahren, welche Reaktion er von der Premierministerin gegen Ende ihrer Amtszeit bekam, als er sie auf das Paradoxon hinwies, dass sie immer mehr Kontrolle anstrebt, während die Tradition der Konservativen eher auf Laissez-faire ausgerichtet ist. „Sie explodierte“, schreibt Jenkins. „Nennen Sie mich nie Laissez-faire, sagte sie, das sei ein schreckliches französisches Wort. Es gibt immer was zu tun, rief sie laut, es gibt immer mehr zu tun.“ Wenn Thatcher also eindeutig keine Freundin der Freiheit war, wenn sie gar den Staat gestärkt hat und nicht als Laissez-faire gelten wollte, stellt sich die Frage, warum sie dann weiterhin so ein Schreckgepenst für die Linken und anderen Etatisten ist. Zum Teil dient sie manchem sicherlich noch als nützlicher Popanz. Aber das würde die erhebliche Empfindlichkeit nicht vollständig erklären, die bei Nennung ihres Namens regelmäßig zutage tritt. Der Grund hierfür muss woanders liegen. Sehr wahrscheinlich liegt es daran, dass Thatcher mit einem freiheitlichen Wahlprogramm gewonnen hat. Sie hat es kaum umgesetzt, das ist wahr, aber der entscheidende Punkt ist, dass sie gerade mit ihren Forderungen nach Privatisierung, Wettbewerb und ökonomischer Wahlfreiheit ihre Wahlen gewonnen hat. Vor allem hat sie damit eine sozialdemokratisch/sozialistische Regierungspartei aus dem Amt gejagt und sie anschließend gezwungen, um je wieder gewählt zu werden, wesentliche realsozialistische Bestandteile ihres Programms fallen zu lassen und sich in „New Labour“ umzubenennen. Diese Schmach, diese demokratisch erlittene Niederlage, hat den „demokratischen Sozialisten“ aller Parteien weltweit einen erheblichen Schrecken eingejagt, der ihnen noch heute in den Knochen sitzt. Nachdem die gewaltsame bolschewistische Revolution für die Weltöffentlichkeit im Jahr 1961 an der Berliner Mauer moralisch endgültig zerschellt war, war 1979 der Versuch, Sozialismus auf demokratischem Wege zu erlangen, nach dem Putsch in Chile 1973 nun auch auf eindeutig demokratischem Wege gescheitert. Wohl vor allem deshalb wird heutzutage versucht, sozialistische Ziele mit Salamitaktik und undemokratischen Methoden wie Zentralisierung der Macht in der EU, Öko- und Gesundheitshysterie, Gehirnwäsche an den Schulen und in den Medien sowie mit sogenannter politischer Korrektheit zu erreichen. Thatcher selbst ist deshalb zwar kein Vorbild, doch ihr historischer Wahlsieg vor 30 Jahren ist dennoch ein Hoffnungszeichen, dass irgendwann auch der dritte sozialistische Überrumpelungsversuch an den Menschen und an der Realität scheitern wird. Internet: Sean Gabb: Margart Thatcher – New Labour's Midwife Essay über Thatcherismus von Simon Jenkins
04. Mai 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentarefreiheitistunteilbar, am 05. Mai 2009 um 20:44 ( Link ) @Horst E. Böttcher: Ist es die Droge Demokratie, die dazu geführt hat, den sozialistischen Schmähbegriff "neoliberal" mit einem gewissen George W. Bush zu assoziieren? Thatchers Erfolg ist weniger der Demokratie, ihrem Steckenpferd, zu verdanken, als dem britischen "Think tank" für ökonomische Aufklärung. Sie hatte trotz sozialistischer Demokratie Erfolg, nicht wegen ihr. Überall hat die Demokratie gezeigt, dass sie stark genug ist, Auswüchse in die eine oder andere Richtung zu korrigieren. Das ist die wichtigste