02. März 2009

ef 90 Editorial

Hinter den Kulissen des neuen Religionskriegs

Die intensive Hetzkampagne der vergangenen Wochen war nicht die erste ihrer Art. Neu ist, dass mit der alten Kirche der Hauptgegner der neuen (Pseudo-) Religion der politischen Korrektheit nun offen benannt ist, ein Feind, der noch in den Kampagnen gegen Krause, Hohmann, Herman und all die anderen nur dem offenbar wurde, der sehr genau hinsah. Der Papst, so schrieb Deutschlands mächtigster Verleger Mathias Döpfner in seiner „Bild“ im Duktus des Tribunals von Johannes B. Kerner, „muss seinen Fehler korrigieren, die Entscheidung zurücknehmen und sich entschuldigen. Wer dazu nicht die Kraft findet, sollte nicht die Kraft Gottes für sich in Anspruch nehmen.“

Der Kampf der neuen Hohepriester der säkularen Öko-, Gleichheits-, Feminismus- und Schuldkult-Ersatzreligion gegen den traditionellen europäischen Glauben hat damit jeden Respekt und Anstand verloren. Unerbittlich werden abweichende Meinungen mit gesellschaftlichem Ausschluss oder Berufsverbot geächtet und teilweise offen kriminalisiert. Inzwischen fordern Politiker der SPD und der Grünen, allen voran der grüne Homosexuellen-Funktionär Volker Beck, die geheimdienstliche Überwachung der Piusbruderschaft als Teil der katholischen Kirche durch den Verfassungsschutz. Es waren die Grünen, die sich noch vor wenigen Jahrzehnten „Bürgerrechte“ auf die Fahnen schrieben, die den Verfassungsschutz auflösen wollten und gegen Berufsverbote demonstrierten. Sie sind das fleischgewordene Paradebeispiel für die alte Erkenntnis Lord Actons: Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut. Ausgerechnet die Grünen sind heute die Speerspitze der politischen Korrektheit auf dem Weg zu einem theokratisch-totalitären Staat.

Ihre Erfüllungsgehilfen sind in unseliger deutscher Tradition einmal mehr Journalisten – in bestimmten Medien, es sind immer die gleichen. Statt gemäß ihrer ureigenen Aufgabe Meinungsfreiheit zu verteidigen, hetzen sie schlimmer als die Verbandsfunktionäre und Politiker. Der „Spiegel“ malt ernsthaft der katholischen Kirche eine „schwarz-bräunliche Allianz“ ins traditionelle Messbuch und ruft laut nach strenger geheimdienstlicher Überwachung der „homophoben, rassistischen Eiferer zur Rechten Gottes“ und der (ernsthaft!) „rechtsextremen, kahlgeschorenen Katholiken“.

Wir haben eigentümlich frei hinter die Kulissen des neuen Religionskriegs der Medien und der Politik geblickt. Spannende Lektüre ist garantiert. Nebenbei: Die wenigsten ef-Autoren sind selbst katholisch, geschweige denn Anhänger der Piusbruderschaft. Es geht uns vielmehr um (die immer stärker eingeschränkte) Glaubens- und Meinungsfreiheit, und wenig um Glaubensinhalte. Wobei: Die Dogmatik des politisch korrekten Religionsersatzes ist bereits in sich fragwürdig und im Ansatz totalitär, auch dies soll offengelegt werden.

Für die vielen Glückwünsche zum neuen Layout in Farbe sowie zu den neuen Kolumnisten möchte ich mich herzlich bedanken! Bleiben Sie uns gewogen – auch unserem Motto: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr netto!

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Dieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 90.


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