Chris Vigelius

Jahrgang 1975, selbständig in der IT-Branche.

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von Chris Vigelius

Aktuelles und Merkwürdiges aus Presse und Internet

Abgerechnet: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert" sagte man früher, und wer diese alte Weisheit in Zeiten von milliardenschweren Bailouts längst vergessen glaubt, muss sich von Steinbrücks Finanzbürokraten eines Besseren belehren lassen. Dort achtet man nämlich nach wie vor auf den Pfennig bzw. Cent, zumindest auf der Einnahmenseite. Eine Frau aus dem nordfränkischen Kreis Miltenberg bekam deshalb jetzt einen Steuerbescheid in Höhe von 16 Cent - sie hatte über das Internet Kaffee im Wert von ganzen 1,85 Euro gekauft:

http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB...

Abgefragt: Im Kommentarbereich von ef-online fand ich diesen interessanten Link auf einen Online-Fragebogen des libertären US-Professors Bryan Caplan, mit dem man das eigene Wissen über die tödlichen Verbrechen der Kommunisten testen kann. Während die Greuel der Nationalsozialisten in aller Munde sind und in quälend langen Unterrichtsstunden jedem Schüler bis ins kleinste Detail immer wieder erläutert werden, haben viele Menschen (einschließlich mir) höchstens eine vage Vorstellung über die Untaten jenseits des eisernen Vorhangs. Vielen Dank an Benutzer "Bauer"!

http://www.bcaplan.com/cgi-bin/museum1.cgi (in englischer Sprache)

Abgesichert: So manchem EU-Bürokraten scheint die größte Bedrohung für die eigene "Arbeit" nicht etwa von dubiosen Lobbyisten auszugehen, die 300 Millionen EU-Bürgern ihre privaten Interessen über Verordnungen und Gesetze aufzwingen wollen, sondern vielmehr die Gefahr, dass derartige Praktiken eines Tages ans Licht der Öffentlichkeit geraten könnten. Deshalb gab die "Generaldirektion für Handel" im Januar einen Leitfaden für Mitarbeiter heraus, in denen vor den Risiken der Verordnung zu Transparenz und Informationsfreiheit gewarnt wurde. Das 15-seitige Handbuch rät den Beamten, "schon beim Schreiben von Dokumenten daran zu denken, dass diese möglicherweise herausgegeben werden müssten"; dies gelte "insbesondere für Meeting-Protokolle und Mailverkehr mit Dritten, z.B. der Industrie", da diese "bevorzugte Ziele von Auskunftsersuchen, speziell von NGOs" wären. Vermieden werden sollten vor allem Hinweise auf Einladungen von und "Arbeitsessen" mit Industrievertretern - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

http://euobserver.com/843/27935 (in englischer Sprache)

Ausgezogen: In Berlin fand vor zwei Wochen der sogenannte "Anarchistische Kongress" statt, eine Veranstaltung linker Gruppen, von denen einige offenbar ganz eigentümliche Vorstellungen von Herrschaftsfreiheit und Nichtagressionsprinzip hegen. Unter den Teilnehmern des Kongresses befand sich nämlich auch die norwegische Umweltschutzgruppe "Fuck for Forest", deren -durchaus originelles und marktkompatibles- Konzept darin besteht, freie Liebe zu praktizieren, die Aufnahmen davon gegen einen Mitgliedsbeitrag von 15 Euro im Monat über ihre Webseite zugänglich zu machen und mit den Erlösen daraus Regenwald-Grundstücke zu kaufen, um so die Natur vor Zerstörung zu schützen. Nachdem drei Mitglieder von "Fuck for Forest" anfingen, mit nackten Tatsachen für ihr Anliegen zu werben, war es einigen selbsternannten AnarchistInnen aus der "FrauenLesben"-Fraktion wohl endgültig zu viel mit den Freiräumen: Man warf den Norwegern sowohl Sexismus (weil die Mehrzahl der Regenwaldretter heterosexuell ist) als auch "Lookism" (damit ist die Bevorzugung von ansehnlichen gegenüber hässlichen Menschen gemeint) vor und beantragte, sie kurzerhand "vom Kongress zu schmeissen". Dies gelang jedoch nicht, da offenbar einige andere Anwesende mittlerweile Gefallen an der freizügigen Umsetzung des Naturschutzgedankens gefunden hatten. Um handfesten Auseinandersetzungen zwischen nackten Baum- und gewaltbereiten FrauenLesbenschützern vorzubeugen, wurde der Kongress sicherheitshalber vorzeitig aufgelöst.

http://opponent.de/index.php?entry=entry090415-180643

Ausgespäht: Nicht nur Privatmenschen finden Gefallen an den nützlichen Funktionen sozialer Netzwerke im "Web 2.0". Mit "Statebook" steht jetzt ein Prototyp für den öffentlichen Dienst zur Verfügung:

http://www.statebook.co.uk/

Aufgezählt: Die von "Zensursula" von der Leyen vorangetriebenen Netzsperren dienen nicht dem Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch, sondern lediglich dem Schutz der Politiker vor frei kursierender Information. Wie arg Politik und Medien in dieser Angelegenheit den Bürger an der Nase herumführen, fasst Lutz Donnerhacke auf netzpolitik.org in seinem Artikel "Die dreizehn Lügen der Zensursula" zusammen:

http://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula/

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19. April 2009

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