Lehre aus der Ära Thatcher. Man ersetze "korrigieren" durch "produzieren," dann stimmt der Satz. Horst E. Böttcher, am 05. Mai 2009 um 21:27 ( Link ) @freiheitistunteilbar Zunächst, Demokratie ist für mich keine Droge, sondern die beste Regierungsform für zivilisierte Menschen! Ich habe geschrieben, dass es die Demokratie vermag Auswüchse in die eine wie andere Richtung zu korrigieren, deshalb wurde Frau Thatcher gewählt. Welchen Umständen sie dann ihre Erfolge verdankte ist eine andere Geschichte, immer aber blieb sie auf dem Boden der Demokratie, und New Labour korrigierte nach demokratischer Regierungsübernahme wieder einige Aktionen von Frau Thatcher Waldmeister, am 05. Mai 2009 um 22:25 ( Link ) ...mir fällt da auch sofort jemand ein, der über den "Zivilisationsmenschen" (im Gegensatz zum Kulturmenschen) jetzt so einiges sagen könnte - und nicht eben schmeichelhaftes. Daß George W. Bush hingegen den Lehren Röpkes und Erhards besonders zugetan bzw. überhaupt von Ökonomie und der sittlichen Lehre besonders große Ahnung haben soll, wäre mir neu. Nun gut, in Zeiten wahrhaft babylonischer Sprachverwirrung dürfte eine so vergessene und historisch augenscheinlich unbedeutende Spielart demokratischer Apologeten wie eben jene Subspezies der altliberalen Minimalstaatler kaum noch jemandem auch nur den müdesten Hauch von Interesse entlocken - somit erklärt sich sogleich die wechselseitige und in wirklich jedem Fall völlig unpassende Dämonisierung von Widersachern aus dem eigenen (!) ideologischen Lager als "neoliberal". Der Schadenzauber ist somit durch das Aufsagen des richtigen Spruches abgewendet und der antike neoliberale Ersatzteufel -wie es sich gehört- im Drudenfuß vor der eigenen Schwelle gefangen. Daß Frau Thatcher allerdings stets auf dem "Boden der Demokratie" blieb, daran dürfte aber auch nicht der allergeringste Zweifel bestehen! Meine Herren, eine geruhsame Nacht wünscht Ihnen Martin Möller, am 05. Mai 2009 um 22:33 ( Link ) Frau Thatcher war überzeugte Monarchistin. Ihre unbestreitbaren Erfolge hat sie trotz der kriminellen und durch und durch verderbten Demokratie erzielt. Fatal, am 05. Mai 2009 um 22:34 ( Link ) Zwar konnte mir bisher noch nie jemand genau erklären, was denn das "Neo" bei neo-liberal genau zu bedeuten hat - schließlich gibt es nur die digitale Auswahl zwischen "liberal" und "nicht liberal" - aber dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand, der das Attribut "liberal" verdient hätte, eine Verdoppelung des ohnehin gigantischen Budgetdefizits, Staatsausgaben en masse und Sir Alans Kamikazegeldpolitik gutgeheißen hätte. Die Behauptung also, George W. Bush wäre liberal, muss demzufolge genau wie entsprechende Behauptungen über Ronald Reagan ins Reich der Träume verwiesen werden. Statt dessen ließe sich beider Wirtschaftspolitik mit dem Attribut "Kriegs-Keynesianismus" trefflicher beschreiben. Juergen , am 05. Mai 2009 um 22:50 ( Link ) Guten Abend Fatal, zum begriff "Neoliberalismus" habe ich während meiner Studienzeit einen Vortrag von Dr. Wohlgemuth gehört, er hat seine Vorstellungen auch gebloggt: http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=69 Der starke Staat der "Neoliberalen" sollte einen Ordnungsrahmen für die Wirtschaft durchsetzten, welcher sich nicht an Partikularinteressen orientiert. Angesichts der Verflechtungen der Regierung Bush mit der Öl-, Waffen- und Finanzindustrie wäre es ein Hohn, deren Politik als neo- oder sonstwie liberal zu bezeichnen. Falls diese Aussage Grötzinger zutrifft: Echtes freies Unternehmertum wurde mit Steuern und Regulierungen überhäuft, während „Big Business“ Lob und gesetzliche Gefälligkeiten bekam. dann wäre diese Aussage auch über die Regierung Thatcher zu treffen. Martin Möller, am 05. Mai 2009 um 23:16 ( Link ) Neoliberalismus = christlicher Liberalismus. Martin Möller, am 05. Mai 2009 um 23:17 ( Link ) d.h. also, daß G. Bush kein Neoliberaler war, da er antichristliche Politik machte. Horst E. Böttcher, am 06. Mai 2009 um 10:37 ( Link ) @Waldmeister Ich habe nicht geschrieben, dass George W. Bush A. Lehmann, am 06. Mai 2009 um 17:23 ( Link ) "Die verkrustete bürgerliche Gesell-schaft in Deutschland wurde 1968 entmachtet und 1969 abgewählt. Es ging dabei in erster Linie um eine Die Beklemmung angesichts des Untergangs der Zivilisation ist eine reaktionäre Betrübnis. "Zunächst, Demokratie ist für mich keine Droge, sondern die beste Regierungsform für zivilisierte Menschen!" Das liberaldemokratische Klima läßt das Hirn erweichen und schwammig werden. NGD Horst E. Böttcher, am 06. Mai 2009 um 19:47 ( Link ) @ A.Lehmann Ihre Ausführungen sind sehr kryptisch. "Der Demokrat kann nicht das Verschwinden von dem beklagen, was er nicht kennt. NGD" Doch, ich kenne die bürgerliche Gesellschaft und ihren Einfluss auf die Menschen noch sehr gut aus eigener Erfahrung! Daher war und bin ich ein in der Wolle eingefärbter 68'er, auch wenn mich die damit verbundenen sozialististischen Aktivitäten, Rote Zellen, etc, von der RAF ganz zu schweigen, abgestossen haben. "Das liberaldemokratische Klima läßt das Hirn erweichen und schwammig werden. NGD" Können Sie meinem schwammigen Gehirn erklären, was NGD bedeutet? Fatal, am 07. Mai 2009 um 1:13 ( Link ) Zumindest letzte Frage kann ich selbst beantworten: Nicolás Gómez Dávila. Nun, was war denn nun so schrecklich an der bürgerlichen Gesellschaft? Martin Möller, am 07. Mai 2009 um 9:09 ( Link ) Ich würde zwar auch sagen, daß die 68er sehr viel verpudelt haben, doch die bürgerliche Gesellschaft des Wirtschaftswunders war schon sehr verlogen und z.T. unerträglich heuchlerisch. SIcherlich, sie hatten keine Wahl, doch daß ihre Kinder rebellierten, das mußte wohl sein. Horst E. Böttcher, am 07. Mai 2009 um 13:22 ( Link ) @Fatal Elitäres Bildungswesen. Alle alternativen Lebensformen wurden diskriminiert. Martin Möller, am 07. Mai 2009 um 15:23 ( Link ) Soll das ein Witz sein? Schreiben hier Leute, die verblö... pardon verblendet sind? Horst E. Böttcher, am 07. Mai 2009 um 20:25 ( Link ) @Martin Möller Nein, aber Sie müssen sich endlich einmal daran gewöhnen, dass es noch mehr Meinungen gibt als Ihre! Jeder hat andere Wertvorstellungen, für mich zählt eben die persönliche Freiheit am meisten, frei von staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Zwängen! Um auf den Kern der Diskussion zurückzukommen, für Margret Thatcher stand die Überwindung des sozialistisch-gewerkschaftlichen Zwanges im Vordergrund, dafür war sie in anderen Punkten nicht so liberal. Für mich zählt was ich oben geschrieben habe, dafür nehme ich wieder anderes in Kauf! Martin Möller, am 07. Mai 2009 um 21:06 ( Link ) Ja, tatsächlich ein Witz: Was hat das, was sie da tippen mit „Einschränkung der persönlichen Freiheit ausgerechnet durch das „Bürgertum“ zu tun? Belegen Sie doch mal 2 – 4 Semester Rechtsgeschichte, bevor Sie in der Öffentlichkeit Unsinn verbreiten. Und damit Sie es wissen: Ich bin für die Ächtung jeder Form von "alternativer Lebensform" bis hin zur kriminalgerichtlichen Strafverfolgung, weil die Alternativen Schmarotzer sind und die Freiheit aller normal denken und lebenden Menschen nicht nur einschränken, sondern in asozialer Weise die normale Bevölkerung zu Sklaven ihrer "Alternativität" machen wollen? Nein, bereits gemacht haben!! Juergen , am 07. Mai 2009 um 21:37 ( Link ) @Martin Möller erklären Sie mir mal bitte warum meine Partnerin und ich Schmarotzer sind, weil wir in wilder Ehe zusammenleben. Unsere Partnrschaft ist UNSERE Sache, weder der Staat noch die Kirche haben uns da reinzureden. Das wäre in "der guten alten Zeit" nicht möglich gewesen. Und dafür bin ich dankbar (ganz allgemein, nicht irgendjemandem speziellen). Sollte man denn "Wilde Ehen" als alternative Lebensform wieder ächten? Wer sollte das tun? Der Staat? Ich kenne übrigens eine Homosexuelle, die sehr wahrscheinlich mehr zur wirtschaftlichen Prosperität beiträgt als Sie. Schmarotzer, was? Martin Möller, am 07. Mai 2009 um 22:21 ( Link ) Ja, die "wilde Ehe" muß wieder von Staats wegen geächtet werden. Und im Wiederholungsfalle sollten solche Leute wie Sie Ihre bürgerlichen "Ehrenrechte" verlieren. Zu einem dritten Anlauf häten Sie dann sicherlich keine "Lust" mehr ... Juergen , am 07. Mai 2009 um 22:34 ( Link ) @Martin Möller schmunzeln sie doch einmal: http://www.youtube.com/watch?v=f0Qi0WQMTWo&feature=PlayList&p=3FDFE1A61D1C69B8&index=14 Juergen , am 07. Mai 2009 um 22:41 ( Link ) Wer vor dem Staat das Eheversprechen eingeht wird steuerlich begünstigt, Wir verzichten auf eine solche Vergünstigung. Unser Versprechen gilt einzig uns allein. Dafür nehmen wir finanzielle Nachteile in Kauf. Und? Weiter bin ich froh, das meine erzkatholische Familie meine atheistische Freundin akzeptiert. Meine Familie hat dazugelernt, eigene Werte nicht zu verabsolutieren. Sie sollten auch lernen. Martin Möller, am 07. Mai 2009 um 22:45 ( Link ) Ja, das ist wohl das, was sich „Alternative“ unter Humor vorstellen. Da kann ich nur gähnen und nicht schmunzeln, abgesehen davon, daß sowohl Pianist als auch „Sänger“ total unmusikalisch sind. Von Humor in der Musik oder „Comedy“ also auch keine Ahnung. Dafür gibt es Strafverschärfung! Zum Beispiel 10 Jahre Minenräumen in Afghanistan. Doch diese Show wäre wohl schon nach 10 min. vorbei ... Juergen , am 07. Mai 2009 um 22:55 ( Link ) Und so stirbt der Liberalismus - daran das Künstler zum Minenräumen nach Afghanistan geschickt werden. Wie Schriftsteller 1917 in den Schützengräben von Verdun gestorben sind - weil irgendwelche Spinner das so entschieden haben. Juergen , am 07. Mai 2009 um 23:03 ( Link ) das ist übrigens was sich Jenenser unter Humor vorstellen, ob die jetzt alle alternativ sind wage ichh mal zu bezweifeln, Aber Jena war schon immer ein Hort gehobener Literatur (und Liberalen Denkens), das übersteigt vielleicht einfach Ihren Horizont. Martin Möller, am 07. Mai 2009 um 23:17 ( Link ) Jena ist ungefähr die humorloseste Stadt, die ich kenne - und zwar gut kenne. Die "gehobene Literatur" war stets bestenfalls in Weimar zuhause. Gottlob lebe ich in Berlin, eine Stadt, die nun wirklich Humor hat, wenn auch Galgenhumor, den sie auch nötig hat. Leider muß ich nun schlafen gehen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer atheistischen "Freundin" viel "Spaß" (wahrscheinlich ist sie einfach fantasielos ...) Juergen , am 07. Mai 2009 um 23:25 ( Link ) Naja Spass haben wir nicht im Moment. Meine Freundn ist seit zehn Monaten mittlerweile in Sierra Leone. Wir bleiben uns trotzdem treu- auch ohne Heirat ganz freiwillig, wir haben UNS und niemandem sonst die Treue geschworen.Sie sollten das Leben und sich selbst nicht gar zu ernst nehmen, ich wünsche eine geruhsame Nacht. A. Lehmann, am 07. Mai 2009 um 23:30 ( Link ) @ Horst E. Böttcher "Doch, ich kenne die bürgerliche Gesellschaft und ihren Einfluss auf die Menschen noch sehr gut aus eigener Erfahrung! Daher war und bin ich ein in der Wolle eingefärbter 68'er, auch wenn mich die damit verbundenen sozialististischen Aktivitäten, Rote Zellen, etc, von der RAF ganz zu schweigen, abgestossen haben." Kein moderner Typus ist verachtenswerter als der 68er. Ich kann gar nicht ausdrücken wie sehr mich diese BRD-Nomenklatura aneckelt. Schande über diese Generation! Gar nichts hat sie erreicht, nur Unheil gebracht. Die Familien zerstört, die Kinderherzen vereist, die Gesellschaft schamlos beraubt und proletarisiert. Für die Verblendung eines Hitlerjungen oder eines Mädchens kann ich wesentlich mehr Verständnis aufbringen. Mag die bürgerliche Gesellschaft der 50er und 60er auch spießig, kleingeistig und heuchlerisch gewesen sein. Sie kann gewiss nicht als Ideal dienen, aber sie hat tausendmal mehr erreicht als dieser schlichte Witz der den Muff unter den Talaren entfernen wollte. "Elitäres Bildungswesen. Davon abgesehen das man diese Punkte gewiss nicht alle in Gesetzesform gießen sollte, so sind sie doch schon immer Markenzeichen gesunder Gesellschaften gewesen. "Alle alternativen Lebensformen wurden diskriminiert. 1. Die erste Aussage ist einfach nur seicht und sentimental. Und verlogen noch dazu. Wo doch die 68er Bande die jetzigen alternativen Lebensformen, nämlich den schäbigen Rest des abendländischen Menschen, nicht nur mit immer rücksichtsloseren Methoden bekämpft (beim Milliarden Euro Steuerraub zu diesen Zwecken angefangen), nein, man wendet auch zutiefst weibische Methoden an. Eine beispiellose Hinterfotzigkeit! 2. Die alternativen Lebensformen zerstören die Gesellschaft, jede Gesellschaft, sobald sie überhand nehmen. Daher ist ihre Diskriminierung nur zu begrüßen. Je desolater der Zustand einer Gesellschaft desto mehr Gesetze sind dazu nötig. Leider! Denn wie sagt Davila doch so schön: "Das Gesetz ist der Embryo des Terrors." @ Jürgen "Sollte man denn "Wilde Ehen" als alternative Lebensform wieder ächten? Wer sollte das tun? Der Staat?" Dazu zwei Anmerkungen. 1. Wenn ich aufgrund schicksalhaftiger Ereignisse, persönlicher Schwächen, tragischer Zufälle, ab-normaler Vorlieben oder anderer Gründe einen alternativen Lebensstil pflege ist das eine Sache. Es ist auch nicht direkt bzw. nicht immer zu verurteilen. Eine andere Sache aber ist, und spätestens zu diesem Zeitpunkt wirkt es sich negativ auf die gesamte Gesellschaft aus, zu versuchen diese "Alternativität" als "normale" Lebensform zu propagieren. Heutzutage ist es unglaublich schwierig, viel schwieriger als in den angesprochenen Jahren nach dem großen Krieg, sein Leben innerhalb geordneter Bahnen zu leben. Man sollte aber trotzdem nicht vergessen was richtig und was falsch ist. 2. Ob man sie ächten sollte ist gar nicht die Frage. In jeder nicht demokratisch-sozialistischen Gesellschaft würden sie de facto geächtet werden. Das war schon immer so. Übrigens fast ohne Vater Staat. Ich mache daher jede Wette das der übliche "Liberale" am Ende auf Seiten der Linken stehen wird. Ihm sind diese ganz persönlichen Schweinereien, nennen wir sie "Freiheiten", eben viel wichtiger als die wohlfeilen Forderungen seiner liberalen Stammväter (falls er jene überhaupt studiert hat). Die liberale Gesellschaft ist der beste Beweis dafür das es nur auf der RECHTEN unumstössliche Werte gibt. Weil der Rechte an Wahrheiten glaubt die niemand vor 200 Jahren in Buchform veröffentlichen musste. Die Rechte ist die Anschauung die ohne Bücher überleben kann. Davila kann uns zu denken geben: "Der Dummkopf stellt sich vor, dass die Wonne, Regeln zu brechen, unbeschreiblich wächst, wenn man die Regeln selbst abschafft." "Die vorsätzliche und systematische Originalität ist die zeitgenössische Uniform der Mittelmäßigkeit." „Den Mut haben sich zu akzeptieren“ ist eine von vielen modernen Formeln, die die Niedertracht des Menschen verdecken wollen, indem sie das Leichte schwer nennen." "Die Katholiken haben selbst die sympathische Fähigkeit verloren, zu sündigen, ohne zu argumentieren, dass die Sünde nicht existiert." A. Lehmann, am 07. Mai 2009 um 23:37 ( Link ) @ Jürgen Die einzige Institution die das Eheversprechen entgegen nehmen kann und darf ist die heilige Kirche. Um die ehemals protestantischen Gebiete kann es einem nur leid tun! Fatal, am 08. Mai 2009 um 0:40 ( Link ) Guten Abend Herr Lehmann, nahezu jede Gesellschaftsform hat versucht, die sexuellen Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern zu regulieren. Es ist also keineswegs so, dass Ihre persönlichen Moralvorstellungen das Nonplusultra für alle ist, sondern nur das, woran sie sich eben Ihr Leben lang gewöhnt haben. Wer weiß, was Sie so praktizieren würden, wären Sie auf einem anderen Kontinent, zu einer anderen Zeit geboren? Horst E. Böttcher, am 08. Mai 2009 um 13:11 ( Link ) Die Diskussion zeigt eindeutig, dass jeder unter dem Begriff "Freiheit" etwas anderes versteht. Was Alternative Lebensformen anbetrifft, so ist der Hinweis auf die lange Tradition der Bürgferlichen Moral wenig nützlich. Wir hatten auch über Jahrtausende eine Sklavenhaltergesellschaft und später eine Feudal-herrschaft. Seit etwa 150 Jahren leben wir in einer Industriegesellschaft mit völlig anderen Lebens-bedingungen. Dieses sollte sich auch auf die Lebens-formen auswirken. Ob es zwischen Alternativen Lebensformen und sog. Um auf den ursprünglichen Artikel zurückzukommen, Frau Thatcher hatte ebenfalls ihre eigenen Vorstellungen von Freiheit. Das mag man kritisieren, sollte aber Für mich steht die Freiheit mein Leben ohne tradierte Zwänge gestalten zu können im Vordergrund aller Überlegungen. Nichts ist perfekt, auch die 68'er nicht, aber man wählt eben die Linie, die für einen Priorität hat. A. Lehmann, am 08. Mai 2009 um 14:04 ( Link ) @ Fatal Der erste Absatz enthält interessante geschichtliche Anekdoten. Interessant sich das bildlich vorzustellen, aber letzlich ohne Wert. "Es ist also keineswegs so, dass Ihre persönlichen Moralvorstellungen das Nonplusultra für alle ist, sondern nur das, woran sie sich eben Ihr Leben lang gewöhnt haben." Die christlichen Moralvorstellungen sind eindeutig das "Nonplusultra". In dem Sinne das sie sich mit dem "europäischen" Menschen vermischten und auf die unperfekte Welt die beste Antwort geben. Sie, die christlich-abendländische Moralvorstellung, ist eindeutig allen anderen kulturell-religiös bedingten Moralvorstellungen überlegen. Mindestens aus der Sicht unseres europäischen Universums, und darauf kommt es doch letztlich an. Dies bedeutet natürlich das alle anderen Moralvorstellungen in Gänze zu verurteilen sind, und ich rufe auch nicht zum heiligen Kulturkreuzzug gegen die Völker Asiens auf. Es gilt vielmehr vor der eigenen europäischen Haustüre zu kehren, von Nord nach Süd und Ost nach West. Könnte ich zaubern würde ich sagen "Zweifel fahre hinfort!" Das Zetern und Diskutieren ist der Anfang vom Übel. Mir erscheint im Übrigen vielmehr der Linksliberale als Derjenige der nicht von seinen liebgewordenen Freiheiten lassen kann, mögen sie sich auch noch so negativ auf die Gesellschaft auswirken (Gewöhnung). Auf keinen Fall Verzicht, auf keinen Fall Zurückhaltung, auf keine Fall Zucht, auf keinen Fall Demut! "Wer weiß, was Sie so praktizieren würden, wären Sie auf einem anderen Kontinent, zu einer anderen Zeit geboren?" Oh wir reden hier nicht von den Ureinwohnern der Süd-Molukken. Denen sei das "andere praktizieren" unbenommen. Wir sprechen von uns allen, die wir auf abendländischem Boden geboren wurden und die wir eine verdammte Verpflichtung haben diesen Schatz durch die Zeit hindurch zu bewahren. Auch wenn es Opfer fordert. Also sprechen wir hier vor allem von den verschiedenen linken Strömungen, ihrem Verrat, ihrer Verantwortungslosigkeit, ihrer unbändigen Dummheit, Feigheit und Ignoranz. @ Horst E. Böttcher Zu Ihren Kommentaren fällt mir nichts weiter, als zu konstantieren das unser Gespräch immer fruchtlos bleiben wird, bleiben muss. Aber Gott behüte, der Grund dafür ist nicht das es verschiedene Formen der Wahrheit gibt. Gewiss nicht. Martin Möller, am 09. Mai 2009 um 10:16 ( Link ) Es ist sehr leicht nachzuweisen, daß Alternative Schmarotzer sind, und zwar sehr häufig kriminelle Schmarotzer. Und diejenigen, die viele "Steuern" zahlen, sind die kriminellsten und schmarotzerischsten dieser parasitären Klasse. Horst E. Böttcher, am 09. Mai 2009 um 12:10 ( Link ) @A.Lehmann Horst E. Böttcher, am 09. Mai 2009 um 17:33 ( Link ) @A.Lehmann "Die einzige Institution die das Eheversprechen entgegen nehmen kann und darf ist die heilige Kirche. Um die ehemals protestantischen Gebiete kann es einem nur leid tun!" Irrtum die einzige legale Institution für Ehe-schliessungen ist das Standesamt. Wer es wünscht, kann sich danach diesen Vertrag noch von privatrechtlichen Insitutionen z.B. den Kirchen, bestätigen lassen. Martin Möller, am 09. Mai 2009 um 20:32 ( Link ) Im Irrtum sind auch Sie Herr "Böttcher". Legal ist eine Ehe durch öffentlichen Verehelichungsakt und Vollzug der Ehe. Das Standesamt (allerdings auch die hl. Kirche) haben damit nichts bis gar nichts zu tun. Auch nach katholischem Sakramentalverständnis spenden sich die Ehegatten gegenseitig das entspr. Sakrament (und nicht etwa die Kirche). Horst E. Böttcher, am 10. Mai 2009 um 12:45 ( Link ) @Martin Möller Martin Möller, am 10. Mai 2009 um 14:15 ( Link ) Das ist keine Haarspalterei. Man muß festhalten, daß eine vor dem Standesamt geschlossene Ehe eben in der Tat gar keine Ehe sein k a n n. Letztlich müssen tatsächlich die kirchlichen Maßstäbe eingehalten werden und das kann, da hat Lehmann recht, nur die Kirche prüfen. Das einzige was ich einzuwenden hatte ist, daß auch eine nicht vor der katholischen Kirche geschlossene Ehe natürlich eine gültige Ehe sein kann. Aber letztlich war die Einführugn von Standesämtern doch eine sehr problematische Reform, die man doch baldigst wieder überdenken sollte. Horst E. Böttcher, am 10. Mai 2009 um 21:06 ( Link ) @Martin Möller Martin Möller, am 10. Mai 2009 um 22:01 ( Link ) @Böttcher Horst E. Böttcher, am 11. Mai 2009 um 10:09 ( Link ) @Martin Möller Martin Möller, am 11. Mai 2009 um 10:33 ( Link ) Ich kann keine Probleme erkennen. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Horst E. Böttcher, am 05. Mai 2009 um 19:32 ( Link )
Der Artikel zeigt sehr eindrucksvoll, dass es in Bezug auf Freiheit sehr unterschiedliche Vorstellungen und Prioritäten gab und gibt. Die Engländer haben Margret Thatcher 1979 gewählt um nicht länger von den Partikular-Interessen der Gewerkschaften abhängig zu sein. Das hat Frau Thatcher politisch durchgesetzt, die übrigen politischen Handlungen fanden demgegenüber weniger Beachtung.
Es ist völlig logisch, dass ein solcher Erfolg auch die Opposition zur Reform zwingt und dies in "New Labour" resultierte. Es ist mir unklar, wie man das kritisch sehen kann. Ebenso kann ich nicht die Kritik daran nachvollziehen, dass die Gewerkschaften von studierten Kräften statt von einfachen Arbeitern geführt wurden. Nach der Logik des Autors sollten dann auch Unternehmen besser von Betriebsmeistern statt
von studierten Managern geführt werden. Bei Banken könnte ich dem Autor recht geben, hier wären Kassierer, die noch Verantwortungsgefühl haben, sicher besser gewesen als die Klasse der gierigen Manager.
Der Wechsel zu Margret Thatcher beweist aber die Stärke und Überlegenheit der Demokratie. Die englischen Sozialisten hatten eine freiheitsfeindliche
Kultur entwickelt und wurden abgewählt. Dass es dabei auch "Nebenwirkungen" im politischen Rahmen gab, muss man akzeptieren. Die verkrustete bürgerliche Gesell-schaft in Deutschland wurde 1968 entmachtet und 1969 abgewählt. Es ging dabei in erster Linie um eine
gesellschaftliche Erneuerung (in England um wirt-schaftliche Erneuerung) Das Ziel wurde weitgehend erreicht, was noch fehlte, schaffte dann Rot-Grün ab 1998. Nebenwirkung der 68'er Revolution waren die sozialistischen Eingriffe in die Wirtschaft. Die USA haben sich mit der Wahl Barack Obamas von der neoliberalen Politik von George W. Bush verabschiedet und sehen dringend notwendigen Reformen entgegen. Überall hat die Demokratie gezeigt, dass sie stark genug ist, Auswüchse in die eine oder andere Richtung zu korrigieren. Das ist die wichtigste Lehre aus der Ära Thatcher.